Der Franken – tendenziel schwächer und geteilter Meinung


Der Franken – vielfältiger könnte dieser Link nicht sein. Meine beliebtesten Franken tendieren beide schwächer.

Der Spiegel und der Schweizer Franken. Ja, wir stossen bei der ersten Meldung auf die EM2008. Die haben wir auch in Franken erlebt. Bezahlt wurde aber nur in EURO und in der Gaststube sass kein Mensch. Alle dreissig waren im Raucherzimmer. Mehr als die Hälfte hat geraucht. Genuss findet auf verwirten politischen Pfaden statt, unterschiedlich je Land. Die Region Franken ist mental zweigeteilt. Nicht nur rauchend. Da gibt es die Deutschen, die im Spiel dann auch gewonnen haben. Hier genau genommen die aus Baden-Würtemberg. Und dann gibt es noch die Bayern, die auch einen Teil von Franken besitzen, aber keine Deutsche sind. Sie sind aus dem Freistaat Bayern. Erstaunlich, wie wenig sich in der Mentalität ändert. Meine deutsche Begleiterin klärt mich auf. Nicht Geschichte, immer noch aktuell.

Mainschleife bei Volkach

Stark geändert hat aber die Weinzubereitung. Die wird modern, dem heutigen Geschmack angepasst. Die Säure ist weg. Spurlos verpufft. Geschmackliche Erholung könnte heute in der Mitte Frankreichs oder Tschechien gesucht werden. In Franken wird wieder auf Massengeschmack gearbeitet. Das Volk ach will Convenient Wein. Aus einer ungenannten Ortschaft, der viel gereiste Leser wird diese erkannt haben, eine kleine Geschichte. «Die Trauben werden ge-müllert und dann im Fass ausgebaut. Das Beste, was ich je getrunken habe.» Das die Meinung des Junior aus Haus «Nummer 1» vor Ort. Ja, süss ist der Wein im Bocksbeutel nicht mehr, aber auch nicht trocken. Eben mundgerecht für den heutigen Geschmack. Den hab ich nicht, den mag ich nicht und wenn man das mit Aktien vergleicht, dann gilt auch hier: «Sie müssen eine eigene Meinung haben.»

Mit 25 Prozent Blutanteil aus Bayern (mütterlicherseits) geniesse ich lieber Baden-Würtemberg. Da bin ich echt ganz heger, der Wein aus dem andern Ende des Bundeslandes schmeckt. Von Jahr zu Jahr auch etwas weniger nach Säure. Die Klimaerwärmung ist nicht alleine schuld, dass viel Zucker und weniger Säure im Traubengut ist. Der Wein wird dem Massengeschmack angepasst. Masse, das sind diejenigen, die Geld zum Wein kaufen, aber nicht durchs Band auch eine eigene Meinung haben.

hopfenkommission

Weite Teile von Franken sind ja eh für Bier geeignet. Die Hopfenkommission in Spalt wäre ein Beitrag für sich. Hier gibt es zwei katholische Kirchen neben einander. Die eine vom Bischof und die andere wurde gespendet. Das gespaltene Spalt hat nichts mit der Spalttablette zu tun, denn diese, aus dem Hause Whithall-Much, kommt aus dem erhabenen Münster . Obschon einige nach zu vielem Genuss von Bier und Wein auf dessen Inhaltsstoff, die Acetylsalicylsäure, angewiesen sind. Schauen wir uns doch lieber normale Häuser an.

Rieghaus

Über Rieghäuser demnächst mehr. Und so was von schräg müssen wirklich nicht alle sein.

Spargel

Es gibt nicht nur Reben und Hofen in Franken, auch Spargel. Über Politisches und Grammatikalisches haben wir uns schon geäussert und auch über die Anlagemöglichkeiten in börsenkotierte Spargel-Anbieter. Aber diese Tipps mit Namen nur für Kunden und solche, die es werden möchten.

Vestas

Wenn ich wieder einmal in Baden-Würtemberg unterwegs bin, dann will ich doch nicht alles geheim halten. Mit solchen Aktien habe ich schon einigen Wind veranstaltet. Aufgenommen von meiner Mitfahrerin

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – unabhängig, langfristig

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Seminarstimmung …

Vor zwei Jahren erschienen:
Fussball regiert – Fussball regiert?

Vor drei Jahren erschienen:
Sonnenstrom – Weiterbildung an der Intersolar

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«Wie der Vater, so der Sohn»


Séguret ein kleines Dorf auf der linken oder östlichen Seite der Côtes du Rhône im Département du Vaucluse ...

… lassen wir doch wieder einmal Angela Kreis-Muzzulini über Wein berichten. Danke, dass ich deine Artikel wiedergeben darf. Und das Schöne für mich, diesen Weinbaubetrieb habe ich noch nicht gekannt.

Mitten in der malerischen Provence haben sich die Berner Alfred und Nicolas Haeni einen Traum verwirklicht. Vater und Sohn führen in Séguret mit grossem Erfolg ein Weingut.

Wer ihn einmal eingeatmet hat, vergisst den würzig-herben Duft der Provence so schnell nicht wieder. Auch Séguret, das 20 Kilometer nordöstlich von Orange gelegene 900-Seelen-Dorf auf 250 Meter über Meer, ist vom unwiderstehlichen Duft durchdrungen. Das milde Klima mit viel Sonne und Wind und die abgewetterten Kalk- und Tonböden bieten ideale Anbaubedingungen für heimische Gewächse Grenache Noir, Syrah und Mourvèdre. Die roten Traubensorten ergeben tiefdunkle, würzige und überaus gehaltvolle Weine mit starkem Charakter.

Vom Labor in den Rebberg

In Séguret, dieser südfranzösischen Landgemeinde im Departement Vaucluse, packte Alfred Haeni mit seiner Familie im Jahr 1990 die Chance. Die Domaine de Cabasse mit ihrem Hotel- und Restaurantbetrieb und den dazu gehörigen Rebbergen stand zum Verkauf. Hier bot sich die Gelegenheit für den ETH-Agronomen, von der Forschung in der Schweiz wieder zurück in die Praxis zu wechseln. Seinem Sohn Nicolas fiel der Umzug vom zürcherischen Urdorf in das kleine Dorf in Frankreich am Anfangs nicht ganz leicht. Sich mit 16 Jahren einen neuen Freundeskreis in einer fremden Sprachregion aufzubauen, erforderte grosses Anpassungsvermögen. Doch seine Abenteuerlust und die vom Vater auf den Sohn übertragene Leidenschaft für Reben und Wein halfen dem Junior, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

In den folgenden Jahren investierte Alfred Haeni in Haus und Reben. Zudem startete er als einer der ersten in der Gegend erfolgreiche Begrünungsversuche nach den Kriterien der Integrierten Produktion (IP) zur umweltschonenden Weinerzeugung. Nach und nach vergrösserte er das Gut mit Zukäufen weiterer Weinberge, alle in Gebieten mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (AOC).

Sohn Nicolas liess sich derweil zum Winzer und Önologen ausbilden, holte sich wertvolle Erfahrungen in Argentinien und Australien und knüpfte weltweite Beziehungen, um den Verkauf der Weine voranzutreiben.

20 Hektaren Weinland

Heute bewirtschaften Haenis mit drei Vollzeitangestellten insgesamt 20 Hektaren Rebland: 17 Hektaren fallen dabei auf die Weindomänen Séguret und Sablet mit der Ursprungsbezeichnung «Appellation Côtes du Rhône Villages contrôlée», drei Hektaren auf Gigondas AOC, der bereits 1971 zur Cru-Lage erklärten Gemeinde-Appellation Gigondas fallen. Hinzu kommen gut drei Hektaren des 2006 neu bestockten Rebbergs «Malmont» in Séguret.

Hing dem früher in rauen Mengen produzierten «Côtes du Rhône» der Ruf des «Châteauneuf-du-Pape der armen Leute» nach, erfreuen sich Haenis Weine heute bester Reputation. Erstes Gebot in der Domaine de Cabasse ist die kontinuierliche Qualitätssteigerung der Weine. Zum guten Resultat tragen bei: Die «Palissage» der Grenache-Reben, eine bis zu zwei Meter hohe Erziehungsform zur Erreichung einer optimalen Blattfläche sowie strikte Mengenbegrenzung und Kulturführung mit einem Durchschnittsertrag von nur gerade 450 Gramm pro Stock. Eine Selbstverständlichkeit ist auch die aufwändige Ernte von Hand und eine sorgfältige Kelterung der Trauben. Sich voll auf die Gegebenheiten eines Jahrgangs einzulassen und das Beste daraus zu machen, gehört für Jungwinzer Haeni zu einer der grössten Herausforderungen.

Nicolas Haeni, der die Leitung des Gutes 2004 übernommen hat, empfindet das Projekt «Life Priorat Project», welches am neuen Rebberg «Malmont» umgesetzt wird, als besonders spannend. Das Terrassierungssystem, das von der Familie Perez im spanischen Weingebiet Priorat entwickelt wurde, weist genau drei Grad seitliche Neigung auf und ermöglicht dadurch die in der europäischen Landschaftskonvention geforderte schonungsvolle Bewirtschaftung des Agrarlandes zur Eindämmung der Erosionsrisiken. Gleichzeitig soll der Humus, die fruchtbare Erde an der Oberfläche, erhalten bleiben. Ausserdem schafft diese Terrassierungsmethode die Voraussetzung für eine optimale Pflanzungsdichte im Weinberg, was zu höchstmöglicher Traubenqualität führt. Das Resultat des Weins, weiss Nicolas Haeni aus Erfahrung, hängt vor allem von der Qualität des Traubenguts ab.

Taufschein vom Ur-Opa

Die Identifikation von Haenis mit ihren bisher sechs verschiedenen Weinerzeugnissen ist hoch. Unter Beizug von zwei Önologen wird die Traubenproduktion, die Arbeit im Keller und das Abfüllen bis zur Etikettengestaltung auf dem Gut selber gemacht. Dass sich Haenis immer wieder auf ihre Wurzeln besinnen, beweisen die im Jugendstil gestalteten Weinetiketten, welche dem Weinfreund vor dem Verkaufsregal sofort ins Auge springen. Was steckt hinter dieser nostalgischen Gestaltung? Die im Stil des «Art déco floral» gestaltete, mit Blumenkranz und tanzenden Putten verzierte Etikette des Cuvée Garnacho (siehe Bild links) basiert auf dem Taufschein von Urgrossvater Haeni aus dem Jahre 1864. Taufscheine von der Familie und von Freunden aus der Schweiz bilden denn auch die Grundlage für weitere Etiketten.

Auf die Frage, ob eine Rückkehr in die Schweiz für Nicolas und seine Frau Barbara ein Thema sei, kommt die Antwort vom Gutsverwalter ohne Zögern: «Ah non! Ich liebe es, meine Freunde und die Familie in der Schweiz zu besuchen, aber mein Herz gehört der Provence oder besser: meiner Frau Barbara und der Provence, naturellement!»

Angela Kreis-Muzzulini – Schweizer Winzer im Ausland: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die in loser Folge Schweizer Winzer vorstellt, die im Ausland erfolgreich sind. Bereits erschienen: Ingrid und Luca Bein, Südafrika (7.März).

In dieser Gegend hat es ein kleines Weindorf – Cairanne – das noch nicht alle entdeckt haben und dann gäbe es da noch … die etwas anderen Côtes du Rhône.

Vor einem Jahr erschienen: «Das Geld liegt buchstäblich auf der Strasse»

Vor zwei Jahren erschienen: Chart Lehrgang (6) – der Trend

Vor drei Jahren erschienen: Oh Mann – Lady in Black

The Olde Deer, der neue Grossrat und der Barriqueur


Über Hans Hirsch, so nenne ich John Deer und Stag, der männliche Hirsch, habe ich schon geschrieben. Und heute schreiben wir über den Grossrat Hans und seinen «The Olde Deer», meinen Kollegen, der ihn schon probiert hat und den andern, Turan der Grossrat, der ihn am Samstag versuchen will.

Am Samstag wird der erste Whisky vom Hasli-Bier vorgestellt – diese Biermarke sollten sie schon lange kennen. Dies ist keine Aktienempfehlung – jeder muss selber analysieren und entscheiden. Vergnügen ist aber inbegriffen. Der Whisky soll sehr gut sein und das sagt einer, der einige Gemeinsamkeiten mit mir hat. Wein, kennt auch den Gefängnisdirektor – wir sind zum Glück nie seine «Kunden» gewesen – und er ist auch Blogger. Zudem testet er in diesem Beitrag den Barriqueur. Vielleicht müsste man eher Garigueur sagen. Müssen wir mal selbst austesten. Der Chef der Vinothek Vuithier

The olde deer und Eric Vuithier

… und hier sein Vater und die ersten Flaschen von The Olde Deer die ich zu Gesicht bekomme …

Grossrat Hans Baumberger

Grossrat Hans Baumberger, der «jüngste» im Kanton Bern und trotzdem schon ein «alter Hirsch», eben wie sein Whisky. Herzliche Gratulation und viel Spass …

Mehmed Turan

… und wenn es klappt schaut eben Mehmed Turan, Bürgerrat der Stadt Basel und Grossrat von Basel Stadt vorbei. Ich hab ja immer schon gesagt, dass Politik nicht ganz einfach zu begreifen sei.

Vor einem Jahr erschienen: Bioethanol – ist der wirklich biologisch?ich bin schon ein klein bisschen stolz, dass ich ein früher war, als die Sachverständigen! Morgen mehr …

Vor zwei Jahren erschienen: … oder Rohstoffrallye

Vor drei Jahren erschienen: Millau – Bauqualität in der Schweiz und Frankreich

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – eigenständig, unabhängig, langfristig

Listel: Wandplättli, Walfisch, Sand, Salz, CHF und der Vranken


Listel der Sandwein – vin des sables oder vin de sable – jeder Camargue-Tourist kennt ihn. Oder scheint ihn zu kennen. Unbekanntes aus Börse und Weinbau.

Einzahl oder Mehrzahl. Der Sand, die Sände? Sandwein gibt es nicht nur in Südfrankreich im Departement Gard (30). Es gibt diese Reblaus resistenten Pflanzen die nicht auf eine amerikanische «Grundrebe» veredelt werden müssen auch in Portugal, Österreich und Ungarn …

Listel

… so wie man ihn kennt. «Listel» ist ist fast wie ein Oberbegriff für Sandwein gar Rosé geworden, so wie für Streuwürze «Maggi» und Mineralwasser in der Schweiz ein «Henniez» ist. Die Domaine de Jarras (Domaines Listel). Seine Geschichte fängt 1883 an und verbindet sich heute mit Champagne Pommery von Paul-François Vranken, einem der wohl erfolgreichsten «Winzer». Listel ist mit 1650 Hektaren Rebland die grösste Weindomäne Europas. Das entspricht mehr als 4 x 4 Kilometer Reben …

Rebenmeer

… Rebenmeer auf Sand gebaut. Aus Sand gebaut sind auch die dünnen (ca. 2 cm breiten) Wandplättli, die meist als Trennlinie in Frankreich im Bad und Küche zur Anwendung kommen – Listel heissen diese Dinger – auch in Deutsch. Auf die andere Seite der Strasse gleich viele Reben und …

Salz

… Schnee, nein Salz – einst Zahlungsmittel mit Gold aufgewogen, heute kostet ein Kilo in Frankreich ab CHF 0.30 …

Saline du midi - baleine

… geschmacklich wesentlich feiner, als unser Steinsalz, aber diese Qualität geniesse ich als Badesalz. Wir wollen uns nicht über den Preis und den Geschmack streiten, da ist die Vielfalt zu gross und mitunter ein Unterschied zwischen Mittelmeer und Atlantik. In letzterem habe ich schon Walfische gesehen. Hier nehmen wir Vorlieb mit Baleine, dem Wal, früherer Besitzer von Listel – labaleine

Jungpflanzen

… Jungpflanzen, eben mit dem kleinen Unterschied, nicht aufgepfropft. Weinbau floriert in Touristen-Gegenden auch wenn ich heute als einziger gezählt werden könnte. Im Juli war ich noch nie in der Camargue. An den Parkplätzen zu urteilen, dürften dann einige tausend Besucher pro Tag mehr sein. Ich gehe dann in Gebiete, wo es wenige Touristen hat und weil diese bei der Masse keinen Namen haben, werden Reben der Überproduktion entgegenwirkend ausgerissen, obschon diese Weine nicht schlechter sein müssen. Wie beim Salz, die Weinpreise sind verschieden …

100-jährige Reben

… knapp 2 Euro der Billigste, etwas teuerer solche mit einer «schönen» Etiketten und Médailles d’Or, d’Argent ou de Bronze de Pairs in Hülle und Fülle. Und hier ein Gratistipp, schauen sie lieber auf eine unbekanntere Auszeichnung aus der Gegend – zum Beispiel des Departement Gard. Hier werden schöne Weine nicht nur gegen Geld ausgezeichnet, es findet auch entsprechende Quervergleiche statt. Auf dem Bild sind rund 100-jährige Grenache-Reben zu sehen. Eine Traubensorte, die für mich die erfrischensten Rotweine überhaupt liefert, aber selten an zu treffen sind. Die meisten, wie diese hier auch, werden als Rosé ausgebaut. Nur dass so alte Reben den wesentlich besseren Wein liefern – EO Wine. Bitte vergleichen sie in Frankreich die Preise, börsenkotierte Unternehmen können problemlos 50% höhe Preise im «Fabrikverkauf» ansetzten. Na ja, irgendwie müssen Vranken ja auch zu Franken kommen …

Pink flamingo

… ein Touristenandenken braucht es trotzdem – fast wie der French Rabbit. Andenken soll man in guter Erinnerung behalten, auch wenn sie wie die Flasche im Weinkeller mit den zwei Camargue-Pferden Staub angesetzt hat …

Camarque Pferde

… wie andere Pferde in dieser Umgebung auch. Die Strassen sind noch schlimmer, der Wagen sieht fürchterlich aus – aber man hat Zugang im Winter zu Gebieten, die man im Sommer nur zu Fuss oder mit dem Camargue-Pferd besuchen kann. Vielleicht besucht man einmal zwei alte Bekannte – clever und löwenhaft. Beide haben mit Pferden zu tun. Bei diesen beiden hat es im Hintergrund Flamingos. Aber eine der besten Ecken um Flamingos auf zu nehmen liegt an der Hauptstrasse. Der bessere Rosé hier bei Listel heist auch «Pink Flamingo» …

Flamingo und Kormorane

… im Hintergrund unter den fliegenden Flaminges das Wahrzeichen von Aigues-Mortes …

fliegender Flamingo

… wie beim Wein, so bei Tieren und Aktien – man muss manchmal etwas näher ran, etwas genauer hinschauen und in der grossen Menge nicht nur die riesgige Masse suchen – Trouvaillen finden, herrliche dunkle rote Sandweine, sie schmecken leicht anders, vielleicht eben nach Sand, Salz oder Flamingo …

CO1 – CO2 – CO3 – C2H6O und der Preis für Fachliteratur


Kohlenstoffverbindungen sind wohl eines der interessantesten Gebiete in der Chemie – einige sind gesund, einige giftig, andere schädlich und manchmal halt doch eine Sünde wert – besonders die frischen Hand gerollten Zigarren.

Dannefrau

… die «Donna Frau» bei Dannemann und «mein persönliches Explar» …

CO1 Kohlenstoffmonoxid ist hochgiftig und dies dürfte eigentlich der Grund sein, wieso Länder, Kantone, Bundesbahnen, Schiff-Fahrtsgesellschaften vor diesem Gas schützen wollen. Zulange eingeatmet wird es den Menschen «duselig», Blutarmut und dann kommt der grosse Hungerast. Jeder der raucht, macht dies auf seine Verantwortung und zumindest gestern haben in Zürich keine auf die andern Rücksicht genommen. Die Raucher. Cigarrenraucher auf dem Whisky-Schiff.CO2 Kohlenstoffdioxid wird heute von den 8 Schiffen nicht produziert, wenn man das für Rundfahrten nicht mitrechnet. Bei Villiger spricht Frau und Mann auch über die Gesundheit – nicht die üblichen Ansätze, im Grenzbereich der Wissenschaft. Wobei sich im Nachhinein oft herausstellt, dass der Grenzbereich, der Teil der Wissenschaft ist, den sich Wissenschaftlicher noch nicht vorstellen können. Chemisch gesehen, dürften wir hier in der Gegend von CO3 Kohlenstofftrioxid angelangt sein. Da kommt mir die Sonne in den Sinn, die man gestern vergeblich gesucht hat.

Auch von den 5 Minuten Lichterlöschen hat man nichts mitbekommen. Dafür kann man draussen im CO2-Bereich der Dampf- und Dieselschiffe heute Abend den frischen Wind geniessen. Aber einigen dürfte der Wind kälter vorkommen, als es tatsächlich ist. Man blickt auf den blauen Schriftzug der Neuen Zürcher Zeitung – der Tagesanzeiger zitiert die Sonntagszeitung – die Krisensitzung dürfte heute einige Leute mehr auf die Schiffe treiben, anschwemmen. Nicht mehr die Genussmenschen, denen die Boni davon segeln, sondern die, die jetzt einen hinter die Binde kippen müssen. Vermutlich nicht den 35-jährigen Bunnahabhain – die Flasche kostet nicht mal CHF 1000 – nur 999. Und das ist das tolle an dieser Degustation, statt einen Abend in einer Bar rum zu hängen kommen sie hier zum gleichen Preis von weltweiten Raritäten. Nicht nur Whiskey oder Whisky und schon gar nicht nur aus Scottland. Gar nicht so zackig, eher fein und fruchtig der Yamazaki aus Japan – gleich alt wie das Mindesalter für den Einlass. Nun wissen sie auch, wieso es doch einige ganz junge Japaner hier hat – drei Jahre früher genussreif.

C2H6O vom Feinsten was es zu finden gibt. Die meisten werden sich wohl mit dem billigeren (Fusel) bequemen. Das beste Preisleistungsverhältnis finde ich bei Quevarra-Cigars – Courcelles 30 jähriger Rhum aus Guadeluppe. Und da gibt es Leute die destillieren Zuckerrohr um damit herum zu fahren und rühmen sich, dass alles CO2 neutral sei. Eigentlich eine Schande. Wenn sie an der Bar zwei Doppelte nehmen, haben sie mehr getrunken – aber mit aller Sicherheit nicht so viel geniessen können. Falls die Rohstoffpreise weiter steigen, macht dies hier nicht viel aus – das ist dann fast Nebensache.

Wie die moderne Kommunikation auch. Hier kommt wieder zum Buch zurück, das Fachbuch. «Whisky – Marken aus der ganzen Welt» von Marc A. Hoffmann ist für CHF 20 auf dem Schiff zu haben (Porto eingespart) – ähnlich wie bei der Cigarre, persönlich für mich mit Widmung. Der Verlag macht genau drei Druckformate, es müssen exakt 320 Seiten sein und die Erstauflage beträgt 20 000 Stück. Dass das Buch in Malaysia gedruckt wird, sollte niemanden mehr verwundern. Im Kommunikationssektor dürften ähnliche grosse Änderungen auf uns zukommen wie mit dem CO2.

Schiffe

Adventskalender

Weiter zum Adventskalender 09

Der Adventskalender darf ins eigene Blog gestellt werden – hier das Word Dokument 09 (HTML)

Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan MartiFinanzblog

Edelmetall für China-Wein, manipulierte Kultgetränke in Alu-Dose und Tetra-Pak?


«Das Reich der Mitte entdeckt den Wein» von Angela und der Rabbit dürften fast Erinnerungen an den Verbindungsball im Casino aufkommen lassen. Letzteres als Begriff ist keine Spielwiese für den Feldhasen, sondern eher für Aktionäre von Chillmi

immer schön der Reihe nach wie Max Küng in der Kolumne zu schreiben pflegt. Wir fangen aber nicht mit dem Üblen an. Mit edelstem Essen, das uns serviert wurde. Hochstehend, gekonnt dargereicht und was die meisten nicht glauben mögen, es ist Convenience Food aus industrieller Küche. Besser als vieles andere, was zum Teil in Restaurants serviert wird – wobei der grösste Teil in der Schweiz auch nicht frisch auf den Teller kommt. Wenn wir schon beim Casino Bern sind, hier wird nicht gespielt. Allenfalls getanzt oder dann erhält einer sein Diplom – Mathe in der ganzen Region die einzige Note 6 und keinen Buchpreis. Zbinden, der spätere Rektor des KV meinte, das soll mir eine Lehre sein. Ich hab irgendwo 50 Rappen zu wenig aus der Aufgabe übertragen und dadurch auf den falschen 5er gerundet.

Anscheinend nach mit etwas gröberen Rechnungsfehlern rechnet man bei Kultgetränk Chillmi (nicht kill me). Eine Beurteilung der Sachlage überlasse ich andern – bin zufälliger weise mal nicht darin investiert. Spass beiseite, wer spielen will muss 500 Meter weiter (Tram oder zu Fuss). In obigem Casino Bern gibt es einen Zigarettenautomaten und die ein- und allenfalls wie anderswo auch zweiarmigen Banditen müsste man eher im Grand Casion Bern. Der Chef dort wird mir meinen Spruch nicht übel nehmen – der könnte auch in unserer Verbindung sein.

Der Ball rollt wieder, alle Beiträge von Angela Kreis-Muzzulinidarf ich ins Finanzblog nehmen. Ihr Hobby ist nicht der Wein – das ist ihr Beruf. Merci und vielleicht klappt mal eine öffentliche Einladung – herzlich willkommen in Langenthal zum Austesten des Clef du Vin – war halt schon am Dienstag im Club de la Barrique.

«Das Reich der Mitte entdeckt den Wein»

von Angela Kreis-Muzzulini

Lesen sie selbst, wie viele Barriques aus chinesischer Eiche produziert werden, was der ehemalige Geschäftsführer Gernot Langes-Swarovski und grösster Alleinteilhaber von Swarovski (am zweiten Beitrag dürften Aficionados Spass haben) in China macht und dass nur Spanien, Frankreich, Italien, die USA und Argentinien mehr Wein produzieren als China. Hätten sie es gewusst?

Im Gegensatz zur Schweizer Bevölkerung, die im Durchschnitt pro Kopf und Jahr etwa 36 Liter Wein konsumiert, bringen es die 1,3 Milliarden Bier und Reiswein liebenden Chinesen zurzeit auf rund einen Viertelliter …

Reiswein habe ich selbst in China getrunken und chinesischen Wein erst einmal in London. Eines ist ihnen gemeinsam – die Etikette. Glitzer, Glanz, Metalldruck aus Gold und Silber. Über Schönheit kann man sich streiten. Manchmal auch über den Inhalt oder gar über das Verpackungsmaterial. Die Aluminium-Dose, da kann man echt fast sagen, kill me. Hier gibt es galvanische Ströme und Giftigkeit. Ich als Allergiker behaupte, dass in 20 Jahren Aluminium in der Lebensmittel-Industrie verboten ist. Mein Urteil über den Prosecco von Paris Hilton ist ein Hinweis darauf. Aber über Schönheit lässt sich auch hier streiten. Hoffen wir mal, dass beide etwas autochtone Sorten belieben. Tolle Degustation die wieder einmal bewiesen hat, dass jeder seinen eigenen Geschmack hat.

Auch beim French Rabbit dürfte schon die fast chinesische Glitzerpackung von Tetra Pak. Der Merlot aus dem Pays d’Oc schmeckt fein und die Säure vom vermutlich etwas zu jungen Wein macht sich erst gegen den Schluss bemerkbar. Es macht Spass so etwas aus zu probieren. Ich habe besseren Merlot aus der Gegend im Keller, aber mit einer total langweiligen Etikette – den können die nicht mal richtig in Frankreich verkaufen, obschon sie auf mein Anraten vor rund sieben Jahren, eine Goldmedaille in Paris geholt haben. Der Rabbit wird als Weihnachtsgeschenk verteilt und wird garantiert Aufmerksamkeit erregen. Wie der Kunde, der beim (Schweizer ?) Lieferanten am Montag in den Laden wollte. Geschlossen. Aber der Weinhändler diskutiert mit mir und öffnet den Laden. Kein Bargeld. Er keine Karte. CHF 19.50 – er bezahlt 20. «Für den Service gebe ich gerne ein Trinkgeld.» Die Flasche wurde gekonnt als Geschenk verpackt und der Kunde an die Türe begleitet. Ein Kunde mehr. Vielleicht zwei, denn der Beschenkte erhält nicht einen von ihm geliebten einfachen deutschen Wein, sondern etwas ganz Tolles. Vielleicht hat Patrick Vuithier von Finewine schon einen Lehrgang bei Davidoff gemacht.

French Rabbit

… die Traubenlese begann am 11.11. um 11.11. – Lesung mit Musik müsste das heissen. Und ich hoffe, dass auch etwas Musik in die Flaschen kommt. Der weisse Chasselat hat 90 Oechsle und der Rote Chasselat knapp 80. Für das Nebelloch Langenthal eigentlich ganz beachtlich. Der rote Gutedel, wie diese Sorte auch heisst, ist keine autochtone Sorte aber extrem selten zu finden.

Lieber Bundesrat (Sch)-Merz – statt Wein, Raps und Schnaps


… ein Beitrag zum Wein-en. Herr Merz Entschuldigen sie, ich musste ihr Parteicouleur nachschlagen. FDP – wir Liberalen. Bitte, bitte, bitte kommen sie nicht auch noch auf die Idee den wunderbaren Wallisser Rotwein Cornalin in Treibstoff umzuwandeln …

… sonst haben sie vermutlich mit anderen FDP-Mitgliedern ein Problem, vielleicht sogar mit einem, dessen Heimatort in der Nähe von Fully ist. Mit Pascal Couchepin habe ich noch nie über Wein diskutiert, «nur» über die Kirche und und mit Fulvio Pelli (vor 2 Jahren der erste Beitrag) knappe 10 Minuten anlässlich «100 Jahre FDP Langenthal». Für mich ein gutes Gespräch, die langfristige Richtung ist erkannt, man spricht tatsächlich über «Gott und die Welt». Damals war ich noch Kirchgemeinderats-Präsident. Und das was uns Hans-Rudolf Merz einbrockt – ja einbrockt – ist auch eine Glaubensfrage.

Nicht dass die Finanzen das Problem sind, da haben sie ja keine Chance, wie einst einer ihrer Vorgänger zusammen mit (wenn ich mich nicht täusche) dem damaligen Premierminster von China Li Peng durch den Economist für die schlechteste Finanzführung ausgezeichnet zu werden (holziger Kochlöffel). Aber das mit dem Raps – das ist eine Schnapsidee. Als ich noch auf diesem Gebiet tätig war, unterstanden wir ihrem Finanzdepartement.

Raps als Treibstoff zu fördern und diesen noch von der Steuer zu befreien finde ich eine der grössten Schnapsideen, die jemals ein Bundesrat unterstützt hat – und dann noch einer der FDP.

Die Schweiz sollte weltweit mit einem guten Vorbild voran gehen.

Wenn Mist gemacht wird und was man nur aus Mist machen sollte, das wissen schon 17-jährige besser – gestern im Finanzblog.

Echt zufällig gestern, auch mein Schlusskommentar. Am dem Wort Sch … (für Mist) muss man sich dort nicht aufregen, aber hier, an dem was Budesrat Merz will. Und was meint die Presse dazu:

– «Dreckigen Raps-Diesel fördern»

– «Raps-Republik» – kurz – absolut lesenswert

– «Bauernlobby stärker als Gesetz»

Auf dem Netz ist noch nicht viel zu finden – die Meldung ist zu neu und zu schockierend.

Aber seien sie unbesorgt, der Finanzblog sorgt schon dafür, dass sie immer eine Spur voraus sind:

Attisholz ist oben schon verlinkt, aber noch nicht gesagt, dass der Bund hier mitverdient

Salatölralley – Planzenöl als Treibstoff ist unethisch

Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe – die Kokosnuss ist ein echter Energieträger

Wer hat die Kokosnuss, wer hat …

Morgen nehme ich dann noch einen Anlauf, zu zeigen in welcher Form man Wein verpacken kann, damit ihn vielleicht Bundesräte nicht entlarven können und gleich Treibstoff daraus machen und dann darf ich ihnen einen schönen Beitrag über ein Weinland einspielen, das garantiert nie auf solche Ideen kommt. Die brauchen ihr landwirtschaftliches Land um benötigte Nahrungsmittel – und auch Wein – zu erzeugen. Wenn ihnen alles etwas Chinesisch vorkommt, dann liegen sie zumindest für den morgigen Beitrag richtig.

Clef du Vin – Clef du Cigars


Heute schauen wir einmal, was uns die Römern vor 2000 Jahren gelernt haben und freuen uns über ein neues Wiki, das wir nicht dank der Wikinger, sondern anderer Seefahrer und vielleicht auch dank ihres Logbuch geniessen können. Zwei «high tech» Sachen mit Jahrhunderte langem Wissen die ihnen den Genuss von Wein und Zigarren noch schöner machen.

Mit meinem Martischen 6-Eck finde ich bei jedem Kunden heraus, ob er Wein geniesst, Cigarren-Liebhaber ist oder Zigaretten raucht. Das mittlere ist fast ausschliesslich Genuss. Ersteres kann Sucht sein und letzter ist es eigentlich immer. Die Abgrenzung ist nicht einfach und für aussen Stehende manchmal nicht zu erkennen. Ein hochaktuelles Beispiel schlägt Wellen und keiner kann es beurteilen. Nur vermuten. Man wird des Drogenkonsums bezichtigt und weint vor der Fernsehkamera. Da ich eher für das Gute im Menschen bin, selbst Genussmensch, denke ich, die Handlung ist echt. Wenn sie lügt, dann knallhart, unverzeihlich. Ich möchte zur Zeit nicht in der Haut von Martina Hingis stecken. Am besten gefällt mir der Kommentar der Welt – Seite 28 und sonst gar nichts über das Tenniswunder, das abstürzte – Hingis.

Higgins hat es einfacher. Er raucht Pfeife, wie ich zur Zeit (Sonntagabend). Ich habe Respekt, wenn jemand nicht raucht und/oder keinen Alkohol trinkt. Mindestens 2/3 meiner Kunden sind Nichtraucher, aber jeder akzeptiert meine Leidenschaft. Zur Zeit eine steinalte Meerschaumpfeife aus Magnesiumslikat. Richtig eingesetzte Chemie hilft den Genuss verstärken, der Clef du Vin ist das Paradebeispiel. Higgins, der Sprachwissenschaftler lässt Doolittle the rain in Sapin singen. Auf Deutsch: «Es grünt so grün», dass Spaniens Blüten blühen. Vielleicht Nachschattengewächse, die sie aus der Karibik nach Hause gebracht haben, zumindest für heute – der Tabak. Und was haben die Seefahrer von damals geführt …

Logbuch Blog

… das Logbuch, der Vorgänger des Internet-Logbuch, des Weblog oder kurz das Blog. Und ein Blogger, der sich mit diesen Nachschattengewächsen gut auskennt, wurde zu nächtlicher Stunde entlarvt. Sein Pseudonym «Aficionado» ist in der Welt am Sonntag entgültig gelüftet worden …

… und vor allem, das Cigar-Wiki ist offiziell bekannt gegeben worden. Hans, herzliche Gratulation. Wer die Blogroll (die vielen Links rechts neben dem Blog) des Finanzblogs regelmässig verfolgt, hat vielleicht bemerkt, dass dieser Link klammheimlich vor einigen Wochen aufgeschaltet wurde und vor kurzem gab es einen Kommentar mit diesem Link. Manuel von Primium Cigars lassen wir berichten, den er ist sein Nachfolger im Cigar Blog. Vermutlich ist es mehr als nur Rauchzeichen, das Cigar Wiki, eher ein Clef du Cigar, dass er seinem Namen getreu, Fröhlich beschreibt. Zusammen mit dem «Mitarbeiter» Ricci wurde er schon mal abgelichtet. Der Kioskiero hat – viele andere natürlich auch – seine grösste Freude, halleluja, dass aus dem Blogger Fischer ein Wikinger wurde … Jahrhunderte alter Genuss nun auf neuestem Web 2.0 Level …

Kind als Cigarren-Raucher

… aber bitte nie übertreiben, sonst stehen sie wirklich etwas schräg in Landschaft.

Jahrtausende alt hingegen ist die Erkenntnis des Clef du Vin (pdf-Datei – gleiches Fenster) und trotzdem eine echte Revolution im Weingenuss. Ob beim Degustieren oder beim Geniessen – pro Sekunde wird der Wein um ein Jahr gealtert. Es funktioniert. Bei Säure reichen Weinen besser, als bei andern. Genau gleich wie wenn die Flasche im Keller liegt, wird es wohl nicht sein – aber die Tendenz ist perfekt ersichtlich. In hochstehenden französichen Restaurants gehört dieses kleine Ding zum Begleiter von Sommeliers und bei uns kennt es praktisch keiner. Ich habe vorallem mit der Taschenausgabe des Clef du Vin zig Leute überrascht. Weinbanausen, Weinkenner, Weinverkäufer und Weinproduzenten. Einige Franzosen erreichen den gelcihen Effekt mit einer Kupfermünze die sie in den Wein tauchen. So wie es die alten Römer gemacht haben. Nur gingen die zu weit und haben den Wein im Fass mit Kupfermünzen behandelt. Das nimmt wohl die Säure, aber zerstört eigentlich durch chemisch-elektrische Vorgänge längerfristig den Wein. Das bedeutet, dass man diese Technik nur bei Wein anwenden darf, den man eben trinkt.

Sie können auf der einen Seite feststellen, ob der Wein zum Lagern Potenzial hat oder mit den grösseren Clef du Vin können sie ein Glas oder eine Flasche jüngeren Wein um einige Jahre ältern lassen. Er wird bekömmlicher. Sie können auch eine Kupfermünze oder wie mir ein Deutscher Weinbauer sagte, auch einen abisolierten Kupferdraht nehmen. Nur und das weiss man natürlich auch bei Rebschneckle ist Kupfer Gesundheit gefährdend. Deshalb lieber etwas Geld ausgeben und das moderne Produkt kaufen, das mit einer Kupferlegierung (vermutlich) nicht oder weniger schadet. Le Creuset, bekannt von Screwpull, ist leider nicht börsenkotiert, aber sie können einmal davon ausgehen, dass in vielleicht zehn Jahren ein Plagiat auf den Markt kommt. Warten zahlt sich aber nicht aus. Sie können selbst ausrechnen, wie oft sie einen jüngeren Wein «behandeln» müssen um mit der Differenz zum älteren, den Clef du Vin zu amortisieren …

Clef du Vin und Reisehumidor

… das Reisegepäck dürfte um einige Gramm grösser werden … wer es nicht im Laden erhält, dem kann ich die Adresse der Marketing-Agentur zustellen. Verdienen werde ich nichts daran, aber vielleicht kann man jemanden etwas Freude bereiten …

Das etwas andere Beaujolais


So alle zwei Jahre einmal fahre ich durch das Beaujolais – auch der Landschaft, nicht nur der Weine wegen …

… zumindest nicht aller Weine. Eins sei vorweg genommen. Das Beaujolais hat sich weinbaumässig in den letzten 20 Jahren stark verändert – aber bei einem Teil der Winzer ist das Qualitätsverständnis leider noch nach alter Väter Sitte …

Massenweine

… an Tanklastwagen hat man sich längst gewöhnt, aber zum Teil wird wirklich alles, was gelesen wurde abgepresst und aus der Lagengemeinde zum Grossproduzenten verfrachtet. Masse statt Klasse, der Preis ist, was zählt …

Ertragsbegrenzung

… aber man kennt ja die Ertragsbegrenzung. Um Qualität zu erhalten muss man nicht bei der Lese herausschneiden, sondern wesentlich früher, damit die Trauben, die hängen bleiben alle Kraft der Rebe erhalten …

Trauben

… solche Trauben finden sie tonnenweise weggeschnitten. Zum brennen darf man sie auch nicht brauchen, denn diese Menge zählt zum Ertrag …

Übermenge

… und die maximal mögliche Menge lässt sich einfach errechnen: Quadratmeter mal erlaubte Menge gibt Gesamtgewicht. Das Übergewicht wird an Ort und Stelle weggeworfen. Man nimmt sich nicht einmal die Mühe, diese Trauben zu den Reben zu werfen, obschon sie dort als Dünger nützen könnten. Das hier sind ganz normale Trauben die weggeworfen werden. Diejenigen, die zu Wein verarbeitet werden, sind gleich gut – oder gleich schlecht. Solche Bilder sehen sie nicht in allen Weinbauregionen. Es braucht gesetzliche oder freiwillige Mengenbeschränkungen und die Missachtung der grundlegensten Qualitätskriterien. Von Wein, der hier produziert wird, sollten sie besser nichts kaufen. Es ist nicht die Regel, aber eine doch häufig gesehene Erscheinung, die man leider teilweise auch am Bielersee antrifft. Schade, dass viele gute Winzer darunter leiden müssen, wenn andere immer noch schlechte Qualitäten produzieren. Manchmal sind es fast Zustände, wie in der Fianzbranche …

Je länger, je mehr sieht man Kirchen, die zweckentfremdet wurden. Hoffen wir, dass dies nicht zur Gewohnheit wird.

Weinkeller scheinen nicht nur eine magische Anziehungskraft auf mich zu haben, denn die Vieille Eglise in Julienas (Baujolais – Frankreich) ist die zweite, die ich gesehen habe. Dort wird der Wein selbst ausgebaut, in Saint Ambroix im Cave du Temple wird ein Teil des Weines «nur» zum Direktverkauf zwischengelagert.

Kirche als Weinkeller

… Kirchen faszinieren und wenn ein Traktor davor steht, muss man ja anhalten …

Beaujolais

Beaujolais (très) nouveaux …

vieux eglise julienas

… im Vordergrund ist noch der Altar ersichtlich … vor der Freske von Bacchus resp. Dionysos – der Gott des Weines und der Vegetation … das Bild (mit Zusatzbeleuchtung) wäre eine theologische Betrachtung wert … übrigens, die Kirche wird als solche seit 1868 nicht mehr benutzt …

nouveau eglise julienas

… heute der Cellier de la Vieille Eglise und am 10./11. November findet das Treffen der Weinbruderschaft, der Confrérie St Juliénas des Prés, in Julienas statt …

… eingeladen werde ich vermutlich nicht, denn ganz jeden Beaujolais darf man nicht rühmen – morgen lesen sie im Finanzblog, weshalb …

neue Kirche Julienas

… übrigens, den Schlüssel zur Besichtigung der neuen Kirche erhalten sie im Degustationslokal – der 2004er schmeckt nicht nur nach Vanille (der im Fass ausgebaute) sondern auch herrlich nach frischer Minze, empfehlens- und seinen Preis wert …

Fotos und Text: Stephan Marti-LandoltFinanzblog

«Besuchen Sie ein Restaurant mit unzähligen Sternen.»


Leider bin ich vor zwei Monaten mit swiss geflogen – aber jetzt ist alles anders. Jetzt würde ich mich, gemäss Werbung, wie zu Hause fühlen. Also freuen sie sich auf ihren Ferienflug …

… ich schildere nur, wie ich kulinarisch verwöhnt wurde. Sie werden kein bisschen Mitleid mit mir haben, sie gönnen mir meinen (kulinarischen) Höhenflug. Fangen wir doch mal mit den Spezialitäten aus verschiedenen Regionen der Schweiz an …

Laugensandwich

… erstaunlich, was in Basel so alles wächst und gedeiht. Ich hab es überlebt, obwohl ich Allergiker bin. Fliegen – ja da isst auch der Teufel in der Not. Wenn sie mindestens zwei Semester Chemie hinter sich haben, können sie das auch selber backen. Und dann gab es noch den Schweizer Schoggi, «der mir den Abschied versüsst». Süss und gut sind zweierlei. Die swiss.com, nicht die Swisscom, gehört ja bekanntlich der Lufthansa und in Deutschland gibt es auch die bessere Schockolade. Ich denke nicht an eine Milchschnitte, sondern an Edelschockolade (2. Bild). Übrigens die Reklame mit dem Schweizer Restaurant mit den unzähligen Sternen habe ich im Cigar Clan 5/07 gefunden. Aber wer jetzt fliegt, dem servieren sie gute Schweizer Schockolade – die gibt es. Die allerbeste wird im Wallis gemacht und vielleicht kredenzen sie ihnen auch einen Walliser-Wein. Da gibt es viele schöne Rebensäfte. In der Zwischenzeit wurden sogar in Zürich Weine prämiert (Ürsu, hier findest du alle gesuchten Ausstellungsdaten) …

Australischer Wein

… wir hatten noch Wein aus Australien. Neuseeland wäre noch einige 1000 km weiter weg. Die liegen ziemlich genau auf der andern Seite der Weltkugel. Abgefüllt wurde er in Basel. Und wenn ich an die Degustationen mit dem früheren Kellermeister von Coop zurück denke, haben die auch heute noch etwelche Tropfen, die wesentlich besser schmecken. Aber wie gesagt, das ist ja Geschichte. Auch der Bordeaux der Air France wurde vor Jahren getrunken – die Swiss gibt wenigstens Gläser aus echtem Glas. So hat halt jede Fluggesellschaft seine eigene Kultur. Und vielleicht gibt es morgen an der Tischmesse auch Wein aus Plastikgläsern – aber zuerst muss ich schauen, dass ich heute die neueste Weinkreation aus dem Bordeaux kaufen kann. Nur so als Gag …

Restaurant

… ohne Anspruch auf irgendwelche Sterne, das überlassen wir der Swiss, die noch einige Änderungen plant und mehr als eine Milliarde investieren will.

Aber beim Fliegen wird alles besser. 50 000 Bäume werden gespart, weil in Zukunft die Papiertickets elektronisch erstellt werden. Ob dann jeder zuhause sein Ticket auch noch mal ausdruckt? Vielleicht bräuchte es in diesem Fall sogar mehr Bäume, das wäre echt keine Sternstunde. Aber geniessen sie jetzt die Sterne beim Flug – gemäss Werbung müsste das auch in der Economy-Class der Fall sein. Guten Flug.

Und sollten sie zu Hause bleiben, können sie sich überlegen, welche Aktien steigen werden, weil sie trotz Mehrkosten mit zusätzlichen Fluggästen rechnen.

«Gewinne machen mit Edeltropfen»


Mit Wein kann man es sich bequem machen und mit dem Schreiben über den selbigen auch …

«Das Geschäft mit edlen Tropfen floriert. Anleger können direkt auf Luxusweine setzen – oder Aktien von Edelwinzern kaufen.

Von FOCUS-MONEY-Autor Florian Junker

Auch Japaner und Chinesen sind auf den Geschmack gekommen – sie erwärmen sich zunehmend für den vergorenen Rebensaft und gleichen das abflauende Interesse von Franzosen und Italienern aus. Der Weinabsatz, der laut Organisation Internationale de la Vigne et du Vin im vergangenen Jahr bei rund 16,85 Milliarden Flaschen lag, dürfte deutlich steigen … weiterlesen bei Focus.de …»

Hier der Chart von Constellation Brands (Seite 6 im Bericht) und der Link für die Internationale Organisation für Rebe und Wein (Organisation Internationale de la Vigne et du Vin) – vermutlich brauchen sie das ganze Wochenende, um alles an zu schauen. Für viele manchmal vermutlich zu wissenschaftlich aber interessant, zum Beispiel die Weinsorten der Welt (über 500 Seiten, wer über ein langsames Modem verfügt, braucht einige Minuten zum Heraufladen), ab Seite 45 sind die Rebsorten alfabetisch aufgelistet – von Agizjum bis zu Zierfandler auf Seite 52 – Zinfandel und etwelche andere fehlen.

Wer Rebsorten auswendig lernen will, versucht sich die 6504 Sorten von A la Reine bis Zweigelt zu merken. Erstere können sie auch als Virginatabak rauchen, wobei es sich nicht um die genau gleiche Gattung von Pflanzen handeln dürfte. Anscheinend gibt es Leute, die auch Weinblätter rauchenich esse die lieber. Solche Diskussionen kann man allenfalls am Samstag an der Suisse Tabac in Basel führen oder vielleicht gibt es nächste Woche sogar einen privaten Drehworkshop mit pep. Frische Chasselat und Pinot Noir Blätter kann ich zur Verfügung stellen, verdorrte hat es am Boden. Ich halte mich dann eher an einen Zweigelt.

Gefunden habe ich den zitierten Artikel von Focus.de im «the drink tank» von Mario Scheuermann dessen Planet Bordeaux in meiner Blogroll zu finden ist.

Weinkeller

… in diesem Weinkeller dürften auch jetzt noch einige Flaschen Zweigelt zu finden sein …

Luxus – Teil 1 – Zeit und Leben


Luxus – was ist das eigentlich. Auf den übliche Begriff komme ich einmal während der Woche zurück. Luxus kann auch etwas anderes sein. Am Sonntag habe wir bei 34 Grad einige Weine degustiert …

… nur biologische Weine. Aber was ist «Bio» eigentlich. Bio heisst «Leben» und entspricht eher einer Grundeinstellung, denn einer Produktionsart. Beim Wein gibt es zwei wichtige Teile, während der Produktion. Im Rebberg läuft der wichtigste Teil der biologischen Produktion ab – die Trauben wachsen, bis sie gelesen werden. Nur hier, wo die Reben wachsen, sieht man, ob biologisch gearbeitet wird oder nicht. Beim zweiten Teil der Produktion, der Weinbereitung, ist nicht einmal sicher, ob sie mit einem Gaschromatografen feststellen können, ob ein Wein biologisch ausgebaut wurde oder nicht. Nicht biologischer Wein ist weder ungesünder noch ist biologischer Wein besser – gute Weinbereitung vorausgesetzt. Die Nachwelt und die Landschaft hat aber dem biologischen Weinbau zu danken.

Biorebbau bedeutet zumindest in den ersten Jahren Mehrarbeit, die sich aber im Laufe der Zeit durch Minderaufwendungen an Spritzmitteln etc. mehr als nur wettmachen. Immer vorausgesetzt, man vergleicht zumindest ähnliche Rebbaugebiete. Im Keller ist die biologische oder nichbiologische Weinbereitung vom Zeitaufwand in etwa gleich. Auch hier: Gleiches mit Ähnlichem verglichen. Aber worin besteht der Luxus von «bio». Aus Zeit und Besinnung. Bioweinbauern scheinen einen andern Taktgeber zu haben. Trauben brauchen Zeit und der biologische Rebbau ist eher Philosophie, denn eine Geldgier um auf einen aktuellen Trend auf zu springen und Geld zu verdienen. Echter Luxus so zu sagen.

In Barjac findet alle Jahre ein Biomarkt statt. Keine Angst, sie sind nicht ein Jahr zurück versetzt – im Biobereicht hat man eben Zeit. Der Anlass ist in der Agenda zu finden, aber man «schlachtet» die Veranstaltungen noch nicht zum Voraus aus. Das wird sich vermutlich in den nächsten Jahren ändern. Der Biomarkt hier dürfte zu einem Weinmarkt werden – jedes Jahr in etwa eine Verdoppelung der Aussteller. Und zu meiner Freude, ist auch ein «alt-bekannter» Anbieter dabei. Saint Gély – Côtes-du-Rhône. Kein Kleiner und nun auch im Bio-Sektor vertreten. Man hofft diesen zumindest ausbauen zu können – hoffen wir aber, dass die Weine im Preis nicht gross ansteigen – noch zählen sie in dieser Beziehung nicht zum Luxus. Ein anderer recht grosser ist auch dort – eher unsympathisch, rein abschlussorientiert, keine Zeit für Diskussionen. Der Sohn schon, er scheint tatsächlich aus einer anderen Generation zu stammen. Der Wein kommt aus der Gegend des andern Saint Gély- aus dem Pic Saint Loup, so zumindest seine Erörterung. Seine Weine schmecken nach Masse, flach. Sein Ort ist nicht im obigen Rayon verzeichnet und von der Flasche mit dem Pic Saint Loup auf der Etikette, hat er nur noch eine einzige 2001 Flasche – zum Vorzeigen. Die Etikette hat geänder, der Name auch. Ob er es mit dem Bio auch so genau nimmt, wie mit der Appelation?

Kontrolle gibt es eh keine. Bio ist das kleinste Problem, das man hier hat. Am Wein haben sich schon einige die Zähne ausgebissen – sogar Screwpull am einem Hortus. Le Creuset’s Clef du Vin, das noch nicht ganz jeder kennt, liefert weitere Diskussione über Wein … und einige Adressen, die man einmal aufsuchen müsste … Domaine BeauThorey der auch Romane und Weinbücher schreibt und seinen Nachbarn. Besuchen wollte ich den schon, aber da kam ein anderes Weinbaugebiet aus Portugal dazwischen – Wein aus den Azoren. Der Pic Saint Loup sollte auch etwas einfacher zu besteigen sein, als der Pico. Und das ist Luxus – sich Zeit zu nehmen. Etwas zu erleben, weg vom Stress. Für Viele ist Zeit echt Luxus. Aber gestern war es zu heiss, um auf einen Berg zu steigen. Schon fast zu heiss, um einen Abstecher zur Domaine Les Peyrières, zu Beaufort nach Dion oder zu den Vignerons de Tornac zu machen.

Zeit und Besinnung, das ist Luxus. Und wenn wir bei Tornac sind, wären wir schon fast in der Gallerie bei Florac, bei der Dame mit den Menschenrechten angelangt, die wir letzte Woche im Temple beim mythischen Wein in Saint Ambroix getroffen haben und und am Ende den Cuvée Saint Ambroise aus der Monastère de Solan, ein herrlicher Tropfen, jetzt noch eher rot denn Bernstein (ambre). Echter Luxus und etwas Zeit zum Geniessen haben. Oder zum Lesen, auf den Punkt gebracht über Luxus – das nächste mal aber, wieso der erwähnte Satz «Vielleicht verstärkt Luxus die Transformation von Konsum zu einer Ersatzreligion» etwas genauer angeschaut werden müsste. Nicht alles, was mit Bio angeschrieben wird, ist auch lebenswert, Luxus und genau gleich ist es mit der Religion. Und dass man sich auch zuweilen mit Wein die Finger verbrennen könnte, wird morgen ein Thema sein – eigentlich eine Fortsetzung.

Barjac foire au bio

Monastaire de Solan

Weinfonds oder eigener Weinkeller – mit Art e-schocken


Um bei Wein Geld zu verdienen, gib es nebst der Produktion und dem Weinhandel, noch zwei andere Möglichkeiten …

«Starkes Interesse an Weinfonds

Januar nächsten Jahres ist es so weit: Dann beginnt Weinhändler Jan-Eric Paulson den Ausverkauf seines „Rare-Wine-Pools“, eines Weinfonds mit erlesenen Tropfen, die über fünf Jahre lang in seinem Depot schlummerten … lesen sie weiter bei Financial Times Deutschland

Die zweite Möglichkeit ist zumindest mir sympathischer. Nicht dass ich darüber streiten will, welche mehr Rendite bringt. Falls überhaupt. Und dies gleich als Warnung, wer kein Risiko eingehen will, kann oder darf, soll solche Fonds meiden und wer zusätzlich nichts von Wein versteht oder zumindest nicht bereit ist, vorhandene Literatur zu studieren, dem hilft auch der eigene Weinkeller nichts.

Ein Weinkeller ist besser als jeder Fonds. Wenn sie einen schlechten Wein in einem Fonds haben, tragen alle das Risiko und den Verlust und daher ist zu hoffen, dass ihr Weinkeller – den sie schon haben oder noch anzulegen gedenken – nicht nur Nieten enthält. Die Kosten tragen sie alleine, können aber auch entsprechend sparen – bei ihnen ist es Freizeit, das Fondsmanagement will verdienen. Wenn ein ungeeigneter Wein doch noch trinkbar ist, können sie ja einen eigenen Weinfonds machen – diesen hier mit Artischocken.

Es gibt auch eine andere Zubereitungsart, eine Art ohne zu schocken. Artischocken brauchen eigentlich nie gerüstet zu werden – höchstens bei ganz jungen die total spitzigen Stacheln abschneiden – aber diese besten aller Artischocken finden sie praktisch nur in Ober-Italien (und auch dort nur ganz selten und an wenigen Marktständen). Eine wirklich frische und junge Blume, eine Distel, bei der bis mit dem Stängel alles essbar und ein Genuss ist. Bei den überlicherweise erhältlichen, entfernen sie die Häärchen – aber erst beim Essen. Falls der Stängel nicht schmeckt, dann haben sie einfach zu alte Artischocken erhalten. Aber trösten sie sich, wie beim Wein muss man suchen, bis man die guten Stücke kaufen kann.

Der eigene Weinkeller hat einen weiteren Vorteil. Man muss nicht alles auf die Seite legen um später einmal mit Gewinn verkaufen zu können. Wein kann man auch trinken. Falls er zu jung ist, kann man dem mit einem physikalisch-chemischen Trick abhelfen. In der Schweiz noch ganz verpönt, in Frankreich bei Kennern bekannt und verwendet und bei manchen Weinbauern in der «Billigvariante» seit Jahrtausenden praktiziert. Ein Geheimnis? Nein, aber den «Schlüssel zum Wein» stellen wir ein anderes mal vor …

Artischocke

… so sehen Artischocken aus. Es gibt schönere – aber suchen sie mal welche nördlich der Alpen. Heute Abend werden unsere eigenen Artischocken geernet. Einen teuren Wein dazu zu nehmen wäre schade, auch diese Schweizer Artischocken werden einen starken Eigengeschmack haben, wie Cynar – der Artischockenlikör – aus dem Hause Campary. Was gesund, was gut ist, können sie selbst entscheiden.

Hier noch ein Link auf den Wein-Index Liv-ex und die 100 zu Grunde liegenden Weine. Gefunden beim Blog Planet Bordeaux. Wer den Index nachbilden will – bitteschön, wenn sie ganze Flaschen kaufen wollen, müssen es zumindest 5000 Flaschen oder ein Mehrfaches davon sein.

30-fach billigere Bodenpreise für Topp-Weinlagen


England kann aus Markenschutzgründen keinen Champagner herstellen, aber … Schaumwein der sich sehen und vor allem trinken lässt.

Für einige Wenige ist es absolut kein Geheimnis mehr, dass England sehr gute Weine und zum Teil auch Schaumweine, Sekt auf Topp-Niveau herstellt.

«Und in neueren Zeiten frotzelte Peter Ustinov, er stelle sich die Hölle so vor: „Italienische Pünktlichkeit, deutscher Humor und englischer Wein.“ … lesen sie weiter bei der FAZ …»

Ustinov hatte in einem gewissen Sinn recht – ganz alle englischen Winzer haben das noch nicht mitbekommen, dass man nicht dem süssen deutschen Wein nacheifern sollte. Wer in Shampers Wine Bar in London war, weiss, dass England einiges zu bieten hat, das der Standard Tourist sich nicht träumen liesse. Ich würde entgegen diesem Link sogar behaupten, dass der Weg von Piccadilly Circus kürzer ist, vorausgesetzt, sie nehmen den richtigen U-Bahn-Ausgang. Gegen Norden hoch bis zur Beak Street und dann links bis zur Kingly Street. Königlich die Weine dort. Die Engländer waren früher im Weinhandel tätig als die Franzosen. Nicht dass die Engländer jetzt in Sachen Wein und Champagner den Franzosen die Show stehlen – aber in den letzten Jahren hat sich einiges geändert und es gibt einige Trouvaillen zu finden. Und Abwechslung macht das Leben süss – am liebsten ganz trocken.

Der süsse Wein aus Erdbeeren, Holunder, Kaffee oder Schokolade ist immer noch einfacher zu finden, als die doch noch recht seltenen guten Gewächse. Sie haben richtig gelesen – die Briten machen aus fast allem Wein. Schokolade und Kaffee habe ich nicht versucht – es gab keine offenen Flaschen zum Degustieren. Vielleicht hätte ich eine kaufen müssen, denn wer hat schon davon genossen??? Sie können solche Getränke selbst herstellen – sauber arbeiten ist das wichtigste Gebot.

Sir Peter Ustinov, der russisch-deutsch-französisch-britische Schweizer (Länder können bei ihm ausgetauscht werden) mit dem feinen englischen Humor wäre heute vermutlich sogar zu Scherzen gegen die Champagne aufgelegt. Vorteile abbauen, an der Börse wie beim Wein. Dazu gründete er auch das Peter Ustiov Institut zur Erfoschung und Bekämpfung von Vorurteilen.

Ich möchte den FAZ-Artikel nicht wiederholen, er ist noch keine 24 Stunden alt und stiehlt mir fast die Show. Gewiss nicht, denn ich habe Anfangs dieser Woche die Böden in englischen Süden etwas angeschaut und da gibt es Gleiches zu finden wie in der 100 km entfernten Champagne – nur sind die Bodenpreise um Faktoren billiger. Die Franzosen, genauer gesagt einige Champagner-Produzenten sind am Land aufkaufen. Wer Geld und Lust hat, kann dies sofort tun – die Preise werden vermutlich nicht so schnell steigen. Aber warten sie lieber bis in den Winter und schauen sie sich das zu erwerbende Land bei Schneefall an. Sie können extrem viel Geld einsparen.

Denbies bad vineyard

… der Vordergrund deutet darauf hin, dass alles erfroren ist. Die Show beim Rundgang zeigte die winterliche Stimmung. Und genau dort, wo es etwas mehr Schnee hatte, gibt es keine Reben mehr. Denbies ist auf der einen Seite das grösste Weingut in England und eines der grössten privaten von Europa. Für kurze Zeit ist es aber nur die Nummer 2 in England. Nächste Woche wird weiter angepflanzt, aber nicht in den obersten Lagen und dann ist man wieder Nummer 1 …

West Chiltington

… hier irgendwo in West Chiltington, zwischen Nutbourne und Pulborough versteckt, vor den Augen der Autos geschützt, muss die Nummer Eins sein – Nyetimber – not open for the public. Seinen Schaumwein können sie in Waitrose kaufen. In einigen Tagen wird er, was die Anzahl Rebstöcke anbelangt – sorry, so zählen die Engländer – nicht mehr auf der Spitzenposition sein, aber zumindest was die Schaumweinproduktion anbelangt, ist er nicht so schnell vom Platz 1 zu verweisen. Nur Schaumweine in kleinster Produktions-Breite und -Tiefe. Da müsste eine ganz anständige Marge heraus springen …

Denbies champagner Rüttelpult

… Denbies macht nicht nur Schaumweine – auf die andern komme ich später einmal zurück – und was für welche.

Beim International Wine Challenge ist zu lesen:

«England Sparkles & Japan Triumph in their 1st Year

The steady rise of England as a world class wine producing nation has once again been recognised. This year the IWC judges felt that a sparkling wine from the Denbies Estate in Dorking, Surrey merited the first ever English Trophy. The Greenfields Brut 2003 was the only English wine to be awarded a gold medal in the 2007 IWC and was then re-tasted and awarded it’s well deserved trophy.

Sake was perhaps the most hotly contested category this year, with 228 entering the challenge for the first year. An amazing 130 were awarded medals including 10 golds. Six trophies were awarded to sake with one picking up two prestigious awards. For a full list of trophy winners visit our results pages.»

Denbies 2

… und auf was für Böden wächst nun Champagner oder der Schaumwein von Denbies – die Bilder finden sie im gestrigen Beitrag – auf Kreide resp. Kalkstein.

Ein anderes Mal vielleicht etwas über deutschen Sekt oder sie wollen schon jetzt einen Blick ins Sekt-Lexikon werfen. Oder möchten sie doch lieber einen «Söiblume»-Barrique geniessen – einen englischen Dandelion Wine. Wieso das eine tun und das andere nicht lassen. Aber achtung, die Geschmäcker sind verschieden, vielleicht mögen sie lieber Löwenzahn Honig – schauen sie doch mal bei der Hexenküche vorbei.

Tscharnergut – ein Quartier und ein Wein

Tscharnergut – vor Jahrzehnten eine der modernsten Retortenstädte Europas und heute einer der besten Pinot Noirs der Schweiz.

Wenn in Grossstädten vermehrt Quartiere nach dem Vorbild des Tscharnerguts gebaut würden, wäre die Problematik, wie sie zum Beispiel in den Banlieus von Paris herrschen, sozial wesentlich verträglicher. Ein neues Quartier, das «aus dem Boden gestampft» wird, braucht zwingend einen sozialen Mix. Ein Schmelztigel von verschiedenen Personen, der zu vielen Diskussionen Anlass gab. Positive und auch negative. Erwähnenswert ist hier eine Sendung des Schweizer Fernsehens. Nicht im positiven Sinn, aber vermutlich wurde mit dem Moderator der Ausdruck «Vetterli-Wirtschaft» erfunden. Fast wie ein Komik von Werner – nur dass dieser ironisch, satirisch ist und der andere war auf Effekthascherei aus. Ein Gespräch mit einer Familie aus dem Quartier. Nur, man hat zwei Wohnungen zusammengelegt, zwei Familien in eine Wohnung gepfercht und vom Hebekran aus gefilmt. Aus zwei Wohnungen vom dritten und vierten Stock wurde eine. So kann man sich echt hocharbeiten. Diese Sendung hat wie selten ein Vorurteil geschaffen, gegen das die Einwohner und die Stadt Bern sehr lange zu kämpfen hatten.

Heute sind solche Sendungen nicht mehr möglich, nicht mehr denkbar, denn der Journalismus und die Blogger lassen so etwas nicht mehr unbeantwortet im Raum stehen.

Tscharnergut

Aber das Tscharnergut können sie auch ganz anders geniessen. Im Glas – als Jeninser Blauburgunder. Prdouziert und ausgebaut von Gian-Battista von Tscharner. Was viele Berner jetzt erstaunen mag, dass das Geschlecht Tscharner aus Graubünden kommt und im 16. Jahrhundert nach Bern ausgewandert ist. Zum Glück aber nicht alle …

Gian-Babttista von Tscharner

… auf Schloss Reichenau könnte man noch einen Bündner besuchen. Um einen «Überblick» zu haben, ist nicht unbedingt ein Flugzeug nötig – der Aufstieg zur Kirche Tamins genügt alle Weil. Und wenn sie anständig fragen, können sie auch den Turm besteigen. Eine unvergessliche Aussicht auf Domat-Ems und die Gegend wo der Vorder- und Hinterrhein zusammen fliessen. Und wenn sie Zeit haben, vergessen sie nicht im Adler zu essen. Das vorletzte mal, als ich dort war, haben sie am Nachbartisch immer von Christoph erzählt – es war am Tag nach der Wahl von Christoph Blocher zum Bundesrat.

Beste Weingüter der Welt

Und was liegt hier näher, als eine Schachtel «Tscharnergut» und …

Wein

… zumindest noch einen Completer ein zu kaufen. Etwas nicht ganz alltägliches. Und wieso ich mit einem Pfarrer in Reichenau resp. Tamins einen Zwischenhalt eingeschalten habe, lesen sie bei libref. Und wer weiss, vielleicht lerne ich in Bivio auch den bekanntesten ehemaligen Pfarrer von Tamins kennen. Ein Ort mit anscheinend vielen Charakterköpfen. Im letzten Link finden sie auch den Wein, den es an der Bergpredigt zu trinken geben wird. Von von Tscharner ausgebaut, aber nicht auf seiner umfangreichen Preisliste zu finden – etwas ganz Einmaliges. Vielleicht wird es auch Baumnüsse und Äpfel geben, aber sicher nicht so unreife wie im obigen Blumengesteck.

 

Berner Tagi: Finanzblog – bleibt (vorderhand) selbständig


Am Wein gestern kann es nicht liegen – es muss die Frühlingshitze sein …

… ein echter Stern am Himmel. Die schönste Weindegustation seit langem im Club – Languedoc/Roussillon. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Oder halt doch einfach sentimental? Ein wenig schon, denn Wein ist nicht nur Hauptwort so auch Verb:

Das Weinen
ich weine
du weinst
er weint
wir weinen
ihr weint
sie weinen

Vielleicht wird es auch unregelmässig konjugiert. Dafür überhäufen sich die heutigen Meldungen aus Bern:

  • Grossfusion in der Medienbranche – lassen wir den Tagi doch gleich online berichten – etwas gar mager, was da aus Zürich kommt – dafür mit Textunterbruch, damit die Internetwerbung voll zur Geltung kommt – Reklame für die deutsche Bank läuft eben
  • espace.ch – das Suchergebnis habe ich kopiert und versuche das «ähnlich professionell» ins Blog zu stellen
  • espace.ch

    … voilà … Me voilà à Züri. Nein es ist nicht der Alkohol, es ist eher zum Weinen und morgen bin ich in Zürich – IT-Ausbildung. Wie andere, so habe auch ich das nötig. Aber auf die Bernerzeitung werden wir morgen nicht verzichten müssen. Im letzten Bund vermutlich, finden sie wieder etwas von Angela (sorry, die warten in Bern immer noch) – nicht die Merkel. Wir wollen doch wegen ein bisschen Weinen zwischen Zürich gegen Bern nicht auch noch gleich den grossen Kanton mit einbeziehen. Gestern Abend war die Welt noch halbwegs in Ordnung – Mailand oder Liverpool. Es gibt halt Verlierer. Aber wie gesagt, morgen lese ich diesen Artikel – ich bin gespannt.

    Die Degustation ist eben zu Ende, da meldet sich der Präsident. Er war vorher abwesend, nun im Weinkeller an zu treffen. Der Kollege sagt, „hat der eine gute Gesichtsfarbe, ist vermutlich in den Ferien gewesen“. Es könnte auch sein, dass der an einer Sitzung war. Victory bläst bei Ascom zum Rückzugüber die Leichen haben wir berichtet. Mit dem Messerli, der oder das hat einen Zweig abgeschnitten, einen Siegeszweig. Mann überreicht diesem dem Referenten – ein Stück Lorbeer, einen laurus nobilis. Nur gedankenmässig – es ist eine Stechpalme. Na ja, vielleicht fusionieren der römische Kaiser und Jesus auch einmal. Übrigens, die beiden nicht verwandten Gewächse haben eine grosse Gemeinsamkeit. Die einen haben eine riesige Freude an beiden Pflanzen und die andern sehen darin eher ein Unkraut. Über Letzteres vielleicht ein andermal …

    … denn wir fusionieren nicht, der Finanzblog hat zwar einige Ähnlichkeiten mit … aber darüber morgen mehr … und ansonsten sind wir unabhängig, manchmal zu einem Spass bereit und manchmal weinen wir – aber wie die Zeitungen merken, geht der Weg immer mehr über das Internet. Und lesen sie morgen den letzten Bund im ersten Berner Tagesanzeiger. Es ist nicht «der Bund» gemeint, der schon lange einfusioniert ist und der auch nicht mehr am gleichen Ort zu finden ist, wie früher. Dort wo auf dem Turm oben die Uhren eine Viertelstunde vorgehen. Wo, das sieht man beim gestrigen ersten Bild, links neben dem Tram mit der Beschriftung «Saali» – bis dann. Saali mitenand bis die Basler die Zürcher und Berner übernehmen …

… Bern ist wieder online und berichtet

Antiquitäten, Salatöl und Wein der Grossväter


Die Weine der Côtes-du-Rhône haben unsere Grossväter getrunken – weil sie gut und günstig waren und erstaunlicherweise, hat sich bis heute nicht viel daran geändert.

Den Rochemure (Artikel 437) habe ich schon zu meinen Studentenzeiten abgefüllt. Eine Flasche kommt auf CHF 3.36 – Arbeit, Korken, Flasche nicht mitgerechnet. Seit wenigen Tagen kann jedermann bei der EG Biel Genossenschafter werden. Eigentlich sollte man wieder einmal einen Vin en vrac kaufen, nur ist es nicht so einfach, schöne Qualitäten zu finden. Aber es gibt sie, eine gute Häuser führen welche. Vom Domaine de Panisse habe ich noch einige Flaschen Châteauneuf-du-Pape im Keller. Wieso ich dies aufschreibe? Weil ich mir Namen manchmal nicht merken kann und vielleicht ist man wieder einmal in dieser Gegend, genau genommen in Courthezon und dann (Internetanschluss vorausgesetzt), findet man die Gedächtnisstütze im Blog. Manchmal ganz praktisch, so ein Blog. Und Rémy Klein erhält so die Information, die ich ihm nach zu liefern versprach. Bei Klein habe ich noch nie seinen kleinsten Wein, den offenen gekauft. Degustiert schon und dieser ist schon herrlich.

Seit Selection Schwander den «les Arbousier» der Domaine la Réméjeanne verkauft, hat dieses Gut seinen Bekanntheitsgrad in der Deutschweiz markant gesteigert. Seit fast 10 Jahren zählen diese Weine zu meinen Favoriten des linken, unteren Côtes-du-Rhône. Im Departement Gard sind Rebflächen noch günstig zu kaufen, vorausgesetzt man versteht etwas von Wein und ist bereit, in die Kellertechnik zu investieren. Hier erzielt mancher Winzer die besseren Renditen, als an der Börse. Jeder bleibt heute in seinen Märkten, die er kennt. Und da gibt es noch einen Markt in Paris, den beide schon zum Kaufen genutzt haben – der Flohmarkt.

Flaschentrockner

Ich habe vor Jahren ein Gestell zum Flaschentrocknen gekauft. Dieses hier steht bei Monsier Klein – meines ist zusätzlich drehbar,hat eine Wasserauffangwanne und ist um einiges älter. Aber um diesen Gegenstand vom Pusse in Paris beneide ich ihn …

Weinfüller

… sieht aus wie eine Dachrinne (Dachkännel) und ist dreimal so lang wie der abgebildete Teil. Die Grossväter aus der Côtes-du-Rhône dürften diesen Gegenstand vielleicht noch kennen. Ich habe so etwas zum ersten mal gesehen. Ursprünglich stand dieses Gerät an der Theke in Restaurants und in jedem Loch war ein leerer Pot und dann wurde mit dem Schlauch Wein eingefüllt. Vermutlich hat nicht jeder ganz nüchtern das Restaurant verlassen.

Nun steht eine weitere Flasche von laremejeanne bei mir – Olivenöl, das ganz neu im Verkaufsprogramm ist. Genau genommen vierge extra, kalt gepresst aus Picholine, Aglandau, Bouteillan und Negrette – eine Olivenöl-Cuvée. Olivenöl zu degustieren (Geschmacksvielfalt – Freude am probieren) ist anspruchsvoller als Wein. Nicht so die Produktion, die ist etwas einfacher – vorausgesetzt, man hat eine entsprechende Presse. Diese fehlt mir noch und daher lasse ich unsere Oliven der eigenen drei rund 100 jährigen Bäume auswärts pressen. Solch hochstehendes Olivenöl wird nur für die kalte Küche verwendet und ganz sicher nie als Agrartreibstoff.

Die Rhône bei Wien …


… oder die Rotten bei Vienne. Von Brig bis zum Bouche du Rhône gibt es unzählige Weine. Einige der schönsten findet man kurz nach der zweitgrössten Stadt Frankreichs – nach Lyon Anfangs des Vallée du Rhône.

Zumindest an den Namen und den Rebsorten stellt man fest, dass es ein ähnliches Gebilde wie die EU schon einmal in Europa gegeben hat – das römische Reich. Und einer der zentralsten Orte für das Namenswirrwarr oder die Namensgleichheit und die verschiedenen Wege die Flüsse nehmen können, findet man in Bivio. Nebst Wein bei der einige denken dass das eine unethische Angelegenheit ist, fasziniert mich die Ethik an sich und da empfehle ich das Seminar Menschenrechte – Menschenpflichten, das wir vom 24. bis 26. August 2007 organisieren. Bi-vio war schon zur Römerzeit bekannt und es dürfte nicht erstaunen, dass damals schon ein Namenschoas herrschte. Warum der Rhein eigentlich Aare heissen müsste und die Donau der Inn wäre, weiss man nicht so genau. Exakt weiss man, dass die Schmelzwasser des Rhonegletschers normalerweise ins Mittelmeer fliessen, gelegentlich auch mal in die Nordsee. Also haltet euch nicht an einigen Namen auf, die an anderen europäischen Strömen bekannter sind …

… verlassen sie einfach die Autobahn nach der Umfahrung von Vienne, bevor sie wieder auf die linke Rhoneseite wechselt. Côte Rôtie bei Ampuis, dann Condrieux bei der gleichnamigen Ortschaft und Château Grillet mit einem Preisleistungsverhältnis, bei dem wir mit Börsenmassstäben rechnend eigentlich den Kopf schütteln müssten. Das ganze Vallée du Rhône bietet wohl weitweit die zurzeit absolut undurchsichtigste Preispolitik an. Es ist nichts Aussergewöhnliches, wenn bei einer Weindegustation (mit Profis), ein fünf mal so teuerer Wein wesentlich schlechter abschneidet. Auch die verschiedenen Führer wie zum Beispiel der Guide Hachette du Vins, ist meist gar nicht mehr in der Lage mit dem önologischen Tempo Schritt zu halten, das hier an zu treffen ist. Aber lange nicht überall, viele bleiben alt und konservativ – und einige werden modern, bauen nach neuen Methoden an und aus – eine Freude.

Das Flächen mässig grösste Gebiet im «Partie septentrionale» dürfte St. Joseph sein und die Weine im Durchschnitt mindestens einige Male teurer, als im untersten Teil der Côtes du Rhône – aber feiner, spezieller, anders, zum grossen Glück nicht ganz jedermans Geschmack. Les Portes du Sud haben für die andern einiges zu bieten. Vielleicht ist es Zufall, dass es gerade der erste Winzer ist, der auf diesen Seiten erwähnt ist und dem ich begenet bin – Auréline Chatagnier (fast wie der Kastanienbaum, le Châtaignier). Einer der Söhne der Dame, wo ich ganz gerne mal in Limony übernachte. Das Zimmer liegt genau über dem Degustierkeller einiger Winzer – man ist hier immer etwas im Umbruch. Und das Bistro d’Ernest hätte eigentlich auch geschlossen. Hätte – den man diskutiert über Wein, die anstehenden Wahlen in Frankreich und über die Religionen, die gerade beim Weinbau in der Vergangenheit viel zu sagen hatten. «Man sei willkommen im Restaurant, aber heute gebe es nur das Essen für die Familie – Teigwaren. Und wie das eben in Frankreich so die Art ist, gibt es dazu als Vorspeise Salami und acht verschiedene Salate, zu den Teigwaren ein Entrecôte und dann Käse und Dessert. Zudem für die Kinder noch einen grossen braunen und einen kleinen weissen Osterhasen – halber Preis, nach Ostern in der Schweiz gekauft. Aber sie gefallen, sind schliesslich nicht in der in Frankreich üblichen Alubekleidung – ähnlich denjenigen, die den Hasenkrieg ausgelöst haben.

Fast hätte ich es vergessen zu schreiben – Wein gab es auch – den «AC» 2005 und 2004. Und da das Restaurant nicht offiziell geöffnet hatte, wurde der Ladenpreis verrechnet. Wie die Hasen, so zum halben Preis. 3000 Flaschen gibt es – einige der letzten kommen mit nach Hause. Aber bitte, lasst in den nächsten Jahren auch noch etwas für mich …

Aurélien Chatagnier

… geniessen kann man auch ohne Etikette – obschon es eine der modernsten und dezentesten im Vallée de Rhône ist. Und das runde zwei Kilometer vom Departement Loire entfernt, nicht all zu weit von der Quelle der Loire, die in den Atlanik mündet. Merci, à une autre fois … – einer weiter Winzer in «meiner persönlichen Sammlung».

50 Jahre – 1 Jahr und einen Tag – 19016 Tage


Geburtstage feiert man bei uns meist mit Wein oder Champagner. In der EU, die am Sonntag 50 wird, dürfte an vielen Orten zum Weinglas gegriffen werden. Mein Kollege, der 51 wird, muss (darf) mit Pastis vorlieb nehmen.

Einige feieren, andere nicht, einige mit alkoholischen Getränken, andere verzichten darauf. So hat jeder seine Vorlieben und Restriktionen, ähnlich wie beim gestrigen Beitrag (siehe unten) über den Kaffee. Meinen 50-igsten Geburtstag habe ich mit einer etwas verlängerten Ratssitzung gefeiert. Aber es kann auch sein, dass ich Geburtstage vergesse – den hier zum Beispiel – wird sind schon über zwei Jahre Online. Und morgen feiert einer, der den 50-igsten auch nicht gefeiert hat – er erhält eine Flasche Pastis 51 von Pernod Richard. Wenn sie Geschäftsberichte hassen, schauen sie diesen trotzdem einmal an. Einer der schönsten die ich kenne – alle Jahre wieder interessant und sogar lehrreich. Nicht nur Zahlen. Das Titelbild der Printausgabe ist an sich ein kleines Kunstwerk.

Pastis 51 der Zahl wegen, es soll ein Gag sein. Wie der gestrige Nespresso, ein ganz anständiges Markenprodukt. Ich hätte auch einen Cachaça 51 schenken können. Ich habe ihn noch nie getrunken, gestern in einem Geschäft in Bern gefunden, gekauft und heute probiert. Sicherheitshalber, ich wusste ja nicht ab ich noch den Pastis finde. Ich wurde aus beruflichen Gründen einmal in der Degustation von gebrannten Wassern ausgebildet. Habe auch schon Einiges degustiert. Geschlagen wird dieser Zuckerrohr Schnaps nur von einem chinesischen Reisschnaps. Letzteren habe ich als Reinigungsmittel eingesetzt. Mal schauen, ob das Patenkind des morgigen Jubilars, diesen als Mixgetränk brauchen kann. Ich mische nicht gerne, sogar Pastis trinke ich meist pur – und eigentlich immer andere Qualitätsklassen. Erstaunlicherweise sind die meist nur unbedeutend teurer.

Über Pastis könnte man stundenlang erzählen, der Pastis 51 ist von der Produktion her schon ein reines Mixgetränkt – in 24 Stunden erhält er seinen tippischen Endgeschmack und da er wie Tamiflu Sternanis enthält, ist er vielleicht sogar gegen Vogelgrippe vorbeugend, bei Husten zumindest lindernd (das ist keine Heilmittelempfehlung). Ähnlich dem Pastis ist der Absinth und wenn man die hohen Qualitätsstufen vergleicht kommt man einem 10 Jahre im Fass gelagerten Vereine sehr nahe.

Zum 20. Geburtstag schenken viele Wein. Zufälligerweise heute schreibt Angela über «Guter Wein muss nicht alt sein». Ich habe je eine Kiste guten Bordeaux der Jahrgänge meiner Kinder gekauft, aber nie an sie verschenkt. Bei einem Fest schenken wir manchmal eine Flasche aus und es wurden halt mit Gotti und Götti im Verlaufe der Zeit schon einige Jahrgangsflaschen getrunken.

Morgen erhält der Jubilar auch gleich noch einen Champagner von Aldi in der Dose – Paris Hilton lässt grüssen. In der EU wurde eine ähnliche Dose verboten, in der Schweiz will man sie als Konkurrenzobjekt auch verbieten lassen. Am Sonntag wird die Europäische Union schon 50 Jahre alt und hat enorm viel erreicht. Die meisten Berichte schreiben über das, was noch nicht erreicht ist. Vielleicht melden wir uns am Montag zu diesem Thema noch mal zu Wort.

Morgen etwas Stress, zuerst das BlogCampSwitzerland – auch so eine Art Geburtstagsfeier – und dann zu dem, der genau ein Jahr und einen Tag älter als die EU ist.. Sorry nicht zu Steve Ballmer der genau gleich alt ist. Beim Unglück der Exxon Valdez waren sie 33. Ich feiere eher «Schnapstage», so früher mal 10 000 Tage Marti und genau vor zwei Wochen habe ich den 19 000. verpasst. Also feiert mal mit nicht zuviel, sondern alle sollen viel älter werden. Lebende Personen 100, wenn sie nicht ganz 100 sind, dann sollen sie halt nur 99 werden. Und wenn man das mal 2 rechnet, hat man die Stelle, wo der Finanzblog beim morgigen grössten Bloggertreffen der Schweiz zu finden ist.

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… was wird wohl in der kleinen Flasche links drin sein? Der Inhalt ist um einige Jahrzehnte älter als die Jubilare am Wochenende. Gebrannte Wasser halten fast ewig und es gilt den Zeitpunkt zu finden, wo die Fuselalkohole abgebaut sind und die Geschmacksstoffe noch erhalten sind – kein leichtes Unterfangen …

blogcamp

… am Samstag – es hat noch einige Plätze frei – kostenlos aber vermutlich nicht umsonst – es hat auch Leute darunter, die selbst nicht bloggen – wir sind gespannt …

Maréchal Foch – das Unbekannte, Unberechenbare bei Wein und Börse


Kurz nach Vollmond, Mondfinsternis, Montag und schlechte Börsenkurse – heute dürfte eine unbekannte, eher negative Stimmung an der Börse herrschen – genau gleich wie die Rebe Maréchal Foch.

Freitag-Abend wir essen in der alten Mühle. Genauer gesagt wir hören Musik – so ein Gemisch zwischen Appenzeller-Volksmusik, Griechenlands Sorbas und den Klängen des Schifferklaviers unterhalb von Montmartre. The Dusa Orchestra – weder Fisch noch Vogel und selbiges gibt es auch nicht zum Essen. Angehnem, nicht zu laut, man kann diskutieren. Eigentlich fast der falsche Ort für diese Band. Sie hätten mit der zweiten Zugabe beginnen sollen und dann steigern – die können das. Wie an der Börse, mal langsam, mal schnell, mal laut, mal leise.

Es hat nicht viele Leute, die Fasn8 ist eben vorbei und diese Buchstaben-Zahlen-Kombination wird nächstes Jahr nicht das Motto sein – «Biist’s di?» (Juckt es dich?). Es ist wie an der Börse, zumindest mal gegen Osten, da beisst es einige auch. Liegt es am Mond oder an der Finsternis desselben oder einfach an den Gestirnen die auf der Homepage der Dusa ersichtlich sind? Na ja, bei der SBB weiss man auch nicht mehr, was man von ihr halten soll – Melken der Cash Cow nennt man das. Die General-Abonnements werden nicht teurer (vermutlich erst wieder nächstes Jahr!). Sie sind nicht ganz billig und berechtigen nicht zu einem Parkplatz. Lassen wir die Ökologie, heute denkt praktisch niemand an diese. Erst wieder in einigen Wochen, falls die Börse stabil ist.

Vielleicht gibt es in Zukunft auch Marchal-Abonnements oder Admirals-Abi. Admiral ist dann einfach etwas teurer und Marechal ist eine Auszeichnung. Genau gleich wie der Wein – der Maréchal Foch. Nicht nur Weine werden kopiert – auch Einträge über Weine (siehe Lead). Wer zuerst war, interessiert keinen – es ist wie an der Börse, war jetzt zuerst der Vollmond der wieder eine Runde nach unten. Übrigens, ich wünsche allen eine gute Fahrt, denn viele spüren heute die Auswirkungen des Mondes. Immerhin hebt der die Weltmeere um einen Meter (Ebbe und Flut noch gar nicht eingerechnet). Das muss schon lästig sein, Montags arbeiten zu gehen – ich bin froh, den Taxi-Dienst hinter mir zu haben. Polizist sollte man heute sein und bei möglichen Bussen gleich mitbeteiligt werden – wäre eine einträgliche Fahrt gewesen. Und sie wundern sich noch, wie heute vermutlich die Börse herauskommt.

Die Rebe Maréchal Foch ist genau gleich. Eigentlich eine Hyridrebe, die einen Fox-Ton hat, wie der Clinton. Die Musik spielt vielleicht gerade einen Foxtrott. Eine zu kleine Menge getrunken, denn die Füsse verfallen nicht automatisch in diese Gangart. Der Wein der Kartause Ittingen ist eine Wucht. Aber 8tung, dieser Geschmack wird vielen Leuten nicht gefallen. Es liegt am Geschmack – ein VW Fox ist auch nicht für jeden. Achtung schenken soll man solchen Sachen.

Mit dem Maréchal Ferdinand Foch war es ähnlich. Von den einen geehrt von den andern als konservativer, schlechter Stratege abgetan. Der Wein ist mir sympathischer. Die Engländer und Polen haben ihm auch den höchsten militärischen Rang verliehen – den Marschall. Tönt fast wie «vorwärts marsch – marsch all». Vermutlich ein kühler Tipp, sie haben auch eine Insel in einer kalten Gegend nach ihm benannt, die Ille Foch auf den Kerguelen. Um dorthin zu kommen braucht es ein Schiff – vielleicht die Foch, die heute unter Brasilianischer Flagge läuft.

Kalt auch heute vor einem Jahr. Es ist wie an der Börse, mal kalt, mal warm. Aber die Rebsorte Foch würde hier vermutlich besser gedeihen, als der Pinot Noir. Vielleicht haben einige auch zu viel von dem gehabt, auf alle Fälle in Bern muss es heiss zugegangen sein. Das Eva-Prinzip wurde erklärt, resp. sie wollen es erklären. Aber das EVA-Prinzip hat nicht recht geklappt. Pro Libertate hätte ich eigentlich bis vor kurzem mit «für die Freiheit» übersetzt – was immer auch die damit gemeint haben. Aber bitte nicht mit Liberal verwechseln. Das sind ganz andere Stilrichtungen. Vielleicht müsste die Eva (einige glauben, dass die aus der Rippe des Mannes ist), die Eva Herman ja HerrMann heissen. Einige sorgen halt für eine schlechte, negative Stimmung – fast wie an der Börse.

Noch was, wer es noch nicht gemerkt hat, einige IT-Verbindungen lassen heute zu wünschen übrig – Vollmond? Aber alles schon mal da gewesen. Auch die Reaktionen an der Börse – Tops und Flops, da freut sich der Trader.