Von Diamanten, Bettsocken und dem Wandel der Zeit

Frl. Wunderli klaut geklaute Diamanten, die am Unterhaltungsabend des Männerchors Schmiedrued in Bettsocken versteckt waren.

„Konzert und Theater“ heisst der offizielle Aushang, aber alles spricht vom Unterhaltungsabend. In meiner Mundart heisst das schlicht und einfach UA. U.a. steht diese Abkürzung auch für Anderes. Und es ist der Name der japanischen Sängerin UA oder eben 嶋歌織. So ändern die Zeiten und die UA, die United Airlines gab es noch nicht, als die meisten der sechs vorgetragenen Lieder entstanden.

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Dort aber wurde das schwierigste vorgetragene Lied, aua nie, sorry Aura Lee vor 155 Jahren während des Bürgerkrieges geschrieben. Bekannt wurde ist es unter dem Namen „Army Blue“ und der grösste Erfolg hatte es mit „Love Me Tender„. Namen im Wandel der Zeit auch drüben am grossen Teich. Ob sie sich trumpieren, wissen wir erst nach Ablauf der trumpschen Ära. Wir gönnen allen den Erfolg.

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Nur bei unserer Ansagerin, die uns glanzvoll durch den UA begleitete, würden wir gerne eine Ausnahme machen. Marliese Loosli will dem Männerchor beitreten, sobald sie nicht mehr Gemeindeammännin oder -frau ist.

Warum chunsch nid cho singe zu üs i Männerchor, mir suche nöii SängerInne im Bass u im Tenor. Mir probe am Donschti vo acht bis halbi zäni und nachhär gömer eis go näh.

Das ist die 5. Strophe vom Bajazzo, die der Diamantendieb immer auf sich trägt. Vermutlich kennt er den tödlichen Schluss im Original nicht …

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… obschon er bei „Diamante und Bettsocke“ mit genauso einem Messer bewaffnet war. Puff, puff, puff ist kein Schuss, sondern Baggenstos’s Duftspray. Im Übungslokal sind wir froh, wenn alle auf reizende Wässerchen verzichten – lieber nicht atemlos aber wie letztes Jahr mit Kultur. Übrigens, die Diamanten sind noch nicht aufgefunden worden …

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… vielleicht hatte sie Ruedi Tanner zu seinem 35-jährigen Jubiläum als Sänger im Ruedertal erhalten. Nachdem der Männerchor in Schlossrued aufgelöst wurde, singt er seit 15 Jahren bei uns. Herzliche Gratulation. Keine Ahnung wieso wir als Einleitungslied Weinland und nicht ihm zu Ehren Weinbrand singen. Vermutlich weil wir nachher mit „Reveille“ erwachen und der Weckruf dem Vernehmen nach von Joseph Haydn stammt. „Das Lied der Berge“ , besser bekannt als Montanara ist der Schlachtruf von Ambri-Piotta. „Ein schöner Tag“ stammt ursprünglich vom Kirchenlied „Amazing Grace“ und im Wandel des Gesangs wurde es meist von Militärkapellen gespielt, bis es erst in den vergangenen Jahrzehnten von Beerdigungen wieder als heute eins der beliebtesten Lieder in die Kirche zurückkam. Satchmo verjazzte es und der scheidende Barak Obama sang es mit noch mehr Erfolg als wir.

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Happy Birthday mit unser Dirigentin Anastasija Kadiša war das Schlusslied. Der Wunsch galt allenfalls den Musik- und Showleuten Johann Gottlob Schneider, Bernie, Conny, Coluche, Bill und Eros am Freitag. Am Samstag wäre nur eine Bekannte zu erwähnen, Niki. Göppels no ne mal, der kriegerische Joseph wäre sicher nicht beglückwünscht worden.

Eine der Damen heisst Meier. Die Teddybären im Chor: „Wir haben keine Meier.“ Doch, seit drei Monaten und schon flugsicher auf der Bühne. Festgehalten von ihrer Mutter Irène. Ihr DRAHT-elier sollten sie sich als Geheimtipp merken. Auf dem Platz Bern weiss man dies schon lange. Und der Vater hatte einen Tag vor dem UA sein 10-jähriges Jubiläum, seit er den weltersten Wertkarton von mir erhielt. Keiner ahnte damals, dass auf dem ersten deutschsprachigen Finanzblog einmal das Kapitel www.hammerschmitte.ch integriert wird, auf dem über unseren UA mehr zu sehen und zu klicken ist.

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Bettsocken hatte der Rock’n’Roll Clup Teddybären keine an, eher Springsocken. Sie tanzen auch Jive und wer hat diese beiden Musikarten nach Europa gebracht – im Wandel der Zeit. Die US-Army.

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Mit einem herrlichen Schnitzel, Gabel und Messer bewaffnet, schlich ich mich mit Flüstersocken mitten in die Diamantenstory rein. Beobachtete und fällte in der hinteren Ecke einen strategischen Entscheid: „Null Toleranz für Rotzlöffel„. Danke, dass die Diskussion in der Kaffeestube weiter geführt wurde. Ein recht kämpferischer Abend, der friedlich über die Bühne ging und zur Musik von Fäger Hampi schwingten einige mehr als üblich das Tanzbein …

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… lag es an den Tänzern aus Unterkulm oder …

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… an den erstmals fehlenden Krawatten, die doch einigen Sängern mehr Freiheit bescherte. Falls sie nicht auf das nutzloseste Kleidungsstück verzichten wollen, knüpfen oder besser schlingen sie sich doch einen „topmodernen und ganz einfachen Champ“.

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Aschi mit immer aktivem Helferblick …

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… und unser „Chnöpfli“ beim Aufräumen der „Spätzli„, hopp hopp hopp hopp, Pferdchen lauf Galopp …

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… oder singen sie von einem Hering über C-A-F-F-E-Esei doch kein Muskelmann … ja, im Wandel der Zeit singt man vorsichtigerweise auch hier ein anderes Wort, damit man nicht als Rassist verklagt wird.

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Einsam und verlassen steht zur Ende gehenden Sommerzeit der erste Tombolapreis, gestiftet vom Velohändler Bruno Hermann , immer noch da. Alle Lose sind doch verkauft? Wie ein schlauer Wolf mit leuchtenden Augen und vorbildlich mit eingeschaltetem Licht radelt der Gewinner in die kalte Nacht, der Winterzeit entgegen und wählt den Weg mit einigen eisigen, windigen Novemberänderungen. Der Wandel der Zeit. In der Presse können wir diesen auch verfolgen. Und st. hat mir am ersten Tag anvertraut, hoffentlich muss ich nicht zum dritten Mal mit einem Velo nach Hause.

Danke allen, die mitgeholfen, konsumiert, gesponsort oder beim Singen den Fotoapparat bedient haben. Reserviert euch den 27./28.10.2017 oder noch besser, kommt am Donnerstag um 19.45 zum Schnuppern ins UG der heutigen Gemeindeverwaltung. Welche Frau ist schneller als Marliese?

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