Aufruhr in Zürich – mindestens für einen Drittel


«Ein höchstrichterliches Urteil schreckt die Schweizer Finanzwelt auf. Es geht um Milliardenbeträge, die Kunden jetzt von ihren Vermögensverwaltern zurückfordern könnten …»

… danke dem Blogleser, der mir diesen Artikel von Lutz Reiche des Manager-Magazins zugestellt hat.

«… – oder von den Banken, die es den Verwaltern jahrelang zugesteckt haben. Doch das Geld gehört den Kunden, urteilte das Schweizer Bundesgericht.»

Hamburg/Zürich/Frankfurt am Main – Schweizer Banken und Vermögensverwalter gelten für gemeinhin als diskret. … weiter … » (4 Teile)

… diskret sind wir nicht immer. Im Blog sind schon einige Erlebnisse mit Kunden geschildert. Im morgigen Artikel wird eine Indiskretion wiedergegeben. Wein degustieren ist auf der einen Seite angenehm und wenn man dann noch ins Gespräch verwickelt wird, wenn ein Weinbauer einem Berufskollegen Ratschläge erteilt und zudem noch alle die bekannten und grossen Konkurrenten kennt, dann wird es interessant. Aber Namen nennen wir nie! Rückschlüsse auf Kunden werden nie möglich sein – ausser, einer hat den Wunsch, dass man etwas über ihn im Blog erwähnt – für ihn Werbung macht.

Professor Hans Geiger vom Swiss Banking Institute der Universität Zürich im 3. Teil: «Vor allem erhofft sich der Züricher Finanzexperte von dem Urteil, dass es die unabhängigen Vermögensverwalter künftig auch tatsächlich unabhängiger von den Schweizer Banken macht. Mindestens ein Drittel ihrer Einnahmen bestreiten die Verwalter durch die Zuwendungen der Banken...». Ich wiederhole «mindestens ein Drittel ..»

Gestern haben wir über die Interpretierbarkeit der Wahrheit geschrieben – haben sie übrigens den Fragebogen schon ausgefüllt? Ich kann es nicht kontrollieren – das ist eben auch Diskretion. Aber im obigen Abschnitt nimmt es jemand mit der Wahrheit alles andere als exakt. Vielleicht disqualifiziert sich ein Finanzexperte selbst, falls er das so gesagt hat und vielleicht nimmt es das Magazin nicht wörtlich sondern eher im Bildstil.

«Mindestens ein Drittel» ist abschliessend – jeder, alle verdienen mindestens 33,3 Prozent. Bei uns sind es exakt 12,45 Prozent – knapp ein Achtel. Nun, aus welchem Grund kommen sonst angesehene Institutionen auf solche für kleine Vermögensverwalter Existenz vernichtende Falschaussagen. Weil sie vermutlich mit dem grossen Teil Recht haben – aber eben nicht bei allen.

Wir versuchen bei unseren verwalteten Vermögen kostenintensive Fonds und derivative Produkte zu vermeiden.

Hier liegt des Pudels Kern begraben. Ich schreibe es gerne noch einmal:

Fonds streuen nicht nur das Risiko sondern eher extrem viel Geld in andere Kassen.

Wenn sie schon über Vermögensverwalter beunruhigt sind, dann wechseln sie doch nicht zu einer solchen Bank oder Institution, die ihnen ihr Depot mehrheitlich mit Fonds füllt – möglichst solchen, die einige Prozent kosten. Es gibt viele Fonds die haben einen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent – vier für den Vermögensverwalter!

Also liebe potenzielle Kunden, arbeiten sie mit dem Vermögensverwalter zusammen und lassen sie diesen am Gewinn teilhaben, dann ist er nämlich auch daran interessiert, möglichst viel heraus zu holen. Aber die Risiken nicht unberücksichtigt lassen. Und lassen sie sich nicht mindestens einmal im Jahr das Depot umschichten. Das gibt für schwarze Schafe mehr Retro im Jahr, als der Kunde Entschädigung zahlt.

Bitte, nicht alles in den gleichen Topf werfen – selektionieren und nicht alles glauben, was «grosse Namen» schreiben – lieber klein und fein.

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