Adventskalender – 11. Tag – Kroatien


Kroatien macht auch Wein! Das habe ich gar nicht gewusst! Dann gehören sie nicht zu den 10 Millionen Touristen, die jährlich Kroatien besuchen.

Stephan Marti-Landolt: Warum ich über 24 Länder schreibe und was wir dabei suchen, erfahren sie unter Angola. Was soll man aber über ein Land schreiben, das man «nur» als Tourist kennt. Der Tourismus macht rund 20 Prozent des Bruttosozialproduktes aus. Ohne nach zu forschen schätze ich, dass dies einer der höchsten Anteile in ganz Europa ist.

Ferdinand Magellan: Du hast aber auch gearbeitet, als du in Kroatien warst. Schiffsjunge, Koch, Quartermaster Sergeant (Fourier) oder wie du zu sagen pflegst «Gimerhäbmerzündmer». Dazu gehörte auch der Weineinkauf. Und dann noch der Verletztentransport auf dem Landweg (der Link nur, falls sie Zeit haben und Weinstrassen befahren möchten).

sml: Ja Segelschifftreppen sind steiler und vielleicht auch mal etwas nass und entsprechend rutschig. Und wenn er auch bei MicroSoft gearbeitet hat, sein Aufschlag war MacroHard. Auf alle Fälle haben wir so auch Land und Leute kennen gelernt, die uns sonst vorenthalten gewesen wären. Freundlich sind sie alle. Sehr freundlich. Da könnte sich mancher von uns ein Vorbild nehmen. Aber technisch und sicherheitsmässig (Röntgenanlage) ist noch ein gewisser Nachholbedarf aus zu machen. Und manchmal sollte man auch die Effizienz steigern können. Das kommt aber alles und zwar mit Riesenschritten. In den letzten 20 Jahren hat sich im ehemaligen Jugoslawien einiges geändert.

Ferdinand: Auch im Weinbau. Das meiste ist zwar immer noch trinkbare Masse, aber es sind einige schöne Tropfen zu finden. Aber ohne Vinothek in Pula oder andere gute Adressen ist man dem reinen Zufall überlassen. Stellen sie sich vor, sie sind im Supermarkt und können aus hunderten von Weinen zu ähnlichen Preisen aussuchen. Sie verstehen von der Sprache vielleicht mal die Rebsorte, vergleichen den Alkoholgehalt und wenn sie Glück haben, finden sie sogar einen Jahrgang auf der Flasche. Es kann sogar passieren, dass sie nicht mal rot oder weiss unterscheiden können – der süsse Prošek Dioklecijan wird aus beiden Traubensorten gekeltert.

sml: Je nach Literatur hat Kroatien zwischen knapp 60 000 und knapp 100 000 Hektaren Rebfläche. Die genaue Fläche spielt keine Rolle, aber der Grössenvergleich. Deutschland mit einer Anbaufläche in der Grössenordnung der höheren Zahl produziert vier mal mehr Wein. Und wenn sie dies mit Kroatien vergleichen, heisst dies, dass sie (im günstigen Fall – verglichen mit der kleineren Fläche) zwei einhalb mal mehr pro Flächeneinheit produzieren. Mit Iran zu vergleichen ist noch schwieriger, es produziert nicht in Hektoliter.

Ferdinand: Da braucht man nicht Analyst zu sein um zu ahnen, wie in den nächsten Jahren die Weinqualität (und vielerorts auch die Quantität) in Kroatien zunehmen dürfte. Ein Land, das man nicht nur aus dem Blick des Weines im Auge behalten sollte.

sml: Ein herrliches Land – zumal, wenn man ab und zu die Augen zudrückt oder ganz einfach wegschaut. Und zudem findet man einige Spezialitäten. Da man es in Kroatien nicht immer so genau nimmt, viele zwar Deutsch können, aber nicht perfekt, wird eine dieser Spezialitäten als Zauberschnaps verkauft und gleich auf den Druiden Miraculix verwiesen. Ein Schnaps aus der Mistel? Oder doch eher aus der MispelMispelschnaps. Die Mispel und die verwandte japanische Wollmispel oder Nespoli auch Nespole (franz.: néflier und die Frucht nèfle) haben in hoch gezüchteten Formen einen einzigen harten «Stein» – einen Kern, genau genommen, es ist ein Kernobst.

Ferdinand: Es bleibt ein Zaubertrank, er mundet als Grappa, der mit Kräutern versetzt ist – ein Mistelschnaps aus der Viscum album

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