Hat Protektionismus wirklich nur Gutes?


Es ist eigentlich erstaunlich, die Menschen fangen an viel mehr zu lesen, sich um ökonomische Probleme, volkswirtschaftlicher wie betriebswirtschaftlicher Natur, zu interessieren. Braucht es dazu wirklich zuerst eine Finanzkrise?

Ja und Nein. Nein, solche Artikel wie der folgende, die mir in letzter Zeit wesentlich häufiger zugestellt werden, sind nicht neu, die gab es schon immer. Nur war die Brisanz nicht da, dass Leute aus allen Bereichen die lesen wollten. Und dies ist die Antwort auf „Ja“. Toll, wenn sich die Leute über zwei relativ verwandte Gebiete Gedanken machen. Über zwei Themenkreise, die Betriebswirtschaft und die Volkswirtschaft, die immer verschieden interpretiert werden können. Und immer bedeutet, dass dies auch nicht in 10, 20 oder 100 Jahren ändert – diese beiden *Wissenschaften* werden immer „unexakt“ bleiben.

Boemle erwähnte letzten August, dass heute viel mehr Mathematik voraus gesetzt wird, als dies vor Jahrzehnten in der Ausbildung nötig war. Wir Älteren hätten jetzt Mühe mit zu kommen. Da hat er Recht. Aber er gab mir auch Recht, dass heute viel weniger Auszubildende Zusammenhänge sehen. Spezialistentum nennt man das … oder wäre Spezialistendumm nicht doch manchmal treffender.

Mathematik hin oder her. Es bleibt immer die Frage nach dem Huhn oder dem Ei. An der Finanzkrise seien die Mathematiker schuld die derivative Produkte kreiert haben. Oder sind es diejenigen die damit Geld gerafft haben? Versuchen sie nach Möglichkeit immer, zwei Seiten zu sehen. Egal wo sie entscheiden müssen, was hindert sie daran, 10 gute und 10 schlechte Gründe auf zu schreiben und so den Entscheid zu erleichtern?

Der folgende Artikel liesst sich süffig und verständlich …

Wieso Protektionismus sein Gutes hat

Banken werden verstaatlicht, Managerboni begrenzt, Billionen an Staatsschulden angehäuft – westliche Regierungschefs werfen derzeit fast jeden Glaubenssatz der vergangenen Jahre um. Nur am Freihandel halten sie unbeirrt fest. Ein Fehler, findet Globalisierungskritikerin Noreena Hertz … lesen sie weiter in SPIEGEL ONLINE …

… aber er ist gelinde gesagt, etwas gar einseitig, hat viele unbeleuchtete Schattenseiten. Pflücken wir uns doch im wahrsten Sinne des Wortes zwei Nachtschattengewächse heraus. Die Kartoffel und der Tabak. Nicht richtig genossen können beide zum Tode führen. Alle Pflanzen dieser Gattung sind giftig … und deshalb vielleicht auch der Genuss. Beide Pflanzen sind, waren oder können mit Schutzzöllen belegt werden damit die Einfuhr für den Händler teurer wird. Bei der Kartoffel kann nun der geschützte inländische Bauer vielleicht kostenmässig mit dem ausländischen Produkt Schritt halten. Ganz anders beim Tabak, hier schützt man die Bevölkerung.

Sie können sämtliche Produkte nehmen, die mit Schutzzöllen belastet sind. Das obige System ist immer gleich. Entweder profitieren eine relativ kleine Anzahl von Leuten daran. Bei der Kartoffel sind es die Bauern. Oder es profitiert eine im Verhältnis grosse Bevölkerungsschicht wie im Beispiel an den Tabaksteuern.

Hand aufs Hertz der Autorin und auch bei der Kartoffel und dem Tabak. Einer ist immer auf der Verliererseite – immer der Konsument oder Investor. Der bezahlt immer was dem anderen zu Gute kommt.

Protektionismus, Lobbyiesmus, nennen sie wie sie es wollen … und es brauchen nicht alle in den SPIEGEL zu schauen – es misst ja eh fast jeder nur an seinem Vorteil.

Die Beiträge über «Geld und Finanzen – leicht erklärt» – schaltet auch die Bloggerin Tari Eledhwen aus Solothurn und das Personalblog.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
«Wasser bewegt Börse weltweit» – ein Gespräch mit einer Journalistin

Vor zwei Jahren erschienen:
Wo Berge sich erheben – etwas über Müll

Vor drei Jahren erschienen:
1 : 0 für die Hühner – das unbekannteste Nachtschattengewächs

Vor vier Jahren erschienen:
Berna Biotech hat Grippe …

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Ein Gedanke zu „Hat Protektionismus wirklich nur Gutes?“

  1. Um Beim Thema zu bleiben:
    Abwrackprämie nur für Amerikaner von Matthias Ruch und Astrid Dörner (New York)

    US-Präsident Barack Obama will eine Abwrackprämie nach deutschem Vorbild in seinem Land einführen. Eigentlich keine schlechte Idee. Doch Importeure sind alarmiert – denn die staatliche Hilfe dürfte wohl nur US-Herstellern nützen. Lesen sie mehr: hier: http://www.ftd.de/unternehmen/autoindustrie/:Obamas-umstrittener-Plan-Abwrackpr%E4mie-nur-f%FCr-Amerikaner/497148.html

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