Energie-STADT – im Dunkeln STATT-Energie


Nichts ist eindrücklicher, als wenn man der Bevölkerung in der Nacht vor dem Energiestadt-Tag auf eindrückliche Art zeigt, was passiert, wenn der Strom für 40 Minuten ausfällt.

Bessere Werbung ist nicht möglich – es werden garantiert wesentlich mehr Leute kommen und sich Sorgen um die Energie machen. Das hätte man besser schon vor 20 Jahren getan, aber damals war Langenthal eine absolute Un-Energie-Stadt. Unsere geplante Heizung mit Wärmepumpe und Sonde wurde abgelehnt und das Regenwasser durfte nicht versickert werden. Und wie dies in der Schweiz halt so ist, die Politik meist vergangenheitsorientiert am aufräumen. Heute bezahlen wir, weil wir das Regenwasser nicht versickern lassen.

Plötzlich dunkel. Hat jemand was gemacht? Nein! Taschenlampe ergreifen (die meisten suchen die nun im Dunkeln), Kerzen anzünden und auf die Stadt heruntersehen. Herrlich dunkel. Echt schön. Der eine Nachbar hat sein Haus mit Kerzen schön erhellt, der andere sucht mit einer kleinen Kerze, ob er noch andere findet. Ein Blick zu den Sicherungen bringt nicht viel, da ist sicher alles in Ordnung. Wer zuerst in den Keller geht, hat vermutlich nicht öfters mit Stromunterbrüchen gelebt. Wer es kennt, schaut immer zuerst, ob der Nachbar noch Licht hat.

In San Blas – Mexiko – gab es (1978) jeden Abend einen Stromunterbruch. Im Restaurant hat man darauf gewartet und sich dann ab der Stille und der Dunkelheit gefreut. An einem Tag liefen die Ventilatoren und das Radio in voller Lautstärke weiter. Der Wirt sagte mir, dass dies seit Monaten nie mehr geschehen sei, das sei ja schrecklich, die Leute möchten den gut einstündigen Stromausfall. Da wir in der Dschungel-Beiz waren hat es funktionniert – er hat dann die Haupsicherung raus gedreht.

Bei uns ist es dunkel – nicht ganz alles. Der Spital hat Licht und das ist sehr beruhigend und auch die SBB fährt, was nicht immer der Fall ist. Sie hat ein eigenes Stromnetz. Und am Berg (am Jura-Südfuss) brennen die Lichter auch, dann wird wohl nicht halb Europa Stromausfall haben. Alles ist erklärbar, nur eine Frage stellt sich

Wieso schlagen die Kirchenglocken ganz normal 10 Uhr (22 Uhr)?

Die eine Glocke zumindest dürfte mit einem Gegengewicht angeschlagen werden – so wie die alte Standuhr.

Energiestadt im dunkeln

… Langenthal, die Energie-Stadt liegt im Dunkeln …

Spital mit Licht

… das Spital mit der eigenen Notstromversorgung, der Nachbar mit Kerzenlicht und Links vom Spital die Neu-Bech-Burg – sie hatte Pech, konnte die Dunkelheit nicht geniessen. Wenn sie mehr über die heutige Veranstaltung des Energie-Stadt-Tages lesen wollen, dann scrollen sie nach unten oder kommen zwischen 0.30 Uhr und 16.00 Uhr an die Marktgasse – Transport ist organisiert. Die Autos fuhren leider auch gestern, ganz still war es nicht …

2 Gedanken zu „Energie-STADT – im Dunkeln STATT-Energie“

  1. Lieber Finazblogger. Wenn man in einem „entwickelten Land“ lebt, sieht die Welt immer etwas anders aus. Aber auch dort kann man nicht verhindern, dass clevere Geschäftsleute die Buchhaltung so gestalten, dass aus Verlustgeschäften Gewinne ausgewiesen werden. Wie kann man aus einem AKW Rendite erwirtschaften, wenn man berücksichtigt, dass ein AKW etwa 30 Jahre lebt und der Müll für ein paar hundert tausend Jahre gehütet werden muss…?
    Wenn man in einem neuen EU-Land lebt, erfährt man Aehnliches. Fűr den Bűrger bedeutet es einfach kontinuierlich höhere Kosten – Teuerungsausgleich und dergleichen können Sie vergessen… So ist es mir eigentlich Wurst, ob ab und zu das Licht aus ist oder nicht!
    Wenn es aus ist, nehmen wir einen Pálinka, uf Schwyzertűtsch wäre das ein Pflümli oder ein Zwetschgenwasser, einfach einen guten Schnaps.
    Liebe Grüsse aus Csabdi, Nähe Budapest, in Ungarn – der Personalblogger hockt grad neben mir. Moritz

  2. … ja Budapest, dahin führte unsere Hochzeitsreise. NCVP AIESEC – da kann ich auch einiges berichten. Rubic Cube, Markbeine, Aktenkoffer, Wintermantel, Zimmermann, Teppiche, Wein, Denkmalschutz, Spinnrad, Pferde in der Pusta …. und und und … oder von den Puitonis (immer vorausgesetzt ich schreib das richtig).

    Energie, das war kein Thema und wenn du schon die Buchhaltung erwähnst, die Betriebsbuchhaltung ist wichtig, nicht die Finanzbuchhaltung, aber wer hat schon eine Ahnung von Kostensätzen – der kurzfristige Gewinn ist heute massgebend. Lieber Moritz, nur eins bin ich sicher, dass die Menschheit nicht 100’000 Jahre warten muss, bis wir den AKW-Abfall entsorgen können. Aber über Abfall werde ich mich wieder melden. Habe heute einige Bilder geschossen, wo ich vor gut 10 Jahren gesagt habe, denn «Scheiss» müsst ihr konservieren – und heute entsteht dort die grösste zusammenhänge Halle der Schweiz – von der A1 absolut toll als Denkmal einzusehen. Dank einiger Blue Chips – die Frage ist nur, wer finanziert …

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