Frankreich: barré à gauche – suivre deviation à droite


Wahlkampf in Frankreich? Der fand nur am Fernseher statt. Extrem hohe Wahlbeteiligung! Die Einwohner haben Angst – irgend etwas muss in Frankreich ändern.

Wahlen Frankreich

… ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Nach Links ist die Weiterfahrt gesperrt, die Umleitung führt nach Rechts. Plakatmässig fand dieser Wahlkampf auf Sparstufe statt. Es wurde richtig spekuliert. Die Einwohner Frankreichs werden wählen gehen. Fünf von sechs Personen habe ihre Stimme abgegeben. Wieso? Weil sie Angst haben, dass es in Frankreich so weiter gehen wird. Frankreich war eine Weltnation und ist heute als ein EU-Mitglied mit vielen andern Ländern einfach als eine Nummer eingestuft. Zugegeben, das ist übertrieben – aber genau hier drückt es manchen Politiker. Ein Rendez-Vous mit der Geschichte?

Die Bevölkerung will auf der einen Seite mehr Sozialleistungen erhalten. Die eine Hälfte findet, dass es ihr zu schlecht geht, weil es den andern zu gut geht. Und was findet die andere Hälfte – genau das Gleiche. Vermutlich wird es in 14 Tagen bei den «echten» Wahlen keine Überraschung geben. Ich vermute mal, dass die Königin ehrenvolle Zweite wird. Wir werden es sehen. Lassen wir den Politologen das Schlachtfeld, das vermutlich längst leer ist. Jeder hier hat sich seine Meinung gemacht. Jeder hier der einem andern als Ségolène Royal oder Nocolas Sarkozy die Stimme gegeben hat, weiss wen er als seinen «Ersatzkandidaten» wählen wird.

Sämtliche Wahlprognosen, die ich im Vorfeld gesehen habe, sind massif daneben gelegen. Die beiden Spitzenkandidaten haben statt der erwarteten 3/4-Mehrheit gut die Hälfte (ca. 56%) der Stimmen erhalten. Beide haben rund je 10 Prozent weniger Stimmen, als voraus gesagt – Royale (25,7%) – Sarkozy (30,5%). Die Abweichungen, die sich beim exakten «Zwischenresultat» ergeben werden, sind vernachlässigbar. Sarkozy hat knapp 20 Prozent mehr Stimmen.

Kandidaten

Le Pen konnte nicht zwei mal gewählt werden, aber für mich ist erstaunlich, dass er der einzige (Französisch, dafür ausführlicher Lebenslauf) ist, der eigene Plakate aufhängen liess. Hier im Süden von Frankreich waren ganz selten Plakate zu finden. Und wenn, dann an Stellen, wo praktisch keine Personen vorbei gehen und die Fahrzeuge nicht anhalten müssen. Die Kommunikation in Frankreich findet am Fernseher statt. Dies ist vielleicht doch besser, denn der Anteil derjenigen, die nicht lesen können ist erstaunlich gross. Das Land hat noch viele Probleme zu bewältigen und bietet gleichzeitig Chancen die von Vielen verkannt werden. Nur so ein Beispiel. Die Landpreise sind seit dem Jahr 2000 im Süden um rund 140% gestiegen – und das im Durchschnitt! Vive la France! Aber es müsste in Zukunft einigen eine Zeitlang weh tun, damit es ihnen längerfristig wieder gut geht.

2 Gedanken zu „Frankreich: barré à gauche – suivre deviation à droite“

  1. BAYROU hat gestern klar ausgedrückt dass er gegen Sarkozy stimmen werde.

    SARKOZY
    hat in Frankreich den nationale & französisch-leitkulturelle Ton von LE PEN
    ûbernommen

    SARKOZY
    ist die grösste Gefahr
    für die Deutsch-Französische Beziehungen.

    Deshalb haben die Franzosen, die gewählt haben, im deutschen Teil der EU zu leben,
    massiv am 22.4. gegen Sarkozy gewählt.

    Zum Glück werden alle Europäer jetzt schon von der Charta der Grundrechten,
    also vom Deutschen Recht, geschützt.

  2. … ja und jetzt geben viele zu (oder sagen es zumindest), dass sie für Le Pen die Stimme abgegeben haben. Aber was ab meisten zu denken geben sollte, fast alle sind der Meinung, dass egal wer kommt, sich nicht viel ändern werde … dabei hätten die Franzosen einigen Nachholbedarf (nebst all ihren guten und modernen Seiten) …

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