Stör- und Pendlerzucht in der Schweiz


Die Schweiz ist stabil, alt eidgenössisch, konservativ, sicher und dabei gibt es doch Bereiche wo sie sich anpasst, globalisiert ist – der Zeit voraus, moderner als alle umliegenden Staaten zusammen. Schauen wir uns doch mal Einiges über Stör und Pendler an, denken an die Wortklaubereien und nicht zuletzt an die langfristigen Auswirkungen, die die Börse beeinflussen werden. Und kaum zu glauben, die Schweiz ist eine Bananen-Republik geworden und der neueste Bundesratsrücktritt wird für viele kein all zu grosser Sch-Merz sein.

Die Stör ist ein Vorgang, der den Alltagsablauf stört. Mann ist auf der Stör, der Wanderung …

Zimmerfrau auf Stör

… und zunehmend auch Zimmerfrau. Auf der Walz von einem (Park)-Platz zum andern und dabei hören sie doch lieber den Ausdruck die Tippelei . Den Paul von Woodhatten hat sie nicht gekannt und sie wollte auch nicht zu ihm. Zu modern. Sie hatte eben die Stör, war starr. Lieber wie ein Storch herumstolzieren. In diesem Sinn ist die Stör ein Schimpfwort und gegensätzlich zum Pendler. Der kehrt wieder und wieder an die beiden gleichen Orte zurück.

So gesehen müsste der Stör eigentlich Pendler heissen, denn neben sesshaften gibt es diesen urtümlichen Fisch auch als Wanderer – vom Süsswasser ins Salzwasser und zurück zum Laichen.

Stör

Im Tropenhaus Frutigen schwimmen diese im Wasser das mit 20 Grad aus dem Unvollendeten, dem Lötschberg heraus fliesst und für die Fischzucht aufgefangen wird. Dieser mundet herrlich und aus exorbitanter Schwindel erregender Preisgestaltung verzichten wir auf Kaviar. Hier ist ein Vergleich mit Gold angebracht. Der Kaviar kostet gleichviel wie das Gold während meiner Schulzeit. Dies ergäbe zu seinem Höchst von CHF 46 366 Anfangs Juni 2010 doch eine Rendite von jährlich 4,8%. Ob sich diese Art Schwarzes Gold zum investieren eignet, wage ich zu be2feln. Einerseits dürfte der Rogen billiger werden, weil er in „Fabriken“ gezüchtet werden kann und andererseits könnte sich die Zucht lohnen.

Tropenhaus Frutigen

Nicht nur Fisch auch Gemüse und Früchte kann im Berner Oberland – frisch gezüchtet – genossen werden.

Bananenrepublik Schweiz

Es dürfte noch eine Zeitlang gehen, bis die Schweiz eine echte Bananenrepublik wird. Da müssten genau genommen Bananen exportiert werden. Berge hätten wir ja genügend um nach warmem Wasser anzuzapfen.

Biobaumwolle

… Bio-Baumwolle made in Switzerland …

Papaia

… Papaya, Vanille, Zimt …

Passionsblüte

… und nicht minderschön aber nicht so exotisch, die Passionsblume, die ich als reife Passionsfrucht oder Maracuja schon in unserem Nachbarland selbst geerntet habe.

Die Schweiz rüstet auf. Auch ohne Klimawandel sind wir exotisch geworden. Und stolz. Das Personal im Restaurant macht richtig Freude. Die freuen sich über ihre Produkte zu erzählen, sie sind stolz. Nur etwas bedrückt ein wenig, es sind keine Schweizer. Es sind Deutsche, die wohl nicht zwischen den beiden Ländern pendeln.

Wir pendeln auch nicht weiter, wir sind mal Tagestouristen. Haben die Thunersee-Flotte bewundert. Gesamthaft stolzes Personal – im Restaurant wiederum Deutsche. Es ist eine Freude, die verkörpern ihr Produkt, die „BLS“, die Berner Alpenbahn-Gesellschaft. Wenn bei der BLS nur Personal wie auf dem See angestellt wäre, dürfte der Börsenkurs spiegelverkehrt aussehen. Anders das Personal im Regionalzug. „Sie haben ein ungültiges Billet!“ Für fünf andere Kondukteure vorher war es gültig. Die beiden Damen – kontrolliert frau sich gegenseitig – kontrollieren die Besitzerin des Billets im anderen Abteil. Privatverhör. Die Fahrkarte wurde von Mathias Tromp vor urdenklicher Zeit verschenkt. Ohne Ausgabetag, ohne Verfalldatum, ein fast historisches Relikt, aber rechtlich gesehen ein gültiger Transportvertrag. Heute verfallen Ticket nach kurzer Zeit. Bei einer Mehrfahrtenkarte sind in der vorbestimmten Zeit nicht eingelöste Fahrten verfallen, beschlagnahmt, enteignet. Auf solches sind unsere Transport-Manager heute stolz. Damit können Zusatzgewinne eingeheimst werden. Probleme gibt es am Automaten und beim Handy. Die allgemeinen Vertragsbestimmungen müssen eingesehen werden. Echt praktisch wenn sie in letzter Sekunde eine Mehrfahrtenkarte ordern wollen.

