Autobahnvignette klebt nicht


Aha, A.H. von Jaguar wird nächste Woche schmunzeln – Anfangs April hat er auch noch keine andere Vignettenverlust-Anfrage erhalten.

Einige meiner Kollegen mögen mir verzeihen, denn Primeurinformationen gebe ich sonst immer an die verdienende Zunft im druckenden Bereich weiter. Und ich hab gedacht, das kann ja nur mir passieren.

Und vermutlich klebt die für neue CHF 40.– ersetzte Vignette noch einige Jahre ganz schwach klebend irgendwo zwischen Scheibe und Armaturenbrett.

Rothrist ab: 08.15 – Mattstetten an: 5 vor 12


Rothrist, ein «08.15»-Dorf mit Kleinbahnhof und vielen, vielen Gleisen – ein Modeleisenbahn-Bahnhof. Nur Sportler erinnern sich dieses Jahr noch an diesen Ort, weil aus ebendiesen nun untertunnelten und begradigten Bergen das Rivella sprudelt – mal rot, mal blau, mal grün, je nachdem ob und wie frau/man sich über dieses Jahrhundertbauwerk der Bahn2000 ärgert oder freut.

40 jährige rote und grüne Kesselwagen fahren auf der alten Strecke – nicht für hoch- preisiges Rivella, sondern für explosiv auf fast gleiches Preisniveau gestiegenes und aussehendes Sportfahrzeuggetränkt. «Mobile», mal etwas Börsenkotiertes mit altbekanntem Logo, ehemals knallrot, heute blau – und schon anno dazumal grün bei «BP» (kennen Sie das heutige Logo?). Die Zeiten ändern. Ohne Zucker oder Blei – wenige erst ökologisch tee- oder gasgrün.

Die gesamtökologische Realität dieser 48 km Neubaustrecke, die von Bern nach Zürich einen Zeitgewinn von rund 10 Minuten bringt, betrachten wir nicht. Wohl aber das andere Ende dieser neusten Tunnel- und Tälerlandschaft – eben Mattstetten. 5 vor 12 war es für diesen Kleinst-Bahnhof schon vor dreissig Jahren. Hier hält schon lange kein Zug mehr. Der schnelle fährt sogar respektlos unten im Grauholztunnel durch.

Und kurz zuvor durchfährt er den «Emmi-Käse-Tunnel». Eine wohl weltweite Sensation. Nicht, dass er einer der wenigen nicht im Bau eingestürzten Tunnel ist, sondern dass es eine 300 m lange oberirdische Tunnelröhre ist, die unseren waschechten Emmentaler nicht erschüttert. Aber es sollte schon erschüttern, denn weder Emmentaler noch diese «Herausforderung einer Käselager Passage», so die offizielle SBB-Schreibweise in der Broschüre über den «Schritt in die Zukunft», sind patent- noch markenrechtlich geschützt.

Manchmal haben wir das Gefühl, in der Schweiz auf dem falschen Dampfer – sorry in der falschen Bahn – zu sitzen. Wie zu Gotthelfs Zeiten, als das Plumpsklosett schon nicht mehr zur Zukunft zählte. Die gibt es aber bei unseren Bundesbahnen immer noch und deshalb schützt dieses Betonungetüm den Käse auch vor negativen hygienischen Einflüssen.

Zu Gotthelfs Zeiten hat die Planung der Bahn 2000 nicht gerade angefangen, aber vor der Idee eines TGV. Und dieser fährt seit mehr als 20 Jahren durch Frankreich. Auf neuen Trassen, mit damals neu entwickelten Bahnkompositionen, durch ein Land, das mehr Emmentaler produziert, als die Schweiz. Früher hielt der TGV auch schon mal in Langenthal, als die Bahn2004 fast 2005, nein eben die Bahn2000, noch nicht eingeweiht war. Keiner hält mehr.

Vor rund 150 Jahren wurde Jeremias Gotthelf, das Pseudonym eines Schriftsteller aus dieser, bahnzerschnittenen, durchlöcherten, etwas langsamen aber immer noch schönen und heilen Welt begraben. Ja, langsam wäre es für uns Schweizer an der Zeit, nicht Todestage zu feiern, sondern zu überlegen, wohin uns die Zukunft führt. Im Grunde genommen ist das wichtig, was uns Albert Bitzius zu Lebzeiten sagte und schrieb.

Heute brauchen sie von Mattstetten bis Rothrist mit öffentlichen Verkehrsmitteln 1 Stunde 11 Minuten, dreimal umsteigen inbegriffen – von Bern nach Zürich 58 Minuten, sinnvoller weise ohne Umsteigen


Tunnel zwischen Autobahn und Emmi Kirchberg

Tunnel – gesprengt, gebohrt oder gedeckt



Der Tunnelbau in der Schweiz war jeher ein Schmelztiegel der Nationen. Das war schon am Gotthard so. Genau heute vor 125 Jahren und 2 Monaten gelang dort der Durchstich. Und eigentlich müsste dieser Gott-Hart oder heute eher Gott-Weich heissen. Tunnel zu sprengen oder heute meist zu bohren, war immer eine gefährliche Arbeit. 11 Tote haben die beiden NEAT-Projekte bereits gefordert. Hoffentlich gibt es keine weiteren Opfer mehr zu beklagen. Finanzielle Opfer sind auch zu erbringen. 11 Mia. CHF waren geplant – heute sind es bereits 49 Prozent mehr. Der Schweizerbürger zahlt und einige profitieren. Nicht nur Schweizer Firmen – Tunnelbau ist international und einige davon sind auch an der Börse zu finden, damit auch sie profitieren können. Die Batigroup ist ein Beispiel unter vielen aber bei der Marti AG, habe auch ich keine Beteilungsmöglichkeiten.

Drei Tunnel im Kanton Bern will ich noch kurz aufführen. An den Jungfraubahnen kann man sich immer noch beteiligen. Börsenkurs und Tunnelführung sehen sich sehr ähnlich – sie führen steil hinauf.

Den zweiten, den Emmikäse-Tunnel bei Lyssachen werde ich morgen, so als Rückblick auf das Jahr 2004, betrachten. Eine wohl weltweite Sensation.

Tunnels auch auf dem Hinterberg und Geissberg, da wo ich wohne und arbeite, in rund 25 Meter von meiner Tastatur entfernt ist der wohl meistverwendete hierzulande anzutreffen, der Folien-Tunnel. Weitere 25 Meter entfernt wird mit demselbenTunnel- System nach rund 2000 Jahre römischen Spuren gegraben – nicht gebohrt oder gesprengt.

Tunnelbau hierzulande in Langenthal ….

…. zum Schutz von Salat und im Hintergrund und oben von römischen Ausgrabungen


Unterschied zwischen Börse und Gemüsemarkt



Am Markt können sie auch Konserven kaufen – in Bern wesentlich weniger, als in Frankreich. Märkte unterscheiden sich genau gleich wie Börsen. Vor Jahren habe ich einen Handelstag an der Berner Börse erlebt. Der heutige Internetauftritt macht mehr Spass – und entschuldigt, wenn ab und zu mal ein Chart etwas langsam aufgebaut wird – das ist eben das tippisch Bernische: etwas langsam, (nicht immer) urgemütlich und qualitätsbewusst. Und Nichtberner wird gar nicht auffallen, dass die Seite zum Teil auch in Neudeutsch gehalten wird – Bärndütsch würd’ne scho ufaue.

Die Qualität sieht man auch am Markt in Bern. Sie ist höher als im Süden Europas. Aber auch die Preise im Schnitt mal Faktor 2. Nur Salat ist gleich teuer. Das liegt wohl daran, dass wir hier selber Salat anpflanzen. Der Tipp vor mir nimmt 40 Stück à 30 Rappen. Ich halte mich in Grenzen, denn mein Sohn als Salathasser hat denselbigen am Nachmittag angepflanzt. Und dazwischen, Mobil sei dank, mit der einzigen grösseren in Bern vertretenen Bank, die keine Aussicht auf den Markt hat, ein Börsengeschäft. Handel muss sein.

Und das Schöne, am Markt kann ich mir die Preise besser auslesen. 30 Rappen, statt 40 – das sind satte 25% weniger oder der andere hat einen Gewinn von 33,3%. Börse und Markt sind sehr ähnlich. Es herrscht Handel. Aber die meisten machen keine Preisvergleiche, die kaufen einfach, vielfach immer beim gleichen Händler – 100%ige selbst anbauende Bauern gibt es vermutlich keine mehr, zumindest im Frühjahr auf dem Bärner Märit.

Aber sich an der Börse auszukennen, braucht etwas mehr, als an einem Markt einzukaufen. Und genau darin beruht ein ganz wichtiger Unterschied. Am Markt ist einer Käufer und der andere Verkäufer – und das bleibt vermutlich sein Leben lang so. An der Börse sind sie einmal Käufer, einmal Verkäufer. Sie sehen, die Börse ist sehr vielseitiger, es sei denn sie kaufen eine der rund 50 verschiedenen Apfelsorten ein, die einer anbietet. Wie an der Börse hat man da die Qual der Wahl. Und es ist wie bei uns, der Apfelverkäufer muss auch die Vorlieben den Kunden kennen. Aber ganz so schlimm wie früher ist es nicht mehr – Suurgrauech gibt’s schon lange keine mehr auf dem Markt, restlos alles sind Edelgrauech.

Und wenn man sich die Preise ansieht, so stellt man fest, dass man ja eigentlich ein Vermögen besitzt. CHF 6.50 für eine kleine Boretsch-Pflanze – ich reisse pro Jahr an die 100 aus, das kommt wie Unkraut. Aber eben ist müsste die Pflanzen ausgraben, eintopfen und Käufer finden und würde vermutlich schnell herausfinden, dass man mit sähen aus einem Beutel à CHF 1.30 50 Pflanzen gewinnen kann. Es ist wie beim Anlegen – einige kaufen die Titel, wenn sie hoch sind, andere wenn sie noch nicht an der Börse sind und gehen dafür ein grösseres Risiko ein. Gehen sie einmal über den Markt und vergleichen den mit ihren Börsengelüsten und -manieren. Es gibt überall Gleichheiten und Gegensätzliches und viele unterschiedliche Preise. Geranien kosten in Frankreich 6 mal weniger, aber die schönste Blumen-Stadt der Welt wird im Sommer und am 11. Mai 2005 viel mehr Geranien ausgestellt haben.

