Der 11. März oder eine eigene Meinung haben …


… ja dies hat längst nicht jeder. Zudem muss nicht jeder mit solchen einverstanden sein. Aber meist sind es die mutigeren Menschen …

… und einer feiert heute Geburtstag: Ricci Riegelhuth, den Finanzblog-Lesern bestens bekannt. Na dann mal herzliche Gratulation und mach weiter so … und verwirkliche deine Ideen. Gelle.

Damit er mit unseren Dialekten etwas zu studieren hat, verlinke ich hier auf die Alti Stainlemer und er kann die Spysskarte vom maagermoscht studieren. „D Bryys sinn in Mensche-Lääbe aagää!“ Einige Schnitzelbängg, die wirklich lesenswert sind.

Und wenn wir schon bei Menschenleben sind, da hat noch ein anderer Geburtstag. Ein etwas undurchsichtiger und daher ist sein Geburtstag mal am 10. mal als 11. März erwähnt. Fragen können wir ihn nicht – Usāma ibn Muhammad ibn Awad ibn Lādin – Usama oder Osama bin Laden. Steckbrieflich gesucht und vermutlich war auch der Grossvater von Ricci auf einer solchen Liste. Nur hatte dieser eine etwas andere Meinung. Er hat zum Beispiel während zwölf Jahren den Hitlergruss nie erwidert. Das braucht Mut. Solche Gene werden vererbt.

Und wen erstaunt es, wenn wir schon einige dubiosen Tippen erwähnen, dass der Cigarren-Raucher Slobodan Milošević heute vor drei Jahren gestorben ist.

United Dollar 000

Zum Nachdenken an dieser Stelle der Hippo-Inflations-Dollarschein. Gefunden von einer meiner Kundinnen am Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ. Vielleicht gut, dass die Verse über die „Anal-ytiker“ vom närrischen Treiben nicht im Netz zu finden sind.

Eine eigene Meinung haben liegt allenfalls auch am Datum. Den 11. März haben einige Persönlichkeiten als Geburtstag. Massimo Rocchi, Franz Lambert, Nina Hagen, Joachim Fuchsberger, Rupert Murdoch und Beppo Brem. Erinnern sie sich noch an die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger?

Und da gab es noch einen mit einer eigenen Methode – Zino Davidoff. Persönlich hat er mich und meinen Kollegen bedient, erst genommen und uns zu unserem Ersparten aus dem Lehrlingslohn noch eine dritte Cigarre geschenkt. Ich bedankte mich und sagte, dass dies eine Lektion in Verkaufsschulung war. Er lachte und meinte: Ja, vielleicht kommt wieder mal etwas zurück. er hat recht gehabt.

Ricci schreibe weiterhin von der Leber weg. Tagtäglich, wie dies seit dem 11. März 1702 Brauch ist. „The Daily Courant“ in der Fleet-Street London. Die Strasse der Journalisten und Piss-Artists und der herrlichen Pups. Daneben der Laden am Strand, der die zweite Wahl der Dunhill-Pfeifen verkauft (hat). Ohne Label natürlich, damit man es nicht so genau weiss. Wie auch mit der Zeitung … vielleicht war die Norwich Post ein Jahr früher. Und über die Geschichts-Ereignisse am 11. März kannst du gleich selber schreiben – ein verrückter Tag.

Ricci für dich ist immer noch eine Zigarre aufgehoben – mehr dazu in unten stehendem Link.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Wie kommt Castros Staatsgeschenk nach Langenthal? Ein Dankeschön an Ricci und die Hansen!

Vor zwei Jahren erschienen:
Bank auf der Kippe

Vor drei Jahren erschienen:
Cash daily und «Das höchste Gut heisst Freiheit».

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11 Gedanken zu „Der 11. März oder eine eigene Meinung haben …“

  1. Achtung blöhöder Blödsinn:
    „Hör uff mit dene Bosse, isch bin frisch opperiert ich kann nett laache!
    Dessdewesche gönn isch mir des heut:
    1. e schyynhailig Oekosüppli
    2. en argentyniysche Fytness-Däller

    und kein Dessert hinnerher:-)

    Vielen Dank für die Geburtstagwünsche!
    Gas gewe un längär lewe, im Schlamassel erst recht, gelle!

    Beste Grüße ins Heidiland aus Ricciland

    PS: Zino hat gewusst wie es funktioniert, besonders mit der Kundschaft!!!
    Stimmung Frohsinn Umsatz

  2. Ricci, wenn du mal in der Schweiz bist, dann schauen wir dort vorbei und rauchen dort oder im Hirschen die schlummernde Cigarre. Ich denke, du wirst aus jedem Kanton einen Mitraucher haben.

  3. Alles beste zum Nachtrag zu daim Gebortsdach, mein Bub!
    Und das du dich weiter immer schon bei allen Gesundheitstrotteln einmischen tust!

    Saludos a todos!
    Don Pedro

  4. Das meine Meinung storniert wird kommt auch schon mal vor.
    Dann bekomme ich hier beim finanzblog ein geistiges Asyl.
    Die nachfolgenden Zeilen wollte der fleischgewordene Bleistift als mentaler Admin bei der Welt-Debatte nicht akzeptieren:

    Die FTD titelt „Deutsche Bank-kein Hoffnungsschimmer“ im gestrigen Leitartikel der Printausgabe die ich während des Fühstücks las. Da entsteht ein anderes Bild der Lage im Gegensatz zur Heldenverehrung von Herr Eigendorf an dem Schweizer Reserveoberst mit stumpfen Säbel:-)
    Informieren können wir uns daran::

    „Das Problem mit dem Quartalsergebnis der Deutschen Bank ist, dass es kaum seriöse Rückschlüsse auf den grundsätzlichen Gesundheitszustand des Instituts zulässt. Sie zeigen zwar, dass im viel geschmähten Investmentbanking auch in der Krise Gewinne möglich sind, ob über das Anleihengeschäft oder die Absicherung von Währungsrisiken. Klar ist aber auch, dass die Gewinne der Deutschen Bank deutlich geringer ausgefallen wären, wenn das Institut nicht einzelne Positionen innerhalb der Bilanz verschoben hätte. Wie viele Risiken noch in den Büchern stehen, bleibt in weiten Teilen im Dunkeln.

    Diese Unsicherheit ist politisch gewollt. Um den teuflischen Kreislauf von ständigem Abschreibungsbedarf und immer breiteren Rettungsschirmen für die Banken zu durchbrechen, haben die europäischen Regierungen die Bilanzregeln deutlich aufgeweicht. Im Fall der Deutschen Bank war diese Politik insofern erfolgreich, als Abschreibungen in Höhe von 1,2 Mrd. Euro vermieden wurden.

    Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann profitiert auch von gelockerten BilanzregelnDer Preis dafür ist jedoch, dass sich die präsentierten Ergebnisse mittlerweile praktisch nicht mehr mit denen ausländischer Konkurrenten vergleichen lassen. Auch darüber, wie nachhaltig die Gewinne und wie zukunftsfähig das Geschäftsmodell sind, lässt sich nur spekulieren.“
    Quelle: http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Leitartikel-Deutsche-Bank-Kein-Hoffnungsschimmer/506566.html

    Ein Zitat von Herr Dostojewski, Fiodor Michalowitsch verdeutlicht das Geschehene:
    “ Um die Wahrheit wahrscheinlicher zu machen, muss man ein bißchen Lüge hineinmischen.“

    Und der Kopf ist rund, damit wir die Denkrichtung ändern können, nicht wahr?“

    Schönen ersten Mai mit solidarischem Sonnenschein über allen arbeitenden Menschenkindern!

    Stimmung Frohsinn Umsatz
    de Ricci

  5. Lieber Ricci,

    das war ein sehr anregender Abend mit dir, Cigarrengenuss sowie Crossover mit Coconut Rum, Espresso und Bitterschokolade. in der Il Sorriso Cocktail Lounge in Vilbel.

    Es macht Mut zu wissen, dass es Menschen wie dich gibt die Leben wozu sie stehen. Sei dir sicher, bei uns beiden stimmt noch das Gleichgewicht.

    Das noch zum Abschluss zur unserem Abend:

    „Das notwendige Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheit ist zerstört worden. In ihrer Absicht, die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit zu beschützen, neigen die Institutionen unserer modernen Demokratien dazu, in jedem einzelnen Bürger einen potentiellen Übeltäter zu sehen. Der erbarmungslose Krieg gegen den Terrorismus – ein zentrales Thema der inneren Sicherheitspolitik in den vergangenen zehn Jahren – hat unseren Staaten ein einwandfreies moralisches Alibi und ein beeindruckendes Gesetzesarsenal verschafft, um ihr Projekt einer umfassenden Sozialkontrolle umzusetzen. (4) Die technologischen „Fortschritte“ in Informatik und digitaler Technik haben den staatlichen Institutionen zugleich geholfen, ihre Methoden der elektronischen Überwachung immer weiter zu perfektionieren.

    „Es wird zwar weniger Privatsphäre geben, aber mehr Sicherheit“, bekommen wir zu hören. Im Namen dieses neuen kategorischen Imperativs wurde in unseren Ländern langsam und schmerzlos ein Regime geschaffen, das wir als „Kontrollgesellschaft“ charakterisieren können. Der Unterschied zum Modell der „disziplinären Gesellschaft“, in denen fehlgeleitete Mitglieder in Gefängnissen, Besserungs- oder Irrenanstalten isoliert wurden, schließt die Kontrollgesellschaft die Verdächtigen – also fast alle Bürger – unter freien Himmel ein, indem sie ständig überwacht werden. Mitunter geschieht das mit Hilfe von Überwachungsapparaten, die sie selbst aus eigenem Antrieb und frei erworben haben: Computer, Mobiltelefone oder andere informationstechnologische Geräte, Kreditkarten, Palm-Taschencomputer, Fahrkarten oder GPS-Leitsysteme. In anderen Fällen geschieht die Spionage über diskrete und verdeckte Systeme, über die jede Bewegung einer Person ausgespäht und beobachtet werden kann. Dazu zählen Radargeräte auf den Straßen oder die allseits präsenten Überwachungskameras.“
    Liebe Grüße
    Dein Karl-Heinz

  6. Hier gebe ich nochmal Nachschlag:
    „Eine Blase platzt nie zur Hälfte und überhaupt.
    Die USA werden noch Jahre brauchen, um die Krise zu verarbeiten, sagt Hendrik Leber. Im Interview erklärt der Fondsmanager, warum immer mehr US-Bürger verarmen, Banken wieder bestens verdienen und Staatsgeld auf halbem Weg stecken bleibt. Aktien sollten jetzt nur diejenigen kaufen, die auf einen neuen Aufprall vorbereitet sind.“

    …und die Panepedemie im Herbst, denk dran Ricci, irgendwas ist immer,
    Dein Karl-heinz

  7. Logo, irgendwas is immer. Immer is „hessenschau“ und das Kiosk-Riegelhuth war zum freudigen Erleben präsentiert!
    Gas gewe un weidär mache, desdewesche längär lewe.
    ..von wesche „Schweinerippe“, jetzt nur mit mehr Seife und die Lalagriffel öfter waschen.
    Mein lieber Karl-Heinz, dess werd noch lustisch!
    gruß aus dem Kiosk-Riegelhuth

  8. Wenn ist Zivilcourage angesagt?
    Wenn Dinge geschehen die offensichtlicht ein Verbrechen darstellen.
    Das kann ein brutales körperliches Vorgehen sein oder auch durch politisch-wirtschaftliche Umstände hervorgerufene Schieflagen gehören dazu.
    Desshalb ist es wichtig auf diesen Sachverhalt hinzuweisen:
    Der Versuch die Lehman Pleite zur allgemeinen Entschuldigung für die Weltwirtschaftskrise heranzuziehen muss entschieden entgegen getreten werden. William White, ehemaliger Chefökonom der BIZ
    in Basel hat über Jahre auf Risiken hingewiesen. Zum Beispiel im August 2003, Jackson Hole, USA, dem jährlichen Mekka der Finanzindustrie:
    Hier ein Auszug des Spiegel-Artikels ” Der Mann der zuviel wusste”, erschienen in der Nummer 28, July 2009:

    “Einmal im Jahr lädt die Kansas-City-Dependance der Fed die wichtigsten Ökonomen und Notenbanker zum Gipfeltreffen in die Provinz Wyomings ein. Vor der faszinierenden Kulisse des Grand Teton National Park entspannt sich die Weltfinanzelite ganz privat beim Wandern und Paddeln, bevor sie in Klausur geht, zur Lage der Weltwirtschaft. Nur wer vor diesem Publikum besteht, zählt in der Branche. “Diese Chance dürfen wir nicht verpassen”, spornte der BIZ-Ökonom Claudio Borio seinen Chef William White an, der sich in der Jackson Lake Lodge noch schnell ein paar handschriftliche Notizen für den großen Auftritt machte.

