Zweierlei Schwachstrom-Experten – Teil I


Strom, Elektrizität ist rund um uns. Am Autosalon ein sogenanntes Highlight. Wirklich? Stromexperten hüben und drüben. Beim 7. (siebten) Kernkraftwerk-Unfall mit einer zumindest partiellen Kernschmelze haben Kabel für Stromreaktore gefehlt.

Im letzten Beitrag hab ich versprochen mit einem für mich eindrücklichsten Erlebnis rund um die Technik zu beginnen. Solar Impulse. Hier sind echte (Schwachstrom)-Experten am Werk.

Solar Impulse

… 63,4 Meter Spannweite, gösser als bis zur Boeing 747-300, Startgewicht entsprechend einem Volkswagen Golf, von der Sonne getrieben, ohne Kernkraftwerke, ohne Erdöl. Meine Schätzung und die des Solarflugzeug Experten, wann diese Technik wirtschaftlich sein wird, sind identisch. 50 Jahre.

Verrückte Schätzung? Elektrizität ist nicht einfach in den Griff zu kriegen, dem Menschen Untertan zu machen. Vor knapp 60 Jahren gab es die erste ernste Kernschmelze in Chalk River. Dann kommen Idaho Falls, Santa Susanna, Monroe und dann 20 km vom Flugplatz Payeren, wo der Solar Impulse im Hangar steht, Lucens …

Lucens Kulturgüterschutz

… heute beherrbergen die Anlagen sinnigerweise den Kulturgüterschutz. Dann folgen Three Mile Island und der schlimmste Meltdown – Tschernobyl.

Die Information der Bevölkerung war immer extrem schlecht. Dank dem Internet kommen wir heute zu Informationen, die aktueller sind, als es die TV-Sender oder Radio-Stationen leider immer noch nicht sind. Sie haben Angst, Falschinformationen zu verbreiten. Deutsche Experten verkünden heute am Fernsehen, dass im Fukushima Nuklear Power Plant weder eine Explosion noch eine Kernschmelze unmöglich sei. Die Angaben sind widersprüchlich, wir müssen abwarten. Zumindest die Aussenhülle ist explodiert. Was aber erstaunt, dass über einen möglichen GAU heute in einem hochzivilisierten und -technologisierten Land diskutiert werden muss. Evakuiert wurden 50 000 Menschen – Fukushima hat sechs mal soviele Einwohner.


Einige Bilder der Verwüstung durch den Tsunami nach dem Sendai-Erdbeben. Die Japaner rufen erstmals in der Geschichte den atomaren Notstand aus. Und das anscheind, wegen fehlender Stromkabel zur Notstromversorgung. Das scheint eher die zweite Art der „Schwachstrom“-Experten zu sein.

Auf der einen Seite traurig, dass sowas im 21. Jahrhundert geschieht. Und auf der anderen Seite sehr stark beängstigend. Nur Strom-Experten aus der Praxis und keine Chaos-Theoretiker … vermutlich müssen wir an der Welt noch extrem viel ändern. Und vielleicht wäre es jetzt wirklich Zeit, über Kernenergie und ihre Sicherheitstheoretiker zu diskutieren. Es bräuchte ein wirkliches Netzwerk und vor allem die richtige Kabel zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Im Teil zwei schauen wir mal den Kabelsalat am Autosalon Genf an. Und ich nehme nicht an, dass bis dahin die Meldung von den fehlenden Kabeln in Japan zurückgenommen wurde.

Aktuell beim befreundeten Personalblog: „Ausländer, Achtung vor der Falle der Altersarmut!“

Vor einem Jahr im Finanzblog:
„Ökologische Autos – eindeutig viel zu teuer“

Vor 2 Jahren erschienen:
alle, jeder, keiner, niemand und König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte

Vor 3 Jahren erschienen:
Autosalon 2. Teil: Ökologie ist (nur) ein Modewort

Vor 4 Jahren erschienen:
Kernenergie ist «in» …

Vor 5 Jahren erschienen:
Art des Treibstoffes – nicht festgelegt

Vor nahezu 6 Jahren erschienen:
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4 Gedanken zu „Zweierlei Schwachstrom-Experten – Teil I“

