Sience-Fiction an Weihnachten

Besinnliche Weihnachten. Lesen im heissen Badwasser und am Tisch im Garten.

SRF1 diskutiert seit Stunden über Bücher. Grund genug, das Weihnachtsgeschenk von Gestern zu lesen: Albert Einstein, Sigmund Freud – Warum Krieg? Ein Briefwechsel mit einem Essay von Isaac Asimov, „einer der bekanntesten sowie produktivsten Science-FictionSchriftsteller seiner Zeit.“ Schön, wenn das Buch nicht nur Zukunfts-Ideen behandelt, sondern, wenn es einmal so wird. Das Titelbild von Pablo Picasso – „Congrès mondial des partisans de la Paix“ – einer Friedenstaube, wie er eine für den Stockholmer Appell geschaffen hat.

Kein Krieg mehr. Friede. Wachstum abgebaut. „Dieses Buch gehört eigentlich zur Grundausstattung jeden Haushalts. Weltweit“ – Basler Zeitung. Ein Taschenbuch, das meine Bibliothek von heute rund 85 Laufmetern ergänzen wird und neben das Buch gestellt wird, von dem in meinem letzten Beitrag berichtet wurde. Die gleiche Thematik ist auch in meinem Weihnachtsbrief aufgegriffen. Herzlichen Danke an Jeannette, Rolf und Jade – es war ein toller Abend.

DSC_7543bZum  Kaffee am Weihnachtstag hatte ich Besuch – eine Biene. Der letzte Krieg in der Schweiz fand übrigens vor über 150 Jahren statt – möge dies ein Vorbild für die ganze Welt sein.

 

Äpfel, Mispel, Tabak … kein ganz normaler Tag

Gestern, am 22.12. war für mich kein ganz normaler Tag. Das Adventsfenster war öffentlich, full house und ein physikalischer Vorgang, der sensationell sein dürfte.

Ein einziger Stuhl hätte ich im Erdgeschoss noch auftreiben können. Das nächste Jahr müssten dann einige im Obergeschoss sicherheitshalber noch abgestaubt werden – nicht geklaut, gereinigt. Merci all den Besuchern und der Dame die von ca. 1940 – 1950 hier gelebt hat und telefonisch ihr Heimweh bekundete. Danke für die Geschenke, vorab der Tabakpflanze, die irgendwann mal meinen Garten zieren wird. Grund genug, nächstes Jahr ein Produkt aus Huminsäure aus zu probieren. Wenn alles klappt, werde ich ab dem nächsten Jahr über einige chemisch-physikalische Sensationen berichten dürfen.

Na ja, alles verlief nicht gut. Zwei meiner besten Kollegen habe ich nicht mit einer Weihnachtskarte bedient. Ich gebe mir Mühe, die IT doch noch in den Griff zu bekommen. Sind ja auch erst 43 Jahre, seit ich mich mit dieser, damals noch EDV oder gar Lochkartentechnik, beschäftige.

Der Tag ist eine Wende, wohl die beste, die es gibt – die Sonnenwende, die längst Nacht ist vorbei. Sie hat nichts mit dem nicht mehr nötigen Wenden der Fernzüge zu tun. Umso schöner, dass man heute das Mittagessen im Garten geniessen kann. Ein rekordverdächtiger Dezember. Eine Biene leistet mir Gesellschaft. Gestern habe ich einige Früchte beim KSA auf dem Trottoir aufgelesen …

DSC_7536Mispeln, wie mindestens drei Besucher wussten. Eine Besucherin, die das wusste, hat von einem Kaki-Baum mit Früchten erzählt. Genau zwei Häuser von der Notfallaufnahme entfernt. Sie hat wesentlich länger an dieser Strasse gewohnt, als ich. Beim Nachbarhaus habe ich zwei Fotos geschossen. Zufall gibt es nicht. Aber welcher Fruchtbaum steht denn in der Nähe meines Kakibaumes. Alle sagen den Früchten Mispeln, Nespoli oder Nèfle. Die Pipa, wie sie in China genannt wird, gehört nicht zur Gattung der Mispeln. Es ist eine Japanische Wollmispel, eine Biwa. Ich muss in Sachen Natur noch einiges lernen, denn meine Vorstandskollegen möchten mein Beisitzerleben bei ruedmilan ändern.

