Osteuropa – Rumänien, Löhne steigen


[ 21 Rumänien ]
Von hodermatt um 05:00, „personalblog“ in der Balance

So kann man hier zu Lande lesen und von Politikern hören. Als ob die Löhne allein zu betrachten wären!

Man beruft sich auf die Hewitt-Studie, siehe im Daily.net: … European Salary Increase Survey 2007-2008… Dort kann man auch nachlesen, dass die Erhöhung der Gehälter auch mit einer erhöhten Inflation einhergehen. In der Arena vom 30. Mai 08, als über die Personenfreizügigkeit geredet wurde, haben
Politiker in allen Tönen die florierende Wirtschaft in Rumänien gewürdigt. Das ist für das Land sicher gut. Schon früher habe ich von Michael Ringier gehört, wie er auf ein Wachstum von über 4% hinwies und schwärmte, dass dort Aufbruchstimmung herrsche, wogegen die Schweiz stagniere…. Wo wenig ist, hat man schnell ein Wachstum nachzuweisen. RO könnte dies allein mit der Korruption tun. Und wo alles da ist, kann Wachstum etwas anderes bedeuten.
Zurück zur Arena: Unter anderem wurde erwähnt, dass alleine die Löhne um 6% gestiegen seien. Es kann sein, dass der gesamte Lohnbetrag gestiegen ist. Wenn aber grosse Teile der Bevölkerung vom Lohnanstieg noch nichts gemerkt haben, dann gibt es höchst wahrscheinlich einige, die kräftig in die eigene Tasche wirtschaften. Es soll einer erklären, warum in Bukarest so viele sehr junge Leute die teuersten Autos, die es auf der ganzen Welt gibt zum Fahren vermögen!

Aber neben den höheren Löhnen ist auch die Inflation kräftig angestiegen. Das wird verschwiegen! Wir wissen: „Ein wenig Inflation muss sein!“ Der Staat könnte ohne sie sich nie von den Schulden, die er verursacht, entlasten.

„(…) Die Infaltion ist der Preis der Demokratie oder, besser gesagt, der Demagogie. Denn kein Parlament wagt es, die strengen Massnahmen durchzusetzen, die man gegen eine Inflation durchsetzen müsste. (Kostolany)

Ein paar Zahlen:
Montag, 16. Juni, 2008
100 Rumänischer Neue Lei = 44.10083 Schweizer Franken
100 Schweizer Franken (CHF) = 226.753 Rumänischer Neue Lei (RON)

Montag, 16. Juni, 2008
100 Rumänischer Neue Lei = 27.38658 Euro
100 Euro (EUR) = 365.142 Rumänischer Neue Lei (RON)

Aktuelle Gehaltsangaben für Rumänien

Finanzwesen: 2622 RON (ca. 744€) = SFr. 1156.-
Versicherungswesen: 1674 RON (ca. 475€) = SFr. 738.-
Post & Telekommunikation: 1507 RON (ca. 428€) = SFr. 655.-
Beamten + Wehrdienst: 1877 RON (ca. 533€) = SFr. 827.-
Schulwesen: 1224 RON (ca. 347€) = SFr. 540.-
Industrie: 1025 RON (ca. 291€) = SFr. 452.-
Gesundheitswesen: 1036 RON (ca. 294€) = SFr. 456.-
Baugewerbe: 929 RON (ca. 263€) = SFr. 409.-
Handel: 869 RON (ca. 246€) = SFr. 383.-
Landwirtschaft: 782 RON (ca. 222€) = SFr. 345.-
Tourismus: 674 RON (ca. 191€) = SFr. 297.-
Nokia (Durchschnitt) 771 RON (ca. 219€) = SFr. 340.- (weniger als in der Landwirtschaft!)
Nokia Tiefstlohn 600 RON (ca. 170€) = SFr. 264.-
Nokia Höchstlohn 1058 RON (ca. 300 €) = SFr. 466.-

Neben diesen „offiziellen“ Löhnen gibt es auch noch die inoffiziellen. Wenn eine ausgebildetet Krankenschwester mit einigen Jahren Berufserfahrung und Auslanderfahrung mit umgerechnet 100 Euro abgespiesen wird, dann gibt dies zu denken. Der Arbeitgeber wird gut in den eigenen Sack wirtschaften!

