Hat der Niesen einen Kittel, wird das Wetter mittel

Der Niesen war der höchste Punkt unserer Männerchorreise. Raten sie mal, wer nebst uns bei diesem Wetter auf dem Berg der Berge war?

Hier die Aussicht, die uns der Berg schenkte.

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Der beste Berg in der Schweiz. Jedes Kind kann den mit drei Strichen zeichnen. Bilder von diesem Musterberg sind anscheinend ganz billig zu ergattern.

Niesenso wird er in der Werbung geschrieben, der Berg für Verrückte. 11 674 Stufen – da wäre eine Rolltreppe angebracht – aber hier kommt mir Portugal in den Sinn oder doch eher Unsinn. Niesen, für jeden etwas anderes, aber versuchen sie doch mal mit so einer modernen multifunktionalen Miniaturtelefonkabine das „N“ rückwärts zu schreiben …

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… der typische Oberländer Tourist kann es garantiert nicht.

Aber gehen wir doch der Reihe nach. Schmiedrued-Walde bis Kaiserstuhl – ja, waren wir da nicht letztes Jahr? Zumindest dem neu-„geborenen“ Grossvater, dem Organisator heuer, hat es damals gefallen … mehr dazu ganz am Schluss. Danke auch an den Mitorganisator Hans. Aus terminlichen Gründen war er im Privatfahrzeug unterwegs … oder ist es unbegründete Angst, mit Urs im Car zu fahren?

Hurra, ich tauche das erste mal ins Meer …

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… und wer produziert dieses Nebelmeer?

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… die Brienzer Rothorn Bahn natürlich. Da war schon Goethe … „Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind„, vermutlich musste er seine Gipfeli nicht 15 Minuten aufbacken lassen und den Handstand machen. Geschnitzt vor dem Restaurant – heute würde er genötigt einen Hiestand zu machen. Die Bedienung stammt auch aus dem Land des Meisters der Farbenlehre von von Goethe – ganz klar, unten hat er Grau!

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Nebelproduktion – wzbw oder qed. Zwei Tage im Berner Oberland wie man sie selten erlebt. Für Nichtkenner etwas mühsam, für mich faszinierend zuzusehen, wie das Wetter unten geformt wird und 1600 Meter höher ganz schön und schnell „zuschlagen“ kann … aber heute ist nicht Bergwandern angesagt.

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Rechts, nördlich übers Augstmatthorn  und dann nach dem Abstieg über den Hogant, da wäre dann nach einem weiteren Abstieg das Ziel des nächsten Nachmittags – „Meer“-ängge. Auf dem Schiff eine Diskussion über das Fachhochschulwesen in der Schweiz und Österreich … der Professor aus Wien pilgert mit seinen Dornbirner Studenten durch die Schweiz. Pilgern, das kenn ich – 95 Punkte um Bern herum (und heute hatte ich – bei Punkt 54 am dritten Tag – keinen Fotoapparat dabei). Sackgasse, die Kirchenfeldbrücke ist zur Fussgängerbrücke herabgestuft worden. Und wer spricht jetzt am Radio – Ralph, der Pilger.

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Beim Pignigplatz oder wie man das schreiben müsste, herrscht Hochbetrieb. Auf der Brücke eine Seilwinde, die Surfer auf der Aare hochreissen bis zur „Hafeneinfahrt“ – ein Dunst von Gletscherwasser ist in unserem Hallauer und auf dem obligaten Schinken garantiert.

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Wo sind die andern? Vermutlich hat einer gedroht, ein Lied anzustimmen. Kein einziges haben wir in den zwei Tagen gesungen. Frauen vor!

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„Niessen“ vor Kälte! Nein, eher feucht warm, fast tropisch. Zumindest auf der andern Seite haben wir bis Bern die Fernsicht genossen, einige Schneehühner und ein Murmeli gesichtet. Von der Sicht her das Faszinierendste was ich bisher auf diesem Berg erlebt habe. November 2009 – rund 300 Meter auf eigenen Füssen, unterstützt von zwei Krücken. Meine erster Ausflug und erst noch auf Schnee. Für mich echt imposanter als knapp zwölftausend Stufen in 59 Minuten. Ein Berg, der Kraft ausübt.

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Ausblick vom Hotel Chemihütte. Grünes Gras noch und nöcher. Haben wir bei uns auch, aber aufgelockert mit geackertem Land. Die Natur zu beobachten ist nicht immer einfach und jeder möchte das Wetter so haben, wie er es sich wünscht oder vielleicht auch verdient. Für mich ist 2018 der schönste Sommer, den ich je erlebt habe. Zeit zum Trinken und Essen gab es genügend. Wir haben die zwei Tage genossen.

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Am Morgen erstaunt mich die Chefin. Sieht man mir den Pomelkophilen an? Zumindest habe ich noch nie so viele gleiche Kronkorkenheber auf einmal gesehen – verschiedene schon. Vermutlich hat sie mitbekommen, dass ich mich nach dem Hättenberger, Ostermundigen erkundigt habe. Einen Wein aus Ostermundigen – ja, gepflanzt vor 19 Jahren – feiner, leichter Pinot. Ohne Holzfass würde ich meinen.

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Nach dem mehr als ausgiebigen Frühstück gab es Früchte … zum Anschauen oder Kaufen im Tropenhaus Frutigen. Muss wohl so sein, dass der erste Link auf Englisch ist. Andere wollen auf Franz wissen, wie diese Frucht heisst – Carambole. Auf Montbautier soll es keine solche geben. Ob ich wisse, wo das ist? Klar, war auf dem oberer Stierenberg im Landdienst. Bei Samuel oder Walter? Die Welt ist klein. Aber eh noch im Kanton Bern. Einen Steinwurf vom Jura entfernt. Franz gelernt habe ich nicht. Damals sprachen alle dort Deutsch. Die Früchte sehen toll aus.  Die Karambole – lieber nur anschauen, denn essen. Diese Frucht kann tödlich sein. Den Tod, den kennt man hier aus Erfahrung. Im Männerchor samt Anhang hört man Unbequemes – teuer (muss wohl so sein), Restaurant für geschlossenen Anlass reserviert und die vermutlich beste aller Früchte, die Cherimoya gedeiht hier nicht richtig … so zumindest die Informationen unter vorgehaltener Hand. Aber über die Stör- und Pendlerzucht habe ich ja schon mal geschrieben.

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Swiss Mountain Single Malt Whisky – der eine im Tropenhaus gelagert, sein vermutlich teurerer Bruder im Gletscher – Rauchgeschmack, wie der zum probieren aufgestellte Stör am Zahnstocher – Holzgeschmack, aber sicher nicht vom Zahnstocher – eher schottische Gartenerde und Eichengeschmack.

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Stör mich nicht … von Hand greifen kann man diese Fische …

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… und der Buntreiher liesse sich gar in eine Blumenvase einsperren.

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Ueli knipst einen Murmel. Murmel? Das sind doch Ribblinge, Märmeli. Pluder uf vier! Hier ist die Datenschnüffelei von Googel überfordert.

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Hier stampfen die Viecher sogar durchs Fressen. Kennen sie dieses Hochalpentier mit dem schönen Fell? Beiz geschlossen, Chauffeur Urs ist da – also, etwas thun – ab nach Tun.

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Die nächste Sekunde erahnen sie wohl …

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… oberhalb des Wehrs macht man sich ganz andere Sorgen … und noch mehr Schifffahrer, 15 cm mehr Wasser von BLS gefordert.

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Vielleicht Milch von Pauls Kühen. Sieben Jahre hatte er jetzt Zeit, den Unterschied zwischen seinen milchgebenden und den schwarzen in Südfrankreich herauszufinden. Der letzte Satz in diesem Beitrag gilt immer noch – mit Begleitung.

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Typisches Glacesieb beim Aufstieg …

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… zum Schloss Thun. Stress pur, nicht mal Zeit für ein Bier gefunden. War das erste mal da oben. Sicher nicht das erste mal in Thun. „Neuland“ erkundet, dank der ortskundigen Rebeka. War toll und Bier wurde nachgeholt … ab in den Kemmeriboden

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… aber zuerst noch einen Alpabzug miterleben – so als Ersatz für denjenigen im Suldtal, den wir am Samstag verpassten. Übrigens, die komisch geformten Dinger um den Kopfschmuck zu befestigen, sind Hörner wie wir sie im Berner Oberland praktisch immer gesehen haben. Ja, am 25.11. ist die Hornkuh-Initiative über das Kuhhorn.

Trauffer Kühe

„Müeh mit de Chüeh“ hat Marc A Trauffer keine – hat er solche ohne Hörnern? In Brienz mit, in Thun ohne Hörner – beide mit Euter.

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Fast dreihundert Franken pro Meringe. Gab es da nicht so was, wie zu viel kassierte Subventionen bei den Postautos – da wird wohl einiges in Zukunft gewendet.

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Gelangweilt? Sicher nicht – aber vermutlich zu viel Chemmeriboden-Meringue gegessen.

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Dessert und Kaffee wurden vom Organisator Paul gesponsert – er wurde Grossvater. Merci und herzliche Gratulation an Mutter Angela und Vater Daniel …

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… und dem vier Tage alten Matheo Ulf alles Gute auf den Lebensweg. Vergessen sie auch immer die Namen? Matheo wohnt in der Matt und auf dem Bild ist er unsichtbar, in ein Tuch gehüllt – „Mein unsichtbarer Freund“ – auf Englisch Day-O, gleich wie der Banana Boat Song von Harry Belafonte.

Dann noch schnell Handling Tips for Safe Baby – der rechts ist auf einem Bauernhof besonders wichtig:

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17. Nerhafstiekhcilkcihcseg-Nerotkart Relatredeur

Rückwärtsfahren war nebst vielen anderen Begabungen am 17. Ruedertaler Traktoren-Geschicklichkeitsfahren des Männerchors Schmiedrued gefragt.

Diese Wörter rückwärts zu schreiben ist relativ gesehen einfach, aber nennen wir das Geschicklichkeitsfahren doch einfach 17. RTG. Acht Posten mussten absolviert werden. Einige hatten nur sieben Posten, denn es konnten nicht alle fischen. Ja, mit dem Traktor zu fischen scheint nicht ganz einfach zu sein. Mit Pannen müssen auch wir mal rechnen, deshalb wurden nur sieben Posten bewertet. Zudem war das Wetter viel zu gut – Heuwetter, nicht Fischwetter. Das nächste Mal wünschen wir uns am Freitag und am Montag Regenwetter und dass das Gras noch nicht zum Schneiden ist. Trotzdem kamen viele Zuschauer und fast 80 Fahrerinnen und Fahrer und vermutlich viele nur zum Spaghetti-Plausch am Abend, falls sie überhaupt den Parkplatz gefunden haben.

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Rückwärtsfahren war nicht überall gefragt. Beim Kegeln wurde nur gezählt, wie viele Kegel bis zum Einlegen des Rückwärtsganges oder bis zum Ballstillstand  umgefallen waren. Lange musste ich am Sonntag hören, dass Null Strafpunkte hier gar nicht möglich seien. Theoretisch war mir die Lösung klar, aber es muss ein Trick angewandt werden. Der wird nicht verraten, damit allenfalls beim 18. RTG wieder studiert werden muss. Nur zwei haben es geschafft. Ein Junior in wenigen Sekunden. Der spektakulärste Posten, wo der Traktor mehrere Sekunden auf der Wippe in der Schwebe gehalten werden muss, schaffte genau ein Drittel des Fahrerfeldes.

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Frischkopf machte seinem Namen alle Ehre. Er war der Einzige, der die Theoriefragen fehlerlos löste und trotzdem war es im Durchschnitt gesehen der einfachste Posten. Überdurchschnittlich gut haben die Damen hier abgeschnitten. Das wären ja eigentlich gute Voraussetzungen, um unseren Unterhaltungsabend zu unterstützen und Seemannslieder mit zu singen. Mehr auf www.chor-rued.ch.

Das beste Gesamtergebnis erzielte Serge Hunziker aus Oberkulm und der Gesamtzweite, ist der Erste der dreizehn Junioren, Sandro Willimann aus Beromünster. Bei den Damen gewann Michèle Hunziker aus Oberkulm. Ob sie wohl einen guten Trainer hat? Zehn Prozent der Teilnehmer stellen die Damen. Vermutlich werden es in Zukunft immer mehr. Niemand ging leer aus, alle erhalten einen schönen Preis. Hier die Spitzenplätze:

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Der dritte Senior (?!) war bei der Gewinnverteilung am heuen.

Ein spezielles Dankeschön allen Teilnehmern, den Sponsoren, dem OK-Präsidenten Erwin Schmid und dem Traktoren-Obmann Willy Bolliger. Letzterer gab mir auch am Samstag Dispens, denn ich wollte zur Vorstellung des Buches „Talgeschichte Rued“. Zumindest wegen einer Überlegung: „Die Vermutung liegt nahe: die Hammerschmitte wurde 1430 und nicht erst im 17. Jahrhundert erbaut.

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Keine(r) zu klein, TraktorfahrerIn zu sein – vielleicht gar auf einem Hans Hirsch (John Deer).

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Einer der Jüngeren …

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… und stellvertretend einer der Älteren, ein Hürlimann aus Wil/SG.

 

Hammerschmitte – Korrektur der Tal-Geschichtsschrei-bung?

Die Hammerschmitte Schmiedrued wurde das erste Mal im 17. Jahrhundert erwähnt. Das heisst aber nicht, dass mein Haus nicht doch im Jahre 1430 seinen Ursprung hatte, wie es heute noch über der Eingangstüre steht.

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Geschichte“ zählt zu den nicht exakten Wissenschaften – also unexakt. Verwirrlich? Wie meine Beiträge? Eigentlich süffig zu lesen, aber bitte konzentrieren sie sich. Es hat immer viele Fakten, denen sie folgen sollten. Die Bibel zum Beispiel ist auch nicht immer ganz exakt – Geschichte, die in 1335 Jahren geschrieben wurde. Ziemlich genau ein Zehntel davon wurde für das Neue Testament gebraucht. Garantiert exakter, als das Alte Testament. Einige glauben alles, was in diesem, vermutlich meistgedrucktem Buch der Welt steht. Andere glauben zum Teil nicht ganz alles. Wie ist das nun schon mal mit der Rippe, die Adam hergeben musste, damit Eva daraus entstehen konnte? Haben sie ihm nun ein Rippenpaar herausgenommen oder nur einseitig eine Rippe? Müssten dann Männer nicht 11 oder 11 1/2 Rippenpaare besitzen? Und die Frauen? Na ja, es gibt im Verlaufe der Zeit ja Genmutationen und darum haben heute rund ein Prozent der Menschen nebst den 12 Rippenpaaren noch Halsrippen, eine Skelettanomalie, die vielfach nur einseitig ist. Normalerweise beschwerdefrei. Geschichte ist wie Geschichten, nicht ganz einfach zum Nacherzählen. Analysieren ist angesagt. Mein Spezialgebiet.

Bleiben wir beim Glauben. Ratssitzung in Langenthal und ich als Kirchgemeinderatspräsident, heute heisst das CEO Church, musste den Lokalhistoriker, unseren liberalen Pfarrer Kurth, tadeln. Simon, du hast deinen Berufskollegen Hans im historischen Jahrbuch (zum Glück im Zwischenjahr, wo nur 50 Bücher gedruckt werden) diffamiert. Mich, als Organisator eigentlich auch. Sorry, ich wiederhole mich. 6000 Paar Schuhe vor dem Bundeshaus – 1000 Paar Schuhe in der Märitgasse Langenthal – und gut 400 davon gingen am nächsten Tag nach Tschernobyl. Die Frage auch in diesem Beitrag, ob richtig informiert wurde. Ganz sicher keine WEF-Gegner, wie der Historiker schrieb. Mit dem Public Eye haben wir zusammen gespannt – bin heute noch Mitglied.

Fazit, Historiker können manchmal nicht einmal die Gegenwart beurteilen, geschweige denn die Vergangenheit und erst Recht nicht die Zukunft. Die Gegenwart zu beschreiben ist auch Ansichtssache, jeder hat seine eigene Meinung. Denken sie nur an die russische oder amerikanische Ansicht von einigen heutigen Gegebenheiten.

Und wer konnte 1430 im Ruedertal schon schreiben. Der Pfarrer! Katholik, den die Reformation kam erst im nächsten Jahrhundert und Berner – wie ich. 1415 haben meine Kantonsgenossen die Österreicher auch aus diesem Tal vertrieben. Im Grunde genommen sind Pfarrer für Frieden, obschon es bis auf El Salvador nur einen Krieg gab, der nicht aus Glaubensgründen seinen Ursprung fand. 1430 wurde auch die Buchdruckerkunst erfunden – das Blockbuch, welches zwanzig Jahre später durch Johannes Gutenberg mit den beweglichen Lettern ergänzt wurde. Wie sollten diese grandiosen Erfindungen in den Ersteheungsjahren ins Ruedertal kommen, wo es praktisch keine Einwohner gab. Eher undenkbar.

Festzuhalten wäre ja eigentlich auch am heutigen Tag, dass gestern, am 15. Juni 2018 mein 9. Geburtstag war und die Schweizer Politik die wohl traurigste Mitteilung in den Medien der Schweizer Geschichte – keine Geschichte – getroffen hat. „Der Bundesrat verscherbelt Schweizer Prinzipien.“ Silentium, ganz fest traurig! Arbeitslose sind mindestens vier Bundesräten wichtiger, als Tote in Ländern, die einen Bürgerkrieg führen.

Waffenherstellung, da kommen wir wieder auf die Hammerschmitte zu sprechen. Entschuldigen sie, wenn sie in einem Link manchmal nicht so schnell zur Antwort kommen. Historikern und Analysten ergeht es nicht anders. Warum wurde die Hammerschmitte hier, wo sie heute steht, gebaut? Die Frage, die an etliche Kenner, selbstverständlich auch Historikern, gestellt wurde. Einhellige Antwort: „Wegen des Wassers!“ Sicher nicht, denn es ist der zweit dümmste Standort im Tal, das seit 1429 den Habsburg treuen Herren von Rüssegg nach einem Erbschaftsstreit gehört. Zwischen Schmiedrued und Walde wäre der Bau noch blöder gewesen, denn dort müsste man rund 50 Höhenmeter überwinden, bis ein Haus ob der Rued, unserem Talbach, gebaut werden könnte. Die Hammerschmitte liegt einige Meter über der Rüederchen, wie das Flüsschen offiziell heisst. Ein acht bis zehn Meter hohes Wasserrad, das wäre die Lösung gewesen. Total idiotisch, denn sie konnten irgendwo im Tal bauen, wo ein Wasserrad wirklich Sinn gemacht hätte. Aber was macht der Habsburger, der nun im Bernbiet eine Exklave besitzt. Er baute an der engsten Stelle, die westlich einen fast unüberwindbaren Hang angrenzend zum Bach hat und östlich rund zehn Meter überblickbarer Freiraum, bis der Hang beginnt. Und was baut er, umgeben von Feindesland. Eine Trutzburg. Am besten eine normale Schmitte, weil die Technik der Hammerschmiede noch gar nicht erfunden war. Wieso? Weil man hier Waffen, Rüstungen und Hufeisen schmieden kann um den Feind abzuwehren. Der beste strategische Punkt um abzuschotten und das ganze Tal hat den Nichtbernern gehört. Aber die Marchsteine, zumindest an unserer Gemeidegrenze, tragen immer noch das Berner Wappen.

Um solch ein Riegelhaus, ein Fachwerkhaus zu bauen, braucht man Tannenbalken. Wo hernehmen? 1430 gab es im Mittelland keine Tannen. Auch  nicht im Jura. Die gab es damals nur ab einer Höhe von 1400 Metern. Nicht mal im Napfgebiet gab es Tannen. Wie Neophyten wurden die eingeführt. Als Bauholz, denn wesentlich besser geeignet, als das brüchige Laubholz, das hier wuchs. Wo hernehmen? Im Berner Oberland und durch Feindesgebiet transportieren? Einfach war es sicher, das in den zentralschweizerischen Gebirgswäldern zu fällen, über den Vierwaldstättersee zu flössen, nach Honau zu transportieren um eine Brücke zu bauen und im gleichen Jahr 1430 von den gleichen Besitzern nach Schmiedrued zu fergen.

