Alles Käse oder was …

so war 2016 garantiert nicht. Viele schöne Seiten, wobei der Mensch, vor allem Medientätige die Eigenheit haben, lieber das Negative zu erwähnen.

Ja, warum wohl? Weil die Menschen solches Zeugs eher mögen. Fangen wir doch gleich beim Käse an. Beim Geniessen. Mascarpone hat die Eigenschaft, uneingefroren nicht lange haltbar zu sein. Zuviel produziert und dann … na eben nicht. 3 Kilo für 2 Schweizer Franken! Und 250 gr. Schlagsahne in der Dose für fünfzig Rappen. Sorry, da muss man über den Schatten springen. Ökonomie und Ökologie studiert, da muss man Kompromisse eingehen, optimieren. Und das mache ich mit Kaki.

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Ich habe acht Jahre beruflich mit Obst zu tun gehabt, bin in einigen südlichen Ländern rum getrumpt, sorry getrampt und als Geniesser dem Guten nie abgeneigt gewesen. Wenn sie in einem Rezept lesen, dass die Götterfrucht, wie sie auch genannt wird, in Scheiben geschnitten wird, dann vergessen sie alles, was sie je über diese heidekrautähnliche Frucht gelesen und gegessen haben. Ungeniessbar, Giftklasse 5 hiess das früher. Orange, das geht jetzt wirklich nicht, das ist den Orangen und ähnlichen vorbehalten. Rot und pflütterweich muss es sein. Richtig grusig muss es aussehen. Mein Kollege Essig hat die fürs Dessert vorbereiteten in den Kübel geschmissen. Der war zum Glück ausgespült und von mir immer nur für Lebensmittel verwendet worden. Mit der Schale untereinander rühren. Wenn es pelzig ist (Tannin wie beim Wein), dann sind sie noch nicht reif. Vors Fenster stellen und gefrieren lassen, das hilft. Ungeziefer hat es nicht, denn diese Frucht ist weltweit schädlingsfrei und eine der ältesten Kulturpflanzen.

Umdenken, in Frage stellen, anderes und alles ausprobieren. Das dürfte für manches Gebiet in Zukunft angesagt sein. Ein Dessert der Sonderklasse, das sie in jedem gesternten Restaurant für teures Geld anbieten können. Dabei ist es zurzeit spotbillig. Aber bitte nicht für nächsten Sylvester so kalkulieren. Was weggeworfen werden soll, wissen wir nicht. Vermutlich war das ein einmaliger Luckypunch mit dem Doppelrahm-Frischkäse – hat ja nur 80% Fettgehalt. Ein anderer Kollege ruft mich „Käsehändler“. Sein Sohn Jonas wird 2017 unter einer Dessertneurose leiden. Über den Milchpreis, den sein Vater erhält mag ich jetzt nicht diskutieren, wir wollen doch eher positiv denken. Einige der daraus hergestellten Produkte dürfte in Zukunft das Zeichen der Armbrust fehlen – Swiss made – in Zukunft genau hinschauen.

Zum Weinen? Nein, hier gibt es Wunderschönes. Eigentlich gibt es keine schlechten Weine mehr. Sogar die unterste Qualitätsstufe hat ihre Reize.

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„Diese Quittung musst du aufbewahren.“ Eine Flasche Merde. Vin de Pays. Genossen und vor allem den Ärger runtergespült, dass sie nebenbei sechs Flaschen Cairanne aus dem Wagen geklaut haben. Positiv sehen: Scherben bringen Glück. Das Kapitel „Cairanne“ ist um eine Story reicher – zum Glück war es solcher aus dem Lidl. Übrigens, Aldi Nord und Süd machen neuerdings gemeinsam Werbung. Ja, Migros steigt ins Apothekengeschäft ein. Demnächst dürften nicht nur Medikamente sondern auch Nahrungsergänzungsmittel in der Schweiz im Preis fallen. … so und ich schenk mir jetzt ein Glas Weisswein ein – offener aus der Côte-Rhône … müsste eigentlich in Flaschen abgefüllt werden, aber die Konsumenten kennen die schönen Weissen aus dieser Gegend zu wenig.

Dieses Jahr gab es einige wunderschöne Degustationen. Die Jubiläumsdegustation von Divo, die beste in rund 40 Jahren Club de la Barrique über gepanschten Wein und diverse Hölzer für Fässer und am nationalen Brennertag einen Cognac XO im Vergleich zu einem 20-jährigen Calvados Schokolade und einem 21-jährigen Whisky – genau diese Reihenfolge und der erste ist mit Abstand mein Liebling.

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Bleiben wir bei der Industrie. Unser Bundesrat empfindet es als positiv, wenn die Ruag expandiert. Zumindest mein Besuch und begleitet mit klarer Sicht bei der Ruag in Emmen war eindrücklich und spannend. Und einer ist von der Schweiz begeistert – Donald Trump. Hoffen und glauben wir es. Wechseln wir doch kurz zur Kirche, resp. zur Religion.

„Schon bald ging es um Leben und Tod“ – der Theologieprofessor Sallmann über Luther und Zwingli und 500 Jahre Reformation. Spätestens am 99. Tag von heute an spreche ich mit Martin über das liberale Pilgern.

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Ein wunderschöner Lichtblick in der Kirche, die man nur aus Südaufnahmen kennt – Notre Dame du Haut in Ronchamp …

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… die unbekannte Ost-Seite. Der auf der Zehnernote hat die Kirche, vermutlich das bekannteste Bauwerk der klassischen Moderne, erbau und dieses Jahr wurde das Schaffen des Schweizer Architekten zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Und liebe Leute im Fellergut, ich muss euch enttäuschen – Arbon wurde zehn Jahre früher gebaut. Wenn ich jetzt so an Hochhäuser denke, muss ich für meinen Kollegen eine Gedenkminute einschalten – auf dem Sofa, das an Le Corbusier erinnert.

Zeit, um eine neue Schallplatte aufzulegen. „Neue“ ist eigentlich das falsche Wort, eine 70zig-jährige singt – Mireille Mathieu. Le vent nous portera ein Song von Noir Désir (Manu Chao Gitarre) singt heute auch Sophie Hunger

… die den zum dritten Mal vergebenen Grand Prix Musik erhalten hat. Schön, dass hier Künstler ausgezeichnet werden, die nicht einfach für die Masse Musik produzieren. „Das Leben ist zu kurz um schlecht Musik aufzuführen und zu machen.“ Das sagt der letztjährige Preisträger Heinz Holliger. Der Beitrag über sein „Leben und Werk“ wurde à jour gebracht.

Ganz immer schafft es keiner, aktuell zu bleiben. Zur Zeit ist ein Artikel (Seite 30 und 31) vom neuen Finanzmagazin Sphere noch nicht online (allenfalls dann auf www.sphere.swiss) „Ein Jahrzehnt im Schnelldurchgang“, zeigt, was in der letzten Dekade bewegte. Then Years After, I’m going Home, ist ein Musikstück, das zumindest mal persönlich bewegt, berührt …

Und wenn ihnen das 2016 etwas zu wenig steil war, empfehle ich die Nordwand vom Obergabelhorn … vorsichtshalber vom bequemen Sessel aus.

Coming war im letzten Jahr  … bei Redbull im 2016 mit allen echten Höhepunkten … und ein steiles, gemütliches, tolles und vor allem gesundes und friedliches 2017.

Und sollte es ihnen an Sylvester langweilig werden, die allerneuesten historischen Freigaben von „Hitlers geheimes Spionagenetzwerk in der Schweiz“ könnten ihnen dies ermiesen. Hier die Dokumente der OSS – Office of Strategic Services – heute verwaltet das CIA die Dokumente.

Ein Ausschnitt aus dem ersten Dokument, der Spannendes vermuten lässt:

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Pomelkophiler zeigt Zieher und Heber – eine Zapfenzieherperformance

1795 wurde das erste Patent für einen Zapfenzieher von einem englischen Pfarrer angemeldet. Was würde näher liegen, dass diese in zwei Hauptkategorien aufgeteilt sind – mit Seele und ohne Seele.

Zuerst muss abgeklärt werden, ob allen der Begriff Zapfenzieher klar ist. Sollte dies der Fall sein, so darf dieser Beitrag, der als Grundlage eines kleinen Referats über Zapfenzieher dient, in Mundart gehalten werden. Ein Sammler unter fast 20 Künstlern. Eine Künstlerin klärte mich auf. „Dies ist eine Korkenzieher-Performance“.

Sprachen sind nicht ganz einfach. Der Schweizer hat seinen Zapfenzieher, der Österreicher den Stoppelzieher, das ist kein Rasierapparat oder Barthaarzupfer, und offiziell heisst das am weitaus meist verwendete Gerät zum Entfernen eines Korken oder eben Zapfens, der Korkenzieher.

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Hier ein Bild des weltersten echten Zapfenziehers – kurz vor der Vernissage erstellt.

Sammeln kann eine Wut sein oder eine Lust. Vor allem bei Pomelkophilen oder Helixophilen, da habt ihr bei den eindeutigen Bildern doch alle gleich Hintergedanken, geht es eher um Kunst. Dieses Museum mit rund 1200 Stück in Ménerbes auf der Domaine la Citadelle müsste man einmal besuchen. Kein mondäner Ferienort, eher ein Geheimtyp. Dora Maar, eine Muse von Pablo Picasso wohnte hier. Sie war auch eine Bekannte von Louis Aragon, einem der Begründer des Surrealismus. Salvador Dali, Joan Mirò und der Schweizer auf der 100-Franken-Note lassen grüssen. Korkenzieher und Kunst verbinden und viele Künstler kennen dieses Werkzeug, brauchen es gerne, manchmal gar zu oft. Ganz alles kann ich heute nicht erzählen oder aufschreiben, wer mehr wissen will, kommt halt mal in mein Wohnzimmer, zwar noch eine Baustelle, aber die Möbel sind von einem gestaltet, der Schüler von dem auf der 10-er Note war. Gute 50 Jahre alt und aus der Musterwohnung des weltbekannten Quartiers, des Tscharnerguts. Ein Unikat eines bauhausmässigen Möbeldesigners.

Design ist ein Modewort, es kommt von Zeichnen und im industriellen Design gibt es verschiedene Voraussetzungen die erfüllt sein müssen, damit es ein Design-Produkt ist.

  • praktische Funktion, wie Ergonomie, Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit
  • sinnliche Funktionen, wie Ästhetik, Haptik (spüren sie am klebrigen Muster)
  • ökonomische Funktionen, wie Kosten, Technik, Fertigungsschritte, Logistik
  • ökologische Funktionen, wie Lebensdauer, Entsorgung

Zum letzten Punkt hat damals der Direktor des Design Center zu unserer NDS-Arbeit gesagt: „Das wird nie nötig sein.“ Zwei Jahre später hat er als waschechter Casanova dies als seine Idee vorgetragen. Ab und zu im Leben muss man aufstehen und etwas berichtigen. Einer unseres Dreierteams kam übrigens aus Kirchleerau, unserer Nachbargemeinde.

Zusammenfasst kann gesagt werden, dass praktisch kein Korkenzieher alle Designanforderungen erfüllt. Lassen sie nie, niemals einen Sammler reden. Der hört nie auf. Ich kürze ab, im Finanzblog wird mehr stehen. Und wenn wir schon bei der Kunst sind, ich sammle nicht nur Bilder, sondern auch schöne Weinetiketten und andersartige Weinflaschen.

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Der Besitzer der Hammel S.A. Rolle, der Hammel Vins, hat das Original von Jean Tinguely und durfte 1000 Wein-Etiketten drucken. Die allermeisten dürften weggeworfen worden sein. Im Internet bin ich nirgends auf diese Kleinauflage gestossen und dabei wurde eine dieser Flaschen der Domaine de Riencourt (1989) für tausend Franken versteigert. Die Kreditanstalt hatte in Langenthal eine Kunstausstellung und wir schenkten diesen Wein am Freitag, 30. August 1991 aus. Erst am nächsten Tag haben wir beim Abernten von fünfzig Johannisbeerstöcken für die Weinherstellung , aus dem im Garten aufgestellten Radio in den 11-Uhr Nachrichten erfahren, dass Tinguely an diesem Tag starb. Zuvor gönnten wir uns diesen Chasselas als Apéro und bestellten telefonisch auf dem Alibiphon noch zwei Kartons. Einen für mich, einen für meinen Bruder. Wir haben sie erhalten, obschon das Weinhaus erst ab diesem Tag den Wein mit einem Zuschlag von zwei Franken gut hat verkaufen können. Eigentlich traurig, dass ein Künstler oft erst nach seinem Tod richtig begehrt wird. Selbstverständlich ist heute der Korkenzieher von Hammel ausgestellt. Über drei Mitarbeiter, Hans, Hansruedi und Martin gäbe es noch viel zu erzählen. Alle drei sind irgendwo im Finanzblog schon erwähnt worden, derjenige mit dem Namen wie ein bekannter Tennisspieler ist als Grossratskandidat sogar in einem Bild verewigt.

Die Pomelkophilie der „freundlichen Stöpselzieher“ oder die Philatelie der „freundlichen Steuerbefreiter“, könnte ganz schön ins Geld gehen, wenn man spezielle Luxusstücke kaufen will. Einige tausend Franken könnte man pro Stück ganz einfach ausgeben. Zwei Stück haben über hundert Franken gekostet – diejenigen, die ich in der Küche habe. Über gesammelte 300 Stücke sind doch nicht schlecht und es befinden sich auch Stücke aus dem 19. Jahrhundert darunter. Nicht jeden Preis zu bezahlen und trotzdem schöne Stücke zu finden, das macht Spass. Ländliche Flohmärkte und Brokenstuben sind für Sammler ein Eldorado. Ein Zapfenzieher, ein Gebrauchsgegenstand der bei Wohnungsräumen in der Brockenstube oder im Abfall landet. Die allererste Zapfenzieher-Recycling-Box steht an der Ausstellung und dann neben meiner Haustüre. Jedes noch so wertlos aussehende Stück wird gesammelt. Querbeet.

Der Hélice, ein französisches Urgebilde, wird nicht einmal im französischen Wikipedia erwähnt – und nun könnte es schrecklich kompliziert werden. Ich möchte mich nicht auf die Äste lassen, was mathematisch eine Helix ist und wie das berechnet wird. Die bekannteste ist wohl die italienische Teigware, die Fusilli, die Teigwaren-Spirale. Und die häufigste, die Desoxyribonukleinsäure – DNS oder engl. DNA – erinnert an den orangen Zapfenzieher mit einer Doppelhelix. Der hat eine richtige Seele, wo ein Streichholz in den Wendel oder Krätzer gestossen werden kann. Vom den andern, die keine Seele haben, gibt es jede Menge an Zapfenziehern, die den Korken durchlöchern und eher als Bohrmaschine für Gipsplatten oder zum Suchen von Erdöl eingesetzt werden können – Korkenzieher mit einer Schraube.

Und es gibt die weltgrössten Korkenzieher, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen äusserst beliebt sind, der Interlocking Corkscrew auf Achterbahnen – alle gebaut durch Bolliger & Mabillard – einem Schweizer Ingenieurbüro. Der weltgrösste echte Korkenzieher ist auch ein Schweizer Produkt – der Coutale aus Buchs/ZH – derjenige in der Sammlung mit dem Schweizer Kreuz, der Kleine nur.

Zugegeben, sammelwürdig sind sie allemal und oft auch noch einfacher zu bedienen, als Tricks, wie man sonst noch zum Wein gelangen kann:

  • Schraube und Gabel oder Zange
  • Schraubenzieher oder Messer
  • Schlüssel oder mehrere Nägel
  • Korken reindrücken
  • Flasche in Tuch zerschlagen und sieben
  • Baumstamm oder Mauer und einen Schuh – einige Male kräftig dagegen schlagen

Einfacher, man nimmt einen Federzungen-Korkenzieher mit dem die Flasche auch wieder verschlossen werden kann. Und wenn gar nichts mehr geht …

… sollte man einen Tenaz (stur), eine Portweinzange, nehmen. Abgesehen davon kann eine Flasche mit einem brüchigen Zapfen oder einen für den Korkenzieher zu grossen Durchmesser auch mit einem glühenden Draht umschlungen werden. Wichtig ist, dass man auf der Höhe des Korkens arbeitet.

Das Ziel beim Entfernen eines Korkens ist eigentlich immer gleich:

  • sauber
  • schnell
  • möglichst wenig Kraftaufwand

Physikalisch gibt es noch ein weiteres – möglichst kurze Wege. Hier die ausführlichen Berechnungsformeln … mir reicht „Handgelenk mal Pi“. In diesem Zusammenhang gibt es in meiner Sammlung einige Exoten und einige Patienten.

Vor 20 Jahren habe ich meinen ersten Leverpull von le Creuset gekauft und der gab halt den Geist auf. Die nachgemachten halten meist nicht länger. Mein Vater benützt seit sechzig Jahren immer noch den gleichen – ein Werbegeschenk von Radio Pfister. Alle meine Korkenzieher habe ich ausprobiert. Alle bis auf einen haben ihren Dienst zumindest einmal verrichtet. Das Hightech Modell, gekauft im Musee du Vin in Beaune, ist beim Praxistest durchgefallen. Manches Werbegeschenk ist tauglicher.

Mein schönster und teuerster – 110 Franken – ist ein ganz rarer Sommerlier-Korkenzieher von Laquiole (Laiol ausgesprochen). Die meisten stammen nicht aus Frankreich, denn der Name und die Biene wurden nie geschützt. Meist sind dies billige Kopien aus China. Das grösste Stück ist eine Grillgabel und der kleinste Korkenzieher aus Draht erstellt worden. Nur für starke Zeigefinger geeignet. Es gibt Stücke in verschiedenen Farben, Ausführungen, mit Verzierungen, rostige, glänzende, kombiniert mit Gabeln, Messern, Kronkorkenhebern, in Tierformen, handliche und unhandliche, aus Eisen, Silber, Holz, Plastik. Es gibt fast nichts, das nicht irgendwo zu finden wäre und oft kombiniert mit hilfreichen Sachen wie Kapselschneider. Es sind keine Grenzen gesetzt.

Nebst verkorkten Flaschen müssen auch Beutel, Tetrapacks und verkapselte Flaschen geöffnet werden. Und nicht jeder Drehverschlussöffner eignet sich für alle Flaschen – Weinflaschen mit diesem Verschluss sind meist kleiner im Durchmesser. Auch Korkenheber finden sich in der Sammlung. Kombiniert mit einem Feuerzeug, als Flaschenverschluss, zum zwirbeln und und und …

30 verschiedene Möglichkeiten, wie eine Flasche geöffnet werden kann. Das Soorser Bier wird mit einem Kapselheber geöffnet, das Schlossbreu mit ihrem Feuerzeug und im Ristaurante Pizzeria Sternen und in der Pinte verwenden sie Werbegeschenke. Bei mir ist kein einziges geklaut worden. Alle haben Spass, eine Sammlung zu bereichern.

Daneben gibt es auch Champagnerkorkenzieher und wenn der Korken wirklich nicht zu entfernen ist, dann gibt es noch den Champagnerheber. Wenn mal ein Korken in die Flasche gefallen ist, so gibt es zwei Ausstellungsstücke, um diesen aus der Flasche zu holen. Der interessanteste, aus einer Lismernadel gefertigt, wurde jahrzehntelang von Emmelis Crew im Hirschenbad in Langenthal verwendet.

Vergessen wollen wir nicht die verschiedenen Verzäpfer, denn irgendwie muss ein Korken auch in die Flasche und um einen Wein zu testen, wie er in einigen Jahren munden wird, verwenden wir den Clef du Vin – eine Erfindung der alten Römer.

Viele Korkenzieher finden sie auch im gleichnamigen Buch aus dem Benteli Verlag, die mit dem Cementit und dem neuen Schloss Bümpliz – Zivilstandsamt mit meiner Cousine, zuvor WG, unter anderem war mein Bruder dort und zuvor der CEO von Merz-Benteli, Ted Scapa und wir wären wieder mal bei der Kunst.

Aram ist ein historisches Gebiet in Syrien, wo sich auch die Stadt Aleppo befindet und der Zapfenzieher von Michael Aram einer meiner schönsten und ergonomisten Korkenzieher, gekauft im Guggenheim Museum. Wenn ihr den im Internet sucht, stoss ihr vielleicht stattdessen auf ein ganz bekanntes Kinderlied Aram sam sam, gulli gulli gulli, ram sam sam. Ein gutes Training, für die Handhabung von vielen Korken- oder eben Zapfenziehern. Auch wenn Wein oft verpönt wird, es ist besser einen Korken, denn einen Abzug zu ziehen. Denkt daran, sämtliche Korken immer ohne Knall entfernen.

Ja, wenn alle Korkenzieher sprechen könnten, was sie schon alles erlebt haben. Das gäbe ein endloses Buch. Ich habe mit der Religion angefangen und höre damit auf. Der Zapfenzieher der liberalen reformierten der Landeskirche aus Genf ist mit einer gestrigen Mitteilung an Wert gestiegen. Es wird nie mehr einen geben … das ist der Verlauf der Zeit, die auch mit Korkenziehern dokumentiert werden kann.

Noch einige Links:

 

Welterste echte Zapfenzieherausstellung

An der Vernissage am Freitag, 2.9.2016, 19.30 Uhr im Weberei & Heimatmuseum, Schmiedrued eröffnen „Hobbykünstler und Sammler aus dem Ruedertal und Umgebung“ die Ausstellung. Alle sind herzlich willkommen.

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Als ehemaliger Weinbauer, Weinbergsmauer-Besitzer und Naturschutzpräsident in unserem Tal freut es mich, einige Stücke aus meiner Sammlung zu zeigen. Erste Aufgabe wird sein, einen echten Zapfenzieher herzustellen. Ausgangsmaterial gibt es im und um die Hammerschmitte zu Hauf. Aber seien sie beruhigt, ich zeige auch Flaschenöffner welche Kronkorken heben und einige spezielle Geräte. Und vermutlich werden auch einige Korkenzieher zu sehen sein.

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Analog oder digital – „3. goldenes Zeitalter“

Andreas Meyer, Oberstzugführer der SBB, verspricht den Beginn des 3. goldenen Eisbahnzeitalters. 1200 Gäste hören sich die letzte Sprengung im Ceneri Basistunnel an – „404-Fehler – Alptransit Seite nicht gefunden.“ Albtraumshit? Nur nicht aufgeben. Digitales will heute be- und überwältigt werden.

Hier, es ginge doch. Keine Tunnelsignale mehr, nur noch IT im Lok-Cockpit. Der Führerstand musste früher noch mit dem Heizer geteilt werden. Hoffentlich haben die technischen Informatiker aber mehr Geschick, als die Billett-Gilde, die fast nichts auslässt, um die Kunden – die Bahnreisenden – zu sabotieren. Geduldet sind Pendler und allenfalls ausländische Touristen. Schweizer Gelegenheitsfahrer haben es schwer. Über die Automaten wurde schon viel geschrieben. Wieso es nicht zufriedenstellend geht? Ganz einfach. Wegen der lieben Finanzen. Jede Transportgesellschaft will möglichst wenig ausgeben.

Dabei steckt die gesamte Bundes-Verwaltung und -Betriebe – und dazu zähle ich auch Post, Bahn und Telefon –  Unsummen in die Software-Entwicklung. Und produziert laufend Leichen, von denen regelmässig in den Medien genüsslich berichtet wird. Bezahlen tut der Bürger, der Steuer- und Gebührenzahler. Tunnelbauen verschlingt auch Unsummen. Über den Gotthard-Strassentunnel stimmen wir demnächst ab. Doppelspurig nur für Schildbürger? Strategen und Planer, die aus Bürgereinnahmen leben, gibt es heute zu Hauff. Aber keine Lalen, keine ethische Hofnarren mehr, die denen ganz oben sagen, was denen ganz unten nicht einleuchtet, was die oben gesegnet haben. Wenn ich mit Leuten diskutiere, spüre ich oft so ein Unbehagen gegenüber „oben“, das langsam zu einer Anspannung wie 1968 führen dürfte. Umbruch – 2. Generation.

Das erste goldene Eisenbahnzeitalter und vielleicht der Run vor gut zwei Jahren auf Eisenbahnaktien kann ich mir noch so vorstellen. Und vor allem die Auswirkungen, wenn man Fracking-Öl transportieren will, das nur noch einen knappen Drittel (3-Jahre anschauen) von dazumal bringt. Das 3. goldene Eisenbahnzeitalter beginnt auf dem Perron, sorry heute heisst das Gleis. Aber genau auf dieses will ich nicht, sondern in den Zug der auf dem Gleis, das bei uns früher Geleise hiess, daherkommt. Des öfteren auch mit Verspätung. Dazwischen hat es weisse Striche. So was wie Sicherheitslinien. Nicht nur für Blinde und Sehbehinderte nützlich. Auch für Otto Normalverbraucher. Der Apparatschick Staat wird langsam aber sicher zum Koloss. Staat arbeitet gegen Staat … und wer bezahlt? Mit GMV ist das nicht mehr zu bewältigen.

Schön, wenn man schon auf den Zug der 3. goldenen Generation warten kann. Zuvor haben sie sich vielleicht noch mit sbb.ch herumgeschlagen und wollten ein Bahnticket lösen. Hab das schon des öfters geschafft. Nur letzte Woche, an die Swissbau wünschend zu gehen, musste ich klein beigeben. PDF oder Ticket am Bildschirm? Ne, gähnende Leere, weiss, wie der Tunnelausgang gegen den Sonnenschein. Nur, da war noch kein Sonnenschein und abends führen die SBB für den digitalen Billettschalter von 22.00 Uhr bis 03.00 Uhr Wartungsarbeiten durch. Neuere Software mit eingeblendeter Kaffeewerbung, wo doch die Kaffeewägelchen in der SBB abgeschafft werden. Pustekuchen, das war ein Antiroboter-Schachzug der 13. Generation. Da hat ein SBB-Softie zu viel herumgesurft. Sorry, ich habe in meinem Leben auch Riesenanwendungen in Software austesten müssen, aber einen solchen Staatsquatsch habe ich noch nie erlebt. Schnick-Schnack vom Feinsten, aber vermutlich verträgt er das stabilste Betriebssystem von Bill nicht mehr – noch nicht. All die andern, die ich berücksichtige, können dies. Zudem denke ich, dass es immer noch viele Leute gibt, vor allem solche, die dem Pendleralter entsprungen sind, die keinen werfbaren Zuse-Nachfolger besitzen.

CHF 51 futsch. Ich denke nicht. Dieser Blogbeitrag geht als Rückerstattungsantrag und als meine Stellenbewerbung für Software-Tester, ganz oben in die SBB hinein. Vermutlich schmunzeln die immer noch gerne, wie ich das früher ab und zu erleben durfte. Übrigens, der Schalterbeamte in Basel hat auch geschmunzelt, als er meinem Kollegen zu einem Eintritt in die Swissbau verhalf. Die Idee, wie, kam von mir. Dort wo er wohnt, hätte es wenigstens einen Automaten gegeben, wo mit mühsamer Suche ein Ausstellungsticket hätte gelöst werden können. „Mein Automat“: „Es sind derzeit keine Angebote verfügbar.“ Am Schalter hat man mir gerne nochmals 51 Franken abgenommen. Wesentlich schneller, als via Internet. Im Zug Zeit, den Ktipp zu lesen. Seite 8 und 9. Über wen schreiben sie: SBB und Postauto. Und sie hauen etwas stärker in die Tastatur.

Mangels Zeit gab es dann Jungfraubahn-Schockolade, ein Wettbewerbstrostpreis, zum Frühstück. Schön in kleine und kleinste Stücke zerbrochen – der Sortieranlage in Härkingen, die grösste Schweizer Stadt, sei Dank. Da gab es auch schon Softwarepannen. Tags zuvor Schaffner-GV. Die stellen Geräte her, damit es weniger Pannen gibt. Keine gab es mit dem Abstimmungs-System. So an die 20-mal, wenn sie einverstanden sind, dann drücken sie ja, sonst nein oder Enthaltung. Beim Test waren fünf gegen Sachertorte – sie schmeckte trotzdem gut. Die Nein-Stimmen analog zählen, wäre schneller und garantiert billiger. Die Digitalisierung sollte uns das Leben erleichtern und Zeit und Kosten abnehmen. Dafür fehlt dann die Zeit um über Sicherheitslücken bei digitalen Schliesssystemen zu informieren.

Mit Sherpany.com können sie auch ihr Portfolio auf dem Laufenden halten. Digital versteht sich, mit Newsfeeder. Wir haben lange diskutiert. Zwei ihrer Ticketholder werden mir die Gartenarbeit erleichtern und die abgerissenen Traggriffe bei einem Tragsack ersetzen. Analog.

An der Swissbau hält sich das Digitale in Grenzen. Meist Schicki-Micki, den sich einige leisten können und vermutlich nach einiger Zeit keine Lust mehr haben, all ihre Daten am Handy auszuwerten. Dabei gibt es 3D-Drucker für Lehmhäuser. Das ist echte Digitalisierung. Sowas sucht man in Basel vergeblich. Dafür sehen die Verkäufer in ihren schwarzen Roben aus wie Bänker. Mich beschleicht ein ungutes Gefühl. „Bauen macht Freude. Bauen ist Zukunft. Bauen macht Sinn.“ Unsinn, nein bausinn. Die standen schon in der Bahnhofshalle und keiner ging hin. Vom Bauboom bis zu einer Baukrise geht es manchmal schnell. Und wenn vor allem Goldrandlösungen angeboten werden, dann bedeutet das nichts sonderlich Gutes.

Wenn Qualität gefragt ist und angeboten wird, gibt es mehrere, die nicht gross über die SNB klagen und dem Gewerkschaftsbund Chefökonomen Lampart, obwohl für diesen „alles ganz einfach ist“, auch nicht so recht trauen. Prof. Janssen überzeugt mehr – garantiert nicht nur mich. Schade nur, dass wir Schweizer Firmen ins Ausland verkaufen. Perlen vor die Säue werfen! Von Kleinert, via Alu zu Feintool, dann Franke und ab nach Deutschland zu Schaeff und der expandiert in die USA. Das freut einen ehemaligen CFO auf der einen Seite und auf der andern stimmt es mich traurig. Verkauf der Heimat. Nur so ein Beispiel.

Kunststück wenn die SRG meldet „Verschiedene Werte stehen im Minus“. Quatsch. Die Differenz zum Vortag ist minus, der Wert noch lange im Plus. Kein Kunststück wenn die SRF-Börse eine Beschwerde am Hals hat. Nach denen werden ja vermehrt Aktien verkauft … und keiner kauft diese?

Ganz alle Stände, die wir besucht haben, kann ich nicht erwähnen. Ich finde mit klarer Sicht einen Anbieter von Sonnenpanelen für Balkongeländer. Solche sucht mein Begleiter. Es ist der Hersteller seines eigenen  Geländers. Am gleichen Ort ansässig und man kennt den Vater bestens. Visionen aus Holz sieht man auch bei „best Wood Schneider„. Das müsste eigentlich der aus Woodhatten sein.

Zum Schluss noch einen Abstecher nach Sachsen. Bei Thebarman aus Dresden erhalten wir einen Bacchus aus dem Weingut Matyas. Das dürfte mal auf einer kleineren Reise angesteuert werden, wie auch NY-Holsdesign.de. Vielleicht bin ich dann auch sattelfest, was ein Bacchus oder frühe Scheurebe für eine Kreuzung ist. Riesling und Silvaner und Müller-Thurgau, aber nach der Sortenverordnung der EU nicht eine Kreuzung mit Riesling-Silvaner. Mit deutschen Staatsbetrieben mag ich mich nicht mehr herumschlagen. Ich denke lieber an den wunderschönen Sachsen zurück, der auf der Höhe von Dover (GB) wächst.

Das trinkt man im neuen Jahr. Schweizer Weisswein-Spezialitäten wie Cornalin. Einige dieser dort beschriebenen Beiträge wurden auch von Chefbeamten gelesen und umgesetzt. So gesehen die erfolgsten Stories des Finanzbloggers. Nur, die Links führen zum Teil in undurchsichtige Tunnels. Auch der grösste Bloganbieter der Schweiz konnte gegen Geld nicht alles lösen – digitale Probleme sind überall. Es ist eine Zeiterscheinung. Noch nicht überall ist hingegen der Geheimtipp Bierzo aus der Mencia-Traube angekommen. Das  Beaujolais, wo auch Bacchus zu Hause ist, soll ein Revival erleben. Und der Chardonnay, einst niedergemacht, ist wieder top – zumindest wenn reintönig, mineralisch und hoffentlich mit wenig oder lieber gar keinem Eichengeschmack. Hier noch ein Link zum Aromarad – beginnen sie bei den Aromen links oben in der Ecke  für nicht ausgebaute Weine oder aus der Flasche sollte es bei blumig anfangen. Meinen Aromazirkel, denn ich immer griffbereit habe, ist etwas logischer aufgebaut, aber ich finde diesen nicht im Netz. Oder doch. Nur nie aufgeben. Auf Seite 16 ist der Aromazirkel zu finden, so die Google-Suche klappt – oder Die Kunst der Weinherstellung.

F – CH – Ist Intelligenz lernbar?


Jein – bis zu einem kleinen Grad ja und viele werden den IQ mit noch so manchem pisanem Abschluss nicht merklich steigern können. Einige Betrachtungen aus unserem Nachbarland Hollande – sorry, eigentlich meine ich Frankreich.

Zwei Wochen Ferien – ohne Mails, ohne Internet. Zurückversetzt in die Zeit zwischen den beiden letzten Jubeljahren. Echt erholsam und es bleibt mehr Zeit mit der Malerin, der Bäuerin, dem pensionierten Postboten und der Chemielaborantin, dem Lavendelbrenner, der Secondhand- und der Lidl-Verkäuferin und und und … zu diskutieren. Mit den heutigen Minderheiten. Zumindest in Frankreich und mittelfristig auch in der Schweiz. Unstudierte. Und eines ist ihnen gemeinsam. Sie haben nicht Geld im Überfluss zur Verfügung. Das gilt auch für viele Studierte – die Mehrheit heute in Frankreich der Jüngeren.

Das duale Bildungssystem, wie es so hochgestochen im Bundesbern gelobt wird. Wir haben in der Schweiz zumindest noch Stifte – Azubis. Laut Duden ist ein Stift eine kopflose Niete. Vermutlich darf die Bezeichnung des Dudens bleiben, aber Ichden, Duden, Wirden müssen umdenken. Nieten sind heute eher im universitären, als im berufsbildenden Sektor zu finden. Sie haben ein, falls sie doch eine Stelle ergattern konnten, höheres Einkommen. Ob sie mit dem höheren Lohn zurechtkommen, ist eine ganz andere Frage. Für viele wirds in unserer Wegwerf- und Markengemeinschaft eng. Mit Gesellschaft hat dies nicht mehr viel zu tun. Ein Geselle ist einer, der was von der Picke auf gelernt hat. Und das ist heute rar – extrem rar.

Das System der Schweiz ist garantiert besser, als dasjenige von Frankreich. Aber dort hat man mehr Mut. Jeder kann alles. Elektriker, plombier und was sonst noch alles auf der Visitenkarte steht – man ist professionell und kann alles. Ich werde Bernard weiterempfehlen. Für einfache, sogenannte Neubaufälle, dürfte er „brauchbar“ sein. Vermutlich bleibt mir nichts anderes, als DIY. Berbel ist seit zehn Jahren in Rente und René, der Schweizer Elektriker im Departement Gard, vor zwei Jahren verstorben. Danke für die Bohrsäule … aus Taiwan. Den wirklichen Profi gibt es nicht mehr. Lassen wir mal den Sicherheitsgedanken bei der vorwiegenden Stromproduktion in Frankreich, der Kernkraft … links oder rechts, einfach parteineutral liegen.

Machen wir mal einen Test!

Kabelzug

Welcher Kabelzug ist über 15 Jahre und welcher zwei Monate alt? Zugegeben, das ist eine Sugestivfrage – aber tippisch für die heutige Zeit. Chinaware? Ich weiss es nicht. Hab es nicht angeschaut. Gekauft von einem grossen Kunststoffverkäufer in Frankreich. Eben dieses Land hatte früher superresistente Plastikprodukte. Heute zum vielleicht halben Peis. Wenn man aber die Nutzungsdauer einbezieht, ist das Ganze heute 50 mal teurer.

Machen wir einen zweiten Test – GQ statt IQ – Geduldsquotient.

Meinen IQ kenne ich in Zahlen, der GQ ist schwieriger zu interpretieren, denn da gibt es keine zahlenmässigen Höchstwerte. Ich bin extremst geduldig, habe Vertrauen in andere Personen und bin überdurchschnittlich altruistisch und nur ein Drittel geht weniger Risiken ein, als ich. Dieser Punkt ist nicht einfach zu begreiffen, denn hier wird nicht der Spieltrieb von Zahlenlotto und Computerspielen bewertet, sondern das Verhältnis von Kosten zu erwartetem Ertrag im betriebswirtschaftlichen Sinn. Mit den Ergebnissen im IQ und GQ darf ich zufrieden sein.

Geduld ist manchmal nicht einfach. Das vierte Honrussennest in Frankreich, das 5. insgesamt. Und das zum Glück noch vor den Glasfenstern im Wohnbereich. Hornissen, Frelon – manchmal geschützt und sollen von der Giftigkeit harmloser, als eine Biene sein. 1000 Hornissen könnten einen Menschen töten, wenn es solch grosse Nester gäbe! Schön, wenn man nur an Ratten testet. Übrigens, Ratten werden in meinem Buch ausführlich erwähnt, speziell eine Bisam-Ratte, die alles andere, als eine Ratte war.

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Meine Erfahrungen mit einer einzigen Hornisse hatte ich selbst erlebt. Noah läuft im Radio – instrumental – da geht der Charakter verloren – aber vermutlich die Ursprungsversion – la vitta e bella. Stift und Dorktorand können nicht mehr zusammen diskutieren – ergänzen sich auf keinen Fall. In Frankreich mehr noch, als heute noch in der Schweiz.

Gefressen haben diese Viehcher meine Fensterladen. Bei uns heissen die in Mundart – wie früher – Fellläden. Glas und Holz gab es nicht – Fell, Rattenfell. Nicht so weich, wie ein Fledermausfell.

Fledermaus im Tagesflug

Kein Trick, echter „Hüftschuss“. Aus dem NEF-Format könnte man eine formatfüllende Fledermaus im Tageslicht rausholen – rechts in der Bildmitte vor der Sonnenstore die Fledermaus – besser, als jeder Fledermausradar. Kein Witz, Batmans sollen virenanfällig sein. In der Bildmitte die Fellläden, die man nicht mal mehr mit Frelon bestreichen kann. Dieses Polytetrafluoroethylene (Kunststoff) wäre mit seiner Dauerhaftigkeit vermutlich auch zu teuer.

Dass der neu gekaufte Fensterladen nicht in die Normfenster passte, passt eigentlich ganz gut in unsere heutige Zeit. Das Holz alleine ist teurer, als die fertig montierte Klappe. Nur, die Standardnorm in Frakreich schwankt zwischen 137 und 138 cm. Stichsäge sei Dank und der alten Armatur, denn die neue ist „verpresst“ und lässt sich nicht kürzen. Und die Dinger kann man nicht mal bei Bricolage kaufen. Der Firmenname passt in die französische Landschaft. Bricolage bedeutet Heimarbeit und Pfusch. Vive la France. Was die „Unstudierten“ über die studierten Logistiker und Marketinger zu erzählen wissen, möchten wir nicht wortwörtlich widdergeben oder wie man diese Wort auch schreiben mag. Wieder und wieder Widerlich.

Und irgendwie kommt mir jetzt der Hammel in den Sinn. Teuer gekauft, da regional produziert und uneatabel – pfui Spinne, wie vor 15, 20 Jahren in der Schweiz. „Stallware“, nie auf dem offenen Feld. Lamm das stinkt und regionales Schwein, das nicht schmeckt, nur wässrig ist und die Magreg Grasse kommt dafür aus Bulgarien.

Die Zukunft des Handwerks in der Schweiz hat uns schon oft in Angst und Schrecken versetzt. Frankreich ist einiges grösser und im Schnitt ärmer. Da wären einige neue Gedankengänge angebracht …

… „François Hollande vernichtet Frankreich im Alleingang„. Übrigens, Hollande ist sicher nicht schlecht(er) … nur, wer heute nicht über Leichen geht, macht zweiter, geht munter unter. Und gegen den heutigen Beamtenstaat kommt praktisch keiner mehr an.

Und noch was für Weinkenner. Einen Chardonnay für 1.99 EUR gefunden – echt schöner Wein. Wobei man und Frau heute darüber streitet, was schön ist. Ein Weinausbau im Stahltank und ohne malolaktische Gärung ist oft noch verpönt. „Der durch diese Gärung resultierende biologische Säureabbau führt bei der Weinherstellung zu einem harmonischen und ausgewogeneren Geschmacksbild – ein Effekt, der sich qualitätssteigernd auswirkt, …“. Liebhaber von Chablis und Loire staunen, was so alles in Wikipedia steht. Herrliche Säure, eigentlich viel zu schade, den beim Kauf geplanten „Kochwein“ nur in die Pfanne zu geben. Südfrankreich wird länger je mehr zum Weinparadies für kostenbewusste Qualitätsprodukte – für no names.

Im Weinbau ist in Südfrankreich die Politik nicht zu begreiffen. Vermutlich gibt es Subventionen fürs Aussreissen alter Sorten, die nicht so ertragsreich, dafür sehr oft sortentippisch wären. Sortenreinen Ugni blanc suchen sie im Süden praktisch erfolglos. Die EU ist garantiert schuld an diesem Riesenskandal der Sortenbereinigung. Auch dies ist ein indirekter Misserfolg der Gen-Technik. Vermutlich sind sogar autochtone Sorten unter diesen Chardonnay-Ähnlichen, die marketingmässig viel zu klein sind, dass sie wirtschaftlichen Erfolg haben können. Das Resultat sieht dann so aus:

ungepflegtge Rebberge

So verwandeln sich schöne Rebberge innerhalb eines Jahres. Hektarweise sollte man nicht rechnen, nehmen sie Quadratkilometer. Das an der Ardèche. Subventionen vermutlich sei dank, dass im südlicheren Departement ähnlich viele Rebberge „ausgegraben“ werden. Wer nicht weiss, wie Reben in zwei drei Jahren überwuchern, stellt nicht einmal fest, dass er neben Rebbergen vorbeifährt. Zweite Subventionsrunde nach mehreren Jahren? Der Politik und dem studierten Beamtendumm sei Un-Dank! Etwas zum Weinen. Und wer an wirklich grossen Namen hängt, ich hab noch eine handvoll Flaschen aus dem Raritätenkabinett. Die Chinesen, die mit dem fünfzigfach teureren Wertlosplastik würden sich die Hände reiben. Eine Flasche im Tausch zu fünfzig andern? Das ist die heutige Welt.

Und die gestrige? Ab Ende April 2015 werden pro Jahr mehr als eine Million Besucher die nachgebildete Grotte Chauvet besuchen.

Grotte Chauvet Eingang

Der ursprüngliche Eingang der Originalhöhle, die nicht besucht werden kann, befindet sich am rechten Bildrand.

Grotte Chauvet Nashorn

Rund 30 000 Jahre alt – die haben ihr Handwerk noch beherrscht. Vermutlich ohne Studium.

Reben im Wandel – AOP Duché d’Uzès

Seit dem 29. Juni 2012 gibt es die offizielle AOP Duché d’Uzès .

Das ist wirklich ein Grund, wieder einmal etwas über Wein zu schreiben. Meine Kollegen haben mich schon lange dazu gebeten.

AOP Keller Duché d'Uzès

Mein Haus in Südfrankreich wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Rebbergsgebaut. Die Rebbergmauer wurde nicht abgerissen, sie verläuft quer durch meinen Keller. Ein weltweites Unikum? Vermutlich nicht, obschon ich nichts Ähnliches kenne. Und seit drei Wochen fehlen meinem Keller rund 15 km um offizielles AOP Gebiet (Appéllation d’origine protegée – früher AOC) zu sein. Das ist doch Grund genug, etwas über diese Appelation zu schreiben.

Fangen wir doch mit dem Clos la Roque von Saint Ambroix an. Bei ihm trifft sich Gott und die Welt im Cave du Temple. Dieses Gebäude ist für rund EUR 100’000 zu kaufen – Interessenten können sich an mich wenden. Ein äusserst aktraktiver Preis für eine alte Kirche, die in ein wunderschönes Wohngebäude umgewandelt werden kann. „Meinen Wein verkaufe ich weiterhin als Vin des Cevennes. Das gefällt mir besser.“ Er ist ein echter Rebell – verkauft ja auch seinen Cuvée Rebelle, seinen Clinton. Daneben hat er für einige Besucher des Fête du Vin in Anduze einen Chardonnay in der Kühlbox. Bei guten dreissig Grad am Schatten unter den herrlichen Bäumen schon leicht warm. Wie mein wirklich erster Schluck Wein von Simon vor 13 Jahren, ein herrlich schöner Wein. Ich hab ihm damals gesagt, der schmeckt besser alles mancher Chablis. Das hat er nie vergessen. Er schmeckt eher noch besser. Mein Kollege meint, den kannst du für mindestens EUR 40 in der Schweiz verkaufen. Er ist bei ihm wesentlich billiger zu haben.

Philippe Nusswitz und Yves Simon

Drei Rebbauern – Cave coopérative Massillargues-Atuech, Philiipe Nusswitz und Yves Simon. Wie in Frankreich so oft üblich, verstehen sie wesentlich mehr von Wein als dem Internet. Hier etwas zu finden, übersteigt eigentlich unsere Vorstellungen. Die Weine kauft man auf dem Rebgut. Einige von Nusswitz kann man in der Schweiz bei Divo , einem Unternehmen der Fenaco, beziehen. Den 7. und 11. Dezember müsst ihr euch merken, sagt der ehemalige Meister der Sommeliers.

Bei rund 60 Weinen kann ich lange nicht alle degustieren. Den billigsten und den teuersten habe ich (leider) nicht versucht – 3.20 resp.15 Euro (2007). Die Preisspanne sagt schon genug – und der Preis ist hier alles andere als ein Qualitätsmassstab. Zudem gibt es Weine, die nach alter Manier ausgebaut sind und solche, welche nach modernen Methoden eigentlich nur noch für die Nase sind. Kurzlebig und hoffentlich nur eine Zeiterscheinung. Darüber haben wesentlich bessere Weinkenner schon ihre Meinung abgegeben. Viele sehnen sich nach den alten Verfahren zurück. Man muss sie heute suchen. Man findet wesentlich mehr Weine, die von Givaudan stammen könnten. Schade. Einige Weine schmecken wirklich nur nach Eiche. Imperdinant. Sie liegen im Trend.

Der Vertreter der Domaine de Roux erschrickt. Seine Flasche Rosé ist fast leer und ich stelle fest, dass sie Zapfen hat. Es ist wie bei den Finanzprodukten. Die meisten haben keine eigene Meinung mehr und akzepieren, was ihnen angeboten wird. Der Weisse und der Rote riechen herrlich. Einen Besuch auf dem Schloss nehme ich mir vor. Zuvor aber ein Nachtessen bei der Domaine de Berguerolles. Da hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Positiv, wie die Degustation zeigte. In Australien abgeguckt. Traditionell und modern müssen sich nicht ausschliessen … verkauft wird auch hier mit der IPG Cévennes.

Eine der schönsten und interessantesten Weindegustation, die ich je erlebt habe. Die Rebbauern diskutieren und fachsimpeln, vergleichen die Weine. Extrem lehr- und genussreich. Wenn es nicht einen verregneten Spätsommer gibt, dürften viele Trauben geerntet werden. Ich mag mich nicht besinnen, je einen Sommer in Südfrankreich gesehen zu haben, wo die Gegend so extrem grün war, wie heuer. Das Wachstum der Pflanzen ist hier zur Zeit erstaunlich. Bis vor einer Woche relativ feucht und nicht all zu warm. Ausschneiden ist angesagt. Nur der zu üppige Behang.

In der Systematik der Pflanzenwelt sind Reben und Rosen verwandt. Hier noch eine Anmerkung für zukünftige Hobbygärtner. Nicht nur in Südfrankreich sollte man Rosen erst im Frühjahr schneiden. Die verblühten Knöpfe abschneiden. Und schon gar nicht ellenlange Zweige. Das darf man bei Kletterrosen machen und den Ramblern. Da anfällige Rosesorten schneller auf Mehltau reagieren, werden sie als Warnsystem öfters vor Rebzeilen gepflanzt.

grüne Rebberge

Hochsommer 2012 in Südfrankreich – Rebberge bei Goudarques und Saint Gély (Cornillon). Diese liegen wesentlich näher bei Uzès als mancher andere der seine Weine nun unter der AOP Duché d’Uzès verkauft. Hier bleibt man vermutlich beim Côte du Rhône. Manche Weine wird man unter der neuen Appelation kennen lernen, die zusätzlich ans AOP Côteau de Languedoc oder AOP Costière de Nimes grenzen. Im Departement Gard dürfte es jetzt etwas übersichtlicher werden. Ein Gebiet, in dem es noch echte preisliche Trouvaillen gibt.

Dazwischen Diskussionen über die Politik. Man und frau ist unzufrieden. Über Hollande, den Euro und die Banken. Ich spreche vermutlich mit den „falschen“ Leuten. Alle wollten sie das kleinere Übel, Sarkozi. Und das in einem Departement, das zuerst für Le Pen gewählt hat. Oder müsste es La Penne heissen?

Kellerrebe

Und hier noch eine echte Kellerrebe.


Aktuell bei libref. – liberal reformiert: „Der letzte Flug“

Aktuell beim befreundeten Personalblog: „In eigener Sache: Aufgabe der Geschäftstätigkeit“

Vor einem Jahr im Finanzblog:
„USD, EUR, CHF oder Credits – welche Währung hat Zukunft?“

Vor 2 Jahren erschienen:
Logistikwirtschaft gewinnt an Fahrt

Vor 3 Jahren erschienen:
Die notwendige schöpferische Pause

Vor 4 Jahren erschienen:
Die Kunst, wie man Änderungen feststellt

Vor 5 Jahren erschienen:
«Dr. Doom rät jetzt zum Ausstieg aus Aktien»

Vor 6 Jahren erschienen:
Innovationen gestern und vorgestern

Vor 7 Jahren erschienen:
Mystery Park(t) – «Die faszinierende Kapitalanlage»?

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Champagner, Lachs und Aspirin – ä gute Rutsch is 2010


Jedes neue Jahr bringt Änderungen … an der Börse oder bei den Preisen. Champagner, Lachs und Aspirin werden garantiert demnächst dazu gehören.

Erstaunlich, dass wir Schweizer noch praktisch nichts vom Überangebot an Champagner bemerkt haben. Aber das ist an und für sich nichts Neues, denn der Handel schützt sich in der Schweiz ganz speziell gegen sinkende Preise. Und nicht zu vergessen, dass wir bei uns seit einigen Jahren Champagner zu einem tollen Preis-Leistungsverhältnis erhalten, die vielen Markennamen in nichts nachstehen. Zudem ist immer interessant, wenn man Zweitweine kennt. Das bekannteste Beispiel dürfte Mercier und Moët-et-Chandon sein. Welcher der feinere ist, habe ich vermutlich schon früher einmal beschrieben.

Der Champagner dürfte in der Schweiz demnächst preislich sinken, auch wenn die Franzosen versuchen, ihre Produktion stark ein zu schränken. Viele sind heute schon auf andere Schaumweine umgestiegen. Übrigens, es gibt auch Prosecco im Glas – der erst noch sehr gut schmeckt Und wenn sie es gerne etwas süss mögen, versuchen sie doch wieder einmal einen Asti spumante.

Vielleicht sind sie bei obigem Artikel der Bernerzeitung über den Einkaufspreis von Lachs gestolpert – CHF 7.50. Das ist kein Witz, das ist so. Der Handel dankt jedem, der Lachs isst und bereit ist, diese Margen (noch) zu bezahlen. Kein Wunder also, wenn der Preis seit einigen Jahren nichts mehr über die Qualität aussagt. „Was sie jetzt über Lachs wissen müssen.“ Guter, echter Wildlachs ist dunkelrot fast braun. Hier noch 26 Minuten Wissenswertes über Champagner – Ton im Hintergrund laufen lassen.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und trinken sie nicht so viel, dass sie Aspirin nehmen müssen. Aber seien sie unbesorgt, wenn ihnen dieses Medikament nicht bekommt, werden sie vermutlich keine Anklage gegen Bayer einreichen. Es hat ja immerhin 90 Jahre gedauert, bis die Öffentlichkeit informiert wird, dass nicht nur das Grippevirus 1918 für den Tod vieler Grippekranker verantwortlich war, sondern eben Aspirin. Seitüber 20 Jahren weiss ich, dass ich die Acetylsalicylsäure (ASS) selbst in kleinen Mengen nicht vertrage. In diesem Zusammenhang erstaunt es mich nicht, dass ich von Mitarbeitern eines Impfstoffherstellers gehört habe, dass sich vom Personal praktisch niemand gegen die Schweinegrippe schützen lässt.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Der Finanzblogger sagt „adieu“ …

Vor zwei Jahren erschienen:
Ausblick – beim Investieren zählt die Vergangenheit nicht!

Vor drei Jahren erschienen:
… und einen guten Rutsch ins 2007!

Vor vier Jahren erschienen:
Wir wünschen ein gutes 2006

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Weinpreissturz oder Kampfansage an Zwischen- und Detailhandel?


Welcher echte Weinkenner schaut schon den Aldi-Prospekt nach Wein durch. Vielleicht sollten sie dies in Zukunft des öftern machen, auch wenn sie die Weine nicht kennen. Oder wissen sie was Bierzo ist?

Bierzo(o) ist kein Tierpark für Bierflaschen, sondern wohl die unbekannteste wie beste Weinbauregion Spaniens. Es reicht wenn Insider die Region kennen, denn sie produziert zu wenig Wein für die grosse Masse. Dabei ist die Gegend seit Jahrhunderten bekannt. Es muss einer der landschaftlich schönsten Abschnitte des Jakobsweg sein.

Ganz speziell sollten wir Hape Kerkeling danken, dass er in seinem Buch über seine Pilgerei „Ich bin dann mal weg“, das weit über eine Million mal verkauft wurde, den dortigen Weinbau eher nebenbei erwähnt: „Wir wissen einen edlen spanischen Tropfen durchaus zu schätzen.“ Vielleicht wusste er ja auch nicht, dass hier in den letzten Jahrzehnten eine Weinbausensation auferlebt. Die Gegend beschrieb er als atemberaubend und befindet sich zwischen der Stelle wo er den roten kleinen Hund Pepe befreit hat und sich dann auf der N6 (vermutlich eher der A6 – der Autovia del Noroeste) im dichten Verkehr weiter gegen Santiago de Compostela quälte.

Das Buch resp. die Hörkasette habe ich im Spitl drei mal geschenkt bekommen. Die FAZ schreibt, warum es gerade dieses Buch ist: „Das Glück, von der Sinnsuche eines Menschen zu lesen, der sich nicht in Sarkasmus flüchtet. Der weiss, dass Fragen ehrlicher sind, als Antworten es je sein können.“ Mit der Sinnsuche habe ich mich dieses Jahr zwangsläufig oft beschäftigt.

Das Leben geniessen, mit einer Flasche Paixar Bierzo DO 2005 zum Beispiel. Im Schweizer Weinfachhandel ist die Flasche des Vorjahres für CHF 117.10 zu haben. Wem dies zu wenig ist, es gibt noch teurere Flaschen im Bierzo. Aber es geht auch billiger. Aldi bietet die Flasche für CHF 29.90 an. Zu einem Viertel des Preises der ein ehemaliger Mister Schweiz verlangt. Die billigste Konkurrenzofferte ist EUR 45. Mehr als das Doppelte. Der Wein ist wirklich eine Wucht. Zumindest die zweite geöffnete Flasche. Die erste hat Korkengeschmack – gekitteter Korkzapfen, Originaleinbrand wohl gemerkt. Das Geld wird im Aldi anstandslos zurück erstattet. Ein Austausch ist nicht möglich. Die Aktion ist ausverkauft.

Ausverkauft! Das ist der Kriegsruf von Aldi Schweiz. Ob TouchScreenComputer, Winterschuhe oder Saxophon, die Masche ist immer die gleiche. Missmanagment! Einige behaupten Lockvogelpolitik. Ich denke nein, denn diese Dinger sind auf dem Weltmarkt eigentlich in unbegrenzter Stückzzahl zu haben. Ganz anders beim Paixar von dem es nur einige wenige Tausend Flaschen gibt. Im Saxophon-Forum ist über Aldi eine interessante Diskussion über weitere Gesichgtspunkte im Gang.

Auf alle Fälle ist das Verhalten der Discounter zur Zeit hoch interessant. Ob Gillette oder Spitzenwein, der Kampf auf viel zu hohe Margen beim Zwischenhändler und Detailisten ist angesagt. Die Zwischenhandel wird schrumpfen oder vermehrt als Tochtergesellschaften des Herstellers auftreten. Freuen werden sich langfristig auch die Konsumenten. Und freuen sie sich, einmal einen Paixar zu geniessen, der aus 100 Prozent Mencia hergestellt wird. Über die Lagerdauer dieser Weinsorte wird gestritten. Ernstopauli sagt „früh trinken“, andere meinen 20 Jahre lagerbar. Mindestens zehn werden es meiner Meinung nach sicher sein. Nur, die Flaschen die meine Partnerin kaufen konnte, werden nie solange halten. Dafür werde ich sicher einmal einige Fotos aus Dragonte im Finanzblog erscheinen lassen.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Europäische Regulierungswut

Vor zwei Jahren erschienen:
CO1 – CO2 – CO3 – C2H6O und der Preis für Fachliteratur

Vor drei Jahren erschienen:
Adventskalender – 9. Tag – Iran

Vor vier Jahren erschienen:
9. Fenster – relatives Metall und relative Früchte

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Jetzt kommt der »Passivtrinkerschutz«


… diesmal nicht zulasten der Genußraucher sondern der Genußtrinker

ein Beitrag von Sackstark

Der Beitrag von Carolus Magnus schön formatiert und mit Bildern im PDF-File (gleiches Fenster) – oder als Word-Dokument damit sich alle Links öffnen lassen.

Fallen wir wieder darauf herein?

Oder haben wir aus dem »Nichtraucherschutz«-Debakel gelernt?

Im Januar dieses Jahres erklärte die World Health Organisation (WHO) eine neue Initiative zur Bekämpfung der mit Alkoholkonsum verbundenen Gefahren. Geplant ist eine zweijährige globale Strategie [Framework on alcohol policy], die Sensibilisierungskampagnen in der Bevölkerung, Richtlinien und Empfehlungen für Nationen sowie die Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz beinhalten. Nur wenige Monate nach dieser Erklärung konnte man in London bereits ein Trinkverbot in öffentlichen Verkehrmitteln ausmachen, Berichte in Magdeburg über ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen lesen, Empfehlungen des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) über ein Verkaufsverbot nach 21 Uhr (Verkauf über die Gasse) in der Tagesschau vernehmen und viele weitere kuriose Meldungen in dieser Richtung aus den instrumentalisierten Medien herauspicken.

Bei näherer Betrachtung der Medienberichte über diese WHO-Initiative fällt auf, daß das Hauptmerkmal dieser Kampagne sich auf alkoholbedingte Schäden und Gefahren von ausschließlich Drittpersonen konzentriert. Es sieht so aus als wolle die WHO versuchen, ein neues Konzept wie «Passivtrinken» auf die Beine stellen. Die ganze Geschichte ist dem Aufbau des Rauchverbotes zu ähnlich – und zu ernst um einfach ignoriert zu werden.
Die Medien selbst hüllen sich über die Details, Ziele oder Gründe dieser WHO-Initiative in lautes Schweigen. Will einer mehr über herausfinden, so muß er sich auf der WHO Webseite umsehen. Das Hauptdokument, welches es zu finden gilt, dasjenige mit der treibenden Kraft hinter dieser Initiative ist der »WHO Expert Committee on Problems Related to Alcohol Consumption – Second Report«, welcher im Oktober 2006 erstmals präsentiert wurde. Aufmerksamen Lesern dieses Reportes verrät er vieles über die dahinterstehende Gesinnung und bereitet uns vor, was wir in den nächsten Monaten und Jahren zu erwarten haben.

Bier oder Wein nur noch auf Rezept? Ethanol = Methadon?

Es ist von vitaler Wichtigkeit zu erkennen, daß der gesamte Report sich nicht über den Alkoholmißbrauch äußert, sondern einzig über den Alkoholkonsum! Nirgends im Report werden irgendwelche Empfehlungen oder Angaben über das Maß gemacht, wo denn nun die Grenze zwischen Alkoholmißbrauch und gewöhnlichem Alkoholkonsum zu ziehen ist. Analog ging man auch beim Rauchverbot vor: »Es gibt kein sicheres Maß bei Passivrauch« – so hieß der Slogan um das Rauchverbot gegen den gesunden Menschenverstand durchzuzwängen. Es sieht also so aus, daß dieselbe erfolgreiche Strategie auch beim Alkohol angewandt werden soll.

Die WHO-Definition der Schädlichkeit

Laut diesem Report wird Alkohol für mehr als 60 Krankheiten verantwortlich gemacht und Schätzungen gehen davon aus, daß diese für 3.8 Prozent oder einer Viertel Milliarde aller Toten dieser Welt verantwortlich sind.

Vergleich: Fünf bis zehn Prozent aller Neupatienten in Krankenhäusern werden wegen unerwünschter Wirkungen von Medikamenten eingeliefert. “Das ist die größte Krankheit, die wir haben.” Dieser Einschätzung von Professor Ludwig vermochte in dieser Runde niemand zu widersprechen.

24 Prozent der Gesamtausgaben für Medikamente gehen ins Marketing, nur 13 Prozent in die Forschung und Entwicklung eines Medikamentes. Es wird also mehr Geld dafür ausgegeben, ein Medikament an den Mann zu bringen, als es zu verbessern. “Wir bekommen so viel inhaltslosen Müll zugeschickt ohne jegliche Information, das müssen wir alles über die Medikamente bezahlen”, ärgerte sich Ludwig über angebliche Produktinformationen, mit denen Ärzte eingedeckt würden.

Quelle

Der Report enthält keine abschließende Liste aller von Alkohol induzierten Krankheiten an Drittpersonen mit ein, sondern operiert nur mit den Reißerischsten, Schrecklichsten und den am meisten Angst machenden wie etwa embryonale Schäden, Schäden der Gehirnentwicklung bei Kinder und Jugendlichen, Hepatitis – und natürlich wieder mal Krebs. Noch ein Wort zu Herzkrankheiten. Die WHO hat eine lange Geschichte hinter sich, indem sie sich aus Prinzip stur gegen die möglichen positiven Auswirkungen von Alkohol auf das Herz stellen. Der Report erklärt, daß dieser Sachverhalt kontrovers und der Schaden größer als der mögliche Nutzen sei.
Auch enthält diese Krankheitsliste keine Schätzungen, inwiefern und in welchem Maß Alkohol daran beteiligt sein könnte. Es stehen nur wieder so dehnbare böse Sachen wie »wiederholter« oder »chronischer« Alkoholgebrauch »könne zu … führen« oder »kann die Leber zu … exponieren« – Kann-Formeln also, die jeder Jurist oder seriöse Wissenschaftler sofort in der Luft zerreisen würde. Es sind darin auch keine Schätzungen enthalten, wie schlimm diese bösen Sachen denn tatsächlich sind, wie oft diese vorkommen oder welche Altersgruppe davon am meisten betroffen ist. Sicherlich sind aber solche tendenziöse »Studien« bereits in Vorbereitung.
Alkoholkonsum löst, gemäß diesem Report, nicht etwa nur Krankheiten aus, sondern führt auch zu sozialen Schäden. Autounfälle, Gewalt und Kriminalität sind die Offensichtlichsten, aber es sind noch mehr aufgeführt: Obdachlosigkeit, soziale Ausgrenzung, Familienprobleme und sogar »minderwertige Arbeitsleistung«! Es ist allgemein bekannt, daß die WHO extra breite »Definitionen« der Gesundheit gezielt nebulös zu setzen weiß, doch hier zeigt sich das tatsächliche Ausmaß dieser Breite: Sogar »Faulheit am Arbeitsplatz« ist zu einer Krankheit geworden.

Nun denn, man kann es auch positiv sehen, denn wenn Arbeit unter die Kategorie Krankheit eingegliedert wird, kann ein jeder sich jederzeit vom Arzt eine Beförderung verschreiben lassen.
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Der Konsum von Absinth, eine alkoholische Substanz, von frankophonen Schweizern im Jura erfunden und seit 1905 verboten, wurde im Juni 2005 vom Parlament ohne Auflagen wieder zum freien Verkauf freigegeben! Klicken Sie auf das Bild, sollten Sie den Wunsch haben, mehr darüber zu erfahren oder ihn mal zu versuchen. Ich kann ihn nur empfehlen und man sollte alles im Leben mal versucht haben… Man sagt ihm nach, er hätte eine Wirkung ähnlich dem des Cannabis.
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Verkennen von Ursache und Wirkung

Es macht den Anschein, daß fast alle sozialen Erkrankungen auf das Trinken zurückzuführen sind: Familie und andere zwischenmenschliche Beziehungsprobleme, Arbeitsprobleme, Gewalt und andere Kriminalität sowie soziale Ausgrenzung.

Minderwertige Arbeitsleistung kann die Produktivität eines Werkplatzes beeinträchtigen.
Lärmende Gruppen von betrunkenen Jugendlichen können eine Stadt in eine »Geh-Nicht-Hin Gegend« für ältere Leute an einem nächtlichen Wochenende machen.

Soziale und religiöse Rituale, die die Einheimischen zusammenschweißen, könnten durch wiederholte Trunkenheit zerrissen und zerstört werden.

Es gibt zunehmende Hinweise, daß Alkohol bei der Kriminalität eine Rolle spielt; speziell in verschiedenen Formen von Gewalt, auch wenn diese stark von Kultur und Land variieren. Es gibt eine allgemeingültige Beziehung zwischen mehr Alkoholgebrauch und krimineller, häuslicher Gewalt sowie Kinderschändung.

Es gibt auch eine Verbindung zu öffentlicher Unordnung, wobei auch hier die Stärke der Beziehung wiederum von den Kulturen abhängt.

Die Hauptfrage lautet: Sind diese Probleme tatsächlich medizinische Angelegenheiten. Sollten Aussagen über soziale Ausgrenzungen, Kriminalität und öffentliche Unordnung von Ärzten höheres Gewicht beigemessen werden als jedem gewöhnlichen Bürger. Ausgelassene und von der Norm abweichende Menschen als körperlich krank zu betrachten und diese deshalb zur »Behandlung« zum Arzt zu schicken, ist die bevorzugte Praxis vieler undemokratischer Staaten und wie wir es aus dem Dritten Reich oder der früheren Sowjetunion kennen.

Die Verfasser dieses Reportes lassen aber auch gar nichts anbrennen, wenn es um soziale Angelegenheiten geht. In den meisten Fällen ist die Logik derart verquer, daß man sich fragen muß, ob das Wort »Experte« nicht eher als Schimpfwort, denn als intellektuelle Auszeichnung für ein Spezialgebiet betrachtet werden sollte.

Unter Auslassung der Spezialfälle von Osteuropa und Zentralasien kann man allgemein wahrheitsgetreu sagen, daß die Anzahl der Gefahren mit jedem konsumierten Liter Alkohol in armen Ländern höher ist, als in reichen.

In vielen Gesellschaften gibt es einerseits eine starke Relation zwischen Abstinenz und Armut, während andererseits unter den Trinkern eine generelle Tendenz zum gefährlichen Trinken unter den Armen um einiges stärker dominiert als bei reichen Trinkern.

Für einen Niveautrinker oder einem mit bestimmtem Muster ist die Gefahr in ärmeren Gesellschaften höher als in wohlhabenden Ländern.

Ein niedriger sozialökonomischer Status kann ebenfalls zu einem besser sichtbaren Muster führen und in der Folge Trinker zu mehr Stigmatisierung und Ausgrenzung führen.

Arme Leute haben oft weniger Möglichkeiten um feindliche soziale Konsequenzen ihres Trinkens zu verhindern, wobei der Bessergestellte sich für sein Verhalten soziale oder räumliche Pufferzonen kaufen kann.

Man kann diese Aussagen mit andren Schlußfolgerungen des Reportes kombinieren:
Studien aus diversen Ländern zeigen, daß Alkoholkonsum ungleich über die trinkende Bevölkerung verteilt ist. Der meiste Alkohol in einem Land wird von einer relativ kleinen Minderheit von Trinkern konsumiert. Ein typisches Merkmal dieser Studien ist, daß die Hälfte des Alkohols von 10 Prozent der Bevölkerung getrunken wird.

Somit wird ziemlich klar, daß Leute, die nicht sozial ausgegrenzt oder nicht sehr arm sind, kaum je unter den Krankheiten von Alkoholkonsum leiden. Wohlstandsmenschen werden kaum je obdachlos oder verlieren ihre Stelle aufgrund ihres Trinkens. Man könnte also schlußfolgern, daß es eine weitaus effektivere Strategie wäre, die Armut zu bekämpfen, statt erwachsenen Menschen den Alkohol zu verbieten und sie zu bevormunden.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen des WHO-Komitees sind also kaum überraschend und nach dem Nichtraucherschutz auch nicht mehr originell.

Sicherlich wird niemand überrascht sein, daß das Ganze als direkte Einladung zur Alkoholsteuererhöhung für Finanzpolitiker gedacht ist.

Wer die Werbe-Strategien für die Idee des »Passivtabakraucherschutzes« in den vergangenen Jahren verfolgt hat, den wird es kaum vom Hocker reißen zu hören, daß das Komitee die Einbindung der Massenmedien als überaus wichtig erachtet.

Aus dieser Sicht ist es eine Notwendigkeit für die öffentlichen Gesundheitsinteressen zu erkennen, daß die Bedeutung der Massenmedien in der politischen Debatte auf nationaler und lokaler Ebene von größter Wichtigkeit ist. Die Berichterstattung über spezifische Kernfragen in den Massenmedien hat eine installierbare Terminplaner-Funktion, das heißt, sie beeinflußt Politiker und Gesetzgeber, das Problem überhaupt auszumachen und wahrzunehmen und wie wichtig diese das Thema betrachten. Medien-Fürsprache kann ebenfalls dazu benutzt werden, um eine Verschiebung in der öffentlichen Wahrnehmung zu politischen Veränderungen herbeizuführen.

Die übrigen Maßnahmen werden in Skandinavien seit geraumer Zeit bereits angewandt und werden heute nicht nur als effektiv, sondern auch als zweckmäßig für den Rest von uns angesehen. Die wichtigste vorgeschlagene Maßnahme liegt in der Verkaufsrestriktion wie die Reduktion der Anzahl Verkaufstellen, die noch Alkohol verkaufen dürfen oder zeitliche Restriktionen, wann Alkohol noch verkauft werden darf oder die Limitierung sowohl der Leute, die überhaupt noch Alkohol verkaufen dürfen, als auch jener, die ihn noch kaufen dürfen. Dies beschränkt sich nicht nur auf Minderjährige, sondern auch auf solche die erkennbar betrunken sind. Der Vorschlag ist, daß der Barman oder Wirt jeden erwachsenen Gast nach Hause schicken muß, anstatt ihn weiter zu bedienen wenn er meint, einer hätte zuviel getrunken. Dies wirft einige Fragen auf:

• Wer schädigt denn schon gerne per Gesetz seine eigene Einkommensquelle?
• Mutiert der Wirt zum Kindermädchen und Tugend-Terrorist Erwachsener?
• Wird Denunziation und Blockwartdenken wieder hoffähig?
• Wird mit Verboten von Genußmitteln absichtlich eine gesellschaftliche Segregation gewünscht und herbeigeführt?

Kommen da Erinnerungen wach?

Es sollte spätestens jetzt jedem klar sein, daß genau dieselben Mechanismen wie im Falle von Tabak angewendet werden. Die einzelnen Schritte sind dieselben: Erst bringt man eine Substanz mit gefährlichen, angstauslösenden Krankheiten in Verbindung. Dann negiert man den Grundsatz der Toxikologie, daß »nur die Dosis das Gift bestimmt« und weist ihn kategorisch zurück, um anschließend durch die Massenmedien und Werbe-Kampagnen die Bevölkerung zu erschrecken und zu spalten.

Sollte die Angst- und Schreckensverbreitung nicht genügen, kommt Plan B wie gehabt zur Anwendung: Überzeuge die Menschen, daß die Substanz nicht nur für den Konsumenten schädlich ist, sondern auch für alle andren mit dem Ziel, die Substanzkonsumierenden auszugrenzen und zu stigmatisieren.

Im Falle von Tabak hat dies ausgezeichnet funktioniert. Der Alkohol hingegen ist in der europäischen Kultur, Tradition und Sozialgewohnheiten viel stärker verankert als Tabak. Die Europäer hören seit Jahrhunderten die Predigten von Priestern, Philanthropen und moralinsauren Ärzten – ohne großen Erfolg. Laßt uns hoffen, daß es dem WHO Expertenkomitee nicht gelingt, uns selbst zu entmündigen und zu überzeugen, wir seien nicht fähig mit einer Substanz umzugehen, welche jahrhundertelang unser tägliches Leben bestimmt.

Nach der Lektüre des WHO Reports wird jeder ein glasklares Bild in sich tragen, was auf uns zukommt: Wir werden systematisch dahingehend gehirngewaschen, daß wir letztendlich zu wissen meinen, ein paar Gläser Bier würden uns nicht nur einen »langsamen und schmerzhaften Tod« bereiten, sondern daß auch jeder Alkoholkonsument seinen Job verliert, er zum Kindesschänder mutiert und ein gewalttätiger Krimineller wird. Das Gastronomiepersonal, so es denn noch existiert, wird die schwierige Bürde aber nicht sonderlich noble Aufgabe tragen, uns vor uns selbst zu beschützen und der Staat wird neue Ausreden finden für Steuererhöhungen, Umerziehung Erwachsener, weiteres Eindringen in die persönliche Privatsphäre und die Verweigerung von sozialen Leistungen an Menschen, die dafür als unwürdig betrachtet werden. Früher oder später resultiert daraus eine soziale Rassenhygiene. Kommt dann noch die Verweigerung ärztlicher Leistungen hinzu, darf man offen von passiv-aggressiver Euthanasie reden.

Was also nach dem »Nichtraucherschutz« kommt wissen wir nun; doch was kommt nach dem »Passivtrinkerschutz«? Ich wette, es wird der »Schutz vor Passivessen« sein!
Und irgendwann kommt dann wieder dieselbe Schlagzeile wie 1933:

Bereits am 18. Juni 2008 hat der Schweizer Bundesrat gut geheißen:
Nationales Programm Alkohol (NPA) 2008-2012

Das Spiel wurde angepfiffen! Seid also wachsam, Leute.

»Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!«
(Kurt Tucholsky, 1890-1935)

In Deutschland setzt man weiterhin hilflos und kontraproduktiv auf Ekelbilder – neu nun auch auf Bierdeckeln, später auf Flaschen-Etiketten. Die meisten Jugendlichen werden solche Bilder eher animieren als abschrecken.

Jugendliche trinken zukünftig im Versteckten
Heißersehnte Gesundheitspornos endlich freigegeben
Polizei warnt mit Ekel-Fotos vor dem Komatrinken
Polizei warnt mit Videos vor dem Komasaufen
(von eingebetteten Schreibern des Pharmablättchens FOCUS)

Carolus Magnus

Anmerkung vom Finanzblog: Absinth ist ein allwärtiges Getränk beim Bourbaki-Panorama – vgl. Adventskalender vom 1. Dezember. Die Zuhörer kamen dort in einen spontanen Beitrag über dieses Getränk, das 1905 in Frankreich und 1908 in der Schweiz verboten wurde. Da ich für die Präsentation der Jahresrechnung von libref. den versprochenen Beamer nicht vorfand, habe ich die schnell auf Folie hingekritzelten Zahlen durch einen Vortrag über Absinth ergänzt. Dieses Getränk hatten wir vor dem Mittagessen degustiert. Das bisher einzige mal, dass ich bei der Präsentation eines Jahresabschlusses einen so ausgiebigen Applaus erhielt. Ein Zeichen, dass Zahlen eigentlich eine langweilige Materie darstellen. Der Absinth so als Erinnerung an meine Branchenkunde bei der Lehrabschlussprüfung. Zudem hatte ich schon als Lehrling das Glück eine Finanzbuchhaltung zu übernehmen und dann vier Jahre zu führen. Nicht irgend eine, sondern neben der PTT und der SBB die einzige in der Bundesverwaltung, die selbständig geführt wurde … die der Eidg. Alkoholverwaltung. Danke Carolus, es hat Spass gemacht, deinen Beitrag zu lesen.

Weiter zum Adventskalender

Liebe Leser, wenn sie etwas zu sagen helfen, so können sie ihren eigenen Blogbeitrag im Adventskalender gleichzeitig auf mehreren Blogs erscheinen lassen. Zur aktuellen Liste und bisher erschienene Beiträge.

Zusammenstellung und Koordination: Stephan MartiFinanzblog

Alternativanlagen für den kleinen Mann


Alternativanlagen – was man(n) auch immer damit anbietet – brauchen wesentlich mehr Fachwissen, als Aktien oder gängige Wertpapiere. Das will aber nicht heissen, dass es unter dem „kleinen“ Mann keine Branchenkenner gibt.

Hörbie sei Dank, er hat das Finanzblog während meiner Abwesenheit „gehütet“ und Beiträge geschrieben. Über Kondratieff und seine Zyklen: das heisst für mich, antizyklisch einkaufen, weil dann die Preise kontratief sind. Kondratjew wie er heute geschrieben wird, fasziniert, begeistert viele und manche glauben nicht so recht an seine Theorie. Einige tun es ab als Magie, andere mit statistischem Aufwand nachgeholfener Zufall. Fragen über Fragen und was war vor dem 1. Kondratjew-Zyklus?

Alternative Anlagen kann man kaufen, wenn diese tief sind. Nur eben, es braucht relativ viel Wissen um zu sagen, ob etwas „tief“ ist und ob es ein guter Kauf ist. In vier Tagen Post finde ich rund 10 Angebote über alternative Anlagen. Angefangen mit der Briefmarke, die Aktie des kleinen Mannes! Ich erhalte 25 Prozent VIP-Rabatt – wirklich nur CHF 8675, da müssen sie sofort anrufen, damit sie wirklich auch der stolze Besitzer sind. Zwingen tun sie mich nicht, obschon durch diesen Ort einen Fluss hat, der kurz danach in den Rhein mündet – des Müllers Lust lässt grüssen. Mit diesen Stichworten sollte auch für „Branchenfremde“ schnell auf den Anbieter zurück gegriffen werden können, der im gleichen Schreiben Silber- und Goldmünzen empfiehlt – auf sichere Werte setzen.

Alternative Anlagen ja, aber Sachwissen ist gefragt … und die meisten Leser haben ja einmal Briefmarken gesammelt und diese dann weiter gegeben. Oder Wein getrunken. Das soll auch eine Kapitalanlage sein. Vorgeschlagen von einem Händler der mit Weinen gross geworden ist, der 90 Rappen DAF der Liter gekostet hat. Das war eine Kapitalanlage. Übrigens, Giordano, war es nicht. Den möchte ich aber einmal ansehen. Gross und klein fasziniert. Das Industriegebäude beim Autobahnzubringer in die Alba-Gegend konnte ich nicht fotografieren, mein 16mm-Fisheye hätte nur einen Ausschnitt erfasst!

Die meisten Weinbauern und Weinhändler sind nicht kotiert, verkaufen nur Wein und keine eigenen Aktien. Sie kaufen oft auch keine andern Aktien, sondern ihr Erspartes wird in Land, Reben und Kellertechnik angelegt. Der „kleine Mann“ oder die „grosse Frau“ können aber oft bei solchen Häusern auf eine gute Rendite kommen. Über die Qualität lässt sich ja bekanntlich streiten und meistens, speziell in Italien, steigen gut bepunktete Weine extrem progressiv (überproportional) an. Es gibt immer noch Weine, die nicht billig, aber doch preiswert sind – und sehr gut. Erstaunlicherweise meist zu Preisen wie vor Jahren, gar Jahrzehnten. Es sei denn, man schaue sich die Preise in der Schweiz an oder es stehe allenfalls Barolo auf dem Etikett. Und hier muss ich schnell Hörbie zitieren: „Stephan gurgelt in Oberitalien neuartigen Frostschutz, der jedoch in etikettierten und mit Jahrgang versehenen Flaschen abgefüllt ist, derweil ich sein Blog hüte… prost! Ich hoffe gerne, dass es kein Frostschutz ist, sondern nur edle Tropfen.“ Einen habe ich gekauft – ohne Etikette, Barolo 2004, der 5 minuti. Brandneu abgefüllt und verkostet. Und was wäre eine gute Anlage ohne Fotos.

Barolo cinque minuti

… Barolo cinque minuti 2004 – für „Normalsterbliche“ nicht käuflich …

Barolo Presskuchen

… übrigens, es gibt in dieser Gegend bessere Süssigkeiten zu essen, als ein Barolo-Kuchen (Presskuchen) und was aus dem Kuchen getropft ist, wird erst in vier Jahren abgefüllt …

Francesco Borgogno beim Prosten

… zu grossen Weinen darf auch Süsses gegessen werden und bei solchen wird dreimal (links – rechts – links) angestossen. Für moderne Weinfreude mag dies ein Gräuel sein. Aber es gibt sie noch, diese traditionellen Weinbauern, bei denen der „kleine Mann“ herzlich, nach alter italienischer Manier willkommen ist. Francesco Borgogno hat auch mit dem österreichischen Premierminister, mit Helmuth Kohl, einem Nachfolger von Rommel schon angestossen …

Francesco

… Francesco – ein Bild sagt mehr als 1000 Worte …

Weinzubereitung

…. eine Schaufel voll Wein …

Fässer bei Borgogno

… bei Borgogno und …

Fässer bei Burlotto

… einem anderen Familienbetrieb bei Andrea Burlotto von Massaraeinige Weine von ihm dürften sie in der Schweiz vergeblich zu kaufen suchen. Genau das macht es aus, dass der „kleine Mann“ noch alternative Anlagen findet, die eine Rendite bringen und vor allem Freude bereiten …

Fiat Topolino

… vielleicht findet der eine oder andere noch einen Oldtimer zwischen den Stahlfässern und der Abfüllanlage. Auch ein Fiat Topolino kann eine alternative Anlage sein, die unter Umständen die bessere Rendite erzielt, als dies mancher Finanzprospekt in den letzten Tagen auf zu zeigen versucht …

Trüffelhund

… oder setzen sie auf einen Trüffelhund …

Weisser Trüffel

… und lassen sie ihn einige Knollen weisser Trüffel finden. Das glatte Stück ist keine 10 cm lang und kostet ziemlich genau 600 Euro. Falls der Hund fündig wird, gibt es vermutlich eine neue Hütte …

Gaja

… und hier kostet manchmal eine Flasche so viel. Bei Gaja gibt es die neue Linie. Umstritten aber sogar im 1. Klass-Restaurant (wenn erhältlich) zum Preis, wo in der Schweiz meistens nur offener Wein erhältlich ist. Ein Weisswein, absolut eine Wucht. Passt bestens zu einem Rindsfilet nach Piemonteser Art. Es scheint, dass die hochpreisigen Weine langsam das Zeitliche segnen werden. Wie auf den Finanzmärkten wurde auch hier extrem übertrieben. Es ist ein Umdenken angesagt … vielleicht hat Kondratjew doch recht … und die Etikette ist nicht immer das Wichtigste.

Ein Beitrag über «Geld und Finanzen – leicht erklärt» – einer Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn. Er wird auch im Personalblog aufgeschaltet.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Lieber Bundesrat (Sch)-Merz – statt Wein, Raps und Schnaps

Vor zwei Jahren erschienen:
Prosecco in der Dose … einfach irre!

Vor drei Jahren erschienen:
Gen-Tech-Moratorium – so verschieden kann Ökologie sein

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Das Albedonische Wertpapier XI.08 – 43 Prozent


11.11.11.11. Fasnachtsbeginn … nein die Weine von Reichenbach (Vorort von Bern) werden erst am Abend beim Künstler Mercurius Weisenstein vorgestellt …

… und die Dividende des Albedonischen Wertpapiers gibt es in echt flüssiger Form – weiss oder rot …

albedonisches Wertpapier

… oder gar mit regelmässig wiederkehrenden 43 Prozent …

43 Prozent

… gibt bei einigen vielleicht einen etwas undurchsichtigen Blick. Beim Bild des Künstlers hilft aber, wenn man dieses aus einigen Meter Entfernung ansieht – plötzlich werden die Gesichter deutlich …

Menschen

… und andere etwas nachdenklicher ….

Mercurius Weisenstein

… ob Mercurius Weisenstein über weitere Möglichkeiten des Albedonischen Wertpapiers …

albedonisches Wertpapier

… übrigens, der Wein ist ausgezeichnet – und eine totale Rarität.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
«Dubai-City» will hoch hinauf – Babylon lässt grüssen

Vor zwei Jahren erschienen:
Energie-, Finanz- oder Technik-Krise?

Vor drei Jahren erschienen:
USD und Bretton Woods – frostige Aussichten?

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Kreuzzüge, Ritter, Könige und Präsidenten


Ein Kreuzzug ist keine Eisenbahn und hat auch nichts mit der gegenwärtigen Börsensituation zu tun …

… und trotzdem könnte man stundenlange Vergleiche anstellen. Von meinen Kreuzzügen in Südfrankreich nur einige kleine Ausschnitte. Schön ist hier, dass nicht gleich alles mit endlos vielen Punkten bewertet sein muss und riesigen täglichen Schwankungen unterliegt. Die jährlichen halten sich auch in Grenzen. Es wird wohl niemanden echt erstaunen, dass zwei von den drei ersten Weinen (weltweit) hier in walkind distance liegen. Nur marschiert heute keiner mehr. Mal abgesehen von den modernen Pilgern auf den Jakobswegen zeugen nur noch die alten Platanen-Alleen hin, dass Frankreich einmal ein Fussgängerland war. Das war aber noch zu Napoleons Zeiten und die Bäume lies er pflanzen, damit im Schatten in die Kriege gezogen werden konnte. Und neben den Strassen unendliche Felder mit Reben. Vernachlässigte und Top-Lagen vielfach in nächster Umgebung …

LKW und Herbstnebel

… heute nehmen die Ritter der Strasse die Reben im Rhône-Unterlauf kaum noch wahr … der Wine Spectator schon … ja, welches Gebiet auf der Welt hat wohl am meisten Podestplätze …

Wein-Vollernter

… aber es brauchen nicht immer die teuersten zu sein, die herrlich sind. Auch solche, die nicht von Hand gelesen wurden, können herrlich schmecken. Nur, so zwei drei kleine Einzelheiten sollte man schon wissen. Die meisten „Maschinenweine“ sind eher von kleiner (und meist unreiner) Qualität, aber gerade im Bereich der professionellen Biobauern werden heute Maschinen eingesetzt. Bedingung ist aber, dass das zu lesende Gut vor der mechanischen Ernte von Hand verlesen wird. Die schlechten schneidet man raus, die guten bleiben hängen – okologisch absolut in Ordnung, ökonomisch ein extremer Kostenvorteil. Umdenken …

Reben im Herbst

… und die Kostenstrukturen beobachten und vor allem die Reben. Wie sie gepflegt sind und welches Alter sie haben. Je älter desto besser, grob gesagt. Nächste Woche kaufe ich einige Flaschen Tempranillo von jungen Reben. In Frankreich angebaut, dreissig Minuten Fussmarsch durch die Garigue und einige Flaschen Clinton soll es auch noch am Lager haben …

Pic Saint Loup

… ja Präsidenten wechseln (oder werden es nicht) wie Könige und Ritter in alten Zeiten. Wenn alte Weinstöcke sprechen könnten, würden die verbotenen Sorten zumindest auch nicht ausplaudern, wo sie wachsen. Sicherlich nicht hier oben auf dem Pic Saint-Loup. Dafür sieht man Burgen, Schlösser und Domänen. Auf der anderen Seite hat man eine herrliche Aussicht auf den Hortus, der nicht weiter entfernt zu sein scheint, als der bodenlose Abgrund, der einem hier oben zu Füssen liegt. Wer nicht schwindelfrei ist, soll unten bleiben … und einige dürften in diesen Top-Lagen einen Kater bekommen, der sich aus der Wanderbeschreibung von Werner Eckhard erahnen lässt. Übrigens, eine Seite, die man sich merken muss, toll gemacht und exakt …

Weinfassroboter

… und einen anderen, eher noch unangenehmeren Kater kriegen jene, die der Gegend hier zu viel huldigen. Dieser Weinfass-Roboter scheint einen eigenen Barrique-Geschmack zu haben …

Haribo

… der eher dem von Hans Riegel aus Bonn bekannt als Haribo zuzuschreiben ist. Aus Kostengründen hat man hier die Degustationsmöglichkeiten stark reduziert, was aber vor allem Frau nicht abhält, Kistenweise zu kaufen, derweil es mir ganz andere Sachen in diesem Industriekomplex angetan haben …

Haribo Kältetechnik

… aber dazu mehr, wenn ich einige Sachen nicht mehr nur meinen Kunden vorbehalte …

Sabines Montpéllier

… oder Lakritze süchtigen Begleiterin, nach der in Montpéllier sogar eine Station benannt wurde. An der Messe dann eine Weindegustation, der billigste war bei ca. 40 Euro – die Flasche, nicht der Karton. Da hätte jemand geschwelgt … Santenay, Morey Saint Denis, Echezau … aber das holen wir nach … und am Sylfester gibt es dann vermutlich Champagner – Compte Audin de Dampierre, Cuvées des Ambassadeurs – Pinot Noir und Chardonnay … und der wurde an die französichen Könige und heute noch an den Präsidenten geliefert … dafür bringe ich heute noch meine Vermicelles-Presse mit. Etwas, das man in Frankreich nicht kennt. Und essen werden wir Chataignes und falls wir Glück haben und etwas grössere finden, nennt man diese Marron, welche eher den weiter gezüchteten Marronis im Italienisch sprachigen Raum entsprechen. Mehr dazu vielleicht mal von Mr. Marroni persönlich, der sich sinnigerweise bei anderen Präsidenten im Kommentar verlinkt hat, aber dann wieder direkt aus der Schweiz …

Hospitaliers

… aber zuerst noch so ein Geheimtipp. Gefunden am Fête des Chataignes in Courry – Les Hospitaliers der Domaine Les Peyrières in Saint Maurice de Cazevielle. Über diese Ortschaft gäbe es noch einiges zu schreiben, mehr als in Wikipedia steht, so zum Beispiel, wie dieses Dorf mit einer Wallisser Gemeinde zusammenhängt und was es mit Rittern auf sich hat …

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Auf den Boom der letzten Jahre folgt der Rückgang

Vor zwei Jahren erschienen:
… einige Bilder

Vor drei Jahren erschienen:
«Abzocker wollen sein wie Gott»

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«Bier. Aber auch Wein.»


Angela Kreis-Muzzolin schreibt über Bier und Wein aus Holland. Zufälle gibt es nicht. Ich habe auf den Tag genau vor zwei Jahren über «Bier oder Wein in Deutschland» geschrieben.

«HUP HOLLAND

Bier. Aber auch Wein.

Dass die Niederländer gut Fussball spielen und mindestens ebenso gut Bier trinken können, hat man in den letzten Wochen in Bern gemerkt. Aber sie können noch mehr. Zum Beispiel Wein produzieren. Überraschend guten Wein.

Weinbau in Holland? Dort, wo sich Regen, Sonnenschein, Wind und Wetter stündlich ablösen und Deutschland zu den wichtigsten Weinimportländern gehört? Die Antwort ist einfach: Wo der Arm der lebensfreudigen Römer hinreichte, lebt die Weinkultur weiter. So auch im Süden Hollands. In den Provinzen Limburg, mit der Hauptstadt Maastricht, und Gelderland bewirtschaften die gut 40 Weinproduzenten knapp 300 Hektaren, was knapp zwei Prozent der Schweizer Rebfläche entspricht. Frisch-fruchtig mit leichtem Salzgeschmack und angenehm stützender Säure präsentieren sich die vornehmlich weissen Gewächse als ausgezeichnete Sommerweine. Sand-, Fluss- und Meerlehmgrund, aber auch Löss und Mergel sowie mineralreiche Feuersteinböden bieten ideale Wachstumsvoraussetzungen.

Rotwein als Spezialität

Einer, der sich trotz Warnung aus dem Freundeskreis mit Haut und Haar der Rotweinproduktion verschrieben hat, ist Stan Beurskens. Der 31-jährige Präsident des Holländischen Weininstituts führt die Tradition seines Vaters weiter. 1988 begann dieser als holländischer Rotweinpionier mit dem Weinbau, um allen Zweiflern zu beweisen, dass Rotweintrauben auch in Holland gut gedeihen können. Als er 1995 ernsthaft erkrankte, übernahm sein achtzehnjähriger Sohn das eine Hektare grosse Gut. Längst hatte das «Weinvirus» seine Neugierde geweckt. So liess er sich in den besten Ausbildungsstätten Europas und an der Universität von Stellenbosch in Südafrika zum Önologen und Berater ausbilden. Allen Unkenrufen zum Trotz bewirtschaftet er heute auf zwei Gütern mit gesamthaft fünf Hektaren erfolgreich 95 Prozent seiner Fläche mit roten Reben. St.Martinus Wijngaard ist der einzige Weinbaubetrieb Hollands geblieben, der ausschliess-lich rote Traubensorten produziert. Daneben führt Beurskens seit 2003 eine eigene Beratungsfirma, die ihn auch immer wieder ins Ausland führt.

Viele Auszeichnungen

«Wir produzieren fünf verschiedene Rotweine, zwei fruchtige, leichte und drei Cuvées, welche im Holzfass und im Barrique ausgebaut werden», gibt der junge Önologe zu Protokoll. Beurskens ist stolz darauf, mit seinen Weinen schon über zehn internationale Silbermedaillen, drei davon vom OIV, der Organisation Internationale de la Vigne et du Vin, gewonnen zu haben. Seine Vorliebe gilt denn auch komplexen körperreichen Weinen, wenngleich er dem Konsumentenbedürfnis entsprechend auch leichte Weine keltert. «Meine liebsten Weine sind diejenigen, von denen der Weinliebhaber sagt, sie könnten unmöglich aus Holland stammen, Weine eben, die unauslöschlich in Erinnerung bleiben.»

Biologischer Anbau

«Holland nimmt im Bereich der umweltgerechten und biologischen Landwirtschaft weltweit eine führende Stellung ein.» Beurskens lebt die Philosophie des umweltschonenden Anbaus selbst. Auf diese Weise erstklassige, körperreiche und geschmacksintensive Rotweine herzustellen, stellt eine echte Herausforderung für ihn dar. Das eher feuchte, moderate Klima und die vom Staat beschränkte Zulassung von höchstens vier Spritzmitteln hat die holländischen Winzer zu Spezialisten der interspezifischen Sorten heranwachsen lassen. 75 Prozent der Rebfläche sind damit angepflanzt. Die pilz- und frostresistenten Kreuzungen (Piwi-Sorten) zwischen europäischen und ursprünglich amerikanischen Reben reifen zumeist früh und eignen sich deshalb besonders für das raue Klima.

Schon mit über 89 Sorten experimentierte Stan Beurskens auf seinen Betrieben Wijngaard’t Rodt, Wijngaard Villare und Wijndomein St.Martinus. Dazu gehören auch die Neuzüchtungen Cabertin und Pinotin des Schweizer Privatzüchters Valentin Blattner. Der Jurassier hat damit in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts Reben gezüchtet, welche dunkle, tanninreiche und ausgewogene Weine bringen und dem holländischen Klima sehr entgegenkommen. «Mit Pinotin machen wir sehr gute Erfahrungen. Die auf Basis der Pinot-noir-Traube gezüchtete Spezialität bringt viel versprechende Resultate hervor», kommentiert Beurskens seine Versuche. Auch zahlreiche Neuzüchtungen des deutschen staatlichen Weinbauinstituts Freiburg wie die Cabernet Cortis und Monarch (siehe Kasten) eignen sich bestens für die nördlichen Anbaugebiete.

Weinaktien sind Trumpf

Wie bringen die Holländer ihre raren Tropfen auf den Markt? Stan Beurskens Freundin Dunja Meis arbeitet als Marketingspezialistin auf St.Martinus Wijngaard mit, um die jährlich rund 15000 Flaschen erfolgreich zu vertreiben. Gute Erfahrungen macht sie hier mit den Weinaktien, die den Inhaber während fünf Jahren zum Bezug von sechs Weinen nach Wahl berechtigen. «So haben wir die Gewissheit, dass der Wein zu den echten Geniessern kommt.» Auch Mutter Beurskens setzt sich für den Verkauf der Produkte ein. Gute Restaurants aus der Gegend gehören ebenso wie private Weinliebhaber zum Kundenkreis.

Bier bleibt Nationalgetränk

Bern hat bewiesen, dass die Holländer trinkfest, freundlich und zuvorkommend sind. Sie trinken durchschnittlich 77 Liter Bier pro Kopf und Jahr. So dürfte das Nationalgetränk der Holländer stets der Gerstensaft bleiben. Doch der Weinbau im Süden der einstigen Seefahrer- und Handelsnation Holland legt kontinuierlich zu. Zahlreiche Betriebe sind in den letzten Jahren entstanden. So staunen selbst die Holländer Weinfreunde, welch köstliche Weine in ihrem Land hergestellt werden. Wo würde der weltgereiste Beurskens am liebsten Wein produzieren, wenn er die Wahl hätte? «Ich arbeitete auf Weinbetrieben in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien, aber auch in Neuseeland und Südafrika. Für mich liegt die Herausforderung als Weinbauer aber in Holland: Es ist toll, etwas Neues machen zu können.» Doch das Wichtigste für einen Weinbauer, sagt Stan Beurskens, sei es, den eigenen Stil zu finden.

Die Freundschaft zwischen Holland und dem Berner Publikum scheint besiegelt. Für die Bernerinnen und Berner bedeutet dies, demnächst auch Holland zu entdecken. Nebst den unendlichen Flächen, den Windmühlen, malerischen Stadtbildern und kulturellen Schätzen gibt es hier auch viel Neues zu entdecken. Nicht zuletzt auch die Weinproduktion.

Angela Kreis-Muzzulini

Danke Angela für deinen Artikel. Merci auch den Freunden, die am Tag, wo dieser Blogbeitrag gespeichert wurde, in meinem neuen alten Weinkeller helfen. Als Begleiter zum Essen wird es Ochoa geben – zum Sieg der Spanier. Zuvor einen Bio Muskateller-Sekt aus dem Kaiserstuhl – so als Trostpflaster für Deutsche. Und wenn wir noch mögen einen Château Bouscassé. Es ist wie beim Sandwich. Etwas eingeklemmt, aber das Beste ist in der Mitte. Zusätzlich hilfreich beim lernen von Fremdsprachen. Chateau heisst Katzenwasser. Dank Zirkumflex richtig betont «Schloss», wobei diese Bezeichnung in Frankreich vom Palast in Versailles bis zum grösseren renovationsbedürftigen Wohnhaus reicht. So gesehen ist heute Schlosskeller-Arbeit angesagt.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Exotenbörsen machen das Rennen

Vor zwei Jahren erschienen:
30. Juni 2006
Blick Richtung Süd-Ost

Vor drei Jahren erschienen:
Warum Unternehmer ohne Bankkredit ruhiger schlafen

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Der Franken – tendenziel schwächer und geteilter Meinung


Der Franken – vielfältiger könnte dieser Link nicht sein. Meine beliebtesten Franken tendieren beide schwächer.

Der Spiegel und der Schweizer Franken. Ja, wir stossen bei der ersten Meldung auf die EM2008. Die haben wir auch in Franken erlebt. Bezahlt wurde aber nur in EURO und in der Gaststube sass kein Mensch. Alle dreissig waren im Raucherzimmer. Mehr als die Hälfte hat geraucht. Genuss findet auf verwirten politischen Pfaden statt, unterschiedlich je Land. Die Region Franken ist mental zweigeteilt. Nicht nur rauchend. Da gibt es die Deutschen, die im Spiel dann auch gewonnen haben. Hier genau genommen die aus Baden-Würtemberg. Und dann gibt es noch die Bayern, die auch einen Teil von Franken besitzen, aber keine Deutsche sind. Sie sind aus dem Freistaat Bayern. Erstaunlich, wie wenig sich in der Mentalität ändert. Meine deutsche Begleiterin klärt mich auf. Nicht Geschichte, immer noch aktuell.

Mainschleife bei Volkach

Stark geändert hat aber die Weinzubereitung. Die wird modern, dem heutigen Geschmack angepasst. Die Säure ist weg. Spurlos verpufft. Geschmackliche Erholung könnte heute in der Mitte Frankreichs oder Tschechien gesucht werden. In Franken wird wieder auf Massengeschmack gearbeitet. Das Volk ach will Convenient Wein. Aus einer ungenannten Ortschaft, der viel gereiste Leser wird diese erkannt haben, eine kleine Geschichte. «Die Trauben werden ge-müllert und dann im Fass ausgebaut. Das Beste, was ich je getrunken habe.» Das die Meinung des Junior aus Haus «Nummer 1» vor Ort. Ja, süss ist der Wein im Bocksbeutel nicht mehr, aber auch nicht trocken. Eben mundgerecht für den heutigen Geschmack. Den hab ich nicht, den mag ich nicht und wenn man das mit Aktien vergleicht, dann gilt auch hier: «Sie müssen eine eigene Meinung haben.»

Mit 25 Prozent Blutanteil aus Bayern (mütterlicherseits) geniesse ich lieber Baden-Würtemberg. Da bin ich echt ganz heger, der Wein aus dem andern Ende des Bundeslandes schmeckt. Von Jahr zu Jahr auch etwas weniger nach Säure. Die Klimaerwärmung ist nicht alleine schuld, dass viel Zucker und weniger Säure im Traubengut ist. Der Wein wird dem Massengeschmack angepasst. Masse, das sind diejenigen, die Geld zum Wein kaufen, aber nicht durchs Band auch eine eigene Meinung haben.

hopfenkommission

Weite Teile von Franken sind ja eh für Bier geeignet. Die Hopfenkommission in Spalt wäre ein Beitrag für sich. Hier gibt es zwei katholische Kirchen neben einander. Die eine vom Bischof und die andere wurde gespendet. Das gespaltene Spalt hat nichts mit der Spalttablette zu tun, denn diese, aus dem Hause Whithall-Much, kommt aus dem erhabenen Münster . Obschon einige nach zu vielem Genuss von Bier und Wein auf dessen Inhaltsstoff, die Acetylsalicylsäure, angewiesen sind. Schauen wir uns doch lieber normale Häuser an.

Rieghaus

Über Rieghäuser demnächst mehr. Und so was von schräg müssen wirklich nicht alle sein.

Spargel

Es gibt nicht nur Reben und Hofen in Franken, auch Spargel. Über Politisches und Grammatikalisches haben wir uns schon geäussert und auch über die Anlagemöglichkeiten in börsenkotierte Spargel-Anbieter. Aber diese Tipps mit Namen nur für Kunden und solche, die es werden möchten.

Vestas

Wenn ich wieder einmal in Baden-Würtemberg unterwegs bin, dann will ich doch nicht alles geheim halten. Mit solchen Aktien habe ich schon einigen Wind veranstaltet. Aufgenommen von meiner Mitfahrerin

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Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Seminarstimmung …

Vor zwei Jahren erschienen:
Fussball regiert – Fussball regiert?

Vor drei Jahren erschienen:
Sonnenstrom – Weiterbildung an der Intersolar

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«Wie der Vater, so der Sohn»


Séguret ein kleines Dorf auf der linken oder östlichen Seite der Côtes du Rhône im Département du Vaucluse ...

… lassen wir doch wieder einmal Angela Kreis-Muzzulini über Wein berichten. Danke, dass ich deine Artikel wiedergeben darf. Und das Schöne für mich, diesen Weinbaubetrieb habe ich noch nicht gekannt.

Mitten in der malerischen Provence haben sich die Berner Alfred und Nicolas Haeni einen Traum verwirklicht. Vater und Sohn führen in Séguret mit grossem Erfolg ein Weingut.

Wer ihn einmal eingeatmet hat, vergisst den würzig-herben Duft der Provence so schnell nicht wieder. Auch Séguret, das 20 Kilometer nordöstlich von Orange gelegene 900-Seelen-Dorf auf 250 Meter über Meer, ist vom unwiderstehlichen Duft durchdrungen. Das milde Klima mit viel Sonne und Wind und die abgewetterten Kalk- und Tonböden bieten ideale Anbaubedingungen für heimische Gewächse Grenache Noir, Syrah und Mourvèdre. Die roten Traubensorten ergeben tiefdunkle, würzige und überaus gehaltvolle Weine mit starkem Charakter.

Vom Labor in den Rebberg

In Séguret, dieser südfranzösischen Landgemeinde im Departement Vaucluse, packte Alfred Haeni mit seiner Familie im Jahr 1990 die Chance. Die Domaine de Cabasse mit ihrem Hotel- und Restaurantbetrieb und den dazu gehörigen Rebbergen stand zum Verkauf. Hier bot sich die Gelegenheit für den ETH-Agronomen, von der Forschung in der Schweiz wieder zurück in die Praxis zu wechseln. Seinem Sohn Nicolas fiel der Umzug vom zürcherischen Urdorf in das kleine Dorf in Frankreich am Anfangs nicht ganz leicht. Sich mit 16 Jahren einen neuen Freundeskreis in einer fremden Sprachregion aufzubauen, erforderte grosses Anpassungsvermögen. Doch seine Abenteuerlust und die vom Vater auf den Sohn übertragene Leidenschaft für Reben und Wein halfen dem Junior, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

In den folgenden Jahren investierte Alfred Haeni in Haus und Reben. Zudem startete er als einer der ersten in der Gegend erfolgreiche Begrünungsversuche nach den Kriterien der Integrierten Produktion (IP) zur umweltschonenden Weinerzeugung. Nach und nach vergrösserte er das Gut mit Zukäufen weiterer Weinberge, alle in Gebieten mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (AOC).

Sohn Nicolas liess sich derweil zum Winzer und Önologen ausbilden, holte sich wertvolle Erfahrungen in Argentinien und Australien und knüpfte weltweite Beziehungen, um den Verkauf der Weine voranzutreiben.

20 Hektaren Weinland

Heute bewirtschaften Haenis mit drei Vollzeitangestellten insgesamt 20 Hektaren Rebland: 17 Hektaren fallen dabei auf die Weindomänen Séguret und Sablet mit der Ursprungsbezeichnung «Appellation Côtes du Rhône Villages contrôlée», drei Hektaren auf Gigondas AOC, der bereits 1971 zur Cru-Lage erklärten Gemeinde-Appellation Gigondas fallen. Hinzu kommen gut drei Hektaren des 2006 neu bestockten Rebbergs «Malmont» in Séguret.

Hing dem früher in rauen Mengen produzierten «Côtes du Rhône» der Ruf des «Châteauneuf-du-Pape der armen Leute» nach, erfreuen sich Haenis Weine heute bester Reputation. Erstes Gebot in der Domaine de Cabasse ist die kontinuierliche Qualitätssteigerung der Weine. Zum guten Resultat tragen bei: Die «Palissage» der Grenache-Reben, eine bis zu zwei Meter hohe Erziehungsform zur Erreichung einer optimalen Blattfläche sowie strikte Mengenbegrenzung und Kulturführung mit einem Durchschnittsertrag von nur gerade 450 Gramm pro Stock. Eine Selbstverständlichkeit ist auch die aufwändige Ernte von Hand und eine sorgfältige Kelterung der Trauben. Sich voll auf die Gegebenheiten eines Jahrgangs einzulassen und das Beste daraus zu machen, gehört für Jungwinzer Haeni zu einer der grössten Herausforderungen.

Nicolas Haeni, der die Leitung des Gutes 2004 übernommen hat, empfindet das Projekt «Life Priorat Project», welches am neuen Rebberg «Malmont» umgesetzt wird, als besonders spannend. Das Terrassierungssystem, das von der Familie Perez im spanischen Weingebiet Priorat entwickelt wurde, weist genau drei Grad seitliche Neigung auf und ermöglicht dadurch die in der europäischen Landschaftskonvention geforderte schonungsvolle Bewirtschaftung des Agrarlandes zur Eindämmung der Erosionsrisiken. Gleichzeitig soll der Humus, die fruchtbare Erde an der Oberfläche, erhalten bleiben. Ausserdem schafft diese Terrassierungsmethode die Voraussetzung für eine optimale Pflanzungsdichte im Weinberg, was zu höchstmöglicher Traubenqualität führt. Das Resultat des Weins, weiss Nicolas Haeni aus Erfahrung, hängt vor allem von der Qualität des Traubenguts ab.

Taufschein vom Ur-Opa

Die Identifikation von Haenis mit ihren bisher sechs verschiedenen Weinerzeugnissen ist hoch. Unter Beizug von zwei Önologen wird die Traubenproduktion, die Arbeit im Keller und das Abfüllen bis zur Etikettengestaltung auf dem Gut selber gemacht. Dass sich Haenis immer wieder auf ihre Wurzeln besinnen, beweisen die im Jugendstil gestalteten Weinetiketten, welche dem Weinfreund vor dem Verkaufsregal sofort ins Auge springen. Was steckt hinter dieser nostalgischen Gestaltung? Die im Stil des «Art déco floral» gestaltete, mit Blumenkranz und tanzenden Putten verzierte Etikette des Cuvée Garnacho (siehe Bild links) basiert auf dem Taufschein von Urgrossvater Haeni aus dem Jahre 1864. Taufscheine von der Familie und von Freunden aus der Schweiz bilden denn auch die Grundlage für weitere Etiketten.

Auf die Frage, ob eine Rückkehr in die Schweiz für Nicolas und seine Frau Barbara ein Thema sei, kommt die Antwort vom Gutsverwalter ohne Zögern: «Ah non! Ich liebe es, meine Freunde und die Familie in der Schweiz zu besuchen, aber mein Herz gehört der Provence oder besser: meiner Frau Barbara und der Provence, naturellement!»

Angela Kreis-Muzzulini – Schweizer Winzer im Ausland: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die in loser Folge Schweizer Winzer vorstellt, die im Ausland erfolgreich sind. Bereits erschienen: Ingrid und Luca Bein, Südafrika (7.März).

In dieser Gegend hat es ein kleines Weindorf – Cairanne – das noch nicht alle entdeckt haben und dann gäbe es da noch … die etwas anderen Côtes du Rhône.

Vor einem Jahr erschienen: «Das Geld liegt buchstäblich auf der Strasse»

Vor zwei Jahren erschienen: Chart Lehrgang (6) – der Trend

Vor drei Jahren erschienen: Oh Mann – Lady in Black

The Olde Deer, der neue Grossrat und der Barriqueur


Über Hans Hirsch, so nenne ich John Deer und Stag, der männliche Hirsch, habe ich schon geschrieben. Und heute schreiben wir über den Grossrat Hans und seinen «The Olde Deer», meinen Kollegen, der ihn schon probiert hat und den andern, Turan der Grossrat, der ihn am Samstag versuchen will.

Am Samstag wird der erste Whisky vom Hasli-Bier vorgestellt – diese Biermarke sollten sie schon lange kennen. Dies ist keine Aktienempfehlung – jeder muss selber analysieren und entscheiden. Vergnügen ist aber inbegriffen. Der Whisky soll sehr gut sein und das sagt einer, der einige Gemeinsamkeiten mit mir hat. Wein, kennt auch den Gefängnisdirektor – wir sind zum Glück nie seine «Kunden» gewesen – und er ist auch Blogger. Zudem testet er in diesem Beitrag den Barriqueur. Vielleicht müsste man eher Garigueur sagen. Müssen wir mal selbst austesten. Der Chef der Vinothek Vuithier

The olde deer und Eric Vuithier

… und hier sein Vater und die ersten Flaschen von The Olde Deer die ich zu Gesicht bekomme …

Grossrat Hans Baumberger

Grossrat Hans Baumberger, der «jüngste» im Kanton Bern und trotzdem schon ein «alter Hirsch», eben wie sein Whisky. Herzliche Gratulation und viel Spass …

Mehmed Turan

… und wenn es klappt schaut eben Mehmed Turan, Bürgerrat der Stadt Basel und Grossrat von Basel Stadt vorbei. Ich hab ja immer schon gesagt, dass Politik nicht ganz einfach zu begreifen sei.

Vor einem Jahr erschienen: Bioethanol – ist der wirklich biologisch?ich bin schon ein klein bisschen stolz, dass ich ein früher war, als die Sachverständigen! Morgen mehr …

Vor zwei Jahren erschienen: … oder Rohstoffrallye

Vor drei Jahren erschienen: Millau – Bauqualität in der Schweiz und Frankreich

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – eigenständig, unabhängig, langfristig

Listel: Wandplättli, Walfisch, Sand, Salz, CHF und der Vranken


Listel der Sandwein – vin des sables oder vin de sable – jeder Camargue-Tourist kennt ihn. Oder scheint ihn zu kennen. Unbekanntes aus Börse und Weinbau.

Einzahl oder Mehrzahl. Der Sand, die Sände? Sandwein gibt es nicht nur in Südfrankreich im Departement Gard (30). Es gibt diese Reblaus resistenten Pflanzen die nicht auf eine amerikanische «Grundrebe» veredelt werden müssen auch in Portugal, Österreich und Ungarn …

Listel

… so wie man ihn kennt. «Listel» ist ist fast wie ein Oberbegriff für Sandwein gar Rosé geworden, so wie für Streuwürze «Maggi» und Mineralwasser in der Schweiz ein «Henniez» ist. Die Domaine de Jarras (Domaines Listel). Seine Geschichte fängt 1883 an und verbindet sich heute mit Champagne Pommery von Paul-François Vranken, einem der wohl erfolgreichsten «Winzer». Listel ist mit 1650 Hektaren Rebland die grösste Weindomäne Europas. Das entspricht mehr als 4 x 4 Kilometer Reben …

Rebenmeer

… Rebenmeer auf Sand gebaut. Aus Sand gebaut sind auch die dünnen (ca. 2 cm breiten) Wandplättli, die meist als Trennlinie in Frankreich im Bad und Küche zur Anwendung kommen – Listel heissen diese Dinger – auch in Deutsch. Auf die andere Seite der Strasse gleich viele Reben und …

Salz

… Schnee, nein Salz – einst Zahlungsmittel mit Gold aufgewogen, heute kostet ein Kilo in Frankreich ab CHF 0.30 …

Saline du midi - baleine

… geschmacklich wesentlich feiner, als unser Steinsalz, aber diese Qualität geniesse ich als Badesalz. Wir wollen uns nicht über den Preis und den Geschmack streiten, da ist die Vielfalt zu gross und mitunter ein Unterschied zwischen Mittelmeer und Atlantik. In letzterem habe ich schon Walfische gesehen. Hier nehmen wir Vorlieb mit Baleine, dem Wal, früherer Besitzer von Listel – labaleine

Jungpflanzen

… Jungpflanzen, eben mit dem kleinen Unterschied, nicht aufgepfropft. Weinbau floriert in Touristen-Gegenden auch wenn ich heute als einziger gezählt werden könnte. Im Juli war ich noch nie in der Camargue. An den Parkplätzen zu urteilen, dürften dann einige tausend Besucher pro Tag mehr sein. Ich gehe dann in Gebiete, wo es wenige Touristen hat und weil diese bei der Masse keinen Namen haben, werden Reben der Überproduktion entgegenwirkend ausgerissen, obschon diese Weine nicht schlechter sein müssen. Wie beim Salz, die Weinpreise sind verschieden …

100-jährige Reben

… knapp 2 Euro der Billigste, etwas teuerer solche mit einer «schönen» Etiketten und Médailles d’Or, d’Argent ou de Bronze de Pairs in Hülle und Fülle. Und hier ein Gratistipp, schauen sie lieber auf eine unbekanntere Auszeichnung aus der Gegend – zum Beispiel des Departement Gard. Hier werden schöne Weine nicht nur gegen Geld ausgezeichnet, es findet auch entsprechende Quervergleiche statt. Auf dem Bild sind rund 100-jährige Grenache-Reben zu sehen. Eine Traubensorte, die für mich die erfrischensten Rotweine überhaupt liefert, aber selten an zu treffen sind. Die meisten, wie diese hier auch, werden als Rosé ausgebaut. Nur dass so alte Reben den wesentlich besseren Wein liefern – EO Wine. Bitte vergleichen sie in Frankreich die Preise, börsenkotierte Unternehmen können problemlos 50% höhe Preise im «Fabrikverkauf» ansetzten. Na ja, irgendwie müssen Vranken ja auch zu Franken kommen …

Pink flamingo

… ein Touristenandenken braucht es trotzdem – fast wie der French Rabbit. Andenken soll man in guter Erinnerung behalten, auch wenn sie wie die Flasche im Weinkeller mit den zwei Camargue-Pferden Staub angesetzt hat …

Camarque Pferde

… wie andere Pferde in dieser Umgebung auch. Die Strassen sind noch schlimmer, der Wagen sieht fürchterlich aus – aber man hat Zugang im Winter zu Gebieten, die man im Sommer nur zu Fuss oder mit dem Camargue-Pferd besuchen kann. Vielleicht besucht man einmal zwei alte Bekannte – clever und löwenhaft. Beide haben mit Pferden zu tun. Bei diesen beiden hat es im Hintergrund Flamingos. Aber eine der besten Ecken um Flamingos auf zu nehmen liegt an der Hauptstrasse. Der bessere Rosé hier bei Listel heist auch «Pink Flamingo» …

Flamingo und Kormorane

… im Hintergrund unter den fliegenden Flaminges das Wahrzeichen von Aigues-Mortes …

fliegender Flamingo

… wie beim Wein, so bei Tieren und Aktien – man muss manchmal etwas näher ran, etwas genauer hinschauen und in der grossen Menge nicht nur die riesgige Masse suchen – Trouvaillen finden, herrliche dunkle rote Sandweine, sie schmecken leicht anders, vielleicht eben nach Sand, Salz oder Flamingo …

CO1 – CO2 – CO3 – C2H6O und der Preis für Fachliteratur


Kohlenstoffverbindungen sind wohl eines der interessantesten Gebiete in der Chemie – einige sind gesund, einige giftig, andere schädlich und manchmal halt doch eine Sünde wert – besonders die frischen Hand gerollten Zigarren.

Dannefrau

… die «Donna Frau» bei Dannemann und «mein persönliches Explar» …

CO1 Kohlenstoffmonoxid ist hochgiftig und dies dürfte eigentlich der Grund sein, wieso Länder, Kantone, Bundesbahnen, Schiff-Fahrtsgesellschaften vor diesem Gas schützen wollen. Zulange eingeatmet wird es den Menschen «duselig», Blutarmut und dann kommt der grosse Hungerast. Jeder der raucht, macht dies auf seine Verantwortung und zumindest gestern haben in Zürich keine auf die andern Rücksicht genommen. Die Raucher. Cigarrenraucher auf dem Whisky-Schiff.CO2 Kohlenstoffdioxid wird heute von den 8 Schiffen nicht produziert, wenn man das für Rundfahrten nicht mitrechnet. Bei Villiger spricht Frau und Mann auch über die Gesundheit – nicht die üblichen Ansätze, im Grenzbereich der Wissenschaft. Wobei sich im Nachhinein oft herausstellt, dass der Grenzbereich, der Teil der Wissenschaft ist, den sich Wissenschaftlicher noch nicht vorstellen können. Chemisch gesehen, dürften wir hier in der Gegend von CO3 Kohlenstofftrioxid angelangt sein. Da kommt mir die Sonne in den Sinn, die man gestern vergeblich gesucht hat.

Auch von den 5 Minuten Lichterlöschen hat man nichts mitbekommen. Dafür kann man draussen im CO2-Bereich der Dampf- und Dieselschiffe heute Abend den frischen Wind geniessen. Aber einigen dürfte der Wind kälter vorkommen, als es tatsächlich ist. Man blickt auf den blauen Schriftzug der Neuen Zürcher Zeitung – der Tagesanzeiger zitiert die Sonntagszeitung – die Krisensitzung dürfte heute einige Leute mehr auf die Schiffe treiben, anschwemmen. Nicht mehr die Genussmenschen, denen die Boni davon segeln, sondern die, die jetzt einen hinter die Binde kippen müssen. Vermutlich nicht den 35-jährigen Bunnahabhain – die Flasche kostet nicht mal CHF 1000 – nur 999. Und das ist das tolle an dieser Degustation, statt einen Abend in einer Bar rum zu hängen kommen sie hier zum gleichen Preis von weltweiten Raritäten. Nicht nur Whiskey oder Whisky und schon gar nicht nur aus Scottland. Gar nicht so zackig, eher fein und fruchtig der Yamazaki aus Japan – gleich alt wie das Mindesalter für den Einlass. Nun wissen sie auch, wieso es doch einige ganz junge Japaner hier hat – drei Jahre früher genussreif.

C2H6O vom Feinsten was es zu finden gibt. Die meisten werden sich wohl mit dem billigeren (Fusel) bequemen. Das beste Preisleistungsverhältnis finde ich bei Quevarra-Cigars – Courcelles 30 jähriger Rhum aus Guadeluppe. Und da gibt es Leute die destillieren Zuckerrohr um damit herum zu fahren und rühmen sich, dass alles CO2 neutral sei. Eigentlich eine Schande. Wenn sie an der Bar zwei Doppelte nehmen, haben sie mehr getrunken – aber mit aller Sicherheit nicht so viel geniessen können. Falls die Rohstoffpreise weiter steigen, macht dies hier nicht viel aus – das ist dann fast Nebensache.

Wie die moderne Kommunikation auch. Hier kommt wieder zum Buch zurück, das Fachbuch. «Whisky – Marken aus der ganzen Welt» von Marc A. Hoffmann ist für CHF 20 auf dem Schiff zu haben (Porto eingespart) – ähnlich wie bei der Cigarre, persönlich für mich mit Widmung. Der Verlag macht genau drei Druckformate, es müssen exakt 320 Seiten sein und die Erstauflage beträgt 20 000 Stück. Dass das Buch in Malaysia gedruckt wird, sollte niemanden mehr verwundern. Im Kommunikationssektor dürften ähnliche grosse Änderungen auf uns zukommen wie mit dem CO2.

Schiffe

Adventskalender

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Der Adventskalender darf ins eigene Blog gestellt werden – hier das Word Dokument 09 (HTML)

Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan MartiFinanzblog

Edelmetall für China-Wein, manipulierte Kultgetränke in Alu-Dose und Tetra-Pak?


«Das Reich der Mitte entdeckt den Wein» von Angela und der Rabbit dürften fast Erinnerungen an den Verbindungsball im Casino aufkommen lassen. Letzteres als Begriff ist keine Spielwiese für den Feldhasen, sondern eher für Aktionäre von Chillmi

immer schön der Reihe nach wie Max Küng in der Kolumne zu schreiben pflegt. Wir fangen aber nicht mit dem Üblen an. Mit edelstem Essen, das uns serviert wurde. Hochstehend, gekonnt dargereicht und was die meisten nicht glauben mögen, es ist Convenience Food aus industrieller Küche. Besser als vieles andere, was zum Teil in Restaurants serviert wird – wobei der grösste Teil in der Schweiz auch nicht frisch auf den Teller kommt. Wenn wir schon beim Casino Bern sind, hier wird nicht gespielt. Allenfalls getanzt oder dann erhält einer sein Diplom – Mathe in der ganzen Region die einzige Note 6 und keinen Buchpreis. Zbinden, der spätere Rektor des KV meinte, das soll mir eine Lehre sein. Ich hab irgendwo 50 Rappen zu wenig aus der Aufgabe übertragen und dadurch auf den falschen 5er gerundet.

Anscheinend nach mit etwas gröberen Rechnungsfehlern rechnet man bei Kultgetränk Chillmi (nicht kill me). Eine Beurteilung der Sachlage überlasse ich andern – bin zufälliger weise mal nicht darin investiert. Spass beiseite, wer spielen will muss 500 Meter weiter (Tram oder zu Fuss). In obigem Casino Bern gibt es einen Zigarettenautomaten und die ein- und allenfalls wie anderswo auch zweiarmigen Banditen müsste man eher im Grand Casion Bern. Der Chef dort wird mir meinen Spruch nicht übel nehmen – der könnte auch in unserer Verbindung sein.

Der Ball rollt wieder, alle Beiträge von Angela Kreis-Muzzulinidarf ich ins Finanzblog nehmen. Ihr Hobby ist nicht der Wein – das ist ihr Beruf. Merci und vielleicht klappt mal eine öffentliche Einladung – herzlich willkommen in Langenthal zum Austesten des Clef du Vin – war halt schon am Dienstag im Club de la Barrique.

«Das Reich der Mitte entdeckt den Wein»

von Angela Kreis-Muzzulini

Lesen sie selbst, wie viele Barriques aus chinesischer Eiche produziert werden, was der ehemalige Geschäftsführer Gernot Langes-Swarovski und grösster Alleinteilhaber von Swarovski (am zweiten Beitrag dürften Aficionados Spass haben) in China macht und dass nur Spanien, Frankreich, Italien, die USA und Argentinien mehr Wein produzieren als China. Hätten sie es gewusst?

Im Gegensatz zur Schweizer Bevölkerung, die im Durchschnitt pro Kopf und Jahr etwa 36 Liter Wein konsumiert, bringen es die 1,3 Milliarden Bier und Reiswein liebenden Chinesen zurzeit auf rund einen Viertelliter …

Reiswein habe ich selbst in China getrunken und chinesischen Wein erst einmal in London. Eines ist ihnen gemeinsam – die Etikette. Glitzer, Glanz, Metalldruck aus Gold und Silber. Über Schönheit kann man sich streiten. Manchmal auch über den Inhalt oder gar über das Verpackungsmaterial. Die Aluminium-Dose, da kann man echt fast sagen, kill me. Hier gibt es galvanische Ströme und Giftigkeit. Ich als Allergiker behaupte, dass in 20 Jahren Aluminium in der Lebensmittel-Industrie verboten ist. Mein Urteil über den Prosecco von Paris Hilton ist ein Hinweis darauf. Aber über Schönheit lässt sich auch hier streiten. Hoffen wir mal, dass beide etwas autochtone Sorten belieben. Tolle Degustation die wieder einmal bewiesen hat, dass jeder seinen eigenen Geschmack hat.

Auch beim French Rabbit dürfte schon die fast chinesische Glitzerpackung von Tetra Pak. Der Merlot aus dem Pays d’Oc schmeckt fein und die Säure vom vermutlich etwas zu jungen Wein macht sich erst gegen den Schluss bemerkbar. Es macht Spass so etwas aus zu probieren. Ich habe besseren Merlot aus der Gegend im Keller, aber mit einer total langweiligen Etikette – den können die nicht mal richtig in Frankreich verkaufen, obschon sie auf mein Anraten vor rund sieben Jahren, eine Goldmedaille in Paris geholt haben. Der Rabbit wird als Weihnachtsgeschenk verteilt und wird garantiert Aufmerksamkeit erregen. Wie der Kunde, der beim (Schweizer ?) Lieferanten am Montag in den Laden wollte. Geschlossen. Aber der Weinhändler diskutiert mit mir und öffnet den Laden. Kein Bargeld. Er keine Karte. CHF 19.50 – er bezahlt 20. «Für den Service gebe ich gerne ein Trinkgeld.» Die Flasche wurde gekonnt als Geschenk verpackt und der Kunde an die Türe begleitet. Ein Kunde mehr. Vielleicht zwei, denn der Beschenkte erhält nicht einen von ihm geliebten einfachen deutschen Wein, sondern etwas ganz Tolles. Vielleicht hat Patrick Vuithier von Finewine schon einen Lehrgang bei Davidoff gemacht.

French Rabbit

… die Traubenlese begann am 11.11. um 11.11. – Lesung mit Musik müsste das heissen. Und ich hoffe, dass auch etwas Musik in die Flaschen kommt. Der weisse Chasselat hat 90 Oechsle und der Rote Chasselat knapp 80. Für das Nebelloch Langenthal eigentlich ganz beachtlich. Der rote Gutedel, wie diese Sorte auch heisst, ist keine autochtone Sorte aber extrem selten zu finden.

Lieber Bundesrat (Sch)-Merz – statt Wein, Raps und Schnaps


… ein Beitrag zum Wein-en. Herr Merz Entschuldigen sie, ich musste ihr Parteicouleur nachschlagen. FDP – wir Liberalen. Bitte, bitte, bitte kommen sie nicht auch noch auf die Idee den wunderbaren Wallisser Rotwein Cornalin in Treibstoff umzuwandeln …

… sonst haben sie vermutlich mit anderen FDP-Mitgliedern ein Problem, vielleicht sogar mit einem, dessen Heimatort in der Nähe von Fully ist. Mit Pascal Couchepin habe ich noch nie über Wein diskutiert, «nur» über die Kirche und und mit Fulvio Pelli (vor 2 Jahren der erste Beitrag) knappe 10 Minuten anlässlich «100 Jahre FDP Langenthal». Für mich ein gutes Gespräch, die langfristige Richtung ist erkannt, man spricht tatsächlich über «Gott und die Welt». Damals war ich noch Kirchgemeinderats-Präsident. Und das was uns Hans-Rudolf Merz einbrockt – ja einbrockt – ist auch eine Glaubensfrage.

Nicht dass die Finanzen das Problem sind, da haben sie ja keine Chance, wie einst einer ihrer Vorgänger zusammen mit (wenn ich mich nicht täusche) dem damaligen Premierminster von China Li Peng durch den Economist für die schlechteste Finanzführung ausgezeichnet zu werden (holziger Kochlöffel). Aber das mit dem Raps – das ist eine Schnapsidee. Als ich noch auf diesem Gebiet tätig war, unterstanden wir ihrem Finanzdepartement.

Raps als Treibstoff zu fördern und diesen noch von der Steuer zu befreien finde ich eine der grössten Schnapsideen, die jemals ein Bundesrat unterstützt hat – und dann noch einer der FDP.

Die Schweiz sollte weltweit mit einem guten Vorbild voran gehen.

Wenn Mist gemacht wird und was man nur aus Mist machen sollte, das wissen schon 17-jährige besser – gestern im Finanzblog.

Echt zufällig gestern, auch mein Schlusskommentar. Am dem Wort Sch … (für Mist) muss man sich dort nicht aufregen, aber hier, an dem was Budesrat Merz will. Und was meint die Presse dazu:

– «Dreckigen Raps-Diesel fördern»

– «Raps-Republik» – kurz – absolut lesenswert

– «Bauernlobby stärker als Gesetz»

Auf dem Netz ist noch nicht viel zu finden – die Meldung ist zu neu und zu schockierend.

Aber seien sie unbesorgt, der Finanzblog sorgt schon dafür, dass sie immer eine Spur voraus sind:

Attisholz ist oben schon verlinkt, aber noch nicht gesagt, dass der Bund hier mitverdient

Salatölralley – Planzenöl als Treibstoff ist unethisch

Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe – die Kokosnuss ist ein echter Energieträger

Wer hat die Kokosnuss, wer hat …

Morgen nehme ich dann noch einen Anlauf, zu zeigen in welcher Form man Wein verpacken kann, damit ihn vielleicht Bundesräte nicht entlarven können und gleich Treibstoff daraus machen und dann darf ich ihnen einen schönen Beitrag über ein Weinland einspielen, das garantiert nie auf solche Ideen kommt. Die brauchen ihr landwirtschaftliches Land um benötigte Nahrungsmittel – und auch Wein – zu erzeugen. Wenn ihnen alles etwas Chinesisch vorkommt, dann liegen sie zumindest für den morgigen Beitrag richtig.