Uferlos mit 20% – für einen Vogel der (nach) Salz roch


Uferlos – ein Wort, das jeder zu kennen scheint, das man im Finanzwesen in den letzten Monaten täglich hört. In unserer Branche ist bei «uferlos» eigentlich nur das begleitende Wort wichtig. Absahnen oder bei Andrea Vogel «Sand treten» …

Andrea Vogel

… uferlos Sand treten und dann mit seiner Ehefrau Beatrice «keck» ein Buch schreiben – uferlos eben. Und wenn sie immer uferlos feilschen, wie dies in der durchquerten Sahara in Nordafrika so Brauch ist, dann liegen 20 Prozent Rabatt drin wenn sie sich in Kürze mal von Timbuktu nach Marrakesch begeben.

Ich mag ganz besonders Vögel, die Antwort geben. Die Bussarde ums Haus, die meinen Pfiff morgends und abends erwidern, die Amsel die früher die Ponys nachmachte und mich zum Narren hielt oder eben Andrea, der obiges Foto schoss. Wie lange musste er wohl warten, bis der Sandsturm seine Fussspuren verwischt hat, weil er ja den Fotoapparat aufstellen musste? Stellen sie ihm doch die Frage selber.

«Ich hab’s geschafft»pdf-File im gleichen Fenster …

… heute Abend ist er in Liestal, morgen … und wem das noch zu wenig Vortragsdaten sind, die gesamte Liste – pdf-File gleiches Fenster.

Orion-TourAndrea Vogel
Transsahara-Expedition – von Timbuktu nach Marrakesch

Erste Sahara-Durchquerung eines Europäers entlang der legendären
Salzkarawanen-Route seit 150 Jahren. Foto – Film – Theater

Musik und Live-Songs: Dänu Brüggemann
Eine «Multimedia Crazy/No Limits Show»

Unter dem Patronat der UNESCO Kommission der Schweiz.

Orion Tour

Was wird er wohl über die Salzstadt und das weisse Gold von Taoudenni erzählen? Oder konnte er es gar durch seine vom Wüstenwind malträtierte Nase nicht mehr riechen und nur noch im Schweiss schmecken? Oder verdunstete dieser zu schnell in der Hitze.

Den letzten Sahara-Sand habe ich vor wenigen Wochen gesehen – auf meinem Gartentisch – kontrollierbar via Satelitenbild. Und irgendwann sehe ich auch Andrea wieder. Diskutiere mit ihm und Beatrice über Gott und die Welt. Einer der weiss, was Ethik bedeutet: «Die heutige Gesellschaft ist mit ihrer Profitsucht und ihrem Wertezerfall in eine Schieflage geraten, die es wieder zurechtzurücken gilt.» Einer, der so manchen Berg erklommen hat und am meisten Mühe mit dem Besteigen der Kanzel in Grüsch hatte, im Ort, wo er aufgewachsen ist.

Es gäbe heute noch so viele Möglichkeiten, selbst Abenteuer zu unternehmen. Nach Grüsch zum Beispiel, von der Ganda aus. Diretissima über den Berg. Die Namen in der Sahara sind ihnen wohl geläufiger als Valzein oder Furna. Landquart mögen sie ja noch kennen, aber haben sie gewusst, dass dies ein Dorfteil der Gemeinde Igis ist. Igit, ich habs auch vergessen, trotz 17 wöchigem Fremdenlegions-Abenteuer mit Rheinsand-Robben in dieser Gemeinde und später einigen Vorträgen am Plantahof.

Frühere Beiträge über Andrea Vogel.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Der Unterschied zwischen Amerikanern und Bernern – übrigens, die Jubiläumsausgabe 80 Jahre Micky Mouse erhielt gestern der Aargauer Nachbar zu seinem 65igsten und der Pension – mögen sie keine Sinnkrise haben

Vor zwei Jahren erschienen:
Gefragt ist schlussendlich immer der Kundennutzen

Vor drei Jahren erschienen:
Fusionen – welches Baugeschäft, welche Bank wählen?

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

Informationsbeschaffung – heute über Pakistan


Wie soll man sich Informationen über ferne Länder besorgen, die man nicht selbst bereist hat. Am besten man kennt einen Kollegen aus dem Netzwerk der selbst berichtet. Dr. Yahya Hassan Bajwa, Schweizer und Pakistani berichtet direkt aus Islamabad.

Pakistan ganz normal

Selbstmordanschläge, Strassenblockaden, Streik der Naanbais – der traditionellen Brotbäcker und Stromausfälle. Das ist der Normalzustand nicht nur in Islamabad, sondern in ganz Pakistan. Das Versprechen, die Preise auf den Stand wie vor 15 Jahren zu bringen, ist gescheitert. Die Bevölkerung sieht langsam ein, dass auch die neue PPP Regierung unter dem Präsidenten Zardari, keine Wunder für den armen Mann bewirken will. Die USA kämpft ihren Krieg weiter gegen die Taliban und Al Qaida im Grenzgebiet zu Pakistan. Hingegen fordert die amerikanische Politik die Talibana in Afghanistan auf, an der Zentralregierung teilzunehmen – in der Hoffnung, die Taliban als Verbündete gegen Al Qaida zu gewinnen. So verrückt kann die Politik sein. Oder ist das der Normalzustand?

Islamabad aus der Sicht der Geschäftsleute

Best Taylor nennt sich das Schneidergeschäft im Super Market in Islamabad. Normalerweise ist dies ein Ort des Shoppingvergnügens und der Restaurants. Ich frage einen Angestellten, wie er seine Geschäftssituation nach dem Marriott-Anschlag einschätze. Schon vor der Hotel-Explosion sei die Lage nicht sonderlich gut gewesen, erwidert er. Schon vorher habe es Anschläge gegeben, nun sei der Markt praktisch leer und die Kundschaft fehle. Ob sich noch Ausländer in den Markt wagen, wollte ich wissen. Zu ihnen hätten sich keine ausländischen Kunden verirrt. Aber auch die pakistanischen Käufer fehlen. Wie es weitergehen soll, wüsste er nicht. Auch die Festtage, die sonst ein gutes Geschäft bedeuten, seien nicht aus den roten Zahlen gekommen. Die Sicherheit fehle und niemand verliesse sein Haus freiwillig. Auf die Frage, ob Präsident Zardari der Retter Pakistans ist, meinte der Schneider: Wenn Zardari genauso ehrlich und Ziel gerichtet arbeitet, wie er es getan hat, um Präsident zu werden, dann könnte er sicher auch das Land retten.
Mein Coiffeur, Naseer Ahmad, der seinen Laden in Bhara Kahu, einer Vorstadt Islamabads hat, stöhnt. Er habe keine Arbeit. Bis am Abend verdiene er mit Ach und Krach 200 Rupien. Mit diesen Einnahmen könne er seine Familie, die in seinem Dorf lebt, kaum ernähren. Alles sei teurer geworden und es wäre bereits ein Wunder, wenn man am Abend Essen kaufen könne. Was er als Hauptproblem betrachten würde, fragte ich Naseer. Das seien die Anschläge. Die meisten Opfer wären Leute wie er, aus der Unterschicht. Ob sich denn die politische Situation mit der Wahl der PPP und dem Präsidenten Zardari nicht dramatisch verbessert habe – so das Versprechen vor den Wahlen, wollte ich wissen. Der PPP Wähler Naseer sagt enttäuscht, dass sich die Situation verschlechtert habe. Zardari sei an der Macht und sie hätten eine noch grössere Teuerung als unter Musharraf. Er lamentiert, dass jeder, der an die Macht ist, seine eigenen Kassen fülle. Alle seien Diebe und Gauner.

Zwei Ausländer, die sich nicht von den Terroristen bezwingen lassen

Linda Gask, Psychiatrieprofessorin an der britischen Universität Manchester, ist nicht zum ersten Mal in Pakistan. Ob sie denn keine Angst habe, wenn sie in das bombastische Pakistan käme. Angst habe sie nicht, sie sei aber inzwischen vorsichtiger. Beim letzten Besuch wohnte sie im Hotel Pearl Continental, da habe sie sich sicherer und entspannter gefühlt. Doch diesmal sei überall die Sorgen den Menschen anzusehen. Sie würde auf jeden Fall auch zukünftig wieder nach Pakistan kommen, um hier den Menschen zu helfen. Die Terroristen wollen, dass man sich einschränkt, dass man die Gewohnheiten ändert. Gask meint, dass man es auf keinen Fall zulassen darf, dass die Terroristen gewinnen. Vielleicht werden sie am Anfang mit dieser Taktik erfolgreich sein. Hoffnungsvoll meint die Professorin, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Unsere Angst darf uns nicht bezwingen.