Dafür kann ich mit einer Sensation aufwarten. Die ersten Erfolge sind einige Tage alt. Leider finde ich im Internet keinen entsprechenden Link zum Boskop-Test. „Nicht mal Gott weiss, wie es ausgeht“ ist die wissenschafltiche Begründung, für die beiden geopferten Äpfel. Quantenphysik pur. Darüber habe ich damals mit „meinem Pfarrer“ diskutiert. Der ist auch offen, für „Unerklärliches“. Ebenso der Pfarrer Res, der in seinem Kirchgemeindehaus auch die Zürcher Sektion des VRGS beherbert. Nicht zu verwechseln mit dem VRSG, bei dem ich mal die grösste Liegenschaftsbuchhaltung eingeführt habe. Die beiden Apfelhälften wurden energiemässig ausgependelt – rund 10′ Bovis. Eine Hälfte nahm ich mit und habe sie, nochmals mit dem gleichen Resultat ausgemessen, vorübergehend in der Garderobe des Landesmuseum gelassen. Beim Besuch kam eine SMS; „Meine Hälfte wurde gottlos angeschrien und verdammt“. Und das von einem Pfarrer. Zurück in der Garderobe war meine Apfelhälfte auf praktisch null Bovis gesunken.

Und nun das erstaunliche, diese „verdammte“ Apfelhälfte wurde mit einer Bonapfel-Hälfte meines Nachbars rund 5 km von mir entfernt den Vögel zum Verzehr überlassen.

lügen Vögel Foto zVg – merci. E-Mail Titel ist „lügen Vögel????“. Welche Hälfte wurde von den Vögeln nicht angerührt? Der verdammte Apfel! Quantenphysik, die reproduzierbar ist. Eine Sensation, über die heute noch viele Wissenschaftler lachen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die „Lehrmeinung“ umschwenken wird.

Verlassen wir die Natur. Einige Schallplatten werden aufgelegt. Bee Gees und Madame Butterfly. Barry und Robin Gipp, sowie Giacomo Puccini feiern Jahrestag. 1808 wurde die 5. und 6. Sinfonie von Ludwig van Beethoven uraufgeführt. Nicht alle sind über die verschiedenen Musikrichtungen begeistert. Dr. Schiwago wurde vor 50 Jahren in New York uraufgeführt. Sogar in unserem Anzeiger vermerkt. Mit dem Zusatz, dass Vinyl wieder vermehrt gesucht und angeboten wird – analog und qualitativ von digital praktisch nicht erreicht. Auch der Spatz, Edith Piaf, eine der grössten, wenn auch eher klein gewachsen, der letzten 100 Jahre hätte drei Tage vorher ihr Zentennium feiern können. Das Jahr des Haussperlings geht zu Ende.

Drei Sachen in den Medien lassen aufhorchen. „Blatter in die Muppet Show„. Dann sind da noch zwei etwas besondere Berufsleute, die mit Zahlen um sich schlagen. Ein Maurer erklärt, dass der Gripen vor rund 10 Jahren mir 2 Mia. gehandelt wurde und dann die Höchstofferte mit 5,5 Mia. „Bei rund dem Doppelten gibt das Probleme!“ Sie können selbst ausrechnen, ob sie auf das gleiche Resultat wie der zukünftige Finanzminister kommen. Und dann ein Schneider, auf die Frage, dass im Bildungssektor auch gespart werden muss. „Die früheren Budgetzuwachsraten von bis zu fünf Prozent sind nicht mehr möglich, aber gut zwei Prozent sollen es auch künftig sein“. So spart die Landesregierung. Für die meisten ist das eine Erhöhung um zwei Prozent. Na dann mal Prost auf das Jahr 2016.

