Der Stromzähler wird reformiert, katholisch, muslimisch …


Fast unbemerkt werden in der Schweiz Datenbanken bereinigt, harmonisiert, verlinkt, die es in Zukunft technisch ermöglichen würden, die Schweiz mit Dienstleistungen aus zu staffieren, wie es vermutlich kein anderes Land der Welt nur annähernd könnte.

Themen, die in die Zukunft schauen, sind oft nicht als Finanzthemen erkennbar – es sei denn, man bringe genügend Phantasie auf oder komme gar auf neue Ideen. Fangen wir mit einem kleinen, praktischen Beispiel an – mit Betty Bossi. Mit einer Auflage von 850 000 dürfte diese Zeitschrift von Ringier und Coop in jeder 4. Haushaltung landen. Rein durchschnittlich haben zwei bis drei meiner Nachbarinnen dieses Heft abonniert. Eine hat es garantiert. Sie hat es mir nicht gesagt. Ich habe es am Bildschirm gesehen. Dahinter steckt Software. Eine immens grosse Tabelle oder ein GIS – ein Geoinformationssystem. Mehr darüber im GIS-Wiki.

Bis hierhin haben wohl die meisten nicht extrem viel Neues gelernt. Die meisten Häuser in der Schweiz sind bei Google oder Search zu finden. Schauen sie doch mal, wie weit weg sie von mir sind – bei meinem Kontakt im Bubble auf der Landkarte auf «von hier» klicken und ihre Strasse, Hausnummer und Ortschaft eintippen. Knappe drei Sekunden später wissen sie, wie weit es ist, wie lange die Fahrt dauert und wo sie jeweils in welche Richtung ab zu biegen haben.

Demnächst wird alles noch genauer möglich sein. In Zukunft wird jede Person in der Schweiz eindeutig einem Haus zugeordnet. Die personalisierte Werbung wird extrem zunehmen. Vielleicht nicht auf die Einzelperson, sondern einen Strassenzug, in dem reiche Leute wohnen. Der Datenschutz sollte kein Problem sein – das ist lösbar. Von der öffentlichen Hand wird man die Steuerdaten vermutlich nicht erhalten – das ist Italien vorbehalten, aber die haben garantiert keine verfügbaren Grunddaten wie wir in der Schweiz. Bei einigen Schweizer Gemeinden und Kantonen kann man noch heute die Steuerdaten einsehen. Es gibt Ortschaften, wo sogar Broschüren gedruckt wurden. Und wenn man nicht an solche Daten herankommt, dann werden die Häuser und Wohnungen ganz einfach nach Kaufkraftklasse eingeschätzt. Zu Fuss schaffen sie pro Tag einige Hundert Häuser.

Die öffentliche Hand wird Geld für die aufgearbeiteten Grunddaten erhalten und die Privatwirtschaft, wird die Daten entsprechend vernetzten. Das macht man schon heute – nur in Zukunft extrem viel genauer. Schaue sie heute einmal ihren Stromzähler an. Ihren persönlichen Stromzähler. Hier werden auch sie verdrahtet.

Im Grunde genommen ist die schweizerische Volkszählung von Sylvester 2010 der Auslöser dieser gesamt schweizerischen Datenbereinigung. Für den Kirchgemeindeverband des Kantons Bern habe ich mich dazu eingelesen. Hinter der Thematik steckt garantiert viel mehr, als wir heute zu ahnen glauben. Einen kleinen Vorgeschmack mit der PowerPointPräsentation.

Wer mehr wissen will, sucht unter den Stichworten Registerharmonisierung (ganze 33 Einträge ohne doppelte), GERES oder RegV oder auf den Link beim KGV Bern.

Marketingfachleute, Datenbankspezialisten, Konsumgüter-CEO’s, Aktionäre – hier wird Geschichte geschrieben – und keiner merkt es.

Vor einem Jahr erschienen: Rauchen, die Bibel und die kommende Prohibition

Vor zwei Jahren erschienen: Heute – praktisch einen Tag zu früh! – ein Beispiel, wie Ideen umgesetzt werden können – aus dem gleichen Haus wie Betty Bossi

Vor drei Jahren erschienen: Sober Q – nicht nur ein Computer-Virus

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