Übrigens, die beiden Gebiete sind auch heute noch stark verfeindet. Strassenzoll wird nicht nur auf den Autobahnen den Ausländern und den ehemaligen, wie Aargauern und Bernern auf ganz fiese Art abgeknüpft. Die Bauwut wütet immer noch, vor allem der öffentliche Strassenbau. Auf der einen Seite wird begradigt und am andern Bachufer gekreiselt, geampelt und wo nichts gemacht wird, da entfernt man nach Jahrzehnten die 60-iger-Tafel und lässt die selten Durchfahrenden mit der gewohnten Geschwindigkeit, die auch auf dem GPS abzulesen ist, ahnungslos auf den Blitz am Ende der breiten Strecke reinrasseln. Auch bei Google ist noch Sechzig zu sehen. Abriss pur, Budgetaufbesserung. Bei der Luzerner Polizei scheint es heute noch Katzenstrecker zu haben. Die Stadt Bern zum Beispiel hat pro 30 Meter ein Signal aufgestellt. In Luzern dürften es heute mehr sein. Um 1430 hätte man vermutlich den Morgenstern oder die Hellebarde genommen und nicht den „Schmierlappen“ aus dem Fussvolk verdroschen, sondern den Landvogt. Heute tippen wir dann den IBAN-Code ein, suchen eine immer seltener werdende Poststellen auf und lesen auf der Mitteilung, dass man genau 60 gemessen hat, überweist CHF 40 und ist eigentlich froh, dass Mann seit 11 Jahren nie mehr die Schweizer Bussenkasse füllen musste. Andere Zeiten, andere Sitten und nicht die gleichen Geschwindigkeiten.

Die Historiker waren bisher im Glauben, dass der Name Schmiedrued von einer ganz normalen landwirtschaftlichen Schmiede her rührte. Dann gäbe es in der Schweiz etliche hundert Ortschaften wie Schmiedrued, Schmiedsuhre, Schmiedwyhne, Schmiedaare, Schmiedrhein, Forge…, tramer… ,Fucina … es gibt vielleicht fünfzig Ortschaften oder Ortsteile, die irgendwie auf eine Schmiede zurück geführt werden können. Auf eine Ortschaft kommen wir noch zurück.

Kommen wir aber wieder auf den Pfarrer zurück. Der ist für Frieden! Wieso soll der strategische, militärische Notizen aufschreiben. Strategische Dinge werden eh geheim gehalten. Denken sie nur an die P-26. Hier verschwinden sogar die Akten in unserer Zeit. Vielleicht kann nicht mal mehr bewiesen werden, dass ich auf der 2. Liste dieser sogenannten Geheimarmee bin. Angefangen hat meine „Laufbahn“ in Schmitten, als ich den Korpskommandanten Zumstein „supponiert“ erschossen habe und aufgehört, als Cattelan auf meine Frage, ob ich auf jener 2. Liste sei, meinen Vornamen kannte.

Heute wird viel geschrieben und noch viel mehr verlegt. Meine Baugesuchsakten für den Anbau des Pelletlagers der Hammerschmitte lieferte ich in Kopien der Gemeinde. Wieso? Weil sie dieselben nicht mehr fand – der Bau war schon lange bewilligt worden. Das liegt einige Jahre zurück, wo man die Aufzeichnungen nicht mehr fand und nicht Jahrhunderte. Zudem sollte heute davon ausgegangen werden, dass alle auf einer Gemeindeverwaltung lesen und schreiben können. Zugegeben, die eigene Schrift kann ich manchmal auch nicht mehr lesen.

Vor kurzem erschien das Buch „Talgeschichte Rued“ von Widmer-Dean und Bolliger – ISBN-Nummer finde ich keine, aber das Buch ist für CHF 45.– in den Einwohnergemeinden Schmiedrued und Schlossrued erhältlich. Ein wirklich tolles Buch. Einer, der als Sponsor auftreten wollte, fehlt. Mein Name und www.hammerschmitte.ch ging verloren. Zufall? Solche gibt es nicht. Man hat von meinem Mail gesprochen, aber es ging „unter“. 2018! Und wie bitte, wollen sie aus dem Jahre 1430 etwas finden? Über ein Haus in dem noch römische Ziegelsteine verbaut wurden! Aber das Schöne an der ganzen heutigen Geschichte, im digitalen Zeitalter, ich habe dafür als erster das Buch an der Vernissage geschenkt erhalten. Mit allen fünf Unterschriften von denen, die mitgewirkt haben. Danke. Auch dafür, dass meine obigen Gedanken in kürzerer Form im Buch beschrieben sind.

Die Vermutung liegt nahe: die Hammerschmitte wurde 1430 und nicht erst im 17. Jahrhundert erbaut.

Letztes Jahr wurde durch Werner Maurer, Lützelflüh ein Büchlein herausgegeben: „MAURER – Eine Schmiede-Dynastie und ihre Hammerschmiede in Schmiedrued. Verfasst hat das 52 seitige Werk Rolf Bolliger mit vielen interessanten Details, Plänen und Bildern der Hammerschmitte und die verschiedenen früher dazu gehörenden Häuser.

Und was würde am heutigen Tag näher liegen, als einige Bilder aus der restaurierten Hammerschmitte Seengen zu veröffentlichen? Wobei die Frage im Raum stand, ob die vier Hämmer aus der Hammerschmiede Schmiedrued vor gut einem halben Jahrhundert nach Seengen kamen. Eine Denksportaufgabe für die Denkmalpflege und die Hammerschmiede Seengen.

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Der Plan der Hämmer der Hammerschmitte Schmiedrued, die ungefähr im Jahre 1913 stillgelegt wurden. Einige unserer Talbewohner wollen wissen, dass diese nach Seengen gebracht wurde. Die Dokumentation der Denkmalpflege Aargau wurde in Seengen begutachtet. Simon Oehrli, der Erbauer der neuen Welle …

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… in Seengen meinte: Absolut denkbar, dass diese hier in anderer Reihenfolge eingebaut wurden.

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Erste Demonstration der Hämmer in Seengen für die „Fronmitarbeiter“, die rund zwei Jahre Mannstunden geleistet haben.

Video vor dem Wellenbruch im Jahre 2007.

Und wenn ich schon über die Talgeschichte am Schreiben bin, dann doch noch einige Bemerkungen zur Predigt vom Sonntag mit der anschliessenden Kirchgemeindeversammlung. Ich fühle wie mich fast in einer Predigt mit Pater Braun. Während des Segens, wo das Licht erwähnt wird, kommen die ersten Sonnenstrahlen durchs Kirchenfenster. Irgendwie ein Zeichen. An der Versammlung wird das neue Kirchensignet vorgestellt und die neue Webseite – hier die noch nicht definitive Seite.

Signet reformierte Kirche Rued

Ein schönes Signet in den Kantonsfarben des Aargaus. Das Blau ist etwas dezenter und vermutlich muss die Kirche neu gedeckt werden – mit blauen Ziegeln.

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180 Jahre „Ewigi Liebi“ und Ausserirdische

„Lieder die von Herzen kommen“ – der Männcherchor Schmiedrued unter Leitung von Anastasija Kadiša und die Theatergruppe beschäftigen sich am Unterhaltungsabend mit ausserirdischen „Erscheinungen“.

„Das Zitat des russischen Wissenschaftlers Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski, einem der Begründer der modernen Raumfahrt, bildet den Abschluss der Performance: «(…) es stellt sich heraus, dass das Leben, d.h., das Lebensgefühl nur eine trübe Null, ins Schaukeln angetriebene Nichts, unausgewogene Ruhe ist».“ So ist es im Internet bei unserer heutigen Dirigentin zu finden. Alle heben heute von der Erde ab … oder besuchen die blaue Kugel.

Fotoapparat nicht vergessen, irgendjemanden suchen, der damit umgehen kann, der so mutig oder fahrlässig ist, dieses Ding eines Heavy Metall Konglomerats zu bedienen, mittlerweile mit dem dritten Objektiv. Aber noch schnell mal eine Probeaufnahme.

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Vor dem Einsingen schon die ersten Marsmenschen. Nur, die machen Mut. Beim Einturnen. „Die Töne müssen weit ins Weltall raus!“ Am besten zu den Ausserirdischen. Lars kam dann sogar ans Theater. Wir müssen jetzt dann zwei Stunden stehen … singen ist dabei wie Erholung. Für den einen oder anderen ist das ein Martyrium. Zumindest einer freut sich, dass er das wieder schafft. „Ewigi Liebi“. Eine hält sich tapfer, ihr ist nichts anzumerken. Wir kondolieren, letzte Woche ist ihr Vater verstorben. Sie singt mit uns ein, übt die Lieder, manchmal holpert es noch. Kommt das wohl am Konzert gut raus? Garantiert. Das Echo war super. Die Lieder gefallen. Nur ein Insider meint, wir sollten etwas mehr Leben, Bewegung auf der Bühne zeigen, damit die Zuschauer auch mitmachen. Notiert!

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Anastasija und Elisabeth Rampini aus Schlossrued, die uns am Klavier begleitet. „Sag Dankeschön mit roten Rosen“ und beiden wünsche ich „An Hauff-en“ Glück.

Und ich sag Dankeschön ab obiger Aufnahme – mit einer zweiten roten Rose für einen Engel – an  Angela di Ruggiero und Peter Lindenmann, „Strahlender Funke Göttlichen Glanzes!“, unser früherer Dirigent. Super, die beiden haben bei mir einen einminütigen Crashkurs absolviert und am Freitagabend für uns fotografiert.

Ausserirdisches. Wir singen Lieder die von Herzen kommen – ihr Dirigenten bewegt euch eher in Musik, die vom Bauch aus kommt. Wieso machen wir nicht mal einen Unterhaltungsabend in dieser total modernen Welt. Moderne Klassik, das ist anspruchsvoll. Ebenso moderner Jazz. Die Leute wünschen Rhythmus, sind süchtig (hooked) nach eintönigem Takt. Nebst „Äugelei“ liegt Anastasia auch das Wasser. Kurz vorher auf dem Pausenplatz. Unsere jüngste treueste Helferin läuft der aufgezeichneten Schweizergrenze nach. Sie will spielen, ich sollte arbeiten. Ich erzähle ihr vom heutigen Mail an Andrea Vogel, der als erster die Schweiz umrundet hat – 11 Viertausender an einem Tag. Am 20.2. nimmt er es gemütlicher. Schaue mir Andreas Fotos übers Wasser im Gletschergarten an. Eintauchen und hören was der Weltraumforscher im Referat zu Wasser erzählt.

Zugegeben, wir singen ja auch Lieder, wie „so es schöns Panorama„, das vermutlich im 3. Jahrtausend entstanden ist. Wär hets erfunde? Das Ricola-Original, das auch heute Abend verschlungen wurde – kennen wir. Aber ChueLee, nicht immer ewige Liebe, greifen auch mal auf einen ganz alten min Traktor zurück. Johnny Wakelin … in Zaire … das ist auch heute noch meine Welt, mein blauer Planet … vermutlich als DJ zig-mal aufgelegt …

… extended version … hier freut sich ganz speziell Marcel, 2. und  aushilfsweise auch 1. Tenor, Gitarrist und vor dem Einsingen benützt er eine Holzkiste als Bongo …

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… der erste von Links, er verlässt uns, zieht ins Fricktal. Er war nicht solange dabei wie Bruno Dätwyler und Max Hunziker (vor den Frucht-Gemüse-Teigwaren-etc-Körben), die erst ihr 40-jähriges Jubliäum beim Männerchor Schmiedrued feiern konnten. Erst?

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Ernst Häfel, nicht mehr aktiv und Martin Hunziker gratulieren sich zu je 50 Jahre Männerchor Schmiedrued. Seit 1967! Ich glaube, da hatte ich noch nicht einmal den Stimmbruch. Vier Jubilare bringen es auf 180 Jubel-Jahre. Herzliche Gratulation.

Wie immer, wir sind absolut polyglott. „Quattro cavai che trottano“ – von Pferden soll das Lied handeln. Cavalli heissen doch diese auf Italienisch. Die Lyrik zum Übersetzten  sprengt jeden Link. Versuchen sie’s. „Widder“, meint Google. Na ja, das Lied handelt vom Krieg, von Liebe und von Wein. Zumindest singt Berti von Sardellen und einem Boot am Strand. Deutsche Sprache, schwierige Sprache – den Komponisten Oscar Tschuor finde ich auf Holländisch – dabei hat er einige ganz bekannte Schweizer Lieder komponiert. Das nächste Mal singen wir vielleicht „la Pastorella“ – die Hirtin – von Vico Torriani. Keine Energie mehr mit Übersetzten verlieren, vielleicht klärt sich das ganze am Samstag – Internationaler Energiespartag. Verpasst haben sie nichts. Wir bieten mehr.

Na ja, es wurde Sonntag, bis das Cavai-Rätsel gelöst wurde. Heidi hat meinen Part übernommen, am frühmorgentlichen Aufräumen. Ich habe mich in Langenthal herumgeschlagen. Ansichtskartenbörse. Der Italiensammler weiss Rat. Cavai ist Tessiner Mundart für Pferde. Edgar wollte wissen, was wir auf dem Menü hatten. Bratwurst. Er spricht wie ein Aargauer und wollte in Bern mal eine Brotwurscht vom Grill. Das war dem Koch zu viel. Was, eine Wurst aus Brot? Dann soll er doch ein Schnitzel bestellen. Es gab sogar noch eines für mich zum Mittagessen. Und einen Schock. Erwin erklärte, dass das sein letzter Unterhaltungsabend war. In einem Monat ist er pensioniert und dann kommt Reto ans Ruder. Danke für die 20 Jahre intensive Arbeit von Erwin Schmid als Präsident, Kassier und und und.

„Ewigi Liebi“ – darüber habe ich schon geschrieben (78) und schön, für welche es gilt. Immerhin 29 Jahre bei mir und schön, wenn mann es noch einmal steigern könnte. „Das cha nur Liebi si“ – das Original, zumindest aus der Heimat meines Vaters. Das schönste Lied des Abend und „Goodbye my Love, Goodbye“ das bekannteste, das Demnis Roussos zum Durchbruch verhalf. Wir sangen Lieder die von Herzen kommen.

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Markus Stirnimann erzählte dazwischen aus „seinem Leben“ verschiedene Witze und hatte die Lacher auf seiner Seite. „Wer hat heute Geburtstag?“ Frieda erst morgen. „Dann müssen wir nicht Happy Birthday singen, sondern hüa ho alter Schimmel hüa ho.“ Seine Mutter hat übrigens die Antibabypille ins Nasenloch gestopft, damit sie keine Schnudergofen bekomm. Sie mussten am Tisch auch nicht beten, denn seine Mutter konnte gut kochen. Der Lehrer in der vierten Klasse zu Markus. „Was ist ‚ich hätte nicht geboren werden sollen‘ für eine Form?“ „Zweites Präservativ defekt.“ Die ganz struben wage ich nicht wieder zu geben. Einer fällt bei Rot an jeder Ampel mit dem Motorrad um. Markus, auf dem Velo, frägt beim fünften Rot, wieso er immer umfalle. „Ich wurde eben geschieden und meiner Frau wurde der Seitenwagen zugesprochen.“ Er wollte einen 5-er und einen 3-er Bohrer, um ein 8-er-Loch zu machen. „Nimm doch einen 4-er. Dann brauchst du nur einen und nicht zu wechseln.“

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Die Theatercrew unter der Leitung von Lotti Giger spielte den Galaktischen Schwank „Bsuech vom Mars“ von Nick Hasler und Lukas Bühler.

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Die Regie führende Anni Bürli und die beiden Ausserirdischen Lars, Katharina Schlatter und Seppi, alias Willy, Grossackerbauer und 1. Tenor.

Werner Stalder hat uns auch besucht und möchte frühzeitig zurück ins Altersheim des Spitals. Die haben keine Ahnung, wer den Krankentransport mit seinem grossen Rollstuhl, dessen Hebel er mit dem Kinn bedienen kann, durchführt. In Menziken scheint es auch einige Ausserirdische zu geben. „Rote Rosen“, das hat mir am besten gefallen. Jede Frau im Saal hat eine erhalten. Werner ging mit fünf nach Hause. Er freute sich darüber und über den gelungenen Abend. Er ist einer unserer treusten Fans. Merci und alles Gute. Anschliessend spielte Fäger Hampi zum Tanz auf bis in den frühen Morgen.

Hier noch die Beiträge von Frieda Steffen im Wynetaler Blatt:

eins –   zwei –   drei

Engel reisen zu den Weinbergschnecken

Der Männerchor war wie alle Jahre wieder mal auf Reisen. Ob der Zweitagesausflug auf den Kaiserstuhl gut war, müssen sie die andern fragen.

Der Beitrag ist etwas wohl ausführlich, aber eignet sich, um eine solche Reise noch einmal zu erleben – vorzugsweise mit andern Leuten. Und wenn sie „klauen“ wollen, kontaktieren sie mich … es gibt noch einiges, das nicht hier zu finden ist. Abstimmen muss man auf die Teilnehmer … bei uns mehrheitlich Biertrinker … und sie kamen auch auf ihre Rechnung.

Wär hets organisiert? Stephan und Josef und deshalb danke ich an dieser Stelle allen andern, nur mir nicht. Josef schon, der schreibt ja nicht den Beitrag … aber Mails und telefoniert damit alles klappt. Gut drei Mails pro Teilnehmer, denn wir wagen uns in eine Gegend vor, wo es nicht allzu viele Gruppenreisen gibt und das grösste Hotel vor Ort wurde eben umgebaut. Die Antwort von der Stadt Breisach wird wohl nie kommen, denn das Best im Western gab vermutlich keine Infos an den neuen Besitzer weiter. Eigentlich das Beste, was uns hier in der Hochsaison während der Traubenlese geschehen konnten.

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Wär hets erfunde? Ricola. Hier gab es nach dem Überqueren des Passwang den ersten Halt. Der vermutlich grösste industrielle Stampflehmbau der Welt, das Kräuterzentrum , wurde von aussen betrachtet. Aus hygienischen Gründen ist eine Fabrikbesichtigung nicht möglich.

Wenn wir schon bei der Hygiene sind, das zweite bekannte Unternehmen in Laufen, früher Kanton Bern, heute Basel-Land, ist eben Laufen, das seit fast 20 Jahren dem spanischen Roca-Konzern gehört. Wer hier nicht sattelfest ist, in welchem Kanton er sich befindet, ist in guter Gesellschaft. Das Wochenende wurde wieder ein Pflock eingeschlagen. „Abgeschlossen!“ Ich denke nicht, denn die „Juraübung“ dauert jetzt schon zweihundert Jahre – 202 genau, Wien lässt grüssen. Seit Verlassen der Autobahn hätte ich nur über Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, erzählen können. Eine etwas „hinterlistige“ industriegeschichtsträchtige Angelegenheit im Intimbereich. Papierfabrik Balsthal, Tela, Attisholz Holding und Borregaard, Hakle, Kimberly Clark und die indische Saber. Echt intim, wer da voll durchblickt. Und da wären noch die verschiedenen von Roll Fabriken zu erwähnen, die dafür besorgt sind oder waren, dass das Spülwasser angeliefert wird.

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Singen ohne Ricola, das geht bei uns nicht. Vermutlich  haben wir auf der Reise nie gesungen, weil wir hier einen ganzen Stoffsack der  Geschmacksrichtung Gletschermünze geniessen konnten. Von den beigemischten neuen Kräuter-Caramel hat vermutlich nicht jeder probieren können – die waren extrem schnell weg. Nur, das gewohnte Original mit 13 Kräutern bringt Männerstimmen anscheinend zum Tönen. Ja, wer verkauft schon über die chinesischen Onlineshops? Ricola ist schon bei Alibaba dabei. Sogar für Frauen findet sich ein praktisches Ricola-Zubehör. Wie anhin geniessen, wird wohl weniger umständlich sein.

