CS in der Rehabilitation


Im Spital resp. der Rehabilitations-Klinik habe ich über genügend Zeit, Zeitungen und Internetnews zu lesen und mit vielen Leuten zu disutieren. Heutiges Thema: Die Credit Suisse zahlt keine Steuern!

Details zu den Zahlen sind im Quartalsabschluss der CS nachzulesen – Pressemitteilung

Gemäss der BernerZeitung und anderen Blättern hat der Staat Zürich eine Medienmitteilung herausgegeben. Zürich wird dieses und vermutlich auch die nächsten Jahre weniger Steuereinnahmen haben. Die CS mit einem Milliardengewinn zahlt nichts – sie kann nach unseren Steuergesetzen den Verlustvortrag abbauen. Und so werden dies auch viele andere Firmen tun (müssen). Wirtschaftlich ist dies überzeugend.

Die Leute rund um mich herum sind hässig über das was die Schlagzeilen verheissen. Die Grossbanken profitieren wieder einmal vom kleinen Steuerzahler – so der einhellige Tenor. Aber wenn sie über jemanden übel gelaunt sein sollen, dann über die Politiker. Diese segnen Budgets ab und sind mit den Erwartungen vielleicht zu blauäugig. Im Grunde genommen sind aber meist die vorberatenden Kommissionen und Behörden verantwortlich, die zu wenig weitsichtig sind. Einnahmen sind schwierig zu planen, aber es hat keinen Wert einen generellen Teuerungsfaktor einzubauen. Ausgaben werden nicht reduziert, weil man ja das Geld zur Verfügung hat. Und schon gewöhnt man sich an Luxus, den sich Bund, Staat und Gemeinden vielleicht in Zukunft nicht mehr leisten können.

Über Bankbilanzen wiederhole ich mich, dass ich nicht in der Lage bin, diese genau zu analysieren. Aber so wie die letzten zwei Jahre verlaufen sind, scheint dies allen so zu gehen. Früher konnte man gut zehn Prozent des Gewinns einer Grossbank buchhalterisch beinflussen und heute dürften es wesentlich mehr sein. Für Politiker (und Aktionäre) müsste es inteessant sein, die Abschluss-Buchungen zu kennen – und vor allem diejenigen, die nicht gemacht wurden.

Vor einem Jahr erschienen:
Boe wird 80 – herzliche Gratulation an Prof. Dr. Max Boemle

Vor zwei Jahren erschienen:
Die Halloween-Bank und andere Streiche

Vor drei Jahren erschienen:
Historische Wertpapiere – historischer Wertkarton

Vor vier Jahren erschienen:
Unterschied Nanobeschichtung und Asbestbeschichtung

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12 Gedanken zu „CS in der Rehabilitation“

  1. Wirtschaftsleute und Politiker sind nicht darin stark, nachhaltig zu denken, sie tun es meist sehr kurzfristig. Die Finanzwelt hat es deutlich demonstriert.

    Die „Optik“ Ihrer Problemlösung: „Hier und jetzt“. Nachher ist nachher. Später wird die Lage neu beurteilt… Das Denken ist auf die dominante Hirnhälfte reduziert. Es ist einseitig, analystisch-dualistisch geprägt. Das vernetzte Ganze – Mensch und Umwelt – ist ausser Kraft. – Alles Ergebnis des „Dreschflegels der Genesis“ (Gottlieb Guntern): „Macht euch die Erde untertan…!“

  2. @odh. Bei allem Respekt, aber wenn das Verhalten ganzer Branchen und Entscheidungsklassen mit diesen, Deinen Worten auf solcherlei eingeschränkt kurzfristig ausgelegtes Denken reduziert werden könnte, wären wir wahrscheinlich noch in Holzhütten wohnhaft.

    Beste Grüsse anyway, A.

