"Zur Lage der Nation" – 3 – lieber reich und gesund als arm und krank


Über Finanzspezialisten wurde berichtet – nun ist das Gesundheitswesen dran. Derjenige, der uns berichtet, meint nicht die Pflegefachleute, früher Krankenschwester genannt, sondern die Gesundsheits-Spezialisten.

«Ähnlichkeiten mit … sind rein zufällig! Unser Gesundheitswesen ist krank. Man soll es mit dem finnischen vergleichen! Dieses ist weitaus kostengünstiger und das Volk ist nicht weniger gesund!

Der Kanton Bern als Beispiel hat mehr Spitäler als das ganze Land Schweden! Allerdings
hat man dort so etwas wie eine Spitex vorgeschaltet. Und dann kommen noch die anderen 25 Kantone und die staatlichen Institutionen dazu (SUVA, Bellikon…)

Wir sind ein degeneriertes und verweichlichtes Wohlstandsland geworden, wo die Crème von
den übrigen lebt. Ungefähr so wie in den Ostländern. Dort nennt man dies Korruption….

Ich habe den Mund auch im Spital gegen Missstände geöffnet. Das hat dann irgend wann
jemand gestört und ich war arbeitslos – habe aber einen «innovativen» Weg gefunden, den
man mir heute noch vergönnt!

Interessant ist:

* Mein damaliger Chef ist nicht mehr. Aus meinem «Fall» hat man
gelernt. Er wurde motiviert, selber zu gehen.

* Ein Mitglied der damaligen Spitalleitung (Rang Chefarzt und
ärztlicher Leiter) ist nicht mehr. Er war es, der mir am meisten
am Stuhlbein gesägt hat. Er wurde schliesslich gar von jenen
Politikern durchschaut, die ihn am längsten gestützt haben. Aber
sie liessen ihn aus Eigennutz fallen.

* Ein weiteres Mitglied der damaligen Spitalleitung ist ebenfalls weg. Er hat
zu sehr die Missstände und ein Missmanagement bekämpft. In diesem
Fall hat man den Fähigsten entfernt!

* Die Pflegedienstleiterin, auch Spitalleitungs-Mitglied ist nicht mehr. Dem
Missstück hat niemand eine Träne nachgeweint

* Man wolle meine Aufgabe mit einer jüngeren, unverbrauchten Kraft
erfüllen, so die Aussage des damaligen Vorsitzenden der
Aufsichtskommission (Interessant: Er wurde aus dem Direktorium einer
grossen Versicherung entfernt, bevor er an einem Spital wirksam wurde, er ist auch nicht mehr)… Der Nachfolger war
älter, inzwischen ist die Stelle des Personalleiters zu einem
Schleudersitz geworden. Es sind schon einige verheizt worden…!

Inzwischen habe ich ein neues Paradebeispiel gehört. Man wollte einen neuen Bettentrakt
bauen, den nachher etwa 2 Jahre betreiben, dann das Haus schliessen….! Beides ist jetzt
von den Traktanden.

Ich habe die Schonfrist genügend lang respektiert. Wenn ich höre, dass gefummelt wird,
äussere ich mich. Ich äussere mich nicht gegen einzelne Mitarbeitende. Ich habe am letzten Samstag eine unkomplizierte und fachkompetente Behandlung im Notfall des Hauses erfahren! Diesen Leuten sollte man ein Umfeld schaffen, dass sie ihre Fähigkeiten wirksam entfalten können!

Unser Gesundheitswesen ist deshalb so teuer, weil nur Kostgänger am Futtertrog für die
besten Plätze kämpfen, koste es was es wolle…!

Die Gesundheitspolitik ist – wie das Wort Politik schon sagt, etwas kompliziert und für Laien undurchsichtig. Aber es handelt sich um einen Futtertrog, der regelmässig gefüllt wird und zum Teil automatisch, was logischer Weise zu Schmarozzern führt.

– Spitalartikel sind noch teurer als Flugzeugartikel!

– Die Medis werden von der Pharmaindustrie terrorisiert

– Die Defizite der öffentlich rechtlichen Häuser werden zwar nach bestimmten Regeln gedeckt, aber oft ist das kontrollierende Organ gar nicht neutral oder unabhängig

– die Tarife werden ausgehandelt, nicht nach strengen kaufmännischen Gesichtspunkten festgelegt

– Es entsteht der Eindruck, die Kalkulation beginne von hinten. Zuerst werden die Kosten generiert, danach wird festgelegt, wie viel an Subvention in die Rechnung einfliessen soll

– Tarmed: gleiche Tarife in der ganzen Schweiz, obwohl die Kostenstruktur in Genf anders ist als z. B. in Langenthal. Nur schon der Bodenpreis, wo die Hütte drauf steht, würde via BAB einen Unterschied ausmachen und in Zürich sind die
Löhne eindeutig höher als in Graubünden (ausser vielleicht Samedan/St. Moritz)

– Chefärzte haben meist eine eigene Praxis, also auf eigene Rechnung. Sie müssen zwar an die Infrastruktur etwas abliefern, aber das macht nie das aus, was es kostet. Man kann es gut sehen. Wenn einer auszieht und selber eine Praxis auf privater Basis eröffnet, wird er das Einkommen nicht mehr erreichen. Ich kenne einen Chirurgen, der es so gemacht
hat. Seine Praxisassistentin hat er zwar organisiert. Die muss aber auf eigene Rechnung arbeiten… (Ob so was eine selbständige Arbeit ist, würde im Streitfall schnell beantwortet sein!).

Kanzler Schmidt:
«(…) Auf die Finanzmarktkrise angesprochen, unterteilte alt Kanzler Schmidt (Raubtierkapitalismus) die Menschen in Kategorien: „Die Normalen, die auch ein bisschen Schmu machen und aus dem Supermarkt einen Riegel Schokolade mitnehmen.

Die zweite Stufe sind die mit einer leichten kriminellen Ader. Und die dritte Stufe sind die Investmentbanker.“
Er hat die Ärzte vergessen, sie wären die dritte und die Investmentbanker die vierte Stufe! Damit meine ich nicht die hervorragend arbeitenden Hausärzte und jene, die nicht so nahe am «Tropf» sind wie z.B. Chefärzte und Spezialisten.

Ich glaube, Politiker sagen lieber nichts gegen Ärzte, weil sie sich davor fürchten, dass sie auch einmal von den abhängig sein werden!»

Steht der Crash im Gesundheitswesen noch bevor? Jeder darf froh sein, wenn er einen guten Gesundheits- und Finanz-Berater hat und möglichst wenige Notsituationen besprechen und behandeln muss. Aber wenn ich so im Bekanntenkreis herumhorche, kann einem die heutige Zeit schon manchmal Sorgen bereiten … wie die Bekannte mit Hirn-Tumor, die auf MS behandelt wurde. Nicht immer kommt es doch noch gut.

Ein Beitrag über «Geld und Finanzen – leicht erklärt» – einer Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn. Er wird auch im Personalblog aufgeschaltet.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Strukturierte Produkte: warme Luft mit Adam und Eva beim Struki-Boom

Vor zwei Jahren erschienen:
Das Wetter … hat zwei Bedeutungen

Vor drei Jahren erschienen:
2. Säule, 2. Meinung – Gespräche im Zug

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

4 thoughts on “"Zur Lage der Nation" – 3 – lieber reich und gesund als arm und krank”

  1. dan – http://www.diekreide.net
    2008-10-20 07:56:38
    Dem aufgeblasenen Gesundheitswesen wird ein Kollaps erfolgen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

    Die Gier hier der mächten Pharma- & Medizinbranche und er dazugehörenden Politiker ist ebenso unersättlich wie in der Finanzbranche.

    odh – http://personalblog.kaywa.com/
    2008-10-20 11:30:18
    Ob’s einen Kollaps geben wird oder nicht – Probleme wird es bestimmt noch geben. Wenn eine Branche dauernd die Kosten mehr steigert als sich das BIP entwickelt, wird zwangsläufig die Rede von der Kostenschere kommen.

    Solange fast jeder dahergelaufene Arzt, auch aus dem Ausland seine Praxis haben kann, bzw. am Tropf des sich automatisch nachfüllenden Futtertroges hängen kann, werden die Kosten ansteigen.

    Schweizer Studenten, welche Medizin studieren wollen, müssen sich dem Numerus Clausus stellen. Die Ausbildungsbeschränkung wird dazu benützt, ausländischen Fachkträften den Einstieg zu erleichtern. Bewusste Ungleichbehandlung zur Förderung der EU-Politik?

    Da nützt es wenig, wenn alljährlich dazu aufgerufen wird, die kostengünstigste Krankenkasse zu suchen um (ein bisschen) zu sparen. Dieser administrative Blödsinn ist nicht viel mehr Wert als das Sandmännchen.

  2. … vielleicht wird der numerus clausus noch einmal abgeschafft. Im Bildungswesen werden oft bei einem Nachfrageüberhang neue Studienplätze geschaffen, obschon die volkswirtschaftlich umstritten sind. Ich konnte mit 25 anderen im gleichen Jahrgang studieren, da wir zu wenig Platz hatten. Auch ein numerus clausus – heute studiert ein zig-faches – und ich habe eine Warnung vor über 20 Jahren abgegeben, auf welche ich im Februar von einer Professorin angesprochen wurde: «Du hast recht behalten. Deine Warnung habe ich nie vergessen.»

    Gut ausgebildete Leute helfen ja der Volkswirtschaft. Nur sollten die Jahre möglichst produktiv verwendet werden und nicht einer Ausbildung zum Opfer fallen, die gar nicht nötig für den aus zu übenden Beruf ist. Ich behaupte, dass in der Schweiz jedermann zwei Jahre zu viel ausgebildet wurde. Zwei Jahre, die ihm vor der Pensionierung fehlen, dann wenn er normalerweise das höchste Gehalt hat. So gesehen, ist dann seine Ausbildung extrem teuer gewesen.

  3. «Wir müssen gegen den Raubtier-Kapitalismus der Firmen und Manager kämpfen. Wir brauchen einen sozialen Kapitalismus und nicht die totale Ausbeutung des Menschen, wie es z.b. in den Tabak-Plantagen von Malawi geschieht. Es würde mich sehr freuen, wenn auch einer der Manager einmal nach Malawi fliegen würde, um den Armen und Ausgebeuteten zu begegnen. Die Firma SAP Walldorf wirft durch ihren Manager Millionen in den Sportverein von Hoffenheim hinein und baut auf Kosten der Firma ein Riesenstadion in einem Dorf mit 3000 Einwohnern. Also man hat Millionen für den Sport und lässt fast eine Milliarde Menschen hungern, jeden Tag verhungern 30.000 bis 40.000 Menschen. Es ist immer wieder Aufgabe der Ordensleute, auf diese Diskrepanz hinzuweisen.»

    – Pater Gerhard Knühl

  4. Leider gibt es in jeder Branche schwarze Schafe aber was wären wir Beispielsweise ohne geeignete Gesundheitsvorsorge oder das Versicherungwesen. Wie viel mehr Probleme würden tagtäglich auf jeden Einzelnen zukommen. Was die «3. Welt» angeht hier muss natürlich viel mehr getan werden. Aber auch hier gibt es Gott sei Dank Vorbilder.

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