    Greenspan saß im Pulikum, als Borio und White ihre Thesen präsentierten. Thesen, die so gar nichts mit dem Weltbild des mächtigen Notenbankers und der meisten seiner Kollegen gemein hatten.

    White und Borio schilderten die dramatischen Veränderungen seit der Deregulierung der Finanzmärkte in den achtziger Jahren. Das Problem sei nicht länger die Preisstabilität, sondern das Entstehen von Ungleichgewichten auf den Finanzmärkten, die sich immer öfter in erdbebenhaften Erschütterungen niederschlügen. “Es ist, als ob ein Bösewicht langsam die Bühne verlässt, nur um durch einen anderen ersetzt zu werden.” Einen Schurken mit einer mörderischen Zerstörungskraft.

    Geschaffen wurde er durch die “Prozyklizität des Finanzsystems”, so die These der BIZ-Ökonomen. Übersetzt heißt das: Die Wahrnehmungen von Wert und Risiko entwickeln sich parallel. Menschen leiden an systemimmanenter Blindheit für kommende Gefahren. Je besser die Wirtschaft läuft, umso bessere Bonitätsnoten vergeben die Rating-Agenturen, umso laxer werden die Richtlinien der Kreditvergabe, umso leichter lässt sich Geld beschaffen, umso größer ist die Risikobereitschaft.”

    Wer den Artikel lesen möchte, bitte sehr:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-65955004.html

  9. Meine Meinung zur Bundestagswahl am letzten Sonntag war auf welt-online / debatte nicht gewünscht. Insgesamt habe ich vier Mal versucht den Kommentar zu sezten. Nixen, der fleischgewordene Bleistift bei der springer ag hat mal wieder gestrichen und zwar dies hier:
    Ricci Riegelhuth ( auf welt-online/ Debatte, Link ist oben eingefügt)
    29.09.2009 – 08.32 Uhr

    Die Wahl hat deutlich gemacht, dass ausser den Deutschen Verfassungsrichtern auch das germanische Wahlvolk zur Zeitl direkt auf Sendung war und ist. Wer wie Herr Steinmeier, dessen Partei die letzten – zehn – Jahre in der Regierungsverantwortung stand, auf den Wahl -Plakaten feststellt, dass Deutschland mehr kann, na dann hat er&seine Partei die Wahlschlappe redlich verdient. So, und die Herren Steinmeier und Müntefering sind eigentlich reif fürs Rententeil, oder einen Aufsichstratposten. Als die letzten “Schrödianer” bestehen da sicher Möglichkeiten…

    Wer so viel bockmistet wie diese beide Herren muss sich nicht wundern wenn er geprügelt wird. Arpropos Prügel, Herr Beck hätte mindestens genauso viele Stimmen zusammen bekommen. Doch der sitzt wieder fest bei seinen Pfälzern trinkt sein Woi und isst Weck mit gesalzener Butter, hat den Schlamassel vom Hals, und denkt sich:
    ” Wer andern eine Grube gräbt…”

    Übrigens die SPD hat sicher auch noch nach unten eine Menge Luft.
    Aber das wird die Basis jetzt denen ” da oben” ganz deutlich erklären . Ansonsten kann es sich erweisen, dass es unter 20 % kein Fangnetz festgezurrt ist.
    Auch die SPD ist nicht vor “Schwarzen Schwänen” gefeit.
    Die alte und wundgeschossene, im taumeln ergriffene Volkspartei SPD, hat noch nicht mal mehr einen Mitleidsbonus vom Wähler erhalten.
    Es wird Zeit für die Führung der Partei sich über das Truthahn-Problem Gedanken zu machen:
    Ein Truthahn wird tausend Tage lang gefüttert. Jeden Tag registriert die statistische Abteilung seiner Gehirnregion, dass die menschliche Rasse sich um sein Wohlergehen sorgt, und jeden Tag erhärtet sich diese Feststellung mehr. An einem schönen Mittwochnachmittag, einen Tag vor „Thanksgiving“, erlebt der Truthahn eine Überraschung. Er wird geschlachtet!
    Das ist des Truthahns persönlicher “Schwarzer Schwan”.
    Meine Empfehlung bei Ende von Täuschungen und dem Auftreten von unvorhergesehenen Ereignissen, diese Lektüre:
    Der schwarze Schwan.
    Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
    von Nassim Nicholas Taleb