Gleichentags noch gelesen: „Kernfusion am Ende?“ Der ITER in Cadarache wird wohl 50 Jahre Bauzeit verschlingen (der Link aus „Bild der Wissenschaft“ ist z.Z. nicht aufgeschaltet). Die Kostenexplosion in der Kernfusion.  Aber, knapp zwei Wochen alt: „Im Greifswalder Reaktor „Wendelstein 7-X“ haben sie nun erstmals ein Plasma erzeugt – eine Vorstufe für die Kernfusion.“ Na ja, mit klarer Sicht, wird zumindest einer in Ob dem Walden schmunzeln, was in den letzten zehn Jahren so alles an Kommentaren und Diskussionen stattfand. Und dabei hätten die Waldner über das Stanser Verkommnis, das seit 1481 wieder einmal Jahrestag hat, feiern können. Und 1789 wurde die Revolutionszeit eingeführt und 1917 wird die DIN-Norm eingeführt und 1920 werden regelmässige Rundfunksendungen vom Sender Königs Wusterhausen eingeführt. Kurt Waldheim wird UNO Generalsekretär. Zudem startet die Lockheed SR71 Black Bird zum Jungfernflug. Ein denkwürdiges Datum.

Nachtrag: Derjenige, der oben schmunzelt sandte kurz vor Mitternacht ein Mail – „Auftrag erfüllt„: „Sie waren bereit, ihr Leben für die Schweiz zu opfern. 1990 wurde ihre Truppe enttarnt 
und mit Schimpf und Schande aufgelöst. Kürzlich wurden die letzten Veteranen der geheimen Einheit P-26 diskret, aber in allen Ehren aus dem Dienst entlassen. Hans-Rudolf Strasser war einer von ihnen.“ Nun schmunzle ich, aber warte bis 2041, dass das Archiv zumindest für die Forschung freigegeben wird. Roger Köppel – „Die Weltwoche“ – müsste noch erwähnt werden.  Vielleicht urteilt er exakter, ethisch gerechter als die allgemeine Stossrichtung. Für politische Spannung dürfte im 2016 gesorgt werden.

 

2015 – das Pendel schlägt um …

… nicht ganz überall. Griechenland gehört weiterhin zur EU und die Euroschwäche wirkt weiter gegen die Schweizerfranken-Stärke. Wird wohl so bleiben wie schon im Blog im Sommer 2012 gegen die Kursstützung prophezeit. Profizeit wird zu wenig eingesetzt. Genau genommen sind es nur Profiteure vom „Leer-geld“, die nun laut lauthals jammerschreien.

Die Vollgeldinitiative kommt nicht von ungefähr – vermutlich aber zu früh. In der Politik hat das Pendel nach Rechts umgeschlagen. Die für die Schweiz lange führende Mitte ist schwach geworden. Der Grossteil der Liberalen driftet heute zur rechts-konservativen Linie.

Die Medien werden immer schreierischer, aber sicher nicht informativer, geschweige denn besser recherchierend. Digital kontra Print. Schön, dass trotzdem aus leicht konsumierbaren Meme über die Jahre stabile Erkenntnisse entstehen. Seit über 10 Jahren sind finanzblog.com und libref.ch online und das bedeutet, dass die liberale Landeskirche im 2016 genau 150 Jahren medial vertreten sein wird. Darin steckt etliche Erleuchtung. Das muss gefeiert werden – vom Buchdruck zum gezwitscherten Gesichtsbuch – kurz vor 500 Jahren Reformation.

DSC_7498Seit diesem Herbst stehen drei inzwischen historische Bleisätze in der Hammerschmitte. Wenn alle Stricke reissen, drucke ich in Zukunft von Hand – stromausfallresistent und nach wie vor ironisch. Seit dieser Woche wissen wir nun, dass Züge in Zürich nicht mehr wenden müssen. Wenden? Gerade zu Gotthelfs-Zeiten hat die Planung der Bahn2000 nicht angefangen., aber vor dem TGV und der fährt seit 1981, ohne je wenden zu müssen. Dafür feiern wir nächstes Jahr die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Dann sind wir noch schneller im Süden und seit zehn Jahren zudem raucherfrei.

Ja, das Problem, genauer geschrieben das Schicksal Nr. 1 kommt auch aus dem Süden. Die Flüchtlinge. „Beten wir für diese, dass der Krieg aufhört und sie wieder in ihre Heimat zurück können.“ Das hab ich nicht von einem Pfarrer. Von einem Pendler, wobei ich noch einige Welten überspringen muss, um in diese Welt vorzudringen. Aber ich schaffe dies. Und wenn ich wieder mal libero in der A-Welle pendle, dann versuche ich mich gegen herumschwebenden Parfum-Feinstaub zu immunisieren. 300 grosse Marken gibt es. Zum Glück sind die Wagen kleiner.

Ja, diese Woche habe ich nach knapp vierzig Jahren einen Wiederholungsfehler vollbracht. Statt nach Thun habe ich den Zug aus Thun erwischt. Wunderschöner ICE der nicht wenden muss. Thun ist ja schön, nur nichts tun ist ja noch schöner.

DSC_7500Auf der „irrtümlichen Zugfahrt“ hatte ich zumindest Zeit meine Weihnachtsbriefe – das Grundgerüst dieses Beitrags – mit persönlichen Notizen fertig zu stellen, denn am Nachmittag mussten diese in 3027 Bern-Bethlehem abgegeben werden. Nächsten Dienstag am 22.12.2015 ab 19:00 liegt eine der grössten Sammlungen über die Weihnachtsstempel dieser Sonderpoststelle anlässlich der Adventsfenster von Schmiedrued-Walde auf. Herzlich willkommen … oder ein anderes Mal bei mir in der Hammerschmitte. Herzlich willkommen war ich auch bei der SBB. Zusatzbillet lösen – eine Richtung wurde mir geschenkt. Das Ganze als Übungsbeispiel für eine Auszubildende. Und zu guter letzt drückt mir auf der Rückfahrt die kontrollierende Dame ein weiteres Ticket in die Hand. „Schauen sie sich dieses genau an.“ Merci. Das Capuccino roch dann genüsslich im Speisewagen und war einen Fünfliber günstiger. Danke für das Verständnis, dass ich was gegen thun habe. Die erste Irrfahrt ging nach Thun, statt nach Freiburg, aber damals hat mich der Kondukteur falsch beraten und heute sind wir selbständig geworden (worden). Übrigens, nach was hat es sonst noch im Speisewagen gerochen – nicht nach Cigarren.

Eine Stunde Verspätung und doch noch zur Verabredung eingetroffen. SMS und Anruf an zwei Kollegen war nicht möglich. „Netz derzeit belegt“ war zu lesen. Und dann: „Bitte rufen sie später an“ und „Teilnehmer will nicht gestört werden“. Das Handy war in der Mappe und das bei „Mein Gott Walter„, derjenige, der das Natel in der Schweiz eingeführt hat.

Paris 053Eine Parfummarke steht heute ungewollt im Rampenlicht: Police! Schauen wir Paris von der andern Seite an. Hoffen gegen oben. Libref wird den nächsten Preis über Comics verleihen. Ein heisses Eisen. Aber wir werden es wagen, wollen friedlich zusammenleben und Fanatiker zurückdrängen. Nicht mit Waffen oder manipulierten Volkswagen – Worte oder Taten sollen überzeugen. Nicht vergessen: 19. Juni 2016, 21:00 Uhr in Lille oder im TV – Schweiz:Frankreich.

