Interreligiöser Dialog unter Atombomben – hoffentlich nur ein Märchen!


Einen Börsencrash kann man nicht zuverlässig voraussagen. Auf der einen Seite läuft die Konjunktur gut – keine Gefahr. Auf der andern Seite sagt man, können Crash’s aus heiterem Himmel kommen. Heiterem Himmel? Leicht bewölkt? Sturm und Donnergrollen im Anzug? Wir hoffen nicht. Aber wir zeigen auf, wo der grösste Krisenherd ist – und vor allem, warum.

Das Personalblog hat einen Zeitungsartikel in der Serie über Pakistan am Ende eines Beitrages verlinkt der noch einmal – marktschreierischer – publiziert wird. Und Yahya Hassan Bajwa (Baden, Schweiz und Rahim Yar Khan, Pakistan) hat ein sarkastisches Märchen dazu verfasst. Hoffentlich kommt alles gut heraus. Gerade jetzt (beim Schreiben) beginnt ein fürchterlicher Sturm – zum Glück bin ich nicht abergläubisch, aber was Kernwaffen und den Aufenthaltsort von Yahya anbelangt, bin ich zur Zeit eher am «Anfang der Welt»

Die Gefahr der islamistischen Atombombe

Von Oliver Thränert

Gerät die Atommacht Pakistan immer tiefer in den Strudel des islamistischen Extremismus? Könnten pakistanische Kernwaffen in die Hände islamistischer Gewalttäter oder der Terrororganisation al-Qaida fallen? Ein kaum zu übertreffendes Schreckensszenario. Und: Experten warnen vor Sicherheitslücken … weiter bei WELT ONLINE – Politik, Pakistan …»

Antwort von Dr. Yahya Hassan Bajwa direkt aus Pakistan

«Der Artikel «Die Gefahr der islamistischen Atombombe» von Oliver Thränert finde ich sehr gut und fundamentalistisch recherchiert. Gratuliere. Unterstrichen wird seine Aussage durch ein Foto einer christlichen Atombombe. Entschuldigung, französischen -, die im Mururoa-Atoll 1971 gezündet wird. Das ist sicher eine Herausforderung. Man stelle sich nur einmal vor, wenn sich plötzlich alle Atombomben, die christlichen, die jüdischen, die atheistischen und islamistischen zu einem interreligiösen Dialog treffen würden. Da sagt eine Fraktion der christlich-amerikanischen Atombomben, dass sie einfach keinen Bock mehr habe, immer als Drohung wahrgenommen zu werden. Doch die Fraktion der britisch-christlichen Bomben widerspricht dem vehement und meint, dass man die islamistischen Fraktion nicht unterschätzen dürfe. Natürlich wäre da auch noch die jüdische Ansammlung, doch nach dem Holocaust solle man auch den Juden die Chance geben, die Araber in Schutt und Asche zu legen oder zumindest damit zu drohen sie seien ja für das ganze Schlamassel im Nahen Osten verantwortlich. Das wäre doch so akzeptable? Die US-christliche Fraktion stimmt dem nickend zu. Die russische Föderation der religiösneutralen Atombomben möchte sich zu Wort melden: Wir, die Religiösneutralen, finden, dass das Geschrei um einen interreligiösen Dialog hier fehl am Platz ist. Lernen Sie von uns. Es gibt keinen Gott. Hätte Er denn so einen Irrsinn, wie es Sie sind, je zulassen können?! Dies widerspricht doch jeder Logik. Wir und ich betonen hier nochmals, die wahren neutralen Atombomben, fordern Sie alle auf, an unserem Beispiel ein Vorbild zu nehmen. Nur so kann ein Frieden auf dieser Welt gesichert werden. Sie sehen selber, Sie streiten sich um religiöse Dogmen, die niemand mehr Ernst nimmt mit Ausnahme von Ihnen. Es kommt zu einem allgemeinen Aufschrei der religiös gesinnten Atombombenfraktion. Oh, Jesus, our Lord! Mon Dieux, c’est pas vrai! Ein Durcheinander, eine babylonische Sprachverirrung. Einige Atombomben erheben sich zu einem stillen Gebet. Alle stehen. Irgendwann hört das Geschnatter auf. Sie schauen sich alle gegenseitig fragwürdig an und fragen sich, was geschehen würde, wenn die falschen Leute die Macht über ihre Fraktionen in die Hand bekämen. Würde dann die Welt überleben?

Eine moderne Geschichte aus dem Märchenland Pakistan von dr yahya hassan bajwa, Rahim Yar Khan (am Ende der Welt, wo keine Atombombe sich je verirren wird, weder eine islamistische, noch eine jüdische, noch eine christliche, noch eine atheistische) / Pakistan»

info at transcommunication dot info

Bombe und Katze

… Bombe für die (eingeschüchterte) Katz?

Ausblick – beim Investieren zählt die Vergangenheit nicht!


Das Wichtigste beim Investieren – nur die aktuelle Situation zählt und was sie in Zukunft daraus machen können. Die Vergangenheit ist nicht massgebend. Eine Aktie mag hoch sein oder tief gefallen sein – das ist alles nebensächlich, Vergangenheit, Geschichte, wichtig ist, was die Aktie ab heute in Zukunft machen wird. Deshalb schauen wir nur in die Zukunft – bei der Investition von Geld genau so wie bei der Gesundheit und beim Famileinleben. Wir wollen leben, Geld verdienen, Freude haben und das geht nur, wenn wir in die Zukunft schauen.

Zugegeben, das ist manchmal nicht einfach und deshalb bringen die meisten Zeitungen, Zeitschriften, Magazine einen Jahresrückblick. Das ist Geschichte und dies kann ganz schön sein. Es bringt auch nichts wenn sie in der Vergangenheit schauen, ob alles richtig gemacht wurde. Jeder weiss, was Klimawandel ist. Überall schreit man nach alternativen Energien. Es ist nicht massgebend, ob die Leute, die innerhalb einiger Monate Gehör erhalten haben, die Wissenschaft, die Tatsachen richtig aufzeigen. Öko-Anlagen werden boomen. Aber aufgepasst, die Masse wird noch verrückter spielen und auf Züge in Sackgassen aufspringen.