    Gibt es in jeder guten Buchhandlung und ist eine stimmige Lektüre für Anhänger und Mitglieder der wundgeschossenen Volkspartei SPD

  10. Ein gaanz scharfer Text zum Wahldesaster der EsPeDe auf Readers Edition von Herrn Ernst Flinscher
    am 28. September 2009 um 17:50 Uhr

    Das Versagen der SPD
    aus der Sicht eines SED- Opfers

    Gegenwärtig befindet sich die SPD im freien Fall und das hat Ursachen. Frau Ypsilanti ist keine Ursache für den Absturz der SPD sondern nur eine Episode in dieser Entwicklung.
    Aber diese Episode ist typisch und weist auf eine gewisse Zwangsläufigkeit im Werdegang der SPD hin.
    .
    Ich sage es mal frei heraus:

    Gerade die ostdeutschen Regimekritiker und politisch Verfolgten hatten mehr Kenntnis von Bundesdeutscher Politik als der westdeutsche Wohlstandsbürger, der aus purer Bequemlichkeit schon lange aufgehört hatte, selbständig zu denken. Wir aber verfolgten – getrieben von der Hoffnung aus Freiheit und Demokratie – lückenlos über die uns zugänglichen Medien – legal und illegal – die aktuelle Weltpolitik.

    Wir waren stets informiert weil wir unermüdlich von der Hoffnung auf ein Ende der SED-Diktatur getrieben waren. Man kann das in etwa vergleichen mit jenen Leuten, die während der Nazi-Herrschaft heimlich die Nachrichten der „ Feindsender „ hörten. Darauf stand in der DDR zwar keine Todesstrafe, aber immer noch Gefängnis unter Ulbrichts Herrschaft. Namen wie Klaus Bölling, Edmund Gruber, Peter Scholl-Latour, Gerd Ruge, Peter Merseburger, Gerhard Konzelmann , Lothar Loewe , Ernst-Dieter Lueg u. s. w. waren schon in den 60ern für uns gängige Begriffe und wurden zigtausendfach öfter ausgesprochen als der Name Schnitzler. So ist es nicht verwunderlich daß wir den besseren Durchblick und Weitblick entwickelt hatten als der westdeutsche Normalverbraucher.

    Aufgrund dieser Fähigkeit, die noch durch die uns eigene politische Sensibelität vervollkommnet wurde, war vielen von uns schon in den 70ern klar, daß der Kurs der SPD in einem Fiasko enden mußte, was sich jetzt auch unübersehbar bestätigt. Der Grundstein dafür wurde gelegt, als das DUO Brandt- Wehner die Führung der SPD übernahm.

    Wehner war ein verkappter Kommunist, ein gewissenloser Denunziant, der in den 30er Jahren viele seiner Genossen ans stalinistische Messer geliefert hat und Brandt war ein hochgradig naiver Träumer. Es war Wehner ein Leichtes, Brandt für seine Ziele zu instrumentalisieren. Und so wurde begonnen, ganz langsam und schleichend den Charakter der SPD zu wandeln .

    Weg von einer sozialdemokratischen Partei, hin zu einer sozialistischen Partei. Es wurde immer weniger sozialdemokratische, dafür aber mehr und mehr sozialistische Politik gemacht. Es wurden Blödsinns-Ideen der Grünen übernommen und mit der Masse der SPD in die Tat umgesetzt. Den Normalverbraucher, falls er in Einzelexemplaren doch mal nachdenken und nachfragen sollte, verwies man auf den gut funktionierenden Sozialstaat .

    Dieser Sozialstaat aber war ein Sozialstaat auf Pump.