Und eben, am Markt gibt’s nicht nur Gemüse, auch Blumen und an der Börse nicht nur Aktien, sondern auch derivative Instrumente, die man bei einer der vielen Banken rund ums Bundeshaus kaufen kann.

Das Jahr der Mikrokredite – Oikocredit


Damit sind nicht Leasingfinanzierungen für mittellose Westeuropäer gemeint, sondern Kleinstkredite. Diese können ruhig unter USD 100 liegen und zum Beispiel einer Frau in Ghana ermöglichen, einen Coiffeursalon zu eröffnen. Diese Geschäftsfrau wird ihren Kredit an die regionale Verbindungsstelle zu Oikocredit zurückzahlen und ist auf diese Weise «gezwungen», unternehmerisch zu handeln, mit dem Geld zu arbeiten. Vor Ort sind auch die Experten tätig, die entsprechende Projekte aussuchen und bewilligen. So gesehen, ist diese Art der Geldvermittlung eine sinnvolle Ergänzung zu Spenden, denn es ermöglicht Menschen, aus der Armut herauszukommen.

2005 ist das Jahr der Mikrokredite. Sozial engagierte Anleger können auf diese Weise eine sinnvolle Investition tätigen. Die Rendite wird nicht gross sein, aber sie entspricht in etwa (bei Oikocredit) den Erträgen eines CHF-Kontos – oder man verzichtet ganz darauf und spendet das Geld für zusätzliche Kleinkredite.

In der Schweiz wird ein Mikrokreditfund, neu lanciert. Es gibt noch viele andere Investitionsmöglichkeiten, die aber meist nicht bekannt sind. Erwähnenswert ist sicherlich die Grameen Bank in Bangladesh, die vom Ökonom Muhammad Yunus gegründet wurde. Auch Firmen investieren in ähnliche Projekte, so zum Beispiel die Nestlé (siehe «Das Engagement von Nestlé für Afrika» – Seite 52).

Oikocredit ist bei uns am bekanntesten. Und was diesen Organisationen gemeinsam ist, sie haben die besseren Rückzahlungsquoten, als normale Geschäftsbanken. Das Möglichkeiten mit Mikrokrediten Erfolg zu haben ist nicht nur erstaunlich, sondern es braucht auch viele Helfer und noch viel mehr Geldgeber. Bei Oikocredit können sie eine Mitgliedschaft (CHF 25.– pro Jahr) eingehen und Anteilscheine zeichnen – ab rund EUR 200.–. Eine kleine Investition die vielen helfen kann. Im Kanton Bern zumindest haben Kirchgemeinden die Möglichkeit, Anteile in ihr Vermögen aufzunehmen.

Produktivität und Politik


Die Produktivität lässt nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland zu wünschen übrig.

Die Deutschen Politiker tun wirklich etwas dagegen. Statt Probleme um viele gute Leute intern zu regeln, werden diese live am Fernsehen zur Debatte gestellt. Zusammen gezählt gehen hier nicht «Mannjahre» sondern «Mannjahrtausende» zugrunde. Wenn nur 10 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Stunde lang die Schlammschlacht am Fernseher verfolgt, gehen rund 4000 – 5000 Jahre Arbeit drauf. So nach dem Motto:

Wer viel arbeitet, macht viele Fehler!
Wer wenig arbeitet, macht wenig Fehler!
Wer nicht arbeitet, macht keine Fehler!
Wer keine Fehler macht, wird gewählt!

Öl – Oel – Oil



Wir müssen heute davon ausgehen, dass irgendwo zwischen 2000 und 2010 die Hälfte aller vorhandenen Erölreserven aufgebraucht worden sind.

Die Förderung wird anschliessend teurer, der Preis höher und die steigende Nachfrage von Indien und China ist noch nicht berücksichtigt. Es ist nicht nur der Treibstoff, sondern es sind Chemikalien, Dünger, Farben, Fasern, Lacke, Medikamente und Plastik, die aus Erdöl gemacht werden.

Die Wirtschaft wird in den nächsten 10, vielleicht 20 Jahren stark gefragt sein, die Energiekrise zu entschärfen. Noch viel mehr werden die Politiker weltweit gefordert sein, denn sonst gibt es nicht nur Krisen, sondern das, was immer geschieht, wenn zwei sich streiten – falls dies in Irak nicht schon der Anfang war.

Dieses Bild, das wir heute haben, wurde im «Global 2000» schon in der Aera Jimmy Carter’s aufgezeigt – vor 25 Jahren. Aber sie können sich trösten, es geht noch eine Zeitlang, bis jeder merkt, das Weltöl knapper wird – es muss zuerst am Geldbeutel weh tun.

Die Frage ist nicht nur, wie lange der Ölpreis steigt, sondern, wie lange kann er noch steigen und gibt es dann genügend Alternativen?