Oder wenn ihre erfahrene Kollegin zum Stellenantritt ewa drei Monate ohne Lohn „probearbeit“ leistet und für den Vertrag 1000 Euro und mehr der Pflegedirektorin eines UNI-Spitals abgeben muss – auf Nimmerwiedersehen – dann regt uns dies auch zu denken an. Dort scheint dies kaum der Rede wert zu sein! Lieber eine Job für einen Obolus natürlich à fonds perdu, als keinen Job – die Ausbeutung ist egal! Es wundert mich deshalb überhaupt nicht, dass die fähigen Berufsleute das Land längst verlassen haben. Wenn sie „im Westen“ nur die zweite Qualität an Arbeitsbedingungen bekommen, ist dies für sie noch längst mehr als das, was man sich im eigenen Land gewohnt ist.

Der rumänische Staat und mit ihm seine Arbeitgeber müssen schleunigst umdenken. Sie müssen den Arbeitnehmern etwas bieten, bevor diese eine Leistung erbringen. Wertschätzung ist das Thema.

Sozialabgaben Arbeitnehmer: (Stand 15.09.2007)
Sozialversicherung: 9,5%
Arbeitslosenversicherung: 1%
Krankenversicherung: 6,5 %
Gesamt: 17 %

Einkommenssteuer: Standardsatz 16%
Für Einkünfte aus nichtselbständigen Tätigkeiten sind bis zu einem monatlichen Bruttogehalt von 1 000 RON
persönliche Freibeträge vorgesehen.

Im Alltag sind die Kosten für viele Gebrauchsgüter vergleichbar mit den Preisen bei uns (Kleider die im Angebot sind werden auch in Taiwan oder in China gefertigt). Ein paar Beispiele:
Ein Liter Diesel kostet derzeit 4,7 RON ( SFr. 2,07)
Benzin 95 4,1 RON/l (SFr. 1,8)
Salatoel 7,3 RON/l (SFr. 3,22)
Brot, das billigste: 4 RON /kg (SFr. 1,75)

Kleider sind im letzten Jahr etwa 10-15% gestiegen
Erdgas ist über 18% teurer geworden

Nachgedacht:
Firmen, die in RO investieren, werden noch andere Gegebenheiten, als die tiefen Löhne zu berücksichtigen haben! Vielleicht rechnet Nokia falsch? (manager-magazin.de)!

„(…) Nokia schließt die Bochumer Fabrik und setzt auf Niedriglöhne in Rumänien. Die Erfahrungen westlicher Investoren aber zeigen, dass Standortverlagerungen kein Selbstläufer sind. Womöglich überschätzt Nokia die Kostenvorteile, schreibt Unternehmensberater Johannes Book. Der Rumänien-Kenner schließt auch andere Motive nicht aus….

In dieser Hinsicht haben viele internationale Unternehmen in den vergangenen Jahren bittere Erfahrungen gerade in Rumänien gemacht. So kann die Continental AG mit ihrem Werk in Timisoara ein Lied davon singen, wie es ist, permanent Menschen auszubilden. Nach der innerbetrieblichen Schulung konnte das Unternehmen diese nämlich kaum halten. Aufgrund der gestiegenen Qualifikation und der guten Referenz bei Conti, war es ein Leichtes für sie, einen neuen und besser bezahlten Job zu bekommen….