    Davon wollte jedoch die denkfaule Masse nichts hören. Somit konnte die SPD ungehindert ihre Wandlung in Richtung sozialistische Partei fortsetzen. Besonders schmerzlich empfanden wir damals mehrheitlich die sogenannte Neue Ostpolitik der SPD unter der Parole „ Wandel durch Annäherung “. Einen praktischen Nutzen für uns in der DDR hatte diese Entwicklung nicht und die vielgepriesene Annäherung war einseitig. Der Westen akzeptierte kommunistische Standpunkte, der Osten akzeptierte nichts. Trotzdem wurde die ganze Sache dem schlafenden Michel als Erfolg der neuen Ostpolitik verkauft.

    Uns selbst wurde damals oft Angst und Bange, besonders als es um die Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft ging. Die SPD hätte mit den Grünen zusammen ohne Skrupel 17 Mio. Menschen völkerrechtlich einer Diktatur ausgeliefert. Und hier erkannte der aufmerksame Beobachter einen neuen Fakt in der Geschichte der SPD, die zunehmende politische Dummheit der Mandatsträger. Vielen von uns war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, daß die SPD irgendwann Schiffbruch erleiden mußte, wenn ihre Mandatsträger immer unfähiger wurden und die politische Blindheit zunahm.

    Diese Entwicklung hatte ein Helmut Schmidt erkannt und wollte sie stoppen , doch er konnte den Dammbruch nicht mehr aufhalten. Er wurde auf hinterhältiges Betreiben von Wehner und Brandt demontiert. Die Dummheit in der SPD war inzwischen soweit fortgeschritten, daß auch die Blamage von 1982, die Regierungsübernahme durch die CDU, den Mitgliedern der SPD nicht mehr die Augen öffnen konnte, wobei doch ganz offensichtlich war, daß der Machtwechsel von 1982 den Staat vor dem völligen Bankrott gerettet hatte.

    Der SPD war aber zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu helfen, die Parteiinterne Verblödung nahm noch durch den Einfluß der Grünen zu. Diese Verblödung beinhaltete den Verlust der kritischen Beobachtungsgabe, was sich später auch innerparteilich katastrophal auswirken sollte. Die SPD war nun, von der Masse der Mitglieder immer noch unbemerkt, eine sozialistische Partei geworden.

    Und „ Sozialismus “ steht ja nun für absolute Unfähigkeit und diese Tatsache wurde durch spätere SPD- Führungsleute bis zum heutigen Tage voll bestätig , zuletzt durch Frau Ypsilanti und nun auch noch durch Leute wie Wowereit, Nahles und Steinmeier. Maßgeblichen Anteil am Absturz der SPD hat Ulla Schmidt mit ihrer verheerenden destruktiven Gesundheitspolitik. Und diese Frau wollte Steinmeier wieder in die Regierungsmannschaft nehmen ! Auch ein Blender und Schaumschläger namens Gerhard Schröder konnte erst durch den charakterlichen Wandel der SPD möglich werden, ist aber dann auch typisch für eine solche Entwicklung.
    Das Totalversagen von Schröder wird von der immer noch denkfaulen Masse als Auslöser für den Niedergang der SPD angesehen. Wir wissen, daß dem nicht so ist sondern daß der Grundstein zu diesem Niedergang von Wehner und Brandt gelegt wurde. Sowohl der westdeutsche Normalverbraucher als auch der einfache SPD-Genosse konnten diese Entwicklung im Gegensatz zu uns garnicht vorhersehen. Ihnen fehlte dazu etwas, über das wir jedoch aufgrund unserer politischen Verfolgungserlebnisse schon lange verfügten, nämlich hochgradige politische Sensibelität und durch Erfahrung geschärfter Weitblick. Für uns ist somit der Niedergang der SPD nicht überraschend, sondern ganz einfach eine logische Folge, die wir schon lange erwartet haben. Es kann als Tragödie für die Arbeiterbewegung gewertet werden, wenn eine solch historische Traditionspartei an eigener Dummheit zugrunde geht, wo es doch an mahnenden Stimmen nicht gefehlt hat. Der SPD trauern wir nicht nach, aber Helmut Schmidt tut uns Leid und das aus ehrlichem Herzen.
    Ernst Flinscher
    Ende des Textes

    Vielen Dank Herr Flinscher aus Ricciland:-)

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