Oh Mann – Lady in Black



Vor 36 Jahren wurde die Band gegründet, rund drei Jahre bevor ich in meiner Jugendzeit eine Disco übernahm. DJ vor meinen Vornamen gestellt, hätte nichts gebracht. Die Abkürzung für Discjockey war damals unbekannt. Nicht aber die von YB. Das war meine erste Aktie. CHF 200.– habe ich bezahlt und nicht allzu lange später für CHF 80.– verkauft. 60 Prozent Verlust. Gelb-Schwarz ist geblieben, obschon ihr mehrmals Tiefrot gut gestanden wäre. Ich habe mir damals geschoren, nie mehr eine Aktie, auch wenn es nur eine einzige ist, einfach so aus einem «Fieberwahn» zu kaufen.

Die zweite Aktie, Swissair, war dann ein ganz schöner Erfolg. Ja die Zeiten können ändern und auch die Menschen. Am Konzert waren einige nicht mehr ganz junge Gesichter zu sehen. Aber junggeblieben, wie die beiden andern Bands – Manfred Mann’s Earth Band seit 43 Jahren und Procol Harum seit 38 Jahren. Und viele, nicht mehr aktive Konzertbesucher, zumindest nicht mehr in Hard Rock, waren erstaunt, dass es so was in Bern geben kann – und frau/man ist nicht dabei. Wer was verpasst hat und das sind bis auf 7000 eigentlich alle, die müssen in den nächsten Monaten nur für Uriah Heep ins südliche Deutschland, die andern sind nochmals in der Schweiz zu hören.

Und viele «alte» bekannte Gesichter hab ich gesehen. Und es freute mich besonders, einige aus der Jugendzeit wieder zu sehen, hab ich doch dieses Jahr exakt die Hälfte meines Lebens in Bern verbracht (zumindest, was den offiziellen Wohnsitz anbelangt). Und zwei von denen kennen ein Teil des Showgeschäfts heute besser als ich – den des Sponsoring.

Mit Lusso und Supercard kann gepunktet werden – mit Cumulus auch, aber die sind nicht in den Reklamen ersichtlich und verteilen keine Gratismuster. Das am Eingang verteilte, wird sofort von jedem als Hörschutz betrachtet. Die Gratisverteilung ist nämlich dort hochoffiziell vermerkt. Pech gehabt, es gibt keinen Hörschutz, aber zuerst einmal ein Muster von Nivea, dann eins von Fisherman’s Friends und das letzte von Ricola. Ja «wär het’s gmacht», in einem gewissen Sinne eignen sich alle drei einzeln oder zusammen, um den Gehörgang zu verstopfen. Es ist immer wieder schön zu analysieren, wie börsenkotierte Firmen Werbung betreiben. Aktiv wie Coca Cola und Feldschlösschen – oder was davon übrig geblieben ist. Und werben tun sie mit «Probably the Best Webside in the World». Das kann ich nicht beurteilen, da ich nicht alle kenne, aber im Umkreis von einigen Kilometern gäbe es sicherlich einige viel bessere Biere. Die sind aber nicht börsenkotiert und vermutlich auch nicht finanzkräftig genug um mitzuhalten. Die hier passiv werbenden BMW und Basler schon.

Und die Securitas wird wohl einen Spezialpreis offeriert haben. Aber die Leute machen ihre Sache gut – meine Hitachi Motor-Card samt nicht Nikon darf nicht rein – das spielte auch keine Rolle, denn die beiden haben sich nicht mehr verstanden. Vielleicht hätte ich eine Karte aus dem Mutterhaus von Nikon nehmen sollen. Aber die Kamera wird ohne Karte verkauft. Ab und zu gibt so was einem Finanzanalysten zu denken und vielleicht sollten die sich halt lieber auf den Auto- und Schiffsmotorenbau konzentrieren. Dort bietet man Motoren an und wenn sie einen Mitsubishi kaufen, wird der auch vollgetankt sein.

Die Konzertveranstalter haben (noch) keinen Aufbewahrungsort für konfiszierte Gegenstände, wie Zapfenzieher, Trottinetts, Pfeffersprays und und und … schliesslich muss man durch die BEA durch und kauft vielleicht etwas. Die Berner sind ja etwas langsam und vermutlich merken sie es nach einigen Veranstaltungen, dass es hier im Eisstadion jede Menge von Garderobenkästchen gibt, die man benutzen könnte – andere Veranstalter sind in dieser Beziehung organisiert und kennen die Problematik. «Sie können den Fotoapparat ja in den Wagen legen» – die SBB hätten gelacht, manch einer der Zuschauer war stinksauer. Nicht jeder kennt Leute, die in solchen Fällen helfen können, zumal nur noch eine einzige andere Halle offen hatte – aber nicht bis zum Konzertschluss.

Einen ganz herzlichen Dank an das Weinhaus Kirchberg. Morgen erhalte ich dort meine Kamera zurück. Übrigens, das Weinhaus Kirchberg hat vermutlich die schönste Süd-West-Frankreich-Auswahl an Weinen in der Schweiz – und das ist so mein «Sponsoring» ans Team, das vielen unter dem alten Namen Vinplus bekannt ist.

3 Gedanken zu „Oh Mann – Lady in Black“

  1. Also, für mich sind es keine Kleinigkeiten, wenn sämtliche Treppen, die zu den Toiletten führen, rabenschwarz und unbeleuchtet sind. Hätte sich an einer/eine das Genick gebrochen oder sonst oirgendwelche Verletzungen zugefügt, würdest Du wohl auch nach mehr Sicherheit im Stadion rufen. Die Eingangstüren waren ja abgesichert wie unsere Alpenfestung. Aber was drin abging, entspricht keinen heutigen Sicherheits-Standards mehr. Und als Ex-DJ solltest Du doch auch wissen, dass Notausgänge offen und Fluchtwege beleuchtet oder gekennzeichnet sein sollten. Da war im Stadion nichts davon zu sehen und die Not-Ausgänge, so auffindbar, waren von Zuschauern/ Zuhörern belagert.

  2. … unsere Disco hatte auch keinen Notausgang und ist nach einigen Jahren der Autobahn zum Opfer gefallen. Und ans Stadion haben wir uns auch gewöhnt, dass sieht, zumindest was diese Treppen anbelangt, noch immer aus wie früher. Und da haben wir schon selbst auf dem Eis gestanden, auf demselben Hockey- und Curling-Weltmeisterschaften (meinte ich) miterlebt, Pferden zugeschaut und früher auch die BEA selbst erlebt und viel anderes. Aber alle hatten etwas gemeinsam: es gab immer Licht. Nun, beim ersten Konzert hat man darauf verzichtet oder nicht daran gedacht. Aus finanziellen Überlegungen vermute ich Ersteres. Und übrigens, ich hätte eine Taschenlampe bei mir gehabt – victorinox-mässig aushelfen können, denn die wurde nicht beschlagnahmt.

  3. Dann hätten folglich 6999 Leute zu Dir kommen müssen, um die Taschenlampe auszuleihen. Ist für mich kein Grund, an meinen KLEINIGKEITEN nicht festzuhalten…

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