Buchhaltungsproblem der neuen Blogger-Art


Es gibt in der Praxis einige Beipiele wo der Buchhalter oder heute CFO (Cief Finance Officer – unbewaffnet, versteht sich) einige geschäftswichtige Details nicht gekannt hat. Die Debatte wird dann meistens öffentlich geführt.

«Finanzblog» ist zugegebener Massen einer recht guter Name, er wird zum Teil schon als Bereichsbezeichnung in der Bloggerszene verwendet. Aber er hat einen Nachteil. Stellen sie sich einen Verein vor, der gegründet wird und wo Vorstandsmitglieder gesucht werden. Wer wird wohl Kassier, Buchhalter, Treasurer und CFO?

Den Titel kann man sich aussuchen. Einfacher hat man es aber mit Kreditoren. Da gibt es einen Kreditorennamen, leider meistens eine dazu gehörende Rechnung und einen Einzahlungsschein. Geld ist auch vorhanden, nicht im Überfluss, aber dann kann man zahlen. Kreditorenseitig gibt es keine neuen Buchhaltungsprobleme.

Aber debitorenseitig schon – Debitoren sind diejenigen, die uns etwas schulden. Zum Glück nehmen wir bislang nur Barzahlungen entgegen. Das Geld wurde ja längst erfunden, aber Debitoren und Kreditoren – Schuldner und Gläubiger – muss es seit biblischen Zeiten geben. Und nun der grosse Unterschied zur heutigen Bloggerszene. Ob es Adam und Eva gegeben hat, wissen wir nicht so recht. Nehmen wir mal an, wir haben ein Mitglied mit dem «Adam und Eva Blog». Ein Blog würde also existieren und ein Mitglied von swissblogpress dahinter auch. Eine Rechnung kann nun ausgestellt …

… und zugestellt werden. Hier wird es langsam aber sicher interessant, Nerven auftreibend und vor allem Zeit intensiv.

  • Wer steckt hinter dem Pseudonym Adam und Eva?
  • An welcher Adresse wohnen die?
  • Haben die im Blog irgendwo einen Hinweis auf obige Fragen?
  • Reagieren sie allenfalls auf einen Kommentar, den man in ihrem Blog angebracht hat?

Bei Spenden kennt man oft den Zahlenden nicht – aber wir leben nicht von Spenden, sondern von Mitgliederbeiträgen, wie das die Statuten verlauten lassen. Das waren Anfängerprobleme, die neuen Mitglieder müssen ihre «Debitoren-Daten» zumindest für den Vorstand offenlegen. Die Pseudonymsphäre bleibt unangetastet. Bei Bloggern ist sie oft wichtiger als die Geheimhaltung der Familiensphäre.

Wir wollen mit unserer Detektivarbeit nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Ein Beispiel gab es vor kurzem am Blogcamp und über erfolgte Reaktionen wurde damals geschrieben. So gesehen ist ein Bloggertreffen ganz interessant (oder entsprechend gefährlich). Man kann plötzlich ein Blog einem Kopf zuordnen und es gibt auch Möglichkeiten, zu recherchieren. Finden sie noch andere Köpfe?

Schön, wenn man Buchhaltungen aus einer neuen Perspektive betrachten kann und wer an ein Vorstandstreffen kommt oder die Bahn zu einem Blogcamp nimmt …

Blogcamp

… wird vielleicht «geoutet». Übrigens, den Spruch «schade, dass keine Dame bei swissblogpress mitmacht», möchte ich nie mehr hören. Aus Eva ist Adam entstanden – oder wie ist das jetzt genau? Jedenfalls, Damen sind weiterhin herzlich willkommen.

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