Kantonale Zweckmässigkeitsbeurteilung für Finanzblogger, Schildbürger und Tunnelbauer


Liebe Tageszeitungen, falls ihr dieses Thema aufgreift, sendet ihr mir bitte ein Beleg-Exemplar für meine Sammlung zu. Danke. Stellen sie sich einmal vor, dass der Kanton Bern seinen Bürgern eine Planung über CHF 170 Millionen vorlegt und dabei zwei Tunnel ein zu zeichnen vergisst. Das ist die Realität in der Bau- Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern!

«Variante West
Die Variante West führt von der
Jurastrasse nördlich von Aarwangen
in einem Tagbautunnel
unter dem Strassen- und Bahntrassee
bis zur Aarequerung.
Anschliessend führt sie entlang
dem Bannwald bis an den
Spichigwald. Dort folgt wieder
ein Tunnel
mit einer Gesamtlänge
von ca. 500 Meter.»

«Variante Mitte
Der nördliche Anschlusspunkt
der Variante Mitte befindet sich
wie bei der Variante West an
der Jurastrasse. Das Strassentrassee
unterquert Strasse,
bzw. Bahntrassee in einem
Tagbautunnel, quert die Aare
und verläuft parallel zur Ortsdurchfahrt
von Aarwangen bis
zum Tunnelportal am östlichen
Teil des Spichigwaldes.Nach
dem Tunnel mit einer Länge
von rund 800 Meter
folgt ein
Anschlusspunkt auf der Bützbergstrasse.»

Nachzulesen auf Seite 2 unten der

Zweckmässigkeitsstudie

besagter Baubehörde, direktiert von Barbara Egger. Ergger dürfte es wohl für einige mit erwähnte Ämter, Expterten und Planungsbüros geben. Metron, die für den Plan verantwortlich zeichnet kenne ich sonst von einer ganz anderen Seite her. Seriös, Detailgenau und jetzt macht sie den Fehler, dass hier insgesamt zwei Tunnel nicht in den Plan eingetragen sind..

Fehler kann es geben, aber dass ein Kanton, der eine Wirtschaftsstrasse von ursprünglich CHF 50 Mio. geschätzt und nun auf CHF 170 Mio. puscht, solche Fehler nicht sieht, zeigt die Genauigkeit der Planung, der Kontrolle und des Detailverständnisses. Vermutlich drei der sieben Regierungsräte sind eigentlich für diese Wirtschaftsstrasse, . Mit einem Nicht-Bürgerlichen konnte ich nach meinen ersten Beitrag darüber und vor allem warum die Kosten so hoch ausfallen diskutieren.

Sie glauben nicht, dass der Plan falsch ist – Seite zwei oben bei der Zweckmässigkeitsbeurteilung ZMKB (gleich als Vorschlag für das Unwort des Jahres bekanntmachen – unwort at em dot uni-frankfurt dot de).

Entschuldigen sie bitte, falls ich einige geägert habe, aber die Analyse ist nun mal mein Metier und je nachdem wie man es macht, kann man Geld verdienen oder einsparen – und genau das Gefühl habe ich auch bei der Wirtschaftsstrasse, die kein Thema wäre, wenn sie Sicherheits- oder Umweltschutz-Strasse heissen würde.

Falls sie noch mehr über Autobahnen und Zubringer lesen wollen, empfehle ich noch einen weiteren Ausflug nach Rumänien – andere Länder, andere Sitten.

vier fehlende Tunner

Es ist zweckmässig, dass dieses Bild aus der ZMKB, oder wie sich dieses Ding abkürzen lässt, nicht nur in 3500 Exemplaren gedruckt zur Verfügung gestellt wird – einem solchen Schildbürgerstreich steht etwas mehr Beachtung zu.

Aarwangen Spichigwald

… da Bäume keine gute Aussicht gewähren, habe ich den Standort knappe 100 m nach Osten verschoben, auf der Höhe wo die nicht eingezeichneten Tagbautunnels enden und die Brücke anfängt …

Aarwangen Aare

… nachdem der Tagbautunnel die Nebenstrasse und die Schmalspurbahn unter quert hat – hier würde eigentlich eine Brücke über eine Schnellstrasse für Bahn und Auto vollkommen genügen – überquert die Brücke die Aare und um fährt Aarwangen. Dieses Dorf sieht nur mit einem starken Zoom so idyllisch aus, wenn der Verkehr nicht sichtbar ist …

Moosberg

… die Variante West dürfte ca. 200 Meter neben dem Moosberg in den Spichigwald führen. Die Bewohner sind die einzigen, die bei dieser einzig sinnvollen Variante in Mitleidenschaft gezogen würden. Und wie der Finanzblogger aus sehr gut unterrichteter Quelle weiss, sind in dieser Gegend tatsächlich schon Leute auf den Kopf gefallen. Danke dem Moosberg-Landwirt für seine Hilfeleistung.

Nun lassen wir Bernhard Meyer als Vizepräsident des Wirtschaftsverbandes Oberaargau berichten und einen Ausschnitt vom zweiten Leserbrief in obigem Link:

«Ich möchte nun Frau Loser und ihre Genossinnen und Genossen fragen: Können Sie es verantworten, bei Fahrten nach Niederbipp die Anwohner in Aarwangen weiterhin mit Lärm und Abgasen zu schädigen?»

Und falls spasseshalber jemand die Tunnel nachzählt, auf der Variante Ost (die unsinnigste) fehlen noch einmal zwei Tunnel, die nicht eingezeichnet sind. Der mittlere geht wohl durch den Muniberg und kommt mir so etwas, wie der Chrishufe in den Sinn. Den interessantesten Link zu den Stichworten «Muni Chrishufe» möchte ich nicht vorenthalten – aber da sind wir schon wieder bei den Behörden – aber diesmal bei den reformierten Kirchenbehörden, zumindest beim Kirchenschreiber und der Familienhomepage. Falls sie sich über meinen Beitrag ärgern, lesen sie doch genna.ch – diese Seite habe ich eben bei libref verlinkt, denn sie verdient es insgesamt etwas mehr Visits (653) zu haben, als ich in einigen Stunden aufweise. Und hier seine Warnung, die eigentlich auch bei mir stehen könnte.

«Warnung:
Wer keine Ironie versteht, sollte sich meine Geschichten und Kommentare nicht zumuten. Die Themen werden zugespitzt, da und dort auch bissig und provokativ dargestellt. Immer möchte ich zum Nachdenken anregen, manchmal auch zum Widerspruch. Denn Demokratie lebt nur, wenn unterschiedliche Meinungen und Ansichten ausgetauscht werden und wenn Interessengegensätze transparent gemacht und ehrlich ausgetragen werden.»

Ein Gedanke zu „Kantonale Zweckmässigkeitsbeurteilung für Finanzblogger, Schildbürger und Tunnelbauer“

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