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Im Bund ist in seinem Beitrag – ein Tag nach unserem Besuch – ein aktuelleres Bild des Kräuterzentrums von innen zu sehen. Meines entstand kurz vor der Eröffnung. Wenn sie an Lehm interessiert sind, hier die brandneue Pressemitteilung für die „Wahre Erde“. Die letzten beiden Links werden in unsere Geschichte eingehen. Wetten? Migros wird seine Produkte in China mit Kaola verkaufen. Das ist kein Witz. Unser Reisewochenende wird die Welt nicht vergessen. Ja, wenn Engel reisen …

… derweil unser Cardriver Claudio etwas aufgeregt nach einem Ersatz-Kabel für das GPS suchte und den zugeteilten Parkplatz nicht berücksichtigte. Missachtung von Ricolas Befehl. Im Militär würde er jetzt eine Woche zu Fuss gehen … Spass beiseite, wir hatten den Plausch und er auch. „Solange ohne Autobahn bin ich noch nie gefahren“ und das hat er am Ende via Mikrofon erzählt. Nach dem Mittagessen im dritten Land konnte ihm ein Klaus eine Garage vermitteln, die so ein altes Kabel an Lager hatte. Da liegt nun auch schon ein Dezennium dazwischen und heute haben wir noch viel mehr Leistung in einem Handy oder wie das Zeugs heute heisst. Nur, immer haben alle Probleme mit Apfel und Kohorten. Und Schreiben war vor 500 Jahren mit dem Federkiel schneller. Das Leimental hat auch seine Tücken und im Elsass könnte man sich streiten, ob vor uns die Vogesen oder der Schwarzwald in der Ferne ersichtlich sind, wenn man „querfeldein“ und nicht über Basel reisen möchte. Ein Ratschlag, vergesst ab und zu mal die moderne Technik und macht auf einer längeren Reise einfach Kopfakrobatik. Zugvögel haben das immer im Griff … na ja, wir haben restlos alles in der festgesetzten Zeit gefunden.

Mann und frau hätte ja einen Kräutertee beim Benediktiner Kloster Mariastein geniessen können. Oder einen St. Anna WeinMarechal Foch, Pinot Noir, Regent und ab und zu gibt es auch einen Cuvée. Einen mit Foxton? Nein, das lasse ich sein, es wird heute noch eine Neuzüchtung zum Trinken geben. Im Rebberg hinter dem Kloster sind geschätzte 1000 Rebstöcke. Keiner geht hin und dann ab in die Kirche. Oh weia, eine ausserordentliche Predigt und mindestens fünf in „Vollmontur“. Alle in festlichem Weiss. Ich kenne nur „Rot und Schwarz“ von dieser Region aus persönlichen Gesprächen. Kopf zurückziehen, denn hier ist eine heikle Gegend. Basel und hier Solothurn eingequetscht, keine Handvoll Kilometer von Röschenz entfernt. Soviel sehe ich, Koch und Trauffer stehen nicht in Reih und Glied. Draussen vor der Kirche spielt ein Blinder auf einer transportablen elektronischen Orgel. Drinnen wären zwei ziemlich neue, alt aussehende Orgeln zum Bestaunen. Der Obolus für den Opferstock erhält der Musikant. Ich höre ihm einige Minuten zu. Weit und breit ist niemand anderes zu sehen. Ein eindrückliches Orgelspiel.

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Fliegend gehts in den beiden Tagen über die Grenze, aber der Formularkrieg muss peinlich genau geführt werden. Wie viele sind im Car? He, da ist noch einer draussen und wir fahren schon. Max, ruft einer. Ne, es war einer von Geistlich. Nicht vom Kloster, von der Knochenstampfe. Heute ist der Tag des Holzes und wir fahren bei der eindrücklichsten Holzsägerei vorbei. Es gäbe so viel zu sehen, wir könnten eine Woche unterwegs sein. Die Goldstein Creation sägt und schleift 200 Millionen Jahre altes Holz. Zu finden, kurz nach dem Überqueren des 237 km langen Rhone-Rhein Kanal, der es ermöglicht mit dem Schiff vom Mittelmeer quer durch Europa zu fahren.

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Die Leute verspüren Hunger, also fahren wir nicht der kurvenreichen Weinstrasse durchs Elsass entlang. Die ist ja nur 185 km lang und anschliessend folgt die 85 km lange deutsche Weinstrasse. Wir machen auch den kleinen Umweg zum Kernkraftwerk Fessenheim nicht, dem ältesten und leistungsschwächsten KKW in Frankreich das noch im Betrieb ist – 1760 MW. Halb so viel Leistung, wie alle KKW in der Schweiz. Wetten, dass sie nicht alle kennen?

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Moderne Technik und alte Lagertechnik. Reben sind im Elsass nicht vorherrschend. Es ist eindeutig der Mais. Mach ke Mais!

Der Hunger wird beim Weingut-Rebschneckle gestillt, das ich seit der Gründung 1981 kenne und seither regelmässig besuche. „Angeheirate Verwandtschaft“ hat mich zum ersten Biowinzer im Kaiserstuhl gebracht. Da gab es nur noch eine, die etwas schneller war. Seine ehemalige Freundin mit dem Sonnewirbele (Löwenzahn), das schon lange nicht mehr existiert. Zuerst hat man über Klaus Labudde gelacht, dass er „Gründünger“ im Rebberg hatte. Dann das erste Gewitter in den Rebbergen des Kaiserstuhls und die Hänge sind auf dem Lös-Boden regelrecht abgerutscht. Heute ist praktisch der ganze flurbereinigte Kaiserstuhl „grün“. Brach liegen meist nur Neuanpflanzungen.

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Zur Weinbaugeschichte müsste eigentlich einmal nachgetragen werden, dass ich Klaus mit Heger, einem der besten Weingüter in Deutschland, bekannt gemacht habe. „Ein Berner muss mir den Biowinzer vorstellen, der dreihundert Meter neben mir wohnt!“ Zwei Jahre später stellte ich fest, dass die Rebschneckle Weine noch besser ausgebaut sind. „Du bist schuld, denn Heger ist heute mein Kollege.“ Der Sohn Luca hat auch die Hälfte seiner Weinausbildung bei ihm gelernt und die andere Hälfte beim Weingut, das wir morgen besuchen. Luca ist dort sogar auf einem Bild verewigt, wie ein Reiseteilnehmer feststellte.

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Es scheint sich gelohnt zu haben, obschon der andere jährlich einige Tausend Mal mehr Wein herstellt. Klaus Labudde ist vermutlich die modernste Lohnweinabfüllerei von Deutschland und spezialisiert auf die Druckabfüllung. Wein wird mit Kohlesäure angereichert und abgefüllt. Prosecco lässt grüssen. Der heutige Trend in der Weinherstellung. Ein Blick auf seine Referenzen ist eine Freude. Wenn sie mal wirklich gut essen wollen, merken sie sich Franz Keller. Reservation ist empfehlenswert.

Bei der Weindegustation hat sicher jeder seinen Liebling auserkoren. Secco, Weisser, Weissherbst (rosé) oder Roter. Der letzte Rote wurde blind verkostet. Die meisten waren nicht wirklich begeistert. Für einen Garanoir, einer Neuzüchtung, aber sehr gut, wenn man ihm etwas Luft gibt. Es war ein Schlossrueder. Ein ganz spezielles Dankeschön an Bonney und Klaus. Es war toll. Zumindest ich komme wieder … oder ihr mal ins Ruedertal. Dann könnten wir am Donnerstag zusammen singen.

Quer durch den Kaiserstuhl und bei einem Zwischenhalt sind die meisten ausgestiegen und haben eine Wanderung über den ehemaligen Vulkankegel ins Liliental unternommen. Zwei ganz Verwegene sind gar hoch auf den Neunlindenturm gestiegen und mit einer sensationellen Aussicht auf den Schwarzwald, das Marktgräflerland und die Vogesen belohnt worden.

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Das Wetter war zum Hochsteigen toll. Wolkenspiel und seit Labudde keinen Regen mehr. Regen? 13 Tropfen bei warmen Wetter und Sonnenschein. Und etwas mehr Tropfen hat er mir mitgegeben … als Ausgleich für den Ruedertaler, so dass die Vereinskasse nicht belastet wird. Hinuntersteigen ins Liliental ist alleine einen Tagesausflug wert. Total schön, wenn sie im Spätfrühling oder Anfangs Sommer hingehen.

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Tausende von Orchideen beim Rekognoszieren. Ein Paradies für Orchideenliebhaber. Wer gerne seltene Bäume sieht, ist hier gut aufgehoben. Zu finden ist die Felsenbirne – schmeckt nicht sonderlich gut – und der Speierling. Im kleinen Schlösschen, dem Gasthaus zur Lilie, stiessen die Wanderer mit den Carfahrern zusammen. Draussen in der Gartenwirtschaft, umgeben von zig verschiedenen Bäumen. Fast alles was wächst, sieht man hier. Nur Pfifferlinge in der Pfanne hatten sie (diesmal) noch nicht. Das  ist ein Gratistip und der ganze Beitrag kann verwendet werden, um die Reise mit dem Gewerbeverein usw. usf. nachzuahmen … drei haben mich schon angefragt, ob sie Unterlagen erhalten könnten. Hier steht eigentlich alles.

Und ganz wichtig, wenn sie ein Hotel suchen, denn fragen sie das Hotel zum Schiff in Freiburg, Sankt Georgen an. Da gibt es nur einen Nachteil. So zumindest Herr Frey, der Eigentümer. Während der Lese (Wimmet oder wie das überall heissen mag) ist die im Hotelkelller untergebrachte Weinkellerei etwas überstellt. Der Hotelier gewährt uns sogar einen Blick in den Gärbottich und im daneben liegenden Raum, in seine Brennerei –  im Hotel wohlverstanden. Ich habe sieben Jahre in dieser Branche gearbeitet, aber das ist auch für mich ein absoluter Hit.

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Vorderste Reihe – links und rechts zwei Brenner. Das Essen ist auch nicht angebrannt, aber zuerst gab es eine Einweihung in die Hotelgeschichte. Die finde ich nicht im Netz, aber die erzählt der Hotelier beim Apéro im Restaurant. Den Ledignamen seiner Urgrossmutter habe ich mir nicht gemerkt. Aber, dass nicht einmal mein Mitorganisator eingeschlafen ist .., total spannend, wie er die Geschichten erzählt, warum das Hotel zum Schiff heisst. Ochsenfleisch, zubereitet als Tafelspitz (Siedfleisch) bestellten die meisten. Kann man das essen? Ich habe vergessen, nach der Adresse des Metzers zu fragen. Noch Fragen?  Und dann das Frühstück. Schwachpunkt sind alleine die Käse … aber das ist ein deutschlandweites Kapitel. Zur Ehrrettung ist zu sagen, dass es auch bei uns im Tal teuren, aber … Käse gibt. Gekauft mit dem Garanoir. Übrigens, mein Übernahme von einem Sängerkollegen ist „Chäshändler“. Und nicht vergessen, den Hauswein bestellen … EUR 12.80 die Flasche. Restaurantpreis nicht über die Gasse. Absolut sensationell.

Das war ein echter Frey-tag … Car und Hotel. Herrlich kutschiert im einen ernährt und gepennt im andern. Übrigens, die Wettervorhersagen waren nicht so rosig, aber wenn Engel reisen gibt es Sonnenschein, sicher keinen Regen, aber doch imposante Wolkenfronten. Mal schauen, was der Samstag bringt.

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Paul übernimmt Kugelis Aufgabenbereich … Verspätungen organisieren. Exakt eine Viertelstunde und Herr Frey hat uns zuvor persönlich im Car verabschiedet. Das nennt man persönliches Marketing.

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Der Badische Winzerkeller ist immer noch die grösste Kellerei in Europa. Die erste ist Gallo, dann folgt ein Südafrikaner und auf der vierten Stelle ist eine Kellerei in der Krim. Die grösste Kellerei hat etwa das 20-fache an Jahresumsatz, als die Kellereien in Breisach, die 120 Mio. Liter Lagerkapazität hat. Aber heute noch knapp die Hälfte gefüllt hat. Das ist ein Nachteil, wenn die Qualität steigt und der Hektarertrag sinkt.

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Herr Rother, der einzige Angestellte im ganzen Unternehmen, der auch offiziell Weissen geniessen kann, können sie alles fragen. Drei Jahre schon in Pension. Vermutlich sogar mit Trudi Gerster oder Franz Hohler verwandt. Er ist schlagfertig und erzählt, dass im erst ein Baby die Sprache verschlagen hat und er fünf Minuten sprachlos war. Er zeigte ihm die Flasche von Gosch mit einem Fisch drauf. Lore wusste eine Antwort: „Papa!“ das verschlug ihm nur zwei Minuten die Sprache. Der Säugling sagte „Brrrrrrr“. Erinnert uns ans Einturnen beim Singen. Übrigens, diesen Wein, einen Rother, sorry Roten, ist erst geniessbar, wenn sie diesen dekantieren. In diesem Hause gibt es eindeutig bessere Weine … aber über Geschmack lasse sich ja bekanntlich streiten. Es gibt auch bessere Qualitäten … und darüber kann man diskutieren, aber nicht streiten. Die Flasche mit dem Grossaugen-Thun hat nichts mit der letztjährigen Vereinsreise via Thun zu thun, sorry tun. Keine Etikette, aufgedruckt – kommt in meine Sammlung mit den verschiedenen Weinflaschen und anderen -Utensilien. Ja Sammlung. Ich bewerbe mich demnächst als Bundesrat, denn heute hat der neue BR Cassis eine seiner Eigenschaften preisgegeben. Ich habe rund viermal mehr Vinyl als er. Und wissen sie, woher der Name Vinyl kommt – von Wein. Na dann prost … jetzt läuft ein russisches Orgelstück, vinylt und daneben steht nun ein Glas roter Gosch, eine Cuvée. Eine Mischung von verschiedenen Rotweinreben und mit starkem Eichengeschmack. Nicht mehr mein Ding. Mit Bordeaux dieser Art habe ich angefangen und heute liebe ich die Südfranzosen, Tschechen und Deutschen aus dem Stahl-, Glas-, Ton- oder Betontank. Ich liebe den Geschmack von Reben und nicht von Holz. Bin voll im Trend, eher voraus … aber bis das alle merken, vergehen mindestens noch zwanzig Jahre.

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Mit der Fasskellerbahn fünfmal im Tempo Teufel um den grossen Tisch rum – heute ohne Stange, bei der mal eine Tabledance vorgeführt hat. Um die Pneus aufzuwärmen. Also geht es nicht in die Hölle, sondern in den Keller mit den Raritäten …

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… den grössten Holzfasskeller Deutschlands. Wie man auch hier sieht, wird während der Lesezeit gearbeitet und dabei kann der Boden halt nass oder gar klebrig werden, wie eine Dame gestern erschrocken festgestellt hat.

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Trump twittert. „It was so fantastic, I couldn’t drink it all.“ Und ich musste eine Amerikanerin darauf aufmerksam machen, dass sie ruhig in unserem Bus bleiben dürfe, aber vermutlich doch besser mit einem von Gate1 in ihrer Reisegruppe aufgehoben wäre. So viele Besucher habe ich hier noch nie gesehen. Die beste Führung war auch mit einem Amerikaner und sein Kollege hat sie geleitet. Der Architekt der ganzen Anlage.

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Breisach … ach … überall Strassen gesperrt, also muss man sich aushelfen und an der besten Ecke kurz anhalten und aus- resp. später einsteigen lassen. Von diesen wilden Reben hat vermutlich noch keiner einen Wein gemacht. Dann im Bus rund eine Viertelstunde Regen. Wenn Engel halten, scheint immer die Sonne.

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Schwarzwald? Wo. Eher Grünwald und ab nach Sankt Blasien, wo wir noch einen Crashkurs in Deutsch machten. „Eine Stange bitte.“

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René musste mit einer Laugenstange Vorlieb nehmen.

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Vermutlich haben an unserem letzten Rastplatz nicht ganz alle den Dom besucht. Eindrücklich. Einer der grössten Kuppelbauten in Europa. Kennen sie den wesentlich grösseren in der Schweiz? Die Markthalle Basel. Der Ort, den unsere Dirigentin von Frick aus mit der Bahn erreichte. Wir erreichten via Staffelegg, quer durch den Aargau, am Schluss noch die Pizzeria Sternen Walde, wo der Ausflug ausklang. In den zwei Tagen nie den Regenschirm oder die -jacke angerührt. Aber viel Sonnenschein … gibt Hunger und ganz viel Durst. Manchmal halt doch eher Bengel, denn Engel.

Sieg für Kaltduscher und Bürostuhl-Hocker, aber sicher nicht für Rückwärtsfahrer

Wir vom Männerchor Schmiedrued hatten eindeutig dieses Wochenende ein eigenes Energie- und Verpflegungs-Gesetz. Hier die allerwichtigsten Weltereignisse der letzten zwei Renntage.

Bremsen und Gasgeben, das ist heute Trump-f. Entschuldigen sie meine Ironie, aber Schreibfehler können das Leben lustiger oder unlustiger machen. Manche sind für ein gemässigtes Regime dankbar, denn sonst könnte das SMS „Begnadige nicht hängen“ mehr als nur ins Auge gehen. Kommafehler können gar tödlich sein. Bleiben wir bei dessen Nachbarland, da hat einer zum ersten Mal eine Frau gesehen.

Trumps Haarpracht hat keine Chance

Und wer denkt, bei unserem Hightechnik-Anlass wären nur Männer zugegen, hat sich extrem stark trumpiert. Ohne Kopftuch, das war im letzten Jahrtausend, super, gefällt und vermutlich fällts auch auf. Fast so üppig und lang wie meine … Tochter hatte mal die Haare verfärbt. Hennageil, das musst du als absoluter neuester Hit verkaufen. Hat funktioniert, es gab Nachahmer. Wirklich Tolles, Neues kommt  selten aus Ballungszentren. Dort tummeln sich meist Bürolisten auf Bürostühlen mit Rollen, die mühsam rückwärts gestossen werden müssen. Beine anziehen und gleichzeitig abstossen und das dreimal pro Meter.

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René Vontobel braucht zum Abbremsen seines Kerosin-Raketen-Bürostuhls einen Bremsfallschirm und zwei „Rettunganker“. Ich komme schlicht und einfach nicht darum herum, dieses Renngefährt als erstes zu erwähnen. Weit über hundert Bürostühle habe ich in meinem Leben einkaufen müssen, dürfen … da musste ich doch mal auf den sitzen. Klammheimlich, damit es ja niemand je herausfinden könnte, dass ein studierter Büromensch mal quer schlagen würde.

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Immerhin, es ist das exakt 25 000 Bild auf meiner fünften Maschine. Nicht selbst geschossen, sondern vom Partner der Dame, die Feuerzeuge sammelt …

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… und dem Fahrer genüsslich zuschaut und wohl ein drittes zu Hause hätte holen können. Ein Fondue-Rechaud anzuzünden ist eindeutig viel einfacher. Ich hätte noch schöne Bilder, wo das Raketengeschoss beinahe am Abheben ist. Aber es scheinen quere Bilder gefragt zu sein. Badewannen hochstehend, genau so ist sie, hätten wir auch. Von vorne, mit einer ganz mutigen Plastikente – sicherheitshalber aber mit Helm.

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Echt nichts für Warmduscher und wir wissen jetzt genau, das Kaltduscher gewonnen haben. Waren die vier konservativsten Kantone dagegen oder haben die eine Vorahnung, was für revolutionäre Machtkämpfe im Energiesektor an die Tagesordnung treten werden? Bremsspuren sieht man im Zeitalter des ABS selten. Allenfalls sehr schwere oder schlecht gewartete Fahrzeuge lassen regelmässig Gummi liegen, die meisten andern hinterlassen nur Regelflecke. Driften und Schleudern hinterlässt Spuren oder wenn die Elektronik überlistet oder nicht vorhanden ist.

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„Hoffentlich haben die im Lehrerzimmer noch genügend Ratzefummel, damit ich doch noch ruhig in den Sonntag kann“. Ein erfundener Gedanke unserer guten Seele des Schulhauses. Oder überlegt er sich, ob ich knapp eine Drei für meine Tippereien erhalten würde? Bleiben wir bei der Rechtschreibung.

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Wenn sie im Grossverteiler – wie heisst er – ein Einkaufswägeli holen, dann können sie mit diesem Typ mit über 100 kmh durch die Gestelle düsen. Aber bitte, beachten sie die Steuerung.

