etha+ (r) – a l c o suisse – grüner Treibstoff


Alkohol räume ich eine gute Chance ein, als Ergänzung zum Benzin seine wirtschaftliche Berechtigung zu finden.

Über Alkohol kann man geteilter Meinung sein, nicht nur beim Genuss, auch beim Sinn diesen als Treibstoff ein zu setzen. Die grundlegenden Gedanken sind festgehalten, aber in der ganzen Geschichte rund um den Alkohol gibt es noch einige interessante Aspekte. Die gesundheitlichen sind hier Muster-mässig zusammengestellt und die Geschichte der Eidg. Alkoholverwaltung ist für einige insofern interessant, was für Laufbahnen dort begonnen wurden – in einem der vermutlich vielseitigsten Bundesbetriebe.

Die industrielle Seite des Alkohols hat mich immer fasziniert. Haben sie schon einmal mithelfen können, eine ganze Schiffladung Alkohol in den USA ein zu kaufen oder 36 eigene Kesselwagen mit polnischem Alkohol in die Schweiz zu organisieren? Spätestens hier begreiffen Finanzfachleute, was mit Geld geschieht – vom Schreibtisch ist dies manchmal zu theoretisch. Ich habe jede Gelegenheit ergriffen, eines der vier schweizerischen Alkohollager zu besuchen. Noch lieber bin ich nach Attisholz gegangen. Fragen, fragen, fragen … und auch mal Hand anlegen. Einen Kesselwagen mit 40 Tonnen Alkohol von Hand verschieben. Und staunen, denn dort gab es die industrielle Produktion von Alkohol, auch aus Holz, schon lange. Und dreissig Jahre später könte dies für einige zu einem lohnenden Investment werden. Alkohol wird nicht nur zum Genuss sondern auch für die Pharmazeutika, zu Reinigungszwecken und heute eben auch als Treibstoff hergestellt. Im Kleinen gesehen, ist die Produktion von Alkohol etwas schwieriger, als die Produktion von Pflanzenölen als Treibstoff. Die Differenzen kommen aber erst zum Tragen, wenn Treibstoffe industriell gefertigt werden. Das eine ist Wissenschaft, das andere eher gute Handwerkskunst, es sei denn, man brauche Pflanzenöle aus Ausgangsprodukt für andere Treibstoffe.

Über die industrielle Produktion zu verlinken ist nicht so ganz einfach – da stehen Betriebsgeheimnisse dahinter. Einfacher ist es, ans Grundprodukt heran zu kommen. Holz. Komplizierter wird es, was man industriell alles aus Holz machen kann. Aus 1000 Kilo Fichten- (Tannen) oder Buchenholz können rund 50 Kilo Ethanol gewonnen werden. Nicht die Ausbeute an Alkohol ist interessant, sondern die Tatsache, dass der Zuckergehalt in holzhaltigen Gewächsen bisher selten genutzt wurde und meistens irgendwo im Freien ungenutzt verrottet.

Eine gute Übersicht über diesen Treibstoff erhalten sie im Referat von Pierre Schaller der a l c o suisse, einem Profizenter der Eidg. Alkoholverwaltung. Im Netz ist nicht die neueste Präsentation aufgeschaltet. Auf Seite 19 in der neuen Version wurde die Farben der verschiedenen Treibstoffe geändert. 85% ist «grün» und entspricht dem Ethanol und dieses muss aus technischen Gründen mit 15% Benzin gemischt werden. Also, mit Bio wie das in der Landwirtschaft und vom Konsumenten verstanden wird, hat Bioethanol(85) wirklich nicht viel zu tun. Die Erklärung, warum «nur» 80% und nicht 85% CO2 eingespart werden können, liegt am Mehrverbrauch von rund 20% beim Ethanol. Und «einsparen» ist auch so ein missbräucliches Wort. Eingespart wird gar nichts, es wird nur nicht wie beim Erdöl über lange Zeit gebundes CO2 wieder freigesetzt.

Treibstoff aus Alkohol ist interessant, wenn Abfallprodukte verwendet werden können. Aus Früchten, Getreide, Kartoffeln Alkohol zu machen und diesen als Treibstoff ein zu setzten ist etwa so widersinnig, wie Salatöl als Teibstoff zu verwenden. Um gegenüber dem Erdöl konkurrenzfähig zu sein, müssten die Herstellkosten für 100 Kilo dieser Pflanzen zwischen CHF 1 und EUR 1 sein. Da helfen auch alle nur denkbaren Subventionen nichts, denn der volkswirtschaftliche Gesamtaufwand-(Ertrag) ist massgebend und der ist auf Jahre hinaus noch viel zu hoch.

Booregaard 4

Borregaard 4

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