Armut in der Schweiz


Es gibt Armut in der Schweiz – öfters als man vermutet. Und trotzdem ist sie nicht mit der Armut in Entwicklungsländern vergleichbar. Vielen in der Schweiz geht es schlecht, aber im Vergleich zu andern Ländern und Kontinenten «auf recht hohem Niveau».

Im Beobachter.ch habe ich diesen lesenswerten Artikel gefunden:

Was ist Armut?

Text: Hansi Voigt, Ursula Gabathuler
Bild: Agentur Gettyimages

Ein rasch wachsender Teil der Gesellschaft ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Aber wann ist man arm, und wie soll die Schweiz mit ihren Armen umgehen? Der Beobachter befragte Bevölkerung, Parteien und Experten. Fazit: Armut beginnt im Kopf – doch ein Hirngespinst ist sie nicht.

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Sober Q – nicht nur ein Computer-Virus


Und das ist das Beängstigende. Jede Menge Sicherheitsvorkehrungen sind vorhanden und trotzdem ist man nie ganz 100%-ig sicher, ob man selbst nicht auch Würmer weiterverteilt.

In diesem Fall möchte ich mich nicht entschuldigen, sondern die Befallenen und alle die das Mail ohne Trojaner zugestellt erhalten, warnen. Nicht vor digitalen Schädlingen im Netz, sondern vor dem Zeitgeist, der heute herrscht. Der Rechtsradikalismus nimmt zu und das gefällt mir gar nicht. Radikal, fanatisch irgend welcher Art ist immer schlecht. Kuschen, mitlaufen, nichts sagen ist noch schlechter.

Und bitte verdammen sie nicht die Gemeinden die Rechtsextreme Parteien in ihren Exekutiven haben. Zurzeit sind dies Langenthal und Günsberg/SO. Durchschnitt sind sie und hier werden sie gewählt. Das hat einen sehr grossen Vorteil, denn man kennt sie und kann mit ihnen diskutieren. Wo man sie nicht kennt, sind sie trotzdem vorhanden – über- oder unterdurchschnittlich. Man kennt sie nur in den einschlägigen Kreisen und die diskutieren nicht, die beeinflussen und manchmal handeln sie.

Langenthal, da wohne und arbeite ich und sollte es daher einigermassen kennen und Günsberg, da habe ich meine längste Gemeindeversammlung miterlebt. Praktisch bis Mitternacht wurde diskutiert – über Finanzen. Sie haben damals schon ihre Probleme erkannt und externe Berater zugezogen. Sie werden auch über ihre Parteienlandschaft diskutieren. Sie kennen diese und das ist gut so. Schätzungsweise 3000 andere Gemeinden in der Schweiz kennen sie nicht – und das ist nicht so gut, denn sie könnten auch wurmstichig sein ohne es zu wissen oder gar zu vermuten.

Und vermutlich werden sich auch einige Mitarbeiter bei einer international tätigen Schweizer Firma des grafischen Gewerbes in unserer Nachbarstadt, zur politischen Lage einige Gedanken machen. Ihr Zentralrechner ist vermutlich befallen worden und bei der Dame, die mir gestern dieses E-Mail gesandt hat, entschuldige ich mich, denn sie kann nichts dafür. Die Anfrage an diese Firma ist inzwischen Gegenstandslos, da seit gestern Abend auch Warnungen im Netz bekannt gegeben werden. Ich war vielleicht zu schnell.

Es werden heute absichtlich wenige Links geschaltet und Rechts gar keine.

Spargel bildet – habemus Asparagus


Mir war zwar aufgefallen, dass jemand extrem Farbenblind sein musste, denn grün und weiss können die Meisten unterscheiden – in den «Falschfarben» stimmen dann diese wieder einigermassen.«Köpfchen» muss man haben – die runden sind weiss und die flammenförmigen grün.. Die Migros weiss dies zum Teil auch (bei der Suchmaschine „Spargel“ eingeben).

Kuno, meine Alternativ-Energie-Anlaufstelle, gibt sich alternativ und stellt die Frage: «Donau-Spargel» aus Deutschland? Ja vielleicht melden wir uns beide Anfangs Juli mal direkt aus dieser Gegend. Aus Österreich, wo der Spargel gehandelt wird oder gar aus der Slowakei, wo der Spargel schlussendlich herkommt. Extrem schöner Spargel – 125 Gramm im Schnitt, viel frischer als der Badische Spargel von heute.

Über die Migros habe ich vor 25 Jahren eine Semesterarbeit geschrieben und dabei die Marktanteile in der Schweiz gesehen. Noch heute, wenn die Migros oder der MGB an der Börse zu haben wäre, würde der Kurs in etwa so aussehen, wie der Berg der bei der andern MGB zuerst genannt ist.

