Nur ein T-Shirt, Nicki oder Nikki?


Globalisierung wird anhand der Reise eines T-Shirts auf unterhaltsame und lehrreiche Art aufgezeigt.

Beim Kauf des Buches The Travel of a T-Shirt in the Global Economy von Pietra Rivoli werden gleich 80 Flugmeilen gutgeschrieben. Das ist echte Globalisierung. Kaufen sie aber die deutsche Ausgabe Reisebericht eines T-Shirts erhalten sie nur 48 Meilen. Die englische oder besser gesagt die amerikanische Ausgabe ist aber knapp EUR 11 teurer und rund 80 Seiten kleiner. Ob sie eine plausible Erklärung haben, wenn sie nur das Buch Reise eines T-Shirts (Rezension der FAZ), gelesen haben ist fraglich. Das Buch ist kein Schnellkurs.

Aber sie werden garantiert mehr Verständnis zu den Zusammenhängen der Globalisierung haben. Das Buch, ein wirtschaftliches Sachbuch «in 80 Nähten um die Welt», begeistert sogar Leute, welche ein fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen haben und die wegen anderweitiger Ausrichtung seit 20 Jahren kein Fachbuch mehr gelesen haben. Empfehlen kann man es auch Leuten, die sich um die Welt Gedanken machen und anhand eines Beispiels, eines billigen T-Shirts, eines Alltagsprodukts, etwas mehr über die nicht ganz einfach zu durchschauenden Globalisierungs- Mechanismen mehr wissen wollen.

Lesen sollten es vor allem Globalisierungs-Gegner und eigentlich richtig auswendig lernen, sollten es solche, die jeden, der nicht zu allem «Ja und Amen» sagt gleich als Globalisierungs-Gegner hinstellen. Pfarrer zum Beispiel, die als Historiker arbeiten und Zusammenhänge manchmal zu einfach oder nur auf Plakaten sehen. Zusammenarbeiten. Radikale und Gegner an einen Tisch bringen. Die Globalisierung können wir nicht aufhalten, aber vielleicht mitgestalten, dass sie auf die meisten Rücksicht nimmt, nehmen kann. In andern Worten ist es in der TAZ im letzten Absatz geschrieben. Sehr lehrreich dieses Buch.

Klare Verhältnisse sind ersichtlich. Das T-Shirt wurde in Fort Lauderdale gekauft. Zum Glück hat die Wirtschafts-Professorin dort beim Fort keinen Ford gekauft. Oder gar den Volkswagen, den ich in dieser Stadt fahren durfte. Ein Käfer mit mehr als 1’000’000 km. Kilometer, nicht Meilen. Er wurde seiner Zeit aus der Schweiz im Umzugsgepäck mit genommen und hatte mittlerweile, das muss man der Klarheit sagen, den dritten Motor. Mit dem Studium des Buches allein, können sie garantiert die globalisierte Automobilbranche nicht erklären.

Aber das Interesse dafür wecken. Die Baumwolle in Togo hat aufmerksam gemacht. Eine Leserin: «Ich weiss jetzt wieso …». Klartext über das Baumwoll-Land wollen wir nicht schreiben, sondern nur noch schnell der Globalisierung willen erwähnen, dass das T-Shirt beim jahrzehntelang grössten Deutsch sprechenden Gegner der USA Nikki oder Nicki hiess. Dies hat mir vor Jahren ein ex DDR-Offizier erzählt. Seine Tochter trug ein T-Shirt und heisst Berenicke. Namen spielen bei der Globalisierung immer eine Rolle. Auch derjenige der Autorin Rivoli, eine kleine Stadt im Valle de Susa (Wikipedia de), dort wo einst Napolen zu globalisieren begann, bei der Schlacht von Rivoli. Und wenn sie in dieser Gegen sind, dort kann man auch Serpentinen fahren lernen. Nehmen sie in Oberitalien, in der Nähe von Frankreich nicht mein englisches Auto aus der amerikanischen Ford-Familie. Etwas Bodenfreiheit ist ganz nützlich beim Colle di Fenestrelle. Nehmen sie lieber den schwedischen dieses Konzerns. Die Haftung wird abgelehnt. Aber einer der eindrücklichsten Alpenpässe. Und nach dem Dorf ins Fort Fenestrelle.

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