Züge? Genau genommen sind es Bergbahnen – es wird an vielen Orten steil hinauf gehen. Und irgend einmal wieder hinunter. Vielleicht reisst sogar ein Seil – und dann geht es sehr schnell hinunter. In diesem Gebiet bin ich über 15 Jahre tätig und habe viel Geld verdient. Aber so schwierig war es noch nie, Entscheide zu treffen. Denn hier spielt extrem die Politik mit. Subventionieren, verbilligen, verbieten, anordnen … Seit ich das Finanzblog verfasse, habe ich immer auf die Politik aufmerksam gemacht. Die gehört heute zum Grundwissen. Und dann das Abschätzen ob der Amerikaner mit seiner Geschäftstüchtigkeit schneller ist, als der Europäer im politisch regulierten Markt.

Den Energie politischen Teil des Adventskalender (1. – 27. Dezember) habe ich ausgewählt. Die Idee wurde schon letztes Frühjahr geboren. Datenmaterial ist noch in Hülle und Fülle vorhanden. Ich werde auch häufiger über solche Fragen nachdenken und schreiben, als in der Vergangenheit.

Heute Zeitungsartikel zu verlinken bringt nichts. Die finden sie selbst zu tausenden. Wie gesagt, nicht in der Vergangenheit nach Rat suchen – die Zukunft ist wichtig. Der Papst weiss dies seit jeher, denn beim Segen «Urbi et Orbi» gewährt er jedem Zuhörder den Ablass – vorausgesetzt er ist guten Willens. Nicht der Papst, der Zuhörer. Dieses Jahr wünscht der Papst den Politikern Weisheit und erwähnte viele Gebiete, in denen es zur Zeit nicht freidlich zu geht. Pakistan, worüber Yahya berichtet, ist bei Weitem nicht das schlimmste Gebiet. Wir hoffen, dass man in Pakistan alles zum Guten arrangieren kann – zu einer echten Demokratie. Es gibt aber leider Gebiete auf der Erde, wo mehr Hunger und Durst gelitten wird.

Vielleicht wird in Zukunft die Schweizer Armee Einsätze in Südsudan tätigen. In der Mittelland-Zeitung ist am 27.12. ein guter Artikel (Passwort geschützt) von Urs Zurlinden. Urs frägt Chrstophe Keckeis über die zukünftige Art von Armeeeinsätzen aus. Anschläge, Terror werden zunehmen und hier begreife ich das Schweizer Fernsehen nicht, das ausführlich über 6.5 Tonnen Dünger berichtet, die von Europa nach Palästina hätten geschickt werden sollen. In Säcken verpackt, in dem sonst meist ein börsenkotierter Rohstoff gelagert wird. Je nach Körnigkeit des Düngers sieht man dies den Säcken schon von aussen an, dass hier das falsche Produkt geliefert wird. Es ist verrückt, das Schweizer Fernsehen sendet – ohne es vielleicht zu merken – eine Bastelanleitung für einen wirkungsvollen Sprengstoff. Oklahoma lässt grüssen! Das Internet ist voll an solchen Anleitungen. Hier geschieht noch viel zu wenig. Diese beiden Grundstoffe finden sie in Lagerhallen zig-tonnenweise neben einander. Genug, um die grössten Anschläge zu machen. Das Sturmgewehr zu Hause, Rauchen und Sex sind Sachen, die unsere Politik heute beschäftigen.

Hoffenblicht bleibt es so und wird nicht schlimmer. Damit wäre das Börsenjahr 2008 einfacher ein zu schätzen. Ich nehme nicht an, dass es ohne politische Einflüsse nach unten dreht, nur wird es nicht mehr so steil gegen oben gehen. Und hier gleichmal einen Rückblick. Meine Performance bei Kunden lässt sich sehen. In etwa das Doppelte von MSCI-World und dort, wo ich nur einen Beratungsauftrag habe und man/frau im ersten Halbjahr nicht ausräumen wollte liegen einige sogenannte Schweizer Bluechips im Depot und die drücken dann auf das Ergebnis.

Zum Schluss eine Reprise vom 27. Dezember und überlegen sie sich einmal, ob der Satz wirklich für eine gute Zukunft sorgen dürfte!

«Sinnvoller wäre es, etwa aus der Kappeler Milchsuppe des 16.Jahrhunderts einen Brauch zu machen. Denn wer gemeinsam isst, vergisst seine Feindseligkeiten schnell. So was hätte die Schweiz nötig.»

Vielleicht gar wie libref. mit der 2. Kappeler Milchsuppe. Über den neuen Bundespräsident Pasqual Couchepin, der diesen Satz sagte, handelt der erste Blogbeitrag von libref. Frau Bundesrätin Micheline Calmy-Rey schrieb uns zur zweiten Kappeler-Milchsuppe dieses Schreiben.

In die Vergangenheit schauen bringt nicht viel, die Zukunft gestalten ist wichtig. Nach dem Essen der (1.) Kappeler Milchsuppe sind die Teilnehmer des Mahls gegeneinander zur Schlacht angetreten.

Ich wünsche, dass ihnen im 2008 die kleinen, feinen aber extrem wichtigen Details nicht entgehen und sie aus diesen ihre Schlüsse ziehen. Massenmeinungen sind nicht unbedingt das, was der Erfolg für das neue Jahren bringen wird. «Lassen sie ihren Bauch sprechen – oder fragen sie meinen.» Alles Gute und viel Erfolg.

«Reformiert», Fussball und 70 Handlungsfelder im Klimawandel


Die heute zweit grösste Gratiszeitung der Schweiz erschien das erste mal am 30. Juli 1942 und stammte aus der «gleichen Küche» wie «Die Tat», das Sprachrohr einer neu gegründeten Partei – die erste Nummer erschien am 13. November 1935. Der 13. hat schon früher Unabhängigkeit gebracht. «Reformiert», unabhängig von den Kirchen in eigener Rechtsform, wird mit einer Startauflage von 710 000 Exemplaren am Markt erscheinen und verglichen mit den heutigen Zahlen «20 Minuten» übertreffen. Über den Klimawandel stellen wir ihnen heute – fast nebenbei – 70 Handlungsfelder vor, die von uns auch ausserhalb des Kantons Bern zum Lesen empfohlen werden.

Reformiert

Die fünf grössten Zeitungen der Schweiz sind alle samt Gratiszeitungen. Nicht berücksichtigt werden reine PR-Publikationen, denen man den Werbecharakter gleich ansieht.

