So ein Riesending möcht ich einmal fahren


In der Schweiz sieht man Lastkraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 42 Tonnen und in Deutschland gibt es den Gigaliner, der bis 38 Tonnen Ware laden kann – 46 Prozent mehr. Unsinn oder am Ende gar ökologisch und ökonomisch vernünftig?

Urteilen sie selbst. Bevor sie weiter lesen, sonst macht es keinen Spass. So ein Ding von 25.25 Metern zu fahren, das würde Spass machen. Vermutlich hätten die meisten Angst – zumindest aber Respekt.

«Achtung, Überlänge!

Gigaliner. Verkehrsrisiko oder Fortschritt? Die Politiker streiten über die Gigaliner. Dabei zeigen Pilotprojekte: Lange Laster sparen Geld und Sprit. Eine Testfahrt.

Behutsam … lesen sie weiter bei wiwo.de … »

Behutsam, das ist das richtige Wort um mit solchen Fahrzeugen um zu gehen. Nicht nur mit der Technik, auch der Dieselverbrauch pro Tonne Nutzlast sinkt und die Gesamtkosten. Statt drei Fahrzeuge inkl. Fahrer können sie vielleicht mit zwei auskommen. Es wird noch eine Zeit lang gehen, bis wir solche Lastwagen bei uns sehen …

Sattelschlepper mit drei Aufliegern

… in einigen Staaten der USA (1978 in Nevada) und in Australien sieht man noch längere Fahrzeuge, aber nie eins, das behutsam fährt. Bei Visipix hat es noch andere Aufnahmen von Giganten – nur die höchsten Redwood sind länger als vier Gigaliner resp. Euro-Kombis. Wenn sie einmal einen überholen möchten. dann schauen sie in den Spiegel: «Grössenwahn auf Rädern». Gegner wollen die LKWs auf der Bahn haben – nur ist dies leider zur Zeit einer der grössten Parkplätze in Europa – «dank» Bahnstreik!

2 Gedanken zu „So ein Riesending möcht ich einmal fahren“

  1. Ja, ja, grosse Laster können durchaus wirtschaftlich sein, z. B. wenn sie nur geradeaus fahren müssen. In der Praxis sieht es meist anders aus. Diese zeigt, dass grosse Laster, auch wenn es „nur“ 40-Tönner sind, heute nach dem Navigationssystem von A nach B fahren. Dabei wird offenbar die kürzeste Distanz priorisiert. Man begebe sich einmal an eine Passstrasse mit engen Kurven, z.B. an den Brünigpass. Schnell fragt man sich, was da holländische, italienische, polnische, tschechische, littauische, lettische usw. Laster suchen. Die Laster sind für solche Strassen zu gross. Warum? Sie sind nicht in der Lage, innerhalb der Spur zu fahren. Als entgegenkommendes Fahrzeug bin ich oft genötigt, hart an den rechten Rand zu fahren, dass ein Kreuzen überhaupt möglich ist, weil die Laster einen Teil der Gegenfahrbahn mitbenützen. Selbst Sicherheitslinien werden überfahren. Das wird von niemandem gesehen, aber wenn ich in der Stadt Zürich an der Bockhornstrasse in der blauen Zone parkiere, dann habe ich, wegen Überzuges von einer Minute, bestimmt einen Buszettel von Fr. 40. – unter dem Scheibenwischer. Für mich ist das purer Verhältnisblödsinn und stures Beamtenverhalten. Dass dann halt mal ein Laster in Willisau in eine Einbahnstrasse hinein fährt, bis er beidseitig an den Häusern kratzt (vorgekommen 2007), ist auch Ergebnis des Navigationssystems, dem der Fahrer blind vertraut. Als Bürger haben wir verstanden, es brauche Autobahnen, damit der Güterverkehr möglichst aus der Agglomeration gebannt würde (ausser Zubringer). Die Praxis zeigt auch hier etwas anderes. Man gibt der LSV die Schuld – kürzere Wege, tiefere Kosten – für die Transportunternehmen. Die zusammengekarrten Strassen müssen aber weitgehend durch die Allgemeinheit berappt werden. Dass jetzt nach und nach Strassen verbreitert werden müssen, hat man mit der Zulassung der 40-Tönner nie offen kommuniziert. Die Energieverknappung wird vielleicht dazu führen, dass viele lebenswichtige Produkte vermehrt dezentralisiert hergestellt werden, da wo man sie braucht, was zu geringeren (unsinnigen) Transporten führen dürfte. Dann hätten wir wirtschaftlich gewonnen.

  2. … wem die Iseli-Nachlaufachse ein Begriff ist, der kann sich direkt beim Erfinder melden (oder bei mir). Er hat noch eine andere Idee, mit der man dein Problem auf einfache Weise lösen kann. Die technischen Tricks erkläre ich dir einmal bei einem Glas Wein … oder einem Obwaldner Zibelechueche …

    Ricchi würde jetzt sagen; Gas geewe – lenger leewe. Und beim Rückwärtsfahren sollte der Sattelschlepper nicht zu viel Gas geben, aber er meistert rechtwinklige Abbiegungen. Bei den Platzverhältnissen in der Schweiz eine Sensation.

    Und wer andere Ideen aus dem Venture Capital bereich hat, kann ja mal Kontakt mit mir aufnehmen, es wäre nicht das erste mal …

    … und übrigens, der LKW-Fahrer auf dem Bild hätte eine Buse bekommen und ich auch. Er hat mich zuerst zu schnell überholt – und da staunst du, wenn nach dem ersten Sattel noch ein zweiter kommt und dann noch ein dritter. Dann musste ich halt zu schnell fahren, damit ich ihn dann ablichten konnte …

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