Der hybride Kunde – Teil 1 – ethische Discountwolke


Rauchen tötet – Rauchen kann tödlich sein – rauchen lässt ihre Haut altern. Das tut sie übrigens auch sonst. Auf allen Raucherzeugnissen muss eine Warnung sein. Wirklich auf allen? Und gibt es bei Raucherwaren nicht einige für den Kunden frappante Unterschiede? Vier an der Suisse Tabac – dem Genuss erlegen, einige Fragen zum Marketing einer «verhassten» Branche» und dass wir Konsumenten mal hüst und mal hott sind – hybrid so zusagen …

Ethik kann man weder messen noch befehlen – Ethik ist eine Einstellungssache. Jeder hat ein ethisches Gefühl, aber leider manchmal ein extrem lausiges. Zwei Beispiele gefällig? George Bush stellt anhand des neuen Videos der Al Qaida fest, «in was für einer gefährlichen Welt wir leben». Vermutlich hat er meinen Beitrag vor zwei Jahren gelesen: Bush – weder Busch noch Baum. Gefährlich ja, aber vermutlich denkt er nicht ans rauchen. Meine differenzierten Einstellungen zum Rauchen habt ihr vielleicht schon vor gut zwei Jahren gelesen – geändert hat sich nichts und das Autofahren ist immer noch gefährlich. Noch während des schreiben des Beitrages ruft der Personalblogger an – unverschuldeter Totalschaden auf der österreichischen Autobahn. Baustelle, Lastwagen – zum Glück keine Verletzten.

Osama Bin Laden neuestes Video scheint es auch in mindestens zwei unterschiedlichen Varianten zu geben. 8760 Videos können sie anschauen – und man weiss nicht, wo sein Laden ist. Man denkt wieder einmal an 9/11 zurück. Auch ohne Rauchen wäre die Welt schon gefährlich genug. Dies ist keine Warnung, dies ist eine ganz einseitige Feststellung.

Die Welt kann nämlich ganz schön sein – inkl. Rauchen. Und abschreckende Werbung muss nicht sein. Auf einer Einzelverpackung für eine Cigarre steht keine. Im Gegenteil: «Einzigartig, for the fine art of smoking (2x) oder Limited edition, hand made, Reserva, gar XO». Aber ob man sich auf Werbung immer verlassen kann – XO eXtra Old ist Auslegungssache und Geschmacksache …

Bosner Cigars

… die Zigarren-Messe scheint zu gefallen. Wie an andern Ausstellungen, die meisten Damen sind hübsch. An einem Ort der Kommentar – «Fragen sie meinen Chef» oder «Keine Ahnung, ich arbeite sonst nicht für dieses Unternehmen». Frau Loskutnikov (Bild) von Bossner gibt über alles Auskunft, nur was den Generalimporteur anbelangt, ist seine Sache, er kenne die länderspezifischen Gegebenheiten. Sie weiss Bescheid, erzählt auch über Schokolade, Cognac. Lesen sie die Geschichte ihres Vaters (Bossner anklicken). Lesen sie am Schluss über Sponsoring – das Wichtigste: Krankenhäuser, Altersheime, Internate, Schulen. Etisch gesehen hat Rauchen oft zwei Seiten …

… wechseln wir zu einem andern Stand – dort rühmt man sich auch um eine russische Geschichte – Davidoff himself hat mir damals eine Cigarre geschenkt – Bossner auch. Die bleiben in Erinnerung – das ist Werbung. Die «Puro Robusto – Capa Dominicana» gibt es nicht – eine andere übrigens auch nicht. Die Robusto ist so robust, dass sie noch gar keiner geraucht hat – die gebe es erst in zwei Monaten. Dafür könnten wir Cigaretten kaufen …

Zigaretten

… etwas unscharf. Es ist vielleicht auch besser, die Marge betrage 68 Prozent. Nicht schlecht. Rechnen sie mal nach … fast 75 Prozent – für den Käufer eine echte Discountwolke. Falls die an einem Ort ohne und am andern mit MwSt rechnen, sind es noch 72,5% – aber die Mehrwertsteuer erstaunt mich auf dieser Ausstellung schon lange nicht mehr. Alles hat zwei Seiten, die der Kunde laufend verdauen muss, ja zum Teil sogar selbst wählt – der hybride Kunde eben …

Aficionado

… und es gibt ihn noch, den anderen, Faden graden (jetzt wird er lachen), der Aficionado, wie er leibt und lebt, hier von seinem Solothurner Nebel leicht umwoben. An was denkt er wohl? An Bossner oder an den, der ihm Maria angedreht hat …

… demnächst mehr – und wer nicht warten möchte schaut beim anderen «Aficionado der Zweite» oder «Aficionado der Jüngere» vorbei – bei Premium von The Cigar Blog

Krass Grass

… und überlegt sich, wieso auf dieser Büchse kein Warnkleber sein muss, echt grass …

2 Gedanken zu „Der hybride Kunde – Teil 1 – ethische Discountwolke“

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