Eine Psychoanalyse des pakistanischen Volkes

Freed Minhas, Psychiatrieprofessor am Rawalpindi Medical College und Vorsteher der Psychiatrieabteilung des General Hospitals, ist überzeugt, dass der mentale Zustand der Pakistaner schlecht sei. Die grösste Herausforderung für die Bevölkerung sei das Überleben. Finanzielle Engpässe, Ausbildungsprobleme, Gesundheit und der Privathaushalt seien die grössten Sorgen, die auch zu psychischen Problemen führen können. Welchen Einfluss hat der Bombenanschlag auf die Bevölkerung in Islamabad, wollte ich wissen. Minhas meint, dass nach jedem Anschlag wir es mit traumatisierten Menschen zu tun haben. Sobald die Leichen weggetragen, die Verwundeten verarztet und die Trümmer abgetragen sind, haben wir es mit den emotionalen Schäden zu tun. Die sind schwieriger zu behandeln. Die Explosion vor zwei Wochen, die immer wieder in den Medien gezeigt wurde, ist vielleicht bald aus den Gedanken der Menschen. Doch die Wunden sind frisch für jene, die Angehörige verloren haben oder deren Geschäfte zerstört wurden. Diese Wunden zu behandeln ist schwierig.

Und zum Schluss noch dies

Kürzlich besuchte der Präsident Zardari einen Schrein und schrieb in das Gästebuch: „May Gaad give us the street to save Pakistan“. Wohl meinte er „God“ und „strength“, dann würde es heissen: „Möge Gott uns die Kraft geben, Pakistan zu retten“. Dieser Eintrag hatte einen Medienkrieg zur Folge. Man sah darin eine Verschwörung gegen den Präsidenten. Schlussendlich verschwand die Seite im Gästebuch und somit auch jeder Beweis. Das sind klare Lösungswege, solche braucht Pakistan. Deshalb ist Zardari der richtige Mann für Pakistan.

Yahya Hassan Bajwa, Islamabad/Pakistan

TransCommunication
Research and Communication
Dr yahya hassan bajwa
POB 1351
5400 Baden
Switzerland
www.TransCommunication.info

Dieser Artikel erschien in Kurzform in der Aargauer Zeitung … dem Wohnkanton von Yahya und mir. Auf der einen Seite wünsche ich ihm gute Besserung von Husten und Schnupfen und auf der anderen Seite nimmt er sich so wenigstens in der kalten Jahreszeit die Möglichkeit, warm zu duschen. Solche Informationen zeigen zusätzlich, wie die Leute dort leben und welche Ansprüche sie ans Leben stellen können. Pakistan, das Land weit weg von uns … Bevölkerungs mässig an 6. Stelle auf der Welt. Spätestens in 20 Jahren ein Big Player auf unserem Planeten.

Ich denke, in der Finanzwelt ist es besonders wichtig, das Heute und die Zukunft von Emerging Markets (EMMA) an zu schauen, die nicht alltäglich sind.

Ein Beitrag über «Geld und Finanzen – leicht erklärt» – einer Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn. Er wird auch im Personalblog und bei libref aufgeschaltet.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
«Wie sich Fondsgesellschaften eine gute Presse kaufen» – nur mal so «reingeworfen»: Eben Zucchero im Fernseh gesehen – an der AVO Session. Beide dürften nicht ganz allen bekannt sein – Werbung muss ja sein. Vermutlich ist «Credit Suisse liqudiert Fonds» keine bezahlte Schleichreklame.

Vor zwei Jahren erschienen:
Strom – die Inseln Schweiz und Azoren

Vor drei Jahren erschienen:
Crash und Zahlen

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

on deguste

on deguste

Christine und Philippe Briday von der Domaine Combe de la Belle in 30800 Saint-Gilles und Remy Klein und sein Sohn von der Domaine Réméjeanne. Einfach mal so ein Gratistipp. Das Blog kam nicht zur Sprache, aber Tango, Hannah, Jonas … und die Dachrinne, die Mitraillette de Bar – die Maschinenpistole. Und über Clos Marie, Pic Saint Loup – ein Tipp vom Junior. Dann erzählt er über den zweiten Berg Hortus und vom Tal Mortiès. Beide sollen auch flüssig zu den Spitzen gehören.

«Finanzblog-Korrespondent» Yahya Hassan Bajwa: Wahlen in Pakistan


Dr. Yahya Hassan Bajwa, 47, Kommunikations-Wissenschaftler, Dolmetscher und Dozent schrieb als 14-jähriger ein Lebensziel auf. Es ist eine, seine Lebensphilosophie. Er berichtet aus Pakistan, das von der Bevölkerung her, das sechst grösste Land der Welt ist.

«Bombenstimmung und doch friedlich – Wahlen in Pakistan 2008»

von Yahya Hassan Bajwa, Pakistan und Schweiz

— Erste Resultate der Wahlen in Pakistan
An erster Stelle ist nun die PPP der Familie Bhutto. Den zweiten Platz nimmt die ML-N der Familie Nawaz Sharif ein. Abgeschlagen ist die ML-Q, die durch den pakistanischen Präsidenten Musharraf unterstützt wurde. Auch sehr interessant ist die Tatsache, dass die fundamentalistische Partei von Fazal ur Rehman nur gerade 7 Sitze gewinnen konnte – eine Ohrfeige an die sogenannten Islamisten.

–Es wurden Anschläge befürchtet – Meldungen: Leute blieben den Urnen fern aus Angst vor Anschlägen – bisher verlief alles ruhiger als erwartet – Wie ist die Stimmung jetzt in Islamabad?
Es ist richtig, nach den verschiedenen Anschlägen und der Ermordung von Benazir Bhutto, der Vorsitzenden der PPP, hatte die Bevölkerung Angst, an politischen Versammlungen teilzunehmen und deshalb blieben sicher auch viele den Wahlurnen fern. Die Zeitung „The News“ meldet, dass landesweit 25 Personen während den Wahlen umgekommen sind. Wichtig ist dabei, dass die meisten Opfer im NWFP zu beklagen sind – in der Nähe von Waziristan, dem Talibanland. In Islamabad hingegen war die Wahlbeteiligung mit 50-60% sehr hoch. Nach Medienberichten sind gesamtpakistanisch gesehen rund 25-30% der Wähler und Wählerinnen an die Urne. Heute geht das Leben für die meisten Menschen wieder ganz normal weiter. Die Strassen Islamabads sind wieder – wie an jedem Arbeitstag – mit dem überquillenden Verkehr der Pendler verstopft. Die Normalität ist wieder eingekehrt. An einigen Orten sieht man noch Menschen, die vor den Wahlbüros ihrer Partei warten. Doch für die meisten Pakistanis steht Geldverdienen und die Sorge um das Überleben wieder an erster Stelle.

–Reden die Leute über die Wahlen? Was schreiben die Zeitungen?
Die Urdu Zeitung Jang aus Rawalpindi schreibt in Fettschrift: „Die Türme sind gefallen – Sujaad, Sheikh Rashid, Rau Sikander, Humayun Akthar und Hamid Naser Chatta sind gefallen“ – alles ML-Q Politiker;
„Nawaz Sharif: Musharraf muss gehen. Die abgesetzten Richter müssen wieder eingesetzt werden“ Roznama Express, Islamabad;
Und ein schöner, lautmalerischer Urdutitel: „Heisser Kampf zwischen Pfeil und Tiger – beim Fahrradreifen ist die Luft draussen“ Roznama Jinnah, Islamabad. In dieser Urdu Zeitung werden also die Parteizeichen verwendet, die den jeweiligen Parteien zugeteilt wurden, damit auch die meisten pakistanischen Analphabeten nicht aus Versehen den falschen Kandidaten wählen, der ihnen gar nichts bezahlt hat.

Englisch sprachigen Zeitungen titeln

„Die Demokratie rächt sich“ The News – hoffen wir, dass die Rache nicht gewalttätig wird oder
„PPP, ‚N’ werfen die PML-Q aus dem Rennen“ The Nation;
Frontier Provinz ist da noch vorsichtig und schreibt: „PML-N, PPP scheinen die Wahlen im Sturm zu gewinnen“ – nach jedem Sturm kommt eine Ruhephase, hoffen wir, dass dies auch in der Politik der Fall ist.

„All the King’s men, gone“ – damit meint man die Kandidaten der Königspartei von Musharraf, die ML-Q. Daily Times.
Die Zeitungen stellten fest, dass einige politische Schwergewichte ihren Sitz gestern in den Wahlen verloren haben. So zum Beispiel der Präsident der ML-Q, Chaudhry Sujaat Hussain. Letzte Woche, als wir aus Lahore berichteten und praktisch gegenüber den Chaudhries einquartiert waren, zwängten sich Tag und Nacht unzählige PWs, die bunt bemalten Lastwagen, die laut kreischenden und Umwelt verpestenden dreirädrigen Rikshaws durch die Strasse vor den Villen der Chaudhries. Gestern war diese Strasse gesperrt, denn eine riesen Party war geplant. Nach den ersten Wahlergebnissen wurden dann eilig die Tische weggetragen und den Besuchern gesagt, dass es doch besser sei, wieder einmal zuhause zu essen.
Ein anderes Schwergewicht ist Sheikh Rashid, der als Kandidat der ML-Q aus dem Lal Haweli in Rawalpindi – wie sein Palast genannt wird – seinen Hut nehmen musste. Der zigarrenrauchende Lebemann hat wohl ausgespielt und reiste noch gestern Nacht nach Spanien in die Ferien. Er verkörpert für mich das politische Gewissen Pakistans. Er war nun fast 24 Jahre in jeder Regierung in irgendeiner Funktion dabei und wechselte die Parteien nach Lust und Laune. Als ich ihn einmal interviewte und nach der politischen Loyalität fragte, antwortete er: „Was heisst da Loyalität gegenüber der PPP oder Muslim League. Meine Partei ist jene, die gewinnt.“ Wenigstens ein ehrlicher pakistanischer Politiker. Nun, dieses mal hat es wohl nicht ganz geklappt, doch er ist ein Stehaufmännchen. Lassen wir uns also überraschen.

–Es gibt ein gespanntes Warten auf definitive Resultate. Gibt es überhaupt den Glauben, es könnte sich etwas ändern, wenn die Opposition gewinnen sollte?
Alle warten auf die definitiven Resultate. Was aber jetzt schon feststeht: Musharraf konnte gestern zu Recht in seiner TV-Ansprache sagen, dass er sein Versprechen gehalten hat – die Wahlen waren mehr oder weniger fair, mehr oder weniger frei, mehr oder weniger transparent und auch mehr oder weniger friedlich. Dass die Opposition so stark abschneiden würde, wie es bis zum jetzigen Zeitpunkt der Fall ist, damit hat wohl niemand wirklich gerechnet. Die Menschen wollen eine Änderung, doch die Frage ist natürlich welche? Meistens sind es nur die Kontonummern jener, die in der neuen Regierung das Volk abzocken. Viele Menschen, die wir in den letzten Tagen und Wochen begegnet sind, haben auch ganz klar gesagt, dass sie keine Änderung erwarten, egal wer die Wahlen gewinnen wird. Einige meinten auch resigniert, dass sie gar nicht stimmen gehen.

–Kurz Ihre eigene Biografie: in Pakistan geboren, mit 2 Jahren in die Schweiz gekommen – seit 1984 Schweizer – wie oft Sind sie in Ihrer alten Heimat?
Ab 2001, seit ich mit dem Aufbau der Sozialprojekte von LivingEducation beschäftigt bin, reise ich mehrmals im Jahr nach Pakistan. 2007 war ich fast das ganze Jahr über in Pakistan und reiste in die Schweiz nur um meine Familie zu besuchen und für meine Vorlesungen.
–Sie sind in Pakistan oft im Dorf Paran – Nähe Faisalabad – der 3. grössten Stadt Pakistans, westlich von Lahore – Was erscheint Ihnen der grösste Gegensatz im Alltag dort zur Schweiz?
Ich habe gelernt, das pakistanische Volk hochzuschätzen. In der Schweiz kann man das ganze Jahr mehr oder weniger unter normalen Verhältnissen arbeiten. Im Sommer wird es hier während mehreren Monaten so heiss, dass man sich kaum mehr bewegen kann. Dann folgt die zweimonatige Regenzeit. In den Dörfern und auch in vielen Städten verwandelt sich der Boden in eine Schlammasse. Dies wurde mir während den Wahlen letztes Jahr bewusst, wie stark das Leben und die politischen Aktivitäten von Kälte und Regen abhängen. In Pakistan ist es im Winter kalt, denn man hat keine Zentralheizung und oft gibt es auch keinen Strom. Drei Monate im Jahr kann man den Pakistani wegen der Kälte kaum brauchen. Ja, und dann ist noch der Monat Ramadan, dann wird gefastet. In der restlichen Zeit wird vom Stress ausgeruht und ab und zu gearbeitet.
–Wie spürbar ist dort die aktuelle Politik – z.B. Die Demonstrationen der Anwälte? Der Ausnahmezustand, den Pervez Musharraf letztes Jahr verhängte? Oder die Ermordung von Benazir Bhutto im Dezember?
In den meisten Dörfern merkte man gar nichts. Die Ermordung von BB hat Konsternation hervorgerufen. Doch das Leben ging normal weiter. Die Bauern waren beschäftigt mit der Ernte und der Sorge, ob sie genug Wasser erhalten. Ich wurde während der Wahlkampagne von Zafar Waraich in Rahim Yar Khan im Dezember von einem Dorfbewohner gefragt, wann der Ausnahmezustand endlich aufgehoben wird – dabei war er schon seit 10 Tagen ausser Kraft.
Nur wenn man in die Grossstädte ging, wie z B Faisalabad, dort gab es Demonstrationen der Anwälte. Eine mühsame Sache für jede Person, die vor Gericht einen Fall hängig hatte, denn mehrere Monate musste man zwar alle 10 Tage vor Gericht erscheinen, wurde aber wegen dem Streik auf den nächsten Termin verwiesen. Eine unzumutbare Situation für Menschen, die zu Unrecht in Haft waren und wegen dem Anwaltsstreik nicht einmal eine Haftentlassung auf Kaution erwirken konnten.

—-Zum Bild hier vom Alltag in Pakistan, der von Gewalt geprägt scheint durch Selbstmordanschläge – Wie ist die Wahrnehmung hierzu in Paran?
In meinem Dorf, in dem LivingEducation Projekte durchführt, merkt man nichts von der Gewalt und Selbstmordanschlägen, die meist im Grenzgebiet zu Afghanistan stattfinden. In den Dörfern halten sich die Leute in Trab, in dem sie sich gegenseitig wegen Landstreitereien anzeigen und sich dann wieder vor Gericht treffen. Dies kann sich dann in die Länge ziehen, weil Mal der Richter nicht kommt oder dann die Anwälte streiken oder wegen einem hohen Besuch aus Islamabad das Gericht einfach geschlossen wird, natürlich ohne dass man benachrichtigt wird.
–Wie ist der Unterschied vom Land zur Stadt – z.B. in Lahore?
In den Städten haben wir weiche Ziele, wie z.B. eine Moschee, die in die Luft gejagt wird, weil die Gläubigen einer falschen Religionsrichtung angehören. Auch Märkte waren immer wieder Zielobjekte, da man dort vielen Menschen durch einen Anschlag schaden kann. Die Stadtbevölkerung ist somit irritiert und verängstigt. Vor allem auch die Oberschicht, die nicht mehr ihre Parties sorgenfrei feiern kann. Doch der Durchschnittsbürger ist besorgt, wie er an seinen Arbeitsplatz gelangt, wie er seine Familie ernähren kann. Dies waren auch die Gründe, weshalb in den Städten nur wenige Menschen an den Wahlveranstaltungen und an den Wahlen teilnahmen.

–Vor Wahlen in der Schweiz diskutieren die Leute am Stammtisch und in TV-Sendungen –Wie wird in Pakistan über Politik geredet?
Natürlich wird auch in Pakistan heftig diskutiert und debattiert. Trotz allem, die Medien waren recht frei und es wurde auf die Wahlen eingegangen. Die Anschläge überschatteten jedoch die Kampagnen und die Angst war in jeder Diskussion ein wichtiges Thema.
–Im Westen hat man die Angst, Extremisten könnten in Pakistan die Oberhand gewinnen und damit die Atommacht Pakistan beherrschen. Ist das ein Thema in der Bevölkerung?
Die Pakistanis sind gegen die Extremisten. Dies zeigen nun auch die Wahlen. Die islamistische Partei von Fazak ur Rehman hat bis jetzt gerade einmal drei Sitze gewonnen. Die Islamisten waren sich dieser Niederlage bewusst und die meist Mullah-Parteien sind schon gar nicht angetreten – ein Boykott hat ihr Gesicht gewahrt, scheinbar. Doch das Volk hat ihnen eine Ohrfeige verpasst und auch den ausländischen Medien, die in fast jedem Pakistani einen Talibankämpfer vermuten.
Die Atombombe ist der Stolz der Nation. Dies war ein Wahlthema. Nawaz Sharif rühmte sich in den Wahlen, dass er für die Bombe verantwortlich ist. Auch BB rühmte sich, dass ihr Vater der Initator der A-Bombe sei. Die Pakistaner werden niemals zulassen, dass irgendjemand ihnen ihre Atombombe wegnimmt. Dass bei einer Explosion nicht gerade viel von Pakistan übrig bleibt, das ist den wenigsten Befürwortern der Bombe bewusst.
–Wie ist Ihre eigene Einschätzung? Was ist die grösste politische Sorge der Bevölkerung?
Für die Unterschicht, wie sie überleben kann. Für die Oberschicht, wie sie noch reicher werden können.
–In Indien erleben wir einen wirtschaftlichen Aufschwung – Wie ist dazu die Wahrnehmung in Pakistan?
Wenn es Indien gut geht und Pakistan zu einem starken Handelspartner Indiens wird, dann hat es einen sehr positiven Einfluss. Es macht auch Sinn, mit dem Nachbarland starke Handelsbeziehungen aufzubauen. Viele IT Spezialisten aus Indien arbeiten in der Schweiz, doch auch immer mehr Pakistanis drängen sich ebenfalls erfolgreich in den IT Markt. Und am Schluss, der pakistanische Bauer hat nichts gegen den indischen Bauern auf der anderen Seite der Grenze.

–Zurück zu den Wahlen: Wahlen seien eine Farce, hiess es im Vorfeld – Jetzt gibt es Meldungen von Fälschung, Betrug, Frauen, die vom Wählen abgehalten wurden – Wie sind Ihre eigenen Beobachtungen und die von Zeugen?
In Lahore hatten wir die Möglichkeit mit einer Gruppe Ahmadi Muslime zu sprechen, die seit 1974 zu einer nicht-muslimischen Minderheit erklärt worden ist. Seit 1974 wählen sie nicht mehr, da sie, um wählen zu dürfen, sich schriftlich bekennen müssen, dass sie keine Muslime sind. In diesen Wahlen haben alle Bürger und Bürgerinnen gemeinsam gewählt. Für die Ahmadis gibt es aber eine separate Wählerliste. Sie sind seit 34 Jahren aus dem politischen Leben ausgeschlossen. In der Pressekonferenz des Informationsministerium stellte Radio DRS die Frage, weshalb die Ahmadis nicht frei wählen dürfen. Nazar Memoon antwortete in einem äusserst hässigen Ton, dass dies gelogen sei. Doch das Gemurmel der pakistanischen Journalisten liess erkennen, dass wenigstens sie die Frage verstanden hatten – all den ausländischen Journalisten schien diese Tatsache kaum bekannt zu sein. So gesehen ist die ganze Wahl natürlich eine Farce. Doch vielleicht sind nicht alle Menschen vor dem Recht gleich – dies gilt auch für Frauen, die manchmal nicht einmal als Mensch wahrgenommen werden. Deshalb auch das Schweiz-pakistanische Menschenrechtsbüro für Frauen, Dast-e-Shafqat, das sich für rechtlose Frauen einsetzt.

–Nun zu einem Ausblick: Wie geht es nach den Wahlen weiter? Vor allem für die Bevölkerung – wirtschaftlich, im Bereich Bildung und im Alltag?
Das Leben wird für die meisten Menschen genau gleich weitergehen, wie vor den Wahlen. Nur, die Versprechen der PPP oder ML-N, dass nun alles wieder viel billiger werden wird, wird sich nicht erfüllen. Das wird vielleicht auch der Grund sein, weshalb die nächste Regierung nicht sehr lange an der Macht bleiben wird. Es sei denn, dass es Musharraf gelingt eine nationale Einheitsregierung zu formieren, die die wirtschaftlichen Probleme erfolgreich angeht.

–Wie weit ist eine Demokratisierung möglich? Wie sehen Sie die Korruption, das Militär als Macht? Was, wenn Musharraf weniger Macht hat? Ist die PPP als Familien-Erbe Partei überhaupt fähig, etwas zu ändern? Wer steigt nach der Ermordung Benazir Bhuttos in Pakistan überhaupt in die Politik ein?
Das pakistanische Volk hat heute gezeigt, dass es friedliche, freie und transparente Wahlen durchführen kann. Es könnte ein Schritt in Richtung Demokratie sein. Doch, solange Politik als ein Geschäft angesehen wird, um noch mehr Macht zu erringen, um noch mehr Geld zu verdienen und die Familienclans der Bhuttos, Sharifs und wie sie alle heissen mögen, die Partei als ihr Aktieneigentum betrachten, hat Demokratie keine Chance.

Islamabad, kurz nach den Wahlen im Februar 2008.

Yahya Hassan Bajwa, 47, Kommunikationswissenschaftler & Dolmetscher, Dozent; Verein Living Education mit div. Hilfsprojekten in Pakistan; Büro für Forschung & Kommunikation in Baden

Frühere Life-Berichte aus Pakistan – die Berichte dürfen kopiert werden, aber bitte die Quellen angeben, damit die folgenden Berichte auch gelesen werden können. Danke und ein spezielles Merci an meinen «Privatkorrespondenten» und Kollegen Yahya.

Vor einem Jahr erschienen: Kalter Vorsommer im Februar – dieses sind wir rund eine Woche später dran – aber noch ist nicht Frühling

Vor zwei Jahren erschienen: Punkt und Doppelpunkt – Neuer Rohstoff

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – eigenständig, unabhängig, langfristig

Anti-WEF und Ferienstimmung

Anti-WEF und Ferienstimmung

Ferienmesse in Bern – sie gibt immer Anhaltspunkte, welche Länder offener werden und um Touristen werben. Es gibt Anhaltspunkte für die Entwicklung dieser Länder an der Börse – vorausgesetzt, sie kennen die jährlichen ändernden Trends. Und am Nachmittag gibt die Demo noch Anhaltspunkte für die Entwicklung der Schweiz – meist der ärmeren und schlecht ausgebildeten.

Internet, Freitag – ah du gehst nach Bern, an die Demo? Nein, an die Ferienmesse. Messe im Sinne einer Ausstellung. Messe kann auch Kirche sein …

Heiliggeistkirche Bern

… die Heiliggeistkirche. Dort wo Bundesrat Moritz Leuenberger gesprochen hat. Die Laterne leuchtet in voller Energie-Pracht. Die Bahnhofplatzumbaumensch haben nicht begriffen, was seine 26 Massnahmen bedeuten – die Laterne leuchtet noch heller als der Vormittagshimmel. Und wen trifft man dort – den Kirchendirektor. Bilder habe ich auch, aber die kommen später einmal. Aber herzlichen Dank für das tolle Gespräch …

Kamel

… an der Messe treffe ich andere Kollegen …

Bier

… die auch immer durstig sind. Diskutiere über die Antarktis und die Wüste. Letztere haben viel Geld und die Wüstensöhne investiert in schönste Bauten in Dubai – das wäre mein Ferientipp im Ausland – oder in …

Adelboden

… Adelboden. Touristisch arbeiten die mit Engelberg und Saas Fee zusammen. Beim Mittagessen erfährt man viel darüber und zusätzlich noch über Wellness. Analysieren, beobachten und im Blog nicht alles ausplaudern, denn meine Kunden wollen profitieren …

Wabern

… und nach der Ferienausstellung – wohin fährt das Tram Nr. 9? Gar nicht, aber es würde mich freuen, wenn ich in diesem demnächst einmal an die Endstation fahren kann, darf. Es stört mich auch nicht wenn jetzt nur Ka-ner nachkommt. Das ist eine Geheimmitteilung, wie wir sie in den nächsten zwei Stunden noch und noch hören – Polizeifunk und Handymitteilungen von WEF-Gegnern. Kurz zuvor. Zwei Strassenbahnen stehen bereit zum einsteigen, man hetzt hinein und keine fährt. Man steigt aus und informiert sich. Demo – die Innenstadt von Bern ist für den Verkehr geschlossen? Vermutlich ja. Auf den ehemaligen Pressesprecher kommen wir noch zu sprechen. In den Bus einsteigen. Überfüllt. Die Mitteilung im Bus ist eine schlechte Nachahmung an Dällebach Kari. Hoffentlich nicht der Spressesprecher der SVB, der über das Netz spricht, staggelt: Linie 9 nach Wab…Wab…Wabern … kein Strom und eine Kundgebung in Bern. Chaos pur. Ich denke in der Schweiz, dem Land der Qualität und Erfahrungen mit Demonstrationen, dürfte dies etwas professioneller ablaufen. Was soll es, ich kann mir meine Gedanken zur Schweiz machen, wie professionell wir wirklich sind …

Polizei, Menschen und Demo

… Menschen vorne, Menschen in der Mitte und Menschen hinten – wobei die in der Mitte von der Polizei sind – Berner und Aargauer Kantonalpolizei. Die Mehrheit die das vermutlich auf das Äusserte hassen und einige, die sich jetzt voll in ihrer Materie fühlen. Das Geschäft, in dem ich noch etwas kaufen wollte, vergesse ich, aber alle haben geöffnet. Das Schweizer Fernsehen ist anderer Meinung.

Falls sie mal zufällig einen neuen Vermögensverwalter – meine Kollegin sagt immer, das heisst Vermögensvermehrer – suchen, der an vorderster Front dabei ist – denken sie an mich – unsere ehemalige Militär-Einheit hätte an vorderster Front Kriegsbericht-Erstatter ausgebildet. Zum Glück ist hier nicht Krieg und wo die vorderste Front ist weiss keiner. Ich schaue mir solche Sachen, wenn ich zufälliger weise Gelegenheit habe, echt gerne an. Gewalt und Zerstörung verabscheue ich aufs Tiefste – aber ich möchte mehr über die Menschen erfahren, die hier dabei sind. Vielleicht diskutiere ich heute noch mit einer Person, die so etwas gar nicht mag. Ich will beobachten, mir eine eigene Meinung bilden können. Wenn sie mich gestern nicht darauf angesprochen hätte. wäre ich ohne Teleobjektiv nach Bern gegangen.

Ich kann ihnen versichern, eine Nikon, eine grosses Objektiv, ein eher alternatives als Krawatten gebundenes Aussehen und manchmal mehr zu wissen als andere hilft extrem. Ich werde als neutral, als reportierend und analysierend eingestuft und kann mit Polizei, Tourist und Krawallbruder gut diskutieren – wobei letztere für ich extrem selten zu sehen sind …

Polizei Sperrzone

… warum fährt da ein Velofahrer? Keiner ist orientiert. Hören sie beim Diskutieren mit der Polzei den Polizeifunk und diskutieren sie mit Jungen, die mit dem Handy telefonieren. Vielleicht braucht es ein geübtes Auge, aber sie finden immer heraus, was «interessant» sein könnte. Man hat darüber diskutiert, den Mobilfunk zu stören – ich kann aber problemlos Bilder ins Blog stellen. Vielleicht treffe ich wieder einmal den ersten Berner Polizisten und kann mit Hans-Jürg Käser über Software diskutieren. In Zürich misst man das Verkehrsaufkommen mit den Handyverbindungen – eine Berner Firma hat dies organisiert – auch meine eigene IT-Struktur. Keiner weiss, was wo läuft und da hilft nur extreme IT-Technik aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet. Einen solchen «IT-Spinner» treffe ich kurz darauf zwischen den zwei Säulen auf dem Bild. Polizei-Sperren darf man hier umgehen – ich habe zweimal gefragt. Der IT-Mensch sucht vermutlich auch einen neuen Job. Ehemals Grossfirma, Medienhaus über noch Frau noch anverwandt. Es tut weh, was heute so alles in der Schweiz abläuft. Das Fernsehen steht daneben und filmt, wie Chinesen – oder sind es Japaner – vor die Polizeitfront stehen und Erinnerungsbilder mit dem Zeitglockenturm aufnehmen. Die Ferienmesse hat den besseren Eindruck unseres Landes hinterlassen. Der IT-Mensch und ich diskutieren, ob der ehemalige Sprecher der Verkehrsbetriebe zu seinem Ex-Chef geht und von der einen in die andere Gratiszeitung wechselt. In unserer Zeit schadet es nicht, wenn man einige Hintergründe kennt …

Fernseh oder Wasserwerfer

… Fernseh- oder Wasserwerfer-Fahrzeug? Wir wissen es nicht. Es wendet um 180 Grad, man könnte aber schneller um einen Häuserblock fahren. Die Polizei behindert sich mit all ihren Fahrzeugen selbst. Einige helfen wenden, rufen, buhen, pfeiffen … sind das jetzt Anti-WEF-Demonstranten oder wie der IT-Mensch, der das mal zwei Stunden anschauen will und dafür in die Innenstadt gekommen ist. Viele die mitmachen haben keine Stelle, keine Lehrstelle. Dank Nikon kann ich mit diesen problemlos diskutieren und bin eigentlich geschockt, was die alles erzählen und auf der anderen Seite diskutiere ich mit mindestens gleich vielen Polizisten und Journalisten. Dank Nikon und grossem Zoom sehe ich neutral aus und ich denke, ich bin es auch …

Zytgloggeturm

… zuerst wird man von der Strasse Richtung Bärengraben verbannt und anschliessend dürfen Bewohner der Nebenstrasse nicht mehr beim Rathaus Richtung Bärengraben gehen. Keiner weiss was läuft, die Aargauer Polizisten, die friedlich mithelfen, auch nicht. «Wir haben keine Ahnung was läuft.» Ich denke, dass ich nach Hause will. Beim Käfigturm am oberen Waisenhausplatz (so komme ich mir auch fast vor) bin ich links und hinten von der Polizei umzingelt. Drei vier fünf Sekunden Massenbewegung – unangenehmes Gefühl. Rechts brüllen sie Judenschwein, Hitlersau und keiner unternimmt was. Nur eine Dame wird gepackt, weint und sagt, ich habe ja nur zugeschaut und wird abgeführt. Richtung Polizeikaserne – die steht zum Glück gleich unten an diesem Platz. 100 Meter weiter wird ein Mann und eine Frau verprügelt – für mich sehen die beiden nicht aus wie Demonstranten. Ich bin aber Tourist und kann dies nicht beurteilen. Aber die Gewalt, die einige ganz wenige Polizisten jetzt verüben, kann ich zur Kenntnis nehmen. Lieber Hans-Jürg, da wird noch einige Schulung nötig sein. Bei einigen ganz wenigen, denn die meisten Polisten und es hat auch viele Polizistinnen ist dies nicht nötig. Die bleiben ruhig, anständig, wie sich das für eine Hauptstadt gehört – die Hauptstadt der neutralen Schweiz …

Polizei prügelt

… mit den Fäusten werden Abgeführte verprügelt – ich habe das schon einmal erlebt – das tut weh, auch zum Zuschauen. Der Hans-Jürg, der Bernische Polizeidirektor, sieht das garantiert auch nicht gerne. Das ist «Nahrung» für die WEF-Gegner. Er ist in der gleichen liberalen Partei wie ich, in der gleichen landeskirchlichen liberalen Vereinigung und seine Frau gehörte zum Kader in unserer Stadtkirche. Einer unserer Pfarrer hat sich einmal auch für eine WEF-Veranstaltung eingesetzt. Friedlich, nicht demonstrierend, aufmerksam machend was auf der Welt falsch läuft, mit dem WEF zusammenarbeiten und nicht gegen das WEF sein. Mit Kampf können wir die Welt nicht verbessern, sondern indem wir auf Missstände aufmerksam machen und gemeinsam versuchen, diese zu beheben …

Kerzen und 6000 Paar Schuhe

… Kerzen und 6000 Paar Schuhe – eine solche Aktion ist sinnvoll und Frieden stiftend. Krawallbrüder sind nicht die Lösung und es ist gut, wenn so viele hunderte von Polisten Ruhe bewahren und Ruhe ausstrahlen. Der grösste Teil hat sich absolut super verhalten und durch die imposante Anwesenheit vermutlich viel verhindert. Zwei Stunden war ich an vorderster Front dabei und habe ganz andere Erfahrungen gemacht, als einige Medien berichten. Schade, wie heute auch von eigentlich angesehenen Medien berichtet wird. Um 10 vor 10 ist mein Text geschrieben und ich schaue am Samstag um 22.35, wie da informiert wird. Machen sie sich selbst ein Urteil, damit sie wissen, wo wir stehen und wohin die Reise geht.

Ich versuche, für meine Kunden ein ethischer Vermögensverwalter zu sein und deshalb erlaube ich mir auch, manchmal ganz anderes zu berichten und zu denken – für die Welt wäre dieses System nicht so schlecht.

Heute unbedingt Bernerzeitung kaufen – morgen mehr


(sorry, hier etwas spät – man müsste «draft» in «published» ändern)

«Unsere Mobilität wird sich massiv verändern» sagt Martin Lochbrunner, der das Transport-Business besser kennt als ich …

… ich, als Kleinewicht hatte einmal das Vergnügen (echt) 138 Fahrzeuge, zum grössten Teil Trucks, im Raume Bern, Aarau, Luzern ein zu setzten. Im Einflussgebiet von Planzer (Alinghi lässt grüssen, aber der Klabautermann Heinz Holliger ist eher meine Welt), Galliker (dort wo der nächste noch grössere Weinberg ist) , Schöni (mit dem ich schon Sauerkraut gegessen habe), Dreier (diesem Namen sind wir auch schon begegnet) und wie sie alle heissen und auch Marti ist mir nicht verwandt – alles «kleinere Fische». Lassen wir einmal einen wirklich Grossen, eher Unbekannten über Mobilität zu Wort kommen – und dann noch etwas zur Mobilität von Bloggern.

«Flottenmanagement und Klimawandel – Unsere Mobilität wird sich massiv verändern

Beim Thema Klimawandel steht immer auch die Mobilität im Brennpunkt. Ob ein Unternehmen seinen Fuhrpark selbst verwaltet oder das Flottenmanagement in externe Hände legt: Hier bestehen gewaltige Potentiale in Hinblick auf die Ökologie. Wie diese sich umsetzen lassen und wo Unternehmen auch wirtschaftlich profitieren können, erklärt Martin Lochbrunner, CEO der Mobility Solutions AG, im Interview.

Die „Klimadiskussion“ bleibt weiter voll im Gange. Die Mobilität ist dabei ein wichtiges Thema: Die Wirtschaft kann kaum Einschränkungen in Kauf nehmen, doch jeder Kilometer bedeutet unterm Strich eine Belastung für die Umwelt. Was kann modernes Flottenmanagement beitragen, um diese Belastung so gering wie möglich zu halten?

M. Lochbrunner: Jedes nicht produzierte Fahrzeug bedeutet in der Gesamtenergiebilanz eine geringere Belastung. Ziel muss also die höhere Produktivität und Auslastung der vorhandenen Fahrzeuge sein. Dafür müssen wir die entsprechenden Konzepte schaffen. Dies bedingt den Einsatz neuester Technologie im Bereich Telematik und Verkehrsleitung. Wir brauchen optimale Routenführung und effiziente Fahrzeuge für unsere Transporte. Hier müssen wir sicher weiteres Know-how entwickeln, gleiches gilt auch für den Bereich der alternativen Antriebstechnologien und Treibstoffe, wie Benzin mit Alkoholzusatz oder Diesel mit Biozusatz.
Für den Eigentümer des Fuhrparks ist ein Reporting über die Ist-Daten entscheidend; man kann keine Nachweise über CO2-Einsparungen bringen oder neue Massnahmen einleiten, ohne die entsprechenden Daten zu kennen.
Wir können nicht ohne Mobilität leben, aber wir können Sie effizienter gestalten.

Unternehmen suchen neue Lösungen
Dass ein Anbieter von Flottenmanagement das nötige Know-how hat, bedeutet längst nicht, dass bei den Unternehmen auch der Wille vorhanden ist, dieses umzusetzen. Wie stark kann hier überhaupt Einfluss genommen werden?

M. Lochbrunner: Das beginnt natürlich in der Beratung – und wir stellen mittlerweile generell fest, dass die Kunden hier schon recht sensibilisiert sind, aber schlicht nicht wissen, was sie tun können. Deswegen muss ein Anbieter von Flottenmanagement in der Lage sein, entsprechend zu beraten. Beispielsweise muss man sagen können, was es bedeutet, im Kurzstreckenverkehr Fahrzeuge mit Partikelfilter einzusetzen, oder welche Probleme sich aus dem Hybrid-Betrieb ergeben können. Die meisten Kunden sind grundsätzlich für solche Lösungen offen.

Ein Anbieter für Flottenmanagement oder Full Service Leasing kümmert sich darum, dass Mitarbeiter per Auto mobil sind. Wird es für die Zukunft auch Teil der Aufgabe sein, Alternativen aufzuzeigen, falls es für bestimmte Strecken sinnvolle gibt?

M. Lochbrunner: Es gibt zwei Aspekte: Erstens ist die ideale Kombination der verschiedenen Verkehrsträger zu suchen – beispielsweise gibt es für die Strecke Bern-Zürich nichts besseres, als den Zug zu nehmen und erst in Zürich ins Auto zu steigen, das dann von einem Car-Sharer zur Verfügung gestellt wird. Wir kooperieren hierfür mit den grössten Car-Sharern in der Schweiz und in Deutschland, mit Mobilty und der Deutschen Bahn. Zweitens ist die Auslastung der Fahrzeuge bedeutend zu erhöhen. Sicher gilt es auch, kreative Lösungen zu finden: Zum Beispiel können Fahrzeuge, die über das Wochenende nicht genutzt werden, für den privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt werden. Denn wie gesagt: Jedes Fahrzeug, das nicht produziert werden muss, bedeutet eine geringere Belastung für die Gesamtenergiebilanz.

Der richtige Verkehrsträger
Was insgesamt heisst, dass sich das Flottenmanagement immer mehr in Richtung Mobilitätsmanagement weiterentwickeln wird…

M. Lochbrunner: Das ist richtig. Es beginnt damit, zuerst das einzelne Fahrzeug bezüglich Kosten zu optimieren, dann die gesamte Flotte zu durchleuchten, wo sich Fahrzeuge abbauen lassen, und dann ein echtes Mobilitätsmanagement zu entwickeln, also die richtigen Verkehrsträger einzusetzen. Die Zukunft verlangt diesen Weg und unsere Branche wird sich entsprechend entwickeln müssen.

Wird sich an unserem Mobilitätsverhalten Ihrer Einschätzung nach grundlegend etwas verändern?

M. Lochbrunner: Mittlerweile stehen bei der Mobilität nicht mehr nur das reine Bedürfnis und die Ökonomie im Vordergrund, sondern eben auch die Ökologie. Diese beiden Ansprüche müssen keine Widersprüche sein: Gesparter Treibstoff ist bare Ökonomie. Das Problem liegt vielmehr in unserer Gesellschaft: Mobilität ist einerseits ein Grundbedürfnis, andererseits sind hier pure Emotionen im Spiel. Wenn wir es schaffen, diese Emotionen herauszunehmen, also nicht übermotorisiert und mit viel zu breiten Reifen herumzufahren, nur dann können sich Ökonomie und Ökologie ergänzen. Dies ist aber ein Prozess, welcher über Jahre oder möglicherweise erst über einen Generationenwechsel erfolgen kann. Sie sehen an den Fahrzeugen auf der Strasse, wie viel Emotion heute noch drinsteckt. Meine Kinder urteilen da schon viel rationaler als meine Generation.

Kann ein Anbieter von Flottenmanagement es sich überhaupt leisten, seinem Kunden so etwas zu sagen?

M. Lochbrunner: Es ist doch auch unsere Pflicht, die Unternehmen darauf aufmerksam zu machen, dass die eingesetzten Fahrzeuge einen Einfluss auf die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit haben. In einer Öffentlichkeit, die ökologisch derzeit enorm sensibilisiert ist. Ich denke nicht, dass es geschätzt wird, wenn man bei der Kundschaft mit einem grossen SUV vorfährt. Wir sehen es als unsere Aufgabe, den Kunden auf den Verbrauch und den CO2-Ausstoss, aber auch auf das damit verbundene Image aufmerksam zu machen.

Die Fahrzeugflotte als CI-Element…

M. Lochbrunner: Ganz genau. Unser Konzern achtet beispielsweise darauf, dass seine Fahrzeuge in der Öffentlichkeit als angemessen, effizient und einsatzgerecht wahrgenommen werden. Und umgekehrt können Sie mich als Beispiel nehmen: Wenn bei uns ein Lieferant mit einem dicken Schlitten vorfährt, gehe ich immer davon aus, dass wir noch Potential bei den Preisen haben, schliesslich kennen wir als Flottenmanager ja die damit verbundenen Kosten…

Mobilität wird teurer
Lassen Sie uns noch einmal auf das geänderte Mobilitätsverhalten zurückkommen: Was wird denn konkret anders werden?

