Der grüne Stumme und die leere Bank


Ökologie und Ökonomie unter eine Haube zu kriegen ist nichts Aussergewöhnliches … aber für die Ethik reicht es vielleicht nicht mehr ganz … einige Gedanken zu einem „ökologischen Musterknaben“!

Der Gruene und die Bank

Dieser Grüne bleibt stumm, die Bank vermutlich in nächster Zeit leer oder allenfalls verschwindet sie ganz …

133 Jahre

… 133 Jahre Kartonfabrik Deisswil, ein Unternehmen des eigentlich in ökologischer Sicht angesehenen Konzerns der MM Karton AG … das Wort „Ethik“ findet man nirgends auf der Unternehmenswebseite … die per E-Mail angeforderte „Detailinformationen der Umwelterklärungen für Deisswil“ sind noch nicht eingetroffen. Die wenigen „auf die Strasse gestellten Mitarbeiter“ mit denen man einige Worte wechseln kann, winken ab, wenn ich über die beispielhafte ökologische Einstellung von Mayr-Melnhof nachfrage. So mustergültig scheint MM doch nicht zu sein, schon gar nicht ethisch. Die noch Angestellten haben aus der Presse erfahren, dass sie nach den Osterbetriebsferien nicht mehr arbeiten müssen – das Werk wird geschlossen.

Angeblich, weil die Schweiz zu hohe ökologische Anforderungen stellt. Jedem darf man das glauben, aber sicherlich nicht MM, die in etwelchen ökologischen Fonds anzutreffen ist. Da sind sehr wahrscheinlich nur knallharte ökonomische Fakten im Spiel. Die alten Anlagen haben ausgedient, MM hat jahrelang von der Investitionsseite her günstigen Produktionskosten profitieren können. Die Presse ist noch erstaunlich ruhig …

Bantiger

Altpapier sammelt sich hier und wurde zu Karton verarbeitet und links oben in der Wolke der Bantiger … das militärische Wahrzeichen vieler Medienleute und einige mögen sich noch ans „Aquarium“ im Nachdorf erinnern. Klartext für die Atomkatastrophe. Das Fernseh-, Radio- und Medienzentrum, als es den kalten Krieg noch gab. Hier gibt es genüg explosiven Stoff um zu recherchieren. Kalter Krieg dürfte auch hier herrschen. Dampf vom Kernkraftwerk als ökologische Lösung. Ökologie und Ökonomie ist ein heikles Thema … politisch brisant … mehr zu erfahren wäre hochinteressant.

Einige der Medienzunft kennen sogar das Fabrikgelände … Abfahrtsort nach Lyss um frühmorgens um 04:00 auf Sendung zu sein … Ansprache hatte die Bundesrätin Kopp … wir habe dann gepennt … pennt jetzt nicht, schreibt was Sache ist … Geheime Kommandosache ist heute fehl am Platz …

Schlank in den Fruehling

… die Medien am Bahnhof … der Krebs ist an einigen Orten drin … wenn man(n) Glück hat, kann er besiegt werden … ich weiss wovon ich schreiben darf und wünsche allen andern auch viel Glück …

Polizei in Deisswil

… ob die Polizei am recherchieren ist …

der Zug ist abgefahren

… der Zug scheint schon abgefahren zu sein, ausgerockt, der Wurm war schon am sprichwörtlichen Ende der Fabrik drin …

Geier kreisen ueber Deisswil

… derweil vier Geier über Deisswil kreisen … sorry Rotmilane – drei in der Bildmitte oben, einer liebt es bewölkt. Ich gebe es ja zu, Investitionen in börsenkotierte Familienunternehmen müssen immer besonders überlegt sein. Es gibt viele Punkte die dafür sprechen und einige wenige die dagegen sprechen … wobei letztere den Ausschlag geben können. Der Besitz der Familie Mayr-Melnhof mag uns Schweizer erstaunen … Wald in der Grössenordnung der Kantone Genf oder Schaffhausen, wesentlich grösser als die ganze Agglomeration Bern … das gab es das letzte mal zu Zeiten von Habsburg …

sans gruesst

… Löit in Wien, sans grüesst und überlegt euch mal, wieso ich entgegen vieler Meinungen aus der Wissenschaft Ökologie und Ethik trenne, obschon sie viele Abhängigkeiten haben … und beim Anlegen in Aktien sind Abhängigkeiten manchmal entscheidend. Zumindest ein Stück Bernischer Industriegeschichte scheint wieder geschrieben worden sein.

Martisches 6-Eck

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Sind Bärenmärkte und Crashs vergleichbar?

Vor zwei Jahren erschienen:
«Hektik bringt nichts»

Vor drei Jahren erschienen:
Bioethanol – ist der wirklich biologisch?

Vor vier Jahren erschienen:
Warnsignale?

Vor fünf Jahren erschienen:
Millau – Bauqualität in der Schweiz und Frankreich

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2 Gedanken zu „Der grüne Stumme und die leere Bank“

  1. Die Top-Führungsebene ist eine geschlossene Gesellschaft

    „Führungskräfte nutzen ihre Macht dafür, nichts mehr hinzulernen zu müssen“, beschreibt der Berliner Wirtschaftspsychologe Wolfgang Scholl die verheerenden Auswirkungen dieser hierarchisch zementierten Verachtungskultur. Daher werde „immer weniger neues Wissen, das ein Unternehmen dringend benötigt, produziert“. Eine Studie beziffert die volkswirtschaftlichen Schäden durch die verbreitete „innere Kündigung“ der „Verlierer“ auf bis zu 100 Milliarden Euro im Jahr.

    Die Innovationsfeindlichkeit dieser Strukturen wird durch die grotesken Rekrutierungsmechanismen auf Führungsebene noch verstärkt. Von einer „Geschlossenen Gesellschaft“ in der deutschen Wirtschaft spricht der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann. Über die Hälfte des deutschen Top-Managements stammt aus dem winzigen 0,5-Prozent-Segment der reichsten deutschen Familien. Die Bankenkrise hat gezeigt, dass jeder Imbissbudenbesitzer ihren Job wahrscheinlich genauso gut oder schlecht hätte machen können.

  2. @ per E-Mail Topführungsebene

    Es ist ein Unterschied, ob jemand Unternehmer ist, oder ob jemand Unternehmer spielt.
    Unternehmer tragen Verantwortung und nicht selten haften sie mit ihrem Vermögen. Von Managern kann man so was nicht erwarten. Wer drei Viertel seiner Energie benötigt, um seinen Stuhl zu sichern, ist ineffizient und vermutlich weitgehend inkompetent.
    Wie hat doch die Personalvertreterin der UBS heute gesagt? Idioten müssen noch lange nicht Verbrecher sein…

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