Lesen Sie weiter:
Umzug nach Rumänien: Rechnet Nokia falsch II (manager-magazin.de)
Umzug nach Rumänien: Rechnet Nokia falsch III (manager-magazin.de)

Es ist nicht schwer zu erraten: Ein Volk wird ausgenommen wie eine Gans (kapitalisiert). Irgend wer wird danach Hilfe leisten müssen (die Schäden sozialisieren). Das ist der Preis, den jene leisten müssen, die in den erweiterten Markt eintreten dürfen. Die Frage nach der Gegenleistung wird nie gestellt. Was ist die Leistung der EU an das kleine Land Schweiz, welches Zutritt zu seinen Sozialleinrichtungen anbietet? Diese Einrichtungen wurden durch das Volk erarbeitet. Die Regierung handelt damit….! Auch hier wird ein Volk ausgenommen.

Bezüglich Rumänien wäre die Frage zu stellen, wie es um die staatliche Altersvororge steht. Früher wurde diese von Erlösen aus der Petrochemie gespiesen. Seit diese Einnahmequelle ins Ausland verschachert wurde OMV, werden die Gewinne dort abgeschöpft.

Das Land hat etwa 2 Millionen Roma’s. Diese sind „Bürger“ dritter oder vierter Klasse! Sie bilden eine Art Parallelgesellschaft. Die Roms werden von der gesamten übrigen Bevölkerung gemieden. Ist es ein Wunder, dass sich die Roma’s in andere Länder abzusetzen begannen (Italien)?

Die rumänischen Politiker werden alles daran setzen, dass die gesamte EU und auch die Schweiz, das Romaproblem mitfinanzieren werden. Somit wird das Romaproblem in der EU sozialisiert, während man im Land Gewinne abschöpft (auch durch europäische/ausländische Unternehmungen). Diese Gewinne allerdings fallen den Wirtschaftskapitänen, den ausländischen Investoren und den hohen Beamten zu, die sich auf ihre Art bereichern, zu.

Wie das funktioniert?

Da gibt es ein kleines Dorf in Arges. Es wurde beschlossen, dass die Hauptstrasse asphaltiert werde. Das Projekt wurde durch die Behörden bis ins staatliche Baudepartement in Bukarest bewilligt. Bis aber die Beamten in Bukarest, die Beamten des Bezirks (judetul) Arges, und der Bürgermeister des Dorfes ihre „Anteile“ abgezweigt hatten, reichte es nur noch für eine Asphaltschicht von etwa 1 cm Dicke, direkt auf den gewalzten staubigen , erdigen Untergrund. Das Gras schoss bereits durch die neue Strasse, bevor diese festlich eingeweiht war! Da die Strasse wegen der Belastung sehr schnell defekt sein wird, wird sich der Vorgang in einem Jahr wiederholen. So finanziert die EU indirekt die korrupten Politiker und international agierende Bauunternehmen wie z.B. STRABAG. Und die EU finanziert auf diese Weise indirekt die Volksverarmung, die sie später nochmals finanzieren wird und immer wird man Wachstum generieren…

Die Oekonomen sind nun aufgefordert, das Wachstum zurück zu rechnen!

Betrachtet man das ganze aus Distanz, so ist die Personenfreizügigkeit mit der Schweiz gar nicht nötig. Rumänien selber hat kein grosses Interesse, weil der Abfluss von noch mehr gut ausgebildeter Leute ein Problem darstellen wird. Nicht umsonst beginnt man für die Textilindustrie Arbeiterinnen aus China zu importieren. Übrigens, die ersten haben schon gestreikt, weil die Vermittler zu viel vom Verdienst abgeschöpft hatten. Die Streikenden wurden polizeilich verfolgt und ausgeschafft. Man hat einfach andere Leute „importiert“, aus China notabene.

Würde man die Roma’s einspannen, wäre ein Problem entschärft. Aber da niemand echten Kontakt in diese Parallelgesellschaft pflegt, bleibt dies Illusion.
Würde man sämtliche Hilfsleistungen an RO stoppen, wäre es um das Wachstum geschehen.

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Arbeit in der Schweiz – Munca in elvetia

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Diskret /vertraulich

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