M. Lochbrunner: Es gibt genau drei Elemente, die mobil sein müssen: Personen, Güter und Informationen. Diese stehen untereinander in gegenseitiger Abhängigkeit. Sie können etwa einen Personentransport einsparen, indem Sie Informationen richtig verteilen, oder indem Sie ein persönliches Gespräch durch ein Telefonat ersetzen. Solche Substitutionen, intelligente Kombinationen und effiziente Transporte werden immer wichtiger. Hier liegen grosse Möglichkeiten, es setzt aber auch moderne Technologie voraus: Sie müssen wissen, wo Ihre Fahrzeuge sich befinden, ob sie beladen sind oder noch Kapazitäten haben. Natürlich bedingt dies auch grosse Investitionen, deswegen sind sinnvolle Kooperationen unerlässlich.
Die Mobilität ist heute sehr günstig, was sich aber in absehbarer Zukunft ändern wird. Ich bin überzeugt, dass sich nicht mehr jeder Mobilität im heutigen Massstab wird leisten können. Freizeitmobilität wird zu Gunsten der zur Grundversorgung benötigten Mobilität eingeschränkt werden. Ich erwarte, dass dies in einer ersten Phase sicher über den Preis beziehungsweise über neue Abgaben wie z.B. Road-Pricing gesteuert wird. Es wird auch eine selbständige Verknappung geben: Die asiatischen Märkte saugen Ressourcen wie Energie ab. Dass diese damit auch ohne Abgaben automatisch teurer werden, versteht sich von selbst. Deshalb bin ich überzeugt, dass sich das Verhalten bezüglich der Mobilität massiv verändern wird.

Martin Lochbrunner (martin.lochbrunner at post dot ch) ist CEO der Mobility Solutions AG. Das Unternehmen ist eine Konzerngesellschaft der Schweizerischen Post und für das Flottenmanagement des Konzerns verantwortlich. Seit dem 1. Januar 2005 bietet es seine Dienstleistungen für umfassende Mobilitätslösungen auch Dritten an.»

(obenstehendes Interview wurde auch in der Zeitschrift Blickpunkt KMU, Ausgabe 5/2007, veröffentlicht)

Mobility Solution

Da wäre noch eine ketzerische Frage. Wieso arbeiten die Post, die Bundesverwaltung, die Bahn (wird vermutlich auch einen eigenen Zug mit Fahrzeugen fahren) und das Militär nicht zusammen. Hier könnte man Know How und Macht bündeln, gegen die Lieferanten noch grösser antreten. Aber diese Frage wird uns am 24. Dezember nicht beantwortet. Sie ist Departements überschreitend und vermutlich ist die Massnahme Nr. 17 noch nicht einmal richtig andiskutiert worden. Nebst der Umwelt würden wir auch grosse Summen an Steuern einsparen können, denn all die öffentlichen Fahrzeuge bezahlen sie und ich … gar nicht zu denken an all die Goldrand-Lösungen der 26 Kantone und der Einwohner- und Burgergemeinden. Das wäre ein Job für mich, da würde ich den selbständigen Vermögensverwalter glatt an den Nagel hängen – einzige Bedingung: 10 Prozent der Ersparnisse sind für mich!

Nur über die Biotreibstoffe, die alles andere als Bio sind, müssten wir noch einmal diskutieren. Vor 25 Jahren ungefähr habe ich den CEO Martin das letzte mal in Grafenried gesehen, der Ort, der etwas mit dem 1. und dem letzten Fenster im Adventskalender zu tun haben wird. Nicht dass dort per Zufall Paul «mein wandelndes Lastwagenlexikon» wohnt – ganz anders – eben zufälligerweise, oder dank den Suchmaschinen, wie so oft in diesem von swissblogpress organisierten 24 Tagen. «Unsere Mobilität wird sich massiv verändern» – nicht nur Transport mässig, auch die Mobilität, Flexibilität und Vernetzung der Schweizer Bloggerszene. Rund 100 Blogger haben wir angefragt, etwas zu schreiben. Etwelche mobile haben wir engagieren können – herzlichen Dank. Die meisten bloggen in ihrem Scheckenhaus und dabei liefern sie so viele Rohstoffe, dass man viel mehr vernetzen könnte. Das wird die Zukunft sein – vielleicht beginnt ein neues Kapital mit dem World Blog Forum vom 11. – 13. Juli in Bern. Ob Energie politische Massnahmen oder Web 2.0-Vernetzung – kreative Köpfe sind gefragt. Und gut organisiert müssen sie sein und schnell schreiben und Gedanken fassen können, diese vernetzen. Ein Beitrag, wie der vorliegende sollte nicht viel mehr alszwei Stunden Arbeit in Anspruch nehmen – das Telefon gestern Nachmittag nicht eingerechnet.

Roman und Daniela haben eine Hilfe – die Blog-Praxis – als Beispiel das Sammeln von Daten – Ideen haben, mobil bleiben. Der Adventskalender ist hier nicht unbedingt eine Anfangsaufgabe – aber hat Spass gemacht – die Ideen für die letzten zwei Tage sind schon im Kopf … aber wir müssen extrem mobil bleiben. Danke an alle, die mitgeholfen haben und denjenigen, die die letzten zwei Tage noch bestreiten werden.

Adventskalender 22

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Der Adventskalender darf ins eigene Blog gestellt werden – hier das Word Dokument 22 (html)

Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan MartiFinanzblog

Lastwagen-Romantik und Reise zu den Sternen


On the Road again (scrollen) und «darüber nachgedacht» – THINK ABOUT. Kein Zweifel, da scheinen zwei gerne zu reisen und Kurt wird demnächst seinen Reisebericht über Australien aufschalten – die vorletzte Reise führte in die Mongolei und schiesst wie immer wunderschöne Fotos. Damals erzählte er am letzten Tag über den Mini – rund dreissig Jahre ist es her, dass ich eine solche Maschine gefahren bin. Im gleichen Jahr über 10 000 km «non paved» mit dem helblauen Opel Kadett Sport durch die Wüsten und Steppen der USA – und wenn mal eine harte Unterlage da ist, da kommt so ein Asphalt Cowboy, überholt einem und die Träumerei beginnt: so ein Reisending möcht ich einmal fahren

… übrigens, die drei Könige zogen damals noch mit Kamelen durch die Wüste, dem Stern von Bethlehem folgend. Aber zuerst lassen wir THINK ABOUT über die Lastwagen schreiben. Danke Kurt, für diesen Beitrag – das Fernweh zieht …

Die besondere Lastwagen-Romantik

Für Güter die Bahn, heisst es bei uns. Moritz Leuenberger weibelte früher und meiert nun für diesen edlen Grundsatz durch die politischen Lande, und in der Tat macht in der Enge unserer Täler ein grosser LKW oft wenig Sinn, mag die Autobahn noch so nett ausgebaut sein.

Das sehen die Australier ein wenig anders. Dort verkehren regelrechte Lastzüge auf den Verbindungsstrassen durchs Outback. Sie heissen denn auch sinnigerweise Road Trains und müssen entsprechende Warntafeln tragen, sobald sie 36,5m Gesamtlänge überschreiten. Ja, Sie lesen richtig. Es gibt sogar welche im Transitverkehr, die bis zu 100 m lang sein können. Monströse Zugmaschinen ziehen ganze Anhängerzüge mit 90 bis 100 km/h durchs Land. Einem Road Train sollten Sie wenn möglich selbst ausweichen. Er selbst kann es nicht, und mit dem Bremsen ist es auch schwierig. Die schwersten Ungetüme haben einen Bremsweg von bis zu 1,5km – unter Beihilfe der Motorbremse, die beim runter Schalten in jedem Gang genutzt werden muss, weil sonst die Bremsen überhitzen.

Nun sind diese Ungetüme der Landstrasse für die Australier aber kein Ärgernis. Mir scheint viel mehr, sie sind ein Teil der Kultur. Und die Fahrer sind stolz auf ihre Babys, und sie geniessen den Respekt aller Verkehrsteilnehmer (in den Städten sind sie nicht anzutreffen). Nicht selten können Sie auch spätabends nach langer Fahrt und kurzer Pause einen Lastenzug vor sich haben, der blank gewienert scheint und in dessen Chrom die Sonnenreflexe blitzen: Die Chauffeure sind eifriger mit Schwamm und Kerosin-Lappen bei der Hand (und vergessen auch die Felgen nicht) als bei uns die eingefleischtesten Samstag-Nachmittag-Lackpolierer.

Doch auch in Australien macht die Eisenbahn Boden gut. Auf der Strecke Darwin – Alice Springs, von der Nordküste ins Zentrum des Kontinents, fuhren die grössten Landstrassen-Trecks. Sie sind selten geworden, seit dieses Stück von der Eisenbahn erschlossen ist.