  3. @Aficinado – Holzhütten

    Kritik bringt uns weiter! Auch Holzhütten können angenehm eingerichtet sein…! Die kleinen Zahnräder einer Branche tun vermutlich seriös ihren Dienst, der ihnen zugewiesen wurde. Sie funktionieren als loyale Mitarbeiter. Ich kenne mehrere solche! Es gibt auch grosse Zahnräder, die richtig drehen. trotzdem ist es möglich, dass ein Schiff auf falschem Kurs ist und niemand merkt es oder will es nicht wissen oder gibt die Erkenntnisse nicht verbreitet weiter..
    Die traditionellen Führungsmodelle stammen aus militärischer Führungsschulung. Sie wählt meist den Weg der einfachen Antworten. Vorteile: Wahrnehmung, Denken, Erleben und Verhalten der Menschen (Soldaten) werden sehr schnell und intensiv verändert. Nachteile: Grosse Vereinfachung durch Umgehung des kritischen, analytischen Denkens kann den Menschen zu weisem und ethisch korrektem Handeln oder aber zu unvernünftigem, verbrecherischem Denken, Entscheiden, Wahrnehmen, Fühlen und Handeln bringen.
    Es scheint, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vermehrt auf die traditionelle Fürung zurückgegriffen wird. Im Ernstfall geht es um Leben oder Tod. Es zeigt sich schnell, was kuzfristig von Bestand ist und was nicht. Es muss oft sehr schnell ein Entscheid getroffen werden. Dieser kann für den Moment richtig sein, im Rahmen des Zusammenhangs aber relativiert oder als falsch angesehen werden. Im Bankenvergleich wurde der Schweiz vorgeworfen, durch ihre Haltung den 2 Weltkrieg verlängert zu haben.

    Die Strategen des tausendjährigen Reiches waren nach 13 Jahren am Ende. Die Aufteilung ganzer Ländereien nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ohne Rücksicht auf Ethnien zeigen uns fast täglich, das kurzfristige Denken auf (Kurden, Palästina/Israel). Angezettelte Kriege, wie auch immer und durch wen, führen uns zu Gemüte, dass nachhaltiger Erfolg anders aussehen müsste (Vietnam, Korea, Pakistan, Afghanistan, Neapels Müllbeseitigung usw.). Die Sowjetunion war ein Irrtum auf lange Sicht. Sie nahm das Ende jedes grossen Reiches, das wir aus der Geschichte kennen. Der EU wird es vielleicht nicht anders beschieden sein. Aber darüber werden sich andere einmal unterhalten.

    Der Weg der komplexen Antworten wird von den Wissenschaftlern gewählt. Diese zeigen aufgrund von exakten Daten auf, welche Folgen ein bestimmtes Verhalten zeitigen kann. Hinweise auf mögliche Katastrophen, politische, ökonomische und demografische Spannungen welche sämtliche Lebewesen des Plaenten Erde bedrohen könnten sie geben. Allerdings sind sie auch nicht immer über alle Zweifel erhaben. Das Waldsterben hat sich anders entwickelt als prophezeit – ausser man beobachtet die Angelegenheit über ein paar Hindert Jahre…

    Vorteile: differenziert und rational begründete Antworten, abgestützt auf exakte Daten, die zu nachhaltigem Handeln befähigen
    Nachteile: Ihre Publikationen sind in einer Fachsprache abgefasst, die meist nur von Eingeweihten wahrgenommen und verstanden werden, also zu wenig unters Volk kommen.

    Holz richtig und gut behandelt wird „nicht alt“, will heissen, verliert die Festigkeit nicht, was im Flugzeugbau längst bewiesen wurde. Dieser Baustoff richtig eingesetzt, lebt um Etliches länger als er zum Nachwachsen an Zeit benötigt.

    Ich gebe es zu, dass meine „Hütte“, ausser dem Dachstock und gewissen Inneneinrichtungen nicht aus Holz gefertigt ist. Weil aber gut gedämmt, entspricht sie weitgehend heutigen, modernen Anforderungen (Minergiestandart fast erreicht!). Zum Zeitpunkt der Planung wurden die Möglichkeiten sinnvoll ausgenützt, was sich nachhaltig in niedrigem Energieverbrauch manifestiert.
    Salut

  4. @Aficionado „mit diesem Beitrag“ – wirkt gut!
    Aber wir waren bei den Holzhütten stehen geblieben. Würden die „Dynosaurier“ weniger den Weg der einfachen Antworten und etwas mehr jenen der komplexen Antworten beschreiten, wäre die Menschheit um Meilensteine weiter, z. B. bei der Nutzung natürlicher Ressourcen oder im Umweltschutz. Anstatt über Grenzen des Wohlstandes und über die Grenzen des Wachstums reden zu müssen, würden die geschaffenen „Werkzeuge“ dem Menschen mehr als den Militärs oder anderen Machtzwecken dienen. Das mag utopisch tönen, ist aber weder populistisch noch verbale Gewalt.

