Sind Flugpiraten auch Menschen?


Karan Singh und drei weitere Kollegen sollen nach 13 Jahren aus der Schweiz ausgeschafft werden, weil sie vor 27 Jahren ein Flugzeug entführt hatten.

Ich schreibe im Ich-Stil, wie sie es im Blog gewöhnt sind. Aber heute versuche ich die Meinung unseres Vorstandes von «libref.» wieder zu geben, der zufälligerweise heute getagt hat. Unter den Stichworten Sikhs, Pfarrer Sieber, Dalai Lama, Yahya Hassan Bajwa, 2. Kappeler Milchsuppe, Bivio und Menschenrechte finden sie einige Beiträge, die wir ohne Karan Singh und sein Beziehungsnetz nicht hätten schreiben können.

Lesen sie im Tagesanzeiger und in der Berner Zeitung ausführlich um was es geht.

Oder nachstehend in Kurzform (nota bene den ganzen Text bei www.espace.ch geklaut):

«Seit 13 Jahren in der Schweiz

Karan Singh war in den 80er-Jahren an zwei Flugzeugentführungen beteiligt. Dafür wurde er in Pakistan zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach Verbüssung der Strafe kam er 1995 als politisch anerkannter Flüchtling in die Schweiz. Jetzt hätte er – mit anderen Sikhs – die Schweiz verlassen sollen auf Grund einer Neubeurteilung des Bundesamts für Migration. «Die Lage in Indien hat sich geändert – heute droht den Sikhs keine Gefahr mehr», erklärte Pressesprecher Philippe Haas gegenüber dem Schweizer Fernsehen. sae»

Ich nehme auch nicht an, dass die BZ im Jahre 2035 kommt und mich auf diesen Tatbestand des kopierten Textes einklagen will. Ich habe den Artikel korrekt mit Link zitiert . Ich habe so Sühne getan – Karan Singh war dazu über 10 Jahre im Gefängnis. Ich bin auch überzeugt, dass die Zeitung Verständnis hat, dass wir den Text gleich aufschalten. Einige längere Beiträge haben wir auch schon ungekürzt mit Einwilligung gebracht. Diejenigen, die Dr. Yahya Hassan Bajwa geschrieben hat. Ich denke, er ist schon lange ein Kollege von Karan Singh und hat vermutlich mit den Erfahrungen aus Pakistan noch viel mehr Verständnis, was damals vor 27 Jahren geschah.

Bei jedem Konflikt gibt es Leute die eher bereit sind sich für ihre Gerechtigkeit ein zu setzten. Wenn Freunde, Bekannte, Landsleute von einem Staat oder einer andern Religion oder Volksgruppe unterdrückt werden, gibt es welche die sich wehren. Die meisten sind zu feige. Ob sie immer zu den Fundamentalisten gezählt werden dürfen ist für mich sehr fraglich. Ich bin alles andere als ein Fundamentalist aber ich habe mehrere Hinweise dass ich auf einer Liste für ein Sonderkommando war. Die Angelegenheit ist aufgeflogen. Die Presse wurde spärlichst mit Informationen versorgt. Deckel drauf und Gras darüber! Vermutlich sind die Akten längst vernichtet oder dann wird nach vielleicht 50 Jahren mal etwas freigegeben. Da kommt mir einer in den Sinn, der vielleicht mal nachforschen könnte. Wie Karan Singh war er auch Referent an der 2. Kappeler Milchsuppe.

Die Tat wollen wir nicht beschönigen aber darauf hinweisen, dass bei Konflikten sich einige wehren. Sie haben auch ihre Strafe abgesessen und kamen als Flüchtlinge in die Schweiz. Ich habe, bevor ich Vermögensverwalter wurde, viel direkt mit Flüchtlingen zu tun gehabt. Es gibt zwei Arten Flüchtlinge. Wirtschafts-Flüchtlinge und politische Flüchtlinge. Die erste Gruppe sind Profiteure. Und bei der zweiten Gruppe weiss man immer, dass dies keine Anpasser waren. Diese haben sich für etwas eingesetzt und vielfach das Leben aufs Spiel gesetzt. Karan Singh und seine drei Kollegen hätten auch die Todesstrafe erleiden können.