Ja das Pendel wirbelte wie wild durchs 2015 . Besserwisser blieben auf der Strecke und andere setzen sich gegen Tabus und Denkverbote ein und durch. 2016 wird in dieser Beziehung ein spannendes Jahr. Ich denke da an Holz und Stein, Physik und Chemie. Mehr darüber in einem Jahr. Eines wissen wir, einen so schönen Sommer und Herbst wie heuer zu wünschen wird zwecklos sein. Aber in all anderen Bereichen soll euch das Glück hold sein.

„Freude herrscht“ hat Adolf Ogi plädiert. Geniessen sie zum Beispiel Musik – von Heinz Holliger – dem ich zum Schweizer Musikpreis 2015 gratuliere. Hier noch einmal die Bachelorarbeit über Heinz Holliger – von Katharina Jing An Gebauer.

Bleibt uns im 2016 nur noch zu hoffen, dass sich die Amerikaner in der Präsidentschaftswahl nicht trumpieren.

Männerchor und Kultur – 2. Teil

Der 1. Teil handelt vorwiegend von der Vereinsreise in die Vogesen und vom Theaterstück „Gülle, Mist und Schönheitskur“. Im 2. Teil berichten wir ihnen vom Unterhaltungsabend 2015 mit dem Thema Stobete.

Stobete? Heisst das nicht Stubete, wie jeder Sänger es eigentlich ausspricht? Was soll’s. Stubete ist von alters her ein Anlass für Frauen, der mit Musik untermalt wurde. Deutsch ist eine schwierige Sprache, aber beim Aargauer Deutsch versagen sogar die Kenner der Schnabelweid.

Fünf Trinklieder gaben wir zum Besten und sind zumindest am Freitag fast verdurstet, obschon wir vom Rüdesheimer Wein sangen und auf „Paragraph 11“ aufmerksam machten: „Es wird fortgesoffen.“

_DSC0504Janin Burri, die Serviertochter, die durch den Abend leitete, hat uns in der Bühnenpinte glatt übersehen. Wenn das Servierpersonal mit ein paar Schneeballzweigen durch das Lokal tanzt…

_DSC0511… kann das nur bedeuten, dass das berühmte Kalinka gesungen wird.

Trinken macht weise, fasten macht dumm“ – das ist die Erkenntnis aus dem Kosakentrinklied. Russisch? Ein über 200-jähriges deutsches Volkslied.

Unsere Serviertochter – diejenige, die uns fast verdursten liess – sang „Proste mir zu mit Deinen Augen“. Sorry, wir hatten zu wenig Zelluloid, um alles auf Film bannen zu können und deshalb müssen wir auf einen der Urväter dieses Songs ausweichen. Vielleicht bringen wir an einem andern Unterhaltungsabend eines seiner Lieder – der zweite Bass zumindest wäre hocherfreut.

Hans Bargeld – sorry, Johnny Cash – wie er leibt und lebt. Der Jugendchor sang verschiedene Lieder, wie Stay Rihanna. Beim Anschauen des Videos kommt uns als roter Faden der Anker (Stay) in den Sinn und vor allem der Seehund aus dem 1. Teil. Etwas komplizierter wird die ganze Angelegenheit mit Sugar von Maroon 5 (Zucker von den fünf im Stich gelassenen) – 925 Millionen Mal wurde das Tube angeschaut. Vermutlich, weil das Gekreische lauter als die Sänger ist und der Text Sinn macht.

Jeweils in den Pausen und im Anschluss von unserem Konzert unterstützen wir unsere Helferinnen und Helfer in der Küche und in der Kafistube. Da kommen bei einigen richtige Hausfrauenqualitäten zum Vorschein. Vor allem bei unseren Ledigen.

DSC_7330Am meisten gefreut haben wir uns, neben zweimaligem fast vollem Haus, über das gemeinsame Singen mit dem Jugendchor Rued, unter der Leitung von Stefan Weber. Ist es doch spannend, wie singen Generationen und Geschlechter verbindet.