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Ein original Migros-Wägeli! Sind sie sicher? Der Chef-Redaktor des Migros-Magazins wird ein E-Mail erhalten. Ja, warum kam der Schnebi nicht ins Ruedertal. Ein Katzen- oder Töffsprung von Aarau. Micross und Mirgros? Na ja, etliche Produkte sind von Migros. Der M-Budget-Energie-Drink war auf Ebbe. Wie die Bierharassen im Bierexpress. Nur einer war enttäuscht. Sein Sohn hatte kein alkoholfreies im Anhänger.

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Eichhof als Kühlwasser? In diesem Fall könnte Alkohol tatsächlich schon in kleineren Mengen schädlich sein. Fast genauso wie mein Rasenmähen. Am Samstagmorgen. Rasen ist übertrieben, das ist eher Unkraut mit Gräsern. Hin und zurück und hin und zu… und schon ist der Sack voll. Kaputt vom Schieben. Leider läuft meiner nur solo und nicht mit über 100 kmh Spitze. Aber, meiner hat doch Heimvorteil, worüber ein anderer Aargauer singen könnte. Jede Samstig, jede Samstig tümer Raase mähe. Der von Peach Webers Nachbar läuft nur 78.

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Hier fehlt ein ganz kleines feines Detail – das Messer. Und wenn wir ganz genau beobachten, dann könnte es doch sein, dass diese Zahnlücken von Rollerblades, rollenden Klingen, stammen. Und wer noch genauer hinschaut, sieht die Bronzemedaille der schnellsten Ruedertaler … die silberne war auch auf dem Renngelände zu sehen. Die Sportprominenz war präsent. Nur zum Sieg mit den Rollschuhen bedarf es noch etwas Übung.

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Aber noch zwei echt gewichtigere Details fehlen – versteckt im Grasfangkorb. Lautsprecher und Kühlschrank. Der Wettergott hat ja voll mitgespielt. Genau genommen versuchte er nach Rennschluss, die Spuren auf dem Asphalt mit Regenwasser zu entfernen …

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…wo Unentwegte immer noch unterwegs waren – echte Kaltduscher …

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… derweil sich die Spaghetti-Esser sich wie bei einem Massenstart verhalten. Die langsamsten 20 Meter am Samstag. Herzlichen Dank all den Helfern, dem …

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… Teamchef Hannes Roth, Badewanne, der wohl bei der roten Flagge hinter ihm an das heutige Rennen in Le Mans denkt.

Danke dem Fahrerteam, dass hier alles problemlos ablief.

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Lukas Reber, Schlossrued, Rasenmäher – Thomas Neeser, Schmiedrued, Bierharassen – Sämi Bolliger, Schmiedrued, Einkaufswagen – René Vontobel, Winterthur, Bürostuhl und …

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… Erwin Schmied, Rennleiter, Speaker, Vereinspräsident, Garçon in der Festwirtschaft und einer, der immer wieder Damen und junge und jungebliebene Herren zur Verstärkung des Männerchors sucht.

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Die einzigen, die ich habe singen hören, wären allesamt geeignet. Das Gabalier-Double haben wir doch schon irgendwo gesehen. Unser Programm in den nächsten Monaten: Openair in Rothrist (9. Juni), Vereinsreise in den Kaiserstuhl und Unterhaltungsabend (27./28. Oktober).

Ein ereignisreiches Wochenende …

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… nichts für Warmduscher und auch nichts für Rückwärtsfahrer. Keines dieser fünf Fahrzeuge verfügt über einen Rückwärtsgang. Braucht man ja auch nicht, vorwärts schauen.

Vorwärts schauen, da gab es im Kirchgemeinde-Saal Rued noch die Ausstellung: „Was heisst reformiert sein heute?“ Diskussionen, gar mit der bekanntesten Bloggerin im Tal. Nur alle ausgestellten Meinungen finde ich im Internet nicht – die von Thomas Heiniger gefällt mir am besten. Die ist dort bis am 12. Juni ausgestellt. Bei den Aargauern nicht zu finden, also zu den Bernern. Gleich zwei Köpfe die ich kenne. Er lebt in Meikirch – so steht es bei Pfarrer Balsiger zu lesen. Das letzte Mal, als ich mit Max in Kontakt trat, flog er gerade von Grindelwald aus über den Aletschgletscher. Vorwärts schauen. Der andere, Andreas Zeller, schrieb eine Würdigung über das liberale Urgestein, welche von der Hammerschmitte Schmiedrued in die digitale Ewigkeit hochgeladen wurde.

Was heisst für SIE, reformiert sein heute?

ICH: Reformiert. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger.

WIR. Reformiert! Es geht für alle weiter, in Wirtschaft, Politik, Kirche …!

Die andern vom Männerchor haben am Sonntag aufgeräumt. Einer am Samstagabend: „Was, du gehst in die Predigt?“ Wegen der roten Flagge wurde ich nicht Theologe. Griechisch, Lateinisch, Hebräisch – das musste echt nicht sein. Der Lästerer wird am 19. August vermutlich nicht mit mir durch Bern-West pilgern. Friede herrscht! www.proref.ch – progressiv-reformiert. PRO.. sicher nicht AG…

Nachtrag: Hier noch die Titelseite des Wynetaler Blatt und der ausführlichen Bericht von Frieda Steffen. Merci.

Grenzüberschreitende Macron-i-Betrachtungen von Badewannen, Bürostühlen, Einkaufswagen, Rasenmähern und Bierkisten

Raketenhaft starten wir in den Mai. International gesehen müssen sie sich zwei Termine merken. Den nächsten Sonntag, wobei die Geschichte vermutlich schon gegessen ist – es wird Macron-i geben. Viel wichtiger ist der 20 Mai. Da können sie in Schmiedrued-Walde ab 16.00 Uhr sensationelle Fahrzeuge erleben … getarnt als Spaghetti-Plausch … schon wieder Teigwaren.

Fangen wir doch mit den Teigwaren an. Nicht dass ich diese jetzt mit ihnen von A bis Z durchprobieren will, aber zumindest den Beginn wie Agnolotti schauen wir uns mal an. So eine Art Ravioli. Gleich kommen die Erinnerungen an den Test auf. Fleischabfälle. Pfui Teufel. Quatsch. Heute ist da meist weniger Convenience (Verbraucherfreundlichkeit) darin als bei hochgelobten Markenprodukten. Deshalb esse ich solche wieder. Zweimal gar in Frankreich. Einmal als XXL-Büchse gekauft – Kilopreis einen Euro. Mit Rindfleisch. Vermutlich kein Filetstück, aber aus ethischen Stücken, darf das ganze Tier verzehrt werden. Vegetarier entschuldigen mich und Veganer kreuzen meinen Lebensweg noch nicht täglich.

Gut schmecken die. Da sind aus Kostengründen keine Verfeinerer drin. Bei einem selbstdurchgeführten Spaghetti-Test haben die Migros-Budget am zweitbesten abgeschnitten. Allfällige Resultate der drei grossen B halten wir geheim. Am besten abgeschnitten haben die türkischen Teigwaren. Absolute Spitzenklasse. Aber wer will heute türkische Ware, wo die Türkei doch ins Mittelalter abzusteigen droht. Ganz ganz knapp die Hälfte, die konservativen und vor allem die ländlichen. Die Zentren sind unisono gelinde ausgedrückt, nicht ganz zufrieden mit der heutigen Situation. Wer türkische Teigwaren als Wiederverkäufer haben möchte – in deutschen und französischen Spitzenrestaurants gehören die dazu – melde sich bei mir.

Und auch türkische Motorräder wären zu haben. Das haben wir in Barjac am Flohmarkt besprochen. Ein deutscher Händler ass neben uns. Ich Pizza mit Ravioli. Echt. Und Ravioli kommen aus Frankreich. Seit 1228 in Roman-sur-Isère zu Hause. Wetten, dass der Papst die nach Italien gebracht hat! Teigwaren sind irgendwie wie die Politik. Ein undurchsichtiges gewursteltes Gemisch. Und am Schluss stehen bei diesen Teigaffen, wie wir zu sagen pflegen, als treffendes Beispiel das Ziti. Die „Neapolitanische Braut“ soll verantwortlich sein. Meine Mutter war zwei Jahre dort am Schweizerisch-Amerikanischen Spital. Sie hat uns von frühster Kindheit an alles auf den Tisch gestellt, was irgendwie erhältlich war und aus Süditalien stammte. Italien fängt übrigens erst nach Rom an. Der Papst möge mich entschuldigen, aber der kannte ja Frankreich … vermutlich des Essens der Götter wegen. Ziti gab es nie und diejenigen, die ich kenne, sind meine Lieblingsteigwaren. Wikipedias mm-Angaben kann ich weder roh noch gekocht nachvollziehen – 5 mm meinetwegen. Ist aber enorm wichtig, denn Erdogan hat genau aus diesem Grund das Wikipedia in der Türkei abgestellt. Ach Gott, sind die von Gestern. Da gibt es viele andere, die kopieren und erreichbar seien … nur oft nicht ganz à jour.

Meine geliebten Zitis sehen aus wie Spaghetti mit Loch. Pasta! Am Spaghetti-Plausch des Männerchor Schmiedrueds wird es vermutlich den B-Typ geben. Keine Angst, wer diese Dinger degustieren will ob sie Geschmack haben, muss ohne Öl, Butter geschweige denn Sauce Vorlieb nehmen. Und genau solche werden wir servieren, die die Leute begeistern. Es müsste also Saucen-Plausch heissen. Aber schauen wir mal, was da so alles geboten wird.

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  • Fahrende Bierkiste, Fahrer Thomas Neeser. Übrigens, das ist einer meiner Nachbaren. Wenn sie von Schöftland kommen, hier oder an der nächsten Haltestelle „Bank“ aussteigen. Bank werden sie keine mehr finden, aber unser abgesperrtes Renngelände ist beim Schulhaus. Übrigens, im letzten Links hat es einige schöne Bemerkungen zur Politik und zur Manipulation der Stimmbürger.

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  • Fahrender Einkaufswagen, Fahrer Sämi Bolliger

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  • Rasenmäher Traktor mit über 100PS, Fahrer Lukas Reber

Bleiben wir bei den Teigwaren. Meine Macron-i sind nicht zu finden, aber vermutlich ahnen sie, auf welche ich hinweise. Macroni, genau so sagen wir in meiner Mundart. So können sie sich einen Namen merken, der bislang bei uns nicht so geläufig war. Der ehemalige Wirtschaftsminister Emmanuel Macron liegt mit 23.91% vor Marine Le Pen mit 21.42 %. Oder anders gerechnet, hat er 11.6% mehr Stimmen erhalten als sie. Sollten sie des Französischen gar nicht oder noch schlechter mächtig sein als ich, so ersetzen sie im Link einfach fr mit de. Zudem haben sie noch weniger zu lesen. Und fragen sie mich ja nicht, wieso man bei Pen das auf Deutsch ausspricht und nicht P und den Nasallaut oder gar La Penne, die weibliche Form, was eigentlich Schwungfeder heisst. Und den hat sie garantiert in den Wahlkampf gebracht.

Candidats arrivés en tête au 1er tour

Das Innenministerium wird mir verzeihen, wenn ich diese Grafik ohne Anfrage veröffentliche. Sie zeigt die Kompliziertheit von Frankreich. Eine genaue Logik darin zu sehen, wer wie wählt ist nicht ganz einfach. Oben links gegen unten rechts mit der Ausnahme der Alpen und einiger südwärts gerichteten Tälern. Und das Burgund sticht wie eine Badewanne heraus. Keine einzige grössere Stadt, die für die Dame ist, wenn ich alles richtig angeschaut habe. 2012 (oben rechts) war doch einfacher zu interpretieren. Oder doch nicht? 62 zu 38 Prozent im 2. Wahlgang sollen es sein. Wer Lust hat, dem stelle ich gerne die 20 Seiten Wahlanalyse des Midi Libre zur Verfügung und nur knapp eine halbe Seite hauseigene Reklame. Die 62% sind vermutlich etwas hoch gegriffen. Wir werden ja sehen, aber Frankreich ist echt unzufrieden, was im Land abläuft. Ob es im zweiten Wahlgang wieder 77,77% Stimmbeteiligung geben wird, scheint fraglich.

Erinnern wir uns doch an 2007 oder gar was nach den letzten Wahlen versprochen wurde. Es wurde noch schlimmer. Nicht einmal mehr Orange ist in der Lage, Festnetztelefonie aufrecht zu erhalten. Wer das Rennen in der Politik machen wird, da sind sich nicht alle einig. Den Mut zu haben, dass sie le Pen wählen, da steht praktisch keiner offen dazu. Aber was der Nachfolger von France Telecom leistet, da sind sich alle einige. Mit dem Rasenmäher drüber, lästige, die sich bemerkbar machen, einfach runterfahren. Und etliche jammern, dass ihr Telefon abgestellt wurde, weil sie angeblich nicht bezahlt hätten. Die französische Administration tendiert gegen den Nullpunkt. Alle sind total überfordert, weil sich eine Panne nach der andern häuft und die Reklamationen sich zu Türmen bilden. Hier fehlen eindeutig Bürostühle mit Raketenmotor.

Dito bei den Banken. Aber da sind sie mit der UBS in superguter Gesellschaft. Vor über einem Jahr wurde ein Konto aufgelöst und weil sie dauernden Personalwechsel haben und den Pendenzen nicht mehr habhaft werden, verschlammen sie die Auszahlung und ziehen pro Monat CHF 5 ab. Auf meine Reklamation vor mehr als einem Monat hat man nicht reagiert. Wenn man sich so bei Mitarbeitern und Ehemaligen rum hört, staunt man nur und weiss, wieso der Gewinn markant gesteigert werden konnte.

Dann bleiben noch der Einkaufswagen und die Bierharasse. Dieselmotor oder Benzinmotor? Seit einer Woche ist die Welt ganz diffus. Keiner weiss mehr, was gelten soll. Sauber, ja, der wird auch andere Motoren haben – Honda. Der einzige dieser Marke, den ich bisher „gefahren“ habe, ist ein Rasenmäher mit kleiner PS-Leistung. Und ob es wirklich „nach 17 Jahren Ferrari“ wie der Blick schreibt einen Wechsel gibt, bezweifle ich. 2006 bis 2010 waren es meines Wissens nach BMW-Motoren.

Bierharassen sind bei mir nur einige alte mit leeren Bügelverschluss Flaschen zu finden. Und mittlerweile ist Bier hüben wie drüben im Laden in oft höheren Preiskategorien als Wein anzutreffen. Bier ist eh Geschmackssache und ich zähle hier eindeutig zur dunklen Minderheit.  Micronnement und hoffen wir, dass Frankreich eher macronnement wird.

Falls sie noch die Energie aufbringen, mit klarer Sicht berichtet heute darüber. Am andern Ende ist die Beseitung der Kernkraftwerke in Deutschland – die teuerste Baustelle des Jahrhunderts.

Nicht vergessen, am 20. Mai ab 16.00 Uhr in Walde, wo wir dann über Micronesia und vielleicht ein neues Macronesia diskutieren könne.

 

Von Diamanten, Bettsocken und dem Wandel der Zeit

Frl. Wunderli klaut geklaute Diamanten, die am Unterhaltungsabend des Männerchors Schmiedrued in Bettsocken versteckt waren.

„Konzert und Theater“ heisst der offizielle Aushang, aber alles spricht vom Unterhaltungsabend. In meiner Mundart heisst das schlicht und einfach UA. U.a. steht diese Abkürzung auch für Anderes. Und es ist der Name der japanischen Sängerin UA oder eben 嶋歌織. So ändern die Zeiten und die UA, die United Airlines gab es noch nicht, als die meisten der sechs vorgetragenen Lieder entstanden.

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Dort aber wurde das schwierigste vorgetragene Lied, aua nie, sorry Aura Lee vor 155 Jahren während des Bürgerkrieges geschrieben. Bekannt wurde ist es unter dem Namen „Army Blue“ und der grösste Erfolg hatte es mit „Love Me Tender„. Namen im Wandel der Zeit auch drüben am grossen Teich. Ob sie sich trumpieren, wissen wir erst nach Ablauf der trumpschen Ära. Wir gönnen allen den Erfolg.

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Nur bei unserer Ansagerin, die uns glanzvoll durch den UA begleitete, würden wir gerne eine Ausnahme machen. Marliese Loosli will dem Männerchor beitreten, sobald sie nicht mehr Gemeindeammännin oder -frau ist.

Warum chunsch nid cho singe zu üs i Männerchor, mir suche nöii SängerInne im Bass u im Tenor. Mir probe am Donschti vo acht bis halbi zäni und nachhär gömer eis go näh.

Das ist die 5. Strophe vom Bajazzo, die der Diamantendieb immer auf sich trägt. Vermutlich kennt er den tödlichen Schluss im Original nicht …

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… obschon er bei „Diamante und Bettsocke“ mit genauso einem Messer bewaffnet war. Puff, puff, puff ist kein Schuss, sondern Baggenstos’s Duftspray. Im Übungslokal sind wir froh, wenn alle auf reizende Wässerchen verzichten – lieber nicht atemlos aber wie letztes Jahr mit Kultur. Übrigens, die Diamanten sind noch nicht aufgefunden worden …

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… vielleicht hatte sie Ruedi Tanner zu seinem 35-jährigen Jubiläum als Sänger im Ruedertal erhalten. Nachdem der Männerchor in Schlossrued aufgelöst wurde, singt er seit 15 Jahren bei uns. Herzliche Gratulation. Keine Ahnung wieso wir als Einleitungslied Weinland und nicht ihm zu Ehren Weinbrand singen. Vermutlich weil wir nachher mit „Reveille“ erwachen und der Weckruf dem Vernehmen nach von Joseph Haydn stammt. „Das Lied der Berge“ , besser bekannt als Montanara ist der Schlachtruf von Ambri-Piotta. „Ein schöner Tag“ stammt ursprünglich vom Kirchenlied „Amazing Grace“ und im Wandel des Gesangs wurde es meist von Militärkapellen gespielt, bis es erst in den vergangenen Jahrzehnten von Beerdigungen wieder als heute eins der beliebtesten Lieder in die Kirche zurückkam. Satchmo verjazzte es und der scheidende Barak Obama sang es mit noch mehr Erfolg als wir.

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Happy Birthday mit unser Dirigentin Anastasija Kadiša war das Schlusslied. Der Wunsch galt allenfalls den Musik- und Showleuten Johann Gottlob Schneider, Bernie, Conny, Coluche, Bill und Eros am Freitag. Am Samstag wäre nur eine Bekannte zu erwähnen, Niki. Göppels no ne mal, der kriegerische Joseph wäre sicher nicht beglückwünscht worden.

Eine der Damen heisst Meier. Die Teddybären im Chor: „Wir haben keine Meier.“ Doch, seit drei Monaten und schon flugsicher auf der Bühne. Festgehalten von ihrer Mutter Irène. Ihr DRAHT-elier sollten sie sich als Geheimtipp merken. Auf dem Platz Bern weiss man dies schon lange. Und der Vater hatte einen Tag vor dem UA sein 10-jähriges Jubiläum, seit er den weltersten Wertkarton von mir erhielt. Keiner ahnte damals, dass auf dem ersten deutschsprachigen Finanzblog einmal das Kapitel www.hammerschmitte.ch integriert wird, auf dem über unseren UA mehr zu sehen und zu klicken ist.

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Bettsocken hatte der Rock’n’Roll Clup Teddybären keine an, eher Springsocken. Sie tanzen auch Jive und wer hat diese beiden Musikarten nach Europa gebracht – im Wandel der Zeit. Die US-Army.

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Mit einem herrlichen Schnitzel, Gabel und Messer bewaffnet, schlich ich mich mit Flüstersocken mitten in die Diamantenstory rein. Beobachtete und fällte in der hinteren Ecke einen strategischen Entscheid: „Null Toleranz für Rotzlöffel„. Danke, dass die Diskussion in der Kaffeestube weiter geführt wurde. Ein recht kämpferischer Abend, der friedlich über die Bühne ging und zur Musik von Fäger Hampi schwingten einige mehr als üblich das Tanzbein …

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… lag es an den Tänzern aus Unterkulm oder …

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… an den erstmals fehlenden Krawatten, die doch einigen Sängern mehr Freiheit bescherte. Falls sie nicht auf das nutzloseste Kleidungsstück verzichten wollen, knüpfen oder besser schlingen sie sich doch einen „topmodernen und ganz einfachen Champ“.

