Über Fonds, Kannibalen und der Crash der Computerfonds


Die lieben Banken und Fondsverwaltungen werden den heutigen Blogbeitrag nicht gerne lesen – aber Fonds sind alles andere als «über alles erhaben».

«Computerfonds erleiden drastische Einbrüche
Die Module spielen verrückt. Der momentanen Finanzmarktkrise sind selbst die ausgeklügeltsten Computerprogramme nicht gewachsen. Rechnergestützte Investmentfonds verlieren kräftig. Von Menschen gemanagte Produkte kommen besser mit den Turbulenzen klar … lesen sie den herrlichen Beitrag von WELT ONLINE weiter …»

… und vergessen sie auf keinen Fall in obigem Link auch den Kommentar von SOKRATES58 zu lesen.

Dieser versteht etwas von Börse und ist wie Sokrates ein Denker. Über Pseudonyme etwas heraus zu finden macht manchmal noch Spass, aber berühmte Philosophen mit 19-hunderter Jahrgang ergänzt scheinen nicht einmalig zu sein. Keine Ahnung, wer dahinter steckt. Auch wenn er den Kannibalismus beschreibt, ist er vermutlich keine Kannibale.

Dies vermutlich im Gegensatz zu einigen Fondsbesitzern, die jetzt vermehrt Fingernägel kauen – eine Form des Autokannibalismus. Aber nicht nur Computerfonds, die Quant-Fonds, haben jetzt automatisch Probleme, sondern viele Fonds und ähnliche Contructs, die mit Aktien hinterlegt sind. Es sei denn, diese seien selbst derivativ abgesichert. Ich vermute, dass vor allem Indexfonds diese Sicherung nicht haben und nach dem Motto handeln, wir müssen einen Index nachbilden und sonst gar nichts. Kursschwankungen interessieren uns rein theoretisch nicht.

Aber die Praxis sieht leider oft anders aus. Die Kunden geben aus Panik häufig Fondsanteile zurück. Wenn ein Fonds jetzt durch seine Richtlinien gezwungen ist, selbst zu verkaufen um die Liquiditäts-Position auf dem gleichen Stand zu halten oder liquide Mittel zu besorgen, um die Fondsrücknahmen auszahlen zu können, dann muss verkauft werden. Meist im dümmsten Moment und dies drückt noch einmal die Aktienkurse nach unten.

Computer oder Anlagerichtlinien versagen hier, es gibt nur eines. Der Mensch muss beide ausser Kraft setzen können – es sei denn, man will noch mehr verkaufen, weil man denkt, die Kurse gehen noch weiter nach unten. Aber auch hier helfen Computer und Anlagerichtlinien meist nicht, denn es braucht neue strategische Entscheide. Es sei denn, man habe einen geschlossenen Fonds – dann ist das Problem gelöst – ausgenommen, es sind Stützungskäufe angesagt.

Wenn ich mich nicht täusche, habe ich schon einmal über computergesteuerte Fonds gelästert! Etwas später hat sogar ein Journalist längere Zeit mit mir diskutiert, aber ich musste leider sagen, dass ich keine Erfahrungen mit solchen Fonds habe, weil ich sie meide, weil ich ihnen nie getraut habe.

Ich habe mich zu viel mit Mathematik und Philosophie herumgeschlagen. Aus dem erwähnten Beitrag möchte ich den letzten Satz noch einmal platzieren:

… der selbständige Vermögensverwalter wird durch computergesteuerte Fonds nicht abgeschafft – vermutlich tritt das Gegenteil ein …

… noch Fragen über Quant? «Ein Quant (Wirtschaft) ist die Beschreibung für die kleinste, innerhalb eines Lagers adressierbare, Einheit. Sie entsteht aus der Beziehung einer Charge zu einem Lagerplatz.» Übrigens, hier die Adresse eines unabhängigen, selbständigen Vermögensverwalters … der martischweiz … (den gibt es genau 5 mal, aber ich kenne alle).

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