Sind Bärenmärkte und Crashs vergleichbar?


Nehmen wir doch meine Meinung gleich vorweg. Sie sind nicht vergleichbar, haben aber Ähnlichkeiten mit der Dauer und den Kursänderungen von Zwischenerholungen …

… die Frage ist nur, wie viele solcher Erholungen gibt es, bevor die Börse wieder zu steigen beginnt. Mathematisch kann fast alles bewiesen werden … zumindest im nachhinein, wenn man weiss, wie die Kurse verlaufen sind. Einen interessanten Chart finden wir bei Rolotec, der bei dshort.com aufgeschaltet ist. Woher die Originnaldaten kommen, ist nicht nach vollziehbar. Dshort.com macht ein tägliches Up-Date.

Bärenmärkte

Jeder darf jetzt hier seine persönliche Meinung anbringen, wie sich die heutige Situation entwickeln dürfte. Wenn sie exakt und vor allem harmonisch und schnell mit der Maus umgehen können, versuchen sie einmal die Kursbewegungen grob nach zu ahmen. Nicht dass sie jetzt wüssten, wie exakt die nächsten Wochen aussehen, aber sie spüren plötzlich sehr ähnliche Bewegungen. Das will nichts anderes heissen, als dass sich die Menschen immer nach einem gewissen Schema von einem Schock erholen und dann sofort wieder in Euphorie ausbrechen. Die Finanzbranche wird auch in Zukunft nicht viel aus den verschiedenen Crashs lernen. Der Zockertrieb wird immer schlimmer, die Volatilitäten (Schwankungen) höher. Soll doch jemand erklären wieso z.B. eine UBS an einem Tag 15 Prozent steigen kann.

Charts sind gut und recht, aber beachten sie, dass Prozentzahlen miteinander verglichen werden. Ein Index-Chart ist grob gesagt nur brauchbar, wenn er logarithmisch dargestellt ist. Bitte verzweifeln sie nicht an der Mathematik, sie brauchen das nicht zu lernen. Achten sie darauf, dass die Zahlenangaben auf der Seite des Charts unterschiedlich ansteigen (die ersten 1000 brauchen wesentlich mehr Platz, als die nächsten 1000 usw.)

110 Jahre DJ

… dieses Beispiel habe ich bei patternspy ausspioniert. Bei Prozentzahlen gibt es noch etwas zu beachten damit diese vergleichbar sind. Die Basis – 100 Prozent – muss identisch sein. Ein Kurssturz von 48 Prozent ist wesentlich grösser, als ein Kursanstieg von 48 Prozent. In diesem Beispiel entspricht dies rund 180 Punkte runter und 95 Punkte hoch.

Der Crash 1987 haben einige von uns noch in Erinnerung. Er hat sich ganz anders entwickelt, wie sie im oberen Bild sehen können – daher fehlt es wohl im ersten Chart.

Allen Unkenrufen zum Trotz behaupte ich, dass mit Hilfe von Charts während einer Crash-Situationen keine verlässlichen Prognosen gemacht werden können.

Die Beiträge über «Geld und Finanzen – leicht erklärt» – schaltet auch die Bloggerin Tari Eledhwen aus Solothurn und das Personalblog.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Langfristig denken – und Crashs und Finanzkrisen sind Nebenschauplätze

Vor zwei Jahren erschienen:
Salatölralley – Pflanzenöl als Treibstoff ist unethisch

Vor drei Jahren erschienen:
… oder Rohstoffrallye

Vor vier Jahren erschienen:
Gen-«Ethik» ethisch betrachtet

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5 Gedanken zu „Sind Bärenmärkte und Crashs vergleichbar?“

  1. Die Römer haben die Gänse beobachtet und die „Masters of Universe“ halten sich an den Glauben der Charttechnik.
    Wäre Kaffesatz nicht auch eine Variante?
    Denn, haben die Chartechniker den großen Schwabbel-Schlammasel vorausgesagt?
    Welchen Bonus hätte wohl der bekommen, welcher den Crash erhindert hätte?
    Dumm gelaufen, denn nachdem Gier zuviel Hirn frass konnte sich keiner mehr was unerwartetes vorstellen. Da wird ein weisser Schimmel schon mal zum schwarzen Hengst, den keiner auf der Rechnung hatte!

  2. Charts sind im richtigen Moment gar nicht schlecht. Nur mit der „kleinen“ Menge aller Crashs sind viel zu wenig Daten vorhanden, um daraus massenpsychologiesche Verhaltensmuster ab zu leiten. BörsengängigeBluechips, Devisen etc. lassen sich mit Charts beurteilen … als Ergänzung!

  3. …weil es meißtens und verstärkt, mir nichts dir nichts um die nie geahnte Ecke kommt oder nie niemals durchbrechen könnte, oder auch die sonne um die erde kreist und selbst der allmächtige schöper aller welten damals die titanic nicht sinken hätte lassen können.
    wenn doch nur einer den schwarzen schwan gesehen hätte.
    du dappes rischelhuth, es war doch nacht als die nummer mit dem eisberg angesagt war.
    hier hat jedem was zu berichten für kopf und herz.
    der autor erinnert mich mich an montaigne.
    Mehr Info durch diesen Auszug:
    „In seinem Bestseller zeigt Nassim Taleb:
    Extrem unwahrscheinliche Ereignisse – „Schwarze Schwäne“ – gibt es viel häufiger, als wir denken. Und wir unterschätzen systematisch ihre gewaltigen Folgen.