1. Platz – die «Coopzeitung» – 2,44 Mio gemäss WEMF-Report Nov. 07 (mit Pfeiltasten scrollen)

2. Platz – das «Migros-Magazin» – ehemals «Wir Brückenbauer» – wer über die Geschichte und «die Tat» des unabhängigen Landesrings mehr lesen will, dem empfehle ich das Buch «Das Abenteuer Migros» von Alfred A. Häsler – im Buchantiquariat praktisch gratis zu bekommen – 2,15 Mio.

3. Platz «Touring» – 1,38 Mio

Über den neuen 4. Platz lassen wir Martin Lehmann vom saemann Red und Antwort geben:

sml: Gratiszeitungen und -zeitschriften wachsen in der Schweiz fast wie Pilze aus dem Boden. Die meisten findet man in der Nähe des öffentlichen Verkehrs. Daneben gibt es aber noch eine andere Art Gratiszeitung, die seit Jahrzehnten nach Hause gesandt wird weil man Genossenschafter oder Mitglied ist. Dazu gehört die Auflagen stärksten Zeitung der Schweiz, das Migros-Magazin und Coopzeitung und nicht zu vergessen, der Saemann (in den Kantonen Bern, Jura, Solothurn), meines Wissens die zur Zeit grösste kirchliche Zeitung. Darf man dem, was in einigen Monaten von der reformierten Kirche an die Öffentlichkeit tritt, fast von einem paradigmahaften Quantensprung sprechen?

Lehmann: Ein Quantensprung ists alleweil, und hätte man mir vor drei Jahren, als das Projekt gestartet wurde, gesagt, ab Mai 2008 würden tatsächlich vier verschiedene reformierte Mitgliederzeitungen zusammenspannen, ich hätte müde gelächelt: Die Reformierten bilden sich ja ansonsten auf ihre Autonomie und Souveränität und lokale Unverwechselbarkeit ziemlich viel ein. Aber mit der neuen Zeitung «reformiert.» ist uns halt fast ein bisschen die Quadratur des Kreises geglückt: weil die Publikation sowohl gemeinsame überregionale als auch lokal unterschiedliche Seiten beinhaltet. Will heissen: Die Zeitung sieht zwar zwischen dem Bünder Unterland und dem Berner Oberland gleich aus, hat aber nicht auf allen Seiten dieselben Inhalte. So wird der reformierten Unabhängigkeit Genüge getan.
Apropos Unabhängigkeit erlaube ich mir eine kleine Korrektur Ihrer Frage: Die Zeitung wird ja – mindestens in Bern – nicht von der reformierten Kirche herausgegeben, sondern von einem Verein, und die beteiligten Zeitungen – der Aargauer, Bündner und Zürcher «Kirchenbote» sowie der «saemann» – sind ja nicht Hofberichterstattungs- und PR-Organe, sondern von JournalistInnen gestaltete, redaktionell unabhängige Publikationen. Auch «reformiert.» wird kritisch und mit der journalistisch geboteten Distanz über Kirchliches berichten – auch wenn das nicht alle goutieren sollten.

sml: Der K-Tipp ist das grösste Magazin auf Abonnementsbasis. Man bezahlt dafür und die Vermutung dürfte nicht ganz abwegig sein, dass man auch darin liesst um vielleicht mit einigen Ratschlägen den Abonementspreis wett zu machen. Wie sieht dies mit «Reformiert» aus? Was planen Sie, damit eine Auflage von 710 000 Explemplaren gelesen oder zumindest durchgeblättert wird?

Lehmann: Als ich vor acht Jahren meine Stelle als Redaktor der evangelisch-reformierten Berner Monatszeitung «saemann» antrat, klopfte mir manch eineR auf die Schulter und sagte: «Streng dich bloss nicht zu fest an – der «saemann» wird ohnehin nicht gelesen». 2003 liessen wir, des Vorurteils überdrüssig, eine repräsentative Leserschaftsbefragung durch das Meinungsforschungsinstitut isopublic machen – und siehe da: Der «saemann» (aktuelle Auflage: 310 000 Expl.) erreicht 77 Prozent aller Reformierten und 54 Prozent aller Nichtreformierten, die älteren lesen ihn sowieso und sogar 53 Prozent der 15-34-Jährigen, und für viele Kirchendistanzierte ist er der letzte und einzige Bezug zur Kirche. Warum: weil er undogmatisch, mit freiem Blick und einem grossen Herz Themen zur Diskussion stellt, die alle, ob kirchennah oder kirchfern, angehen.
Und jetzt könnte die Zeitung «reformiert.» noch mal besser und attraktiver und vielfältiger und interessanter werden: vierfarbig, mit einem modernen, starken Layout, dank des Zusammenschlusses mit ausgebauten redaktionellen Ressourcen und mit regionalisierten Gemeindebeilagen. Nehmen Sie mal eine Nase voll vom neuen Auftritt, auf unserer provisorischen Internetseite: www-reformiert-online.ch.

sml: 710’000 Visits pro Auflage, ab der ersten Ausgabe. Die meisten brauchen mehrere Jahre, bis sie auf eine solch hohe Zahl kommen und es gibt nicht viele in der Schweiz, die das innerhalb eines Jahres schaffen? Hat da ein Blog überhaupt noch eine Chance, eine Rechtfertigung?

Lehmann: Auch «reformiert» wird auf der zu konzipierenden Website Blogs haben. Eine Zeitung ist ja nie mehr nur einfach eine Zeitung, es geht ja um einen umfassenden Auftritt, der auch das Web erfasst. Idealerweise werden also die vereinigten RedaktorInnen nicht mehr einfach für die 12 Seiten der Printausgabe planen, sondern stets auch fragen: Und was heisst das fürs Netz? Der Webauftritt der Zeitung «reformiert.» (wird ca. ab Februar aufgeschaltet: www.reformiert.info) ist eine Ergänzung zu Print: aktueller, umfassender, bildlastiger, interaktiver – klar, dass da auch ein Blog dazu gehört.

sml: Wenn ich die letzte Ausgabe des Brückenbauer und der Konsumzeitung, wie sie im Volksmund noch oft genannt werden durch blättere, stösst man auf ein gemeinsames Thema. Fussball. Können Sie sich vorstellen, dass man in «Reformiert» auch darüber berichten wird?

Lehmann: Darüber streiten wir RedaktorInnen uns seit Monaten, zumal die erste Ausgabe der neuen Zeitung «reformiert.» am 30. Mai, also tatsächlich wenige Tage vor der EM, in den Briefkästen liegen wird. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder schreiben wir grad äxtra am Allerweltsthema Fussball vorbei und versprechen eine «garantiert fussballfreie Ausgabe» (womit wir uns von allen anderen abheben), oder dann suchen wir den ultimativen, noch nie gesehenen Zugang zum Thema – und veranstalten zum Beispiel einen Match zwischen reformierten und katholischen PfarrerInnen, die in der Spielpause über den Stand der Ökumene diskutieren…

Herzlichen Dank Herr Lehmann für das Interview und viel Erfolg bei «Reformiert»

Themenwechsel – Ökologie, genau genommen der Klimawandel – das Tagesgespräch schlechthin. International wird dieses Thema diskutiert – mit Kevin an der Wallstreet, mit Leuten in Frankfurt und Hamburg und der Pariserin in London. Aber mit dem SVP-Politiker und Regierungsstatthalter Martin Lerch, der zwei Häuser entfernt wohnt nicht. Dank dem Telefon ist dies ja schon viel zu weit entfernt. Und dank dem Internet brauche ich nicht mal an zu rufen – seine Masterarbeit befindet sich in Sekunden schnelle auf meinem Bildschirm.

«Klimawandel – Handlungsbedarf für den Kanton Bern» zur Einsicht möglich dank espace.ch – «Klimawandel: Studie ortet Handlungsbedarf» – «Chancen des Klimawandels»

Die Studie ist nicht nur für all die anderen Kantone lesbar. Ab Seite 101 (pdf-Seitennummerierung) finden sie die 70 Handlungsfelder des Klimawandels. Zu 67 Punkten habe ich nichts bei zu fügen – es sind die Auswirkungen und Massnahmen gegen die Klimaerwärmung. Zum Punkt 69 gibt es nur eine Verständniserklärung – PM 10 (Particulate Matter) wird für einige geläufiger als 10 ppm bezeichnet (Parts per Million – in Bezug auf einen Meter). Der Punkt 57 (Seite 108) über die Biotreibstoffe dürfte eine Diskussion wert sein. Wer das Finanzblog verfolgt hat, weiss, dass ich das Wort «Bio» lange bevor die Bezeichnung «Agrotreibstoffe» aufkam, in Frage gestellt habe. Unter dem Stichwort «Salatölralley» habe ich schon einige Male auf den Unsinn dieser Treibstoffe hingewiesen. Ich scheue mich auch nicht, mich mit Bundesrat Merz und gar Max Deml von Ökoinvest über die Idee, Nahrungsmittel als Treibstoff ein zu sezten, anzulegen. Ein anderes Thema ist das Investieren in solche Produkte, denn hier geht es darum, Geld zu verdienen. Ethisch gesehen, müssten mir wohl beide Recht geben, es sei denn, man gewinne diese Produkte aus Abfallstoffen. Ökologisch gesehen, liegen in der Zwischenzeit Berechnungen der EMPA vor, die auf der ganzen Welt zur Kenntnis genommen wurden und vermutlich auch Max gesehen hat. Aber wie gesagt, wenn es ums Geld verdienen geht, sind wir zum eigenen und zum Vorteil der Kunden in der Investitions- und Anlagebranche manchmal inkonsequent.

Der Punkt 57 – die Atomenergie – ist diese Woche genau so in der Presse geschildert worden, wie es Martin Lerch vorgeschlagen hat und ich noch vor wenigen Tagen geschildert habe, dass es so kommen wird: In der Schweiz sind zwei neue Kernkraftwerke geplant. Der Adventskalender unter der Federführung von swissblogpress liegt voll im Tagesgeschehen.

Kirchgemeindeverband

… das Interview mit Martin Lehman wurde durch die Beziehungen des Kirchgemeindeverbandes des Kantons Bern ermöglicht – die erste Freischaltung erfolgt im Blog von www.kirchgemeindeverband-bern.ch.

Hochwasser

Adventskalender 16

Weiter zum Adventskalender 16

Der Adventskalender darf ins eigene Blog gestellt werden – hier das Word dokument 16 (HTML)

Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan MartiFinanzblog

Finanzwelt flippt und die Kuh sieht keinen roten Heller mehr


«Hurra, der Welt geht es ab heute wieder gut.» Mit voller Pulle in die Börse rein. Heute ist es am besten, wenn sie ein Studium in Massenpsychologie absolviert haben – Volkswirtschaft oder Betriebswirtschaft scheinen ganz am falschen Platz zu sein. Und da scheinen noch andere Rindviehcher zu sein, die uns Sorge bereiten.

– «US-Leitzinse entfachen Kursfeuerwerk» – weiter bei SPIEGEL ONLINE

– «US-Notenbank senkt wichtigen Leitzins» – Video bei wiwo

– «US-Notenbank macht den Euro stark wie noch nie» – weiter bei WELT ONLINE

… «doch der Dollar ist so schwach wie nie zuvor» ist auch zu lesen. Nur hier gibt es schon etwas zu bemerken. Es fragt sich, woher man schaut. Wir Schweizer konnten den Dollar während mindestens zweier Phasen um deutlich über 5 Prozent billiger kaufen. Gönnen wir es der EU, dass sie eine starke Währung hat. Achtung, was jetzt geschieht ist extrem kurzfristiges Denken und vielleicht merkt einer, dass es der heutigen Welt ja gar nicht so schlecht geht – wirtschaftlich zumindest einigen Industrienationen.

Den Amerikanern geht es im Schnitt nun mit den tieferen Zinssätzen auch besser – aber nur im Schnitt. Der überraschte Busfahrer wird heute nicht viel besser dastehen, als vor einem Monat. Sie können selbst mit den Mortgage Rates in den USA herumspielen. Sein Lohn war gleich hoch, wie die Hypotheklast, die er monatlich tragen musste – USD 4000. Sie können es drehen und wenden wie sie wollen, er steckt immer noch voll im Dreck. Das halbe Prozent weniger löst den meisten ihr Hypotheken-Problem nicht. Aber, hurra, im Schnitt haben wir es heute viel besser, oder zumindest ein halbes Prozent besser und genau betrachtet eigentlich ein halbes Prozent anders.