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Aschi mit immer aktivem Helferblick …

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… und unser „Chnöpfli“ beim Aufräumen der „Spätzli„, hopp hopp hopp hopp, Pferdchen lauf Galopp …

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… oder singen sie von einem Hering über C-A-F-F-E-Esei doch kein Muskelmann … ja, im Wandel der Zeit singt man vorsichtigerweise auch hier ein anderes Wort, damit man nicht als Rassist verklagt wird.

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Einsam und verlassen steht zur Ende gehenden Sommerzeit der erste Tombolapreis, gestiftet vom Velohändler Bruno Hermann , immer noch da. Alle Lose sind doch verkauft? Wie ein schlauer Wolf mit leuchtenden Augen und vorbildlich mit eingeschaltetem Licht radelt der Gewinner in die kalte Nacht, der Winterzeit entgegen und wählt den Weg mit einigen eisigen, windigen Novemberänderungen. Der Wandel der Zeit. In der Presse können wir diesen auch verfolgen. Und st. hat mir am ersten Tag anvertraut, hoffentlich muss ich nicht zum dritten Mal mit einem Velo nach Hause.

Danke allen, die mitgeholfen, konsumiert, gesponsort oder beim Singen den Fotoapparat bedient haben. Reserviert euch den 27./28.10.2017 oder noch besser, kommt am Donnerstag um 19.45 zum Schnuppern ins UG der heutigen Gemeindeverwaltung. Welche Frau ist schneller als Marliese?

Geografie- und Sprachkurs

Es ist nicht ganz einfach, wenn ein Aargauer Männerchor, obwohl aus dem Aargauer Emmental, ins echte, ins Berner Emmental, Oberland und Schwarzenburger-Land fahren.

Für die einen war es Erkundung des „Auslandes“, änet dem Deutschschweizer Röstigraben im Wiggertal, dort wo sich die Grenze befindet, von denen die nach Westen und denen die nach Osten, zumindest Zürich, orientiert sind. Für die andern, eine schöne Reise durchs Heimatland.

Erstes Raunen im Car. Wieso fährt der Chauffeur nach Zell, noch im Luzernischen, nicht geradeaus nach Huttwil sondern nach Ufhusen. Ganz einfach, er will uns eine aussichtsreiche Strecke zeigen, die dann in die Nähe der Flyer-Bikes führt, gute 100 Meter entfernt, wo ich einst wohnte. Nicht ganz Heimat, aber doch drei Jahre hier gearbeitet und  einige empfehlen den Weihnachtsmarkt. Ich geniesse eher den Käsemarktden 12. heuer.

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Keiner nimmt gross zur Kenntnis, dass wir neben der Leuenberger AG vorbeifahren. Migros Teigwaren Fabrikant und der Jowa unterstellt. Dann die nächste freiwillige Umleitung – Dürrenroth. Extrem viel gibt es hier nicht zu berichten. Zwei schöne Restaurants, das eine mit einem alten Leuchter der Kirchgemeinde Langenthal im Saal, damit sie im Bären löien können. Und dann hat da mal einer ein Haus nicht gekauft und ist dann schliesslich in der Hammerschmitte gelandet und dieser kennt auch die einzige bekannte Persönlichkeit dieses Dorfes. Mit Erich kann man genauso gut über Lastwagen diskutieren, wie mit unserem Frey-em Chauffeur.

In der Schaukäserei Affoltern – weder am Albis noch Grossaffoltern bei Lyss – im Elend, sorry Emmental zeigt uns eindrücklich, wie mechanisch die Milch- und anschliessend die Käseproduktion abläuft.

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Früher waren es Männer, die den Tutu herumdrehten, heute sind nur Frauen hier. Müsste mal fragen, wie das Ding auf Hochdeutsch heisst. Bei Tutel bevormundet mich sogar der Duden.

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Nidle scheinen sie auch zu machen. 9 Uhr 30 – Josef ist schon am Verhungern. Übrigens, Rahm hat es nur in der Milch, damit die Kühe beim Melken nicht quietschen.

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Nicht geschützt, Emmentaler darf die ganze Welt herstellen. Aber viel aufregender war, dass bei einem früheren Besuch, Henri hier Brunnenwasser trinken konnte und dann von Freudiger direkt Emmentaler-Meringuen erhielt. Und im Französischen heissen diese Dinger einfach Baiser, der Kuss. Und dabei haben viele doch schon Probleme mit dem Berndeutschen. Am Abend wurde es noch schlimmer, da waren wir im Oberland, wo einige gerne das Idiotikon in Griffnähe gehabt hätten.

Nachtrag: Da dringt doch eine spassige Reklamation bis zu mir vor. „Der Männerchor Rued, ja die waren bei uns. Aber wieso ist kein Bild der Käseproduktion ersichtlich?“ Das holen wir doch mit zwei Bildern und einer Gegenfrage gerne nach.

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Die Zeiten ändern sich. Als ich monatlich bis zu 50 mal durch Affoltern fuhr, da gab es die neue Käserei noch nicht, aber für unser Kader oft die Sechstage-Woche. Und eben kommt mir in den Sinn, dass ich 4 Winterräder mit Felgen für einen BMW 318 o.ä. (215/55R16, Dunlop) günstig abzugeben habe. Nicht meine ehemaligen. Den kupferfarbenen – echt praktische Farbe, Rost sieht man nicht – mit goldenen Felgen, habe ich für symbolische 316 Franken im Eröffnungsjahr der Käsi verkauft. Der war halt löchrig wie Emmentaler Käse, hat kurz vor seiner Schlachtung fast gleich viel Öl wie Benzing gesoffen.

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Zweihundert Industriesekunden später – ich will wisssen, was da hinter dem Käschessi produziert wird. Ob die da Bioöl abfüllen, Flaschenkäse machen oder auch Pastwasser verkaufen? Übrigens, Henri hätte garantiert mit der Käserin ein Foto schiessen wollen, mit einem Chromstahl Kessi im Hintergrund und literweise Wasser zum Reinigen. Die Zeiten ändern. Heute digital, damals dia-log mit Chrom von Agfa oder Kodak. Modern hat seine Vorteile. Schnell, bequem und billiger. Analog hat einen – die unerreichte Qualität bei der Bild- und Musikaufzeichnung. Der Käse ist leider auch nicht mehr das, was er früher war. Aber da sind nicht die Käser schuld, sondern die Rindviecher, die dafür sorgen, dass Kühe immer mehr Milch produzieren – in Israel heute im Durchschnitt für jede Kuh 12 083 Liter mit 3,64% Fettgehalt. Und Gigi in Wisconsin (USA) gibt 33 860 Liter – über 92 im Tag. Zehn mal mehr, als bei den besten Kühen, wo ich mal melchen gelernt habe. Zum Pech für diese armen Viecher gab es seit rund hundert Jahren schon Melkmaschinen.

Für alle Fondueliebhaber noch so ein Gratistipp, rund vier km entfernt – der vordere Rinderbach. Und wer Joghurts mag, kurz darauf das Milchland. Und dann …. lassen wirs, es reicht dass einer unserer Sängerkollegen mich normalweise mit „Käsehändler“ begrüsst.

Dann Hasli, nicht im Haslital, anschliessend Schafhausen – mal ohne „aff“, nur „af“ – im Bigetu gelegen, wo der Biglenbach durchfliesst und in die Emme mündet. Das alles in der gleichen Gemeinde. Pro Kilometer hat dieser Fluss rund zwei Zuflüsse. Alle fünfhundert Meter ein neues Tal. Dazu ist die Ruederche im Vergleich fast langweilig. Wobei zu berücksichtigen ist, dass der Zufluss aus dem Hammertal nicht mitgerechnet wurde.

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Nach der Henri-Kussfabrik gelangen wir nach Konolfingen. Hier werden wohl einige Liter Milch mehr verarbeitet, als in der Schaukäserei. Der Ironie nach zu schliessen, trinken einige hier nicht Kuh- sondern Brumm-Bärenmilch. Dann quer durchs Emmental. Vor Bowil wird abgezweigt und Hans und die Paletten kann ich nicht besuchen. Etwas grösser, als dort wo wir heute im Ruedertal abgefahren sind. Dann verfahren wir uns. Statt Wildenei Bad wo auch ich heute ein GPS brauche um durch diese Abgeschiedenheit zu kommen und dann Linden, nehmen wir den Weg über das Chuderhüsi zum Würzbrunne Chiuchli und fahren bei Hinter Naters vorbei. Wir sind zwar nicht im Wallis, aber Panorama’s gäbe es die eindrücklicheren … wenn die Alpen heute nicht „hereingenommen“ wären.

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Das ist weder eine Süssschaumklemme, so der offizielle Ausdruck für einen Baiser, noch ein in Interlaken verirrter Golfball. Wobei verirrt der Sachlage um diesen mystery Park doch recht nahe kommt und die Autobahnkurve genau wie im Bild des Beitrages genommen haben. Das Bild wurde vom Ballenhöchst (2095m) aufgenommen. Wir kurven weiter nach Ballenberg West. Das ist ein echt faszinierendes Freilichtmuseum …

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… total modern und hat mehr als 100 Häuser in seiner Sammlung und nur eines ist älter als die Hammerschmitte. Ja, das Moderne spricht alle an. Ob die wohl mein Haus von 1430 auch haben möchten. Für ein gutes Angebot ziehe ich ins Bernerland um, wobei sie auch die Umzugskosten übernehmen müssten und die dürften nicht ganz klein sein. Spass beiseite. Ich denke, es gibt niemanden, dem diese grosszügige Museumslandschaft mit all den Trouvaillen nicht gefällt. Das grösste der acht Freilichtmuseen der Schweiz. Und wer zu wenig hat, der schaut sich mal nördlich und östlich um. Deutschland hat nur zwanzigmal mehr dieser Museen, als die Eidgenossen.

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Mittagessen und zweiter Umtrunk bei der Pinte zum Bär, Wein und Branntwein im Berner Mittelland, ursprünglich aus Rapperswil. Eben nicht dasjenige mit den Elefanten und auch nicht Rupperswil, das Zuckerdorf im Aargau, sondern dasjenige in der Nähe der Zuckerstadt Aarberg, das dem Rapperswiler Plateau den Namen gab, wo ich am andern Ende einige Jahre gelebt habe und nach Reiseende die vielen Tonziegel bei der Durchfahrt bestaunte. Hier auf dem Ballenberg, der in etwa gleich hoch gelegen ist wie Walde – (Schmiedrued ist tiefer als der Brienzerseespiegel) – sieht man Pizzaöfen aus Lehm. Noch ein anderer unserer Sänger kennt den Baumeister und dann treffe ich einen anderen Lehmbauer. Die pflanzen nicht Lehmstauden an, die arbeiten mit diesem erdenen Pfludi. Den kannte ich noch nicht und der andere hat eben diesen, seinen Kollegen nicht gefunden. Es braucht mehr als einen Tag, um alles zu sehen.

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Absolut logisch, der Töpfer war neben der Schmitte von Bümpliz im Berner Oberland. Zumindest so die Einordnung des Ballenbergmanagements. 1000 Jahre Bümpliz und eine Fliegenfalle und die Oberländer schnallen nicht, wo die PLZ 3018 zu finden ist. Ja, von der Strasse her betrachtet, steht sie meiner Meinung nach den falschen Weg rum. Strasse hin oder her, Bümplizer Giele würden das Haus so nicht erkennen. Schande über Ballenberg, silentium ganz traurig. Das sind wohl die kleinsten Probleme, die ich in einer halben Stunde über dieses Freilichtmuseum zu hören bekomme …

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… brennen kann man hier nicht. Physikalisch bautechnische Unkenntnis, wie sie auch bei der Hammerschmitte von sogenannten Fachleuten immer wieder vorgeschlagen wird. Ballenberg ist schön gemacht, aber alles andere als identisch restauriert. Rat suchen muss man eher nordwärts, wo man solche Schandtaten vermeiden will. Schön ist alles andere als korrekt oder bauchemisch geschickt – böse Falle. Zum Glück kenne ich seinen Kollegen, den Langhausschreiner, der mir beim Umbau als Baubiologe hilft. Keine Ahnung, wieso der Töpfer plötzlich auf Wein wechselt und sagt, dass er eigentlich Schweizer Wein nicht mag. Und ich gehe am Sonntag an den Bielersee. Dort kennt er einen, der ihm gesagt hat, dass die Ambience extrem wichtig sei. Festi, guet, es ist derjenige, den ich kennen lernen soll.

Nachtrag: Über die Ballenbergpersonalpolitik mochte ich als NDS-gekurster und mehrere Jahre aktiver Personalchef eigentlich nicht schreiben. Aber hier ballen sich Berge von Problemen an. Pech haben kann jeder mal. Aber zweimal nacheinander auf die gleiche Art, mindestens jetzt ungesetzlich und informationspolitisch ähnlich wie im amerikanischen Wahlk(r)ampf. In Zürich-West sagt man einfach, dass dies halt Haslitaler seien. Vermutlich müsste man auch hier ganz anders renovieren, aber diese Krankheit scheint im Kanton Bern etwas häufig aufzutreten. An einigen Orten müsste man UPDaten oder besser backdaten. Das nur mal stechmückenhaft für politisch versierte.

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Handwerk wird auch gezeigt. Hier die Haarkunst – die fasziniert mich, weil ich in dieser Beziehung eher weniger begnadigt bin – Flöigezibi. Vermutlich würde sich der Barbier meins Grossvaters (mütterlicherseits) im Grab über diese Farbenvielfalt drehen. Ihm ist ein Zimmer gewidmet – Dällebach Kari. Diese Damen haben Frisuren, die die ausgestellten fast schlagen. Viel feiner sind nur Fledermäuse, die hier tags rumfliegen, aber das ist starker Tubak

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… alter Tabak gibt eher Probleme. Was ist das für eine Schlauchcigarre, eine originell gedrehte Cigarre? Tabak wird auch hier im Sektor Tessin angepflanzt, aber die Lösung kenne ich nicht, obschon mit Cigarren nicht ganz unerfahren.

Und was sieht man beim Tabakfeld Richtung Susten – den Flughafen Meiringen, der eben Schlagzeile machte – Geschwindigkeit vor Sicherheit. Zeit, dass wir ins Waldhotel nach Interlaken fahren. 100 Meter neben dem überschäumenden Rugenbräu, wo vermutlich das Duschwasser herkommt und zuerst diese Strecke überwinden muss. Alles andere ist super …

… allem voran die familiäre Hotelcrew – Stefan der Chef, Stefanie die Servierdüse und Rocco der Weinverkäufer. Gesungen haben wir drei nicht italienische Lieder. Ja die Zeiten ändern sich. Als Jugendlicher war das mein Weg, vorbei an der Brauerei und dem vornehmen Hotel, von den anstrengenden Tagen des Bergsteigens ins erholsame Interlaken, wo wir heuer nicht mal das Hotel verlassen haben. Dabei wäre meine Nichte etwas neben dem Viktoria-Jungfrau im Stande, uns Bier oder Wein zu besorgen … sorry, ein andermal, der Männerchor war wieder erwarten nicht nachtunternehmungslustig. Ob’s wohl an den Strapazen liegt … eh, das waren erst maximal 16 Stunden – ,,buona sera“ … Napoli … da hat meine Mutter ganz ganz viele Kinder auf die Welt gebracht – zumindest geholfen.

Frühstücksbuffet – schön, ärgern sich die Leute nur über die kalten Eier und ich geniesse jede Menge an Nierbaum-Nüssen, getrockneten Aprikosen und wunderbarem frischen Brot. Japan, China, USA etc. geniessen Toast der eher an Kunststoff erinnert … aber scheint auch im Ruedertal Anhänger zu geben. Und dabei will ich ja in die Baumhasel-Zucht einsteigen. Nüsse warten zu Hause – gefunden in Zürich, Nähe Neumünster, geradeaus gen See. ca. 15 Meter hoch. Alperose müsse das gsi si … aber wir sind doch erst in Merligen. Ich sollte es wissen, der Männerchor sing nur ungern auf Reisen und bis Oberhofen läuft eh nichts. Wünschen wir doch Polo Ober-Hofer alles Gute. Die Zeit steht still,  schrieb ich damals – Wein, Weib und Gesang … wo näbe mir gläge si.

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Ja, Thun ist schön, nichts tun schöner …

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… ja es gibt ja noch riesengrosse Fahrzeuge wie zu Hause zu bestaunen. Zwei hamburgern durch das Tor des Berner Oberland, diskutieren wunderbar und schauen …

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… schauen der Blümlere zu, die in „See“ sticht. Wir stechen zur Reise in den Naturpark Gantrisch auf. Kreuzen Allmendingen wo es angeblich Orchideen zu sehen gibt. Vermutlich wäre das im anderen Allemdingen, das wir am Nachmittag um rund einen Kilometer „verfehlen“. Aber ganz in der Nähe, bei der Uttigenbrücke, wachsen zehn verschiedene wilde Orichideen.

Quer durchs Schwarzenburgerland und im Hauptort, seit kurzem meine Heimatgemeinde, scheint die Sonne. Ansonsten wir mit Regen verwöhnt wurden. „Hier werden die Farmerstengel für die Migros gemacht“, meint unser Konzern kennender 1. Tenor. Nachforschungen ergeben, dass dies tatsächlich in der ehemaligen Gemeinde von Wahlern war. Aber nicht in Blackburry sondern bei der Narida in Lanzenhäusern, in Riedstern, in der Nähe bei meinem Grossonkel in der Äckematt. Die Umgebung des Simeliberg, Rüschegg und die Chilchhaute von Wahlern lassen grüssen – Heimat meiner Grosseltern und meines Vaters. Da gibt es auch einen Spycher, den man gerne auf dem Ballenberg hätte. Da ich die gleichen Gene habe, bleibt die Hammerschmitte in Schmiedrued.

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Vorbeifahrt bei Zimmerwald mit Lenin und Käsitz  – Erinnerungen aus dem Car betrachtet. Viele geschichtsträchtige Orte haben wir passiert, die nicht allen geläufig sind. Unser Nachrichtendienst in diesen zwei Orten lässt grüssen, aber da kommen nur Eingeweihte nach. Über ein Schmuckstück, den Onyx gibt es was zu lesen und die polyglotte, globale Betrachtung, die Kralle, sagt genug. Auf der Echelon-Liste werden sie auch ab Oktober nicht sein. Andere sahen die Antennen auf dem Gurten … aber das war der Ulmizberg. Und vis-a-vis der Belpberg und einige verstehen Feldberg (im Schwarzwald).

Fast so verwirrlich, wie die Emme, die Ilfis und die kleine Emme, die wir in diesen zwei Tagen mehrmals gekreuzt haben. Die Hochwasserschutz-Baustelle in Worb entpuppt sich bei genauem  Hinsehen eher als neue Umfahrung, die an diesem Samstag in Betrieb genommen wurde. Die Worble, wie ich sie in Erinnerung habe, führt hier schätzungsweise gleich viel Wasser wie die Ruederche, die eigentlich nur Rued genannt wird. Interessanter ist das Wasserrecht aus dem frühen Mittelalter, als unterhalb von Biglen Wasser abgezweigt werden durfte. An der Mündung in die Aare dürfte sie rund doppelt so viel Wasser führen – HHQ 20 gegenüber 41. Wobei vermutlich die 41 Mitte 80-er Jahre übertroffen wurden. Das orange Bähnli hätte tauchen müssen und das blaue Bähnli stand vermutlich am Bahnhof auch unter Wasser. Soweit bin ich nicht vorgestossen. Der Tag mit meinem längsten und einem eindrücklichen Arbeitsweg von Huttu via Worb nach Muri/Bern, nicht AG. Das ganze Tal war unpassierbar – schön, wenn es Brücken und Wahrzeichen gibt. HHQ heisst übrigens höchster Hochwasser Querschnitt in m3. Oder wer meer Wasser lieber mag, der denkt an den Flugplatz von Hua Hin in Tailand.

Meine umfangreichste Schreibarbeit habe ich in Worb gemeistert und die hat ein ganzes Unternehmen auf den Kopf gestellt. Einer der diese Zeilen umgesetzt hat, ist heute auch bei der Windkraft über dem Ruedertal zu lesen. Vermutlich nicht schlecht, wenn sie sich hier mal weiter neutral informieren und wie damals bei Silvio’s Denksportaufgabe weiter denken. Die direkt betroffenen orientieren höchst mangelhaft. Fast wie beim Geheimdienst.

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Vertrauter war unseren Motorrad affinen Sängerkollegen die Schrattenfluh mit der Hiubi Chiubi oder dem Vintage … und allenfalls hat der Zug wieder …

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… Hunger gebracht. Und unser „Bäckermeister“ erzählt vom einheimischen, für mich den Längässler, Rüedu Hunsperger, der für die Soldaten einmal Samiclous spielte. Zum Glück haben wir die Reise im Car gemacht. Mit dem ÖV hätten wir vermutlich einige Minuten bis Tage länger aushalten dürfen. Das Gebiet wird heute hauptsächlich von der BLS und Postautos bedient. EBT, das Gehörte, gehört zur Geschichte und die Vorgängerin, die BTB, schrieb wirklich als erste elektrische Vollbahn Eisenbahngeschichte. Dann gab es noch die VHB, die RM, die GBS, die BSB, GTB und wie sie irgendwann mal geheissen haben. Schön anstrengend, nicht aber unser Ausflug. Kommen sie das nächste Jahr auch mit – am Donnerstagabend um 19.45 singen wir im heutigen Gemeindehaus in Schmiedrued. Die letztjährige Vereinsreise führte uns in die Vogesen. Gluschtig gemacht? Wir nehmen auch Frauen auf.

 

 

 

 

 

Pomelkophiler zeigt Zieher und Heber – eine Zapfenzieherperformance

1795 wurde das erste Patent für einen Zapfenzieher von einem englischen Pfarrer angemeldet. Was würde näher liegen, dass diese in zwei Hauptkategorien aufgeteilt sind – mit Seele und ohne Seele.

Zuerst muss abgeklärt werden, ob allen der Begriff Zapfenzieher klar ist. Sollte dies der Fall sein, so darf dieser Beitrag, der als Grundlage eines kleinen Referats über Zapfenzieher dient, in Mundart gehalten werden. Ein Sammler unter fast 20 Künstlern. Eine Künstlerin klärte mich auf. „Dies ist eine Korkenzieher-Performance“.

Sprachen sind nicht ganz einfach. Der Schweizer hat seinen Zapfenzieher, der Österreicher den Stoppelzieher, das ist kein Rasierapparat oder Barthaarzupfer, und offiziell heisst das am weitaus meist verwendete Gerät zum Entfernen eines Korken oder eben Zapfens, der Korkenzieher.

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Hier ein Bild des weltersten echten Zapfenziehers – kurz vor der Vernissage erstellt.

Sammeln kann eine Wut sein oder eine Lust. Vor allem bei Pomelkophilen oder Helixophilen, da habt ihr bei den eindeutigen Bildern doch alle gleich Hintergedanken, geht es eher um Kunst. Dieses Museum mit rund 1200 Stück in Ménerbes auf der Domaine la Citadelle müsste man einmal besuchen. Kein mondäner Ferienort, eher ein Geheimtyp. Dora Maar, eine Muse von Pablo Picasso wohnte hier. Sie war auch eine Bekannte von Louis Aragon, einem der Begründer des Surrealismus. Salvador Dali, Joan Mirò und der Schweizer auf der 100-Franken-Note lassen grüssen. Korkenzieher und Kunst verbinden und viele Künstler kennen dieses Werkzeug, brauchen es gerne, manchmal gar zu oft. Ganz alles kann ich heute nicht erzählen oder aufschreiben, wer mehr wissen will, kommt halt mal in mein Wohnzimmer, zwar noch eine Baustelle, aber die Möbel sind von einem gestaltet, der Schüler von dem auf der 10-er Note war. Gute 50 Jahre alt und aus der Musterwohnung des weltbekannten Quartiers, des Tscharnerguts. Ein Unikat eines bauhausmässigen Möbeldesigners.

Design ist ein Modewort, es kommt von Zeichnen und im industriellen Design gibt es verschiedene Voraussetzungen die erfüllt sein müssen, damit es ein Design-Produkt ist.

  • praktische Funktion, wie Ergonomie, Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit
  • sinnliche Funktionen, wie Ästhetik, Haptik (spüren sie am klebrigen Muster)
  • ökonomische Funktionen, wie Kosten, Technik, Fertigungsschritte, Logistik
  • ökologische Funktionen, wie Lebensdauer, Entsorgung

Zum letzten Punkt hat damals der Direktor des Design Center zu unserer NDS-Arbeit gesagt: „Das wird nie nötig sein.“ Zwei Jahre später hat er als waschechter Casanova dies als seine Idee vorgetragen. Ab und zu im Leben muss man aufstehen und etwas berichtigen. Einer unseres Dreierteams kam übrigens aus Kirchleerau, unserer Nachbargemeinde.

Zusammenfasst kann gesagt werden, dass praktisch kein Korkenzieher alle Designanforderungen erfüllt. Lassen sie nie, niemals einen Sammler reden. Der hört nie auf. Ich kürze ab, im Finanzblog wird mehr stehen. Und wenn wir schon bei der Kunst sind, ich sammle nicht nur Bilder, sondern auch schöne Weinetiketten und andersartige Weinflaschen.

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Der Besitzer der Hammel S.A. Rolle, der Hammel Vins, hat das Original von Jean Tinguely und durfte 1000 Wein-Etiketten drucken. Die allermeisten dürften weggeworfen worden sein. Im Internet bin ich nirgends auf diese Kleinauflage gestossen und dabei wurde eine dieser Flaschen der Domaine de Riencourt (1989) für tausend Franken versteigert. Die Kreditanstalt hatte in Langenthal eine Kunstausstellung und wir schenkten diesen Wein am Freitag, 30. August 1991 aus. Erst am nächsten Tag haben wir beim Abernten von fünfzig Johannisbeerstöcken für die Weinherstellung , aus dem im Garten aufgestellten Radio in den 11-Uhr Nachrichten erfahren, dass Tinguely an diesem Tag starb. Zuvor gönnten wir uns diesen Chasselas als Apéro und bestellten telefonisch auf dem Alibiphon noch zwei Kartons. Einen für mich, einen für meinen Bruder. Wir haben sie erhalten, obschon das Weinhaus erst ab diesem Tag den Wein mit einem Zuschlag von zwei Franken gut hat verkaufen können. Eigentlich traurig, dass ein Künstler oft erst nach seinem Tod richtig begehrt wird. Selbstverständlich ist heute der Korkenzieher von Hammel ausgestellt. Über drei Mitarbeiter, Hans, Hansruedi und Martin gäbe es noch viel zu erzählen. Alle drei sind irgendwo im Finanzblog schon erwähnt worden, derjenige mit dem Namen wie ein bekannter Tennisspieler ist als Grossratskandidat sogar in einem Bild verewigt.

Die Pomelkophilie der „freundlichen Stöpselzieher“ oder die Philatelie der „freundlichen Steuerbefreiter“, könnte ganz schön ins Geld gehen, wenn man spezielle Luxusstücke kaufen will. Einige tausend Franken könnte man pro Stück ganz einfach ausgeben. Zwei Stück haben über hundert Franken gekostet – diejenigen, die ich in der Küche habe. Über gesammelte 300 Stücke sind doch nicht schlecht und es befinden sich auch Stücke aus dem 19. Jahrhundert darunter. Nicht jeden Preis zu bezahlen und trotzdem schöne Stücke zu finden, das macht Spass. Ländliche Flohmärkte und Brokenstuben sind für Sammler ein Eldorado. Ein Zapfenzieher, ein Gebrauchsgegenstand der bei Wohnungsräumen in der Brockenstube oder im Abfall landet. Die allererste Zapfenzieher-Recycling-Box steht an der Ausstellung und dann neben meiner Haustüre. Jedes noch so wertlos aussehende Stück wird gesammelt. Querbeet.

Der Hélice, ein französisches Urgebilde, wird nicht einmal im französischen Wikipedia erwähnt – und nun könnte es schrecklich kompliziert werden. Ich möchte mich nicht auf die Äste lassen, was mathematisch eine Helix ist und wie das berechnet wird. Die bekannteste ist wohl die italienische Teigware, die Fusilli, die Teigwaren-Spirale. Und die häufigste, die Desoxyribonukleinsäure – DNS oder engl. DNA – erinnert an den orangen Zapfenzieher mit einer Doppelhelix. Der hat eine richtige Seele, wo ein Streichholz in den Wendel oder Krätzer gestossen werden kann. Vom den andern, die keine Seele haben, gibt es jede Menge an Zapfenziehern, die den Korken durchlöchern und eher als Bohrmaschine für Gipsplatten oder zum Suchen von Erdöl eingesetzt werden können – Korkenzieher mit einer Schraube.

Und es gibt die weltgrössten Korkenzieher, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen äusserst beliebt sind, der Interlocking Corkscrew auf Achterbahnen – alle gebaut durch Bolliger & Mabillard – einem Schweizer Ingenieurbüro. Der weltgrösste echte Korkenzieher ist auch ein Schweizer Produkt – der Coutale aus Buchs/ZH – derjenige in der Sammlung mit dem Schweizer Kreuz, der Kleine nur.

Zugegeben, sammelwürdig sind sie allemal und oft auch noch einfacher zu bedienen, als Tricks, wie man sonst noch zum Wein gelangen kann:

  • Schraube und Gabel oder Zange
  • Schraubenzieher oder Messer
  • Schlüssel oder mehrere Nägel
  • Korken reindrücken
  • Flasche in Tuch zerschlagen und sieben
  • Baumstamm oder Mauer und einen Schuh – einige Male kräftig dagegen schlagen

Einfacher, man nimmt einen Federzungen-Korkenzieher mit dem die Flasche auch wieder verschlossen werden kann. Und wenn gar nichts mehr geht …

… sollte man einen Tenaz (stur), eine Portweinzange, nehmen. Abgesehen davon kann eine Flasche mit einem brüchigen Zapfen oder einen für den Korkenzieher zu grossen Durchmesser auch mit einem glühenden Draht umschlungen werden. Wichtig ist, dass man auf der Höhe des Korkens arbeitet.

Das Ziel beim Entfernen eines Korkens ist eigentlich immer gleich:

  • sauber
  • schnell
  • möglichst wenig Kraftaufwand

Physikalisch gibt es noch ein weiteres – möglichst kurze Wege. Hier die ausführlichen Berechnungsformeln … mir reicht „Handgelenk mal Pi“. In diesem Zusammenhang gibt es in meiner Sammlung einige Exoten und einige Patienten.

Vor 20 Jahren habe ich meinen ersten Leverpull von le Creuset gekauft und der gab halt den Geist auf. Die nachgemachten halten meist nicht länger. Mein Vater benützt seit sechzig Jahren immer noch den gleichen – ein Werbegeschenk von Radio Pfister. Alle meine Korkenzieher habe ich ausprobiert. Alle bis auf einen haben ihren Dienst zumindest einmal verrichtet. Das Hightech Modell, gekauft im Musee du Vin in Beaune, ist beim Praxistest durchgefallen. Manches Werbegeschenk ist tauglicher.

Mein schönster und teuerster – 110 Franken – ist ein ganz rarer Sommerlier-Korkenzieher von Laquiole (Laiol ausgesprochen). Die meisten stammen nicht aus Frankreich, denn der Name und die Biene wurden nie geschützt. Meist sind dies billige Kopien aus China. Das grösste Stück ist eine Grillgabel und der kleinste Korkenzieher aus Draht erstellt worden. Nur für starke Zeigefinger geeignet. Es gibt Stücke in verschiedenen Farben, Ausführungen, mit Verzierungen, rostige, glänzende, kombiniert mit Gabeln, Messern, Kronkorkenhebern, in Tierformen, handliche und unhandliche, aus Eisen, Silber, Holz, Plastik. Es gibt fast nichts, das nicht irgendwo zu finden wäre und oft kombiniert mit hilfreichen Sachen wie Kapselschneider. Es sind keine Grenzen gesetzt.

Nebst verkorkten Flaschen müssen auch Beutel, Tetrapacks und verkapselte Flaschen geöffnet werden. Und nicht jeder Drehverschlussöffner eignet sich für alle Flaschen – Weinflaschen mit diesem Verschluss sind meist kleiner im Durchmesser. Auch Korkenheber finden sich in der Sammlung. Kombiniert mit einem Feuerzeug, als Flaschenverschluss, zum zwirbeln und und und …

30 verschiedene Möglichkeiten, wie eine Flasche geöffnet werden kann. Das Soorser Bier wird mit einem Kapselheber geöffnet, das Schlossbreu mit ihrem Feuerzeug und im Ristaurante Pizzeria Sternen und in der Pinte verwenden sie Werbegeschenke. Bei mir ist kein einziges geklaut worden. Alle haben Spass, eine Sammlung zu bereichern.

Daneben gibt es auch Champagnerkorkenzieher und wenn der Korken wirklich nicht zu entfernen ist, dann gibt es noch den Champagnerheber. Wenn mal ein Korken in die Flasche gefallen ist, so gibt es zwei Ausstellungsstücke, um diesen aus der Flasche zu holen. Der interessanteste, aus einer Lismernadel gefertigt, wurde jahrzehntelang von Emmelis Crew im Hirschenbad in Langenthal verwendet.

Vergessen wollen wir nicht die verschiedenen Verzäpfer, denn irgendwie muss ein Korken auch in die Flasche und um einen Wein zu testen, wie er in einigen Jahren munden wird, verwenden wir den Clef du Vin – eine Erfindung der alten Römer.

Viele Korkenzieher finden sie auch im gleichnamigen Buch aus dem Benteli Verlag, die mit dem Cementit und dem neuen Schloss Bümpliz – Zivilstandsamt mit meiner Cousine, zuvor WG, unter anderem war mein Bruder dort und zuvor der CEO von Merz-Benteli, Ted Scapa und wir wären wieder mal bei der Kunst.

Aram ist ein historisches Gebiet in Syrien, wo sich auch die Stadt Aleppo befindet und der Zapfenzieher von Michael Aram einer meiner schönsten und ergonomisten Korkenzieher, gekauft im Guggenheim Museum. Wenn ihr den im Internet sucht, stoss ihr vielleicht stattdessen auf ein ganz bekanntes Kinderlied Aram sam sam, gulli gulli gulli, ram sam sam. Ein gutes Training, für die Handhabung von vielen Korken- oder eben Zapfenziehern. Auch wenn Wein oft verpönt wird, es ist besser einen Korken, denn einen Abzug zu ziehen. Denkt daran, sämtliche Korken immer ohne Knall entfernen.

Ja, wenn alle Korkenzieher sprechen könnten, was sie schon alles erlebt haben. Das gäbe ein endloses Buch. Ich habe mit der Religion angefangen und höre damit auf. Der Zapfenzieher der liberalen reformierten der Landeskirche aus Genf ist mit einer gestrigen Mitteilung an Wert gestiegen. Es wird nie mehr einen geben … das ist der Verlauf der Zeit, die auch mit Korkenziehern dokumentiert werden kann.

Noch einige Links:

 

Welterste echte Zapfenzieherausstellung

An der Vernissage am Freitag, 2.9.2016, 19.30 Uhr im Weberei & Heimatmuseum, Schmiedrued eröffnen „Hobbykünstler und Sammler aus dem Ruedertal und Umgebung“ die Ausstellung. Alle sind herzlich willkommen.

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Als ehemaliger Weinbauer, Weinbergsmauer-Besitzer und Naturschutzpräsident in unserem Tal freut es mich, einige Stücke aus meiner Sammlung zu zeigen. Erste Aufgabe wird sein, einen echten Zapfenzieher herzustellen. Ausgangsmaterial gibt es im und um die Hammerschmitte zu Hauf. Aber seien sie beruhigt, ich zeige auch Flaschenöffner welche Kronkorken heben und einige spezielle Geräte. Und vermutlich werden auch einige Korkenzieher zu sehen sein.

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Himmel sei Dank … Teil 2

… genau genommen Undank, denn bei schönem Wetter und angekündeter Kälte bleiben einige Teilnehmer zum Traktoren-Geschicklichkeits-Fahren aus – Sonntagsarbeit ist angesagt, das gute Wetter ausnützen.

Bei den zwei „Arbeitsposten“ für Kinder ist aber Grossandrang. Aufpassen ist angesagt, denn wir wollen keine Unfälle …

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… das ist nur eine Alterserscheinung, die taffe Zoe hat eingewilligt, dass ihr Konterfei erscheinen darf. Sie wird Freude haben und ihr Vater wird auch nichts dagegen haben, denn er will ja in zwei Jahren als neuer Präsident gewählt werden. Die Zahnlücken haben beim Spaghettiplausch à Diskretion für fünfzehn Franken mit vier verschiedenen Sorten kostlicher Saucen einen riesen Vorteil.

DSC_8721Zwei auf der Wippe – Heldenmut macht lernfähig …

DSC_8710                                                 … und von hinten in die Beine fahren, mutig … oder eher übermütig. Auf alle Fälle lernt mann, wie man auf die Zähne beissen kann. Gar nicht so schlecht, dass die beiden Postenleiter über je dreifache Erfahrung mit eigenen Kindern verfügen, denn wir müssen oft in die Trickkiste greifen.

DSC_8728Keiner zu klein, eigener Traktorbesitzer zu sein …

DSC_8719 … ganz abgesehen davon, dass wir noch jüngere Teilnehmer hatten …

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… ob sie wohl die Hüpfburg besiegt haben?

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Der „Softie“ bedient nicht nur Kinder und fragt sich vielleicht, …

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… wieso der dreirädrige David gegen den Goliath mit vier gleichen Rädern keine Chance hat. Dabei haben ungleich grosse Vorder- und Hinterräder viel mehr Vorteile. Der County hatte am Anfang gar nur Raupenketten – er sinkt wesentlich weniger ein. Mancher Bauer hat in den vergangenen Wochen diese Eigenschaft an seinem Schlepper vermisst. Und alte Traktoren haben oft noch einen weiteren Vorteil.

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Die Damensiegerin Brigitte Bauhofer, Schmiedrued (219 Punkte) vor Irene Staffelbach, Kuntwil (304) und Nicole Schmid, Schlossrued (317)

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Junior Swen Mauch, Schmiedrued (179), vor Christian Putscher, Wiggen (198) und Michael Müller, Meierskappel (225)

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Senioren – ab Jahrgang 1998 – Ruedi Dätwyler, Schmiedrued (16 Punkte, nicht Jahre) vor Ueli Liechti, Ersigen (41) und Fabian Erni, Neudorf (88)

Herzliche Gratulation auch an den Sieger im Kinderparcour – Jonas Bolliger (12) mit 920 von maximal 1200 Punkten.

Es gab für alle einen Preis. Danke den Sponsoren. Der Sieger fuhr gar mit seinem ausgewählten Velo eine Ehrenrunde und für den Ehrpreis, den 100. Platz nahm die Dame mit Kewnnerblick einen Business-Anzug. Er hatte mehr Glück …

DSC_8807… als derjenige, dem wir den Toaster ersetzt haben. „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“, wir aber in Zukunft in alle Schachteln.

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Der Speakter, René Dätwyler, foderte alle Kinder auf, auch einen Preis abzuholen.

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Sieben jährig und besonders stolz über den ergatterten Zapfenzieher. Ob er eine WVorahnung hat, was an den beiden ersten September-Wochenenden im Webereimuseum gezeigt wird. Ab sofort dient der grosse Briefkasten bei der Hammerschmitte auch als Zapfenzieher-Recyclingstelle.

Himmel sei Dank … – Teil 1

… Superwetter beim 16. RTGKF … aber wer um Himmels Willen hat diesen Hals- und Fingerbrecher mit 49 Anschlägen erfunden. Der McSchmiedrued – aber es gab super Würste, Schnitzel, Dinkel-Bauernbrot und für Tiefflieger Pommes.

