Engel reisen zu den Weinbergschnecken

Der Männerchor war wie alle Jahre wieder mal auf Reisen. Ob der Zweitagesausflug auf den Kaiserstuhlgut war, müssen sie die andern fragen.

… sorry der Beitrag ist noch nicht nachgelesen … einfach eingetippt …

Der Beitrag ist etwas wohl ausführlich, aber eigent sich, um eine solche Reise noch einmal zu erleben – vorzugsweise mit andern Leuten. Und wenn sie „klauen“ wollen, kontaktieren sie mich … es gibt noch einiges, das nicht hier zu finden ist. Abstimmen muss man auf die Teilnehmer … bei uns mehrheitlich Biertrinker … und sie kamen auch auf ihre Rechnung.

Wär hets organisiert? Stephan und Josef und deshalb danke ich an dieser Stelle allen andern, nur mir nicht. Josef schon, der schreibt ja nicht den Beitrag … aber Mails und telefoniert damit alles klappt. Gut drei Mails pro Teilnehmer, denn wir wagen uns in eine Gegend vor, wo es nicht all zu viele Gruppenreisen gibt und das grösste Hotel vor Ort wurde eben umgebaut. Die Antwort von der Stadt Breisach wird wohl nie kommen, denn das Best im Western gab vermutlich keine Infos an den neuen Besitzer weiter. Eigentlich das Beste, was uns hier in der Hochsaison während der Traubenlese geschehen konnten.

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Wär hets erfunde? Ricola. Hier gab es nach dem Überqueren des Passwang den ersten Halt. Der vermutlich grösste industrielle Stampflehmbau der Welt, das Kräuterzentrum , wurde von aussen betrachtet. Aus hygienischen Gründen ist eine Fabrikbesichtigung nicht möglich.

Wenn wir schon bei der Hygiene sind, das zweite bekannte Unternehmen in Laufen, früher Kanton Bern, heute Basel-Land, ist eben Laufen, das seit fast 20 Jahren dem spanischen Roca-Konzern gehört. Wer hier nicht sattelfest ist, in welchem Kanton er sich befindet, ist in guter Gesellschaft. Das Wochenende wurde wieder ein Pflock eingeschlagen. „Abgeschlossen!“ Ich denke nicht, denn die „Juraübung“ dauert jetzt schon zweihundert Jahre – 202 genau, Wien lässt grüssen. Seit Verlassen der Autobahn hätte ich nur über Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, erzählen können. Eine etwas „hinterlistige“ industriegeschichtsträchtige Angelegenheit im Intimbereich. Papierfabrik Balsthal, Tela, Attisholz Holding und Borregaard, Hakle, Kimberly Clark und die indische Saber. Echt intim, wer da voll durchblickt. Und da wären noch die verschiedenen von Roll Fabriken zu erwähnen, die dafür besorgt sind oder waren, dass das Spühlwasser angeliefert wird.

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Singen ohne Ricola, das geht bei uns nicht. Vermutlich  haben wir auf der Reise nie gesungen, weil wir hier einen ganzen Stoffsack der  Geschmacksrichtung Gletschermünze geniessen konnten. Von den beigemischten neuen Kräuter-Caramel hat vermutlich nicht jeder probieren können – die waren extrem schnell weg. Nur, das gewohnte Original mit 13 Kräutern bringt Männerstimmen anscheinend zum tönen. Ja, wer verkauft schon über die chinesischen Onlineshops? Ricola ist schon bei Alibaba dabei. Sogar für Frauen findet sich ein praktisches Ricola-Zubehör. Wie anhin geniessen, wird wohl weniger umständlich sein.

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Im Bund ist in seinem Beitrag – einen Tag nach unserem Besuch – ein aktuelleres Bild des Kräuterzentrums von innen zu sehen. Meines entstand kurz vor der Eröffnung. Wenn sie an Lehm interessiert sind, hier die brandneue Pressemitteilung für die „Wahre Erde“. Die letzten beiden Links werden in unsere Geschichte eingehen. Wetten? Migros wird seine Produkte in China mit Kaola verkaufen. Das ist kein Witz. Unser Reisewochenende wird die Welt nicht vergessen. Ja, wenn Engel reisen …

… derweil unser Cardriver Claudio etwas aufgeregt nach einem Ersatz-Kabel für das GPS suchte und den zugeteilten Parkplatz nicht berücksichtigte. Missachtung von Ricolas Befehl. Im Militär würde er jetzt eine Woche zu Fuss gehen … Spass beiseite, wir hatten den Plausch und er auch. „Solange ohne Autobahn bin ich noch nie gefahren“ und das hat er am Ende via Mikrofon erzählt. Nach dem Mittagessen im dritten Land konnte ihm ein Klaus eine Garage vermitteln, die so ein altes Kabel an Lager hatte. Da liegt nun auch schon ein Dezenium dazwischen und heute haben wir noch viel mehr Leistung in einem Handy oder wie das Zeugs heute heisst. Nur, immer haben alle Probleme mit Apfel und Kohorten. Und Schreiben war vor 500 Jahren mit dem Federkiel schneller. Das Leimental hat auch seine Tücken und im Elsass könnte man sich streiten, ob vor uns die Vogesen oder der Schwarzwald in der Ferne ersichtlich ist, wenn man „querfeldein“ und nicht über Basel reisen möchte. Ein Ratschlag, vergesst ab und zu mal die moderne Technik und macht auf einer längeren Reise einfach Kopfakrobatik. Zugvögel haben das immer im Griff … na ja, wir haben restlos alles in der festgesetzten Zeit gefunden.

Mann und frau hätte ja einen Kräutertee beim Benediktiner Kloster Mariastein geniessen können. Oder einen St. Anna WeinMarechal Foch, Pinot Noir, Regent und ab und zu gibt es auch einen Cuvée. Einen mit Foxton? Nein, das lasse ich sein, es wird heute noch eine Neuzüchtung zum Trinken geben. Im Rebberg hinter dem Kloster sind geschätzte 1000 Rebstöcke. Keiner geht hin und dann ab in die Kirche. Oh weiha, eine ausserordentliche Predigt und mindestens fünf in „Vollmontur“. Alle in festlichem Weiss. Ich kenne nur „Rot und Schwarz“ von dieser Region aus persönlichen Gesprächen. Kopf zurückziehen, denn hier ist eine heikle Gegend. Basel und hier Solothurn eingequetscht, keine Handvoll Kilometer von Röschenz entfernt. Soviel sehe ich, Koch und Trauffer stehen nicht in Reih und Glied. Draussen vor der Kirche spielt ein Blinder auf einer transportablen elektronischen Orgel. Drinnen wären zwei ziemlich neue, alt aussehende Orgeln zum Bestaunen. Der Obolus für den Opferstock erhält der Musikant. Ich höre ihm einige Minuten zu. Weit und breit ist niemand anderes zu sehen. Ein eindrückliches Orgelspiel.

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Fliegend gehts in den beiden Tagen über die Grenze, aber der Formularkrieg muss peinlich genau geführt werden. Wie viele sind im Car? He, da ist noch einer draussen und wir fahren schon. Max, ruft einer. Ne, es war einer von Geistlich. Nicht vom Koster, von der Knochenstampfe. Heute ist der Tag des Holzes und wir fahren bei der eindrücklichsten Holzsägerei vorbei. Es gäbe so viel zu sehen, wir könnten eine Woche unterwegs sein. Die Goldstein Creation sägt und schleift 200 Millionen Jahre altes Holz. Zu finden, kurz nach dem Überqueren des 237 km langen Rhone-Rhein Kanal, der es ermöglicht mit dem Schiff vom Mittelmeer quer durch Europa zu fahren.

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Die Leute verspüren Hunger, also fahren wir nicht der kurvenreichen Weinstrasse durchs Elsass entlang. Die ist ja nur 185 km lang und anschliessed folgt die 85 km lange deutsche Weinstrasse. Wir machen auch den kleinen Umweg zum Kernkraftwerk Fessenheim nicht, dem ältestens und leistungsschwächsten KKW in Frankreich das noch im Betrieb ist – 1760 MW. Halb soviel Leistung, wie alle KKW in der Schweiz. Wetten, dass sie nicht alle kennen?

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Moderne Technik und alte Lagertechnik. Reben sind im Elsass nicht vorherrschend. Es ist eindeutig der Mais. Mach ke Mais.

Der Hunger wird beim Weingut-Rebschneckle gestillt, das ich seit der Gründung 1981 kenne und seither regelmässig besuche. „Angeheirate Verwandschaft“ hat mich zum ersten Biowinzer im Kaiserstuhl gebracht. Da gab es nur noch eine, die etwas schneller war. Seine ehemalige Freundin mit dem Sonnewirbele (Löwenzahn), das schon lange nicht mehr existiert. Zuerst hat man über Klaus Labudde gelacht, dass er „Gründünger“ im Rebberg hatte. Dann das erste Gewitter in den Rebbergen des Kaiserstuhls und die Hänge sind auf dem Lös-Boden regelrecht abgerutscht. Heute ist praktisch der ganze flurbereinigte Kaiserstuhl „grün“. Brach liegen meist nur Neuanpflanzungen.

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Zur Weinbaugeschichte müsste eigentlich einmal nachgetragen werden, dass ich Klaus mit Heger, einem der besten Weingüter in Deutschland, bekannt gemacht habe. „Ein Berner muss mir den Biowinzer vorstellen, der dreihundert Meter neben mir wohnt!“ Zwei Jahre später stellte ich fest, dass die Rebschneckle Weine noch besser ausgebaut sind. „Du bist schuld, denn Heger ist heute mein Kollege.“ Der Sohn Luca hat auch die Hälfte seiner Weinausbildung bei ihm gelernt und die andere Hälfte beim Weingut, das wir morgen besuchen. Luca ist dort sogar auf einem Bild verewigt, wie ein Reiseteilnehmer feststellte.

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Es scheint sich gelohnt zu haben, obschon der andere jährlich einige Tausend Mal mehr Wein herstellt. Klaus Labudde ist vermutlich die modernste Lohnweinabfüllerei von Deutschland und spezialisiert auf die Druckabfüllung. Wein wird mit Kohlesäure angereichert und abgefüllt. Prosecco lässt grüssen. Der heutige Trend in der Weinherstellung. Ein Blick auf seine Referenzen ist eine Freude. Wenn sie mal wirklich gut essen wollen, merken sie sich Franz Keller. Reservation ist empfehlenswert.

Bei der Weindegustation hat sicher jeder seinen Liebling auserkoren. Secco, Weisser, Weissherbst (rosé) oder Roter. Der letzte Rote wurde blind verkostet. Die meisten waren nicht wirklich begeistert. Für einen Garanoir, einer Neuzüchtung, aber sehr gut, wenn man ihm etwas Luft gibt. Es war ein Schlossrueder. Ein ganz spezielles Dankeschön an Bonney und Klaus. Es war toll. Zumindest ich komme wieder … oder ihr mal ins Ruedertal. Dann könnten wir am Donnerstag zusammen singen.

Quer durch den Kaiserstuhl und bei einem Zwischenhalt sind die meisten ausgestiegen und haben eine Wanderung über den ehemaligen Vulkankegel ins Liliental unternommen. Zwei ganz Verwegene sind gar hoch auf den Neunlindenturm gestiegen und mit einer sensationellen Aussicht auf den Schwarzwald, das Marktgräflerland und die Vogesen belohnt worden.

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Das Wetter war zum Hochsteigen toll. Wolkenspiel und seit Labudde keinen Regen mehr. Regen? 13 Tropfen bei warmen Wetter und Sonnenschein. Und etwas mehr Tropfen hat er mir mitgegeben … als ausgleich für den Ruedertaler, so dass die Vereinskasse nicht belastet wird. Hinuntersteigen ins Liliental ist alleine einen Tagesausflug wert. Total schön, wenn sie im Spätfrühling oder Anfangs Sommer hingehen.

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Tausende von Orchideen beim Rekognoszieren. Ein Paradies für Orchideenliebhaber. Wer gerne seltene Bäume sieht, ist hier gut aufgehoben. Zu finden ist die Felsenbirne – schmeckt nicht sonderlich gut – und der Speierling. Im kleinen Schlösschen, dem Gasthaus zur Lilie, stiessen die Wanderer mit den Carfahrern zusammen. Draussen in der Gartenwirtschaft, umgeben von zig verschiedenen Bäumen. Fast alles was wächst, sieht man hier. Nur Pfifferlinge in der Pfanne hatten sie (diesmal) noch nicht. Das  ist ein Gratistip und der ganze Beitrag kann verwendet werden, um die Reise mit dem Gewerbeverein usw. usf. nachzuahmen … drei haben mich schon angefragt, ob sie Unterlagen erhalten könnten. Hier steht eigentlich alles.

Und ganz wichtig, wenn sie ein Hotel suchen, denn fragen sie das Hotel zum Schiff in Freiburg, Sankt Georgen an. Da gibt es nur einen Nachteil. So zumindest Herr Frey, der Eigentümer. Während der Lese (Wimmet oder wie das überall heissen mag) ist die im Hotelkelller untergebrachte Weinkellerei etwas überstellt. Der Hotelier gewährt uns sogar einen Blick in den Gärbottich und im daneben liegenden Raum, in seine Brennerei –  im Hotel wohlverstanden. Ich habe sieben Jahre in dieser Branche gearbeitet, aber das ist auch für mich ein absoluter Hit.

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Vorderste Reihe – links und rechts zwei Brenner. Das Essen ist auch nicht angebrannt, aber zuerst gab es eine Einweihung in die Hotelgeschichte. Die finde ich nicht im Netz, aber die erzählt der Hotelier beim Apéro im Restaurant. Den Ledignamen seiner Urgrossmutter habe ich mir nicht gemerkt. Aber, dass nicht einmal mein Mitorganisator eingeschlafen ist .., total spannend, wie er die Geschichten erzählt, warum das Hotel zum Schiff heisst. Ochsenfleisch, zubereitet als Tafelspitz (Siedfleisch) bestellten die meisten. Kann man das essen? Ich habe vergessen, nach der Adresse des Metzers zu fragen. Noch Fragen?  Und dann das Frühstück. Schwachpunkt sind alleine die Käse … aber das ist ein deutschlandweites Kapitel. Zur Ehrrettung ist zu sagen, dass es auch bei uns im Tal teuren, aber .. Käse gibt. Gekauft mit dem Garanoir. Übrigens, mein Übernahme von einem Sängerkollegen ist „Chäshändler“. Und nicht vergessen, den Hauswein bestellen … EUR 12.80 die Flasche. Restaurantpreis nicht über die Gasse. Absolut sensationell.

Das war ein echter Frey-tag … Car und Hotel. Herrlich kutschiert im einen und ernährt und gepennt im andern.

 

Abwechslung in Frankreich – Teil 2

Etwas zurück liegt die Durchquerung von Frankreich und deshalb werden einige Details einfliessen, die im letzten Monat zu reden gaben. Teil 1 ist hier zu finden.

Fahren wir beim Flughafen von Clermont-Ferrand weiter – mit einem Citroen C3. Knallrot und mit Franzosennummern. Knall … womit hat Citroen sein Imperium aufgebaut? Mit Schrappnelgranaten für den ersten Weltkrieg. Das gab dem Unternehmen die Finanzkraft den Citroen A in Serie zu bauen. Etwas früher war Adam Opel in Paris. In einer Nähmaschinenfabrik und zurück in Deutschland startete er mit solchen Apparaten. Gut ein Dutzend Jahre vor NSU – Neckarsulmer Strickmaschinen Union – die heute zu Audi gehört. Kolben und Pleuelstangen funktionieren ähnlich. Die vom Büsi nicht mehr. Der indisch-englische Jägu ist unterwegs in die Schweiz. Im Heimatland verschrotten ist billiger, wegen der Mehrwertsteuer. Angeblich, so die Versicherung. Dabei hat sie doch Erfahrung. Mein Volvo blieb anno dazumal auch in Frankreich stehen und wurde von der gleichen Versicherung dort zu Grabe getragen … zwanzig Kilometer von Genf. Einiges ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber es klappte beide Male gut.

Hier ein Ratschlag. Verwenden Sie in älteren Fahrzeugen um Himmels Willen nie E10. Bioethanol greift deren Dichtungen an. 

Ein Oldtimer-Freak hat mir das erklärt. Er fährt Rolls. Jaguar wusste das, aber hat es den Kunden nie gesagt. Das Verhalten der Fahrzeugbranche lässt ethisch echt zu wünschen übrig. Was da an grauer Energie geopfert wird, bedenkt keiner. Wieso muss gerade ich das erleben? Weil ich einer der drei war, die das Bioethanol in der Schweiz gekippt haben. Zehnjähriges Jubiläum für das Erfolgreichste des Finanzblogs. Und wieso habe ich oben Opel erwähnt? Weil derjenige in den USA mein billigstes Auto – vielleicht gar Fahrzeug – je war? Nein. Opel hilft jetzt Citroen sparen. Ja, Innovationen heute und gestern.