    Dass die „heile Welt“, z.B. in der Fliegerei nicht nur aerodynamisch auf höchstem Stand ausgereifte und ästhetisch perfekte Segelflugzeuge und lärmarme, energiefreundliche Kleinfugzeuge hervorgebracht hat, die den Traum des Fliegens ermöglichen, sondern auch technische Kraftprotze wie die FA 18, den Stealtbomber und Drohnen, die in Arizona ferngesteuert werden und z.B. in Afghanistan neben Talibankämpfer auch Zivilisten umbringen, ist eine Realität. Dieser haben wir uns zu stellen.

    „Wenn die Kapitalbildung eines Landes zum Nebenprodukt der Geschäfte eines Kasinos wird, droht die Sache schiefzugehen.“ John Maynard Keynes.

    Es scheint einiges schiefgegangen zu sein! Die Schuld liegt nicht allein bei den spekulierenden Anlegern…
    Ich wünsche einen strengen, aber schönen Tag, H.

  5. lieber Herbie
    dein Wissen und speziell das geschichtliche in Ehren, aber Keynes starb 1946 kurz nach dem 2. Weltkrieg. Seither hat sich auch in der Betriebs- und Volkswirtschaft einiges getan. Keynes war schon während meiner Ausbildung Geschichte und zu sehr grossen Teilen überholt. Und was ich damals gelernt habe, ist auch heute Geschichte, obschon vieles noch seine Gültigkeit hat.
    In obigem Link kannst du mal nachlesen, wer mich für die Volkswirtschaft begeistern konnte. Na ja, Querdenker war ich schon damals.

  6. @ Aficionado „Viele Worte“. Du magst recht haben. Viele Worte und nichts gesagt… da wären wir wieder pauschalisiert bei der Politik angelangt. Es ist wie es oft ist. Wenn es in der Kommunikation eine Möglichkeit gibt, sich falsch zu verstehen, versteht man einander falsch (Watzlawick), könnte auch von Murphy stammen…
    @Pingback: „(…) aber im Grunde genommen sind ja die Banken am ganzen Schlamassel schuld….)“. Das war aber auch ein pauschaler Angriff auf eine Branche!

    Volksnahe Politik:
    Gertrud, Stauffachers Gattin, ihr von Friedrich Schiller in den Mund gelegt:
    „So höre meinen Rat! Du weißt, wie hier
    Zu Schwyz sich alle Redlichen beklagen
    Ob dieses Landvogts Geiz und Wüterei.
    So zweifle nicht, daß sie dort drüben auch
    In Unterwalden und im Urner Land
    Des Dranges müd sind und des harten Jochs –
    Denn, wie der Geßler hier, so schafft es frech
    Der Landenberger drüben überm See – „

    Ob es sie gegeben hat und ob sie es so gesagt hat, bleibe offen. Aber es kommt volksnahe Politik zum Ausdruck – praktisch, pragmatisch. Die praktische Realisierbarkaeit wurde nicht ausser Acht gelassen – also kein Populismus! Offenbar hat sich die „Strategie“ langsam, aber gründlich entwickelt und die Umsetzung hatte eine beachtliche Langzeitwirkung.

    Keynes, obwohl schon lange tot,
    „(…) hatte damals analysiert, dass es Situationen gebe, in denen private Investoren aus Angst vor der Zukunft ihre Investitionen zurückfahren oder in denen Anleger ihr Geld wegen großer Unsicherheit nicht mehr verleihen wollten. In einer solchen Situation drohe eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale aus fallender Nachfrage, neuer Investitionskürzungen und wachsender Arbeitslosigkeit. In einer derartigen Lage, argumentierte der Ökonom, sei der Staat gefragt: Dieser müsse einspringen, mit staatlichen Investitionen. Auch die Finanzierung sei kein Problem: Der Staat müsse eben Schulden machen. Dafür werde ein noch dramatischerer Abschwung verhindert, was in der Summe den Staat und die Gesellschaft am Ende billiger käme. Dem Argument, dass sich die Wirtschaft langfristig schon wieder von alleine zu einem Gleichgewicht bewegen werde, wird heute so gerne das Keynes-Zitat entgegen gehalten, dass wir „langfristig ohnehin alle tot sind.“ („In the long run we are all dead.“) …)“

    Viele Staaten, von den USA über Deutschland bis zur Schweiz haben sich Keynes Theorie zu eigen gemacht und sich verschuldet.