Die Rindviehcher sind an allem schuld. Diejenigen, die fast kopflos Geld aufnehmen und vor allem, diejenigen, die das Geld zur Verfügung gestellt haben. Es ist wie früher. «Kreditler» und «Finänzler» sind zweierlei Leute. Die Kreditspezialisten versuchen, die gleichen Risiken wie die Finanzspezialisten ein zu gehen und ihren Höhenräuschen nach zu eifern. Sie übersehen, dass die entsprechenden Chancen fehlen, finanztechnisch nicht möglich sind. Bei einer Hypothek gibt es nur den Zins und allenfalls Rückzahlungen der Schuld. Und umgekehrt hat die Welt jetzt das Gefühl, dass alle Probleme gelöst seien, denn zur Zeit spielen die Finänzler verrückt.

Es schadet nie, wenn man beide Seiten kennt und da haben es einige Vermögensverwalter oder Anlageberater in der Schweiz viel einfacher. Im Gegensatz zur USA zum Beispiel dürfen unsere Banken beide Geschäfte anbieten – mit Kundengeldern Hypotheken finanzieren. Ein weiterer Vorteil ist, wenn sie mit Finanzleuten zusammen arbeiten können, die zumindest auch mal in einer kleineren Einheit, vielleicht in einer Filiale einer grösseren Region gearbeitet haben. Beide Seiten zu kennen und deren Probleme zu verstehen, ist enorm hilfreich. Ich bin froh, beide Seiten zu kennen und bin überzeugt, dass man als Generalist entgegen dem heutigen Trend weiterkommt und die bessere Performance erzielen kann.

Wäre aber der Busfahrer in der Schweiz, bekäme er mit Kühen ein Problem – seine Lebenshaltungskosten würden wieder teurer. Diese Rindviehcher wollen den Milchpreis um 6 Rappen je Kilo anheben. Die Kuh gibt aber ihre Milch in Liter ab. Nur ist eben ein Liter rund 28 Gramm schwerer, als ein Kilo und so betrachtet, hat die verarbeitende Industrie schon mal rund 2,5 Prozent gewonnen. Der Preis eines Kilo Käses soll um bis zu CHF 1.50 ansteigen. Grob gerechnet ergibt 1.50 durch 0.06 in etwa 25. 25 Liter genau genommen, denn unser Mathlehrer hat immer gesagt, nie Äpfel mit Birnen vergleichen. Diesen Link nur, damit der amerikanische Busfahrer auch versteht, was wir meinen. Nur, meines Wissens gibt es keinen Käse, zumindest nicht essbaren, der 25 Liter (oder Kilo) Milch je Kilo (oder Liter?) verkaufsfertigen Käse benötigt. Der Parmesan liegt bei rund 16 Liter, der Emmentaler bei etwa 12 und im Schnitt geht man von rund 10 Litern aus. Das würde 60 Rappen entsprechen und nicht dem 2,5-fachen.

Die lieben Rindviehcher erklären heute jede Zahl auf drei Kommastelllen genau und doch liegt man oft um Faktoren daneben, nur eben, der Busfahrer wird wohl weiterhin sein Haus verkaufen müssen, wenn er nicht schon Konkurs gegangen ist und die liebe Kuh sieht keinen roten Heller mehr. Wird aber in den nächsten Monaten etwas weniger Fettgehalt produzieren. Das ist aber nur die Natur, keine Absicht. Absichtlich will man aber auch am Fettgehalt mit verdienen. Statt bis zu 5% Fett will das BAG – Gesundes Amt für Bundheit oder o.ä. – sich mit 3.5 Prozent begnügen. Dass dies ein Genussproblem ist, wissen wir, aber genau genommen müsste jetzt der Rahm wie der amerikanische Zins sinken. Statt CHF 6.80 je Liter Vollrahm dürfte dieser höchsten CHF 6.– kosten …

… wetten, dass der Rahmpreis in der nächsten Zeit in der Schweiz ansteigt, weil die Milch teurer wurde und es angeblich zu wenig Rindviehcher gibt? So legt jeder die Zahlen zu seinen Gunsten aus und dies geht nur, bis bis ein neuer «Monte Angge-Balle» zu Fasnachts-Zeiten bestiegen werden kann.

Der Hybride Kunde – 2. Teil – «preiselastisch»


Der zukünftige gutbetuchte Konsument wird mit dem Porsche vorfahren und bei Lidl und Aldi einkaufen und anschliessend im Luxusgeschäft weiter shoppen gehen – der hybride Kunde. Sein Gefühl für Preis/Leistung muss stimmen.

Im 1. Teil habe ich die Tabakwerbung gestreift. An einem Ort mit Warnhinweise, am andern indirekte Werbung für Drogen. In Deutschland scheint man straffer zu arbeiten. Der Kioskiero Ricci Riegelhuth aus Bad Vilbel zeigt das ganz deutlich. Ricci muss man erlebt haben. Der Mensch hat ein Fachwissen und Schalk. Einmalig. Ein Kommentar beschreibt ihn «durch und durch lebendige Zigarre». Und wie umgeht man jetzt das Werbeverbot und bekommt Einblick in die ehemaligen Seiten – die sind nämlich wirklich interessant – zum Beispiel die Seite von Vegas Robeina (gleiches Fenster – pdf-Dokument). Was einmal im Internet publiziert wurde, findet man meistens wieder – es gibt historische Datenbanken und einfachere Tricks. Raucherwerbung scheint in der Praxis nicht so ganz durchdacht zu sein. Sie wissen, was ein Dromedar ist – was kommt ihnen hier in den Sinn. Ja so ein Kamel gibt diesem Tier einen falschen Namen …

Ricci Riegelhuth

… der «Grosse unter den Kleinen» hat das nicht nötig. Seinen Kiosk wollen wir uns einmal ansehen. Er trägt den gleichen Ring wie Don Alejandro Robaina. Man diskutiert über Hilfswerke, wo man ehrenamtlich mitarbeitet. In der Cigarren-Branche kennt man ihn. Auch an der Ausstellung in Basel. In etwa 5 Stunden haben wir schätzungsweise 100 Besucher gesehen – viel mehr sind nicht gekommen. Auch das liegt vielleicht an der Werbung. Aber für Ausstellungen wäre sie (noch) nicht verboten. Keiner ist der Tipp Besucher, der von Stand zu Stand geht und allen nur ergattbaren nützlichen und unnützlichen Gratis-Kleinkram in der Plastiktüte verschwinden lässt. Diese haben wir am Eingang erhalten …