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René Näf wird über dieses Bild schmunzeln. Ich freue mich über seinen Brief an BR Leuthard – sein Kommentar ist nicht leuthard, der ist leuthart. RGS 2/2017, Seite 89ff. Jetzt scheint sie den Kurs doch zu ändern und merkt, dass die Schweiz nicht nur aus Grosskapitalisten besteht.

Na ja, vielleicht haben wir mal keinen Strom mehr, dann halt …

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… mit dem Pferd oder dem Esel im ehemaligen Nationalgestüt.

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Und sollten sie mich einmal in Südfrankreich besuchen wollen und sehen dieses Schild, dann haben sie sich leicht verfahren. Zu Fuss rund 400 km oder 84 Stunden. Mit dem öffentlichen Verkehr gemäss Google nicht erreichbar. Mit dem INOUI auch spiegelbildlich nicht erreichbar. Die Franzosen stehen Kopf und bei uns weiss fast keiner, was das ist. Der TGV! Aber wenn sie schon mal da sind, besuchen sie unbedingt das Relais. Das ist noch Frankreich, das echt durch die Speiseröhre und den Magen geht. Und verständlich sprechen die Menschen hier. Kein katalanischer Einfluss und im Nachbarland brodelt es weiter, wie vor zwei Stunden berichtet wurde.  Näher an Paris und meinen, aus dem gleichnamigen Ort im Lanquedoc-Roussillon hätte sich noch keiner hierhin verirrt. Wir waren absichtlich dort. Fast minutengenau wie Junckers Rede zur EU-Lage … etwas Schieflage. Ich habe schon einige Male geschrieben, dass die EU zum langfristigen Überleben eine Einheitswährung, den Euro, braucht und eine gemeinsame Finanzhoheit. Wetten, dass das kommt oder die EU neben China und den USA längerfristig keine Chance hat. Auf Sand bauen ist nicht immer gut, aber aus Sand gebaut, das ist die Zukunft – Beton und Kunststoff.

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Die U-Bahn verkupfern, das passt doch?

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Oder Treppen einfärben. Sie können wie Pascal Foucart auch …

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… ganz einfach Baguettes einfärben. Merken sie sich Pascal. Ein Anlagetyp gefunden im 95 Rivoli. Und wenn wir schon bei Kunst sind, da wäre noch das Konzert im anderen Saint-Ambroix zu erwähnen. Erinnerung an Maurice André, der in der Nähe, in Ales, aufgewachsen ist. Und wenn ich das richtig mitbekommen habe, war vor allem sein Bruder oft in unserer Cité Medival. Vielleicht kann ich ein Bild auftreiben, das ich auf einem fremden Apparat geschossen habe. Übrigens, Mitorganisator und persönlicher Bekannter von André ist Monsieur Simon … Clos de la Roque, Pinot 2002, mundet zum Schreiben.

Die eindrücklichsten Bilder aus Paris finden sie bei libref. Und die Polizei räumt zum 35. Mal.

