Langfristig heisst nicht langweilig


Beweisen will ich nichts. Schauen sie sich nur im Leben um. Alles wird schneller und kurzfristiger. Bei weitem nicht einfacher, aber Fehler anfälliger, Tendenz zunehmend.

Nicht einmal mehr aufs Wetter kann man sich verlassen. Vor kurzem nach gejammert, dass viel zu trocken und schon wieder viel zu nass. Das Wetter ist wie die Börse und vor allem jeder weiss es besser. Vor vierzig Jahren habe ich mal gelernt, dass die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Schweiz 1444 mm sei. Das sind Zahlen, die vergisst man nie. „Nun sei sie bei 1000 mm, also einem Meter.“ Den Beweis antreten wollte mein Bekannter nicht. 1100 mm dürften in unserer Region sein. Das ergibt 3 mm im Tagesdurchschnitt. In der Schweiz sind es deren 4 mm – 1458 genau (1961-1990), gemäss einem anderen Bekannten.

Bach bei der Hammerschmitte

Im Kanton Aargau gibt es seit Monatsfrist einen rund zwanzig Meter längeren Bach. Neben der Hammerschmitte wurde anstelle einer Röhre, das Bächlein neben meinem Haus offengelegt und mit dem Aushub ein zusätzlicher Schutzwall errichtet. Wieso, weil es vor zwei Jahren einmal soviel geregnet hat, dass der Schmittensaal geflutet wurde. Statistisch gesehen überflüssig, denn soviel Flüssiges ist den letzten 300 Jahren nie von Osten her geflossen. Schliessen lässt sich dies aus zweihundert Jahren exakten Aufzeichnungen und aus dem im 18. Jahrhundert festgehaltenen Sonderereignissen. Hoffen wir, dass es trotz Klimaänderung nicht mehr überschwemmt. Langfristig denken, um kurzfristigen Ärger zu mindern. Der Bach wird ökologisch noch gestaltet um vielen Kleinlebewesen mehr Lebensraum zu geben. Danke an all die verschiedenen Amtsstellen, die dies ermöglicht haben und die vielen Ratschläge, die ich laufend erhalte.

Kröte

Die Kehrseite ist, dass ich 23 Tonnen Wohn- und Esszimmer-Boden ausbuddeln muss. Die Überschwemmung und die nachfolgende unsachgemässe Trocknung hat den Holzboden verfaulen lassen. Fehler gibt es immer zu Hauff. Ein falsch eingestellter Entfeuchter hat tausende von Litern Wasser über rund ein Jahr ins Hausinnere befördert. Aufregen, das bringt nichts. Langfristig denken und die Aufwertung des Hauses anschauen. Wenn diese ungeplante Renovation abgeschlossen ist, werde ich darüber berichten.

Wasser kann verheerend sein. Die Ja-Panik (oder Japan-ik) lässt grüssen. Vermutlich nur kurzfristiges Denken, Gelddenken hat die Katastrophe verursacht – der Reaktorschutz in Fukushima wurde vernachlässig, die Probleme waren bekannt, wie der eben bekanntgewordene UN-Bericht aufdeckt.

Kurzfristiges Denken kann zerstörend sein. Hoffen wir, dass wir mit den Nahrungsmitteln vernünftig umgehen. Auf der einen Seite erregte im letzten Monat die Meldungen „Tiere müssen Industriemüll fressen“ ein Schaudern und auf der andern Seite sind wir daran, den Hühnern Schweine und den Schweinen Hühner zu verfüttern. Sogar der schweizerische Konsumentenschutz ist dafür, dass wir das Eiweisspotenzial der Fleischverfütterung an Tiere ausnützen. Es bestünden keine Risiken. Langfristig werden wir die Antwort kennen.

Langsam tauchen auch vermehrt Warnungen über ETF (Exchange Traded Funds) auf. „Oft steckt nicht drin, was draufsteht“, der Originaltitel ist bei der Wiwo unter „Das Risiko der Indexfonds“ zu finden. Dieser Artikel sollte für Anleger und Finanzfachleute zur Pflichtlektüre verordnet werden. Fragen zu den ETF’s habe ich schon vor fünf Jahren aufgeworfen. Erstaunt es da jemanden, wenn die NZZ schreibt:“Anlageberatung laut Studie nutzlos„?. Danke Aficonado, da ist Wirklich Stoff für den Finanzblog drin. Die Studie berichtet über die Masse, aber es gibt sie noch die „schwarzen Schafe“, die Aussenseiter. Und es wird wohl keinen Leser erstaunen, dass die Unkonventionellen, nicht standardisierten in der langfristigen Performance besser sind. Und wieso waren wir Ausnahmeerscheinungen mehr Erfolg. Weil wir eine eigene Meinung haben …

… und wir uns ganz absichtlich wesentlich weniger äussern, als in der Vergangenheit. Wer es noch nicht bemerkt haben sollte, die Welt steckt in einem Umbruch. Der Dollar bei rund 85 Rappen, der Euro bei 1.20 und beim Energieumbruch geht es den Meisten ja nur ums Geldverdienen. Schönstes Beispiel in den vergangenen Wochen sind die deutschen elektro-subventionshungrigen Autobauer, der „Berliner Bettelstadel„. Täglich gäbe es tausende von Meldungen, die wir Blogger kommentieren könnten. In der heutigen Zeit ist Nachdenken angesagt – da reicht eine strukturelle Betrachtung der Welt pro Monat.

Aktuell bei libref. – liberal reformiert: „Am 18. September wird der prix libref. vergeben“

Aktuell beim befreundeten Personalblog: „Gesundheitssystem bald vor dem Kollaps?“

Vor einem Jahr im Finanzblog:
„Ethik ist wie Regenwetter – unangenehm aber bitter nötig“

Vor 2 Jahren erschienen:
Die notwendige schöpferische Pause

Vor 3 Jahren erschienen:
Biosprit – der Agrotreibstoff der 2. Generation

Vor 4 Jahren erschienen:
Kurz vor dem Sturm – Das Katzenblog

Vor 5 Jahren erschienen:
Warnung vor Finanzcrash

Vor 6 Jahren erschienen:
Gene – Lindau/ZH contra Lindau am Bodensee

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