Kleinkram

… Die Schokolade von Lidl diente als Zwischenverpflegung – schmeckt übrigens herrlich zu Cigarren (in Deutschland gekauft – ich denke be-rausch-end ) – haben wir auch am Stand von Bossner gehört, die kommen demnächst auch mit Schokolade. Der Preis spielt in Zukunft höchsten eine Rolle, dass er entweder sehr tief oder sehr hoch angesetzt sein muss. Das Mittelmass wird in Zukunft immer mehr vernachlässigbar. Solche Erkenntnisse sind nicht neu, aber an einer solchen Ausstellung ganz gut zu beobachten. In der Tüte war nicht alles von Anfang an drin. Einige Cigarren kamen im Verlauf des nachmittags dazu – eine ist erwähnenswert. Diejenige rechts vom Zigaretten-Aschenbecher mit der Freiheitsstatue. Man beachte das Deckblatt. Zum Glück ist es ein Longfiller, ein Stumpen wäre glatt auseinander gefallen – aber das Ding schmeckt nicht besser. Einige grosse Namen machen es sich zu einfach. Viele Kleine haben darauf schon reagiert. Es gibt tausendende von verschiedenen Cigarren und man wird in Zukunft vermehrt preiswerte mit ganz gutem Geschmack anbieten. Auch wenn sie Nichtraucher sind, dieses Phänomen findet man zur Zeit bei den unterschiedlichsten Luxusprodukten. Wer das Kaufverhalten richtig analysieren kann, kann damit Geld verdienen – die Aktien kaufen, die solche Strömungen früh erkennen. Vom ethischen Standpunkt her gibt es vermutlich nicht viele Aktien, die von Cigarrenhäusern sind …

Cohiba

… teure bekannte Cigarren werden heute massenweise gefälscht. Unbekanntere oder günstigere Marken nicht. Die Marge ist entscheidend. «Ist die gefälschte Cigarre jedoch aus gutem Rohmaterial hergestellt, ist es nahzu unmöglich, sie am Geschmackvon einer echten zu unterscheiden.» Das steht im cigar clan. 10 Prozent finden am Geschmack die Fälschung heraus. Das bedeutet nichts anderes, als dass es Produkte gibt, die gut oder sehr gut schmecken und einen Bruchteil von «Inprodukten» kosten. Ricci erzählt in diesem Zusammenhang, wie er Udo Lindenberg kennen gelernt hat. Der Name Panikorchester scheint Sinn zu machen …

Sherlock holmes

… an der Ausstellung wird es garantiert keine gefälschte Ware haben – Sherlock Holmes scheint ja auch da zu sein …

Robaina

… aber ganz so alt dürfte dieser Humidor doch nicht sein – Ricci erzählt auch mal von der Zigarrenlegende Robaina, welcher ihm schon einen Besuch abgestattet hat …

Premium

… und der dritte im Bunde, der immer etwas zu berichten weiss – der Nachfolger von Aficionado – Premium der Blogger und Cigarrenhändler höchst persönlich …

Ricci Ringelhuth

.. danke Ricci, toller Tag, viel genossen und viel gelernt – «die beste Zigarre ist die, die ihnen schmeckt» …

Zigaretten-Dreh-Automat

… und da wär noch der Zigaretten-Dreh-Halbautomat (mit Warnung natürlich) für den heutigen Besuch – Milch werden wir vermutlich nicht Literweise trinken, denn hier schreib das BAG demnächst auf die Packung «Warnung vor dem Trinken: «Milch wurde künstlich hybridisiert, damit sie von Inari bis Limasol genau gleich schlecht schmeckt

HEULER: Börse «SCOACH» (e) heisst … «Stehlen mit grösster Heimlichkeit» (d)


… trotz Namensabklärung durch eine Agentur bei der Namensgebung voll daneben gegriffen: Urban Dictionary– scoach «To steal with extreme stealth. More commonly spelled skoach. The act of theft.»

Scoach, ein Zusammenschluss von SWX und Deutscher Börse, für strukturierte Produkte hat den besten Namen gewählt, den man sich vorstellen kann …

… he, das ist so wunderschön, hier gleich noch einmal:

«To steal with extreme stealth. More commonly spelled skoach. The act of theft.»

Auf Deutsch übersetzt heisst das: «Stehlen mit grösster Heimlichkeit. Normalerweise «skoach» geschrieben. Der Tathergang des Diebstahls / das Gesetz der Entwenung (jur.).»

Die meisten Firmen-Neugründungen dürften heute eine englische Bezeichnung aufweisen. Viele sind zwar in Englisch sattelfest, aber weil es nicht ihre Muttersprache ist, kennt man die Slang-Ausdrücke nicht. Es empfiehlt sich, vielleicht auch für andere Firmen, einmal im Slang-Lexikon – im Urban Dictionary – seine Firma nach zu schlagen. Ja, meine Frau will sich auch «umtaufen» lassen. Scoach schnell umbenennen in scouch geht auch nicht, denn bei scouchie kommen mir die T-Shirts von Yoda in den Sinn.

Und bei skoach findet man auch den «five finger discount». I got it for a five finger discount! Ob damit die Discountwolke von letzter Woche gemeint ist oder der Satz im erwähnten Heft auf Seite 26 «Der Sekundärmarkt für Express-Zertifikate bietet Renditeschnäppchen».

Stehlen ist nie schön – egal auf welcher Seite man sitzt. Aber ich klaue ja auch. Aficionado hat im Beitrag zu scoach einen so schönen Kommentar gemacht, dass ich daraus gleich diesen Beitrag erstellen musste. Sein extrem kurzer und trockener Kommentar samt Link, dürfte wohl Einigen etwas zu denken geben:

Scoach bedeutet laut dem Slang-Lexikon (http://www.urbandictionary.com):
—–
To steal with extreme stealth. More commonly spelled skoach. The act of theft.
—–
Ja, welch treffend Name für eine Börse ;-))))))))

Welch treffender Name für eben diese Börse. Der Aficionado steckte am Samstag noch ganz im Nebel, in einer Wolke so zu sagen – aber über die etwas andere Discountwolke erst am Dienstag – geschrieben am Sonntag, da auch ich manchmal auf Achse bin. Zum Glück nicht unterwegs nach Karlsruhe, wie das ein Teil unseres Netzwerks vergeblich versucht hat. Stundenlanger Stau, wenige hundert Meter nach der letzten Ausfahrt. In Krisensituationen merkt man meistens am schnellsten, ob Denkmuster echt hinterfragt werden. Rückwärtsfahren ist verboten. Wir vier sassen ja auch stundenlang herum, aber mit Ricci und Maria … war es echt angenehm. Aber auch da gab es einige Denkmuster zu hinterfragen. Das Sternchen war aber die gratis Stadtrundfahrt durch Basel – dank des deutschen Navigationsgerätes. Beim Fahrverbot haben wir dann einfach gewendet. Es war nicht das Uraltgerät, das vor Jahren auf der Autobahn gemeldet hat: «Bitte wenden!»

Wenn man immer alles lesen würde, wäre da noch der Blogbeitrag bei Rolotec – ob sich dieser Hans Fischer auch schon Gedanken über seinen Namen gemacht hat?

Mit einfach angewandtem Wissensmanagement hätten die beiden Börsen diese Panne verhindern können. Wie, das sagt ihnen Aficionado gerne bei einer Cigarre und einem guten Glas Whiskey (es kann auch ein anderer sein) und bei mir können sie zuhören, wie man ab CHF 50’000 ein persönliches massgeschneidertes strukturiertes Produkt erstellen lässt. Ihre Markterwartungen müssen sie aber selbst definieren – ich helfe ihnen aber dabei – und dann hilft uns in diesem Fall die UBS weiter – ohne Spekulation oder Tarnkappe.

Stealth Bomber

… Stealth (heimlich) Bomber in der Nähe von Wall Street … da gibt es auch einige unterschiedliche Deutungsweisen – weitere Bilder bei Visipix von Hannes Keller – mit «Die Blumen des Bösen» hat er sich mehr Gedanken zum Namen seiner Kunstausstellung gemacht als Andere bei ihrer Namensgebung.

Satirisches tierisch Ernst


Polizeibeamte, Steuerbeamte, Bankbeamte und Kirchendiener haben es mit den Jugendlichen nicht immer einfach und trotzdem sollten sie gerade bei diesen Leuten einen guten Eindruck machen.

Die Polizei ist vielleicht eine Ausnahme. Sie hat – zumindest vielerorts – erkannt, dass der Bürger zugleich «Kunde» ist. Das fängt im Kindergarten mit der Verkehrserziehung an. Und als Sechsjähriger stellt man fest, dass Polizisten ja auch Menschen sind. Humor haben, einem etwas beibringen, das für den einen oder andern vielleicht einmal sogar lebenswichtig ist, oder bei Nichtbeachten eben hätte sein können. Der Spruch der Eltern «wenn du nicht artig bist, gehen wir zur Polizei», zeigte fortan bei mir keine Wirkung mehr. Das schlechte Image, manchmal gar die Angst waren weg. So muss es sein. Das ist nichts anderes, als gelebtes Marketing. Marketing einer Nonprofit Organisation – nach zu lesen bei Philip Kotler. Erstaunlich süffig zu lesen. Schnellleser schaffen das Buch vielleicht an einem Wochenende.

Steuerbeamte haben da oft noch etwas Nachholbedarf. Einige sogar im Kanton Bern. Aber wir sind ja für Langsamkeit bekannt. Lange hat es auch gedauert, bis ich für meine drei Kinder die Steuererklärungen eingereicht habe. Es wurde zwar mit einem «Mittelsmann» abgemacht, aber dieser hat keine Notiz im System hinterlassen. Am Freitag sind die Steuerbescheide eingetroffen. Als in der Ausbildung steckend verdienen sie zu wenig, um Steuern zahlen zu müssen. Aber jedes muss CHF 50 für Gebühren, Bussen, Kosten bezahlen – weil das System nicht getrimmt worden ist. Das Wort «Busse» wird lebenslänglich haften bleiben. Auch dass ich mit vier Personen gesprochen habe – die gleiche erreicht man mit zwei Telefonaten in unserem Kanton eh höchst selten. Der vierte, ein Schreiber, macht eine Notiz. Drei mal. Aber helfen kann er nicht. Ich muss dreimal Rekurs einlegen. So die Spielregel. Ich begreife das ja auch. Das Gespräch war toll. Einer der weiss, dass bei Jugendlichen der erste Eindruck zählt. Hoffentlich macht er Karriere bei der Steuerverwaltung.

Ich habe gleiche Erinnerungen. Die erste Steuererklärung in meinem Leben habe ich vor langer Zeit ausgefüllt. Aber das Zimmer 117 vergesse ich nie – sinnigerweise an der Schwarztor-Strasse. Der Beamte am Schalter. «Die Steuererklärung haben sie richtig ausgefüllt. Aber gehen sie sicherheitshalber noch ins Büro 117 im ersten Stock.» Zwei Beamte, keiner grüsst! Ich habe damals beim Bund gearbeitet – so etwas hätte grossen Radau abgegeben. Der erste nimmt dann die Rechenmaschine aus der Pultschublade! Bei mir steht die noch heute immer auf dem Pult. Einige Kontrollfragen. Nach zehn Minuten. «Die Steuerklärung ist richtig ausgefüllt, sie können gleich bei meinem Kollegen das Visum abholen.» Der Kollege sitzt am genüber und hat alles mitangehört – nichts in dieser Zeit gearbeitet. «Was wollen sie?» Das Visum, sie haben ja mit gehört. Diese Bemerkung von einem Jugendlichen, einem Lehrling, war zu viel des Guten. Er rechnet nach. Stellt Kontrollfragen und nach fünf Minuten. «Können sie eigentlich keine Steuererklärung ausfüllen!»

Ich habe dann nach dreissig Minuten Wartezeit im Büro neben an, beim Chef, ein gutes Gespräch gehabt. Dieser wusste, was Marketing ist und hat mich wie einen Kunden behandelt. Ich kann mir Namen schlecht merken. Ihn, Herrn Meier, vergesse ich nie mehr.

Dann die Bankbeamten. Die haben es auch nicht immer einfach. Machen aber heute Steuerkurse für Jugendliche. Das ist toll. Mit einem Profi-Steuerberater zusammen. Sie erhalten einen Ordner, modernste Ausführung, auf zwei Seiten gewölbt. Mein Sohn, er lernt im einem Treuhand- und Steuerberatungsbüro. «Dein ausführlicheres Inhaltsverzeichnis will ich nicht. Ich brauche das der Bank.» Ich habe eine zwei am Rücken. Eine halbe Stunde später. «Was muss ich hier ausfüllen?» Das Vermögen muss bis zum 18. Altersjahr bei den Eltern versteuert werden und du musst nur dein Einkommen angeben. Hast du das nicht am Kurs gehört? «Nein.» Das hat mir damals Herr Meier beigebracht! Ich habe es zwar in der Zwischenzeit wieder vergessen, aber oft lernt man zweimal das Gleiche, man ist ja nicht Sspezialist und beschäftigt sich vornehmlich (und gerne schon gar nicht) mit Steuererklärungen.

Bankbeamte haben es nicht immer einfach. Abgefahrn hat auch einiges erlebt und erzählt das in seinem Blog. Lord Chaos nennt er sich – und schreibt echt satirisch. Manchmal tierischer Ernst. Es Hartz I II III IV auch nicht wenn er vom Advent schreibt.

Und schon sind wir bei der Kirche. Die ist nicht nur für den Advent zuständig. Auch für ihre Kunden. Ich habe es als ehemaliger Kirchgemeinde-Ratspräsident immer und immer wieder gesagt. «Ihr müsst den Kindern, den Jugendlichen mindestens ein ganz positives Erlebnis vermitteln, damit sie sich später, wenn sie eigene Kinder haben, wieder daran erinnern.» Diese Kinder werden einmal die Steuerzahler der Kirche sein. Verliert sie nicht schon bei den Eltern! Die meisten Kirchen wissen dies oder wüssten es zumindest. Das ist nichts anderes als Marketing und die Kirche macht es heute (meist) besser, als die Steuerverwaltung. Bei letzter kann man auch nicht den Austritt geben, nur einen Steuerrekurs schreiben – innert dreissig Tagen. Meine drei Kinder, die verspätet am gleichen Tag die Steuerklärung abgeben (das müsste eigentlich schon stutzig machen – aber IT-Systeme denken nicht) werden vielleicht diese Busse, die rechtlich gesehen ja nur eine Gebühr ist, vielleicht nicht bezahlen – aber die Erinnerung bleibt. Das ist eben Marketing.

Krieg mit China


Menschen denken? Oder die Kriegsindustrie schafft Arbeitsplätze? Stimmen solche Aussagen?

Gestern habe ich vom Wettrüsten im All geschrieben und am Nachmittag den Bericht «Das neue Jahr in China, und was wir von ihm erwarten» von der Deutsche Consult (Asia) erhalten. Darin wird auch das Potenzial eines möglichen Krieges mit Taiwan betrachtet.

Krieg ist eine Angelegenheit, auf die intelligente Menschen verzichten können. Das scheint leider ein Denkfehler zu sein, es sei denn, man interpretiere Intelligenz neu oder man erlaube sich eine Messung oder Nachkontrolle im Einzelfall. Manchmal gibt es solche Nachkontrollen.

«Das Vertrauen der US-Bürger in die Regierungsarbeit von George W. Bush ist einer Umfrage zufolge auf ein Allzeit-Tief gesunken. Nach der einen Tag vor Bushs Rede zur Lage der Nation veröffentlichten Erhebung der Zeitung „Washington Post“ und des Fernsehsenders ABC heissen nur noch 33 Prozent der Amerikaner die Amtsführung des Präsidenten gut … lesen sie weiter in der BAZ

Fangen die Amerikaner wirklich an zu denken? Vermutlich nicht, denn es war selten ein Präsident der USA so umstritten wie Bush – wenn überhaupt. Die «kleinere Hälfte», wie viele das auch immer sind oder waren, hat es schon lange gewusst. Nun heissen nur noch 33 Prozent seine Amtsführung gut. Die Schweiz ist ein neutrales Land und dadurch unser Denkmuster etwas anders gelagert – hier dürfte das Resultat eher gegen Null tendieren, als dass noch jeder Dritte hinter Bush stehen würde.

Leider wird noch oft gehört, dass ein Krieg die Wirtschaft ankurbelt und Arbeitsplätze schafft. Kurzfristig mag dies allenfalls stimmen. Längerfristig wird aber nur angespartes Volksvermögen aufgebraucht ohne dass man einen Nutzen davon hat. Und wenn mit der Zeit weniger Vermögen zur Verfügung steht, fängt man an, irgendwo zu sparen. Irgendwo wird der Konsum zurück gehen und man wird weniger produzieren müssen und einige sind dann überflüssig und landen auf der Strasse. Wer als Krieg führende Nation den unterliegenden Gegner nicht ausplündert hat immer am Ende die wirtschaftlich und volkswirtschaftlich schlechteren Daten aus zuweisen.

Und dies ist alleine die finanzielle Betrachtung. Die menschliche haben wir gar nicht angeschaut. Vielleicht sinkt die Zahl noch unter 33 Prozent. Nicht weil einige zu denken beginnen. Das ist der menschliche Instinkt. Die haben Angst, dass es ihnen in Zukunft schlechter gehen wird. Und je mehr von dieser Angst befallen werden, desto eher geht es den USA wieder besser. Vor allem wenn sie nicht mehr nur sparen, sondern Geld ausgeben – für Sinnvolles, etwas wovon der Endverbraucher einen Nutzen hat.

Sie können auch Brot backen und gleich wegwerfen. Das bringt immerhin noch einen kleinen Nutzen. Tiere fressen das Brot, man kompostiert es zu Erde oder es hat in der Verbrennung noch einen Heizwert. Das vernichtete Brot bringt aber weniger Schaden. Auf beiden Seiten. Hoffen wir, dass zumindest die Chinesen im Jahr des Schweins denken werden. Die Börse weiss es zu schätzen. Und viele andere auch.