Ja, mit der Verpflegung wird noch einiges ausgeplaudert, aber derweil schlage ich mich mit der Technik herum. Im letzten Link müsste noch „www.“ hingepinselt werden und dann haben sie die Berechtigung, unsere Mannschaft anzuschauen. Danke für den Einsatz und schon gibt es wieder Probleme. Wir, vom Männerchor Schmiedrued … und viele Ehegattinen, Konkubinen, ehemalige Mitglieder samt Anhang – ihnen allen auch ein ganz herzliches Merci – arbeiten ohne Lohn, aber mit dem Hintergedanken, die Vereins-Finanzen ins Reine zu bringen, ohne den Mitgliederbeitrag erhöhen müssen. Ein Grenzfall fürs BGE, aber die herumliegenden Zeitungen, scheinen niemanden zu interessieren. Traktoren sind gefragt, aber sicher keine Abstimmungsdiskussionen.

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Geotracking? Weder Geotrac noch das Traktorlexikon helfen weiter. Schlicht ein alter Markenname, der mit der Zeit geht. Lindner-Traktoren sind mindestens drei vertreten. Andere lassen beim Starten einen Duftschwall in der Luft. Genau genommen sind es Fahrzeuge aus einem Land, das zur Zeit wegen einiger Ungereimtheiten, Abgass mässig in der Quere steht – was ab und zu in der Festwirtschaft zu bemerken ist. Die roten aus Österreich nicht – haben ja auch einen Motor aus England. Bei Automotoren kenne ich mich besser aus. Habe ja auch einen aus dem Königreich und wenn der gleiche Name bei der Landwirtschaft auftaucht, dann handelt es sich um einen aus dem grossen Kanton. Da soll noch einer draus kommen. Die kleinen feinen, auch derjenige aus dem Kaiserreich, faszinieren mich mehr, als die starken, kräftigen. Das Schöne ist, alle können jeden ausprobieren.

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McCormick erinnert mich an amerikanische Gewürze und dabei ist hier wieder ein englischer Traktor im Spiel, der seit einigen Jahren in Italien produziert wird. Und der New Holland, erraten sie, zu wem der gehört? Der italienischen Automobilfabrik Turin – Fiat. War ja schon mal zu lesen. Technik ist nicht immer einfach zu begreifen. Sie möchten mehr Details zu den uns zur Verfügung gestellten Traktoren? Das Traktorenlexikon ist detailreicher als Wikipedia über Ackerschlepper zu erzählen weiss. Am meisten Spass dürfte Traktortest machen. Seien sie aber nicht enttäuscht, wenn das gesuchte Gefährt, zum Beispiel der Steyr 768 nur eine Bewertung hat. Mit etwas über 40 Jahren war er unter unseren Oldtimern zu sehen und bei den Postenfahrzeugen gibt es vielfach gar keine Tests – einfach viel zu neu! Brandneu und wo schon ausgetestet wurde, ausnahmslos Spitzenränge. Wer möchte da in zwei Jahren nicht mit dabei sein?

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Übrigens, das ist kein Bio-Milch-Transporter aus dem grünen Österreich, welche nun Bellen, genau genommen Alexander van der Bellen – ein Bschütti-, Jauche- oder Güllefahrzeug aus Schmiedrued. Rund 30 000 Liter. Irgendwann bringt man den Inhalt vielleicht gar mit dem Flugzeug aus, wie die Spritzmittel in Schweizer Rebbaugebieten.

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Bio Kaiserstuhl gegen Wallis. Die Kinder fischen im Trüben und wir sind nicht eben ein ideales Vorbild. Aber irgendwie singt man ja „Dr Tüfel isch gstorbe, Grossmüetter läbt no, si het drum vermutlich, vo däm Fendent nid gnoh.“

Ja, dem Himmel sei Dank …

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… dass der Föhnsturm nur am Samstag anhielt, der Vollmond um uns herum war und eine Minute nach der Preisverteilung der Regen losbrach, gefolgt von den echten Eisheiligen – fast genau gregoriansich und korrekt 10 Tage nach der julianischen kalten Sophie.

Nun brauchen einige eine Verschnaufpause:

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Traktoren Geschicklichkeitsfahren

Traktoren „heute und morgen“ am Ruedertaler Traktoren Geschicklichkeitsfahren des Männerchor Schmiedrued in Schmiedrued-Walde.

Jederman und jederfrau ist eingeladen nigu nagu nöii Traktoren selbst zu steuern – vorausgesetzt sie haben einen gültigen Führerausweis (Kat. G oder höher) – oder sie sind nicht zu schwer, um sich auf einen Kinderspielzeugtraktor zu setzten. Wetter ist allerbestes bestellt – wie das brrrrr, pfffff vor zwei Jahren, das alles andere als die Kälte betrifft.

Viele kommen auch nur des Spaghetti-Essens wegen – CHF 15.–, à discression, vier Saucen. Preise wie im Video bei der Ausscheidung für die Expo Lausanne 1964. Bei uns braucht es kein Vitamin B, um zu gewinnen. Eher Vitamin D3, das Cholecalciferol und da können Spitzenatlethen wie Otto Normalverbraucher mit mir über Erinnerungen an die Expo 2002 resp. 2003 und die Zukunft dieses Nahrungsergänzungsmittel diskutieren. Zu finden bin ich im Spielparadies – hier lassen wir sogar manchmal Erwachsene Büchsen werfen oder Mohrenköpfe schiessen – der Plausch zählt hier. Beim Geschicklichkeitsfahren auch,  und trotzdem erhalten alle ob Profi-, Test-, Plausch-, Übungs- und Erstmalstraktor-Fahrer einen Preis.

Ganz alles wird nicht möglich sein, denn wir können brandneue Traktore von mehreren hunderttausend Franken zum Fahren zur Verfügung stellen und alle Arbeitsposten sind mit unseren eigenen Profis belegt, die für die Sicherheit und die Instruktion von Neulingen zuständig sind. Nur Mut, aber kein Vollgas, denn unsere Maschinen kosten mehr und sind stärker, als viele Sportwagen – normalerweise nicht ganz so schnell …

 

Informationspolitik – 3. Teil

Die CKW hat zur Mitwirkung am Windpark KIKU informiert. Die Frage ist nur, was wollen die Leute an Informationen erhalten.

KIKU – hier ist nicht die Apfelsorte gemeint, darüber habe ich schon berichtet. Unter der Informationspolitik – 2. Teil habe ich über Fremdsprachen und das Lachen geschrieben. In meinem Buch, das vielleicht einmal erscheinen wird, dürfte dem Nichtlachenden auch einige Zeilen gewidmet werden. Lachen musste ich gestern an der Veranstaltung.

Da lässt einer lautstark Dampf ab, wie schlecht die CKW heute Abend informiert hat. Hat sie das wirklich? Nicht nur Fremdsprachen sind manchem ein Übel, auch die Deutsche Sprache kann nicht gelesen werden. Auf dem Flyer der CKW stand haargenau über was informiert wurde. Und dies geschah ausführlich. Die Präsentation wird irgend mal aufgeschalten. Ich finde sie noch nicht – vielleicht ist der Stromausfall in Ebikon von heute schuld – allenfalls im Schindler-Lift stecken geblieben. Pannen gibt es heute noch und noch und ist Windenergie vermutlich sicherer, als zum Beispiel Fessenheim, wo ich beim Natur- und Vogelschutzverein geschrieben habe.

Für mich war die Veranstaltung super. Mehr als ich erwartet habe und ich konnte mit einigen Verantwortlichen diskutieren. Als Windkraftbefürworter möchte man aber mehr über die möglichen Nachteile wissen. In der UVP (Umweltverträglicheitsprüfung) die im Mai und Juni stattfinden soll, wird allenfalls mal die Frage über Wirbelschleppen, Wirbelwellen und Skalarwellen aufgeworfen. Da möchte ich mehr darüber wissen. Auch die Angesprochenen. Eine Dame kennt aus der Fliegerei die Wirbelschleppen. Na also, ein Anfang ist gemacht.

Warum aber informiert die CKW an diesem Abend nur über die Mitwirkung. Zeitgründe? Ich denke nicht. Wir haben schon vor Jahrzehnten an einer andern Fachhochschule gelernt, dass 18 Folien pro Sekunde einen Film ergeben. Einige Folien weniger wäre für die Allermeisten gerne verkraftet worden, denn es war eigentlich keine Vorlesung sondern eine Veranstaltung in einer ländlichen Region. Und die meisten der Besucher haben sicher nicht versucht, den Film zu schauen, der bei der CKW aufgeschaltet ist. Sorry, der dreht bei mir, wie dies ein Windkraftwerk tun sollte. Hier ist der entsprechende Link für Befürworter und …

… hier (ab 17. Minute) versuche ich mal, einen Film für Gegner einzubetten. Ja, wieso wird nicht über die Windmessung informiert, die gemäss Projektverlauf im Januar/Februar stattfand. Wenn es zu wenig Wind gäbe, hätte man garantiert die Veranstaltung kurz und ohne Apéro abgehalten und das Projekt eingestellt. Zudem informierte man, dass nicht für 16 000 Haushalte Strom produziert würde, sondern für 1 600. Aber auf der Internetseite stehen immer noch: „Der gesamte Windpark produziert Strom für rund 2’800 Vier-Personen-Haushalte.“ Das fördert nicht eben das Vertrauen.

Zudem hat die Windmessung 14 Monate gedauert und eigentlich wären nur 12 Monate drin gelegen, ohne Baubewilligung – dies vermeldet ein Behördemitglied. Umfragen von Behörden bei der Bevölkerung und dann wird im Rat gegenteilig entschieden. Die schweizerische Demokratie ist nicht einfach, denn es gibt zu viele Vorschriften und vor allem andere Möglichkeiten.Vermutlich suchen die Einwohner mehr Daten, Fakts zu unserer Region … so wie das inzwischen fünfjährige „Konzept Windenergie Kanton Luzern„.

Nur eins ist sicher, es wird informiert und man kann seine Meinung beitragen. Versuchen sie dies mal in der EU, da muss die Bevölkerung viel mehr unternehmen, damit sie auch mitmanipulieren kann. „Manipulieren“, dies ein Wort aus der Diskussion. Ärgern, lachen oder schmunzeln, das ist jedem freigestellt. Information ist nicht einfach, auch nicht, wenn nächste Woche das erste deutschsprachige Finanzblog 12 Jahre feiern kann. Übrigens, in dieser Zeit wurde einige Male darauf hingewiesen, dass Finanzen Geld bedeutet und nicht nur Finanzanlagen.

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind – 2. Teil

KIKU – Kinderkultur? Nein, der Windpark Kirchleerau/Kulmerau! Zu finden unter www.ckw.ch/windpark-kiku. Und schon stellen wir einen Planungsfehler fest!

Planung heisst „Irrtum durch Zufall ersetzen“. Windkraft, da war ich nie dagegen, aber es gab immer kritische Bemerkungen zu den Alternativenergien. Zu den herkömmlichen Energien, gab es mehr solcher Feststellungen, aber das soll uns zumindest in diesem Beitrag nicht beschäftigen. Vor rund 10 Jahren schrieb ich: „Die Energieszene ist zur Zeit hoch interessant. Nicht nur für Börsengeschäfte. Auch Fachleute wissen nicht genau, wohin die Reise geht.“ Hier hat sich bis heute nicht viel geändert.

Mich laust der Affe und daher zwischendurch so etwas wie eine kleine tierische Randgeschichte. Die beiden dort erwähnten Firmeninhaber des Blackout haben vor einem halben Jahr verkauft und die neuen Inhaber scheinen mit einem Mangel an Geldüberfluss zu kämpfen – wie so viele andere leider auch. Der erwähnte Affenplatz wurde vor einem Jahr verkauft. Und wieso heisst der Affenplatz? Der Ur-Grossonkel meiner Kinder, hat dem Zirkus Knie einen Affen abgekauft, weil dieser damals in Geldnot war und Mühe hatte, für die Tiere Futter aufzutreiben. Und so lebte der Affe im Kleiderhaus Holliger in Langenthal weiter. Den Platz nannte man im Volksmund nun Affenplatz – vis-à-vis der damaligen Wirtschaft Tell. Und das verkaufte Haus heisst so, weil ich dem Architekten mal diese Geschichte erzählte und er fand, nun hätte er den Namen für dieses Einkaufszentrum.

An die hundert Jahre im Zeitraffer. Vermutlich wird es auch solange dauern, bis unsere Kinderkindeskinder mehr die Auswirkungen von Windkraftanlagen wissen werden. Die CKW – zu 4/5 von der Axpo gehalten – orientiert unsere Umgebung über den Windpark KIKU. Diese Abkürzung steht an etlichen Orten für Kinderkultur. Zudem ist KIKU ist ein eingetragenes Markenzeichen für einen Apfel. Am Baum mit einem Schmuckanhänger gezeichnet. Dem sagt man Marketing. Ein Ausländer, ein Österreich-Japaner sozusagen. Mehr dazu am 12. August beim Bräteln des Naturschutz- und Vogelvereins Rued. Der CKW-Link wird umgeleitet. Wieso wohl. Haben sie den Planungsfehler bemerkt?

Und haben Sie den Film angeschaut? Ich nicht – Error 2035. Wieso? Auf der Welt gibt es einige Sicherheitslücken und auf die kann ich nach Möglichkeit verzichten. Erstaunlich, dass Energieunternehmen und andere risikosensitive Unternehmen, hier nicht einen Schritt weiter sind. Ist das bei denen in allen Bereichen so? In der heutigen Zeit ist die Frage berechtigt. Es gäbe Filme, die man mit weniger Risiko anschauen kann. Youtube lässt grüssen und bei andern müssen wir noch 19 Jahre bis ins 2035 warten, bis sie auf Mainstream sind. Sorry, wenn ich es ab und zu nicht bin. Aber ich bin auch etliche Nummern kleiner, als die sogenannten „Grossen“.

Bleiben wir bei der Windkraft. Nennt es zumindest anders. Kirchleerau (AG) / Kulmerau (LU) – haben sie die ehemalige Gemeinde gefunden, die nun zu Triengen gehört? Oder Walde, das bei allfälligen Auswirkungen der vier geplanten Windräder vermutlich am meisten zu leiden hätte? Marketing scheint nicht das Fachgebiet von Energieunternehmen zu sein. Vorschläge habe ich schon weitergereicht. Auch an politische Behörden. Wenn erstaunt es, dass sich auch der Hersteller auf meine Anfrage zu den ungefähren Zusatzkosten für eine Aussichtsplattform auf der Windanlage beim „Passübergang“ nicht gemeldet hat. Das könnte man touristisch vermarkten.

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind – im ersten Teil habe ich auf ein Mail über Ottensoos über die Schallwellen mit meinen Erkenntnissen reagiert. Es scheint aber bei Windkraftwerken ein zusätzliches Problem zu geben, das ich als wichtiger einstufe.

Vielleicht steht an dieser Stelle einmal ein sensationelles Bild das von Christian Steiness/Vattenfall geschossen wurde. Tönt deutsch und deshalb habe ich Vattenfall Deutschland angefragt, ob ich das Bild widergeben darf. Hier einige Links zu diesem Bild, das vermutlich schon oft kopiert wurde:

Vattenfall Deutschland habe ich gebeten, mir bis Ende Woche mitzuteilen, wenn ich das Bild nicht verwenden kann. Ausser einer Systemmeldung, dass man sich der Anfrage widmen will, habe ich nichts gehört … hier also das Bild. Danke.

Wasted Wind

Triengen hat einen Flugplatz und bei uns in resp. über Schmiedrued wird regelmässig Kunstflug geübt. Die Windkraft könnte allenfalls nicht nur der Skyguide, sondern auch der herkömmlichen Fliegerei ein Dorn im Auge werden, wenn sich diese vermehrt, mit dem Wirbelschleppen auseinandersetzen. Einige schöne Beispiele sieht man bei Youtube.

Eindrücklich, was nach ungefähr 30 Sekunden geschieht. Hier ein wunderschönes Bild der U.S. Air Force. Ich werde mich weiter mit Wirbelwellen und auch den Auswirkungen von Skalarwellen beschäftigen. Ein faszinierendes Gebiet. Für die Meisten echtes Neuland, für andere Verschwörungstheorie. So, nun weiss vermutlich der eine oder andere mehr, wer oder was alles ein Tesla ist. Eines wissen wir mit Garantiertheit. Im Nachhinein werden praktisch überall in der Physik sogenannte Spinner, die neue Ideen verbreitet haben, anders angeschaut.

So nach dem Motto: „Und sie dreht sich doch.“ Und früher hätte jedem Seemann auffallen müssen, dass die Erde rund ist. Im Krähennest, später auf dem Mars, bei einem Segelschiff, von wo aus man weiter sieht als von der Reeling. Nur, man musste denken wollen, alles hinterfragen und nicht einfach glauben, was uns irgendwelche Götter und Angebetete vermitteln und es brauchte für die eine oder andere Überlegung etwas mehr, wie Irak im ISO 3166 genannt wird.

Erde - Segelschiff symbolischErde und Segelschiff nur skizzenhaft dargestellt. Wenn die Erde flach wäre, würden alle gleich weit sehe.

Männerchor und Kultur – 2. Teil

Der 1. Teil handelt vorwiegend von der Vereinsreise in die Vogesen und vom Theaterstück „Gülle, Mist und Schönheitskur“. Im 2. Teil berichten wir ihnen vom Unterhaltungsabend 2015 mit dem Thema Stobete.

Stobete? Heisst das nicht Stubete, wie jeder Sänger es eigentlich ausspricht? Was soll’s. Stubete ist von alters her ein Anlass für Frauen, der mit Musik untermalt wurde. Deutsch ist eine schwierige Sprache, aber beim Aargauer Deutsch versagen sogar die Kenner der Schnabelweid.

Fünf Trinklieder gaben wir zum Besten und sind zumindest am Freitag fast verdurstet, obschon wir vom Rüdesheimer Wein sangen und auf „Paragraph 11“ aufmerksam machten: „Es wird fortgesoffen.“

_DSC0504Janin Burri, die Serviertochter, die durch den Abend leitete, hat uns in der Bühnenpinte glatt übersehen. Wenn das Servierpersonal mit ein paar Schneeballzweigen durch das Lokal tanzt…

_DSC0511… kann das nur bedeuten, dass das berühmte Kalinka gesungen wird.

Trinken macht weise, fasten macht dumm“ – das ist die Erkenntnis aus dem Kosakentrinklied. Russisch? Ein über 200-jähriges deutsches Volkslied.

Unsere Serviertochter – diejenige, die uns fast verdursten liess – sang „Proste mir zu mit Deinen Augen“. Sorry, wir hatten zu wenig Zelluloid, um alles auf Film bannen zu können und deshalb müssen wir auf einen der Urväter dieses Songs ausweichen. Vielleicht bringen wir an einem andern Unterhaltungsabend eines seiner Lieder – der zweite Bass zumindest wäre hocherfreut.

Hans Bargeld – sorry, Johnny Cash – wie er leibt und lebt. Der Jugendchor sang verschiedene Lieder, wie Stay Rihanna. Beim Anschauen des Videos kommt uns als roter Faden der Anker (Stay) in den Sinn und vor allem der Seehund aus dem 1. Teil. Etwas komplizierter wird die ganze Angelegenheit mit Sugar von Maroon 5 (Zucker von den fünf im Stich gelassenen) – 925 Millionen Mal wurde das Tube angeschaut. Vermutlich, weil das Gekreische lauter als die Sänger ist und der Text Sinn macht.

Jeweils in den Pausen und im Anschluss von unserem Konzert unterstützen wir unsere Helferinnen und Helfer in der Küche und in der Kafistube. Da kommen bei einigen richtige Hausfrauenqualitäten zum Vorschein. Vor allem bei unseren Ledigen.

DSC_7330Am meisten gefreut haben wir uns, neben zweimaligem fast vollem Haus, über das gemeinsame Singen mit dem Jugendchor Rued, unter der Leitung von Stefan Weber. Ist es doch spannend, wie singen Generationen und Geschlechter verbindet.

Ist das nicht auch etwas für Sie/Dich? „Lüüt so wie mer“ ist nicht nur ein Lied für uns, nein wir leben es auch jeden Donnerstagabend ab 19.45 Uhr bei unseren Proben im Gemeindehaus in Schmiedrued. Frau, Mann, Mädchen oder Junge singen sie/ singt ihr gerne? Meldet euch bei uns oder schaut spontan bei uns vorbei.