Ist das nicht auch etwas für Sie/Dich? „Lüüt so wie mer“ ist nicht nur ein Lied für uns, nein wir leben es auch jeden Donnerstagabend ab 19.45 Uhr bei unseren Proben im Gemeindehaus in Schmiedrued. Frau, Mann, Mädchen oder Junge singen sie/ singt ihr gerne? Meldet euch bei uns oder schaut spontan bei uns vorbei.

_DSC0530Ernst Goldenberger wurde für grossartige 15 Jahre Zusammenarbeit geehrt. Aschi, wir hoffen, dass wir weiter auf deine geschätzte Hilfe zählen können. Vielleicht nicht ganz 136 Jahre, die der Männerchor heuer auf das Restaurant Pinte zählen kann. Merci beiden und wir freuen uns, wenn wir noch lange am Donnerstag in die Pinte gehen können. Wir möchten uns auch bei unseren Sponsoren sehr bedanken. Ohne sie ist ein Unterhaltungsabend mit Theater und Tanz, mit unserem Fäger Hampi, kaum möglich.

Texte, Bilder und Filme von Katharina Lüthi, Schlossrued und Stephan Marti.

Männerchor und Kultur – 1. Teil

Wer kennt schon das Gebiet der 1000 Seen in den Vogesen, unserem Ziel auf der Männerchorreise? Viel bekannter dürfte das Lied über den gemeinen Schneeball und vor allem den Artikel 11 am Unterhaltungsabend gewesen sein, wo auch Kund getan wurde, dass Gülle und vor allem Kaffee ein Schönheitsmittel ist. Ein spezielles Augenmerk halten wir auf die Ess- und Trinkkultur.

Luft zum Atmen und Singen, aber vor allem Trinken und Essen wird benötigt, um die Vereinsreise und den Unterhaltungsabend des Männerchors Schmiedrued über die Bühne zu bringen. Und auf der Schulhaus-Bühne braucht es Mist und Gülle, damit für die zwei Ledigen, zwei Männer gefunden werden können. Für jede einen. Für die „Vizedirigentin“ und nicht nur einen fürs Rössli, sorry, Rösli. Wie man mit diesen beiden „Zutaten“ Männer fängt? Das wissen sie nicht. Dann kommen sie doch nächsten Oktober, damit die Pointen der Theatergruppe, live miterlebt werden können. Aus dem Karetteninhalt kann ein Schönheitsmittel kreiert werden. Nur der servierte, grässliche Kaffee würde sich besser eignen.

DSC_7290Im Car bis Basel, wo wir unsere Dirigentin Anastasija Kadiša aufladen, überleben einige nur dank des Bordkühlschranks. Spass beiseite, genau neben dem Firmensitz von …

DSC_6487… Thomy Senf, gibt Martin dann das Zweitagesprogramm bekannt. Danke dir, Rosmarie und Urs sowie Denise Stadelmann, dessen wunderschönes Anwesen wir in der Nähe von Faucogney-et-la-Mer besuchen.

DSC_6336Dazwischen ein Halt beim Zoo von Mulhouse. Nur Ärger und zum ersten Mal fast verdurstet – das Restaurant hatte geschlossen. Andere genossen diese spezielle Parklandschaft mit manch seltenen Tieren.

_DSC0095Luchs oder Karakal von Ruedmilan? Wir fühlen uns wie zu Hause im Ruedertal.

DSC_6253Oder sind wir in Luzern gelandet?

DSC_6282Na ja, zumindest für offene Laute wäre er zum Mitsingen geeignet. Vermutlich würden sich aber nicht alle daran erfreuen. Anders ergeht es Marianne, …

DSC_6308… die nicht nur einen Schatz bei sich hat. Gleich deren zwei. Mann muss sich nur zu helfen wissen, damit niemand verdurstet. Dem Buschauffeur sei Dank.

Kein Meer in Sicht. Nur Bäume, Bäume, nichts als Bäume und dazwischen Zwischenräume. 999 andere Seen hat es hier in der Umgebung der Vogesen.

_DSC0189Beim 1000., dem schönsten natürlich, verpflegen wir uns mit dem obligaten Schinken.

