Ökologische Autos – eindeutig viel zu teuer


Gegen achtzig ökologische Autos sind am 80. Automobilsalon in Genf ausgestellt. Der Umweltschutz scheint auf den ersten Blick zum Thema Nummer 1 erkoren worden zu sein …


… aber nur zwei sind unter CHF 30 000 resp. EUR 20 000 erhältlich, neun zusätzliche unter CHF 50′ und sieben über CHF 100′ – für über 50 Fahrzeuge, den weitaus grössten Teil, gibt es keine Preisangaben. Das bedeutet nichts anderes, dass diese Fahrzeuge nicht lieferbar sind und es sich bei den meisten um Prototippen handelt. Mein Fazit. Wenn ich heute einen neuen Wagen kaufen müsste, wäre es aus ökologischen und ökonomischen Gründen ein herkömmlich angetriebenes Modell, das sparsam mit dem Spritverbrauch ist – und deren gibt es heutzutage schon viele.

Bei mehreren Edelkarossen ist auch zu lesen, dass diese mit drei bis vier Litern „Equivalent“ Benzin auskommen. Soll es glauben, wer es will. Auch die Bezeichnung Co2-frei stimmt nie. Es scheidet beim Fahren vielleicht kein Kohlenstoff-Dioxid aus, aber wenn auch die Herstellung angeschaut wird, ist diese Werbeaussage schlichtweg falsch.

Alles Lug und Trug? Sicher nicht. Die Automobilbranche hat die Problematik erkannt. Es wird mehr denn je auf die Umwelt aufmerksam gemacht, aber es ist kein eindeutiger Trend aus zu machen, welche Antriebstechniken in Zukunft überwiegen werden. Acht verschiedene Antriebsarten, vier davon mit mehr als einer Energieart, werden ausgestellt. Die unterschiedlichen technischen Details will ich gar nicht erwähnen. Die Vormachtstellung übernehmen die kombinierten Systeme mit Benzin-Elektro-Antrieb, gefolgt von den reinen Elektrofahrzeugen. Mindestens elf Autokonzerne sind mit ihren ausgestellten Modellen mit alternativem Antrieb so im Klintsch, auf welches System sie in Zukunft setzen wollen, dass sie gleich mindestens zwei Grund verschiedene Antriebsarten anbieten. Dies wird sich langfristig gesehen vermutlich kein Autobauer leisten können.

Dass die Gasfahrzeuge Probleme haben, liegt schon nur an der Gasqualität. Die Bezeichnung „Erdgas“ ist nicht korrekt, denn sonst müssten wir die herkömmlichen Verbrennungsmotoren als Erdölmotoren bezeichnen und nicht mit Benzin oder Diesel. Das in Deutschland, der Schweiz und Italien verwendete Erdgas würde man dem zu Folge gescheiter mit Methan oder HPG (High Pressure Gas) bezeichnen. Nur diese Abkürzung gibt es nicht, sie ist unter anderem für eine kurdische Untergrundbewegung vorenthalten. Low Pressure Gas (LPG) – Butan und Propan, umgangssprachlich als Campinggaz bezeichnet – wird in anderen Ländern gebraucht. Nur auf Benzin kann meines Wissens kein Gasfahrzeug verzichten, da dieses zumindest beim Starten und Anfahren in steilem Gelände benötigt wird.

Die ausgestellten Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind gegenüber den Vorjahren stark zurückgekommen. Eine Hand voll reicht mehr als nur genug aus, um diese Prototypen auf zu zählen. Eine Antriebssart ist nicht einmal in den offiziellen Führern aufgezählt …

Morgan

… der „Morgan-Trapp-mein-Sohn“

Am Jubiläumssalon fällt auf, dass viele Automarken einen anderen Standort aufweisen. Dies hängt mit den wirtschaftlichen Begebenheiten im vergangenen Jahr in der Automobilbranche zusammen. Na ja, vielleicht wird Jaguar nächstes Jahr auch neben Tata zu finden sein und wenn ich Glück habe, wird die versprochene Eintrittskarte für den Salon doch noch eintreffen – gültig wird sie nicht mehr sein – Berner scheinen doch langsam zu sein. Danke dem Unbekannten im Zug für die beiden Eintritte – einer ist von Motorex und da kann ich mich vermutlich im Verlauf des Jahres persönlich bedanken. Und da ich aus Safenwil einen Geburtstagsgruss erhalten habe konnte meine „persönliche Fotoassistentin“ (… und Vieles mehr …) mit mir auch ohne grosse Überredungskünste …

Jaguar

… in einer schönen Wildkatze Platz nehmen und andere träumen eher vom XJ oder gar von einem Studentenfahrzeug …

Gasal-1 der King Saud University

… dem Gazal-1 der King Saud University von Riad. Irgendwie kommt mir der Gedanke, dass ich meine Schulen am falschen Ort besucht habe. Ich wünsche der Gazelle mehr Erfolg als der Automarke, die ursprünglich diesen Ausstellungsplatz gebucht hat … der Hummer oder Adler, wie er in der Schweizer Armee heisst … ist endgültig ausgestorben

ELMAR

ELMAR wurde von Studenten der DHBW gebaut. Vermutlich das Fahrzeug in Genf mit den futurististen technischen Gedankenspielen. Wie manche andere Idee, sollte man diese im Auge behalten …

Detroit Electric Car

… der Detroit Electric Car von 1916. Die Firma wurde vor dem zweiten Weltkrieg aufgelöst und der Name vor zwei Jahren nach China verkauft …

Detroit Gaspedal

… interessieren dürften sich bei diesem Vexierbild aber eher die Japaner. Wo ist das Gaspedal … und weiss jemand, wieso muss kurz vor dem fast vollständigen Durchdrücken des Gaspedalsbei einigen Fahrzeugen von Toyota ein recht grosser Wiederstand überwunden werden?