    Der erstaunliche Erfolg von Google ist ein Schwarzer Schwan, die Terrorattacken vom 11. September 2001 und globale Finanzkrisen ebenso, aber auch der Siegeszug des Internets: Wer hätte damit allen Ernstes vorher gerechnet?

    Das Problem ist: Wir denken in schlüssigen Geschichten, verknüpfen Fakten zu einem stimmigen Bild, nehmen die Vergangenheit als Modell für die Zukunft. So schaffen wir uns eine Welt, in der wir uns zurechtfinden. Aber die Wirklichkeit ist anders: chaotisch, überraschend, unberechenbar.

    Die Folge: Börsengurus, die mit ihren Prognosen krass danebenliegen, und Risikomanager von Banken und Versicherungen, die hilflos mit den Achseln zucken, wenn wirklich etwas Unvorhergesehenes passiert. Wer weiß, dass es Schwarze Schwäne gibt, vertraut keinem Experten mehr.“
    Ende des Zitats

    Eben, ich halte mich an den Ausspruch eines Frankfurter Bankiers und Volkswirtschaftlers des 20.jahrhunderts, Albert Hahn:
    „Das größte Unglück in der Welt, geschieht durch die Dummheiten von den gescheiten Leuten.“

    Logo!

  4. ….hier mehr über Herrn Hahn aus Frankfurt mit Schweizer Pass.

    Ökonom. Bankier. Frankfurter.
    Eine zeitgemäße Biographie Albert Hahns

    „23. Februar 2009 Das Unwissen über Albert Hahn (1889 bis 1968) begann mit seinem Namen. „L. Albert Hahn“ stand unter zahlreichen Schriften, aber weil niemand wusste, was das „L.“ bedeutete, nahm man irgendwann einfach an, es müsse für „Ludwig“ stehen. Michael Hauck, Frankfurter Privatbankier und Herausgeber eines Buches über Hahn, hat nun das Rätsel gelüftet. „L.“ stand für „Lucien“.

    Hahn war ein ungewöhnlicher Mann. Aus einer seit Jahrhunderten in Frankfurt ansässigen Bankiersfamilie stammend, übernahm er die Leitung der Deutschen Effecten- und Wechselbank, die von seiner Familie kontrolliert wurde. Doch fühlte er sich dem Geschäft nicht verbunden, weil ihn die Wissenschaft eher reizte. Innerhalb der Ökonomenzunft blieb Hahn ebenfalls Außenseiter, weil er zwar eine Honorarprofessur erhielt, aber niemals einen ordentlichen Lehrstuhl besaß und mit dem Blick des Praktikers wissenschaftliche Fragen anging. Als Bankier zu sehr Ökonom, als Ökonom zu sehr Bankier, so nahm er seine Wirkung wahr.

    Dabei hatte Hahn einiges zu sagen. Als junger Mann sorgte er mit dem Buch „Volkswirtschaftliche Theorie des Bankkredits“ für Aufsehen, indem er eine Sicherung des Wachstums durch expansive makroökonomische Politik begründete. Das seinerzeit vieldiskutierte Werk machte Hahn zu einem „Keynesianer vor Keynes“, und in mehreren Veröffentlichungen deutete Hahn an, Keynes könnte bei ihm abgeschrieben haben.

    Als Keynes im Jahre 1936 seine „General Theory“ veröffentlichte, hatte Hahn längst das Lager gewechselt. Unter dem Einfluss österreichischer Ökonomen wie Ludwig von Mises war er zu einem Antikeynesianer geworden. An dieser Ausrichtung hielt er auch in späteren Schriften fest; seine Ansichten zur Geldpolitik der frühen Nachkriegszeit wurden damals innerhalb der Deutschen Bundesbank sehr beachtet. Hahn war zudem ein sehr erfolgreicher Kapitalanleger, der ein Gespür für erfolgreiches Handeln in der Krise besaß. Nicht zuletzt deshalb ist das Werk zeitgemäß.

    Haucks Buch erinnert aber nicht nur an den Bankier und Ökonomen Hahn. Es beschreibt auch den Frankfurter Bürger und das bürgerliche Milieu der Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg. Hahn musste wegen seiner jüdischen Herkunft die Heimat, die er liebte, verlassen. Über Kuba kam er nach New York, wo er geschäftlich reüssierte, sich aber nicht wirklich wohl fühlte. Ein paar Jahre nach Kriegsende kehrte Hahn nach Europa zurück. Er selbst hätte sich wohl im zerbombten Frankfurt niedergelassen, aber mit Rücksicht auf die Einwände seiner Frau wählte er Paris als Lebensmittelpunkt mit einer Villa in Südfrankreich als Zweitwohnsitz.

    Michael Hauck hat Albert Hahn gut gekannt, und er versteht sich ebenso als Frankfurter Bürger. So ist ein einfühlsames Buch entstanden, das über eine untergegangene Epoche der Stadt berichtet und über einen Mann, in dem sich alter Geldadel und Bildungsbürgertum verbanden und dessen Fliege äußeres Zeichen seines Nonkonformismus war. Hahn war Privatbankier, aber kein geldhungriger Banker, und er führte lieber geistreiche Gespräche mit seiner Freundin Marion Gräfin Dönhoff als eine Kreditverhandlung. Haucks Dokumentation, wie er sie nennt, sollte den Beginn einer Wiederentdeckung Albert Hahns einleiten.“
    Quelle:faz.net
    von
    GERALD BRAUNBERGER

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