_DSC0245Zumindest der Seehund Josef wagt sich in die kalte Brühe. Wir andern geniessen die herrliche Umgebung. Der Durst braucht auch seine Zeit und daher hatten wir keine, die in der Nähe liegende Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp zu besuchen. Ist ja nur eines der bekanntesten Gotteshäuser der Welt. Von Le Corbusier, der Schweizer auf der Zehnernote und einer seiner Pilger ist Hans Eichenberger. Seit einigen Tagen kann man in meinem Wohnzimmer auf einem seiner Unikate liegen. Eine erweiterte Polstergruppe mit Geschichte – Kultur pur. Besichtigung anlässlich des Adventsfensters vom 22. ab 19:00 Uhr möglich – mit einigen philatelistischen, weihnächtlichen Leckerbissen aus Bethlehem – einem meiner früheren Wohnorte.

DSC_6311Huch, eigentlich sind wir froh, nicht mit dem TGV unterwegs zu sein.

Aber ein Abstecher zu einer echten Bierkneippe lag drin. Der Deutsche verkaufte auch „Brandlöscher“ und sprach verständlich, was in Frankreich leider nicht immer der Fall war. Den Heiligen Martin und seine Kapelle, haben wir selbstverständlich nicht besucht.

DSC_6384Dafür hat uns Papst Chugeli, der Viertel vor Erste, mit seinem hinterlistigen Zepter, am zweiten Tag versprochen, dass wir wieder nach Hause finden werden. Messwein gab es keinen, dafür einen Haute-Saône, dem wir etwas mit dem Clef-du-Vin auf die Sprünge helfen mussten. An den Gestaden dieses Flusses scheint es unterschiedliche Weinkulturen zu geben. Dafür war der Preis um einige Faktoren günstiger, als im mittleren Flusslauf, dem Burgund.

_DSC0371Abgelegen? Bei La Vigotte brauchen Fuchs und Hase sogar einen Wegweiser. Ruhe pur. Dem papalen Auftritt unseres Sängers, Ernst Hunziker, der heuer für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft geehrt werden konnte, ist es vermutlich zu verdanken, dass einige in der „La Ferme du Pape“ in Eguisheim fast stundenlang nicht bedient wurden. Oder war es, weil wir bei Gunsbach, wo Albert Schweitzer aufwuchs, kommentarlos verbeifuhren.

DSC_6459Jedenfalls war im Elsass der Wein besser und für Nachschub wurde gesorgt.

Texte, Bilder und Filme – die im zweiten Teil in wenigen Tagen erscheinen – sind jeweils in Zusammenarbeit von Katharina Lüthi und mir entstanden. Besten Dank an Käthi.

 

MoMo-l … Vollgeld dürfte zu Lehrgeld werden

Volkswirtschaft ist vermutlich die unexakteste Wissenschaft, die es überhaupt gibt. Eigentlich sind es nur Meinungen. Oft sogar fundierte und so soll es niemanden erstaunen, dass schon Wirtschaftsnobelpreise für gegenteilige Meinungen vergeben wurden.

Heute, 1. Dezember, einen Tag, den man sich merken sollte. Die allerschwierigste, je in der Schweiz über die Bühne gehende, Abstimmung, die Vollgeldinitiative, wird eingereicht und nimmt damit für uns Stimmbürger den Anfang. Es wird unmöglich sein, bis zur Abstimmung alle positiven und negativen Fakten auf den Tisch zu legen, damit sich jedermann eine eigene persönliche Meinung machen kann. Die Materie ist eindeutig viel zu kompliziert, nicht nur für Laien. Und es gibt keine Vorlagen auf der Welt, wo wir vergleichen könnten. Island ist im Denkprozess etwa gleich weit wie die Schweiz. Ein schönes Land, aber alles andere, als mit der Schweiz vergleichbar. Dank der freien Wechselkurse habe ich Island bei einem mehrtätigen Stopp Over kennen gelernt – der USD war damals um 50 Prozent eingebrochen.

