Kirche und Wirtschaft


Kirche und Wirtschaft ist ein vieldiskutiertes Thema. Abhängigkeiten gibt es einige. In der heutigen Zeit eines längerfristigen gesellschaftlichen Umbruchs wäre die Stabilität der Kirche gefragt. Hier zwei Beispiele, die vielleicht in die Geschichte eingehen. In der Schweiz wechselt das Präsidium des „evangelischen Kirchenbischofs“ und „der katastrophale Crash einer Kirchen-Sparkasse„, der CajaSur – der Caja de Ahorros y Monte de Piedad de Córdoba hat schon Aufsehen erregt.

Der grösste Einfluss bei der CajaSur hat das Domkapitel, das leitende Gremium der katholischen Bischofskirche. Wer lieber auf Deutsch lesen will, Google sei Dank. Mit etwas Fantasie doch gut verständlich zu lesen … sie hätten ja mit Domkapitel auch Domkapital übersetzen können. Irgendwie kommt mir die Geschichte bekannt vor. War da nicht einmal der Pate III. Der Godfather handelt um die Banco Ambrosiano.

Aber begeben wir uns nicht zu weit in Teufels Küche. Schauen wir lieber, was in der Schweiz für kirchliche Änderungen eintreffen werden. Das Original des Folgenden Textes habe ich für libref. geschrieben.

Ob liberale Kirche oder liberale Politik. Wir Liberalen in der Schweiz machen einen Fehler. Wir machen uns nicht bemerkbar und wir vernetzen uns nicht. Die Kirche gehört zu unserer Kultur und wird den heutigen allgegenwärtigen Wandel von Gesellschaft und teils auch Wirtschaft mitbestimmen. Wir drücken David A. Weiss für das Ratspräsidium des SEK die Daumen – die Vernunft der modernen Mitte soll gewinnen und die Zukunft bestimmen.


„Kirchenbund (SeK)/ Thomas Wipf, Präsident
des Evangelischen Kirchenbunds, tritt zurück. Folgt
nun ein Berner? Ein Romand? Oder eine Frau? … weiterlesen bei reformiert

Ein Berner? Wir hätten uns gefreut, das wäre Balsam für die Kirche, nur kandidiert in drei Wochen nicht der liberale Andreas Zeller.

Zugegeben, Bern ist der wichtigste Part in der Schweiz, was die Reformierten anbelangt. In den vergangenen Jahren habe ich als „ehemaliger“ Berner einiges mitbekommen, aber eines dürfen wir nicht vergessen:

„Der grösste Teil der Schweizer Reformierten ist liberal … nimmt die Kirche mit einem weinenden und einem lachenden Auge zur Kenntnis, nimmt nicht aktiv teil … und ist eben doch so liberal und mit unserer christlichen Kultur verbunden, dass er weiterhin seinen Obolus bezahlt … freiwillig!“

Das Präsidium des SEK, des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes ist neu zu besetzen. Evangelisch? Oder doch eher Reformiert oder gar Protestantisch. Ein theologischer Zankapfel oder eher ein philosophischer Standpunkt? Das SEK soll nicht evangelikal sein und nicht protestieren. Es sei denn, es wäre ein Romand, un protestant. Aber das SEK darf reformieren.

Liebe Berner, seit 24 Jahren hattet ihr das Präsidium des SEK nicht mehr. Kirchengeschichtlich dürfte euch das Beharren auf dieses Amt vielleicht noch einmal überraschen. Im Interview gibt sich Gottfried Locher ganz locker:

„Frage 5: Was machen Sie mit einem Bischofshut?
Locher: Ich warte, bis endlich wieder der 1. April da ist, setze den Hut dann auf, mache ein Foto und schicke es der «Reformierten Presse». Dann ziehe ich den Hut wieder aus und schenke ihn jemandem, dem er passt.“

Gibt es bald reformierte Bischöfe? Wenn es nach Gottfried W. Locher ginge, ja.

Er ist Leiter Aussenbeziehungen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), sitzt somit in der obersten Kirchenleitung und hat in einem Interview in der „reformierten Presse“ seine Idee der Bischöfe erläutert“ …wer neben dem Bild der Reformierten Presse weiterlesen und denken möchte … bitte sehr

Bei der Wahl ums SEK-Präsidium geht es nicht nur um persönliche Fähigkeiten. Hier wird Locher einen Trumpf spielen können. Aber es braucht mehrere. Es braucht eine brauchbare kirchliche Leitschnur. Ein Bischof der die Mitra nur am 1. April aufsetzen will, weiss dass diese eigentlich Strinbinde bedeutet – nicht Augenbinde.