  1. 12. 03. 2011 – 17:55: Aus aktuellem Anlass: Es gibt immer noch Phantasten, die Atommüll dauerhaft sicher entsorgen wollen. Dauerhaft bedeutet etwa eine Million Jahre! Die Lebensdauer eines AKW’s beträgt inklusive Verlängerung etwa 60 Jahre. Wie die jüngste Erfahrung aus Japan zeigt, so diese zutrifft, ist die USV (unterbruchsfreie Stromversorgung) eines AKW’s so lange gewährleistet, als die Batteriespeicher Strom abgeben. Danach ist „Strom aus“- Ende der Kühlung, Entstehung von Wasserstoff (Knallgas) mit Explosionsgefahr und möglicher Beginn einer Kernschmelze! Ein totaler Stromausfall für längere Zeit hatten die Risikospezialisten und Sicherheitsverantwortlichen möglicherweise nicht einkalkuliert, dabei gäbe es genügend Lösungen (z.B. Anlagen mit Batteriespeicher, dynamischem Speicher oder dynamischem Speicher mit Dieselaggregat, sowohl redundant oder parallel. „(… Die Generatoren bei der Anlage Fukushima Daiichi mit drei laufenden Reaktoren sind nach einer Stunde ausgefallen. Man hat daraufhin mobile Generatoren beschafft. Für zwei Reaktoren ging das gut, beim dritten gab es Probleme. Dieselmotoren, gut gewartet, sind zuverlässige Aggregate. man stelle sich vor, dass jedes dritte Passagierschiff , jede dritte Diesellok oder jeder dritte Bus nach einer Stunde stehen bliebe!…)“ Jedes Verkehrsflugzeug hat drei Navigatonsplattformen, die sich gegenseitig überwachen. Drei deswegen, weil die verwendeten Mikrochips nie zu 100% auf alle möglichen Funktionen überprüft werden können. In Relation zum Gefahrenpotenzial und den Folgekosten, wäre eine doppelte, von einander unabhängige Notstromgruppe, die über längere Zeit autonom leistungsfähig ist für ein AKW nicht Luxus, sondern absolute Notwendigkeit. Dafür reichte es aber offenbar nicht. Die Investition wäre vielleicht der Gewinnabschöpfung zuwider gelaufen. Wenn es zutrifft, dass die Betreiberin des fraglichen AKW’s nicht besonders vertrauenserweckend dasteht, könnte auch mangelhafter Unterhalt eine Rolle gespielt haben (Kostenminimierung). Es ist müssig, darüber nachzudenken, ob die Folgekosten eines GAUs nicht besser in erneuerbare Energie investiert werden sollten!

    Zeit: News-Blog, Angst vor Kernschmelze in Japan => http://www.zeit.de/news-032011/11/iptc-bdt-20110311-640-29199174xml

  2. Wasserdichte Kabel, ja sowas gibt es. Sonst helfen dir auch deine Microships – äh Microcips nichts.

    Es braucht Leute, die absolut null Respekt vor Experten haben und diese so lange ausquetschen, bis jede Lücke sitzt. Man(n) schafft sich damit keine Freunde, aber löst Probleme. Einige Beispiele die mir in Erinnerung bleiben stammen aus der Industrie und der uniformierten Zeit in Spezialeinheiten.

    Rolf D. Lenkewitz hat einige Stunden vor mir auf Freie Welt.net einen interessanten Artikel plaziert – sehr lesenswert.

    http://www.freiewelt.net/blog-2983/wo-steht-die-welt-im-m%E4rz-2011%2C-wenn-die-systeme-versagen%3F.html

  3. http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/ein-atomkraftwerk-unter-der-grossen-schanze/story/20434905
    Anscheinend habe ich mich mit fünf Jahren noch nicht für Kernenergie interessiert. Aber mit 11 den ersten Vortrag darüber vor 35 KlassenkollegInnen gehalten. In dieser Zeit wurde auf physikalischer Ebene extrem viel herausgefunden. Oft auch für Experten nicht einfach zu verstehen. Da überlass ich die Quarks lieber anderen … inkl. Magerquark, den mag ich mit den in der Schweiz verwendeten Milchsäuregakterienstämmen nicht und Vollfettquark wird auch aus Magermilch gemacht und dann zugefettet. Es ist vielleicht doch gut, wenn man manchmal nicht ganz alles weiss.

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