Ein ähnlicher Vorläufer – der Chicago Plan – wurde als Vollreservesystem meines Wissens nie ausgetestet. Das goldgedeckte Teilreserve-System Bretton Woods wurde 1973 aufgehoben. Meine Berufsprüfung befasste sich daher mit den freien Wechselkursen – Lehrbücher gab es noch keine. Heute dürfte es ähnlich aussehen, nur dass es nicht um eine Prüfung geht, sondern um einen extrem wichtigen Entscheid, wie die Schweiz einmal dastehen könnte. Könnte, denn wir werden vermutlich kein Lehrgeld bezahlen wollen und verbleiben beim Leergeld. Eigentlich schade, dass diese Chance vermutlich nicht genutzt wird.

Wir Schweizer oder Eidgenossen konnten uns immer schon behaupten, deshalb habe ich vor über drei Jahren schon gegen die Kursstützung der SNB geschrieben. Und die Geschichte hat mir Recht gegeben. Dasselbe mit der Goldinitiative. Zum Reichtum der Schweiz, kann ich ihnen auch das Heft 2 aus der NZZ-Geschichte empfehlen: „Wir Protestanten,“ In über zehn Kiosken habe ich dieses Büchlein nicht gefunden. Wir Protestanten, von einem Katholiken geschrieben, der nie erwähnt, dass wir in der Schweiz eigentlich Reformierte sind und dabei ist auf dem Titelbild goldfarbenes Bargeld mit „Magister Hvldricvs Zvingli“ abgebildet. Er nimmt ja auch auf die ganz reichen Hugenotten Bezug und erwähnt, dass die Katholiken seit der Reformation faul blieben, bis sie sich dann im letzten Jahrhundert netzwerkartig zur Finanzhochmacht puschten.

Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, dass sich die wirklich noch Liberalen, die Progressiven, Zukunftsgerichteten zu Wort melden würden. Die Meisten der sogenannten Liberalen gehören heute zur absahnenden Volksschicht dank Leergeld. Der Vollgeldinitiative würde liberale Unterstützung gut tun. Der Schweiz langfristig vermutlich auch. Der Schweizer Franken dürfte noch stärker werden und dagegen sind ja eigentlich nur die gegen Schweizer Franken verkaufenden Unternehmen. Wie gesagt, wir schaffen auch einen Euro zu 80 Rappen. Sollte die Vollgeldgeschichte wider Erwarten doch angenommen werden, so müsste vermutlich eine zweite Initiative gestartet werden, damit der Ausverkauf der Schweiz noch stärker reglementiert würde. So gesehen, dürfte mein Haus, das einen Wert in CHF darstellt, ein interessantes Finanzanlageobjekt werden.

Schade, dass sich viele für die Vollgeldinitiative einsetzen, die von Volkswirtschaft keine grosse Ahnung haben. Hier braucht es Kräcks. Zum Beispiel wird immer wieder geschreiben, dass Bankkredite so was wie Luft sind. Nur, auf der Gegenseite wird mit einem Bankkredit etwas gekauft, das auch einen Gegenwert darstellt. Kredite für 100 Prozent Luft werden kaum vergeben. So gesehen, kann die Initiative leider etwas zum Kabarett-Stück verkommen … „hesch d’Fingerli iklemmt?“

 

  • 1. Dezember – der Welt-AIDS-Tag und der Durchstich des Eurotunnels. Das erste mal seit der Eiszeit vor rund 7000 Jahren, dass man wieder trockenen Fusses vom Festland nach England kann. Hoffen wir nicht, dass irgenwann mal da steht, dass die eingereichte Vollgeldinitiative abgelehnt wurde und damit die Eiszeit des Finanzplatzes Schweiz seinen Fortlauf nahm und eine einmalige Chance verpasste.

Nachtrag zum 2. Dezember – vielleicht geht der Blick der Schweiz doch in die richtigte Richtung – das Bankgeheimnis wird teilweise beerdigt.