_DSC0530Ernst Goldenberger wurde für grossartige 15 Jahre Zusammenarbeit geehrt. Aschi, wir hoffen, dass wir weiter auf deine geschätzte Hilfe zählen können. Vielleicht nicht ganz 136 Jahre, die der Männerchor heuer auf das Restaurant Pinte zählen kann. Merci beiden und wir freuen uns, wenn wir noch lange am Donnerstag in die Pinte gehen können. Wir möchten uns auch bei unseren Sponsoren sehr bedanken. Ohne sie ist ein Unterhaltungsabend mit Theater und Tanz, mit unserem Fäger Hampi, kaum möglich.

Texte, Bilder und Filme von Katharina Lüthi, Schlossrued und Stephan Marti.

Männerchor und Kultur – 1. Teil

Wer kennt schon das Gebiet der 1000 Seen in den Vogesen, unserem Ziel auf der Männerchorreise? Viel bekannter dürfte das Lied über den gemeinen Schneeball und vor allem den Artikel 11 am Unterhaltungsabend gewesen sein, wo auch Kund getan wurde, dass Gülle und vor allem Kaffee ein Schönheitsmittel ist. Ein spezielles Augenmerk halten wir auf die Ess- und Trinkkultur.

Luft zum Atmen und Singen, aber vor allem Trinken und Essen wird benötigt, um die Vereinsreise und den Unterhaltungsabend des Männerchors Schmiedrued über die Bühne zu bringen. Und auf der Schulhaus-Bühne braucht es Mist und Gülle, damit für die zwei Ledigen, zwei Männer gefunden werden können. Für jede einen. Für die „Vizedirigentin“ und nicht nur einen fürs Rössli, sorry, Rösli. Wie man mit diesen beiden „Zutaten“ Männer fängt? Das wissen sie nicht. Dann kommen sie doch nächsten Oktober, damit die Pointen der Theatergruppe, live miterlebt werden können. Aus dem Karetteninhalt kann ein Schönheitsmittel kreiert werden. Nur der servierte, grässliche Kaffee würde sich besser eignen.

DSC_7290Im Car bis Basel, wo wir unsere Dirigentin Anastasija Kadiša aufladen, überleben einige nur dank des Bordkühlschranks. Spass beiseite, genau neben dem Firmensitz von …

DSC_6487… Thomy Senf, gibt Martin dann das Zweitagesprogramm bekannt. Danke dir, Rosmarie und Urs sowie Denise Stadelmann, dessen wunderschönes Anwesen wir in der Nähe von Faucogney-et-la-Mer besuchen.

DSC_6336Dazwischen ein Halt beim Zoo von Mulhouse. Nur Ärger und zum ersten Mal fast verdurstet – das Restaurant hatte geschlossen. Andere genossen diese spezielle Parklandschaft mit manch seltenen Tieren.

_DSC0095Luchs oder Karakal von Ruedmilan? Wir fühlen uns wie zu Hause im Ruedertal.

DSC_6253Oder sind wir in Luzern gelandet?

DSC_6282Na ja, zumindest für offene Laute wäre er zum Mitsingen geeignet. Vermutlich würden sich aber nicht alle daran erfreuen. Anders ergeht es Marianne, …

DSC_6308… die nicht nur einen Schatz bei sich hat. Gleich deren zwei. Mann muss sich nur zu helfen wissen, damit niemand verdurstet. Dem Buschauffeur sei Dank.

Kein Meer in Sicht. Nur Bäume, Bäume, nichts als Bäume und dazwischen Zwischenräume. 999 andere Seen hat es hier in der Umgebung der Vogesen.

_DSC0189Beim 1000., dem schönsten natürlich, verpflegen wir uns mit dem obligaten Schinken.

_DSC0245Zumindest der Seehund Josef wagt sich in die kalte Brühe. Wir andern geniessen die herrliche Umgebung. Der Durst braucht auch seine Zeit und daher hatten wir keine, die in der Nähe liegende Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp zu besuchen. Ist ja nur eines der bekanntesten Gotteshäuser der Welt. Von Le Corbusier, der Schweizer auf der Zehnernote und einer seiner Pilger ist Hans Eichenberger. Seit einigen Tagen kann man in meinem Wohnzimmer auf einem seiner Unikate liegen. Eine erweiterte Polstergruppe mit Geschichte – Kultur pur. Besichtigung anlässlich des Adventsfensters vom 22. ab 19:00 Uhr möglich – mit einigen philatelistischen, weihnächtlichen Leckerbissen aus Bethlehem – einem meiner früheren Wohnorte.

DSC_6311Huch, eigentlich sind wir froh, nicht mit dem TGV unterwegs zu sein.

Aber ein Abstecher zu einer echten Bierkneippe lag drin. Der Deutsche verkaufte auch „Brandlöscher“ und sprach verständlich, was in Frankreich leider nicht immer der Fall war. Den Heiligen Martin und seine Kapelle, haben wir selbstverständlich nicht besucht.

DSC_6384Dafür hat uns Papst Chugeli, der Viertel vor Erste, mit seinem hinterlistigen Zepter, am zweiten Tag versprochen, dass wir wieder nach Hause finden werden. Messwein gab es keinen, dafür einen Haute-Saône, dem wir etwas mit dem Clef-du-Vin auf die Sprünge helfen mussten. An den Gestaden dieses Flusses scheint es unterschiedliche Weinkulturen zu geben. Dafür war der Preis um einige Faktoren günstiger, als im mittleren Flusslauf, dem Burgund.

_DSC0371Abgelegen? Bei La Vigotte brauchen Fuchs und Hase sogar einen Wegweiser. Ruhe pur. Dem papalen Auftritt unseres Sängers, Ernst Hunziker, der heuer für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft geehrt werden konnte, ist es vermutlich zu verdanken, dass einige in der „La Ferme du Pape“ in Eguisheim fast stundenlang nicht bedient wurden. Oder war es, weil wir bei Gunsbach, wo Albert Schweitzer aufwuchs, kommentarlos verbeifuhren.

DSC_6459Jedenfalls war im Elsass der Wein besser und für Nachschub wurde gesorgt.

Texte, Bilder und Filme – die im zweiten Teil in wenigen Tagen erscheinen – sind jeweils in Zusammenarbeit von Katharina Lüthi und mir entstanden. Besten Dank an Käthi.

 

Luchs im Mittelland bei der Hammerschmitte

Vor über zehn Jahren habe ich mit dem ersten deutschsprachigen Finanzblog – „Wer hat’s erfunden“ – in die Bloggerei eingestiegen. Hunderte spannende, lehrreiche, nachdenkliche und ironische Beiträge. Aber der hier, der dürfte ein Hit werden.

21. Juli abends, kurz schon dunkel, ich will noch schauen, wie die riesengrossen heute leider seltenen Disteln und Nachtkerzen blühen. Fünf Meter neben mir – ein Luchs, der herumtollt. Soft die Kamera holen. Weg. Wie hätte es anders sein können. Kein Luchs hält sich doch bei Menschen auf. Die sind scheu. Kennen tue ich die aus dem Dählhölzli. Nur in Gefangenschaft. Ist der aus einem Zoo, einem Zirkus ausgerissen? Ich weiss es (noch) nicht.

22. Juli. Nachmittags. Gespräch mit dem Nachbar. „Das ist vielleicht schon möglich, aber ich hab auch noch nie einen in freier Wildbahn gesehen. Abends. Telefon mit meiner Partnerin. Hell, praktisch ohne Flecken! Das ist möglich, habe ich schon abgeklärt. Aber praktisch kein Bild, von einem solch schlanken Schnüssel. „Es könnte schon sein, aber dann hast du extremes Glück gehabt.“ Eine Nacht, die ich vermutlich nie vergessen werde. Wie Erlebnisse mit dem Krokodil und dem Ast, dem Elch, den ich wegstossen musste, damit ich ihn fotografieren kann. Das sind andere Geschichten. Aber die sind fotografisch dokumentiert. Das Reh vor einigen Tagen, das im Garten am Bachlein geässt hat konnte ich nicht fotografieren. War es schon weg, denn die Kamera hängt ja nicht immer um den Hals. Nein, einen Meter entfernt von mir springt es aus dem Liliendickicht. Es erschrickt vermutlich mehr als ich.

Reh, das wäre eine leckere Beute für den Luchs. Nur, ob es auch gesunde erwischt, das ist fraglich. Und jetzt habe ich das Fenster im Büro geöffnet, da steht ein Reh. Zu spät, schon weg. Das geschätzte dreissig Meter von diesem hochaktuellen Foto.

Luchs

Das „Vieh“ lässt sich nicht stören. Es frisst eine Katze.

Luchs beim Fressen einer Katze

Vermutlich ist das „El Chamon“ (der Schinken). So wurde die grau getigerte Katze getauft, die meinen Serano-Schinken durch das Tuch hindurch auf meiner Bartresse angefressen hatte.

Tierschützer wollen Abschuss“ – lautete die Schlagzeile des Blicks am Abend vor einiger Zeit – hier der Bericht. Zumindest dies fordert der Aargauer Pro-Natura Chef. Alles was ausserhalb von 100 Meter bei der Bauzone ist, soll abgeschossen werden. Das seien wildernde Katzen, die gehen nicht weiter weg. Sorry, ich bin auch Naturschützer und so geht es meiner Meinung nach nicht. Was ist eigentlich eine Bauzone? Gar nicht so einfach zu beantworten. Gehören landwirtschaftliche Zonen dazu. Jeder Bäuerin hat doch zumindest einige Katzen. Wem Chamon gehörte und seine vier Jungen weiss niemand. Abschiessen? Nein, sicher nicht. Unterbinden!

Also liebe Katzenfreunde, dressiert eure Katze so:

Zufälle gibt es nicht. Dieses Tube habe ich bei FB von meiner Cousine gefunden, die es beim Blick entdeckt hat. Sie wird garantiert auch meinen FB-Beitrag lesen. Zufälle gibt es wirklich nicht. Das sind 50 Meter neben dem Luchs. Ein Aargauer Wildhüter wird sicher mal kein erstes Telefon erhalten. Das ist gemacht worden. Mit dem Dählhölzi. Es würde mich freuen, wenn Marlies Labbude vorbeikommen würde.

Der Luchs ist zutraulich. Streicheln wie den Marder, zehn Meter entfernt vor etwa drei Jahren, das lassen wir erst mal. Informiert wird als erstes – Kora – Raubtierökologie und Wildtiermanagement .

Gleichzeitig mit Erscheinen des Blogbeitrages auf dem Finanzblog und dem Ruedmilan – dem Blog des Naturschutz- und Vogelvereins des Ruedertals, wo sich der Luchs aufhält – wird auch dessen Vorstand und die Presse informiert.

Und bitte, meldet euch bei mir in der Hammerschmitte – Matt 18  – 5046 Schmiedrued – 0 6 2  9 2 3 9 2 3 0 oder allenfalls 0 7 9  4 0 7  1 3  7 7  – wer einen Besuch abstatten will. Erfolg des direkten Anblicks des Luchs ist wie immer ohne Garantie. Und bitte, der Luchs wird nicht von übereifrigen Jägern und sogenannten Naturschützern abgeknallt. Freut euch über dieses einmalige Erlebnis.

Hier auf die Schnelle noch einige Fotos:

Schinken

Das ist mein Schinken, den sich „El Chamon“ erlaubt hat, zwei mal anzufressen. Jetzt ist sogar mal die Türe zu. Schade, bei dem schönen Wetter und den wunderschönen Nächten, wo Luchse herumschleichen können. Und wie die Nahrungspyramide nun halt mal so ist, wurde das Tigerli die Beute von „Guardian“ – dem Schützer. So nenne ich nun unseren Luchs in der Matt von Schmiedrued.

Luchs bei der Körperpflege

Der Matt-Luchs, ein echter matter Luchs.

Luchs mit zwei Knochen

Die zwei Knochen sind vermutlich von einer Katze. Das Nahrungsangebot hier ist toll für solche Räuber. Könnte es sein, dass Guardian gar meine Kürbispflanze gefressen hat. Oder war es der Dachs. Natur pur um die Hammerschmitte.

Luchs von hinten

Hier von hinten. Er hat genug gefressen und braucht nun einen Verdauungsschlaf. Vermutlich haben wir auch seinen Schlafplatz entdeckt. Ganz alle Fotos bringe ich noch nicht.

Ernst und der Luchs

Lässt sich weniger abhalten, als ein gut erzogener Hund. So, nun gebe ich mit diesem Bild schon zu viele Anhaltspunkte an, wo wir diesen Luchs heute im Ruedertal, im Schweizer Mittelland gesehen habe. Ich denke, das ist eine Sensation.

13:45 Kora meldet sich. Sie betrachtet das Bild wo der Luchs von hinten zu sehen ist. Der lange Schwanz hat schon mich irritiert. Es ist kein Luchs, es ist ein Karakal, der Wüstenluchs, irgendwo aus der Gefangenschaft entwichen.

Nun geht alles fast Schlag auf Schlag. Zwar unzählige Telefonate und es stellt sich heraus, dass diese Grosskatze beim Vetamt, wie das mal genannt wurde, gemeldet war und der Besitzer eruiert werden konnte. Das liebliche Büsi zwitschert ab und zu wie ein Vogel, aber kann dann auch seine imposanten Zähne zeigen. Wir haben es eingefangen – ich durfte mithelfen. Und inzwischen ist es zurück in seinem Gehege, wo es abgehauen war. Schöne Umgebung, die meiner Ansicht nach nicht ohne Hilfe von aussen verlassen werden kann. Zudem sei an diesem Ort geklaut worden. Vielleicht landen solche Leute auch mal dort, wo man auch nicht so einfach ausbrechen kann. Spannender Tag. Morgen plane ich Zeit ein, dass ich dieses Büsi in meine Arme nehmen kann. Handzahm ist sie und rund ein Jahr alt. Und bei einem Telefon hätte ich sie verkaufen können. „Ja, der René“, sagte der Besitzer am Handy. Man kennt sich in dieser Branche.

Adventsfenster


Adventskalender, das braucht zuviel Zeit, aber de Jahresendwünsche mit einem kleinen Rückblick und den guten Wünschen … und für meine fremdsprachigen Freunde und Bekannte, die Übersetzungshilfe.

Google-Translate – manchmal zum Schmunzeln, aber für viele eine wertvolle Hilfe

Engel
Das über 60-jährige selbstgenähte Hochzeitskleid eines richtigen Engels – heute im Besitz des Engels, der regelmässig um mich herum schwebt und das Fenster gestaltet hat.

„Grau in Grau“, so wird Vielen das Jahr 2014 in Erinnerung bleiben. Ein kalter Winter wurde angekündigt und bisher hatten wir den wärmsten Winteranfang. Einen grandiosen Früh(en)ling und der Sommer fand dafür am Freitag zwischen 14 Uhr und Viertel nach statt. Am 2. Advent blühen bei uns in Schmiedrued Rosen und Schlüssel-blumen. Mit 541 M.ü.M. sind wir etwa so gelegen, wie die Spitze des neuen One World Trust Center, bekannt als Freedom Tower, in NY.

Dem Frieden zuliebe liefert die Schweiz aus unserer miesen Ernte die big Apples nach Russland. Das sei keine Umgehung des Boykotts der EU gegen Putins Reich, heuer Olympia Land. So zumindest die offizielle 7ner-Stimme. Wir kaufen dann EU-Äpfel und Saft. Irgendwie wurmstichig, ein Buykot. Money Times überall. Das liebe Geld.

3-dimensional drucken können wir, aber schreiben noch nicht. Geht es jetzt weiter mit Politik, Krieg oder gar Religion? Eine exakte Trennung ist eh nicht möglich.

Politisch war es ein Jahr des Nebels und der extremen Niederschläge – wie heuer im Tessin. Die Demokratie fand nicht statt. Es wurde nicht für einen Konsens gekämpft. Nonsens, für Extrempositionen, die in eine Demokratie nicht integrierbar sind. Dem Jugendlichen, der heute den ganzen Zug unterhält, geht es einfacher. „So e Scheiss, i mues id Hütte ds Frässe ga choche … sicher hani Welän.“ Diese Sprache hat er von uns!

Zug fahren ist ein Politikum. 188 Mio. investieren sie in die Billettausgabe. „Kappelisacker – Thun“. Die Preisfindung ist eine Wissenschaft – aber sicher keine exakte. Nicht mit dem Schiff von Interlaken über den See, wie einer der Vorschläge. Mehrere Tickets sind billiger. „Erstaunt Sie das“, bemerkt der Schalterbeamte, der kein Beamter mehr ist. Diese Unautomaten nehmen alle Reka-Checks. Dafür schlägt der Online-Fahrplan ein Transportmittel vor, dessen Abfahrt 9 Minuten zurück liegt – Verspätung ist „Saftware“-mässig schon eingeplant. Dafür fehlen Bänke in den Glasvitrinen für Wartende, aber immer noch 40cm-Tritte für Rollstuhlhüpfer. Sonst aber ein recht sicheres ÖV.

Flug MH370 ist verschollen, MH17 allenfalls über dem Kriegsgebiet der Ukraine abgeschossen. Sogar bei Gurlitts Bildern, die in Bern gelandet sind, denkt man an Krieg. Bei ISIS in Irak und der Levante (Sonnenaufgang) nicht an deren Bedeutung, eher an die agypt. Totengöttin Isis, auch Göttin der Geburt, Wiedergeburt und Magie. Ein Jahr, das für Gripenkranke ein gewisses Verständnis mit Unbeha-gen zeigt.

Energiemässig müssen wir uns bis in 35 Jahren ändern. Grau in Grau. Kleinwasserkraftwerke werden nicht mehr subventioniert – da wo die Schweiz ideale Chancen hätte. Die Lobbyisten machen nur Grobes. Wie wärs mit einer parlamentarischen Amtszeitbeschränkung von vier Jahren? Und kein „Sale-and-Lease-Back“ mehr für die Bilanzschönigung bei Staatsbetrieben. Die Zeche bezahlt die nächste Generation. Finanzzusammenhänge … was ist das? Sie wären gar lernbar.

Weisses und vor allem schwarzes Geld machten den Finanzsektor total grau, zum vergraulen. Ich werde vermehrt Unternehmensberatung für kleinere KMUs anbieten. Sie können von meiner Jahre langen Analysetätigkeit und Neuausrichtungen profitieren. Vorsorgen ist hier billiger als Entsorgen. Der Teufel steckt im Detail und von Vorteil ist, wenn einer (ich) alles macht – das Interessante und die Knochenarbeit, der unbeliebte wichtige Kleinkram. Referenzen sind aus Diskretionsgründen leider nicht erwünscht. Das ist wie beim Arzt, der sich freut, wenn der Pa-tient wieder gesund ist. Diese wollen keine „Dauerkranken“, die regelmässig Geld einwerfen. Aber Ihr dürft mich als „Finanzarzt, -heiler“ empfehlen.

Die Ethik, die blieb 2014 oft vergessen, auf der Strecke. Lieber die Taube in der Hand, als den Spatz auf dem Dach – oder so ähnlich? Der Haussperling wird sinnigerweise Vogel des neuen Jahres und Édith Piaf (frz. Spatz) würde 100.

Die Welt erscheint manchmal Grau in Grau. Wird sie umgeschichtet? Im 2015 tritt die Eurasische Wirtschaftsunion EAWU in Kraft und was ist mit der TTIP? Kennen Sie nicht? Ist fast geheime Kommandosache. Lassen wir uns überraschen, was global ausgehandelt wird.

Umkrempeln muss in Zukunft die Kirche. Weihnachten wird weiterhin stattfinden, aber mit weniger eingeschriebenen Mitgliedern. Zwei der interessantesten Persönlichkeiten in der reformierten Landschaft durfte ich dieses Jahr begegnen. Bischof“ Godi Locher, kein Perforator, ein Verbinder und es freute mich, dem Schriftsteller Peter Bichsel persönlich den prixlibref. zu überreichen. Er schreibt „fadengrad“ mit den herr-lichsten Umwegen. Ein toller Beobachter.

Schöne Weihnachten, tolle Aussichten und ein farbiges, aufgestelltes, frohes und erträgliches 2015