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Vive la France …

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Chris Froom im gelben Tricot hatte am Schluss 54 Sekunden Vorsprung. Den ersten Durchgang neben dem Louvre anschauen und die anderen 7 lieber bei einem Bier in einem Restaurant. Der halbe Liter zu knapp elf Euro … dreissigmal teurer, als bei einer Aktion beim deutschen Discounter in der Schweiz. Es will überall Geld abgesahnt werden. Auch in der Schweiz. Da kostet das Caffè Latte satte dreimal mehr, als hier im Discounter. Made bei Emmi. Und vor einigen Stunden hab ich zugeschaut, wie die ersten Meter der Milch verlaufen, die dort landen. Nur, die grosse Marge geht sicher nicht in unser Tal. Der andere Kollege berichtet mir am Telefon. 200 Franken für eine kurze Visite und für 100 Medikamente ins Euter spritzen – der Viertel ist krank. Wir manchmal auch. Manchmal werden wir es auch. Unabsichtlich. Es keimt im Katheter. Zum Lesen empfehle ich den Proxi von Startpage. Und das allerschönste, der Chefmechaniker, sorry Operationsprofessor, wusste nicht mal, ob mir einer eingesetzt wurde. Bei so einer kleinen Operation eigentlich nicht. So mein Namensvetter und ich zwei Monate out of order. Die können sich die teuren Barilla in der Schweiz leisten – andere wären froh, sie bekämen diese zu einem Drittel in Frankreich. Das ist kein Witz und Galbani Mozzarella kostet die Hälfte was sie im Outlet von Emmi bezahlen … und der ist supergünstig und hat oft Käse am Verfalldatum – Kilopreis 12 Franken oder billiger. Dann noch etwas lagern und er ist geniessbar – voll Genuss. Und die verdienen immer noch was an dem. Schön, dass ich doch einige Erfahrungen im betrieblichen Rechnungswesen und in einigen landwirtschaftlichen Branchen habe. Das Sahneland Schweiz. Nicht für alle, aber für einige allumfassend. Schön, nächstes Jahr ist Jubiläum – 50 Jahre 68. Vianney sing je m’en vais – i hou ap (ab). Nicht abhauen, aber den Sänger merken…

… so, nun ist Feierabend. Vielleicht gibt es noch einen dritten Teil. Aber zuerst noch von einem, der nicht mehr unter uns weilt und die Todesanzeige habe ich in meine Musiksammlung aufgenommen. Erben bereitet Hass … im wahrsten Sinne des Wortes … nur das wird erst in einem Buch aufgeklärt. Polo ist echt nicht immer ganz einfach zu verstehen und da kommt mir der Poloball in den Sinn, den Prinz Charles in Windsor aus dem Spielfeld geschlagen hat. Vermutlich einer, der schon in meinem neuen, noch älteren Jaguar mitgefahren ist. Und da kommen Erinnerungen hoch, was in Paris vor 20 Jahren vorgefallen ist. Der Wagen ist erst 17 jährig. Also, da sass sie nicht drin. Aber bei der Tour de France – im Bild weiter oben – vor einem der Seine-Tunnel in der französischen Hauptstadt …

… Polo, nimm dert obe ou dr Bescht. Du weisch o was guet isch. Das ist die Antwort, auf die beste Bemerkung, die mir Polo Hofer einmal gab. Flüg guet … und wir fahren mit dem Männerchor auf der Vereinsreise morgen hoffentlich gut. D’Alperose wollen sie dann am Unterhaltungsabend lieber nicht singen – das Lied ist anspruchsvoll und dabei tönt es so einfach, lässig … flüg gut. Mir chöme o einisch nache. Vergesst das nicht und lebt …

… und liebe Journalisten, übertreibt nicht immer. Zu Tode erschrocken in Paris ist noch selten einer. Aber es ist immer wieder erstaunlich, dass es nicht mehr Opfer im Strassenverkehr gibt. Oder wie heute Unfälle. Hoffen wir zumindest auf gutes Wetter. Gestern Tropennacht und heute Sturm – Sebastian und so heisst eine der Hauptpersonen im Buch.

Irma – die Grosse oder die Milde

Der Hurrikan Irma wirft Fragen auf.

Es werden Ursachen für den vermutlich grössten, stärksten, regenreichsten Hurrikan gesucht, der über die Karibik Richtung USA schleicht. Nicht rast, wie Kachelmann korrigiert, mit Velogeschwindigkeit vorwärts geht. Nun, diese Geschwindigkeit ist auch recht verschieden. Ich kenne einen recht gut, der war des öfters mit seiner Tochter mit dem Rennvelo unterwegs – Tochter im Kindersitz. Das dies möglich ist, braucht es vielleicht ein Mehrgewicht von zehn Gramm – eine kleine Ausbuchtung neben einem zusätzlichen Loch beim Gestell wenige cm über der Nabenbefestigung. Übersichtliche Strasse, leicht abfallend, guter Belag, da sind Tempi über 80 km/h nichts Aussergewöhnliches. Der Tochter hat es immer gefallen. Die meisten finden das fahrlässig. Damals erst recht. Heute sind Extremsportarten überall in.

Es ist immer die Art, wie man etwas anschaut, wie man es hinterfragt und vor allem wie man im wahrsten Sinn des Wortes sattelfest ist. Und das war ich damals. Das Fahrradfahren habe ich aufgegeben, als mir das dritte Mal in Langenthal der damaligen Durchschnittsstadt eine Frau – sorry, es ist so – vors Rad gefahren ist und mir den Vortritt abgeschnitten hat. „Ich habe nicht gedacht, dass sie so schnell fahren.“ Fünfzig war es nie, aber das wäre erlaubt gewesen. Elektrofahrräder fahren heute ähnlich schnell, aber man hat sich noch nicht daran gewöhnt. Nur, das Fahrverhalten lässt heute vielfach zu wünschen übrig.

Und genau das gleiche könnte sich mit Hurrikans ereignen. Sie werden kräftiger, häufiger. Die NZZ hat zwei Einflussfaktoren auf Lager – el Niño und der wärmere Atlantik. Wie in der heutigen Medizin – nach Ursachen wird nicht gesucht. Klimaerwärmung wird es sein. Ist wirklich alles menschgemacht? Würden wir uns nicht lieber Gedanken machen, wie wir gegen Murgänge, wie bei Bodio oder gegen Überschwemmungen vorgehen und uns schützen. Von der Zunahme der Schwankungen im Klimabereich haben wir schon am NDS Umweltmanagement gesprochen, als Co2 den meisten nur als Kohlensäure im Mineralwasser bekannt war.

Lesen sie, was Kachelmann im Interview sagt – spannend. Einen Kommentar mit Antwort möchte ich ganz zitieren. Der scheint mir extrem interessant zu sein und unterstützt meine nachdenkliche Haltung, zu „alles menschgemacht“ (anthropogen):

  • „Claudio Hammer

Seit 1980 haben die Energiemengen in den Weltmeeren sowohl gemäss NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) als auch MRI/JMA (japan. Aequivalent von NOAA) um 15*10^22 Joules zugenommen, Tendenz immer noch stark steigend.
Zum Vergleich: 1*10^22 Joules entsprechen ca. dem 18 fachen Weltenergieverbrauch pro Jahr – die Weltmeere haben also seit 1980 den rund 270-fachen Jahresenergieverbrauch aufgenommen + geben diesen in Form von Irma & Co auch gelegentlich wieder einen Teil davon ab.
Da davon auszugehen ist, dass die antropogen mitverursachte Klimaerwärmung und Meeresenergieaufnahme weitergeht, werden so Monsterstürme wie Irma bald regelmässiger auftreteten vermutlich wird man auch bald noch die Kategorien 6 & 7 schaffen müssen für Stürme mit über 400/500 km/h!
Brave new World!

  • Olivier Fuchs

    Diese absolute Energieveränderungsangabe und der Vergleich mit humangenerierter Energie haben keinen Sinn. Ebenfalls nicht das Propagieren neuer Stärkstufen, da Naturgesetze existieren könnten, die eine obere Grenze setzen, zweitens sie überproportional unwahrscheinlich würden. 500 km/h bräuchte mind. das Dreifache an Energie.

Die kleine Frage lautet nun: Wo kommt diese 270-fache Energie her? Ich freue mich demnächst auf eine Diskussion mit einem Fachmann. Und jetzt über die Kommentare in der BZ. Da ärgern sich einige über Details, wie man das schreibt. Ich schreibe, wie mir der Schnabel gewachsen ist und ich das einigermassen geschickt in Tastenschläge umhämmern kann. Da macht auch einer einen Fehler – antropogen. Der könnte von mir sein. Bei meiner Abschlussarbeit meinte mein Professor, dass man authorithär ohne th schreibe – beim 1. oder beim 2.?

Die kleinen Fehler, über die diskutiert man, über die grossen wird nicht geschrieben, weil es dazu extrem viele Zusammenhänge zu erkennen gilt. Aber eines ist sicher, mit Meteorologen zu diskutieren ist interessant – Bucheli ist auch Analytiker.

Hoffen wir, dass Irma, die Grosse, eher wie Irma la Douce wirken möge. Übrigens, die Teufelsinsel von Cayenne liegt etwas unterhalb der Karibik und auf dieser Insel wurde und wird nicht nur Schweizer Kommunikationsgeschichte geschrieben. Walter, der das Handy eingeführt hat, berichtet von der Trommel zum Satelliten.