Thinkabout – www.thinkabout.ch

Soeben von seiner dritten Australienreise zurück gekehrt. Reiseerzählung beginnt in Kürze auf www.thinkabout.ch/gereist

Think about

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… so nun den Gunter Gabriel auf den Plattenteller und wir haben Country und Lastwagen-Songs und vor mir fährt der 30 Tonner Dieslel – ja er ist ein Kerl – und fährt mit seinem gelben Lkw samt Anhänger Richtung Bethlehem – den Sternen folgend (unterstes Bild). Anständig und vorsichtig fahrend, den ökologischen Fahrkurs garantiert absolviert. Er fährt nicht zu den Sternen, biegt vorher ab. Er geht garantiert zu einem meiner ehemaligen Kollegen – Stift Martin hat nach für mich Zahlungsborderaux geschrieben und vielleicht durfte er den gleichen Mini fahren.

So ein Adventskalender und die Recherchen bringen spannendes zu Tage. Eine aus unserem Clan ist «abgedriftet», nix Trucker, historische Bahnen und vermutlich hat der pokerspielende Stapi von gestern den Gruss noch knapp ausrichten können. Mal schauen, ob ein Weihnachtsgruss hilft, sich wieder einmal zu sehen. Einmal mit ihm auf einem Truck und einmal mit ihr auf einer Bahn. Es wäre nicht das erste mal, dass wir zusammen Bahn fahren. Disney Land und Achterbahn. Man hat sich zufällig getroffen. Die USA ist ja auch so klein, dass man resp. frau sich wirklich einmal über die Quere laufen muss – und natürlich quer durch LA (Los Angeles) mit besagtem hellblauem Wagen …

… die Welt ist klein und deshalb finde ich auch den Stern von Bethlehem – kurz vor Fünf. Frau stempelt die Pressemitteilungen . Danke vielmals. Der Link ist korrekt, der Brief ungenau – wir sehen darin, wer am 24. im Adventskalender antworten wird. Der Trucker, wir diskutieren noch eine Viertelstunde, nimmt die Briefe mit. Auch ihm besten Dank. Die Welt ist in Ordnung – genau gesagt wieder in Ordnung oder man hat sich daran gewöhnt, die Kundenzufriedenheit sehr hoch und alle happy. Vermutlich auch der Empfänger, der auf dem Brief im Adventskalender abgedeckt ist – kein Stempel von 3027 Bethlehem. Aber mit Beetagg und Stempel mit Datum und Uhrzeit. Die Aufgabe muss nach verfolgt werden können, denn bei seiner Weihnachts-(Visiten)-Karte denke ich sofort an den Baumarkt und den Sprengstoff TrinitrotoluolTNT Swiss Post. Darüber gäbe es auch eine Geschichte, aber die kommt zum Jubiläum am Stephanstag.

drei Könige

… welche drei gingen exakt vor 2000 Jahren nach Bethlehem? Was man exakter weiss, ist, wann das Kreuzworträtsel erfunden wurde – heute vor 94 Jahren. Sieht doch einen Beetagg ähnlich und da ich die moderne Kommunikation nach 21 noch drei Tage pflegen muss (darf – manchmal halt etwas später, weil anderes zum Teil vorgeht), habe ich bei meiner Weihnachtskarte auf Retro zurückgestellt …

Adventskalender 21

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Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan MartiFinanzblog

QN – was heisst das?

QN - was heisst das?

Kuhn – Reto genau genommen und wo ist seine Kuhn-World – an der Rikon-Strasse.

Kuhn Rikon müsste demnach etwas weiter von der Autobahn sein. Essen (nicht aus dem Dampfkochtopf) war gut aber fast nebensächlich. Wein, herrliche Karte und wie im Grossraum Zürich Pflicht, stark Italien- und etwas Spanien-lastig. Einer würde reizen, der einzige aus Süd- und Süd-West-Frankreich – Alain Brumont hätte heute mit Montus und Bouscassé Tag der offen Türe. Aber dort gäbe es nur junge Jahrgänge und die alten, zum Teil weniger gut ausgezeichneten dürften, wenn sie schön dekantiert sind und vielleicht noch mit dem Clef du Vin behandelt, herrlich schmecken. Aber etwas weit weg.

Näher ist zur Zeit die in der Dordogne lebende Tochter von Eugen Bänziger. Die Bilder von Eugen sind noch bis am Sonntag zu sehen. Vielleicht melde ich mich dann mit einem Bild von einer Bahnstation – Top on the World. Auf den Tag genau zwei Jahre danach.

Top auch bei QN die Cigarren. Mein Copain nimmt auf Anraten eine Don Alejandro Robaina – hier fehlt noch ein Link zum Cigar-Wiki. Etwas milder im Geschmack als die Partagas Piramides Limitada. Vielleicht etwas falsch geschrieben aber ich finde nur einen Link bei Don Gabriel – ausverkauft. Eine handsignierte leere Don-Kiste im Keller hilft nichts.

Da gehen wir lieber mal für eine Veranstaltung in Retos Keller, die QN-Cantina

Wir haben nie Reklamationen

Wir haben nie Reklamationen

so ist das in Zürich – ich reklamiere ja auch nicht, dass bei der Ankunft in Zürich durch den Lautsprecher ertönt «Wir kommen in Olten an» …

.. blogcamp beginnt gleich und Langenthal ist auch schon anwesend …

Ammann

… wir wünschen allen dieses Wochenende viel Glück und Spass …

invisible

invisible und jetzt ist gerade die Sprache von der Weltwoche, die anscheinend die einzige noch politische Zeitung sei … ob Schafsköpfe sie regelmässig lesen?

Ricci …

Ricci ...

..

Davidoff

… Technik überrascht oft. Erstens, kommt mein Beitrag noch einmal, weil ich mit dem Handy was falsch gelöscht habe – am Samstag ist er schon erschienen – mit einem Kommentar von Aficionado. Ja er ist zum Teil auf der richtigen Spur. Es ist eine Davidoff «Puro Robusto – Capa Dominicana». Gekauft bei Zigarren Dürr – und diesem Namen wird sie total gerecht. Da brauch ich nichts zu löschen, die macht es drei mal von alleine. Dürr und das Deckblatt von leider Qualität – aber eben, alles von der Dominikanischen Republik. Ich weiss jetzt wenigstens, wieso diese Cigarre eine Bauchbinde braucht – damit sie nicht auseinander fällt. Der Geschmack bis rund in die Hälfte ist toll, das Brennverhalten nicht Davidoff würdig und zum Schluss wird diese Zigarre viel zu stark – CHF 21 und ein paar Zerquetschte ist diese schlicht nicht wert.

Danke an Nikon und Foto Erhardt


On the road again – ja wenn einer eine Reise tut und fünf Tage fotointensives Herumreisen mit einem Datendesaster endet, ist man froh, wenn weiter geholfen werden kann.

Rund 500 digitale Fotos waren nicht mehr lesbar. Totaler Datensalat. Selber schuld, ich hätte ein Kabel nicht zuhause liegen lassen sollen, dann hätte ich die Dateien ab meinem Microchip auf das Notebook spielen können. Die grossen NEF-Bilder (RAW) sind futsch – da kann man keine Poster mehr machen. Das ist aber nicht so schlimm, denn das JPG-Bild reicht meist. Und diese konnte ich dank dem Tipp von Nikon-Support und dem Gratisprogramm von Foto Erhardt doch noch retten. Foto recovery und die Bilder werden wieder hergestellt. Der Kompi arbeitet noch eine Zeit lang, aber der Schreck ist vorbei.

kleinster Polospieler

… der jüngste Polospieler, den wir getroffen haben – der Sohn einer der besten englischen Polospieler …

Andrew

… Andrew schiesst eben ein Tor …

Pferde nach dem Spiel

… die Polo-Pferde nach dem Spiel …

andere Pferde

… manchmal sieht man auch andere Pferde

Klippe

… die aus diesem Material gemacht wurden. Auf diesem Material werden in England ganz erstaunliche Resultate erzielt, aber dazu morgen mehr …

Möve

… hier noch ein Bewohner der Kanal-Klippen

Eichhörnchen

… und ein Eichhörnchen, dass sich in London nicht stören lässt …

Hilfe - leerer Benzintank

… wenn jemand daneben geholfen wird …

Nikon London

… schon in London hätte mir geholfen werden können. Aber hier war die Welt noch in Ordnung. Geholfen hat der Nikon-Support Europa. Merci.

Und ein merci auch an den gratis smart PC-Inspektor – seit drei Stunden stellt er die NEF-Dateien wieder her – bis jetzt wurden 260 Bilder rekonstruiert. Wir können also in Zukunft auch grossformatige Drucke und Poster herstellen.