Mode und Kosmetik


Bitte erschrecken sie nicht an den französischen Internetauftritten. Sie stecken national gesehen eher noch in den Kinderschuhen, im Vergleich zu andern Länder. Aber vor rund 15 Jahren war Frankreich in der Kommunikation führend – das Zeitalter des Videotel herrsch-/fraute und Kommunikation in Frankreich war etwas vom Feinsten. In diesen Zeiten sind die Franzosen noch immer etwas stecken geblieben. Glück hat, wer in einer grossen Agglomeration lebt oder zumindest dort kommunizieren kann.

Eben dort finden im «Frühling», wenn der Frühling Richtung Paris einkehren wird, haufenweise Besuche statt. Und liebe Damen, wer noch nie in einem Kaufhaus von Printemps war, hat etwas verpasst. Für Männer sieht es dort zumeist aus, wie beim Internetauftritt – man muss sich einmal zurechtfinden. Frauen schaffen das meist sofort. Es muss am Instinkt liegen, oder am Duft, der vorherrscht. Vermutlich gingen auch mehr Männer in Kaufhäuser, wenn sie sich nicht zuerst durch die Parfümerie-Abteilung quälen müssten. Für die Damen ist dies meist keine Qual.

Und «Printemps» aus dem Hause Pinault-Printemps-Redoute hat da einiges zu bieten – Gucci, Yves Saint Laurent, Stella McCartney, Bottega Veneta und beim Eingang eben YSL Beauté – alles Eigenmarken. Beinahe wie in der Migros. Nur etwas teurer – aber in diesen Bereichen spielt Geld oft nicht so eine Rolle.

Wer Geld sparen möchte, um vielleicht vom Eingesparten PPR-Aktien zu kaufen, für den gibt es La Redoute, Mobile Planet, fnac oder Conforama. Nach dem Möbelkauf aber von Vorteil eine handwerklich begabte Person mit Montieren beauftragen. Mein erstes kleines Arbeitspult hier in Südfrankreich bestand aus 153 Teilen – ein Kleinst-Eckpult.

Und an Conforama werde ich wieder denken, wenn ich in zwei Tagen in Niederbipp die Autobahn verlasse. Übrigens, Gazeley gehört Walmart – Irrtum vorbehalten noch nicht zu PPR gehörend.

Gemeinsamkeiten zwischen Wein und Börse in Frankreich


Vielleicht liegt uns Frankreich auch fern, weil hier öfter, als bei uns die Diversifikation gepflegt wird. Es gibt etwelche Konzerne, die nicht nur auf einem Standbein (zu) stehen (versuchen). Im deutschsprachig und angelsächsischen Raum herrscht die Kernkompetenz vor. Hochspezialisiertes Spezialistentum, das sind Marktnischen. Aber Kernkompetenzen sind umfassender und man versucht trotzdem auf einem Bein zu stehen. Auf zwei Beinen stehen, das liegt den Menschen nahe. Versuchen sie es mal mit drei Beinen. Das Ganze ist stabil und wackelt nie – aber umfallen kann es trotzdem. Und Frankreich steht börsenmässig gesehen ganz gut in der Landschaft.

Aber wackeln tut in Frankreich die Weinwirtschaft. Da gibt es Weinhäuser, Produzenten, die stehen wie mit dem Fels verankert am Boden und erzielen Traumpreise. Aber der grosse Teil steckt in einer schweren Krise. Masse, statt Klasse. Bordeaux ist in allen Weinklassifizierungssystem mehr als nur übervertreten und dies ist vielleicht eine Gemeinsamkeit mit Aktienempfehlungen. Irgend einmal ist der Zug abgefahren. Deshalb machen sie es beim Wein gleich wie bei den Aktien, betreiben sie Weinpicking und Stockpicking.

Da finden sie die wunderbarsten Sachen, aber etwas Suchen ist angesagt und angebracht. Und wenn sie es sich einfach machen wollen und ein superschönen Tischwein reicht, dann gehen sie in einen Discounter und finden sie für EUR 1.25 solche Bordeaux.

Und von Simon habe ich auch noch Bordeaux gekauft. Hier unten in Südfrankreich, wo’s doch so viele Trouvaillen gibt. Aber eben, Simon passt in diese Landschaft. Seit gestern Abend ist er zwar in Bordeaux und schaut zu seiner «Zweit-Domäne». Vom Süden in den Süden zurückgekehrt: «Hier kann nicht jeder Wein machen, aber diese Weine haben nicht nur Finesse – auch Charakter.»

Die Auswahl an Wein und Aktien ist gross – aber beides macht Spass, sich in Frankreich umzuschauen, auch wenn es da und dort Probleme gibt. Und einige Sachen kriegt man nur «over the counter» oder es gibt Tipps auf dem Markt, dank dem, dass man englisch sprechende Leute jederzeit ansprechen kann. Sind ja auch Ausländer und halten irgendwie in der Frankophonie zusammen. Lust auf ein Gourmet-Weekend in Frankreich.

Gen-«Ethik» ethisch betrachtet


Aids ist eine fürchterliche Krankheit. Es wird vermutlich mehrere Lösungswege geben, um gegen diesen Virus anzukämpfen. Die Fragen sind nur, wann gelingt dies und zu welchen Kosten.

Vielleicht kann die Genforschung helfen. Britische Forscher des National Institute for Medical Research in London haben herausgefunden, dass ein Rhesusaffen-Gen Aids verhindert. Wenn sie dieser Artikel interessiert können sie diesen ab Ende Juni in Bild der Wissenschaft nachlesen oder sich Heft 4|2005 besorgen.

Dies ist ein kleiner Ausschnitt aus der Genetik. Aber da es hier Chancen gibt, sollte man aus ethischen Gründen nicht generell gegen die Genforschung sein.

Millau – Bauqualität in der Schweiz und Frankreich


Gebaut wurde sie an einem Nachmittag mit Hilfe eines Universalbaggers, dessen Farben irgendwo im Rostspektrum anzusiedeln sind. Es geht auch ohne Rost, denn dieser ist qualitätsmindernd. Zugegeben, als Langenthaler ist man mit schön aussehenden Baufahrzeugen verwöhnt – auch mit Maschinen aus Frankreich. Rost hin oder her, der französische Bagger bei uns hatte einen Betonmischeraufsatz – ein drehendes Fass. Damit fuhr er in den Sandhaufen, wie mit einer Schaufel, dazu kam ein aufgeschlitzter Sack Zement und ein Kübel Wasser. Dann wurde 10 Meter gefahren und der Aufsatz gedreht – mit System Waschmaschine nicht ganz unähnlich. In die Verschalung rein – ohne zu Stampfen oder zu Vibrieren, da das Eigengewicht von drei Meter genügend Druck hat. Und zwischendurch mal ein neuer Lastwagen mit Sand.

Kaum zu glauben, Normen hin oder her, das Ding steht und die Papiersäcke wurden gleich mitentsorgt. Auch ohne Eisen. Wir Schweizer sind da schon anders. Weil unser Luftschutzkeller (so ein Relikt aus der kalten Kriegszeit) einen Meter aus dem Boden schaut, musste nochmals ein Meter, abgesichert mit Mauer drum. Einige Reihen Löffelsteine à 52 kg und darunter ein Fundament – mit Eisen versteht sich. Ein Traum, der ewig hält. Vielleicht ein Alptraum, der fast nicht mehr zu beseitigen ist.

Nun die zweite Bau-Qualitätsstufe in Frankreich:

Viadukt von Millau von einem Restaurant am Tarn aus, ohne Gaullt Millaut Auszeichnung. Aber ausgezeichnet gekocht und ich gehe wieder mal hin, nur um zu schauen, ob die vor vier Monaten eröffnete Autobahn-Brücke hält.

Stellen sie sich 3,5 mal das Berner Münster oder mehr als zwei mal das Münster zu Ulm, die höchste Kirche der Welt, aufeinandergeschichtet vor – 343 Meter hoch.

Die Brücke wird halten, die Societé Eiffage baut und garantiert – die Mauer meiner Nachbarin auch. Die in der Schweiz hoffentlich auch, denn unsere hohen Qualitätsstandards überraschen zuweilen. Kennen sie in der Schweiz einen Bahn- oder Strassentunnel, der beim Bau in den letzten 20 Jahren nicht mindestens einmal irgendwo eingestürzt ist? Aber keine Angst, die Baukosten und Bauzeiten bei uns so viel höher und länger, dass unsere Bauwerke während der extrem kürzeren Garantiezeiten sicherlich halten.

Europa leicht angebrannt – Beobachtungen am Himmel


Und wem es nicht so schlecht geht, der hat eben Canal+ oder eine Satellitenschüssel auf dem Dach. Damit ist man an Europa angehängt, Amerika liegt auch noch so zusammengerafft drin – nur die Schweiz steht abseits. Aber ich kann ganz gut auf die SRG verzichten – liebe ehemalige APF-Kollegen, sorry, ich fühl mich (manchmal) wie ein Europäer. Und da bekommt man dann mehrere Meinung über Schröder und Schina – oder Chröder und China – mit. Die lösen keine Begeisterungstürme aus.

Und eben fliegen zwei Kampfjets vorbei, die vermutlich Schröder den Chinesen (oder schreibt man in der neuen deutschen Rechtschreibung jetzt «Kinesen») verkaufen will. Militärische Flugstrassen verraten auch einiges über die Weltlage. In der Nacht bleibt es ruhig, anders, als der Irakkrieg begann. Da fanden sehr viele Transportflüge statt.

Einige Minuten später kann man die Seeadler beobachten – herrlich wie sie mit dem Wind ziehen. Normalerweise fliegen sie gegen den Wind in ihr Nachquartier irgendwo in den Cevennen. Es wird einen Wetterwechsel geben. Und die Adler ziehen, wie viele Schweizer allmorgendlich 100 km weit und zwischen 4 und 5 zurück. Es sind eben französische Adler, Schweizer Adler kämen nach 18.00. Trotz kürzerer Arbeitszeit ist der Wille, eine Stelle anzunehmen, die eine Stunde entfernt ist, gering. Und es soll sie auch nicht erstaunen, wenn sie an der Kasse eines Supermarktes von einer Hochschulabsolventin bedient werden. Die Situation hier ist nicht rosig. Übrigens, der Adler hat die 7-Tage-Woche und wird nicht mit 52 pensioniert.

Die Bevölkerung diskutiert gerne und sie bewundern uns, dass wir Schweizer nicht in der EU sind. Und vor allem hätten wir besseres Wetter, hier unten sei es viel zu trocken. Extrem zu trocken.

Und dann zwei gelbe Flugzeuge – langsam fliegend, tief brummend. Die machen nur einen Beobachtungsflug heisst es rundum. Meiner Ansicht nach machen Löschflugzeuge nie Beobachtungsflüge. Und der Klang der Martinshörner nimmt ständig zu – 30, 40 mal. Oh, das seien Verkehrsunfälle! Schnell im Beobachten und Analysieren ist man hier im Süden nicht. Beim dritten Überflug der Flugzeuge, nun zu viert, gibt man mir Recht – es brennt. Ich habe schon Waldbrände auf drei Kontinenten erlebt – meist im Spätsommer. Aber auch schon welche Anfangs März in Frankreich. Aber hier unten ist man überzeugt, dass es noch nie so früh einen Waldbrand gegeben hat.

Es ist kein extrem grosser Waldbrand, aber auch kein kleiner, an der Anzahl Flüge über mehrere Stunden, zu schätzen. Es ist wie in Europa … es scheint zu brennen, anzubrennen, vieles ist leicht verbrannt.

Wir Anleger haben es besser, wir können auf der ganzen Welt investieren. Wir können auch nur Schweizer Werte nehmen, die sind zum Teil auch weltweit investiert. Oder wie Schröder, man will überall hin liefern und vergisst die einmal gefassten guten Vorsätze. Nestlé ist auch ein so Grosser, der überallhin liefert und sich durchsetzt – bei Lidl echt als Nestlé deklariert, im Gegensatz zu den nicht multinationalen anderen Schweizer Zuliefern.

Das schlimmste was den alten Franzosen, dem Volk der Gallier , passieren konnte, war, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Er fiel nie! Und heute regnet es nach mehreren Wochen wieder zum ersten mal. Auf die Adler ist eben doch Verlass, die analysieren von wo und wie stark der Wind weht. Angebranntem gehen sie aus dem Weg.


Richtiges Verhalten

Tabak – Ökologie oder Ethik



Für den Ökologen ist «Ethik ein Teilbereich der Ökologie» und umgekehrt gefahren für den Ethiker «Ökologie ein Teilbereich der Ethik». Lassen wir die Definitionsfrage – Google hat noch Tausende von denen auf Lager. Für mich sind es zwei Gebiete, die einander oft tangieren aber beileibe nicht identisch sein müssen.

Es gibt Anlageentscheide, die ökologisch unbedenklich, aber ethisch zu verwerfen sind. Betrachten wir einmal die Widersprüchlichkeiten beim Tabak. Ein Nachtschattengewächs ist biologisch gesehen immer irgendwie oder in einem gewissen Stadium giftig. Wenn sie Gift zu sich nehmen, wird dies ein medizinisches und kein ökologisches Thema mehr sein. Jemanden mit Kartoffel- oder Tomaten-Pflanzenbestandteilen umzubringen, ist vielmehr ein rechtliches, als ein ethisches Delikt. Aus ethischen Überlegungen, verzichten wir auf Kartoffelrezepte der «andern Art».

Tabak ist ökologisch nicht sonderlich bedenklich, richtig eingesetzt sogar sehr nützlich. Tabak ist ein Pflanzenschutzmittel gegen Läuse. Und ich gehe in der Ethik nicht soweit, dass Läuse umzubringen ein ethisches Problem für mich wäre, aber als Biosalat-Bauer und Bio-Essig-Produzent (Nachtschatten-Arbeit sozusagen – Hobby) lieb ich diese Viecher nicht sonderlich. Und vermutlich werden die Spritzmittel, die auch beim Tabakanbau eingesetzt werden, mit Minimaldosierungen ausgebracht, ansonsten die Tabakindustrie eine neue Angriffsseite offen legen würde. Tabak ist für mich ökologisch unbedenklich.

Ethisch ist die Sache verzwickter. «Rauchen führt zum Tod» – so oder ähnlich mag es auf Zigaretten-Schachteln stehen. Ich habe keine griffbereit und das letzt mal vor rund 20 Jahren in Moskau eine Packung Papiroshi gekauft. So zum Ausprobieren. Das war aber alles Andere, als ein Genuss. Und hier stecken wir in Teufels Kern. Tabak ist ein Suchtmittel aber auch ein Genussmittel. Und Genüsse sind ethisch nicht immer schlecht – eher umgekehrt.

Rauchen ist ungesund, das ist unbestritten und es soll niemals empfohlen werden. Werden sie Nichtraucher – oder versuchen sie wenigstens, vom Suchtmittel-Konsumenten zum Geniesser zu werden. Ihr «lieben Zigaretten-Raucher», ihr wisst gar nicht, wie gut (und dennoch schädlich) Rauchen sein kann. Einige eingefleischte Grüne und fundamentale Ethiker können diese Gedanken nicht nachvollziehen. Aber in der Anlagewelt hat jeder Anleger eine eigene Meinung über das Rauchen und die gilt es herauszufinden.

Ethik ist nicht für alle gleich.

Aktien oder andere Anlagevehikel von Tabakfirmen empfehle ich nie und nehmen sie es mir nicht über, aber den neuen Namen von Philipp Morris kenne ich nicht auswendig, ich müsste den erst suchen. Aber wenn sie den kennen, heisst dies auch nicht, dass sie Suchtraucher sind. Vielleicht schauen sie ja auch nur solche Firmen an, ob sie von den rund 60 Zusatzstoffen, die in Zigaretten enthalten sind, welche abbauen – vor allem die, die süchtig machen oder die Empfindlichkeit herabsetzen, wie Menthol oder Lakritze (Bäredräck). Eine Zigarette, die keine Zusatzstoffe enthält, gibt es meines Wissens gar nicht, wäre aus medizinischer Sicht viel weniger ungesund, aber vom Geschmack so beissend, dass sie praktisch nicht zu rauchen wäre.

Hier ein Nachtrag über Zusatzstoffe.«Interessant» sind die Zigaretten, die nur Holzbestandteile (nebst Tabak) enthalten, denn diejenigen, die ich schon passiv mitgeraucht habe, störten mich nie in der Nase. Im Gegensatz zu «american blended», die mich immer reizen.

Ethisch betrachtet, kann Ruhe und Entspannung für den Menschen gut sein. Und das sind die Gegensätze in der Ethik, denn rauchen kann entspannen. Es muss aber nicht, ist alles eine Frage der Menge …

Rohstoffe – mageres Schwein, Zucker und Zahlenakrobatik


Zugegeben, die Schweiz ist etwas abgeschottet, aber manchmal übertreiben wir alles ein wenig und vermutlich liegt es auch daran, dass die meisten Menschen kein gesundes Verständnis zu Zahlen haben (andere eher zu Buhctsaben). Wir wehren uns zuwenig, da es halt eben so ist – oder sei. Die Zeiten gehen langsam zu Ende – das Lidl-Zeitalter ist bei uns eingeläutet worden. Und mein Kollege, der bei einer andern Kette arbeitet, ist gar nicht traurig darüber, «denn er» ist auch bei ihnen eingeläutet worden – der Preiskampf!

Aber ist es wirklich ein Kampf. Ich glaube dies nicht. Ich esse hier in Südfrankreich Schweizer Suppe, Schweizer Biskuits und vermutlich noch viel Anderes, wo man gerne wüsste, wo dies hergestellt wurde. Übrigens, wenn sie an einer Firmenbesichtigung im Lebensmittelbereich teilnehmen, schauen sie sich immer im Verpackungslager um. Dort liegen diese Firmengeheimnisse meist offen herum. Und da habe ich schon einige «Aha-Effekte» in der Schweiz erleben dürfen.

Schauen sie auch die Rohstoffpreise für Kaffee und Zucker an. Dann nehmen sie ihre Hauszeitung und vergleichen einmal. Meine Zeitung, reuters-gespiesen, weist einen um 100-fach zu hohen Preis aus – und das nicht erst seit gestern. Der weibliche, meist reifere Teil unserer Bevölkerung weiss, was ein «lb» ist – ein Pfund. Was aber die meisten nicht wissen, dass ein «libre» nicht ein halbes Kilo ist, sondern 453,6 g – korrekt bezeichnet: «lb av (avoirdupois)». Und aus diesem Grund sind vermutlich viele Konfitüren zu süss, weil sie aus einem alten Kochbuch, nicht via korrekte Masseinheiten umgerechnet wurden. Die korrekten Kaffeepreise verraten auch, weshalb ich die Gattung «Robusta» nicht so gern habe. Bei den Preisen ist nämlich immer die Qualität im Auge zu behalten. Und dieses Verhältnis ist hier in Frankreich eindeutig besser, als in der Schweiz …

… u migro, migro, mi gros-smuetter het scho gseit, si consum, consum, consumiri dr Zucker i Dütschland denner, denner, denn er isch dert no billiger

Vorlieben – bei einigen bis zu 100 Prozent



Und ganz bestimmt schadet es nicht, wenn man bei einem Anlageentscheid ökologische und ethische Gesichtpunkte in Betracht zieht – dies aber ein anderes mal.

Die Praxis zeigt aber immer wieder, dass noch zusätzliche, irrationelle Überlegungen oder Wünsche bei Anlageentscheiden berücksichtigt werden. Es sind die Vorlieben, die man weder gerne noch einfach in die eigenen Anlagerichtlinien aufnimmt, sofern man solche überhaupt hat. Dies empfiehlt sich aber, denn heute traden und morgen langfristig anlegen kommt eher einem Glückspiel gleich.

Vorlieben hat jeder, egal welches Wertpapier gekauft wird (es können auch andere Käufe sein). Vorliebe Nummer Eins ist eigentlich immer die Bank und/oder der Vermögensverwalter, mit dem sie einen Kauf tätigen.

Es gibt unzählige Gründe, die nicht rational einzuordnen sind, weshalb man etwas kauft. Vielfach sind dies «Bauchentscheide». Die finden zwar nicht im Bauch statt, aber laufen im Gehirn in einer solch schnellen Art ab, dass es Mühe gibt, all die Überlegungen, die zu eben dieser Handlung geführt haben, schriftlich festzuhalten – es gibt aber ein gutes oder schlechtes Gefühl im Bauch. Und es schadet meistens nicht, wenn sie den «Bauch» mitreden lassen.

Beim Geldausgeben muss jeder seine eigenen Überlegungen anstellen, wenn die Vorlieben direkt durch den Bauch gehen sollen. Da haben wir ja unsere eigenen Vorlieben. Gestern, da hab ich Vevey links liegen lassen und bin an den Mövenpick-Kellereien vorbeigefahren und habe am Abend noch das Schloss Ampuis bestaunt. Und wie es so kommen musste, ein kleines französisches Restaurant in Ampuis hat zu meinen Vorlieben und einem Bauchgefühl der besonderen Art beigetragen. Zum Dessert gab es Mövenpick-Glace. So wie der Tag mit Nestlé anfing, hat er auch mit Nestlé aufgehört. Dieses Schweizer Unternehmen ist überall anzutreffen und praktisch alle wissen, dass es eine Schweizer Firma ist. Gezielt Schweizer Aktien zu kaufen ist auch eine Vorliebe – und nicht einmal die schlechteste.

Vevey links liegen lassen



Wenn’s Wetter schön ist, hat man einen fantastischen Ausblick, früher über Vevey, heute nur noch nach Evian am gegenüberliegenden Genferseeufer. Hier brodelt es – genau genommen Danone-mässig. Und bei mir geht die fahrt dann weiter Richtung Nîmes. Und hier brodelt es bei Perrier.

… in Vevey brodelt, besser gesagt blubbert es. Vielleicht wird die «Kurzaufführung» von Schillers Glocke aufgeführt: blubb, blubb, blubb und weg war er.

Ethisch gesehen ist dies für Nestlé-Aktien ganz eindeutig eine Verkaufsempfehlung – aber bitte erst nach der GV. Eine Machtverstrickung sondergleichen und ein Gebaren, dass der alt ehrwürdigen Nestlé nicht ansteht.

Übrigens, die ganz Grossen fuhren früher auch nicht über Vevey sondern über Henniez nach Genf. Die Grossaktionäre können auch diesmal zeigen, dass man andere Wege gehen kann und seinen eigenen Aktionären und Pensionskassenversicherten Vorbild sein müsste. Was Peter Brabeck und sein Gefolgsteam will hat nichts mit einer modernen Führung zu tun. Aber alles in seiner Art schon einmal dagewesen und im Nachhinein hätte vielleicht doch der eine oder andere selbst(los) entscheiden sollen.

Gold – ein Rauschmittel


Über Gold liesse sich alleine aus Deutschland viel erzählen, aber die Geschichte wollen wir aus einem finanziellen Grund betrachten. Gold glänzte nicht immer und so wurde deshalb Ende des letzten Jahrtausends in unserem Nachbarland anders geordnet. Die Degussa gab das Goldgeschäft an die «Allgemeine» ab. Degussa (Deutsche Gold- und Silberscheide Anstalt) ist zum eigenständigen Namen geworden, obschon sie Gold nur noch in Katalysatoren verwendet. Auch in der Schweiz wird umgebaut, auf eine etwas andere Art. Schauen sie später wieder einmal bei der Valcambi in Balerna TI vorbei – hier ein Vorgeschmack. Oder still und nicht überall bekannt die Metalor in Neuchâtel.

Die Einen sind hingerissen von Gold und für die Andern ist es ganz einfach ein Edelmetall, das sie nicht vom Glanz aber von der Spekulation her zu begeistern vermag. Und wen Gold immer noch nicht berührt, soll mal einige Goldmünzen aus Rom anschauen, der Stadt, die am heutigen Tag der Beerdigung von Papst Johannes Paul II, wohl die meistbeachtete ist.

Phönix SonnenStrom – Photovoltaik


Es liegt nicht nur am nasskalten Wetter, dass man über die Phönix SonnenStrom AG schreibt – es liegen auch die Zahlen für 2004 vor. Im Grunde genommen ist das heutige diffuse Wetter für diesen System-Anbieter und Hersteller in der Photovoltaik interessanter, weil der Stromertrag pro Flächeneinheit sinkt und mehr verkauft werden kann. Sintflutartige Regenfälle sind aber weder für Sonnenanlagen, noch für Flusskraftwerke interessant, denn die einen haben zu wenig Sonne und die andern weniger Fallhöhe, da der Pegel des Unterlaufes ansteigt. Das Thema Energie ist nicht nur hochkomplex, sondern im wahrsten Sinn des Wortes sehr spannend und viele verdienen dabei Geld. Wohl auch einige, die schon früher auf Solaraktien gesetzt haben.

Dass man in Deutschland wesentlich mehr Sonnenstrom-Anlagen als in der Schweiz sieht, liegt nicht nur an den verschiedenen Gesetzgebungen. Es ist auch die Denkweise über regenerativen Energien, die einen starken Einfluss hat. Dort wo die Sonne viel kräftiger und öfter scheint, im Süden Europas z.B. sieht man noch recht selten Solaranlagen. Am einfachsten kann man den Stand an den Autobahnen entlang feststellen – ich schätze mal, dass in der Schweiz der Kanton Aargau führend ist.

Eine Fülle von Informationen und Links gibt es im Überblicksbericht 2003 – eine Neuauflage wird vielleicht beim Bundesamt für Energie BFE angekündigt.