Ich freu mich schon auf die Spargeln – es wird badischen Wein und tschechischen Wein geben. Slowenischen habe ich noch keinen und solange sind ja die Länder noch nicht getrennt. Und wenn man in der Geschichte von Slowenien noch weiter zurückgeht, stösst man tatsächlich auf Deutsche.

Hier der Spargel-Link nach der Slowakei.

Feiern und Entlassungen über Auffahrt


Im Grunde genommen finde ich es das Letzte, dass der letzte Tag, der Todestag gefeiert wird. Ein Kapitel wurde abgeschlossen und jetzt kann man es zur Kenntnis nehmen. Die Geburt, das Leben, den Frieden sollten wir feiern – aber dies ist eine Einstellungssache. Der obige Spruch «Friede sei ihr erst Geläute» ist auch der letzte Satz aus Schillers «Das Lied von der Glocke».

Was geschah mit all den Leuten, die diese Glocke gegossen hatten. Wurden sie wie bei IBM entlassen. Darüber können wir nur spekulieren. Vielleicht haben sie anschliessend eine Kanone gegossen! Wenn Mitarbeiter entlassen werden ist immer die Frage, wer und unter welchen Bedingungen werden sie entlassen.

IBM stellt CHF 100′ – 200’000 Abgangsentschädigung zur Verfügung. Diese Zahl sagt nicht viel aus, denn es ist eine rechnerische Durchschnittszahl. Wird die Beschäftigungsdauer berücksichtigt? Wird die Eingliederungsmöglichkeit des Einzelnen berücksichtigt? Fragen über Fragen.

Wie viele werden selbst im IT-Sektor eine Firma gründen und eigenes Risiko übernehmen? Hätte IBM nicht selbst die Möglichkeit, in ihren Think Tanks (Seite 11 – sehr langsamer PDF-Aufbau) Ideen mit diesen Mitarbeitern umzusetzen?

Geht es IBM wirklich so schlecht, dass sie betriebswirtschaftlich notwenige Entlassungen vornehmen muss, um den andern eine Existenz zu sichern? Wohl kaum. Es ist die heutige Zeit! Diejenigen die bleiben können, haben Angst auf die nächste Entlassungswelle und mucken deshalb nicht auf – aber sie sind auch nicht innovativ. Und oft gehen die «guten Mitarbeiter» von selbst und die andern bleiben.

Kurzfristig steigen die Aktienkurse meist nach grossen Entlassungswellen, aber längerfristig sieht dies sehr oft anders aus. Vielleicht stimmt der alte Spruch: «Ich Bin Müde – IBM».

Der Spargel ist schuld



Ob der Spargel grün oder weiss ist, das interessiert den Geniesser – und frisch und qualitativ hochstehend. Mit Spargeln können sie Geige spielen – wenn er schrecklich tönt und quietscht, dann ist er frisch, ähnlich dem Geigenspieler, der noch zuwenig geübt hat.

Und irgendwann müssen auch die Produzenten in der EU und erst recht in der Schweiz beübt werden, denn Polen hat nicht die billigste Spargelproduktion. Die liegt vermutlich in Peru – aber die Luftfracht macht mehr als die Hälfte der Produktionskosten aus. Heute bietet eine französische Kette Spargel zu CHF 2.50 an – aber bitte carfour, eh carefull, es ist nur ein halbes Kilo.

Wer mit Spargel Geld verdienen will, soll es an der Börse tun. Da existieren Schweizer Firmen, die können im EU-Raum zu konkurrenzlosen Preisen Spargelsuppe anbieten – und mit guter Qualität. Das sind oft die Gewinner des Tages. Und wenn sie wirklich mal etwas ganz tolles geniessen wollen, dann suchen sie wilden Spargel.

Die Spargel, so sagen wir in der Umgangssprache der Spargel, wie es eigentlich richtig wäre. Artikel sind für uns oft schwieriger, als Trennregeln: Spargel-der – richtig ist Spar-Gelder und über Zinse sind wir heute etwas nervös, wegen der USA – für Frühspargel bekannt.

Der Spargel, eines der teuersten Gemüse, ist so etwas wie der Wohlstandsmesser und deshalb wird er immer billiger produziert, weil andere auch an unserem Wohlstand teilhaben wollen – und werden. Immer mehr und deshalb ist der Spargel ein ganz guter Gradmesser, ob es uns immer noch gut geht.

Das Jahr der Mikrokredite – Oikocredit


Damit sind nicht Leasingfinanzierungen für mittellose Westeuropäer gemeint, sondern Kleinstkredite. Diese können ruhig unter USD 100 liegen und zum Beispiel einer Frau in Ghana ermöglichen, einen Coiffeursalon zu eröffnen. Diese Geschäftsfrau wird ihren Kredit an die regionale Verbindungsstelle zu Oikocredit zurückzahlen und ist auf diese Weise «gezwungen», unternehmerisch zu handeln, mit dem Geld zu arbeiten. Vor Ort sind auch die Experten tätig, die entsprechende Projekte aussuchen und bewilligen. So gesehen, ist diese Art der Geldvermittlung eine sinnvolle Ergänzung zu Spenden, denn es ermöglicht Menschen, aus der Armut herauszukommen.

2005 ist das Jahr der Mikrokredite. Sozial engagierte Anleger können auf diese Weise eine sinnvolle Investition tätigen. Die Rendite wird nicht gross sein, aber sie entspricht in etwa (bei Oikocredit) den Erträgen eines CHF-Kontos – oder man verzichtet ganz darauf und spendet das Geld für zusätzliche Kleinkredite.

In der Schweiz wird ein Mikrokreditfund, neu lanciert. Es gibt noch viele andere Investitionsmöglichkeiten, die aber meist nicht bekannt sind. Erwähnenswert ist sicherlich die Grameen Bank in Bangladesh, die vom Ökonom Muhammad Yunus gegründet wurde. Auch Firmen investieren in ähnliche Projekte, so zum Beispiel die Nestlé (siehe «Das Engagement von Nestlé für Afrika» – Seite 52).

Oikocredit ist bei uns am bekanntesten. Und was diesen Organisationen gemeinsam ist, sie haben die besseren Rückzahlungsquoten, als normale Geschäftsbanken. Das Möglichkeiten mit Mikrokrediten Erfolg zu haben ist nicht nur erstaunlich, sondern es braucht auch viele Helfer und noch viel mehr Geldgeber. Bei Oikocredit können sie eine Mitgliedschaft (CHF 25.– pro Jahr) eingehen und Anteilscheine zeichnen – ab rund EUR 200.–. Eine kleine Investition die vielen helfen kann. Im Kanton Bern zumindest haben Kirchgemeinden die Möglichkeit, Anteile in ihr Vermögen aufzunehmen.

Gen-«Ethik» ethisch betrachtet


Aids ist eine fürchterliche Krankheit. Es wird vermutlich mehrere Lösungswege geben, um gegen diesen Virus anzukämpfen. Die Fragen sind nur, wann gelingt dies und zu welchen Kosten.

Vielleicht kann die Genforschung helfen. Britische Forscher des National Institute for Medical Research in London haben herausgefunden, dass ein Rhesusaffen-Gen Aids verhindert. Wenn sie dieser Artikel interessiert können sie diesen ab Ende Juni in Bild der Wissenschaft nachlesen oder sich Heft 4|2005 besorgen.

Dies ist ein kleiner Ausschnitt aus der Genetik. Aber da es hier Chancen gibt, sollte man aus ethischen Gründen nicht generell gegen die Genforschung sein.

Vevey links liegen lassen



Wenn’s Wetter schön ist, hat man einen fantastischen Ausblick, früher über Vevey, heute nur noch nach Evian am gegenüberliegenden Genferseeufer. Hier brodelt es – genau genommen Danone-mässig. Und bei mir geht die fahrt dann weiter Richtung Nîmes. Und hier brodelt es bei Perrier.

… in Vevey brodelt, besser gesagt blubbert es. Vielleicht wird die «Kurzaufführung» von Schillers Glocke aufgeführt: blubb, blubb, blubb und weg war er.

Ethisch gesehen ist dies für Nestlé-Aktien ganz eindeutig eine Verkaufsempfehlung – aber bitte erst nach der GV. Eine Machtverstrickung sondergleichen und ein Gebaren, dass der alt ehrwürdigen Nestlé nicht ansteht.

Übrigens, die ganz Grossen fuhren früher auch nicht über Vevey sondern über Henniez nach Genf. Die Grossaktionäre können auch diesmal zeigen, dass man andere Wege gehen kann und seinen eigenen Aktionären und Pensionskassenversicherten Vorbild sein müsste. Was Peter Brabeck und sein Gefolgsteam will hat nichts mit einer modernen Führung zu tun. Aber alles in seiner Art schon einmal dagewesen und im Nachhinein hätte vielleicht doch der eine oder andere selbst(los) entscheiden sollen.

Berna Biotech hat Grippe …



Übrigens, wär nid nume mid de Zahle sondern ou no mit em Nöi-Dütsch vom ehemalige «Serum- u Impfinstitut» e chli Müe het, dä sou haut bir «Berna Biotech Schweiz» läse, wo dr Sitz i Basu het. Dr Houpsitz isch früecher einisch uf Bärn cho. Nid wüeme ne verleit het, nei, Bümpliz isch vor Hauptstadt gschlückt worde. Gsesch no düre? Mach dr Nüt drus, nid vergäbe seit dr eint oder anger Bärner geng no «Sumpfinstitut».

Na ja, wer den Einschub nicht verstanden hat, soll sich nichts daraus machen. Der frühere Chef von Berna Biotech Peter Wiesli, mag mir meine Spitze Zunge verzeihen und sich mit mir bei einem GBEB-Treffen mit Worten duellieren, wie es sich für Ehren(hafte)mitglieder gehört.

Die Zahlen von Berna Biotech sind zumindest im Kerngeschäft zuversichtlich – plus 42 Prozent. Zum Kerngeschäft gehören auch die Impfstoffe gegen die Grippe – die Influenza. Eine ganz heimtückische Krankheit, die auch heute noch zum Tod führen kann. Bei der nächsten weltweiten Grippeepidemie schätzt die «Wirtschaftswoche» 7 Millionen Tote (3.3.05 Grippe falsches Feindbild – kostenpflichtiger Artikel). Es kann bei einer Pandemie jeden treffen, denn es wird zu wenig Impfstoff haben, weil dieser praktisch bei jedem Virus artspezifisch entwickelt werden muss. Die Vogelgrippe – H5N1 ist nur mehrere Flugstunden weit entfernt beheimatet und die Spanische Grippe – H1N1 hat 1918/1919 rund 20 bis 45 Millionen Menschen das Leben gekostet. Das Virus hat sich damals viel langsamer auf der Welt ausgebreitet, als dies heute der Fall wäre. Aber der Faktor Zeit wird in einem solchen Fall viel grausamer sein. Hoffen wir darauf, dass die Berna Biotech, die Roche oder ein anderes Unternehmen Impfstoff zur Verfügung haben wird. Auf der einen Seite werden die Toten nur als Statistische Zahlen betrachtet und auf der andern Seite stecken in jedem Einzelfall Schicksale. In der Stadt Bern, dem Hauptsitz der Berna Biotech, waren es rund 600 Tote. Marie Messerli, eine davon, starb am 12. November 1918 – sie war die erste Frau meines Grossvaters.

Ob sie mit solchen Produkten Geschäfte machen wollen oder nicht, muss jeder selbst für sich entscheiden. Wichtiger sind die vorgelegten Zahlen und hier liegt der Entscheid auch bei ihnen. Ethisch gesehen habe ich keine Bedenken, hier hilft man Leben retten.

Bananen – Havelaar oder Chiquita



Eric Frey schreibt im «Schwarzbuch Amerika» über die Bananen-Lobby und den Handelskrieg, vor dessen Ende Chiquita Banana in Konkurs fiel. Die «neue» Chiquita Banana (CQB) ist in Sachen Umweltschutz und Ethik mit dem ehemaligen Unternehmen nicht mehr vergleichbar. Vermutlich ist es auch Max Havelaar und seinem Kampf um faire Preise zu verdanken, dass Konkurrenzfirmen, vor allem Chiquita, diese beiden wichtigen Punkte vermehrt beachten. Gerade der bei Chiquita angekreidete Punkt der Auslagerung von Geschäftstätigkeiten, hilft Kosten senken. In diesem Sinn betrachtet, darf ein Aufpreis von rund 60 Rappen je Kilo Banane beim Schweizer Grossverteiler, als fair betrachtet werden. Wer jetzt aber glaubt, dass diese 60 Rappen alleine dem Bananenbauer als Mehrpreis ausbezahlt werden, irrt sich vermutlich gewaltig – mir sind diese Zahlen nicht bekannt. Aber dass ich sowohl Havelaar, wie Chiquita’s esse – am liebsten mit brauner, nicht gelber Schale. Übrigens, essen sie nie eine Plantagen-Banane ab Strauch, denn diese kann man noch nicht einmal fürs Kochen verwenden.

Über Kaffee könnte ich noch viel mehr schreiben, aber die Schlagzeilen sehen nicht viel anders aus. Übrigens, der Röstduft des Merkur Kaffees habe ich immer noch in der Nase, aber das ist wohl Jahrzehnte her, dass wir auf dem Schulweg dort zuschauen durften. Und obschon Merkur heute auch Havelaar verkaufen würde, habe ich nach über 20 Jahren zu Tchibo gewechselt. Bohne ist nicht Bohne. Morgens um 4 Uhr hat ein Marketing-Verantwortlicher eines grossen Kaffee-Herstellers für zwei Verbindungskollegen eine Privatlektion erteilt. Leeren sie einmal einen Sack Kaffee auf dem Esstisch aus und schauen sich die Bohnen an – von Bruchstücken und fast koksartig gerösteten Bohnen ist alles zu finden. Aber eben, nicht in jeder Sorte.

Und wer sich gerne mal eine eigene Banane basteln würde, da kann ich auch mit Adressen helfen, die das Schnittmuster gemacht haben (Fasnachts-Guggenmusik «Pausenblaser» aus Langenthal).

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