Der Unterschied zwischen Amerikanern und Bernern


51 – das ist einen Ausflug wert und Mann hat sogar die Musse Frau zu studieren und das ist zwischen den USA und Europa nicht alleine die Art der Stippvisite auf das Jungfraujoch. Für die einen über den «grosse Teich»

… der auch zum Thema am Mittagessen mit den Nachbarn entsteht. Mann und sogar Frau spricht über Kabel (beruflich) und Segeln – was liegt da näher, als ein Jahr zurück zu denken. Das erste Bild in obigem Link ist im Peter Café Sport in Horta auf Faial geschossen worden, der Wal auch nur mit dem Fotoapparat. Hier oben auf 3454 m hat es nur Dohlen. Das erklärt Frau dem Amerikaner Ehepaar und zwei Minuten später spricht man über die Börse. Heute ist nicht Wetter zum Segeln, auch nicht Segelfliegen – zu wenig Wind. Und Peter himself nimmt von den Azoren auch nicht das Segelschiff um nach Lissabon zu gelangen, sondern wie wir das Flugzeug – eine Reihe vor uns und auf dem Flugplatz war noch einmal Zeit über die Cigarren dort zu diskutieren. Er hat den am einfachsten zu findenden Cigarren-Shop auf den Azoren. Heute ist die Bahn angesagt. Knappe 75 km Luftline dauern etwas mehr als 4 1/4 Stunden. Segeln ist etwa gleich schnell – die Bahn gewinnt aber 3000 Meter an Höhe.

Das Tempo ist das grösste Problem für die Amerikanerin. Dank Thanksgiving dankt man nicht der Ernte, sonder hat einen Tag mehr Zeit durch Europa zu zischen. Milano, Susten geschlossen, halt via Luzern, dann exakt 20 Minuten auf dem Jungfraujoch (that’s enough, we saw a lot), kann dadurch als gesehen abgehakt werden. Über Grindelwald nach Interlaken, wo vor einem Jahr der Mistery-Park geschlossen hat – «der Parkwächter ist geblieben». Keinen Stutz haben wir verloren. Und die beiden Amerikanerinnen fahren dann nicht via Bern, Fribourg, Vevey, Martigny nach Brig, sondern ich schlage das nächste Tal vor – Kandersteg und Lötschbergtunnel. Verlieren weniger Zeit, um gleichentags nach Mailand zurück zu kommen und haben in Brig vielleicht noch Zeit am Bahnhof eine Flasche Schweizer Wein ein zu kaufen. Sorry, auswendig weiss ich nicht, wo ich vor dem Simplon einen 7/11 empfehlen kann. Und heute Montag geht es nach Amsterdam. Dann noch Zürich. Und Bern? Is there anything? Immerhin UNESCO Weltkulturerbe.

Frau: Und aufgerissene Strassen! An der EURO 08 nicht mehr und ich spiele auf dem Jungfrau Fussball. Auch wenn die Dame seit heute mit Grösse 51 über Bern lästert. Fussballspielen können wir …

EURO 08 Jungraujoch

… den Ball im mittleren Loch aus dieser Distanz beim ersten mal versenkt. Meine erste Aktie war ja auch Young Boys. Mysteriös, die habe ich zur Hälfte ersenkt – und dann habe ich beschlossen, das Metier seriös zu lernen. Die Amerikaner haben gar keine Zeit zu lernen, die drehen zu schnell – viel zu schnell – himmelhochjauchzend zu Tode betrübt …

Berner Mittelland

… hier oben hat man einen schönen Ausblick über das Land von Dezennium. Wir Berner hatten mehr Schulden pro Kopf als die Amerikaner – wir haben es überlebt. Die Amerikaner und viele Börsen-Youngster sind daran, das mit dem Schwarzen Freitag von 1929 zu vergleichen und panikartig zu handeln. Sagen wir es mal ganz deutlich. Wenn die Masse spinnt, dann spinnt sie und alles dreht im Roten, auch wenn die Lage längst unter Kontrolle hätte gebracht werden können …

Amerikaner auf Glatteis

… aber viele gehen mit der falschen Ausrüstung auf das Glatteis. Dieses Parkett, wie die Börse, braucht etwas mehr Vernunft, etwas mehr Durchblick und Weitsicht. Das ist vielleicht der Grund, wieso ich einige Amerikaner in der Schweiz betreue. Man kann auf dem Jungfrau auch mit Japanern Kontakt aufnehmen. Vermutlich haben die Damen schon gestern gewusst, dass heute der Welttag der Toilette ist. Die sind so unkompliziert, dass man, sorry Frau, die Herrentoilette benützt. Umgekehrt ich einmal in China: Massentoilette, Dame an Dame, schallendes Gelächter, ich habe dann einige chinesische Schriftzeichen gelernt und zuvor die Gesichtsfarbe der Ureinwohner der Amerikaner angenommen …

Wasserwagen

… der grössere Teil des Wassers muss hinauf gefahren werden. Es gibt auch noch andere Unterschiede zwischen New York und Jungfraujoch. Wasser siedet hier mit 88-89 Grad, deshalb braucht auch die Küche etwas höhere Anforderungen, denen sie absolut gerecht wird. An einen Kochkurs hat die Chefin noch nicht gedacht, aber das wäre vielleicht was für den neuen Marketing-Chef der Jungfraubahnen – «Krisen sind immer auch Chancen» – hier zumindest bis die BZ den Layout-Fehler korrigiert, ganz sprichwörtlich genommen. Danke auch dem Japaner, der seit mehreren Jahren dort oben serviert, mein Berndeutsch versteht und der Gebäude Versicherung Bern, die zum Jubiläum von 200 Jahren einen Ausflug für CHF 40 ermöglicht. Aber zum Auslesen einen solchen Top-Tages Top of Europe braucht es manchmal gleichviel Glück, wie an der amerikanschen Börse … vor exakt zwei Jahren haben wir über die Wallstreet zwischen Mönch und Jungfrau berichtet. Hier im Berner Oberland diskutiert man, meist sogar Englisch. Auch der Bergbauer, der im Winter einen Zusatzverdienst im Tourismusgeschäft erzielt. Der kann auch Fremdsprachen, wie die fernen Asiaten. Andere können das nicht, das ist auch ein Unterschied …

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *