Kirche und Wirtschaft


Kirche und Wirtschaft ist ein vieldiskutiertes Thema. Abhängigkeiten gibt es einige. In der heutigen Zeit eines längerfristigen gesellschaftlichen Umbruchs wäre die Stabilität der Kirche gefragt. Hier zwei Beispiele, die vielleicht in die Geschichte eingehen. In der Schweiz wechselt das Präsidium des „evangelischen Kirchenbischofs“ und „der katastrophale Crash einer Kirchen-Sparkasse„, der CajaSur – der Caja de Ahorros y Monte de Piedad de Córdoba hat schon Aufsehen erregt.

Der grösste Einfluss bei der CajaSur hat das Domkapitel, das leitende Gremium der katholischen Bischofskirche. Wer lieber auf Deutsch lesen will, Google sei Dank. Mit etwas Fantasie doch gut verständlich zu lesen … sie hätten ja mit Domkapitel auch Domkapital übersetzen können. Irgendwie kommt mir die Geschichte bekannt vor. War da nicht einmal der Pate III. Der Godfather handelt um die Banco Ambrosiano.

Aber begeben wir uns nicht zu weit in Teufels Küche. Schauen wir lieber, was in der Schweiz für kirchliche Änderungen eintreffen werden. Das Original des Folgenden Textes habe ich für libref. geschrieben.

Ob liberale Kirche oder liberale Politik. Wir Liberalen in der Schweiz machen einen Fehler. Wir machen uns nicht bemerkbar und wir vernetzen uns nicht. Die Kirche gehört zu unserer Kultur und wird den heutigen allgegenwärtigen Wandel von Gesellschaft und teils auch Wirtschaft mitbestimmen. Wir drücken David A. Weiss für das Ratspräsidium des SEK die Daumen – die Vernunft der modernen Mitte soll gewinnen und die Zukunft bestimmen.


„Kirchenbund (SeK)/ Thomas Wipf, Präsident
des Evangelischen Kirchenbunds, tritt zurück. Folgt
nun ein Berner? Ein Romand? Oder eine Frau? … weiterlesen bei reformiert

Ein Berner? Wir hätten uns gefreut, das wäre Balsam für die Kirche, nur kandidiert in drei Wochen nicht der liberale Andreas Zeller.

Zugegeben, Bern ist der wichtigste Part in der Schweiz, was die Reformierten anbelangt. In den vergangenen Jahren habe ich als „ehemaliger“ Berner einiges mitbekommen, aber eines dürfen wir nicht vergessen:

„Der grösste Teil der Schweizer Reformierten ist liberal … nimmt die Kirche mit einem weinenden und einem lachenden Auge zur Kenntnis, nimmt nicht aktiv teil … und ist eben doch so liberal und mit unserer christlichen Kultur verbunden, dass er weiterhin seinen Obolus bezahlt … freiwillig!“

Das Präsidium des SEK, des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes ist neu zu besetzen. Evangelisch? Oder doch eher Reformiert oder gar Protestantisch. Ein theologischer Zankapfel oder eher ein philosophischer Standpunkt? Das SEK soll nicht evangelikal sein und nicht protestieren. Es sei denn, es wäre ein Romand, un protestant. Aber das SEK darf reformieren.

Liebe Berner, seit 24 Jahren hattet ihr das Präsidium des SEK nicht mehr. Kirchengeschichtlich dürfte euch das Beharren auf dieses Amt vielleicht noch einmal überraschen. Im Interview gibt sich Gottfried Locher ganz locker:

„Frage 5: Was machen Sie mit einem Bischofshut?
Locher: Ich warte, bis endlich wieder der 1. April da ist, setze den Hut dann auf, mache ein Foto und schicke es der «Reformierten Presse». Dann ziehe ich den Hut wieder aus und schenke ihn jemandem, dem er passt.“

Gibt es bald reformierte Bischöfe? Wenn es nach Gottfried W. Locher ginge, ja.

Er ist Leiter Aussenbeziehungen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), sitzt somit in der obersten Kirchenleitung und hat in einem Interview in der „reformierten Presse“ seine Idee der Bischöfe erläutert“ …wer neben dem Bild der Reformierten Presse weiterlesen und denken möchte … bitte sehr

Bei der Wahl ums SEK-Präsidium geht es nicht nur um persönliche Fähigkeiten. Hier wird Locher einen Trumpf spielen können. Aber es braucht mehrere. Es braucht eine brauchbare kirchliche Leitschnur. Ein Bischof der die Mitra nur am 1. April aufsetzen will, weiss dass diese eigentlich Strinbinde bedeutet – nicht Augenbinde.

Der dritte Kandidat, Didier Halter aus Sitten ist für mich der „Unbekannte“. Ich kann nicht alle Leute kennen. Vielleicht schreibt jemand anderes über ihn. Sitten, der Hauptort des Kantons Wallis ist Bischofssitz. Ein echter, ein katholischer. Und wenn ich mich nicht täusche, spreche ich in Sitten nur Französisch und so ist mir der Name als „Sion“ besser bekannnt. Und die Deutsch sprechenden sagen eh „Sittu“, was dem Berndeutschen sehr nahe liegt – zum Beispiel Huttu, wo ich selbst mal gearbeitet und gelebt habe.

Liebe Berner, die Üsserschwitz, so wird im Wallis der restliche Teil des Landes ausserhalb ihres Kantons genannt, hat noch einen weiteren Kandidaten. Einen Innerschweizer aus Luzern und wer die Geschichte etwas kennt, der müsste wissen, dass ein „ausgewanderter“ Aargauer eigentlich ein Berner ist.

David A. Weiss scheint deshalb nicht nur regional ausgewogen zu sein, auch die Zürcher wissen dies und beschreiben deine Vorzüge klipp und klar. Bis jetzt habe ich nur über einen einzigen angeblichen Nachteil gelesen. Weiss sei zu alt. Ich fühle mich auch gleich angesprochen, da wir vermutlich den gleichen Jahrgang haben. Da bleiben noch zehn Jahre Zeit, um die Kultur der Schweiz mit zu gestalten. Und das nächstemal darfst du uns ruhig informieren. Ja so sind wir Liberalen, man liest die Zeitung und ist halt so informiert. Ich hoffe, dass ich dir an unserer nächsten jährlichen Sitzung im März rückwirkend gratulieren kann.

David A. Weiss
David A. Weiss ist Stiftungsrat der Lang-Stiftung und damit libref. engstens verbunden (Foto gefunden als „zvg“)

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
„Kein Grund zur Depression“

Vor zwei Jahren erschienen:
«Die USA sind kein Vorbild»

Vor drei Jahren erschienen:
Stag – Spekulant oder Triumph

Vor vier Jahren erschienen:
Gold auf 8000 USD 1 UZ

Vor fünf Jahren erschienen:
EURalisierung gestoppt?

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Die Informationsflut – SOS – "wir ertrinken"


Ruhe bewahren heisst meine Devise an den momentanen Börsenmärkten. Bergauf, Bergab und eine anschwellende Informationsflut machen alles nur noch schlimmer. Zeit, sich über das heutige Informationszeitalter einige Gedanken zu machen.

Den Fernseher, die Tageszeitungen und die guten Ratschläge der Kollegen zu ignorieren ist nicht einfach. Aber es gilt wie immer: Wenn einer verkauft, kauft der andere. Oder anders gesagt, wenn einer bearish ist, so ist der andere bullish. Der Ängstliche und der Spekulant sind an der Börse immer sehr nah beieinander. Wenn die Börse nach unten dreht, sind die meisten Medien-Informationen negativ und andere verlassen sich auf das Gefühl und kaufen, was die andern fast um jeden Preis loswerden wollen. Das Gegenteil kann auch der Fall sein … nur sicher nicht in der heutigen Zeit.

Vom Bären habe ich im letzten Beitrag geschrieben. Hier noch ein Video aus einem andern Sichtwinkel, dass fallende Bären zum Lachen verleiten können. Erholsam. Nicht die Börse, denn keiner weiss, wohin sie geht. Urs, ein Bekannter hat Angst. Ganz kann ich sie ihm nicht nehmen. Er heisst tatsächlich Urs, wie der Bär – Ursus. Und Ursus ist ein Heiliger, ein Martyrer. Ürsu, so der berndeutsche Rufname, lies einmal in letztem Link wer noch erwähnt ist – Regula oder das grössere Pendent Regina. Das kommt vom kleinen König resp. vom König und die waren eher bullish gestimmt.

Es gab immer die gegenteiligen Meinungen. Ich darf demnächst über eine Umfrage berichten, eine Lizentiatsarbeit am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich über eine Umfrage zum Anlage- bzw. Informationsverhalten von Laien-Anlegern. Noch mehr freue ich mich, die Resultate veröffentlichen zu können. Schmunzeln wir doch einmal über die heutigen Informationen über Bullen. Oder noch besser, wir nehmen die weibliche Form – die Kuh.

Kuh mit Hörnern

So sah früher eine Kuh aus …

heutige Kuh mit Hörnern

… heute sieht bei uns eine Kuh mit Hörnern wie ein Bulle aus …

Kuh ohne Hörner

… meine Grosskinder werden vermutlich einmal fragen, was das für ein Tier mit Hörnern auf der Milchflasche ist. Das ist unsere heutige Informationspolitik …

Verfalldatum

… dafür haben wir alle möglichen und unmöglichen Informationen über Milch und wenn wir das Verfalldatum suchen …

Elsa

… schauen wir automatisch auf dem Deckel. Irrtum, da steht kein Datum und auch nicht der Name der Kuh. Und wen erstaunt es, dass in Frankreich der Deckel für Biomilch einheitlich grün ist … Elsa

Informationen über Milch

… bedeutet „Gott ist Vollkommenheit“ und daher noch einmal eine Fülle an Informationen …

… für die Börse sieht es ähnlich aus. Wir haben eine Fülle von Informationen, die uns eher verwirrt. Sie können auch heute wieder Milch direkt beim Bauern kaufen. Und was steht auf dem Milchkesseli? Nichts, aber hier sind wir sicher, dass wirklich reine Milch darin ist.

Versuchen sie in Zukunft die meisten Informationen „links liegen zu lassen“ und sie werden wesentlich besser informiert sein … auch an der Börse.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Die empfehlenswerten Finanz-Infos – merci Google

Vor zwei Jahren erschienen:
«Einkaufen bis zum Umfallen»

Vor drei Jahren erschienen:
Goldman Sachs unter Blogger-Beschuss

Vor vier Jahren erschienen:
«Ruhe vor dem grossen Sturm» – die Abwertung des Dollars

Vor fünf Jahren erschienen:
Augen auf – beim Autokauf

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Der Booboo-Crash auf den besten Finanzblogs


 

Der nächste Crash folgt 2015 – habe ich Ende 2008 geschrieben. Gestern gab es in New York eine Hauptprobe mit einem Rückgang von 9 Prozent. Und man weiss nicht, ob es wegen Griechenland oder eines Tippfehlers ist. Irrwitzig und so etwas im 3. Jahrtausend.

Die Börse läuft Amok. Heute fallen die Kurse rund um den Globus – nur der Euro bleibt stabil. Fallen, das bedeutet meistens geschockte, frustrierte Gesichter.

maoxian480
Quelle: maoxian.com – siehe unten

Fallen kann aber auch Lachen bedeuten – über ein Wahrzeichen von Bern. Nicht selbst gefilmt, aber heute ganz einfach der ganzen Welt kund zu tun. Es lebe die IT – die Information Technology. Nur, diese sollte beherrscht werden. Danke einer der grössten Schweizer Banken, dass diese gestern eine Softwareänderung vorgenommen hat. Jetzt kann ich den Postenauszug als PDF-File ausdrucken. Nur eben, im Normalfall sollte nicht der Vermögensverwalter der IT-Hotline sagen müssen, dass sie eine bewährte Routine einsetzen sollen. Als Kunde sollte ich von fertigen Produkten profitieren können und nicht Gratisberatung anbieten, damit diese ihre Software auf Vordermann bringen kann.

Wenn erstaunt es, der neue Stick der als Zugang zur Banken-Datenbank gebraucht wird, meldet sich nicht korrekt ab. Dafür gibt es technische Spielereien, die garantiert nichts mit Sicherheit zu tun haben und besser weggelassen würden. Nun weiss ich auch, wieso es ein so schönes violettes Kabel dazu gibt. Der UBS-Stick ist zu breit – er braucht mehr Platz, als in einem Hub zur Verfügung stehen.

Da ist auch ein Börsen-Crash wegen eines Tippfehlers nicht ausgeschlossen. Für einzelne Titel habe ich dies auch schon erlebt, aber für einen ganzen Markt, der zusammenbricht, ist das schon etwas starker Tabak. Einer Lehrtochter (Azubi) habe ich vor Jahren ein spekulatives Spieldepot zusammengestellt. Unser Ziel war, gewinnen oder in der Masse untergehen. Optionen und die ASHA Corp – das leichteste Zwischengetriebe (900 gr.) das bei McLaren in der Formel 1 eingesetzt wurde. Die Aktie ist mittlerweile in der Amerikanischen Automobilwelt integriert und schlummert den Produktschlaf. Der Schluss-Kurs war aber während der Spielzeit einmal 100-fach zu hoch. Sofort verkaufen und das Spiel gewinnen. Der Spielleiter hat dann die Regeln eingeschränkt – keine Optionen und nur Titel vom damaligen Haupttableau.

Die echt aufgegebenen limitierten Kurse wurden nachträglich storniert. Wenn dies heute der Fall wäre, müsste man die Börse New York wohl eine Woche sperren. Wenn sie obigen Chart anschauen, deutet rein nichts auf eine IT-Panne hin. Da haben einige mal wirklich ganz kalte Füsse bekommen. Lassen wir uns in nächster Zeit überraschen.

Eigentlich ein Tatbestand, der Angst machen kann. Lesen sie, was die 20 besten oder einflussreichsten englischsprachigen Finanzblogs dazu schreiben.

Wieder einmal war Aficionado der Schnellste – merci. Hier sein Blog von Rolotec.

1. Dealbreaker

2. InfectiousGreed

3. Angry Bear

4. The Big Picture

5. Seeking Alpha

6. Calculated Risk

7. Econbrowser

8. Carl Futia

9. 10 Q DETECTIVE

10. Maoxian

11. Zero Hedge

12. TraderFeed

13. A VC

14. Think B.I.G. (Bespoke Investment Group)

15. Cara Community

16. MISH’s Global Economic Trend Analysis

17. VentureBeat Interpreting Inovation

18. Business Insider

19. Stocktwits ABNORMAL RETURNS

20. Hedgeye

Mehr zu den einzelnen Blogs auf 24/7 Wall Street. Übrigens, langfristige Anleger sind gut beraten, wenn sie nicht zu häufig amerikanische Finanzblogs anschauen. Die meisten sind sehr, sehr kurzfristig am Markt orientiert. Wir andern können jetzt trotzdem das Wochenende geniessen oder uns über die Boni der Chefs ärgern (Bobo) oder über booboos (Bobochen/Wehwehchen) lachen.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Nehmen Bullen und Schweine Abschied?

Vor zwei Jahren erschienen:
60. Geburtstag – Gelobtes Land oder böses Israel?

Vor drei Jahren erschienen:
«Dreckiges Geschäft – moralisch umstrittene Aktien» – 1. Teil

Vor vier Jahren erschienen:
Richtung der Wall Street

Vor fünf Jahren erschienen:
Spargel bildet – habemus Asparagus und Der oder die Spargel ist schuld

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Von der Zerstörung eines Menschenlebens


Eine Geschichte aus Deutschland über eine Zahlung auf ein Verrechnungskonto und der hängige Streit über die verursachten Kosten.

Es ist nicht immer einfach Recht zu bekommen. Aber es wird viele Leser interessieren was einem meiner Leser passiert ist. Ich nenne keine Namen oder Ortschaften obschon mir diese bekannt sind. Meine gewählten Namen sind nicht zufällig. Wer Spass an der Sprache hat, kann diese vielleicht erraten. Dies ist aber das einzig Spassige an dieser Geschichte. Sonst ist die Lage ernst auch wenn es nicht die einzige Bank ist, die Fehler macht. Das können Schweizer Grossbanken auch, sagt Pelli. Recht hat er.

Immobilien-Käufer, -Verkäufer und Banken können aus diesem Bericht lernen. Vermutlich sind dies Einzelfälle, aber einschneidende. Und es werden weitere folgen. Einige habe ich schon am Lager und wer will, kann seine Erlebnisse auf dem Finanzblog publizieren. Rechtlich sollte dies kein Hindernis sein. Ob es Geschichten oder Tatsachen sind, müssen sie für sich selbst entscheiden. Sagen wir es auf diese Weise: Si non é vero, é ben trovato.

Falls diese Geschichte weitergehen sollte, lasst es mich hören. Vielleicht finden diese Zeilen einmal sogar Einzug in ein zu erstellendes Buch. Der Titel liegt als Idee schon fest: „Die Ratten vom Chromthal“.

Von der (versuchten oder fahrlässigen) Zerstörung eines Menschenlebens…

Hatten Sie jemals das Gefühl, dass ihr Leben mit einem Wimpernschlag vorbei wäre? Dass sie vor dem finanziellen Ruin stünden? Ich spreche nicht davon, dass am Ende des Geldes noch soviel Monat übrig ist. nein, ich spreche von Privatinsolvenz, von dem Verlust von all jenem, was man sich aufgebaut hat und vielleicht noch hätte aufbauen können. Und das mit 29 Jahren, wenn man gerade angefangen hat, sich eine Existenz aufzubauen.

Dazu das Gefühl der Ohnmacht und das Wissen, dass man selbst völlig unverschuldet durch Willkür, Schlamperei oder Betrug in eine solche Situation kommt. Wenn Sie dieses Gefühl kennen, werden Sie verstehen können, wie es mir rund einen Monat (Anfang Februar bis Anfang März 2010) erging, was man mit Schlafstörungen macht, die einen Monat anhalten mit dem täglichen Gefühl, einfach wild los zu heulen. Doch der Reihe nach. Ich möchte die Fakten sprechen lassen. Jedem, dem ich einfach nur weitestgehend nüchtern und sachlich die Fakten darlegte, der schüttelte bisher mit dem Kopf.

Wie fing alles an? Im Dezember des Jahres 2009 schloss ich vor einem Notar einen Kaufvertrag über eine Eigentumswohnung ab. Die Wohnung ist einfach traumhaft. Wir (also Verkäufer, Maklerin und ich) wurden belehrt, was unsere Pflichten und Rechte seien. Von einem Treuhandverfahren ist nie die Rede. Es steht auch das Konto der Verkäufer im Kaufvertrag. Es lief wunderbar. Schon bald im Januar 2010 verlangte die Bank der Verkäufer die Zahlung des Betrages auf ein Verrechnungskonto und der Notar reichte diese Forderung an mich und meine Bank weiter. Ich möchte diese Bank, die das Geld nun erhalten sollte, beim Namen nennen: Die Triple-A-Bank, Filiale Freien-Krach-Mollkichre. Auf diese Bank kommt nun in der Folge eine ganz besondere Rolle zu: Nun ist es wohl gängige Praxis, dass das Geld trotz gegenteiliger Angaben eben nicht direkt an die Verkäuferin gezahlt werden muss. Ich hätte einem Kaufvertrag mit Umweg über ein Verrechnungskonto nie zugestimmt, sondern auf Vorabklärung bestanden, wie viel Geld zur Kreditablösung verwendet werden solle und wie viel Rest an Geld an die Verkäufer zu zahlen sei. Vielleicht werde ich diesen Sachverhalt irgendwann klären.

15.1.2010: Meine Hausbank überweist den Betrag von 155.000 € auf das von der Trible-A-Bank angegebene Konto. Zuvor hatte meine Bank schriftlich um Auskunft gebeten, ob das Konto das richtige sei. Bis heute erhielt niemand eine Antwort ob das Konto richtig sei. Die Verkäufer und ich haben nie eine Belehrung erhalten, wie das nun mit einem Treuhandkonto abzulaufen hat, wer dabei nun Pflichten und Rechte habe. Auch wurden weder Verkäufer noch ich gesondert informiert, dass nun eine zum Kaufvertrag und zur Belehrung abweichende Situation entstand. Achja: Die Trible-A-Bank hatte den Kaufvertrag logischerweise samt Entwurf vorliegen und hielt es nicht für nötig, zu intervenieren um auch das Treuhandverfahren im Kaufvertrag festzuhalten.

Ende Januar/Anfang Februar: Eigentlich hätte der Kaufvertrag vollzogen werden müssen und die Wohnung im Grundbuch auf mich umgeschrieben werden müssen. Es passierte nichts. Stattdessen suchte die Verkäuferseite den Kontakt mit mir. Sie eröffneten mir folgendes: „Wir waren mehrfach bei der Trible-A-Bank vorstellig. Man sagte uns, dass das Geld nicht auffindbar sei, dass es verschwunden sei bzw. du lügen würdest mit der Angabe es sei überwiesen Hast du wirklich überwiesen? Wirklich?“ Klar, sie misstrauten mir und meinen zunächst mündlichen Angaben. Sie hätten sogar Grund gehabt, mich wegen Betruges anzuzeigen. Das Vertrauen zwischen mir und Verkäufer, war massiv beeinträchtigt.

Der Schock saß tief. Das Geld ist weg. Als Mitarbeiter des entsprechenden IT-Hauses wusste ich, dass Geld nicht plötzlich verschwindet. Es gibt Differenzkonten etc. Darauf vertrauend, dass die Trible-A-Bank richtig geschaut hatte, war fast klar, worauf es hinauslief. Ein Betrüger war am Werk und hatte – vielleicht im großen Stil – Geld abgezweigt Ich sondierte meine Möglichkeiten, entschied mich, nicht sofort zur Polizei zu gehen, jedoch hierfür alles vorzubereiten. Stattdessen habe ich meine Hausbank mit der Recherche beauftragt. Erste Reaktion: Das Geld ist überwiesen worden. Keine Fehlbuchung, nichts. Meine Bank suchte den Kontakt zur Trible-A-Bank, es war mittlerweile Mitte Februar. Mein Bankberater sagte mir am späten Nachmittag des gleichen Tages „Wir haben einen vollen Tag herum telefoniert. wir haben gesucht und gesucht und mittlerweile konnte uns die Trible-A-Bank bestätigen, dass das Geld eingetroffen sei.“

Das verwirrte zunächst. Wieso dauert es einen vollen Tag, bis die Trible-A-Bank es schafft, den Zahlungseingang zu bestätigen? Die Kontonummer, all dies war doch klar. Man braucht doch nur ins Konto rein zuschauen? Ich wurde zum ersten Mal misstrauisch. Und schließlich: Es war immer noch nichts passiert. Die Verkäuferin hatte ihren Anteil des Geldes noch nicht erhalten. Der ursprüngliche Kredit der Verkäuferin war noch nicht getilgt, die Umschreibung der Immobilie nicht veranlasst.

Mittlerweile war es Anfang März geworden und eine mündliche Kontaktaufnahme mit der Trible-A-Bank endete in folgenden Worten, die ich nie vergessen werde: „Das hat Sie nicht zu interessieren, wenn es zu Problemen kommt. Das ist alleine Sache der Verkäufer.“ Ja, ich war kein Kunde der Trible-A-Bank. Ich habe der Trible-A-Bank nur 155.000 € augenscheinlich geschenkt woraufhin sie in Narrenfreiheit Blödsinn trieb. Im Vertrauen darauf, dass dieses Geld nicht zweckentfremdet wird. Ich bin ja nun durchaus schlagfertig aber mit einer solchen pampigen Aussage, obwohl man selbst freundlich und zuvorkommend am Telefon blieb, da verschlägt es einem die Sprache. Ich mag der Frau an der Hotline gerne zurufen „Haben Sie jemals eine Eigentumswohnung oder ein Haus gekauft?“ In etwa dies sprudelt mir heraus, ich weiß es nicht mehr, was ich sagte, denn der Schock über diese Aussage lässt alles andere verschwimmen und verblassen.

Ich reiche nun auch schriftlich Beschwerde bei der Trible-A-Bank ein. Es passiert wieder nichts. Mittlerweile ist es Anfang März. Nach einer weiteren Beschwerde und dem unmittelbaren Gang zur Polizei, erhalte ich am 10.3. einen Grundbuchauszug (den ich nicht recht deuten kann). Sollte etwas passiert sein? Auch mein Bankberater, inzwischen über die Probleme informiert, ruft mich mit diesen Neuigkeiten sofort an. Ebenfalls die verantwortliche Maklerin. Ich entschließe mich wiederum, nicht zur Polizei zu gehen. Stattdessen beauftrage ich einen Anwalt, die Sachlage zu klären. Er eröffnet mir Mitte März: Ja, sie sind nun Eigentümer. Die Umtragung erfolgte am 3. März.

OK, was tun? Das Problem habe ich in der Einleitung bereits erläutert. Im Februar rechnete ich mit dem Schlimmsten. Der Umzug war geplatzt. Sicher: Wäre ich umgezogen, wäre vielleicht nichts passiert. Es lies sich ja aufgrund der mehrfachen Beschwerden aufklären. Dennoch: Ich wäre, im festen Glauben, ich sei betrogen worden, Freiwild geworden. Solange die Verkäufer ihr Geld nicht hätten, hätten sie mir den Einzug verweigern können. Bis zur gerichtlichen Klärung, wer haftet, was passiert sei, wären Monate oder Jahre ins Land gegangen. Ich hätte auf die Gutmütigkeit meiner Hausbank hoffen müssen, um die Kreditzahlung auszusetzen bis das gerichtlich zweifelsfrei geklärt sei. Man macht sich keine Vorstellungen, wie sehr die eigene Existenz an einem seidenen Faden hängt und wie schnell man in einem tiefen Fall nur noch darauf wartet, auf irgendeinem Erdboden aufzuschlagen. Als Fußballfan denke ich sofort an den Fall Enke. Habe ich Anzeichen einer Depression? Muss ich zum Psychologen? Ich bin wachsam und das Schlimmste: Ich wusste plötzlich, wie sich Robert fühlen musste. Ich konnte ihn zum ersten mal zu 100% verstehen. Ich hatte panische Angst vor einer Depression. Nun habe ich das Glück (danke an Gott hierfür), dass ich nicht in eine tiefe Depression verfalle, sondern eher in dem Wunsch, gegen alles trotzig zu kämpfen. Und in dem Wunsch, mich mit wirklich allen Mitteln zu wehren.

Also galt es nun zu eruieren, was passiert sei. War es Schlamperei? Gab es irgendwo ein Fehlverhalten? Normal ist es nicht, dass eine Summe von 155.000 € einfach so verschwindet und nach wilden Protesten meinerseits und der Verkäuferseite plötzlich über eineinhalb Monate später wieder auftaucht. Mitten rein trifft ein Antwortschreiben der Trible-A-Bank. Inhalt: „Es ist kein Fehler feststellbar.“ Zu meiner Frage, was eineinhalb Monate mit meinem Geld passiert sei? Darauf schweigt die Trible-A-Bank (im übrigen bis heute). Auf meine Frage, wieso es zu Verzögerungen kam? Darauf schweigt die Trible-A-Bank. Sie flüchtet sich in zwei wertlose Sätze, dass man nach Feststellen des Zahlungseingangs (ein Termin wird nicht genannt) direkt auf die Verkäufer zugegangen sei. Nun, das war Ende Februar, wie ich nun weiß.

Also gut. Ich stelle den Kontakt zum verantwortlichen Filialleiter her. Er kennt den Sachverhalt nicht, will sich aber einarbeiten. Er bekommt diese Chance. Am darauf folgenden Montag ruft er an. Ich hätte ja eine Stellungnahme erhalten. Das wäre auch seine Aussage. Ich stelle ihm die Frage am Telefon, was nun mit meinem Geld passiert sei. Wieder betretenes Schweigen. Das macht mich extrem wütend, doch lasse ich mir am Telefon nichts anmerken. Wieso Schweigen? Nicht einmal eine Ausrede haben sie parat? Nicht einmal eine Lügengeschichte? Nichts? Einfach betretenes Schweigen? Ich sage ihm: „Gut, wenn sich das nicht klären lässt, muss ich wohl zur Polizei.“ Vielleicht hat die eine Möglichkeit, das zusammen mit der Staatsanwaltschaft zu klären. Der gute Filialleiter, vielleicht tue ich ihm Unrecht. Jedenfalls wird er nervös, verspricht sich nun hin und wieder. Er bringe mir Verständnis entgegen, würde meine Situation verstehen. Das Verständnis, das reicht mir schon lange nicht mehr. Ich frage ihn, was ich anderes machen solle als zur Polizei zu gehen. Daraufhin sagt er, dass er vielleicht genauso handeln würde. „Was soll diese Antwort?“ denke ich mir, verabschiede mich jedoch höflich.

Zehn Minuten später ruft er erneut an, der Filialleiter. Er ist aufgeregt, eröffnet mir dass er nochmals mit seinen Mitarbeitern gesprochen habe, dass es eine Korrespondenz zwischen seiner Bank und meiner Bank gegeben habe, in denen der Zahlungseingang bestätigt worden sei. Daran sehe man ja, dass der Verbleib des Geldes nie zur Diskussion stand. Ich will dem Filialleiter nichts Böses unterstellen. Vielleicht hat er diese Kleinigkeit übersehen. Aber ich sage ihm im ruhigen Ton, dass diese Korrespondenz Mitte/Ende Februar stattfand, nachdem ich das für Verschwunden erklärte Geld von meiner Bank suchen ließ. Dass dies nichts erkläre. Ich frage wiederum: „Was ist mit meinem Geld zwischen 15.1. und Ende Februar passiert?“ Wieder keine Antwort. Das Gespräch war kurz.

OK, Bestandsaufnahme. Die Wohnung gehört nun rein rechtlich mir. Nach mehrfachen Beschwerden, Rückfragen meiner Bank und (wie ich später erfahren sollte nach einer Intervention des Notars) tauchte das Geld, zuvor von der Trible-A-Bank mehrfach als Verschwunden erklärt, wieder auf. Ich stand da, mit abgebrochenem Umzug, mit zurückgezogener Kündigung meiner Mietwohnung. Die Möbellieferung wurde abgebrochen. Die Finanzierung zur Möbellieferung (Aktionsangebot mit 0%-Finanzierung) geplatzt. Ich hatte ungeplante Mehrkosten, die sich immer mehr aufsummierten. Und die Trible-A-Bank brachte mir keine Erklärung oder Entschuldigung entgegen. Sie sagten zwar, sie verstünden meine Lage. Davon kann ich mir jedoch nichts kaufen.

Was tun? Ich entschloss mich zu einem letzten Versuch. Ich forderte den Filialleiter auf, einen Gesprächstermin abzustimmen. Mit mir und den Verkäufern, immerhin noch Kunden seiner Filiale. Keine Reaktion. Zu Gesprächen war man ebenfalls nicht bereit. Ich betonte, dass es mir in erster Linie darum ging, es zu klären. Wieder nichts. In gleichem Schreiben kündigte ich an, den Vorstand, sowie weitere Parteien zu informieren: BVR, Presse, evtl. Polizei. Vielleicht würde etwas Druck helfen. Wieder nichts. Also informierte ich den Trible-A-Bank-Vorstand. Der leitete den Fall prompt an die Stabsstelle „Qualitätssicherung“ weiter. Diese erbat sich mehr Zeit, was ich ablehnte. Die Trible-A-Bank hatte nun seit März Zeit, den Sachverhalt zu klären. Am 1. April (das Ende meiner Frist, also einen Monat später) wurde eine ausführliche Stellungnahme angekündigt. Ich hatte derweil aufgefordert, genau anzugeben, wer wann wem Bescheid sagte, was genau passierte. Unter Angabe von Datum/Uhrzeit. Hatte man die Verkäufer davon unterrichtet, dass das Geld eingegangen sei?

Die groß angekündigte Stellungnahme passte auf ein DIN-A4-Blatt. Darin:
1. Hausintern sei die Zahlung bereits am 15.1. an die Filiale kommuniziert worden.
2. Meine Bank habe von Anfang an über alle Details Bescheid gewusst.
3. Bei meiner telefonischen Anfrage sei die Mitarbeiterin aufgrund meiner Angaben davon ausgegangen, dass das Geld nicht auf das Verrechnungskonto, sondern auf das Konto der Verkäufer gezahlt worden sei. Daher habe sie keine qualifizierte Aussage machen können.

Nun. Punkt 3 ist eine dreiste Lüge. Leider habe ich das Gespräch nicht aufgezeichnet, aber es ist schlicht eine dreiste Lüge. Die Erkenntnis, dass ich angelogen werde, und sei es nur in einer kleinen Sache, die kaum irgendeine Bedeutung hat, ist für mich neu. Bisher war es ein Anschweigen im Wesentlichen. Und diese Lüge macht mich noch wütender als ohnehin schon.

Nach Rücksprache mit meiner Bank entlarvt sich der zweite Punkt ebenfalls als dreiste Lüge. Meine Bank wusste definitiv nicht mehr als ich, zu keinem Zeitpunkt. Im Gegenteil: Schriftliche Anfragen blieben, wie bereits gesagt, unbeantwortet.

Fast untergegangen ist der Aprilscherz der Stabsstelle, dieses Schreiben versehentlich auf den 1. März zu datieren. Also bloß eine Textvorlage mit Bausteinen, die man in Windeseile zusammen geklickt hat? Netter Scherz aber leider fehlt es der Trible-A-Bank wohl an Feingefühl.

Der erste Punkt ist jedoch spannend. Die Bank habe also hausintern das Geld am 15.1., also am Tag der Zahlung, gesehen? Das ist insofern spannend, weil die Verkäufer eidesstattlich behaupten werden, dass Ihnen mehrfach gesagt wurde, dass das Geld nicht auffindbar sei. Die Verkäufer behaupten, dass sie mehrfach durch Filiale und Zentrale geschickt worden zu zig Sachbearbeitern. Dazu passt, dass meine Bank mir am Tag der Recherche sagte, dass es mühsam war, man den ganzen Tag herum telefonieren musste. Was war also passiert? Schlamperei? Irgendwas passt doch nicht zusammen. Berichtet man die Faktenlage mit den Aussagen anderen Menschen, schütteln alle nur mit dem Kopf. Jeder sagt, dass da doch was nicht zusammenpasst. Kein einziger hat mir bisher gesagt, dass es ja aufgrund Sachverhalts X klar sei, dass hier alles normal ab lief. Es gibt mehrere Theorien, was der Fehler sein könnte. Vielleicht erwischte die Verkäuferseite einen nichtsahnenden Auszubildenden, der einfach keine Ahnung hatte, weil es in der Ausbildung noch nicht dran kam?

Mittlerweile entwickele ich einen sportlichen Ehrgeiz, es unbedingt aufzuklären. Ich denke ich habe endlich eine Antwort verdient, was da mit meinem Geld passiert ist. Schadensersatz? Laut meinem Anwalt eine Formsache, obgleich ich nichts Hohes erwarten solle. Das wird fast zur Nebensache. Und ich werde zu gegebener Zeit darauf zurückkommen. Zuerst will ich eine Klärung erzwingen und zwar lückenlos.

Ich rufe beim Notar an. Von diesem erhalte ich eine wichtige Info. Da die Bank bestätigt, das Geld am 15.1. gesehen zu haben, war sie laut Treuhandauftrag ohne Ausnahme verpflichtet, dem Notar diesen Zahlungseingang anzuzeigen. Dies machte die Trible-A-Bank jedoch nicht. Erst Ende Februar erhielt der Notar Auskunft darüber, dass Geld geflossen sei. Der Notar legt sich fest: Die Trible-A-Bank hat einen Fehler gemacht. Das darf einfach nicht passieren, sagt mir der Notar.

Es ist immer noch der erste April. Ich reiche diese Erkenntnisse an den Vorstand weiter, dass ich nun wisse, dass die Trible-A-Bank einen wesentlichen Fehler gemacht habe. Dass mir der Notar gesagt habe, dass die Trible-A-Bank am 15.1. verpflichtet gewesen sei, ihn zu unterrichten. Da das Treuhandverfahren und damit verbundene Pflichten der Bank bekannt seien (sicherlich macht die Bank so etwas täglich), habe sie diesen Fehler auch noch wissentlich verschwiegen bzw. mir gegenüber vertuschen wollen. Die Reaktion? Der Leiter der Rechtsabteilung kümmert sich nun um den Fall, bittet um Zeit, sich dort einzuarbeiten. Hallo, sie nehmen mich plötzlich ernst? Alleine die Aussage des Notars hat bewirkt, dass ich endlich ernst genommen werde? Klar bin ich nun übertrieben misstrauisch geworden. Ich rede mir immer ein: „Vielleicht gibt es eine banale Erklärung wie Krankheit, Urlaub oder einen Todesfall. Schließe so eine Erklärung nicht aus.“ Tja. Die Trible-A-Bank macht es mir nicht leicht, solche Theorien immer noch für möglich zu halten.

Ich werde bei der Polizei vorstellig. Ich werde nicht ausplaudern, was mir der Polizist sagte, denn das würde sicher jedem hier die Sprache verschlagen und eventuell wäre das auch nicht vorteilhaft für den Polizisten. Nur soviel: Das Gespräch war herzlich und offen. Es fehlen jedoch immer noch konkrete Beweise für eine Anzeige. Der Polizist versteht mich völlig, kann den Verdacht sofort nachvollziehen auch aufgrund seiner Erfahrung mit solchen Fällen (Hinweis für die, die zwischen den Zeilen lesen wollen: Der Polizist einer kleinen Polizeistation in Freien-Krach-Mollkichre kennt sich mit ähnlich gelagerten Fällen und der betroffenen Bank aus…), wird die Anzeige jedoch aufgrund der Unschuldsvermutung zunächst nicht aufnehmen. Das penetrante Verschweigen, das Ausbleiben jedweder qualifizierter Erklärung rettet der Trible-A-Bank bzw. einigen der Mitarbeiter im Moment die Haut. Aber: Der Polizist empfiehlt mir dringend, die BaFin einzuschalten. Ich schmunzele in mich hinein. Wenn es zu einer Prüfung kommt, dann wird die Trible-A-Bank sich sicher nicht darüber freuen. Ich weiß, welche Stellung die BaFin bei einer Bank hat. Am Liebsten würde man die Tür verschließen und den BaFin-Mitarbeitern gegenüber so tun, als sei man nicht zu hause.

Ich mache nun folgendes: Ich schreibe an die Kundenbeschwerdestelle des BVR. Ich schreibe an die Beschwerdestelle der BaFin. Ersteres soll zu einem Schlichtungsspruch bzw. einer außergerichtlichen Einigung über Schadensersatz und Schmerzensgeld führen. Zweiteres soll eine endgültige Klärung bewirken, was passiert ist.

So stehe ich nun. Ich warte geduldig, bis es zu Ergebnissen kommt (leider malen die Mühlen beim BVR und bei der BaFin etwas langsam), plane derweil meinen Umzug neu, bestelle erneut Möbel. Ich finanziere die horrenden Mehrkosten, die auflaufen, nach, wohl wissend, dass letztlich die Trible-A-Bank aufgrund der Obligenheitspflichtverletzung für den verursachten Schaden aufkommen muss. Das ist ja alles nur noch Formsache.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft

Vor zwei Jahren erschienen:
Wir haben es geschafft, ab in die nächste Finanzkrise!

Vor drei Jahren erschienen:
Biotreibstoffe – ethische und ökologische Klippen

Vor vier Jahren erschienen:
Chart Lehrgang (6) – der Trend

Vor fünf Jahren erschienen:
Oh Mann – Lady in Black

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