Sie sind auch stolz, dass sie so viele Pendler transportieren. Nur hat dies seine volkswirtschaftlichen Tücken. Die gezüchteten Pendler lassen langfristig Einiges erahnen, das bei manchen Titeln an der Börse dürfte dies in Zukunft vermehrt zu beachten sein. Die Preiserhöhung ist nur ein Vorgeschmack. Kaufen soll man mit dem Handy – auch in Deutschland.

Die Schweizer schaffen das mit Garantie nicht zur Zufriedenheit aller. Wenn ich im Internet eine Fahrkarte von Ittigen nach Frutigen lösen will, schlage ich mich mit der Auswahl von 50 (fünfzig) möglichen Haltestellen herum. Pro 200 Einwohner eine Haltestelle. Darunter eine Sehenswürdigkeit – Tamoil: Service Station. Ob Gaddafi persönlich da ist oder der amerikanische Mehrheitsaktionär, der es nie wurde? Tamoil, die integrierte Gatoil und das italienische Raffinerie- und Tankstellennetz von Amoco (der grosse Teil bing an BP) gehören immer noch dem lybischen Staat. Einsteigen möchte ich aber an der Haltestelle Kappelisacker.

Softwaremässig ist die unter Ittigen nicht zu finden. Die genaue Eingabe ist notwendig. Auch am brandneuen Automaten an dieser Haltestelle ist die Ausgabe nicht möglich. Auch nicht am BLS-Schalter. Mindestens drei Bahngesellschaften und zwei Regionaltarifverbunde machen heute die einfache Billetausgabe unmöglich. Technisch ist dies einfach zu lösen, aber es geht hier nur um die gegenseitige Kostenaufteilung. Für die Fahrt vom Vorort von Bern nach Thun erhalte ich am Schalter zwei Billette und, sie ahnen es bereits, vom Schaffner wiederum die Bemerkung: „Ihr Billet ist ungültig!“ Natürlich auch hier in der entsprechenden Lautstärke, dass jeder Mitreisende einen Schwarzfahrer, einen Kleinkriminellen vermutet. Das stört.

Der Kunde und/oder Steuerzahler, also der Eigentümer von öffentlich-rechtlichen Gesellschaften (inkl. des Mehrheitsbesitzes der BLS) wird heute von sehr vielem Personal als hinderlich, den Tag verderbend und oft sogar als kriminell veranlagt angesehen. In diesem Sinne begreife ich jeden, der den öffentlichen Verkehr immer mehr meidet. Zumal es auch gefährlich ist. Die Japaner meiden zurzeit die Schweiz, weil hier die Kosten vor die Sicherheit gestellt wurden. Ein Toter – einer zuviel.

fehlerhafte Bombardier-Türe

Rot sehe ich vor allem bei dieser Türe. Die Sicherheitsöffnung beim Schliessen hat nicht funktioniert – ich wurde recht stark eingequetscht. Ich habe ein Hämatom am Bein und in der Lunge. Sehr wahrscheinlich wird diese Bemerkung von der BLS nur als störend betrachtet. Keine Angst, ich gehe nicht zum Arzt, ich habe mit solchem Leben gelernt. Eigentlich sah dieser Wagen recht modern aus. Nur, die Stuhlwippe war defekt und bei der zweiten Teilstrecke im gleichen Wagen – sicherheitshalber bei der anderen Türe – das Kopfpolster lose. Wer hat den Zug gebaut? Derjenige der Meterhoch als einer der ganz wenigen im SBB-Bahnhof Bern Werbung betreiben darf – Bombardier. Das Nachsehen haben StadlerRail und Siemens. Hoffentlich halten zumindest die Canadiers, wenn mit Wasser leicht Angebranntes bombardier-t wird.



Vielleicht wird man auf diese Art in Zukunft ans Wasser gelangen um bei uns Störe zu fischen – schmunzeln ist erlaubt

Am 1. August unserem Nationalfeiertag habe ich mit einigen Kollegen gefeiert. Eine kurze Rede gehalten und in dieser auf das Leben, die allumgebenden Veränderungen und das JETZT aufmerksam gemacht. Die Schweiz ist nicht mehr wie früher, aber es gibt genügend Leute die am Strick ziehen, in der richtigen Richtung und mit entsprechender Kraft und nicht immer nur an die Gewinn- und Umsatzmaximierung denken.

Urschweizer Grossrat Yahya Hassan Baywa und Bruder

Und merkt euch eines, die typisch freundlichen, stolzen Schweizer ist nicht immer einfach zu erkennen. Vermutlich werde ich demnächst den Sozius mit dem öffentlich Verkehr tauschen und mich vom grünen Grossrat Yahya (links sein Bruder) durch den Kanton Aarau fahren lassen. So können Zeiten ändern. Es dürfte nicht mehr viele Jahre gehen, bis wir einen BundesratIn haben, dem wir nicht sofort den durchschnittlichen Schweizer ansehen. Wer vom Pendeln noch nicht genug hat, hier noch einige alternative Tipps – wär vielleicht mal was für zukünftige Magistraten um die Treffsicherheit zu erhöhen.

Aktuell beim befreundeten Personalblog: „Die „Dreiheit“ in der Führung – das Mass aller Dinge? Sogar mein 6-Eck wird erwähnt.

Vor einem Jahr im Finanzblog:
„Sendepause“

Vor zwei Jahren erschienen:
Die Kunst, wie man Änderungen feststellt

Vor drei Jahren erschienen:
KGV und Verschuldung

Vor vier Jahren erschienen:
Von Verveine und Michelin

Vor fünf Jahren erschienen:
Gasfahrzeuge in Frankreich und der Schweiz

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4 Gedanken zu „Stör- und Pendlerzucht in der Schweiz“

  1. Moritz Leuenberger verhält sich wie ein Kleinkind. Es scheint, dass ihm jemand Vernunft beigebracht hat. Das Pendel hat zurück geschlagen.

    Die Wirtschaft hat von den Menschen Mobilität und Flexibilität verlangt und jetzt, wo alle so weit sind, nimmt man Ihnen laufend die Parkplätze weg – um sie nochmals via Parkhausgebühren zu melken. Die Wirtschaft müsste sich überlegen, wie man mit der Arbeit näher zu den Arbeitskräften kommt. Man könnte fair sein und die Belastung des Arbeitsweges paritätisch aufteilen…
    Der ÖV sollte auch den Nutzern dienen und nicht nur der Wirtschaft um Auftragsbücher zu füllen. Die Postauto Schweiz AG erneuert einen Teil ihrer Flotte. Für 63 Millionen Franken wurden insgesamt 175 neue Fahrzeuge bestellt.

    Die Busse sind behindertengerecht und erfüllen den derzeit höchsten Abgasstandard. Dank einem Messgerät, das den Treibstoffverbrauch anzeigt, können die Chauffeure ihre Fahrweise der Situation anpassen und sparsam fahren. => die werden wie die Matterhorn-Gotthard-Bahn vor allem den Fahrplan einhalten…!
    Die Lieferanten:
    Evobus ist eine 100-Prozent-Tochterfirma der Daimler AG mit Sitz in Stuttgart. Busse produziert sie unter den Markennamen Mercedes Benz und Setra. Irisbus ist ein europäischer Hersteller von Bussen und hat den Hauptsitz in Saint-Priest bei Lyon (Frankreich)

    Es gibt noch andere Pendler, jene, die „Energiefelder mit schwacher Strukturdichte“ anzapfen. Es soll einige geben, die erfolgreich sind, doch die Quellen am Matterhorn liessen sich nicht finden. Andere treiben Schabernak und zocken so die Kunden ab.

  2. Die Mobility Solutions AG war schon mal Gast auf dem Finanzblog (und auch beim Personalblogger etc.) und jetzt wird durchgezogen, was damals im Interview erwähnt wurde. Und drei Tage später gab sein oberster Boss Moritz uns ein Interview (link oben 816 statt 813) … nun geht er und vielleicht kommt JNS (730 im Link einsetzen) – Johann Niklaus Schneider-Ammann. Und ganz-anders ich, ich pendle dann zwischen Bern, der Hammerschmitte und Südfranreich … von einem Energieort zum andern … mit dem Büro unter dem Arm. Ich mobile so einmal die Woche … das ist eben, wie Arbeit zu den Arbeitskräften kommt – bei mir immer vor Ort,egal wo ich mich aufhalte.

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