Der dritte Kandidat, Didier Halter aus Sitten ist für mich der „Unbekannte“. Ich kann nicht alle Leute kennen. Vielleicht schreibt jemand anderes über ihn. Sitten, der Hauptort des Kantons Wallis ist Bischofssitz. Ein echter, ein katholischer. Und wenn ich mich nicht täusche, spreche ich in Sitten nur Französisch und so ist mir der Name als „Sion“ besser bekannnt. Und die Deutsch sprechenden sagen eh „Sittu“, was dem Berndeutschen sehr nahe liegt – zum Beispiel Huttu, wo ich selbst mal gearbeitet und gelebt habe.

Liebe Berner, die Üsserschwitz, so wird im Wallis der restliche Teil des Landes ausserhalb ihres Kantons genannt, hat noch einen weiteren Kandidaten. Einen Innerschweizer aus Luzern und wer die Geschichte etwas kennt, der müsste wissen, dass ein „ausgewanderter“ Aargauer eigentlich ein Berner ist.

David A. Weiss scheint deshalb nicht nur regional ausgewogen zu sein, auch die Zürcher wissen dies und beschreiben deine Vorzüge klipp und klar. Bis jetzt habe ich nur über einen einzigen angeblichen Nachteil gelesen. Weiss sei zu alt. Ich fühle mich auch gleich angesprochen, da wir vermutlich den gleichen Jahrgang haben. Da bleiben noch zehn Jahre Zeit, um die Kultur der Schweiz mit zu gestalten. Und das nächstemal darfst du uns ruhig informieren. Ja so sind wir Liberalen, man liest die Zeitung und ist halt so informiert. Ich hoffe, dass ich dir an unserer nächsten jährlichen Sitzung im März rückwirkend gratulieren kann.

David A. Weiss
David A. Weiss ist Stiftungsrat der Lang-Stiftung und damit libref. engstens verbunden (Foto gefunden als „zvg“)

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
„Kein Grund zur Depression“

Vor zwei Jahren erschienen:
«Die USA sind kein Vorbild»

Vor drei Jahren erschienen:
Stag – Spekulant oder Triumph

Vor vier Jahren erschienen:
Gold auf 8000 USD 1 UZ

Vor fünf Jahren erschienen:
EURalisierung gestoppt?

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3 Gedanken zu „Kirche und Wirtschaft“

  1. Doppelanschlag auf Ahmadi Moscheen in Lahore

    Mit grosser Trauer haben wir von den Anschlägen auf die Ahmadi Moscheen in Lahore vernommen. In diesem Anschlag sind über 70 Personen getötet und dutzende verletzt worden. Viele Ahmadi Muslime sind in den letzten Jahrzehnten in die Schweiz geflüchtet und haben hier vor der Verfolgung in Pakistan Schutz und Asyl erhalten.

    Mit schrecken mussten Mitglieder der friedliebenden Ahmadiyya Glaubensgemeindschaft in der Schweiz von ihren getöteten, verletzten oder als Geisel gehaltenen Angehörigen erfahren. Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde ist seit 1947 in der Schweiz beheimatet und hat 1962 die erste Moschee mit Minarett – Mahmud Moschee – in Zürich gebaut. Sie setzen sich für den Dialog und für den Frieden ein – auch dann, wenn sie in verschiedenen islamischen Ländern durch deren Regierungen und durch Extremisten zur Zielscheibe werden. In Pakistan wurden sogar gezielt seit 1974 gegen die Gemeindschaft Gesetze erlassen, die sie zu „Bürger dritte
    Klasse“ stempeln. In den öffentlichen pakistanischen Medien wird in Diskussionen sogar offen gesagt, dass es eine gute Tat sei, Ahmadis zu töten.

    Die weltweite Ahmadiyya Muslim Gemeindschaft lehnt jede Gewalt ab und wird von diesem Weg nicht abweichen.

    Der Pressesprecher
    Dr yahya hassan bajwa

  2. @ Doppelanschlag auf Ahmadi Moscheen in Lahore

    Was hat dies nun mit dem ersten Minarett in der Schweiz zu tun – und was hat es geholfen?

    Habe ich es richtig verstanden: Ahmadi Muslime werden von anderen Muslimen verfolgt? Lesen die in unterschiedlichen „Koranen“?

    Alles klar, wäre es anders, hätte es die Kappeler Milchsuppe nicht gebraucht und Flamen und Vallonen könnten gemeinsam politisieren – und der Kanton Jura käme endlich zur Ruhe…Nordirland lassen wir mal ausser Betracht.

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