Freude!? Berner KKW Mühleberg geht 2019 vom Netz


Der 30. Oktober 2013 dürfte in die Geschichte der Hauptstadt Bern eingehen. Das AKW Atomkraftwerk in der Nachbargemeinde Mühleberg geht 2019 vom Netz. Freude herrscht! Ja aber, hoffentlich hält es noch diese sechs Jahre. Rendite vor Risiko!

Aus ökonomischen Gründen kommt es vom Netz. Nicht aus ökologischen, geschweige denn ethischen Gründen. In der digitalen BernerZeitung ist zu lesen: „Das AKW Mühleberg wird aus wirtschaftlichen Gründen vom Netz genommen. Bei den aktuell tiefen Strompreisen sei ein kein rentabler Bertrieb möglich,“ sagt die Vorsitzende der Konzernleitung der BKW FMB Energie, Suzanne Thoma. Haben sie den letzten Satz genau gelesen? „Ein“ oder „kein“? Diese Ironie ist nicht lange sichtbar, denn sie steht zuoberst bei den aktuellen Meldungen. Wird schon bald vergessen sein, dass es ein „unternehmerischer, nicht politischer Entscheid“ ist.

Wenn aus Kostengründen das Werk stillgelegt wird, dann wird nur das Allernötigste in die Sicherheit investiert. Diesen Grundsatz werden sie sicherlich nicht vergessen. Hoffen wir mal, dass die letzten sechs Jahre ohne Zwischenfall vorbei gehen. Seit Fukushima hätte der Mensch eigentlich nachdenklicher werden sollen. Und wir wissen auch, dass Mühleberg noch mehr als sechs Jahre unsicher sein wird, denn die von mir veröffentlichte Idee eines Saanetunnel wurde erst mehr als ein Jahr später von der BKW erwähnt und wird aus Kostengründen garantiert nie gebaut werden.

Hoffen wir doch, dass das vierzig jährige Weinfass, wie es ein Bauingenieur bezeichnet hat, durch die Eisenbänder sicher bis zum Rückbau zusammengehalten wird …

AKW Mühleberg und Veloständer

… sonst müssen in Zukunft vielleicht einige mehr als im Januar 2008 das Velo benützen. „Dürfen“ wäre immer erlaubt. Übrigens, als das AKW – Atomkraftwerk – gebaut wurde, sprachen die Betreiber aus PR-Gründen immer von KKW – Kernkraftwerk. Das Wort Atom wurde damals vermieden, was die DIN/ISO Norm noch heute macht.

Kommentare kommentieren – Danke


Soll man sich über viele und alle Kommentare freuen?

Liebe Blogleser. Herzlichen Dank für euer Kommentarverhalten. Selten muss ich einen löschen und meistens nur, weil irgendein Kommentar mit 100erten von Links für gefälschte Taschen, Turnschuhe etc. aufgeschalten wurde. In 8 1/2 Jahren musste die Kommentarfunktion auch nur einige wenige Male für kurze Zeit gesperrt werden. Automatisch erstellte Massenkommentare mag eigentlich niemand.

Froh sein kann man auch, wenn nicht jeder „Hafenkäse“ mitgeteilt werden muss. Herzlichen dank, dass ihr nicht wie hier bei Jens zuschlägt. Das braucht Zeit. Vor allem, wenn man als Blogschreiber seine Kommentare kommentiert, antwortet. 50 000 Visits, eine Million Hits, diese Werte werden beim Finanzblog jeden Monat deutlich übertroffen. Egal, was die bedeuten, im besten Fall nur Suchmaschinen, denn die schreiben keine Kommentare und 20 000 Sites. Zahlen, die mir nicht viel bringen. Und die Zahl der Kommentare sagt erst recht nichts aus.

Frei Schnauze, aber bitte mit Anstand“ – die Landschaft der Kommentare in digitalen Zeitungen wird sich in Zukunft verändern. Wetten? Nicht nur weil der „mächtige“ Blogger Peter Hogenkamp die NZZ verlässt, sondern weil die Kommentare in Zukunft von Journalisten kommentiert werden müssen, sollten. Ich garantiere, dass die Anzahl an unerwünschten Kommentaren fallen wird. Wenn Newsportale bis 9 von 10 Kommentaren nicht freischalten, braucht dies vermutlich sogar mehr Personal. Blogs sind hier wieder die Vorreiter gewesen.

Liebe Bloggerkollegen. Erinnert ihr euch noch über die Diskussionen über sogenannte Katzenblogs. Das Katzenblog.ch ist zum Geheimtipp geworden – Kommentarfunktion ausgeschalten.

"Ist der Franken bereits zu schwach?" – oder zu starkt?


Ist der Franken bereits zu schwach?“ Vermutlich ist nicht der Schweizer-Franken zu schwach … oder sind es meine Nerven?

Schwach oder stark ist immer eine Frage von der Seite, wo man steht, von der aus man schaut. Die eine Seite ist stärker, die andere schwächer. Das ist bei einem Ungleichgewicht nun mal halt so. Die Credit Suisse (CS) schreibt, dass der faire Wert des CHF zum EUR 1.22 sei – für die andere Seite eben 0.82. Dies Resultat ergibt sich aus 100 geteilt durch 1.22. Eigentlich sind wir ja nicht blöd, dass solche Rechnungen erklärt werden müssen. Aber manchmal wäre es gut, wenn ganz einfache Sachen, ganz einfach überdenkt werden. Dies macht die CS, einer meiner früheren Arbeitgeber. Die schreiben entgegen der Schweizerischen Nationalbank und dem Bundesrat, dass der Franken unter dem Fix-Kurs von 1.23 zu suchen ist. Nicht wie immer gehört und gelesen wird, bei 1.30 – 1.35 … oder höher.

Das ist Wunschdenken unserer Exportindustrie und liierter Spitzenpolitiker. Verstehen sie mich nicht falsch, ich habe gar nichts gegen einen blühenden Export. Nur hat die Schweiz es immer wieder geschafft, das Unmögliche möglich zu machen. Unsere Exportindustrie wird auch bei einem Wechselkurs von 1:1 zum Euro noch gut dastehen. Etwas umstrukturiert, aber dieses Spiel kennen wir seit Jahrhunderten. Wir passen uns an, damit wir mitsprechen können. Müssen, wollen uns als Inselstaat anpassen. Nicht über den Preis alleine, über die Gesamtkosten und die Qualität. Diese leidet zur zeit hüben und drüben. Bei uns zu einem grossen Teil, weil viele in der Schweiz arbeiten wollen und heute der Trend für günstiges, unerfahrenes, nicht Praxis erprobtes Personal herrscht. Sicher nicht in allen Lohnstufen. In der Lohn-Pyramide oben herrscht ein anderer Wind, momentan noch warm und erfrischend. 1:12 macht aber Sorgen, sonst würden sich die Pharaonen nicht so wehren. Nur die waren ursprünglich unterhalb der Pyramidenoberfläche – und begraben. Aber dazu ein anderes mal mehr, ob die Schweiz ein Lohnverhältnis von 1 zu maximal 12 auch überleben wird. Vermutlich noch besser. Nicht für wenige Einzelne, für alle, volkswirtschaftlich gesehen.

Nun zu meinen Nerven. Bin ich von zwei Wochen Aufenthalt bei unserem grössten Nachbarn wegen der Wechselkurse durcheinander? Vor noch nicht all zu langer Zeit hätte ich die Geldbörse sechsmal umrüsten müssen. Franken, dann Francs, dann Lira … und noch mal Liren … das kommt, wenn man in den Alpen eine Fahrt über Pässe nach Süden geniesst. Diesmal brauchte ich nicht einmal Euro in Italien, neblig von der Po-Ebene her. Ideal für Pilze. Und für europäische Wechselkurse, deren Geschichte massgeblich hier bei Susa begann. Lags an den olympischen Spielen in Turin, dass hier in den letzten Jahren viel gebaut wurde. In Frankreich zurück hat man es wieder genossen. Da gibt es noch die „alte“ unverbaute Landschaft. Und wenn die Franzosen dann mal bauen, dann klotzen sie an einem Fleck. Das bringt Stabilität.

Wie haben sie den Kurs zum Franc in Erinnerung. 1:4 – Jahrzehnte lang. Obschon es in den 650 Jahren Francs und Centime interessantes zu verzeichnen gibt. Vermutlich wäre er heute noch rund 1:4. Frankreich „fühlt“ sich eigentlich immer gleich teuer an. Zumindest für Schweizer. Viel grössere Unterschiede gab es zu Deutschland, England oder gar den USA. Das Wechselspiel zur Deutschmark (Deutsche Mark) habe ich ja schon beschrieben.

Das schliesst den Kreis zum „schwachen“ Schweizerfranken. Im Artikel der BernerZeitung ist der Kommentar von Jutzi wirklich schön – er sieht den Euro bei 50 Rappen. Vermutlich denkt er längerfristiger als ich und viel längerfrisiger als die ehemalige Kreditanstalt. Danke für diesen Kurs, er erleichtert das Rechnen.

Kurs 0.50 – er ist bereit für einen Franken zwei Euro zu kaufen.
Kurs 1.00 – Schweizer Franken und Euro haben den gleichen Wert.
Kurs 1.22 – für einen Euro muss ich einen gerechten Wert von CHF 1.22 ausgeben.

Kurs 1.23, 1.30 oder 1.35 – ich müsste (musste) mehr in Schweizer Franken bezahlen, als wenn der Kurs bei 1.22 oder tiefer ist. Der Euro ist in diesem Fall teurer, stärker oder daraus folgend der Schweizer Franken eben schwächer, billiger.

Liebe Zeitung, meinem Empfinden nach ist der Titel falsch – der Schweizer Franken ist bereits zu stark. Oder versagen meine Nerven?