Die Schweiz, eine windige Nation …


… nicht dass sie besonders viele Windkraftwerke aufgestellt hätte, aber sie ist nach Neuseeland Nummer zwei weltweit in der Anzahl Segelschiffe pro Kopf der Wohnbevölkerung.

Nicht dass ich jetzt anfange Aktien von Segelschiffherstellern zu empfehlen, dann mache ich doch eher auf Sponsoren aufmerksam und wenn ich so einen dreijährigen Chart anschaue, dann kommt mir in den Sinn, dass ich wieder einmal etwas über Chartformationen schreiben sollte. Kaum zu glauben, aber ich als Segelbanause habe die Alinghi schon zweimal gesehen – einmal auf dem Waisenhausplatz und einmal habe ich sie überholt. Sie wurde von einem Sattelschlepper transportiert.

Die Faszination von Segelschiffen kann ich durchaus begreifen, auch wenn ich das erst einmal über einige Tage erlebt habe. 11,5 Knoten hat unser Kahn erreicht – nicht eben schnell habe ich gedacht. 21.3 km/h, habe ich mich belehren lassen, sei eine Spitzengeschwindigkeit. Zumindest für diesen Tipp. Der Hydroptère schafft relativ genau das Vierfache. Das würde mir gefallen, aber vermutlich wäre da zu viel Wind um noch in Büchern zu lesen – das ist Weltrekord für ein vom Wind getriebenes Boot. Und wer hält den Weltrekord? «Wir» Schweizer. Erstaunlich was so ein kleines Binnenland alles kann. Aber im Sport herrscht Missgunst, man gönnt keinem was. Keine Ahnung ob die Alinghi siegen wird – auf alle Fälle ist der Protest abgewendet worden.

Und warum ich als Nichtsegler über diese Thema schreibe. Weil mich der Wind immer fasziniert

raue See

… und Spitzentechnologie begeistert. Und manchmal sieht man den Wind nicht, hat ihn aber in Erinnerung und weiss, dass das Grau im Bild Regen und Gischt ist und den meisten der Appetit vergangen ist – man ist seekrank . Hier noch ein Tipp von einem amerikanischen Marines – einige Male schnell in die Hocke, dann laufen Ohr und Auge wieder gemeinsam …

Dampftram in Bern

… und ich gestern mit Ohr und Auge in Bern nur ein einziges Tram (Innenstadt wird umgebaut – nur Busse) sah dessen Fahne so fröhlich im Wind wehte …

OB-Eiche

… und gestern die traurig, bewegte Fahne unter der OB-Eiche, die wir 1980 als 10-jährige Jungpflanze hier hin versetzt haben und alle Jahre ihre Blätter im Wind fallen lässt. Vielleicht ergibt sich noch ein ehrenvoller Segelstamm, für einen der viel mehr vom Segeln verstanden hat (pdf – gleiches Fenster) und trotz seines Namens erst nach mir ein Guiness gebraut hat.

3 Gedanken zu „Die Schweiz, eine windige Nation …“

  1. … wenn alles klappt dürfte morgen die Gelegenheit wahrgenommen werden ein Bild vom Klabautermann zu schiessen. Von wem, das verrate ich nicht. Musiker, neuer Preisträger – herzliche Gratulation Heinz (ab 10. Juli wird mehr darüber geschrieben werden – gestern war es in der NZZ) – und hat mit seiner Musik etwas mit dem Wind auf einem Segelschiff zu tun … nicht zu weit suchen, es ist ein gebürtiger Langenthaler. Und vielleicht gibt es Morgen ein Konzert, bei dem keine Karten erhältlich sind – auf einem Schiff natürlich. Freude herrscht!

  2. Abgesehen vom berühmten Weber- und den Feuerwehr- gordischen und Seemannsknoten, ist der Knoten ein international anerkanntes Mass für die Geschwindigkeit von Schiffen und Flugzeugen. Ein Knoten entspricht einer Seemeile pro Stunde = 1,852 km.
    Die Bezeichnung leitet sich aus den im ursprünglichen Messverfahren zur Markierung dienenden Knoten in der Leine der Holzlogge her.
    Ein Log (auch Logge, Mehrzahl Loggen; v. engl. Log = (ursprüngl.) Holzklotz) ist in der Seefahrt und Navigation ein Messgerät zur Bestimmung der Fahrgeschwindigkeit von Wasserfahrzeugen. Es zeigt die im Wasser zurückgelegte Strecke (siehe auch Etmal) oder die Geschwindigkeit (Fahrt) an.
    Die ursprüngliche Messmethode besteht z.B. darin, ein bleibeschwertes Stück Holz in Form eines Viertelkreisausschnittes, das an einer Leine befestigt ist, längsseits eines fahrenden Schiffs ins Wasser zu werfen. Das Holz bleibt nahezu an derselben Stelle im Wasser liegen. Nach einer festen Zeit (die früher mit einer Sanduhr, dem Logglas, ermittelt wurde) wird die Länge der abgelaufenen und (üblicherweise ca. alle 7 m) mit Knoten markierten Logleine bestimmt und danach die ganze Anordnung wieder an Bord gezogen.
    Mehr unter Wikipedia „Log“ (Messgerät)

  3. … weil das so kompliziert ist, hat man vermutlich das GPS erfunden. Und dann noch ne Frage, wieso heisst das Schilthorn, Schilthorn, wenn es kein Horn sondern ein MS ist. Übrigens, die Fotos im obersten Kommentar sind im Kasten – einmal soga mit Segelschiff im Hintergrund. Wir stellen ab Mitte Woche für einige Tage auf Kultur um – und dann gibt es besagte Bilder. Ein weltbekannter Künstler aus anderer Perspektive. Na ja, so mal Paparazzi spielen ist ja ganz schön …

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