    Ich hatte vor einiger Zeit die „Gelegenheit“, gleichzeitig mit Dimitri das Pissoir aufzusuchen. Es fielen gar einige spassige Bemerkungen. Ich überschätze mich jedoch nicht und fühle mich deswegen nicht als Clown! ;-))

  7. … in obigem Link findest du einige modernere Denker zu unserer Wirtschaft. Wenn wir mehr auf diese gehört hätten, wären einige Statten nicht so ins elend gerutscht. Auf wen haben die wohl gehört?

  8. Ich warte gerne auf den hinweisenden Tipp!

    Die Dominanz der Männer in diesem Reigen könnte Emanzen und Quotenbefürworterinnen in Rage versetzen.

    Die Genannten haben bestimmt grossartige Leistungen vollbracht. Über jene, die auch in Frage gekommen wären wird nicht mehr geredet. Zweifellos hätten diese auch wertvolle Beiträge geleistet.

    Wie weit die Arbeiten der Preisträger Weg weisend sind, wird die Geschichte lehren. Die Erteilung der Nobelpreise ist auch nicht mehr, was sie einmal war. Denken wir an den Friedenspreis für Arafat, oder an jenen an Präsident Obama, der diesen ohne Leistung zugestanden bekam…

    Henry Kissinger war auch Nobelpreisträger. Er erhielt 1973 den Friedensnobelpreis. 1957 veröffentlichte er seine Dissertation: A World Restored: Metternich, Castlereagh and the Problems of Peace 1812-1822 (Boston 1957).

    Seine Message: Die multinationale Diplomatie erzeugt nur Chaos. Die strenge Einhaltung des Selbstbestimmungsrechts der Völker und der Souverenität ermöglicht es nicht, den Frieden zu gewährleisten. Nur eine planetarische Supermacht hat die materiellen Mittel und die Fähigkeit, in Krisenzeiten überall und rasch zu intervenieren. Sie allein ist imstande, den Frieden weltweit zu sichern.
    Die Welt leidet heute noch, ob dieser Imperialtheorie, die Kissinger als Sicherheitsberater des Präsidenten und späterer Aussenminister der USA verwirklichte. Sie wurde zur dominierenden Ideologie.

    Die gleiche Imperialmacht will sich nun definitiv die Finanzangelegenheiten unter ihren Nagel reissen.

    Noch ein Hinweis nötig? Was ist das Ziel des Abkommens über die Swiftdaten?

    Gegen die Ideologie des Weltpolizisten wird ein ganzes Heer von Nobelpreisträgern in Wirtschaftswissenschaften neutralisiert…!

  9. Hörbie, du scheinstauch etwas auf einem fernen Planten zu leben. Vielleicht ein Grund, dich mal für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen – für den Wirtschaftsnobelpreis wird es leider nicht reichen.

  10. Danke für die „Einschätzung“! Ich warte noch auf den Tipp!

    Ich verstehe von Wirtschaft nicht besonders viel, wirtschafte aber zu meiner vollen Zufriedenheit – was will man mehr?!

    Wir wären nun bei der inneren Zufriedenheit angelangt. Die muss jeder für sich selber einstellen.
    Was noch zu beachten wäre: Was du auch alles gelernt haben magst, was davon übrig geblieben und noch brauchbar ist, muss immer auch in die aktuelle Politik eingebettet werden. Das intuitive Denken und Handeln entspringt der rechten Gehirnhälfte und setzt Erfahrung voraus. Es überschreitet das rationale Denken der linken Hemisphäre. Als Spekulant brauchst du rezeptive Beobachtung. Den Erfolg oder den Misserfolg verdankst du deinen provokativen Ideen. Falls du auch noch analytisch denkst und nicht nur aus dem Bauch heraus, die Beobachtungen und das Zuordnen wiederholbar und überprüfbar sind, entstehen Erfahrungen. Da kommst du letztlich mit VWL und/oder BWL alleine nicht durch. Aber sie dienen als gute Grundlagen um die Übersicht nicht zu verlieren. Das Jetzt und Heute wird jedoch von Politik vermischt und die ist einmal so und dann anders. Als wendige Schlange passt du dich situativ an – das kannst du gar nicht gelernt haben. Aber das Leben und die Fehler anderer haen es dir beigebracht. das Geregelte und dasKreative habe ich bewusst ausgelassen.

    Einen schönen Tag nach Ittigen

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