Hispano Suiza

… obschon Hispana-Suiza (liebe Schweizer das ist ein spanisches Unternehmen) einen der ersten Hybriedantrieb der Welt baute, sind seine Wagen, die seit 2000 in Genf gezeigt wurden, in der Energieeffizienz-Tabelle vermutlich nach „G“ angesiedelt …

… und nun einige Bilder von „umweltbewussten Fahrzeugen“. Jeder Leser soll sich selbst einen fehlenden Kommentar zusammen reimen …

Lampo

… Lampo, der Blitz von Protoscar aus dem Tessin

Kamoo

… der Kamoo ist ein echtes Schweizer Fahrzeug – auch wenn es vielleicht nicht danach tönt. Doppelt genäht scheint besser zu halten … die Erklärung, warum eine zusätzliche normale Autobatterie eingebaut ist, war etwas mager ausgefallen. Einges dürfte in Zukunft noch anders gebaut werden …

SAM

… und neugierige Blicke gibt es auch beim SAM der Berner Fachhochschule Technik und Informatik Biel, das mit einem Brennstoffzellensystem aufgebaut ist. Na ja, da bleibt für mich nur die Frage, wer alles hinter SAM steckt … Kamoo oder friends of S.A.M. oder die Cree . Da ist fast nebensächlich, ob das oder die Fahrzeuge in der Schweiz oder Polen produziert werden …

der Gelbe

der Gruene

der wirklich Gruene

der Rote

der Blaue

der Ueberlange von ICARE

… der Überlange von ICARE – wieder einem reinem Schweizer …

Mercedes S 400

… und der Mercedes S 400 – vermutlich der am meisten beachtete … aber bitte nicht mit am meisten verkauft gleichsetzen.

Die Gesetzmässigkeiten der Fahrzeuge und speziell der ökologischen sind nicht einfach zu durchschauen, aber in der heutigen Umbruchphase höchst interessant.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Das 5. Jahr „Heisse Luft“ und Eindrücke vom Autosalon

Vor zwei Jahren erschienen:
Autosalon 2. Teil: Ökologie ist (nur) ein Modewort

Vor drei Jahren erschienen:
Aston Marti’n und andere Träume und Schäume

Vor vier Jahren erschienen:
Art des Treibstoffes – nicht festgelegt

Vor fünf Jahren erschienen:
Freiheit für Offroader

© Fotos: Monika Geiser (MG) – danke, dass ich mich meinen beiden Krücken widmen konnte. Text: Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – unabhängig, langfristig, gewinnorientiert. Vielleicht überlegen sie sich gerade heute einen Einstieg und möglicherweise als mein zukünftiger Kunde, dann melden sie sich unverbindlich bei mir.

3 Gedanken zu „Ökologische Autos – eindeutig viel zu teuer“

  1. „Ökologische Autos“ – liest sich gut! Irgend wann wird uns jemand eine Ökobilanz eines solchen Autos, von der Rohstoffgewinnung bis zur fachgerechten Entsorgung nachrechnen und dabei gleich noch den Vergleich mit bisherigen Autos beilegen. Wahrscheinlich wird es grosse, erstaunte Augen geben!
    Die Physik kann nicht überztölpelt

    Es war etwa 1972-73, als in Deutschland ein grösserer Versuch mit Batterie betriebener Autos gefahren wurde. An den „Tankstellen“ wurden die verbrauchten Akkus mittels „Schubladensystem“ ausgewechsel. Mein Kollege Jean durfte einen „Messmotor“ dafür erproben, daher weiss ich davon. Zu jener Zeit war der Bleiakku noch das leistungsfähigste verfügbare Produkt. Jeder weiss, was ein Bleiakku wiegt. Um ein Auto genügend weit bewegen zu können, benötigte man für den Versuch ein Auto in der Grösse eines VW- oder Mercedes-Busses (9-Plätzer).

    Bei einer Diskussion mit unserem damaligen Chef, Bodo Fütterer, anlässlich eines Brainstormings, wie es sich z.B. an Geburtstagsfeiern oder so ergab, fanden wir schnell heraus, dass das Elektroauto zur damaligen Zeit höchstens ein Nischenprodukt werden könnte. Die dannzumal bekannten
    Bleivorräte der ganzen Erde hätten nicht ausgereicht, um voll auf E-Autos umzustellen.

    Heute ist man bei den Lithium-Akkus am gleichen Punkt angelangt! Und die Entsorgung der rohstoffaufwendigen Lithium-Ionen-Batterien ist keineswegs gelöst! Eine E-Autobatterie wiegt um 200 Kilo. Sollte das E-Auto in 20 oder 30 Jahren massentauglich werden, würden dann jährlich 50 oder mehr Millionen Batterien anfallen, also jährlich zehn Millionen Tonnen Abfall! => (Greenpeace-Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck).

    Die Lithiumreserven scheinen auch nicht unendlich zu sein. Im Gegenteil, nach etwa 10 Jahren intensiver Produktion vonE-Zellen, wäre der Vorrat aufgebraucht.

    Selbst Handy-Batterien die auf Lithiumtechnologie basieren verschwinden einfach im E-Schrott anstatt in einem seriösen Receyclingprozess.

    Man sollte weniger den Verkäufern zuhören, sondern vermehrt selber hinschauen!

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