Einer meiner besten Kollegen könnten wir heute auch wieder nach Tschechien zurück schicken. Aber ich denke, dass er nicht dreizehn Jahre warten musste, bis er und seine Familie Schweizer wurden. Und es könnte ja sein, dass wir tatsächlich ein so unmenschliches Recht in der Schweiz haben, dass einige nach dreizehn Jahren ausgewiesen werden müssen. Vielleicht gibt es aber noch die Vernunft.

Sihks

… es würde nicht nur Karan Singh und die drei Komplizen betreffen, die ausgeschafft würden. Mindestens einer von diesen wird mir morgen vermutlich auf Züridütsch zum Geburtstag gratulieren …

Singh

… die Damen sind zwar bei den Sikhs gleich berechtigt, halten sich aber eher im Hintergrund auf. Wer am Sonntag ab 12.00 in Langenthal länger als ich dabei sein kann, soll doch abklären, ob ich das richtige Bild erwischt habe, denn manchmal sehen sie sich mit den Kopfbedeckungen im Tempel doch ähnlich …

Jetzt würde es etwas Mut brauchen, einen Kommentar ab zu geben. Bitte überwinden sie sich doch. Merci.

Text und Fotos: Stephan Marti und Unterstützung des schweizerischen Vorstandes von libref.

Ein Gedanke zu „Sind Flugpiraten auch Menschen?“

  1. Als ehemals Aktiver schlägt mein Herz immer noch für die Fliegerei. Für Hijacking habe ich nichts übrig. Ich kann mich auch nicht dafür erwärmen, wenn mit Wasserpistolen und imitierten Sprengkörpern den eigenen oder ideologischen oder politischen Absichten Nachachtung verschafft werden soll. Es wird nämlich jemand missbraucht, der in seriöser Absicht seinen Job tut und man weiss, dass hier die Technik sehr empfindlich getroffen werden kann. Hijacking gehört zu den primitivsten Angrifsmitteln, die sich Menschen ausdenken können. Ich habe dafür kein Verständnis, auch wenn es vor 27 Jahren geschah, zu einer Zeit, wo einige Dummköpfe ihr Gehirn noch nicht eingeschaltet hatten. Indira Ghandi hin oder her! Oder haben sich die selbsternannten „Scheinterroristen“ schon Gedanken darüber gemacht, wie es den Passagieren erging? Und haben sie sich bei diesen entschuldigt? Oder haben sie gesammelt, um wenigsten symbolisch ein Schmerzensgeld zu überweisen?
    Aber: Es gibt Gesetze und die Vollzugsverordnung dazu. Man soll die zwei Angelegenheiten nicht vermischen! 13 Jahre, um sich zu einem gesetzlichen Entscheid durchzuringen, sind zu lang. Das ist unverständliche Trölerei ((trölen:“schweiz.“ für (den Gerichtsgang) leichtfertig oder frevelhaft verzögern)). Ich glaube nicht, dass die Betroffenen aus eigener Kraft so lange den Gesetzgeber beschäftigt haben. Rechtsgelehrte und andere im Pro- und Kontra-Lager haben davon gut gelebt. Nun ist die Zitrone ausgequetscht – nichts ist mehr zu holen. Daher verliert sich das Interesse. Mit einer Ausschaffung wird die leidige Angelegenheit fern in die Vergessenheit verbannt – zur Beruhigung des eigenen Gewissens (sofern so etwas vorhanden ist), alles dem Buchstaben getreu gemacht zu haben.
    Nachdem zuerst die Gelegenheit geschaffen wurden, Existenzen in der Fremde (Schweiz) aufzubauen, sollen diese nun zerstört werden. Kinder, die hier geboren wurden sollen nun in eine fremde Heimat übersiedeln! Das ist ethisch unhaltbar. Die eigenen ethischen Normen sind wohl nur marginal entwickelt. Nicht einmal der Moral wird dieses Ansinnen gerecht. Daher: Tut um Gottes Willen etwas Mutiges!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *