Gringsvoraa – hot stocks – Vorsicht vor Aktienspam


Pro Tag erhalte ich einige E-Mails, die Aktien empfehlen welche garantiert steigen werden. Gehen sie lieber an die Fasnacht und lassen sie sich dort über Aktien inspirieren …

… Grings voraa, Kopf voran – so das diesjährige Fasnachtsmotto – könnten sie landen. Vergessen sie solche E-Mails. Es funktioniert nicht. Meist handelt es sich um Penny-Stocks Titel, deren Börsenkurs hochgetrieben werden soll. Penny-Stocks haben immer noch etwas Faszinierendes an sich. Hohe Gewinnmöglickeiten, wenn wirklich einmal ein Titel entdeckt wird und auf der andern Seite der Totalverlust.

Entgegen dem Eintrag bei Wikipedia gibt es Aktienspam nicht erst seit diesem Februar. Anzahlmässig dürfte ich vom Sommer 2005 bis Frühjahr 2006 wesentlich mehr E-Mails erhalten haben, die auf die Chance des Jahrhunderts aufmerksam gemacht haben. Die meisten E-Mails in dieser Zeit kamen aber in Englisch. Wenn etwas auf Deutsch kam, dann immer in Form eines Newsletters – den man meist gar nie abonniert hatte. Professionell aufgemacht und wie auch in den E-Mails oft eine angeblich fundierte Analyse. Ich empfehle im Finanzblog nie Aktien – das behalte ich meinen Kunden vor. Aber es gibt auch Aktien, die schon erwähnt wurden, welche in Kundendepots oder meinem persönlichen vorkommen und die spekulativ sind, ein hohes Risiko in sich tragen. Mit den meisten Kunden diskutiere ich auch nie über spekulative Positionen.

Aber die Verheissung von schnellem Reichtum ist für viele Anleger verlockend. Die Vorgehensweise bei Aktien-Spam ist meist sehr ähnlich. Wenn sie eine absolute Spieler-Natur sind, können sie auch rund zehn Pennystock Positionen kaufen, um das Risiko zu verteilen. Aber kleine Beträge einsetzen, wenn es absolut sein muss. Sie müssen Totalverluste finanziell und psychisch verkraften können, denn diese gehören bei einem solchen „Spiel“ garantiert dazu. Aber wenn sie es nicht lassen können, gehört etwas unbedingt dazu. Die Geschäftsidee muss überzeugen, sonst 100- und nicht nur 99-Prozentig die Finger davon lassen. McLaren könnte ich mal suchen, aber ich habe keine Lust dazu – das war einmal. Mit anderen sind wir „Grings voraa uf d’Schnure gkeit“ – Seiler Pollution eine Schweizer Firma die hochgiftigen Abfall verglaste – keine Ahnung, was die heute macht. Hier müsste man vielleicht einmal schauen. Dann gibt es andere, die halten sich immer noch ruhig. Fortune Oil haben wir vor über zehn Jahren gekauft. Eine chinesische Aktie, die ein Flugzeug-Tankestellen-Netz betreibt, in London kotiert ist, jährlich einen Geschäftsbericht sendet und sich nicht gross vom Fleck rührt. Bei solchen Titeln erwartet man auch nicht, dass sie 10 Prozent steigen, sondern sich verzehnfachen – bei Rodime zum Beispiel war der Faktor wesentlich höher.

Aber aufpassen, nicht Grings voraa … und wer sich hier beteiligen will, wäre eben auch schon ein Jahr zu spät und hat das Nachsehen …

Mystery Park

… Mystery-Park – achtung auch bekannte Finanzinstitute stacheln ab und zu Kunden auf hot stocks an – ich habe weder den Park gesehen, noch je Aktien oder Wandelobligationen angerührt …

VR Hasli Bier

… Hasli-Bier, das ist ein Liebhaberwert, die Dividende gibt es flüssig und dem Geschäftsbericht liegt ein Revisionsbericht bei, dessen Ersteller gestern kein Auge für den Fotografen hatte – er hat Blumen verteilt. Übrigens der nicht mehr munz-ige mit der Biene Maja istVerwaltungsrat bei der Hasli-Bier. Er ist mindestens noch gute 10 cm grösser als ich – rechnen können sie selbst. Es gibt Firmen, die im Alkoholgeschäft tätig sind und ethischer handeln, als andere die sich meist von der Schockolade-Seite her zeigen. Geld regiert die Welt, so der Spruch am Fasnachtgsumzug …

Thommy SKA

… kaufen sie lieber Blue Chips – wie Thommy oder die Schweizerische Kreditanstalt – aber seien sie auch hier vorsichtig, manchmal ändern sogar die Namen …

8 Gedanken zu „Gringsvoraa – hot stocks – Vorsicht vor Aktienspam“

  1. So ein Schwachsinn, ich bin reich geworden mit Pennystocks, die morgens noch 5 Cent wert waren und Nachmittags 25, das ist eine Steigerung um den Faktor 5.

    Setze 50.000 Euro ein und du gehst Nachmittags mit 250.000 Euro nach Hause.

    Klar, ein Risiko gibts immer, aber die Gewinnmöglichkeiten sind immens. Ist halt was für Zocker, aber ist nicht von Natur aus schlecht.

  2. Manchmal zocken wir ja auch – aber nur privat. Ein Kunde könnte das auch, aber dann müsste er einen Zusatz beim Vermögensverwaltungsvertrag unterschreiben. Zudem erhält er eine Information, dass obiges Prinzip funktionieren kann … aber eben nicht immer. Zudem sind einige Spam-Mails an der Grenze der Legalität … wenn nicht gar überschritten.

  3. Aktien-Spam ist dann strafbar, wenn der Spammer nicht offenlegt, dass er selbst Aktien seiner Empfehlung besitzt und dies nicht adäquat preisgibt. (Disclose or Abstain)
    Wenn das nicht dabei steht ermittelt das Bafin wegen Kursmanipulation.

  4. Sagen wir dieser Art einmal «Grundversion», so das «Übliche». Was geschieht jetzt aber, wenn jemand einem anderen sein Mail missbraucht und Spam weiterleiten lässt? Oder wenn man über ein Konstrukt bei anderen mit verdient, welche die gepuschten Aktien besitzen oder wenn gewarnt wird, solche short verkauft haben – so eine Art «Gewinnbeteiligung». Varianten sind hier fast unerschöpflich.

  5. Es gibt sehr viele Varianten aber man kann sagen, wer zuerst mitmacht hat die besten Chancen mitzuverdienen. Ein Pennystock, der sich Jahre nicht bewegt hat und auf einmal so in Fahrt kommt rutscht erst sehr spät wieder auf 4 Cent.

  6. Gerade gefunden:

    „Wie dumm diese Spammer doch sind. Verzichten auf den Disclaimer, legen die Interessenkollision nicht offen und begeben sich in die Strafbarkeit und machen Bafin Arbeit die nicht sein müsste.

    SPAMMER, legt die Interessenkollision doch offen? Was habt Ihr zu verlieren? Oder steht Ihr darauf, illegal zu handeln?

    SPAMMER: Lest mal bei Google unter dem Stichwort: MAKONV, WPHG und unter bundesgerichtshof.de holt Ihr Euch das Urteil zu SCALPING.

    Was ist daran so schwer? Disclose or Abstain! Und im Moment gilt für Euch eher letzteres denn früher oder später findet man Euch und dann habt Ihr Aktien ohne Disclaimer beworben!“

    Wo er Recht hat hat er Recht!

  7. Link der nicht amtliche Text zur «Verordnung zur Konkretisierung des Verbotes der Marktmanipulation (Marktmanipulations-Konkretisierungsverordnung – MaKonV)»

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *