EU Sonderzone – Nordzypern-Schweiz – einige Unterschiede

Seit 25 Jahren brauchen die Schweizer keine Angst mehr zu haben, dass sie eine EU-Sonderzone werden könnten – das EWR wurde abgelehnt. Hier aber einige Eindrücke von einer Woche quer durch Nordzypern, das eine EU-Sonderzone ist und völkerrechtlich zur Republik Zypern gehört.

Günaydın – ohne „i-Punkt“ wohlgemerkt. Über die neuere Geschichte nur so viel – Griechenland wollte Zypern annketieren und 1974 haben dann die Türken den nordöstlichen Teil der Insel militärisch besetzt. Kruzitürken stammt aber aus älteren kriegerischen Machenschaften. Über die EWR habe ich mich schon geäussert und wer es nicht merken sollte, im obigen Interview zwischen Chr. Blocher und Jakob Kellenberger, gefällt mir die zweite Meinung besser. EU und € nein, das EWR aber würde in der Schweiz extrem Vieles einfacher machen. Wir sind das ei^nzige EFTA-Mitglied, das nicht mitmacht. Juristen und Beamte freuts.

Der Gesamteindruck der Reise war toll, vor allem der nördliche Teil. „CHömmet, Lüt, chömmet und ihr Schweizer lacht einmal und macht nicht immer so traurige Köpfe.“ Viel dazu hat der Reiseleiter beigetragen … Ironie pur … für Schweizer vielleicht mal nicht ganz nachvollziehbar. „Für den Preis, den ihr bezahlt habt, nehme ich keine Reklamationen entgegen.“ Es gibt auch keine. Manch einer mag vielleicht ein komisches Gefühl gehabt haben, wie eine Reise mit sieben Übernachtungen, Morgen- und Abendbuffet (war eine Wucht), vier Ausflügen und Flug für CHF 349.– angeboten werden kann. Grenzkosten, das interessiert die nicht – volle Auslastung, damit die Fixkosten auf möglichst viele Gäste verteilt werden können. Wenn im Flugzeug 189 Sitze sind, dann ist jeder Platz belegt – 33 Reihen à 6 Sitze, welche Reihe und welche Sitze fehlen? Die Fixkosten je Person sind nämlich gar nicht so hoch – etwas Kerosin, Essen, Energie, Reinigungsmittel und Wasser. Das Thema Kostenrechnen schliesse ich ab, Wasser ist interessanter.

Zypern wird von der Türkei aus mit einer Kunststoffleitung mit Wasser versorg. Von oben kommt zwar häufig Regen, aber nicht sehr viel – rund ein Viertel unserer durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Der Zuckerrohranbau scheint wegen der Wasserknappheit fast ganz zurückgegangen zu sein.

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Einmal gab’s Regen. Monsunhaft, wie es in letzter Zeit in der Schweiz auch vermehrt auftritt. Wo das Wasser hier hingeht, wissen vermutlich die Götter am besten. Kläranlagen gibt es, aber ich habe auch das Gegenteil gesehen, wo alles, an heiligen Orten wohlverstanden, direkt ins Meer geht.

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Da kommen mir Erinnerungen von Mexiko in den Sinn, nur dass hier restlos alle Toiletten immer sauber waren. Vielleicht würde den SBB-Oberen mal ein Ausflug nach Nordzypern gut tun. Sauber ist bei unseren Bundesbahnen nicht immer inbegriffen und relativ häufig sind da die Toiletten gesperrt. Im Zug zum Flughafen geht eh keiner hinein, denn der ganze Wagen stinkt fürchterlich. Ein Schweinestall ist fast Erholung. Bio WC ist aussen angeschrieben und der Ventilator saugt Luft an und mit dem Überdruck gelangt er ins Wageninnere. Ach du Sche…! „Zürich Kloten, Endbahnhof!“ Amen! Erlösung, aussteigen und tief durchatmen.

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Etwas grösser fällt die Toilettenanlage in Salamis ins Auge. Das war wieder so ein Höhepunkt unseres Reiseleiters Ozan. Nicht Ozean, Ozon oder was er noch alles gehörte erwähnt. Dabei wäre es so einfach „Lausanne“ ohne „L“. Zietschig plus drü, sind wir hier. Dienstag ist das Wort, das ihm in der deutschen Sprache am besten gefällt. Chömet (oder wie sich das schreibt) Lüt, lachen bitte, chömet.An Toilettenlagen sieht man immer, ob man im muslimischen Nordteil oder orthodoxen Südteil von Zypern ist. Den Zusatzhahn rechts unten immer erst aufdrehen, wenn die Beine zusammengepresst sind, sonst werden die Zähne und die WC-Türe mitgereinigt. Und vielleicht pilgern demnächst einmal Stadtbehörden nach China – ein sommerliches Erlebnis in Bern und Thun hätte es auch nötig, wie ich gestern feststellen musste. Ein hinterlistiges Thema für Christen, hier sind Muslime offener.

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Altertümer sieht man in Nordzypern zuhauf und erst recht Säulen, die in den Himmel ragen …

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… wobei oft Bauruinen zu sehen sind. Häuser deren Besitzer den Nordteil verliessen und in den Süden der Insel flohen. Ein grosser der Zementbranche hat in dieser Region seine eigenen Erfahrungen machen müssen. Schweizer Firmen sieht man einige, vor allem die ganze Berge abtragende und zubereitende, oft etwas verdeckt – bis auf unsere Nahrungsmittelindustrie, vor allem die aus Vevey. Änderungen im Essverhalten sind am Horizont in Sicht.

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Kopflose Baukunst? Hier zumindest, dass man Geld und Arbeit sparen konnte, wenn eine neue Regierung an die Macht kam. Marmor war immer teuer und wird auch weisses Gold genannt. Marmor aus dieser Gegend, vor allem der Türkei, ist eigentlich der beste, den es gibt. Viel fester und lichtdurchlässiger als zum Beispiel Carrara-Marmor. Bekannt heisst sicher nicht immer das Beste. Kurz zuvor haben wir ein richtiges Spaghetti-Gebiet durchquert. Quadratkilometerweite Felder, die im Sommer mit Hartweizen bepflanzt sind. Weniger Regen und mehr Sonne als in Italien. Ideals Gebiet für Spaghetti-Rohstoffe. Einige Kilos waren in meinem Reisegepäck zu finden. Und nur zwei Flaschen Wein. Vor gut dreissig Jahren war ich im südlichen Teil in den Ferien. Spitzenweine damals, der Aphrodite und Othello. Heute kosten die nur noch EUR 2.69 und eine Strasse zuvor 5.50. Nicht mehr zu empfehlen. Für Wein, wenn sie nicht selbst in den Bergen suchen können, müssen sie heute garantiert nicht mehr nach Zypern kommen und wir haben einiges ausprobiert, sogar Weinboutiquen haben wir gefunden. Das einzige Gebiet, das in den vergangenen Jahrzenhten einen grossen Rückschritt gemacht hat das ich kenne. Italien könnte demnächst auch dazu zählen, die fertigen immer mehr schnell trinkbaren Wein an und aus diesem Grund wird man immer mehr metallhaltige Gläser antreffen, die den Wein „verfeinern“, aber ihm die Typizität nehmen. Gebrannte Wasser sind überall anzutreffen. Meist bekannte Marken mit eher normalen Welt-Preisen. Es gibt auch Trouvaillen, aber da muss man suchen. Übrigens, die Trauben kommen zu einem grossen Teil aus Israel und viele werden zu Rosinen verarbeitet. Es scheint sie noch zu geben, die guten Zypernweine, nur findet man die nicht auf einem Städtebummel und schon gar nicht in den normalen Restaurants, geschweige denn unter den „grossen Markennamen“ von damals. Und seien sie nicht enttäuscht, wenn sie in Südzypern in einer Bar keinen Commanderia (Cum… ausgesprochen) erhalten. Die Zeiten ändern sich, aber dieser Süsswein scheint immer noch bekannt zu sein. Degustation steht noch aus.

Kopfweh und Grippe kommen aber sicher nicht vom Wein, eher von der Lüftung im Flugzeug. Im Meer baden, nasse Schuhe vom Regen, resp. den Wasserständen auf den Strassen und Trottoirs (zumindest in den Löchern) und im südlichen Teil eine Busklimaanlage, wie sie nur Volvo in ihren schlechtesten Jahren fertigen konnte, ist für die Anfälligkeit fördernd. Von den hohen lauten Pfeiftönen her, wäre eine Revision sicher nicht das Dümmste. Im Norden hatten wir einen älteren Neoplan und mit Hassan einen Superfahrer. Am letzten Tag einen Merz, vom Ton her mit einem viel herumgekommenen Motor. Absolut sagenhaft, wie der den Bus auf den vielen kurvenreichen Bergstrassen schalten kann. Der Fahrstil hier ist echt erholsam. Die Nordzyprioten nehmen Rücksicht, keine verflixte Fahrer und sind hochanständig. Diebstahl gibt es hier selten. Ein empfehlenswertes Land für Ferien. Ein Geheimtipp. Ozan wieder ironisch: „Wir haben auf der Insel Linksverkehr und für die Schweizer speziell flache Särge.“ Ja, er weiss aus Erfahrung, dass sich Hühner oft geordneter verhalten, als Reisegruppen, die auf sein Geheiss ein- oder ausbussen. Er kommt mir manchmal vor, wie wenn Müslüm referiert, nicht singt, das ist für einen ehemaligen DJ manchmal zu viel des Guten, es sei denn man nehme ein Süpervitamin ein. Über das Thema, wo er mal moderiert hat, könnten wir am Zieschtig plus vier auch mit Ozan diskutieren. Nur, er darf nicht über die Grenze.

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An den Sandsäcken an zu schliessen, hat man hier auch ab und zu Probleme mit dem Regenwasser. Deviseneinnahmen werden in Nordzypern durch Touristen generiert, aber vor allem durch die vielen Casinos. Hunderte von Spielautomaten sind im Hotel auf engstem Raum zu finden. Die kennen halt die Bitcoins noch nicht als Spielwährung. Per Mail reklamiert bei mir einer: „Die wollen nur Geld waschen.“ Dazu gäbe es wesentlich einfachere Wege. Und wenn er mal superextravagante Schiffe sehen will, so empfehle ich ihm den Hafen von Girne. Auch Diamenten sind nicht vom Untergang gefeiht, aber er kennt die Kehrseiten vom Nidwaldner Bermudadreieck. Schwarzgeldtypen scheuen die Öffentlichkeit. Im Schnitt sind auf dem casinoeigenen Parkplatz sechs schwarze Mercedes anzutreffen, ab und zu ein Bentley, Porsche und dreihundert Meter entfernt an der Hauptstrasse ist das grösste Harley-Davidson Geschäft, das ich je gesehen habe. Nur ganz sicher nicht für alle Zyprioten ein normaler Aufenthaltsort, denn im Angebot ist keine Beldeyama auszumachen. Schwarz, das ist die vorherrschende Farbe für Nobles. Sogar die Köche sind in Schwarz, inkl. Toque.

Beim Girne-Link sehen sie ein weiteres Problem für Touristen. Die Sprache oder Sprachen auf der Insel. Es können zwar viele Englisch, aber wo das zum Beispiel auf der Seite von Kyrenia zu finden wäre, ist nicht so einfach. Angeblich existiert diese, nur finde ich sie nicht. In Nordzypern gibt es nur eine Wochenblatt in Englisch, deshalb lieber mal auf News verzichten. In der Schweiz gibt es ja genügend. Die alte Dame spannt mit der AZ zusammen. „Wir denken weder links noch rechts, sondern liberal“ dürfte hiermit endgültig Geschichte sein. Recht haben die. Die Auswahl am Kiosk wird einigen leichter fallen und ich bin froh, dass meine „älteste Dame“, resp. jugendliche Tochter, den Andern progressiven Wind digitalisiert. Hier der schönste Kommentar, den ich gefunden habe – die Branche dürfte richtig analysiert worden sein. Sein Vater komponierte „we eine tannige Hose het u hagebuchig Strümpf“. Die Zeitungsbranche in der Schweiz hat einige rirariraridiridiridi Rümpf weniger.

Auch kein normaler Aufenthaltsort ist die Geisterstadt Varosha in Famagusta, in Gazimağusa wie sie auf Türkisch heisst. Nord-Süd-Pufferzone. Hochhäuser die man schon von weitem sieht, die am Zerfallen sind. Fotoverbot!

Im gesamten nördlichen Teil gibt es keinen öffentlichen Verkehr und auf der Insel keine Eisenbahn mehr. So gesehen kann die SBB stolz sein, dass ihre neueste Errungenschaft selbst bremst und anfährt. Eine Sensation ist das nicht. Lausanne lässt grüssen – wie heisst der Reiseleiter? Die im südlichen Teil, die Lisa, hat auf der Hinfahrt nach Paphos genau eine Minute und 27 Sekunden nichts zum Erzählen gehabt. Perfektes Deutsch, aber eindeutig zu viel. Das lenkt zumindest vom schuhmacherischen Fahrstil des Busfahrers ab. Keine Handvoll Autos haben ihn überholt. Autobahn quer durchs langweilige Gebiet von Südzypern. Mieten sie sich ein Auto, wenn sie den wunderschönen Süden anschauen wollen. Am richtigen Ort mieten. Türkische Nummernschildern kommen nicht über die Grenze, aber eine Identitätskarte reicht, ein Pass ist nicht nötig, entgegen den Reiseunterlagen. Auch die EDA-Seiten sind alles andere als Hilfreich – hier das schönste Beispiel. Dies zumindest ein Grund, dass man in den nächsten zehn Jahren noch einen weiteren Ausflug macht.

In diesem Departement entstehen auch Broschüren, die im Grunde genommen nicht Spass machen, aber sehr informativ sind.  Nicht viel weiter als die Türkei ist in 100 km das Festland das grössere Sorgen bereitet – Syrien. Eine Welt, im Dezamagazin. 5,5 Millionen Flüchtlinge kommen aus diesem Land und die Türkei hat 2,9 Mio. UNHCR registrierte Flüchtlinge aufgenommen. Insgesamt sind auf Zypern rund 2000 Flüchtlinge. Die Hälfte kamen dieses Jahr, weniger als 1% der Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute. 3000 davon sind ums Leben gekommen. Eine geschichtsträchtige Gegend, seit mehreren Tausend Jahren. Hier einige Zeitzeugen. Jung und Alt wechseln sich auf der Fahrt ab. Ein Eldorado für Altertumsliebhaber und Bauinteressierte.

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Bellapais und wer gut hinschaut sieht sogar noch den Deckel des Fleischfressers.

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St. Hilarion – von oben hat man eine wunderschöne Aussicht aufs Meer, nur der Schiessplatz stört etwas. Fotoverbot für militärische Einrichtungen. Vermutlich dass der Feind nicht erkennt, in was für einem Zustand hier einige Sachen sind.

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Der Othello-Wall in Gazimagusa – oder Famaguste auf Griechisch – verrät nebst dem Altertum gleich zwei militärische Geheimnisse. Rechts wird der Eckturm, oder zumindest was von ihm noch übrig ist, vom Militär belegt und im Hintergrund sieht man noch einen Teil einer Barbarosa-Fregatte. Fotoverbot gilt auch für Panzer auf Tiefladern, die die Kaserne verlassen. Beim Betrachten des Bildes darf ruhig laut geschmunzelt werden – Selfie mit Panzer. Nicht die gleichen, die uns zum Warten zwangen – 5 Laufrollen, vier hoch liegende Stützrollen die seitwärts nicht geschützt sind und eine viereckige Rohrabdeckung. Produziert in Deutschland, der Türkei, Südkorea oder Isreal das aktuell ist, ich finde den Typ nicht heraus. Und in meinen damaligen Panzererkennungs-Unterlagen ist dieser Typ allenfalls doch noch nicht enthalten.

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Hochschule oder Moschee auf einem Hochschulgebiet? Auf der ganzen Insel hat es 22 Universitäten, das auf einer Fläche von 2/9 der Schweiz. Über 100’000 Studenten, alleine in Nordzypern über 75‚. Zum grössten Teil Ausländer – echter Fernunterricht.

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Ich hab’s gewusst, finde eine Moschee mit drei Türmen – wie man sieht, im genau richtigen Moment aus dem Bus aufgenommen. Ein, zwei, vier Türme, aber drei, gibt’s da wirklich welche?

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Zumindest auf festen Fels gebaut.

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Paphos – als ich das erste Mal hier war, gab es in Zypern noch keine eröffneten Autobahnen und die Ausgrabungen hier waren wesentlich kleiner. Der Rest noch unter Sand. Erstaunlich dass man hier über Mosaike laufen kann, die garantiert auch die Autobahnen überleben werden. Die älteste Autobahn gab es in Italien und je nach Betrachtungsweise in Deutschland. Das Motiv im Mosaik wirft Gedanken zu diesen beiden Ländern auf – hier zwar spiegelbildlich, aber hundertfach andersrum ist die Swastika auf diesem erholsamen Flecken anzutreffen. Pathos ist mit Aarhus (Dänemark) zusammen die Europäische Kulturhauptstadt für 2017 … Bern ist nirgends zu finden, aber gehört ja auch nicht zu Europa.

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20 Minuten Später. Kultur, Kult-Uhr, ja da versteht jeder etwas anderes.

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Drei Verkaufsläden schauen wir uns in Nordzypern an. Fangen wir mit einem echten türkischen Basar an. Sorry, aber hier gibt es keine echten schönen Sachen. Zwar herrlich zurechtgemacht. Und die Hinweise auf den Bildern mögen ja für die Vergangenheit stimmen, nur was in Zukunft alles geschieht, wissen auch Diamantenhändler nicht. Und beim 1000 mal rareren Tansanite, wie er hier vollmundig angepriesen wird, muss man einfach wissen, dass der graubraune Zoisit, der in Minen gefunden wird, bei rund 550 Grad in den herrlich blauen Tansanit umgewandelt werden kann. Die Chance mit irgendeiner Anlage besser abzuschneiden, als mit Fonds besteht allerdings. KGeld schreibt: „Indexfonds mit höchsten Renditen“. Also, die andern schliessen schlechter ab. Und was-eli-was ist ein Index? Der Durchschnitt. Vor allem Banken und Finanzinstitute bieten solches an und man sollte doch meinen, dass die mit den nicht mehr zu durchblickenden Ausbildungslehrgängen über die Spezialisten verfügen müssten. So gesehen begreife ich jeden, der lieber mal selbst zocken will.

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Es gäbe auch eine schöne Rado und und und für 40 Euro in diesem Inselteil zu kaufen. Zum Glück reizt es mich nicht, denn ich lebe seit Jahrzehnten ohne Armbanduhr. Hier gleich ein Rat, feilschen sie bei einmaligen Stücken auf die Hälfte, besser einen Viertel herunter, dann erhalten sie was Günstiges, dass sie bei uns nicht finden. Beim Schmuck würde ich mich nicht einlassen. Die Tipps von zwei Goldschmiedkollegen, einer Gemologe, reichen meist für den ersten Eindruck. Beim genauen Betrachten einer Perlenkette, findet man angeblich keine Lupe. Das lässt aufhorchen, denn Perlen schaut man am einfachsten beim Loch an.

„Ausbussen, einbussen, ausbussen und einteppichen,“  so Ozan, nach dem sogar ein Teppichmuster benannt ist. Na ja, vielleicht ist es beim nächsten Besuch ein Mehmet-Teppich. Auf alle Fälle sehen wir einen Teppich mit 16 Millionen Knoten pro Quadratmeter. Angeblich der feinste Teppich der Welt. Bei diesen Handelsmethoden ist man manchmal skeptisch, aber ich kann von Auge die einzelnen Knöpfe nicht mehr zählen. 1000 Knöpfe mehr, als bisher bekannt war. Kostenpunkt – rund 100 000 Schweizer Franken – die Grösse schätze ich auf ca. A5 ein. Sollte eigentlich überall einen Platz finden. So das imposanteste Teppichgeschäft, das ich je gesehen habe.

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Frau sieht einen Teppich, den sie 2001 und letztes Jahr schon einmal bewundert hatte. „Wo?“ In Bodrum, im Hapimag. Kaum zu glauben, zwei Minuten später ist der damalige Verkäufer vor Ort und stellt fest, dass sie die Haare anders gefärbt und einen anderen Schnitt hat. Ich habe ihnen doch damals eine grüne Jacke verkauft und das erste Mal sind sie mit einer älteren Dame gereist, meint Carlos. Ich glaube die Türken, selten mal Zyprioten, haben einfach ein Verkaufs-Gen mehr.

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Na ja der Shop beim Juwelier hatte doch einen Vorteil. Mein Teppich dient einer Maus und hat nur 3 EUR gekostet – gewoben und geklebt, nicht geknüpft. Wird wohl nie ein Anlageerfolg. Der andere kleine Teppich, wird es garantiert. Für Einmaliges bezahlt man Spitzenpreise. Carpet-Center hat noch andere Teppiche, die in Frage kommen könnten. Aber spekulieren, das müssen sie selbst. Die URL die sie angegeben haben ist unsicher und passwortgeschützt. Wenn, dann versuchen sie via Pasha Port Carpets auf Facebook – einige wenige Bilder und sonst nur FB-Tratsch, den man auch ohne Türkisch-Kenntnisse erraten kann. So viel ist ersichtlich, es ist kein alt eingesessenes Geschäft im Zollfreibereich von Nordzypern. Der Staat soll sogar die Steuern im Einfuhrland bezahlen. Das ist echte Devisenstützung. Von einem Mindestkurs spricht hier keiner. Ich habe schon Teppiche auf der halben Welt gesehen und grössere als meine Mausmatte aus China importiert. Die Ausstellung ist echt sehenswert … auch wenn sie nichts kaufen. Ich schätze mal, dass die 200 verschiedene Teppiche vor uns ausgelegt haben. Zum Teil riesengrosse und sollten alle wissen, warum Teppichliquidationen in der Schweiz immer noch eine Menge Geld einbringen.

Noch etwas zum Getränk, das ist kein Néscafé frappé, sondern ein frisch gepresster Granatapfelsaft. Zwei Probleme gibt es bei dieser Frucht. Das Rüsten und der Reifegrad. Alle Winterfrüchte werden in Europa eigentlich viel zu früh geerntet und gegessen, um die Handelsverluste zu minimieren. Wer jemals eine reife Passionsfrucht, Kaki, Kiwi oder Banane gegessen hat, sagt dem Zeugs hier „unreif“. Die Kernen fallen bei der Passionsfrucht auch nicht von alleine heraus. Wer nicht verdursten will, hält sich am besten an das  allgegenwärtige Efes. Mineralwasser ist allenfalls geeignet um die Zähne nicht mit dem stark chlorierten Wasser spülen zu müssen. Türkischer Kaffee, der braucht seine Anhänger, wie verbrannter Express nach italienischer Art. Über Kaffee-Geschmack lässt sich streiten, über Kaffee-Qualität nicht.

Über das Essen auf der Insel mag ich nicht schreiben. Da bekomme ich gleich Hunger. Herrlich und eine Riesenauswahl. Müsste man filmen. Unser Filmer in der Gruppe hat dies vielleicht erfasst. Er kennt auch die Nachteile der Vorstufe Poulets. Ich kenne das. Zwei meiner Nachbarn in der Schweiz haben glücklicherweise nur einen Hahn und wenn diese selten einmal krähen, bin ich noch im Tiefschlaf. Hier die Geschichte mit den  Kuhglocken und diejenige mit den Kirchenglocken beruht auch auf einem Peter und seiner ersten Frau Esther. Es Tschudere übere Rücke – für beide haben sie schon zum letzten Mal geschlagen. Viel zu früh. Zurück zum Essen. Für Vegetarier ein absolutes Highlight. Diejenigen, die es nicht lassen können, schauen sich zuhause dann doch nach einem Schweinsschnitzel oder einem unpürierten Stück Rindfleisch um. Hühner sieht man in Zypern ausser auf dem Teller selten und auf den Gotteshäusern hat es keine Güggel. Eher ein abnehmender Mond und Stern. Damit wäre auch erwähnt, wie die Fahnen hier aussehen. Und Rundreise heisst es, weil … ist ja wohl klar. Einige Sprüche sind vom Reiseleiter, aber der wird lachen.

SMS Selfie

Ein ganz seltenes Selfie von SMS – Stephan Marti Schweiz, Schmiedrued oder Saint-Ambroix. Vor 25 Jahren war „Merry Christmas“ eine technische Revolution. Tantiemen habe ich bisher keine erhalten. Die Lederjacke ist ein Meisterwerk an Verarbeitung, erinnert mich irgendwie an einen schneidigen Bugatti. Sollten sie bei diesem Wink nicht nachkommen, dann nehmen sie halt ein Fahrrad. Wer eine kleine edle Boutique hat, kann sich bei mir melden. Ich habe mit der Chefin diskutiert, was unterhalb von Rom gar nicht so einfach ist. Dreimal unterschiedliche Leute fragen und wenn sie zweimal auf die gleiche Person stossen, dann könnte was dran sein. Aber hier müssten wir mit der Fabrik auf dem Festland sprechen und dafür wäre mein Freund und Privatdolmetscher dann die richtige Person. Hier ein Bild von ihm. Der Alevit hat es auch weiter gebracht als ich. Wurde als Grossrat gewählt und wiedergewählt. Kleider machen Leute gilt (leider) auch heute noch. Auf der Verkäuferseite macht es dann doppelt so viel Spass. Nur mal ein kleiner Eindruck im New Cyprus Magazin, wie diese top Leder-Boutique aussieht. Dass die Internetseite noch nicht geht, ist in diesen Breitengraden meist Absicht, das gehört zum erlaubten handeln.

Vieles in Nordzypern wird in der Türkei gemacht, denn wenn alles hier gemacht wäre, wo Handarbeit vermerkt ist, müsste dieses Land einige Millionen Einwohner haben. Eine Handelsnation – der Schweiz nicht unähnlich.

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Die wilden Esel auf Karpas(z) sind nicht echt wild. Die Leute sind wild, denen für einen Euro einen Granatapfel zu kaufen, oder eine Orange, oder Mandarinen. Zitronen scheinen sie nicht zu mögen, die werden nicht feilgeboten. Rüebli haben sie auch und ich vermute, dass dies das geeignetste wäre. Für den Esel werden vermutlich auch tausende dort gehalten, die warmes Wasser als Quellwasser geniessen. Warm, extrem wenig Boviseinheiten und auf dem Platz steht ein grosses Reservoir. Aber ich will den Anhängern von Andreas nicht zu nahe treten. Versuchen sie das Wasser selbst. Das ist komplizierter, als Wein zu degustieren.

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Ein anderes Wasser hat es mir angetan. Rund 20 Grad, also absolut kein Grund um stundenlang zu schwimmen. Von oben sieht mann auch, wie weit ich durch den Sand laufe, um etwas Lebendigeres als normales Mittelmeerflachwasser zu erleben. Zudem ist der Untergrund hier viel idealer – Farbton des Meeres und Breite des Salzschaumes anschauen. Meer ist schön, aber entspricht nicht ganz den Ostküsten von Atlantik und Pazifik. Da erlebt man mehr Meer. Nur, die Kultur, das Essen, die Landschaft sind dann halt meist nicht auf so einer kleinen Landfläche vereinigt. Ozan ist schuld, wenn ich wieder komme. Seine Ironie, sein Witz, das muss man erlebt haben. Irgendwo nach Tagen, Zietschig plus x, sagt er, dass ist die erste vernünftige Antwort, die von mir kommt. Zwei Sarkasten, da muss man sich doch einfach irgendwie gut mögen. Dann fragt er in Salamis, wozu die Kerbe und das Loch in der Säule seien?

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Als Aschenbecher. Auch ihn kann man mal zum Konzept herausbringen. Vermutlich gab es damals sogar Arichtikten, die mehr gedacht haben, als in Zürich-Kloten …

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… Ausblick vom Flughafenrestaurant. Entschuldigen sie, dass viele Fotos durch Fenster aufgenommen wurden, aber individuelle Halte sind bei diesen Preisen von net-tours nicht möglich – merci, war super. Nun halt wieder Schweiz. Beim Abflug Schneesturm und bei der Rückkehr schon weit südlich im Balkan alles verschneit, sofern die Wolken einen Durchblick ermöglichen. Jetzt könnte ich die Grippe bei Oskar im türkischen Bad abklingen lassen und Erinnerungen aufsteigen lassen. Und zum Schluss noch einen Blick nach draussen. Es fängt wieder an zu schneien. Zeit für Ferien oder zum Auswandern. Mal im Frühling hin, ins Land der wilden Tulpen und einem historischen Börsencrash nachgehen oder die Vogelwelt beobachten (Dezemberausgabe).

Kleiner Nachtrag: Von insgesamt 8 Mitreisenden habe ich in den letzten Tagen Informationen vernommen. Alle haben eine starke Grippe. Die Vogelgrippe? Der Kommentar dort ist vom Journalisten Peter dem andern und dem maz, dem Güggeljourni bin ich auch schon mal über den Weg gestolpert … ja, der Riese Botti … und tatsächlich, hab den Stein schon zweimal beachtet als ich im Stau stand. Der Arme würde in Zypern entgültig durchdrehen vor den vielen geschichtsträchtigen Steinen.

Von Schnecken, Rehen, Pferden, einem Geier und einem Hammel

Einige Eindrücke vom Slow Food Market in Zürich. Langsames Nahrungsmittel und als Markenzeichen dr Hüslischnägg. Seit über 30 Jahren in Italien ein fester Begriff und nun versucht man der Kritik entgegenzuwirken, auf Deutsch etwas weniger kritisch.

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Das Markenzeichen ist in meinem Garten ein Begriff. Meist waren an der Ausstellung auch die Zuschauer so gedrängt. Ein voller Erfolg und supergute Sachen genascht und degustiert. Aber fangen wir doch am Morgen an. Ein Messeticket an einem Automaten zu lösen ist mit langsamem Lesen möglich und wer mit dem SBB-Automaten nicht zurechtkommt, findet auf dem anderen Geleis einen ZVB-Automaten. Der grösste Unterschied wird die verschiedene Software sein. Langsam, aber die Schweizerischen Verkehrsbetriebe haben dieses Jahr versprochen, das Problem zu lösen. Vermutlich langsam.

Am Abend geht vor diesem Automaten die Türe nicht auf. Es ist ein Blatt an der Türe mit so viel Text, dass ich vermutlich jetzt noch am Lesen wäre. Der Lokführer: „An jeder Station das mit dem Lautsprecher durchgeben, ist nicht meine Aufgabe. Ich bin angestellt, zum Fahren.“ Ja, die Kunden können einem den ganzen Tag verderben. Den viel grösseren Fisch zieht die SBB-Präsidentin Ribar (Fischer auf serbokroatisch). Den Lift nach unten nehmen, wäre eine Konsequenz.

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Max Frisch Platz, nur der Lift hat nicht viel Platz. Er steht ja auch an einem nicht viel befahrenen Ort – in Oerlikon. Er ist ähnlich gut eingestellt, wie der einfahrende Zug, der die Türen schon lange offen hat und noch einige Meter weiter rollt. Eine ältere Dame will den Lift mit einem grossen Koffer verlassen. Die Rollen schaffen den Übergang nicht. Hilfe ist angesagt. Falls sie im Zürcher Durchmesser-Untergrund aussteigt, hoffe ich, dass sie weiss, wo sie durch rollen muss. Die Anzeigen dort sind gelinde gesagt für nicht tagtägliche Pendler eine Zumutung.  Wer ist schuld? Der Architekt wollte es so aus Design-Gründen. Das ist kein Witz, wer eine Besichtigung mitmacht, erfährt dies vom SBB-Personal. Und Migros und Coop sind schwarz – er will es so. Wieso nicht auch das SBB-Logo in Trauerschwarz. Slow thinking wäre angesagt.

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Zürich die 326 Mio. Stadt. So viele werden vom ÖV transportiert – einige wenige im munzigen Lift. Seite 2 im schon etwas älteren Blick – Stephan Hawking gibt der Erde nur noch 600 Jahre. Ich denke, in Zürich, so wie es da aussieht, findet der Weltuntergang früher stadt – sorry, statt. Ärgern? Sicher nicht, das werde ich vermutlich nicht erleben. Vor fünf Jahren war mit dem Weltuntergang auch nichts. Aber hier hat es einige schöne Sachen, die zu Slow passen … sogar Glencore ist schon einmal erwähnt worden. Zumindest BR Sommaruga wird mit ihrer Forderung in die Geschichte eingehen. Schöner Sonntag, ein echter Aufsteller. Ethik wird leider heute in der Schweiz oft mit Füssen getreten.

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Schöner Sonntag? Von Wärme keine Spur. Das erste Mal Schnee in Mittelland. Einmal wird Langenthal erwähnt, kurz darauf Langnau. Was soll’s, ein Verbindungskollege hat mich auch schon am andern Ort gesucht. Heute 3/4 Stunden Umweg. Handy und GPS gab es damals noch nicht. Slow. Was können wir dagegen machen, gegen die Wärme: Kein Wasser verschwenden, Etiketten lesen und sich Zeit für den Einkauf nehmen. Daneben hat Slow Food hat auch noch wirksamere Vorschläge. Weniger Fleisch und saisonal essen … aber sie können auch mehr tun. Ich hoffe es.

Dann kommt die Haltbarmacherei. Sirupe. Erinnert mich an Konzentrierbar. Und jetzt die erste, die alles slow nimmt …

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… Slow Food, Papierschnitzel an Rahmsauce? Echt vegan. Aber dazwischen muss ich doch einen Zürcher Wasserbüffel probieren. Zumindest der echt geschmackvollste Büffel, den ich aus Zürich je genossen habe. Und dann gleich noch drei Degustationen … sorry, aber die Ausstellung war zu slow, als dass ich am Schluss noch mals zurück kam. Arnold. Bei seinem Vater habe ich rund zehn Tage lang mit Cremschnitten „überlebt“. Das Walliser Nussbrot ist immer noch eine Wucht. Und Humbels Rüebli Schnaps – Gemüseschnaps, da hab ich nur Spargel und Steinpilze auf Lager.

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Fish Wasser – 100% aus Linthmais – erster klarer Whisky lässt grüssen. Echt mehrere Sünden wert.

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Gefunden bei Käsers Schloss. Es könnte sein, dass sie bei mir zuhause Hahnenburger oder Château-Neuf-du-Robinet aus einer seiner ehemaligen Whisky-Flaschen serviert bekommen. Recycling pur. Der Schnaps- und Etikettenkünstler erklärt uns auch was dieses Getränk auf Japanisch und Küsschen auf Chinesisch heisst. Letzteres finde ich nicht, aber …! Elfingen oder Effingen. Spielt nicht eine so grosse Rolle, Nachbardörfer. Sie finden das Schloss garantiert oder am Samstag auf dem Markt in Aarau. Kennengelernt habe ich ihn an der Cigarrenmesse. Nicht mal erwähnt. Der Hybride Kunde genoss dort einen Whisky und hier slow, der zweite Teil ist heute nicht anzutreffen. Oder doch? Ab Donnerstag mit dem Porsche 4WD zu Lidl? Preiselastisch. Heute ist das Gummiband an vielen Ständen eher etwas überzogen.

Welches sind die meist gelisteten Weine in Zürcher Restaurants? Da muss jetzt wirklich keiner studieren – Italienier. Je teurer, desto besser. Einen aus einem aufsteigenden Gebiet probiere ich – Maremma. Der bekannte ist eindeutig besser, aber viel zu teuer. Sorry, Holz ist vielseitig, aber der Trend ist eindeutig weg vom Wein. Nur, bis man das in der Schweizer Finanzkapitale merkt, geht noch eine Weile. Nicht alle. Beste Kenner der Lage finde ich immer in meinem Nachbarkanton. Aber die sind recht dünn gesäht. Meist zählt nur Geld, genau genommen ein hoher Preis und die Etikette. Amüsieren sie sich – ich wäre vermutlich ein leckerer Hipster.

Italien, das zieht. Einer verkauft Pecorino. Sorry, aber der würde besser die autochthone Pecorino verkaufen. Er bietet vermutlich Pecorino Sardo mit der wachsartigen weissen Rinde in Kürbisform. Mindestens zwanzig Leute stehen an. Muss ja wirklich toll sein. Pfui Spinne, Salzlake pur. Da schwelge ich noch heute vom Pecorino, der mir ein italienischer Käsehändler geschenkt hat. Mitversucht haben den aber zwei grosse Käsehändler, der eine spezialisiert auf Parma, der andere auf Mozarello und eben Pecorino. Der vierte im Bunde war begeistert – Käseverkäufer auf der Chefetage. Diese verkaufen heute höhlengereifter Geisskäse aus den Niederlanden. Der ist sogar gut.

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Schafmilchkäserei.ch – der schmeckt wesentlich besser, als der italienische. Pecoretta das Schafkäslein in etwa. Die dunkleren sind noch besser. Schöne Diskussion, kein anderer will in diesen Minuten was von den verschiedenen Käsen probieren. Geniesst Schweizer Ware. Aus Wald kommen sie. Zürich, nicht Appenzell oder Walde, wie die Gemeinde wo ich wohne nach dem Bindestrich heisst. Schreibt es ruhig auf eure Visitenkarte.

Schweiz – AOP und IGP. Dreiunddreissig (33 nur) Produkte, hoch lebe die Schweiz und fünf dürfen das Signet nicht tragen, weil sie keinen Mitgliederbeitrag bezahlen. AOP, kein einziges Fleisch darunter. IOP, nur Fleisch und Kirschtorte. Hier müssen sie schauen, ob das Schweizerkreuz auf dem Signet ist – sonst sind Auslandrohstoffe in der Schweiz verarbeitet. Irgendwo steht protégées. Irgendwie kommen mir die Etikettentrinker in den Sinn. Es gibt heute viel zu viele Label. Gute. Ja. Aber die Übersicht fehlt und jedesmal hat es das Kleingeschriebene dabei. Aops, igips, da wollen sich einige übertreffen. Möglichst noch mit nichtssagenden Punkten oder allenfalls eine Tendenz abschätzend. Weinpunkte vergeben ist Geschmackssache und daran glauben Glückssache … manchmal müsste man auch PR-Sache sagen. Wenn der bekannteste mit 90 Punkten stahlt, dann sind das effektiv 80 oder 16 Punkte – er parkiert von Null bis 49 und fängt erst mit 50 an. Degressiv wäre eine arithmetische Steigerungsmöglichkeit.

Ich will Produkte, die ich wieder kaufen werde, weil sie schmecken … allenfalls noch bezahlbar sind. Zumindest der Sprinz schmeckt wesentlich besser, als der Grano Padano den ich erhalte, als ich nach einem Parmiggano-Reggiano frage. Dreijährigen Emmentaler habe ich schon genossen, sechs Jahre alten Parmesan möchte ich einmal essen. Slow, versteht sich.

In der Landliebe sind Dörrfrüchte abgebildet. Schrumpelig, braun, manchmal glasig. Solche sucht man in Zürich vergebens. Zitronensaft gebleicht, hauchdünn geschnitten, geometrisch geordnete Formen. Entschuldigen sie, aber vieles macht nicht echt zum Essen an. Marroni-Honig will ich trotzdem probieren. Sieht sehr hell aus. Zuckerguss pur – arme Bienen und echt schweinisch teuer. Echt guter und bezahlbarer miel de chataigne ist auch in Südfrankreich nicht mehr ganz einfach zu finden. So. langsam muss ich mit dem slow food aufhören. Irgendwie erinnere ich mich noch an das Murukku – über die Hälfte Rapsöl.

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Traktor – da kommt eine Idee. Sponsoren sind gesucht. Biotta oder Botta – die Dame dort hat sichtlich Freude. So, nun zu echt Flüssigem, Slow Wine, 23 000 Weine. Einige wenige haben wir nicht degustiert! Aber zuerst doch noch eine Nase voll Vinum. Viele Magazine liegen zum Mitnehmen auf. Echt eine Nase voll Vinum nehmen. Das druckfrische Magazin stinkt richtig zum Himmel. Erinnert mich an den ehemaligen Chefradaktor Gernet: „Genau, Schwefel.“ Es ist immer noch kein „richtiges“ PR-Blatt. Es werden auch Weine erwähnt, die nie eine Reklame schalten. Das ist echt toll. Reklame brauchen sie auch. Was ist das für ein komisches Ragusa? Ein Piemonte von Lindt. In etwa nachgeahmt, wie der goldalufoliene Schoggihase. Einiges fällt mir im Zug auf. Johann-Baptista … ich sage Gian-Battista. Tannin, Ricola-Bonbon, Garrique-Kräuter … gemeint sind australische Extraklasse oder alpine Frische aus dem Eichenfass – die höchste Erhebung im Sausal ist 671 Meter über Meer. Keine Ahnung, wie der Wein schmeckt, aber Schmunzeln ist erlaubt.

Ab nach Südfrankreich, wo es echte Garrique gibt. Kräuter und Weine, die nach Kräutern riechen. Herrlich. Der Ch9dP, vollmundig, trifft für viele den Geschmack. Nicht mein Ding. Die Fässer sind vermutlich sogar aus Süssholz gefertigt. Der ist nicht von mir, verteidigt sich Jean-Pierre. Chateaulacroixdespins.fr – sollten sie einen Seitenladefehler erhalten, der Name ist nicht ganz einfach. Der Wein mehrfach. In Mazan oder im Caveau de Gigondas erhältlich. Beides finde ich ohne GPS und Karte. Einfacher geht es via Divo. Nur die Dentelles de Montmirail werden fehlen.

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Unter Geiern kommt mir in den Sinn. Aber das trifft nicht zu. Bei Dominik Benz können sie sich auch beteiligen – Zins gibt es in flüssiger Form und der ist nicht zu verachten. Mit Mikrokrediten sind sie dabei. Als Anlageempfehlung, die ich eigentlich nie abgebe, ist aber sicher der Wein zu rechnen.

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Ein Bild aus einem Weinberg in Rheinhessen. Hirsche? Nein, Rehe auf dem Weingut zum Hirschof. Ich schätze, so auf dem groben West-Deutschland-Kartenausschnitt, dass das in der Nähe von Worms liegen könnte. Luftlinie fünf Kilometer. 100 Punkte. Im Kühlschrank meiner Begleitung wartete ein Secco auf uns. Der zweite. Der erste hatte ich beim Rebschneckle. Und dieser hat auch einen Albet i Noya auf seiner Bestellliste. Bitte beachten sie die URL einmal genau. Himself war bei Delinat an einem Stand. Über Katalonien und die Chancen haben wir uns köstlich unterhalten. Auf Englisch, Katalan verstehe ich nicht. Allenfalls Bruchstücke. Der Reserva Marti wurde zum 3. Geburtstag zu Ehren seines Sohnes Marti (Martin) kreiert. Er ist heute 24 und den Wein habe ich das erste Mal im Winter 1998 gekauft.

Der Hammel und die Pferde begegnen uns am gleichen Stand. Zuerst sprechen wir über den Domaines de la Bolliattaz. Villette Grand Cru. Diesen Wein habe ich als Festwirt vor langer Zeit einmal den Sponsoren des Concours von Herzogenbuchsee ausgeschenkt. Dann kommt Hansruedi, der Vorgänger von Martin (nicht der Katalane) und meint: „Du schenkst den falschen Wein ein.“ Der Luins les Cavallier wäre der richtige. Er hat den Wein gesponsort. Der Grand Crus hat auch ein Pferd auf der Etikette und wird seither immer noch am Concours für Sponsoren und Ehrengäste kredenzt. Noch Fragen? Dann wird es spannend. Ronaldo diskutiert mit. Pferde, da hatte ich eine harte Ausbildung. Kein geringerer als Freddy Knie junior und kurz darauf sind wir bei den Gemälden von Bruder Rolf. Rinaldo gibt mir Recht (Punkt 10), das freut mich. Wein und Sport verbinden. Manchmal auch Politik. Zum Glück wurde keiner von uns Grossrat … bekannte Namen hätten wir ja.

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Meine Begleitung konzentriert sich aufs Handy und ruft begeistert: „Der Federer hat gewonnen.“ Was meinst du? Na ja, gewonnen hat der andere Federer. Beide heimatberechtigt in Berneck – der eine reformiert, der andere katholisch. Auch über Rotscher oder Rosche, wie er eigentlich heisst, liesse sich viel schreiben.

Das wars. Nein, einen Stand darf ich nicht vergessen. Mit der Dame beim Festiguet alte Erinnerungen ausgetauscht. Müsste doch mal bei Ligerz auch erwähnt werden. Zu finden bei der „eigenen“ Haltestelle der Tessenberg-Bahn. An den Pinot Gris denken. Und in einigen Stunden schaut einer wieder mal vorbei, mit dem man auch über die Erlebnisse am Bielersee sprechen kann. Gespannt, mit was für einem Fahrzeug er diesmal kommt. Einmal war es mit einem Passat Diesel Turbo, der in Deutschland und der Schweiz noch nicht erhältlich war. Einziger Fehler. Im vierten Gang konnte er zu wenig schnell von Null auf 250 beschleunigen. Slow wird für einige ein Fremdwort bleiben. Bei ihm sicher nicht im Bereich essen und trinken.

 

Bedeckte Cuvées und 44 Jahre bleifreier Genuss

Sammler und Geniesser haben manchmal ein anstrengendes Leben. Einiges aus den letzten Tagen. Es muss nicht immer alles teuer sein. Aber eines muss billig sein – das Weinglas: nur Glas und ja kein Blei oder andere Metalle. Und so nebenbei – was ist ein Cuvéé? Das wohl verwirrlichste Wort im ganzen Weinbau.

Beinharte Typen in Beinwill auf dem Whiskyschiff. Einige stapfen im Kilt umher. Die Temperatur rät zumindest auf dem Oberdeck zu etwas mehr, denn kniehohe Wollsocken. Aber herrliche Gespräche, auf Englisch – sorry, Schottisch, die sind ja fast aus einem anderen Land, möchten „Europäer“ bleiben. Ich möchte mal einen klaren Whisky trinken. „Ungeniessbar!“ Wir werden sehen.

Swiss Mountain Single Malt Whisky Master Distiller – Peter Hadorn aus der Genussoase in der Stadt Bern, „den musst du probieren!“ Wunderschöner Whisky von meinem Pfeifentabak-Hersteller kredenzt. Nur, ich kaufe fast mehr antike Pfeifen, als dass ich welche rauche. Kalebasse für zwanzig Stutz und eine alte Mehrschaum für den gleichen Preis. Reinigen ist nicht ganz einfach … aber dafür ein echter Rauchgenuss. Gibt es auch auf dem Schiff. Peter mag Spass vertragen. Whisky, das ist doch das Gesöff, das mit dem Vollernter eingefahren wird, GPS-gesteuert wenn es sein muss, dann meist nur einmal gebrannt – Single Malt, tönt besser. Anschliessend kommt Geschmack hinzu – Torf, das ist wie schottische Gartenerde und Eichengeschmack.

Das Oberdeck zum Rauchen ist noch weit entfernt, aber bei Langatun stehen so viele, dass wir erst nachher hier vorbeikommen. Wir greifen vor. Einen 2005er, der erste Langenthaler Whisky ist noch fünf, vielleicht sechs Meter Luftlinie von meiner Tastatur entfernt. In einer der beiden Schatztruhen. Über den habe ich sicher schon mal geschrieben. Hans, der Chef ist nicht da. Politik interessiert ihn auch nicht mehr, denn mein ehemaliger Vornamensvetter hat ihn wieder abgelöst. Das waren noch Zeiten, als wir drei als Grossratsgreenhörner zusammen auf der Liste waren. Ich habe damals zu meinem Glück „kläglich“ versagt. Bin jetzt ja auch am Hallwilersee in meinem neuen Wohnkanton. Aber viel interessanter ist, was ich in einem Gurkenglas finde! Einen klaren Whisky! Der schmeckt nach Natur, nach einem Nahrungsmittel und nicht nach „modriger Walderde und verbranntem Holz“. Hab ich das letzte Mal vor knapp vierzig Jahren in Teenie-See – oder wie man das schreibt – genossen. Scheint nicht der heutige Whisky-Trend zu sein. Ich finde diese Spezialität nicht im Sortiment, das heute aus Aarwangen kommt.

Sprung zurück aufs Oberdeck. Villiger ist hier und Maria Sanchez. Sie freut sich über einen Link. Absoluter Höhepunkt des Whiskyschiffs. Hier ist die Luft auch trotz wenigen Cigarrenrauchern total angenehm. Im Saal des Restaurants, wo auch Whiskies ausgeschenkt werden, stinkt es wesentlich schlimmer, als in jedem Fumoir. Nur, mit Gasmaske degustieren ist nicht ganz einfach. Dann ein Tiefschlag. „Möchten Sie eine Cigarre rauchen?“ Sicher, am liebsten diejenige, die Sie eben in das Separatfach gelegt haben. „Dann müssen Sie drei Cigarren kaufen und kriegen diese geschenkt.“ Etwas peinlich. Ich möchte drei dicke Damen, drei Fat Ladies – drei Mal El Capitano.

So zwischendurch. Merken sie, dass ich doch recht gerne schreibe, aber mit der heutigen Googelei nicht mehr viel am Hals habe. Sorry, von der Fat Lady, die aus dem Sortiment gekippt wurde, habe ich kein Bild. Zugegeben, ich habe nicht extrem viele solche dicke Damen vernascht, aber aus dem Sortiment rausschmeissen … lieber Heinrich Villiger … das geht doch nicht, wirklich nicht! Das sind Marketingüberlegungen. Auch ihr „Marketingmensch“ hat dies bedauert und über viele ähnliche Erlebnisse erzählt. Übrigens, wenn’s klappt, ist die „Reklamation“ auch via Tochter Corinne und Enkelinnen auf dem richtigen Weg, dass es diese Wundercigarre wieder im Villiger-Sortiment gibt.

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Danke. Ich hab diese „Cigarillo“ erhalten. Frisch gedreht, etwas über 4 (vier) Stunden am nächsten Tag geraucht – ohne Unterbruch. Nur, ich bin ein Anfänger und habe am Schluss noch zwei neue Zündhölzer gebraucht. Wow. Wow. Wow. Das High-Light des späten Nachmittags. Es gab noch einen herrlichen Williams von änet em See und einen Gurken Gin. Vermutlich im Trend für makabre Gesöffe. Vielleicht findet er den Urs, der gemüsefreien Gin brennt – den Blackmoon Gin und habe ihm vorgeschlagen, sich mal zu treffen. Vielleicht könnte ich denen noch einige Tipps geben. Eine gute URL hätte ich denen auch – aber das Gurken-Zeugs ist echt Geschmacksache. Der nächste echte Blackmoon ist im August 2019 – zweimal Neumond im gleichen Kalendermonat.

Country-Wechsel. Ich düse gegen den östlichen Süd-Schwarzwald und im Waldhaus scheint echt was zu laufen. Diese Brauerei haben wir vor kurzem ausgelassen, denn es wäre etwas viel des Degustativen geworden. Viele Leute – Blinker raus, Steuer rumreissen, da gibt es garantiert was zu sehen.

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Knappe Stunde und eine Brauereibesichtigung, Degustation und eine Bierflasche mit in die Ferien – zwei Hefen, fünf verschiedene Gersten (Malz)und sieben Hopfen (oder umgekehrt).

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Medaillen gekröntes Weltmeisterbier dürfte auch nicht jedermanns Geschmack sein – hopfig/bitter und blumig. Die Geschmäcker sind verschieden. Hier ein ausführliches Aromaprofil um den eigenen Geschmack – oder eben ein zu degustierendes Bier – herauszufinden. Die Brauerei und der Braumeister haben echt Spass gemacht, aber das Geschenk, die Bier-Mischung, das ist heutiger Emporkömmlingsgeschmack. Pfui Spucke. Hexenzauber ist sein Name. Sorry, Hopfenzauber. Das Bier im Keller hat echt toll geschmeckt. Wieso muss heute alles auf den Spinnegeschmack abgestellt werden. Wegen des Verdienstes! Für speiüble Sachen sind die Menschen heute bereit, jeden Betrag zu bezahlen. Marketing … vor allem die davon betreffenden 5% Werbung sind heute wichtig. Verkauft der Menschheit allen Sch… . Wichtig ist, dass wir Geld verdienen. Sorry, Wein und Bier ist heute für jeden Emporkömmling erstehbar und alle rennen nach dem, was der andere sagt, es sei gut. Cuvées, sind werbemässig betrachtet nichts anderes als Mischgetränke, die auf den „Standardgeschmack“ getrimmt wurden. Meist charakterlos. Oder dann so extrem, dass … na ja, Red Bull soll ja auch ein Hochgenuss sein, wird zumindest von vielen getrunken.

Ich liebe Weine und auch Biere, die typisch sind. Sortenrein. Eine der „schwierigsten“ ist der Pinot Noir. Da habe ich eine Flasche auf dem Flohmarkt gekauft. Ohne Jahrgangsangabe. Aufgrund der Etikette habe ich zwischen 40 und 50 Jahre getippt. Fünf Franken hat der nachfolgende „Spass“ gekostet. Mit meinem langjährigen Kollegen ausgetestet. Er kennt Wein aus eigener familiärer Anbautradition. Der Korken war nicht echt rauszukriegen. Zu mürb. Also den Rest in die Flasche rein und mit einem Teesieb filtrieren. Aus dem INAO-Glas schmeckt er lau. „Das Glas hab ich aus Vaquerras, wo wir zusammen Wein eingekauft haben“. Ich erinnere mich nur noch schwach, denn wir haben in der Gegend auch Cairanne und Gigondas genossen. Die grösseren Gewächse.

Da gibt es nur den Löffeltest. Ans Glas schlagen und hören wie es klingt. Glockenklang ist für Wein fürchterlich. Glockenklang für eine Kaffeetasse ist angesagt. Porzellan muss wie eine Glocke tönen. Weingläser müssen klirren, nicht mit einem langanhaltenden Ton beim Prosten ertönen. Das dritte Glas, ein ganz gewöhnliches Weinglas, das hat es in sich. Da schmeckt der der alte Pinot herrlich. In der Nase und im Gaumen. Jiri holt ein echtes Kristallglas aus Tschechien, seiner Heimat. Heimat. Das war einmal. Hat im 68 seinen Ursprung, dass er geflohen ist. Nächstes Jahr feiern wir 50 Jahre  „Dubtscheck, Swoboda, d’Russe hei Seich abglah“. Ungeniessbar, flau und ohne Kraft, geschweige denn Geschmack. Nicht nur der Wein aus dem herrlich verzierten Glas.

Blei oder auch Platin, wie heute die Riegel-Gläser von Schott angeboten werden, sind für jungen Wein. Metall im Glas ergibt eine Elektrolyse und baut die Säure ab. Das ist bei unserem alten Wein absolut überflüssig. Das hat mir vor Jahrzehnten schon einmal der Finanzchef der Glasbläserei Hergiswil erklärt. Ich habe darauf meine Saarner Kristallgläser, schöner und billiger, verschenkt. Glas, Glas und nochmals Glas. Der Clef du Vin lässt grüssen. Die römische Errungenschaft hat die gleichen Eigenschaften. Die gestrige Weindegustation ist ein Höhepunkt.

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Das billigste Glas, rechts, in dieser Reihenfolge, ist absolut das beste Weinglas. Das Kristallglas links ist für neuen,“unreifen“ Wein geeignet.

Bleiben wir bei neuem Wein. Den haben wir zum Aperitif getrunken. Made in EU. EUR 1.29 für 1,5 Liter. Musste ich zum Degustieren kaufen. Fünf Personen haben den getrunken. Ein guter Wein, aber 100%ig eine Mischung. Eine Meisterleistung des Kellermeisters. Rund siebzig Rappen für den Inhalt einer Weinflasche. 70 Rappen! Total verrückt und zu dritt haben wir den mit einem Chablis Grand Cru verglichen. Zwei waren für den Verschnitt. Ich doch für den dreissig Mal teureren. Aber 30 Mal war er nicht echt wert. Echt eine Meisterleistung in Sachen preiswert, was heute Kellertechniker anbieten. Der Chardonnay lässt grüssen. Wer sich in die Kalkulation von Wein einleben kann, der findet echt preisliche Trouvaillen. Oder anders gesagt, für Marketing haben die nicht mehr viel Spielraum. Nur, viele Leute wollen heute einen teuren Wein, eine moderne Etikette, klingende oder bekannte Namen.

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Die Weinproduktion ist heute so professionell, dass man lieber die Kostenseite, als die Verkaufspreise anschauen muss. Nur, an diese Zahlen kommen sie selten heran. Bei einem beliebten Wein in der Schweiz habe ich in meiner Jugendzeit den Einstandspreis gesehen. Damals, als die Zollpapiere noch am Kesselwagen angebracht waren. Der Don Pasqual war mit 90 Rappen je Liter in die Schweiz eingeführt worden. Das prägt Zahlenmenschen, die ihr Studium in Marketing abgeschlossen haben.

Auf dem Bild oben ist auch Bergbauernmilch zu sehen. Kuhmilch, das möchte ich eigentlich. Die Biomilch hatte 3,8 Prozent Fettgehalt, die andere nur 3,5 Prozent. Milch, die unsere Bauern abliefern, muss immer über 4 Prozent haben. Die Differenz ist Sahne – für den Handel. Schön, wenn man sieht, dass auf einem Beutel auch Bananenmilch, Vanillemilch und Erdbeermilch angepriesen werden. Aus was werden die wohl gemacht.

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25 Prozent Fruchtbestandteile aus Konzentrat. Fröhliche Früchtchen! Das heisst, 90 bis 95 Prozent zugefügtes Wasser …

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… weniger Wasser gibt es nur bei der Donauversickerung. Nämlich gar keines mehr. Die blaue Donau lässt grüssen.

Übrigens, auf dem Flaschenboden des Savigny-les-Baunes steht „74“. Das Jahr, in dem die Flasche gegossen wurde. Mit dem richtigen Weinglas, bleifrei, schmeckt ein alter Wein unter Umständen herrlich. Und wer alten, anscheinend ungeniessbaren Wein ausschütten will, soll den doch mir geben. Ob es ein Cuvée ist spielt eh keine Rolle.

Das wohl undefinierteste Wort in der ganzen Weinwelt. Ein tête de cuvée, das Beste eines Weingutes oder der Cuvée in der Champagne, der zuerst abfliessende Traubenmost, der süsseste, beste. Cuvée ist im Französischen ein separat vergorener Wein, genaugenommen ein Behälter, cuver son vin – gären. Im deutschen Sprachgebrauch ist Cuve oder Cuvée eine Mischung. Über einige Cuvée gehört ein Deckel drauf – Duvée drauf oder couvre. Es gibt vier Cuvée-Gebiete, die man wirklich kennen sollte: roten und weissen Bordeaux, Champagner und Ch9dP – Châteauneuf-du-Pape mit bis zu dreizehn, resp. 22 zugelassenen Weinsorten.

 

Engel reisen zu den Weinbergschnecken

Der Männerchor war wie alle Jahre wieder mal auf Reisen. Ob der Zweitagesausflug auf den Kaiserstuhl gut war, müssen sie die andern fragen.

Der Beitrag ist etwas wohl ausführlich, aber eignet sich, um eine solche Reise noch einmal zu erleben – vorzugsweise mit andern Leuten. Und wenn sie „klauen“ wollen, kontaktieren sie mich … es gibt noch einiges, das nicht hier zu finden ist. Abstimmen muss man auf die Teilnehmer … bei uns mehrheitlich Biertrinker … und sie kamen auch auf ihre Rechnung.

Wär hets organisiert? Stephan und Josef und deshalb danke ich an dieser Stelle allen andern, nur mir nicht. Josef schon, der schreibt ja nicht den Beitrag … aber Mails und telefoniert damit alles klappt. Gut drei Mails pro Teilnehmer, denn wir wagen uns in eine Gegend vor, wo es nicht allzu viele Gruppenreisen gibt und das grösste Hotel vor Ort wurde eben umgebaut. Die Antwort von der Stadt Breisach wird wohl nie kommen, denn das Best im Western gab vermutlich keine Infos an den neuen Besitzer weiter. Eigentlich das Beste, was uns hier in der Hochsaison während der Traubenlese geschehen konnten.

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Wär hets erfunde? Ricola. Hier gab es nach dem Überqueren des Passwang den ersten Halt. Der vermutlich grösste industrielle Stampflehmbau der Welt, das Kräuterzentrum , wurde von aussen betrachtet. Aus hygienischen Gründen ist eine Fabrikbesichtigung nicht möglich.

Wenn wir schon bei der Hygiene sind, das zweite bekannte Unternehmen in Laufen, früher Kanton Bern, heute Basel-Land, ist eben Laufen, das seit fast 20 Jahren dem spanischen Roca-Konzern gehört. Wer hier nicht sattelfest ist, in welchem Kanton er sich befindet, ist in guter Gesellschaft. Das Wochenende wurde wieder ein Pflock eingeschlagen. „Abgeschlossen!“ Ich denke nicht, denn die „Juraübung“ dauert jetzt schon zweihundert Jahre – 202 genau, Wien lässt grüssen. Seit Verlassen der Autobahn hätte ich nur über Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, erzählen können. Eine etwas „hinterlistige“ industriegeschichtsträchtige Angelegenheit im Intimbereich. Papierfabrik Balsthal, Tela, Attisholz Holding und Borregaard, Hakle, Kimberly Clark und die indische Saber. Echt intim, wer da voll durchblickt. Und da wären noch die verschiedenen von Roll Fabriken zu erwähnen, die dafür besorgt sind oder waren, dass das Spülwasser angeliefert wird.

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Singen ohne Ricola, das geht bei uns nicht. Vermutlich  haben wir auf der Reise nie gesungen, weil wir hier einen ganzen Stoffsack der  Geschmacksrichtung Gletschermünze geniessen konnten. Von den beigemischten neuen Kräuter-Caramel hat vermutlich nicht jeder probieren können – die waren extrem schnell weg. Nur, das gewohnte Original mit 13 Kräutern bringt Männerstimmen anscheinend zum Tönen. Ja, wer verkauft schon über die chinesischen Onlineshops? Ricola ist schon bei Alibaba dabei. Sogar für Frauen findet sich ein praktisches Ricola-Zubehör. Wie anhin geniessen, wird wohl weniger umständlich sein.

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Im Bund ist in seinem Beitrag – ein Tag nach unserem Besuch – ein aktuelleres Bild des Kräuterzentrums von innen zu sehen. Meines entstand kurz vor der Eröffnung. Wenn sie an Lehm interessiert sind, hier die brandneue Pressemitteilung für die „Wahre Erde“. Die letzten beiden Links werden in unsere Geschichte eingehen. Wetten? Migros wird seine Produkte in China mit Kaola verkaufen. Das ist kein Witz. Unser Reisewochenende wird die Welt nicht vergessen. Ja, wenn Engel reisen …

… derweil unser Cardriver Claudio etwas aufgeregt nach einem Ersatz-Kabel für das GPS suchte und den zugeteilten Parkplatz nicht berücksichtigte. Missachtung von Ricolas Befehl. Im Militär würde er jetzt eine Woche zu Fuss gehen … Spass beiseite, wir hatten den Plausch und er auch. „Solange ohne Autobahn bin ich noch nie gefahren“ und das hat er am Ende via Mikrofon erzählt. Nach dem Mittagessen im dritten Land konnte ihm ein Klaus eine Garage vermitteln, die so ein altes Kabel an Lager hatte. Da liegt nun auch schon ein Dezennium dazwischen und heute haben wir noch viel mehr Leistung in einem Handy oder wie das Zeugs heute heisst. Nur, immer haben alle Probleme mit Apfel und Kohorten. Und Schreiben war vor 500 Jahren mit dem Federkiel schneller. Das Leimental hat auch seine Tücken und im Elsass könnte man sich streiten, ob vor uns die Vogesen oder der Schwarzwald in der Ferne ersichtlich sind, wenn man „querfeldein“ und nicht über Basel reisen möchte. Ein Ratschlag, vergesst ab und zu mal die moderne Technik und macht auf einer längeren Reise einfach Kopfakrobatik. Zugvögel haben das immer im Griff … na ja, wir haben restlos alles in der festgesetzten Zeit gefunden.

Mann und frau hätte ja einen Kräutertee beim Benediktiner Kloster Mariastein geniessen können. Oder einen St. Anna WeinMarechal Foch, Pinot Noir, Regent und ab und zu gibt es auch einen Cuvée. Einen mit Foxton? Nein, das lasse ich sein, es wird heute noch eine Neuzüchtung zum Trinken geben. Im Rebberg hinter dem Kloster sind geschätzte 1000 Rebstöcke. Keiner geht hin und dann ab in die Kirche. Oh weia, eine ausserordentliche Predigt und mindestens fünf in „Vollmontur“. Alle in festlichem Weiss. Ich kenne nur „Rot und Schwarz“ von dieser Region aus persönlichen Gesprächen. Kopf zurückziehen, denn hier ist eine heikle Gegend. Basel und hier Solothurn eingequetscht, keine Handvoll Kilometer von Röschenz entfernt. Soviel sehe ich, Koch und Trauffer stehen nicht in Reih und Glied. Draussen vor der Kirche spielt ein Blinder auf einer transportablen elektronischen Orgel. Drinnen wären zwei ziemlich neue, alt aussehende Orgeln zum Bestaunen. Der Obolus für den Opferstock erhält der Musikant. Ich höre ihm einige Minuten zu. Weit und breit ist niemand anderes zu sehen. Ein eindrückliches Orgelspiel.

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Fliegend gehts in den beiden Tagen über die Grenze, aber der Formularkrieg muss peinlich genau geführt werden. Wie viele sind im Car? He, da ist noch einer draussen und wir fahren schon. Max, ruft einer. Ne, es war einer von Geistlich. Nicht vom Kloster, von der Knochenstampfe. Heute ist der Tag des Holzes und wir fahren bei der eindrücklichsten Holzsägerei vorbei. Es gäbe so viel zu sehen, wir könnten eine Woche unterwegs sein. Die Goldstein Creation sägt und schleift 200 Millionen Jahre altes Holz. Zu finden, kurz nach dem Überqueren des 237 km langen Rhone-Rhein Kanal, der es ermöglicht mit dem Schiff vom Mittelmeer quer durch Europa zu fahren.

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Die Leute verspüren Hunger, also fahren wir nicht der kurvenreichen Weinstrasse durchs Elsass entlang. Die ist ja nur 185 km lang und anschliessend folgt die 85 km lange deutsche Weinstrasse. Wir machen auch den kleinen Umweg zum Kernkraftwerk Fessenheim nicht, dem ältesten und leistungsschwächsten KKW in Frankreich das noch im Betrieb ist – 1760 MW. Halb so viel Leistung, wie alle KKW in der Schweiz. Wetten, dass sie nicht alle kennen?

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Moderne Technik und alte Lagertechnik. Reben sind im Elsass nicht vorherrschend. Es ist eindeutig der Mais. Mach ke Mais!

Der Hunger wird beim Weingut-Rebschneckle gestillt, das ich seit der Gründung 1981 kenne und seither regelmässig besuche. „Angeheirate Verwandtschaft“ hat mich zum ersten Biowinzer im Kaiserstuhl gebracht. Da gab es nur noch eine, die etwas schneller war. Seine ehemalige Freundin mit dem Sonnewirbele (Löwenzahn), das schon lange nicht mehr existiert. Zuerst hat man über Klaus Labudde gelacht, dass er „Gründünger“ im Rebberg hatte. Dann das erste Gewitter in den Rebbergen des Kaiserstuhls und die Hänge sind auf dem Lös-Boden regelrecht abgerutscht. Heute ist praktisch der ganze flurbereinigte Kaiserstuhl „grün“. Brach liegen meist nur Neuanpflanzungen.

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Zur Weinbaugeschichte müsste eigentlich einmal nachgetragen werden, dass ich Klaus mit Heger, einem der besten Weingüter in Deutschland, bekannt gemacht habe. „Ein Berner muss mir den Biowinzer vorstellen, der dreihundert Meter neben mir wohnt!“ Zwei Jahre später stellte ich fest, dass die Rebschneckle Weine noch besser ausgebaut sind. „Du bist schuld, denn Heger ist heute mein Kollege.“ Der Sohn Luca hat auch die Hälfte seiner Weinausbildung bei ihm gelernt und die andere Hälfte beim Weingut, das wir morgen besuchen. Luca ist dort sogar auf einem Bild verewigt, wie ein Reiseteilnehmer feststellte.

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Es scheint sich gelohnt zu haben, obschon der andere jährlich einige Tausend Mal mehr Wein herstellt. Klaus Labudde ist vermutlich die modernste Lohnweinabfüllerei von Deutschland und spezialisiert auf die Druckabfüllung. Wein wird mit Kohlesäure angereichert und abgefüllt. Prosecco lässt grüssen. Der heutige Trend in der Weinherstellung. Ein Blick auf seine Referenzen ist eine Freude. Wenn sie mal wirklich gut essen wollen, merken sie sich Franz Keller. Reservation ist empfehlenswert.

Bei der Weindegustation hat sicher jeder seinen Liebling auserkoren. Secco, Weisser, Weissherbst (rosé) oder Roter. Der letzte Rote wurde blind verkostet. Die meisten waren nicht wirklich begeistert. Für einen Garanoir, einer Neuzüchtung, aber sehr gut, wenn man ihm etwas Luft gibt. Es war ein Schlossrueder. Ein ganz spezielles Dankeschön an Bonney und Klaus. Es war toll. Zumindest ich komme wieder … oder ihr mal ins Ruedertal. Dann könnten wir am Donnerstag zusammen singen.

Quer durch den Kaiserstuhl und bei einem Zwischenhalt sind die meisten ausgestiegen und haben eine Wanderung über den ehemaligen Vulkankegel ins Liliental unternommen. Zwei ganz Verwegene sind gar hoch auf den Neunlindenturm gestiegen und mit einer sensationellen Aussicht auf den Schwarzwald, das Marktgräflerland und die Vogesen belohnt worden.

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Das Wetter war zum Hochsteigen toll. Wolkenspiel und seit Labudde keinen Regen mehr. Regen? 13 Tropfen bei warmen Wetter und Sonnenschein. Und etwas mehr Tropfen hat er mir mitgegeben … als Ausgleich für den Ruedertaler, so dass die Vereinskasse nicht belastet wird. Hinuntersteigen ins Liliental ist alleine einen Tagesausflug wert. Total schön, wenn sie im Spätfrühling oder Anfangs Sommer hingehen.

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Tausende von Orchideen beim Rekognoszieren. Ein Paradies für Orchideenliebhaber. Wer gerne seltene Bäume sieht, ist hier gut aufgehoben. Zu finden ist die Felsenbirne – schmeckt nicht sonderlich gut – und der Speierling. Im kleinen Schlösschen, dem Gasthaus zur Lilie, stiessen die Wanderer mit den Carfahrern zusammen. Draussen in der Gartenwirtschaft, umgeben von zig verschiedenen Bäumen. Fast alles was wächst, sieht man hier. Nur Pfifferlinge in der Pfanne hatten sie (diesmal) noch nicht. Das  ist ein Gratistip und der ganze Beitrag kann verwendet werden, um die Reise mit dem Gewerbeverein usw. usf. nachzuahmen … drei haben mich schon angefragt, ob sie Unterlagen erhalten könnten. Hier steht eigentlich alles.

Und ganz wichtig, wenn sie ein Hotel suchen, denn fragen sie das Hotel zum Schiff in Freiburg, Sankt Georgen an. Da gibt es nur einen Nachteil. So zumindest Herr Frey, der Eigentümer. Während der Lese (Wimmet oder wie das überall heissen mag) ist die im Hotelkelller untergebrachte Weinkellerei etwas überstellt. Der Hotelier gewährt uns sogar einen Blick in den Gärbottich und im daneben liegenden Raum, in seine Brennerei –  im Hotel wohlverstanden. Ich habe sieben Jahre in dieser Branche gearbeitet, aber das ist auch für mich ein absoluter Hit.

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Vorderste Reihe – links und rechts zwei Brenner. Das Essen ist auch nicht angebrannt, aber zuerst gab es eine Einweihung in die Hotelgeschichte. Die finde ich nicht im Netz, aber die erzählt der Hotelier beim Apéro im Restaurant. Den Ledignamen seiner Urgrossmutter habe ich mir nicht gemerkt. Aber, dass nicht einmal mein Mitorganisator eingeschlafen ist .., total spannend, wie er die Geschichten erzählt, warum das Hotel zum Schiff heisst. Ochsenfleisch, zubereitet als Tafelspitz (Siedfleisch) bestellten die meisten. Kann man das essen? Ich habe vergessen, nach der Adresse des Metzers zu fragen. Noch Fragen?  Und dann das Frühstück. Schwachpunkt sind alleine die Käse … aber das ist ein deutschlandweites Kapitel. Zur Ehrrettung ist zu sagen, dass es auch bei uns im Tal teuren, aber … Käse gibt. Gekauft mit dem Garanoir. Übrigens, mein Übernahme von einem Sängerkollegen ist „Chäshändler“. Und nicht vergessen, den Hauswein bestellen … EUR 12.80 die Flasche. Restaurantpreis nicht über die Gasse. Absolut sensationell.

Das war ein echter Frey-tag … Car und Hotel. Herrlich kutschiert im einen ernährt und gepennt im andern. Übrigens, die Wettervorhersagen waren nicht so rosig, aber wenn Engel reisen gibt es Sonnenschein, sicher keinen Regen, aber doch imposante Wolkenfronten. Mal schauen, was der Samstag bringt.

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Paul übernimmt Kugelis Aufgabenbereich … Verspätungen organisieren. Exakt eine Viertelstunde und Herr Frey hat uns zuvor persönlich im Car verabschiedet. Das nennt man persönliches Marketing.

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Der Badische Winzerkeller ist immer noch die grösste Kellerei in Europa. Die erste ist Gallo, dann folgt ein Südafrikaner und auf der vierten Stelle ist eine Kellerei in der Krim. Die grösste Kellerei hat etwa das 20-fache an Jahresumsatz, als die Kellereien in Breisach, die 120 Mio. Liter Lagerkapazität hat. Aber heute noch knapp die Hälfte gefüllt hat. Das ist ein Nachteil, wenn die Qualität steigt und der Hektarertrag sinkt.

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Herr Rother, der einzige Angestellte im ganzen Unternehmen, der auch offiziell Weissen geniessen kann, können sie alles fragen. Drei Jahre schon in Pension. Vermutlich sogar mit Trudi Gerster oder Franz Hohler verwandt. Er ist schlagfertig und erzählt, dass im erst ein Baby die Sprache verschlagen hat und er fünf Minuten sprachlos war. Er zeigte ihm die Flasche von Gosch mit einem Fisch drauf. Lore wusste eine Antwort: „Papa!“ das verschlug ihm nur zwei Minuten die Sprache. Der Säugling sagte „Brrrrrrr“. Erinnert uns ans Einturnen beim Singen. Übrigens, diesen Wein, einen Rother, sorry Roten, ist erst geniessbar, wenn sie diesen dekantieren. In diesem Hause gibt es eindeutig bessere Weine … aber über Geschmack lasse sich ja bekanntlich streiten. Es gibt auch bessere Qualitäten … und darüber kann man diskutieren, aber nicht streiten. Die Flasche mit dem Grossaugen-Thun hat nichts mit der letztjährigen Vereinsreise via Thun zu thun, sorry tun. Keine Etikette, aufgedruckt – kommt in meine Sammlung mit den verschiedenen Weinflaschen und anderen -Utensilien. Ja Sammlung. Ich bewerbe mich demnächst als Bundesrat, denn heute hat der neue BR Cassis eine seiner Eigenschaften preisgegeben. Ich habe rund viermal mehr Vinyl als er. Und wissen sie, woher der Name Vinyl kommt – von Wein. Na dann prost … jetzt läuft ein russisches Orgelstück, vinylt und daneben steht nun ein Glas roter Gosch, eine Cuvée. Eine Mischung von verschiedenen Rotweinreben und mit starkem Eichengeschmack. Nicht mehr mein Ding. Mit Bordeaux dieser Art habe ich angefangen und heute liebe ich die Südfranzosen, Tschechen und Deutschen aus dem Stahl-, Glas-, Ton- oder Betontank. Ich liebe den Geschmack von Reben und nicht von Holz. Bin voll im Trend, eher voraus … aber bis das alle merken, vergehen mindestens noch zwanzig Jahre.

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Mit der Fasskellerbahn fünfmal im Tempo Teufel um den grossen Tisch rum – heute ohne Stange, bei der mal eine Tabledance vorgeführt hat. Um die Pneus aufzuwärmen. Also geht es nicht in die Hölle, sondern in den Keller mit den Raritäten …

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… den grössten Holzfasskeller Deutschlands. Wie man auch hier sieht, wird während der Lesezeit gearbeitet und dabei kann der Boden halt nass oder gar klebrig werden, wie eine Dame gestern erschrocken festgestellt hat.

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Trump twittert. „It was so fantastic, I couldn’t drink it all.“ Und ich musste eine Amerikanerin darauf aufmerksam machen, dass sie ruhig in unserem Bus bleiben dürfe, aber vermutlich doch besser mit einem von Gate1 in ihrer Reisegruppe aufgehoben wäre. So viele Besucher habe ich hier noch nie gesehen. Die beste Führung war auch mit einem Amerikaner und sein Kollege hat sie geleitet. Der Architekt der ganzen Anlage.

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Breisach … ach … überall Strassen gesperrt, also muss man sich aushelfen und an der besten Ecke kurz anhalten und aus- resp. später einsteigen lassen. Von diesen wilden Reben hat vermutlich noch keiner einen Wein gemacht. Dann im Bus rund eine Viertelstunde Regen. Wenn Engel halten, scheint immer die Sonne.

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Schwarzwald? Wo. Eher Grünwald und ab nach Sankt Blasien, wo wir noch einen Crashkurs in Deutsch machten. „Eine Stange bitte.“

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René musste mit einer Laugenstange Vorlieb nehmen.

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Vermutlich haben an unserem letzten Rastplatz nicht ganz alle den Dom besucht. Eindrücklich. Einer der grössten Kuppelbauten in Europa. Kennen sie den wesentlich grösseren in der Schweiz? Die Markthalle Basel. Der Ort, den unsere Dirigentin von Frick aus mit der Bahn erreichte. Wir erreichten via Staffelegg, quer durch den Aargau, am Schluss noch die Pizzeria Sternen Walde, wo der Ausflug ausklang. In den zwei Tagen nie den Regenschirm oder die -jacke angerührt. Aber viel Sonnenschein … gibt Hunger und ganz viel Durst. Manchmal halt doch eher Bengel, denn Engel.

Alles Käse oder was …

so war 2016 garantiert nicht. Viele schöne Seiten, wobei der Mensch, vor allem Medientätige die Eigenheit haben, lieber das Negative zu erwähnen.

Ja, warum wohl? Weil die Menschen solches Zeugs eher mögen. Fangen wir doch gleich beim Käse an. Beim Geniessen. Mascarpone hat die Eigenschaft, uneingefroren nicht lange haltbar zu sein. Zuviel produziert und dann … na eben nicht. 3 Kilo für 2 Schweizer Franken! Und 250 gr. Schlagsahne in der Dose für fünfzig Rappen. Sorry, da muss man über den Schatten springen. Ökonomie und Ökologie studiert, da muss man Kompromisse eingehen, optimieren. Und das mache ich mit Kaki.

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Ich habe acht Jahre beruflich mit Obst zu tun gehabt, bin in einigen südlichen Ländern rum getrumpt, sorry getrampt und als Geniesser dem Guten nie abgeneigt gewesen. Wenn sie in einem Rezept lesen, dass die Götterfrucht, wie sie auch genannt wird, in Scheiben geschnitten wird, dann vergessen sie alles, was sie je über diese heidekrautähnliche Frucht gelesen und gegessen haben. Ungeniessbar, Giftklasse 5 hiess das früher. Orange, das geht jetzt wirklich nicht, das ist den Orangen und ähnlichen vorbehalten. Rot und pflütterweich muss es sein. Richtig grusig muss es aussehen. Mein Kollege Essig hat die fürs Dessert vorbereiteten in den Kübel geschmissen. Der war zum Glück ausgespült und von mir immer nur für Lebensmittel verwendet worden. Mit der Schale untereinander rühren. Wenn es pelzig ist (Tannin wie beim Wein), dann sind sie noch nicht reif. Vors Fenster stellen und gefrieren lassen, das hilft. Ungeziefer hat es nicht, denn diese Frucht ist weltweit schädlingsfrei und eine der ältesten Kulturpflanzen.

Umdenken, in Frage stellen, anderes und alles ausprobieren. Das dürfte für manches Gebiet in Zukunft angesagt sein. Ein Dessert der Sonderklasse, das sie in jedem gesternten Restaurant für teures Geld anbieten können. Dabei ist es zurzeit spotbillig. Aber bitte nicht für nächsten Sylvester so kalkulieren. Was weggeworfen werden soll, wissen wir nicht. Vermutlich war das ein einmaliger Luckypunch mit dem Doppelrahm-Frischkäse – hat ja nur 80% Fettgehalt. Ein anderer Kollege ruft mich „Käsehändler“. Sein Sohn Jonas wird 2017 unter einer Dessertneurose leiden. Über den Milchpreis, den sein Vater erhält mag ich jetzt nicht diskutieren, wir wollen doch eher positiv denken. Einige der daraus hergestellten Produkte dürfte in Zukunft das Zeichen der Armbrust fehlen – Swiss made – in Zukunft genau hinschauen.

Zum Weinen? Nein, hier gibt es Wunderschönes. Eigentlich gibt es keine schlechten Weine mehr. Sogar die unterste Qualitätsstufe hat ihre Reize.

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„Diese Quittung musst du aufbewahren.“ Eine Flasche Merde. Vin de Pays. Genossen und vor allem den Ärger runtergespült, dass sie nebenbei sechs Flaschen Cairanne aus dem Wagen geklaut haben. Positiv sehen: Scherben bringen Glück. Das Kapitel „Cairanne“ ist um eine Story reicher – zum Glück war es solcher aus dem Lidl. Übrigens, Aldi Nord und Süd machen neuerdings gemeinsam Werbung. Ja, Migros steigt ins Apothekengeschäft ein. Demnächst dürften nicht nur Medikamente sondern auch Nahrungsergänzungsmittel in der Schweiz im Preis fallen. … so und ich schenk mir jetzt ein Glas Weisswein ein – offener aus der Côte-Rhône … müsste eigentlich in Flaschen abgefüllt werden, aber die Konsumenten kennen die schönen Weissen aus dieser Gegend zu wenig.

Dieses Jahr gab es einige wunderschöne Degustationen. Die Jubiläumsdegustation von Divo, die beste in rund 40 Jahren Club de la Barrique über gepanschten Wein und diverse Hölzer für Fässer und am nationalen Brennertag einen Cognac XO im Vergleich zu einem 20-jährigen Calvados Schokolade und einem 21-jährigen Whisky – genau diese Reihenfolge und der erste ist mit Abstand mein Liebling.

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Bleiben wir bei der Industrie. Unser Bundesrat empfindet es als positiv, wenn die Ruag expandiert. Zumindest mein Besuch und begleitet mit klarer Sicht bei der Ruag in Emmen war eindrücklich und spannend. Und einer ist von der Schweiz begeistert – Donald Trump. Hoffen und glauben wir es. Wechseln wir doch kurz zur Kirche, resp. zur Religion.

„Schon bald ging es um Leben und Tod“ – der Theologieprofessor Sallmann über Luther und Zwingli und 500 Jahre Reformation. Spätestens am 99. Tag von heute an spreche ich mit Martin über das liberale Pilgern.

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Ein wunderschöner Lichtblick in der Kirche, die man nur aus Südaufnahmen kennt – Notre Dame du Haut in Ronchamp …

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… die unbekannte Ost-Seite. Der auf der Zehnernote hat die Kirche, vermutlich das bekannteste Bauwerk der klassischen Moderne, erbau und dieses Jahr wurde das Schaffen des Schweizer Architekten zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Und liebe Leute im Fellergut, ich muss euch enttäuschen – Arbon wurde zehn Jahre früher gebaut. Wenn ich jetzt so an Hochhäuser denke, muss ich für meinen Kollegen eine Gedenkminute einschalten – auf dem Sofa, das an Le Corbusier erinnert.

Zeit, um eine neue Schallplatte aufzulegen. „Neue“ ist eigentlich das falsche Wort, eine 70zig-jährige singt – Mireille Mathieu. Le vent nous portera ein Song von Noir Désir (Manu Chao Gitarre) singt heute auch Sophie Hunger

… die den zum dritten Mal vergebenen Grand Prix Musik erhalten hat. Schön, dass hier Künstler ausgezeichnet werden, die nicht einfach für die Masse Musik produzieren. „Das Leben ist zu kurz um schlecht Musik aufzuführen und zu machen.“ Das sagt der letztjährige Preisträger Heinz Holliger. Der Beitrag über sein „Leben und Werk“ wurde à jour gebracht.

Ganz immer schafft es keiner, aktuell zu bleiben. Zur Zeit ist ein Artikel (Seite 30 und 31) vom neuen Finanzmagazin Sphere noch nicht online (allenfalls dann auf www.sphere.swiss) „Ein Jahrzehnt im Schnelldurchgang“, zeigt, was in der letzten Dekade bewegte. Then Years After, I’m going Home, ist ein Musikstück, das zumindest mal persönlich bewegt, berührt …

Und wenn ihnen das 2016 etwas zu wenig steil war, empfehle ich die Nordwand vom Obergabelhorn … vorsichtshalber vom bequemen Sessel aus.

Coming war im letzten Jahr  … bei Redbull im 2016 mit allen echten Höhepunkten … und ein steiles, gemütliches, tolles und vor allem gesundes und friedliches 2017.

Und sollte es ihnen an Sylvester langweilig werden, die allerneuesten historischen Freigaben von „Hitlers geheimes Spionagenetzwerk in der Schweiz“ könnten ihnen dies ermiesen. Hier die Dokumente der OSS – Office of Strategic Services – heute verwaltet das CIA die Dokumente.

Ein Ausschnitt aus dem ersten Dokument, der Spannendes vermuten lässt:

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Pomelkophiler zeigt Zieher und Heber – eine Zapfenzieherperformance

1795 wurde das erste Patent für einen Zapfenzieher von einem englischen Pfarrer angemeldet. Was würde näher liegen, dass diese in zwei Hauptkategorien aufgeteilt sind – mit Seele und ohne Seele.

Zuerst muss abgeklärt werden, ob allen der Begriff Zapfenzieher klar ist. Sollte dies der Fall sein, so darf dieser Beitrag, der als Grundlage eines kleinen Referats über Zapfenzieher dient, in Mundart gehalten werden. Ein Sammler unter fast 20 Künstlern. Eine Künstlerin klärte mich auf. „Dies ist eine Korkenzieher-Performance“.

Sprachen sind nicht ganz einfach. Der Schweizer hat seinen Zapfenzieher, der Österreicher den Stoppelzieher, das ist kein Rasierapparat oder Barthaarzupfer, und offiziell heisst das am weitaus meist verwendete Gerät zum Entfernen eines Korken oder eben Zapfens, der Korkenzieher.

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Hier ein Bild des weltersten echten Zapfenziehers – kurz vor der Vernissage erstellt.

Sammeln kann eine Wut sein oder eine Lust. Vor allem bei Pomelkophilen oder Helixophilen, da habt ihr bei den eindeutigen Bildern doch alle gleich Hintergedanken, geht es eher um Kunst. Dieses Museum mit rund 1200 Stück in Ménerbes auf der Domaine la Citadelle müsste man einmal besuchen. Kein mondäner Ferienort, eher ein Geheimtyp. Dora Maar, eine Muse von Pablo Picasso wohnte hier. Sie war auch eine Bekannte von Louis Aragon, einem der Begründer des Surrealismus. Salvador Dali, Joan Mirò und der Schweizer auf der 100-Franken-Note lassen grüssen. Korkenzieher und Kunst verbinden und viele Künstler kennen dieses Werkzeug, brauchen es gerne, manchmal gar zu oft. Ganz alles kann ich heute nicht erzählen oder aufschreiben, wer mehr wissen will, kommt halt mal in mein Wohnzimmer, zwar noch eine Baustelle, aber die Möbel sind von einem gestaltet, der Schüler von dem auf der 10-er Note war. Gute 50 Jahre alt und aus der Musterwohnung des weltbekannten Quartiers, des Tscharnerguts. Ein Unikat eines bauhausmässigen Möbeldesigners.

Design ist ein Modewort, es kommt von Zeichnen und im industriellen Design gibt es verschiedene Voraussetzungen die erfüllt sein müssen, damit es ein Design-Produkt ist.

  • praktische Funktion, wie Ergonomie, Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit
  • sinnliche Funktionen, wie Ästhetik, Haptik (spüren sie am klebrigen Muster)
  • ökonomische Funktionen, wie Kosten, Technik, Fertigungsschritte, Logistik
  • ökologische Funktionen, wie Lebensdauer, Entsorgung

Zum letzten Punkt hat damals der Direktor des Design Center zu unserer NDS-Arbeit gesagt: „Das wird nie nötig sein.“ Zwei Jahre später hat er als waschechter Casanova dies als seine Idee vorgetragen. Ab und zu im Leben muss man aufstehen und etwas berichtigen. Einer unseres Dreierteams kam übrigens aus Kirchleerau, unserer Nachbargemeinde.

Zusammenfasst kann gesagt werden, dass praktisch kein Korkenzieher alle Designanforderungen erfüllt. Lassen sie nie, niemals einen Sammler reden. Der hört nie auf. Ich kürze ab, im Finanzblog wird mehr stehen. Und wenn wir schon bei der Kunst sind, ich sammle nicht nur Bilder, sondern auch schöne Weinetiketten und andersartige Weinflaschen.

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Der Besitzer der Hammel S.A. Rolle, der Hammel Vins, hat das Original von Jean Tinguely und durfte 1000 Wein-Etiketten drucken. Die allermeisten dürften weggeworfen worden sein. Im Internet bin ich nirgends auf diese Kleinauflage gestossen und dabei wurde eine dieser Flaschen der Domaine de Riencourt (1989) für tausend Franken versteigert. Die Kreditanstalt hatte in Langenthal eine Kunstausstellung und wir schenkten diesen Wein am Freitag, 30. August 1991 aus. Erst am nächsten Tag haben wir beim Abernten von fünfzig Johannisbeerstöcken für die Weinherstellung , aus dem im Garten aufgestellten Radio in den 11-Uhr Nachrichten erfahren, dass Tinguely an diesem Tag starb. Zuvor gönnten wir uns diesen Chasselas als Apéro und bestellten telefonisch auf dem Alibiphon noch zwei Kartons. Einen für mich, einen für meinen Bruder. Wir haben sie erhalten, obschon das Weinhaus erst ab diesem Tag den Wein mit einem Zuschlag von zwei Franken gut hat verkaufen können. Eigentlich traurig, dass ein Künstler oft erst nach seinem Tod richtig begehrt wird. Selbstverständlich ist heute der Korkenzieher von Hammel ausgestellt. Über drei Mitarbeiter, Hans, Hansruedi und Martin gäbe es noch viel zu erzählen. Alle drei sind irgendwo im Finanzblog schon erwähnt worden, derjenige mit dem Namen wie ein bekannter Tennisspieler ist als Grossratskandidat sogar in einem Bild verewigt.

Die Pomelkophilie der „freundlichen Stöpselzieher“ oder die Philatelie der „freundlichen Steuerbefreiter“, könnte ganz schön ins Geld gehen, wenn man spezielle Luxusstücke kaufen will. Einige tausend Franken könnte man pro Stück ganz einfach ausgeben. Zwei Stück haben über hundert Franken gekostet – diejenigen, die ich in der Küche habe. Über gesammelte 300 Stücke sind doch nicht schlecht und es befinden sich auch Stücke aus dem 19. Jahrhundert darunter. Nicht jeden Preis zu bezahlen und trotzdem schöne Stücke zu finden, das macht Spass. Ländliche Flohmärkte und Brokenstuben sind für Sammler ein Eldorado. Ein Zapfenzieher, ein Gebrauchsgegenstand der bei Wohnungsräumen in der Brockenstube oder im Abfall landet. Die allererste Zapfenzieher-Recycling-Box steht an der Ausstellung und dann neben meiner Haustüre. Jedes noch so wertlos aussehende Stück wird gesammelt. Querbeet.

Der Hélice, ein französisches Urgebilde, wird nicht einmal im französischen Wikipedia erwähnt – und nun könnte es schrecklich kompliziert werden. Ich möchte mich nicht auf die Äste lassen, was mathematisch eine Helix ist und wie das berechnet wird. Die bekannteste ist wohl die italienische Teigware, die Fusilli, die Teigwaren-Spirale. Und die häufigste, die Desoxyribonukleinsäure – DNS oder engl. DNA – erinnert an den orangen Zapfenzieher mit einer Doppelhelix. Der hat eine richtige Seele, wo ein Streichholz in den Wendel oder Krätzer gestossen werden kann. Vom den andern, die keine Seele haben, gibt es jede Menge an Zapfenziehern, die den Korken durchlöchern und eher als Bohrmaschine für Gipsplatten oder zum Suchen von Erdöl eingesetzt werden können – Korkenzieher mit einer Schraube.

Und es gibt die weltgrössten Korkenzieher, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen äusserst beliebt sind, der Interlocking Corkscrew auf Achterbahnen – alle gebaut durch Bolliger & Mabillard – einem Schweizer Ingenieurbüro. Der weltgrösste echte Korkenzieher ist auch ein Schweizer Produkt – der Coutale aus Buchs/ZH – derjenige in der Sammlung mit dem Schweizer Kreuz, der Kleine nur.

Zugegeben, sammelwürdig sind sie allemal und oft auch noch einfacher zu bedienen, als Tricks, wie man sonst noch zum Wein gelangen kann:

  • Schraube und Gabel oder Zange
  • Schraubenzieher oder Messer
  • Schlüssel oder mehrere Nägel
  • Korken reindrücken
  • Flasche in Tuch zerschlagen und sieben
  • Baumstamm oder Mauer und einen Schuh – einige Male kräftig dagegen schlagen

Einfacher, man nimmt einen Federzungen-Korkenzieher mit dem die Flasche auch wieder verschlossen werden kann. Und wenn gar nichts mehr geht …

… sollte man einen Tenaz (stur), eine Portweinzange, nehmen. Abgesehen davon kann eine Flasche mit einem brüchigen Zapfen oder einen für den Korkenzieher zu grossen Durchmesser auch mit einem glühenden Draht umschlungen werden. Wichtig ist, dass man auf der Höhe des Korkens arbeitet.

Das Ziel beim Entfernen eines Korkens ist eigentlich immer gleich:

  • sauber
  • schnell
  • möglichst wenig Kraftaufwand

Physikalisch gibt es noch ein weiteres – möglichst kurze Wege. Hier die ausführlichen Berechnungsformeln … mir reicht „Handgelenk mal Pi“. In diesem Zusammenhang gibt es in meiner Sammlung einige Exoten und einige Patienten.

Vor 20 Jahren habe ich meinen ersten Leverpull von le Creuset gekauft und der gab halt den Geist auf. Die nachgemachten halten meist nicht länger. Mein Vater benützt seit sechzig Jahren immer noch den gleichen – ein Werbegeschenk von Radio Pfister. Alle meine Korkenzieher habe ich ausprobiert. Alle bis auf einen haben ihren Dienst zumindest einmal verrichtet. Das Hightech Modell, gekauft im Musee du Vin in Beaune, ist beim Praxistest durchgefallen. Manches Werbegeschenk ist tauglicher.

Mein schönster und teuerster – 110 Franken – ist ein ganz rarer Sommerlier-Korkenzieher von Laquiole (Laiol ausgesprochen). Die meisten stammen nicht aus Frankreich, denn der Name und die Biene wurden nie geschützt. Meist sind dies billige Kopien aus China. Das grösste Stück ist eine Grillgabel und der kleinste Korkenzieher aus Draht erstellt worden. Nur für starke Zeigefinger geeignet. Es gibt Stücke in verschiedenen Farben, Ausführungen, mit Verzierungen, rostige, glänzende, kombiniert mit Gabeln, Messern, Kronkorkenhebern, in Tierformen, handliche und unhandliche, aus Eisen, Silber, Holz, Plastik. Es gibt fast nichts, das nicht irgendwo zu finden wäre und oft kombiniert mit hilfreichen Sachen wie Kapselschneider. Es sind keine Grenzen gesetzt.

Nebst verkorkten Flaschen müssen auch Beutel, Tetrapacks und verkapselte Flaschen geöffnet werden. Und nicht jeder Drehverschlussöffner eignet sich für alle Flaschen – Weinflaschen mit diesem Verschluss sind meist kleiner im Durchmesser. Auch Korkenheber finden sich in der Sammlung. Kombiniert mit einem Feuerzeug, als Flaschenverschluss, zum zwirbeln und und und …

30 verschiedene Möglichkeiten, wie eine Flasche geöffnet werden kann. Das Soorser Bier wird mit einem Kapselheber geöffnet, das Schlossbreu mit ihrem Feuerzeug und im Ristaurante Pizzeria Sternen und in der Pinte verwenden sie Werbegeschenke. Bei mir ist kein einziges geklaut worden. Alle haben Spass, eine Sammlung zu bereichern.

Daneben gibt es auch Champagnerkorkenzieher und wenn der Korken wirklich nicht zu entfernen ist, dann gibt es noch den Champagnerheber. Wenn mal ein Korken in die Flasche gefallen ist, so gibt es zwei Ausstellungsstücke, um diesen aus der Flasche zu holen. Der interessanteste, aus einer Lismernadel gefertigt, wurde jahrzehntelang von Emmelis Crew im Hirschenbad in Langenthal verwendet.

Vergessen wollen wir nicht die verschiedenen Verzäpfer, denn irgendwie muss ein Korken auch in die Flasche und um einen Wein zu testen, wie er in einigen Jahren munden wird, verwenden wir den Clef du Vin – eine Erfindung der alten Römer.

Viele Korkenzieher finden sie auch im gleichnamigen Buch aus dem Benteli Verlag, die mit dem Cementit und dem neuen Schloss Bümpliz – Zivilstandsamt mit meiner Cousine, zuvor WG, unter anderem war mein Bruder dort und zuvor der CEO von Merz-Benteli, Ted Scapa und wir wären wieder mal bei der Kunst.

Aram ist ein historisches Gebiet in Syrien, wo sich auch die Stadt Aleppo befindet und der Zapfenzieher von Michael Aram einer meiner schönsten und ergonomisten Korkenzieher, gekauft im Guggenheim Museum. Wenn ihr den im Internet sucht, stoss ihr vielleicht stattdessen auf ein ganz bekanntes Kinderlied Aram sam sam, gulli gulli gulli, ram sam sam. Ein gutes Training, für die Handhabung von vielen Korken- oder eben Zapfenziehern. Auch wenn Wein oft verpönt wird, es ist besser einen Korken, denn einen Abzug zu ziehen. Denkt daran, sämtliche Korken immer ohne Knall entfernen.

Ja, wenn alle Korkenzieher sprechen könnten, was sie schon alles erlebt haben. Das gäbe ein endloses Buch. Ich habe mit der Religion angefangen und höre damit auf. Der Zapfenzieher der liberalen reformierten der Landeskirche aus Genf ist mit einer gestrigen Mitteilung an Wert gestiegen. Es wird nie mehr einen geben … das ist der Verlauf der Zeit, die auch mit Korkenziehern dokumentiert werden kann.

Noch einige Links:

 

Welterste echte Zapfenzieherausstellung

An der Vernissage am Freitag, 2.9.2016, 19.30 Uhr im Weberei & Heimatmuseum, Schmiedrued eröffnen „Hobbykünstler und Sammler aus dem Ruedertal und Umgebung“ die Ausstellung. Alle sind herzlich willkommen.

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Als ehemaliger Weinbauer, Weinbergsmauer-Besitzer und Naturschutzpräsident in unserem Tal freut es mich, einige Stücke aus meiner Sammlung zu zeigen. Erste Aufgabe wird sein, einen echten Zapfenzieher herzustellen. Ausgangsmaterial gibt es im und um die Hammerschmitte zu Hauf. Aber seien sie beruhigt, ich zeige auch Flaschenöffner welche Kronkorken heben und einige spezielle Geräte. Und vermutlich werden auch einige Korkenzieher zu sehen sein.

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Analog oder digital – „3. goldenes Zeitalter“

Andreas Meyer, Oberstzugführer der SBB, verspricht den Beginn des 3. goldenen Eisbahnzeitalters. 1200 Gäste hören sich die letzte Sprengung im Ceneri Basistunnel an – „404-Fehler – Alptransit Seite nicht gefunden.“ Albtraumshit? Nur nicht aufgeben. Digitales will heute be- und überwältigt werden.

Hier, es ginge doch. Keine Tunnelsignale mehr, nur noch IT im Lok-Cockpit. Der Führerstand musste früher noch mit dem Heizer geteilt werden. Hoffentlich haben die technischen Informatiker aber mehr Geschick, als die Billett-Gilde, die fast nichts auslässt, um die Kunden – die Bahnreisenden – zu sabotieren. Geduldet sind Pendler und allenfalls ausländische Touristen. Schweizer Gelegenheitsfahrer haben es schwer. Über die Automaten wurde schon viel geschrieben. Wieso es nicht zufriedenstellend geht? Ganz einfach. Wegen der lieben Finanzen. Jede Transportgesellschaft will möglichst wenig ausgeben.

Dabei steckt die gesamte Bundes-Verwaltung und -Betriebe – und dazu zähle ich auch Post, Bahn und Telefon –  Unsummen in die Software-Entwicklung. Und produziert laufend Leichen, von denen regelmässig in den Medien genüsslich berichtet wird. Bezahlen tut der Bürger, der Steuer- und Gebührenzahler. Tunnelbauen verschlingt auch Unsummen. Über den Gotthard-Strassentunnel stimmen wir demnächst ab. Doppelspurig nur für Schildbürger? Strategen und Planer, die aus Bürgereinnahmen leben, gibt es heute zu Hauff. Aber keine Lalen, keine ethische Hofnarren mehr, die denen ganz oben sagen, was denen ganz unten nicht einleuchtet, was die oben gesegnet haben. Wenn ich mit Leuten diskutiere, spüre ich oft so ein Unbehagen gegenüber „oben“, das langsam zu einer Anspannung wie 1968 führen dürfte. Umbruch – 2. Generation.

Das erste goldene Eisenbahnzeitalter und vielleicht der Run vor gut zwei Jahren auf Eisenbahnaktien kann ich mir noch so vorstellen. Und vor allem die Auswirkungen, wenn man Fracking-Öl transportieren will, das nur noch einen knappen Drittel (3-Jahre anschauen) von dazumal bringt. Das 3. goldene Eisenbahnzeitalter beginnt auf dem Perron, sorry heute heisst das Gleis. Aber genau auf dieses will ich nicht, sondern in den Zug der auf dem Gleis, das bei uns früher Geleise hiess, daherkommt. Des öfteren auch mit Verspätung. Dazwischen hat es weisse Striche. So was wie Sicherheitslinien. Nicht nur für Blinde und Sehbehinderte nützlich. Auch für Otto Normalverbraucher. Der Apparatschick Staat wird langsam aber sicher zum Koloss. Staat arbeitet gegen Staat … und wer bezahlt? Mit GMV ist das nicht mehr zu bewältigen.

Schön, wenn man schon auf den Zug der 3. goldenen Generation warten kann. Zuvor haben sie sich vielleicht noch mit sbb.ch herumgeschlagen und wollten ein Bahnticket lösen. Hab das schon des öfters geschafft. Nur letzte Woche, an die Swissbau wünschend zu gehen, musste ich klein beigeben. PDF oder Ticket am Bildschirm? Ne, gähnende Leere, weiss, wie der Tunnelausgang gegen den Sonnenschein. Nur, da war noch kein Sonnenschein und abends führen die SBB für den digitalen Billettschalter von 22.00 Uhr bis 03.00 Uhr Wartungsarbeiten durch. Neuere Software mit eingeblendeter Kaffeewerbung, wo doch die Kaffeewägelchen in der SBB abgeschafft werden. Pustekuchen, das war ein Antiroboter-Schachzug der 13. Generation. Da hat ein SBB-Softie zu viel herumgesurft. Sorry, ich habe in meinem Leben auch Riesenanwendungen in Software austesten müssen, aber einen solchen Staatsquatsch habe ich noch nie erlebt. Schnick-Schnack vom Feinsten, aber vermutlich verträgt er das stabilste Betriebssystem von Bill nicht mehr – noch nicht. All die andern, die ich berücksichtige, können dies. Zudem denke ich, dass es immer noch viele Leute gibt, vor allem solche, die dem Pendleralter entsprungen sind, die keinen werfbaren Zuse-Nachfolger besitzen.

CHF 51 futsch. Ich denke nicht. Dieser Blogbeitrag geht als Rückerstattungsantrag und als meine Stellenbewerbung für Software-Tester, ganz oben in die SBB hinein. Vermutlich schmunzeln die immer noch gerne, wie ich das früher ab und zu erleben durfte. Übrigens, der Schalterbeamte in Basel hat auch geschmunzelt, als er meinem Kollegen zu einem Eintritt in die Swissbau verhalf. Die Idee, wie, kam von mir. Dort wo er wohnt, hätte es wenigstens einen Automaten gegeben, wo mit mühsamer Suche ein Ausstellungsticket hätte gelöst werden können. „Mein Automat“: „Es sind derzeit keine Angebote verfügbar.“ Am Schalter hat man mir gerne nochmals 51 Franken abgenommen. Wesentlich schneller, als via Internet. Im Zug Zeit, den Ktipp zu lesen. Seite 8 und 9. Über wen schreiben sie: SBB und Postauto. Und sie hauen etwas stärker in die Tastatur.

Mangels Zeit gab es dann Jungfraubahn-Schockolade, ein Wettbewerbstrostpreis, zum Frühstück. Schön in kleine und kleinste Stücke zerbrochen – der Sortieranlage in Härkingen, die grösste Schweizer Stadt, sei Dank. Da gab es auch schon Softwarepannen. Tags zuvor Schaffner-GV. Die stellen Geräte her, damit es weniger Pannen gibt. Keine gab es mit dem Abstimmungs-System. So an die 20-mal, wenn sie einverstanden sind, dann drücken sie ja, sonst nein oder Enthaltung. Beim Test waren fünf gegen Sachertorte – sie schmeckte trotzdem gut. Die Nein-Stimmen analog zählen, wäre schneller und garantiert billiger. Die Digitalisierung sollte uns das Leben erleichtern und Zeit und Kosten abnehmen. Dafür fehlt dann die Zeit um über Sicherheitslücken bei digitalen Schliesssystemen zu informieren.

Mit Sherpany.com können sie auch ihr Portfolio auf dem Laufenden halten. Digital versteht sich, mit Newsfeeder. Wir haben lange diskutiert. Zwei ihrer Ticketholder werden mir die Gartenarbeit erleichtern und die abgerissenen Traggriffe bei einem Tragsack ersetzen. Analog.

An der Swissbau hält sich das Digitale in Grenzen. Meist Schicki-Micki, den sich einige leisten können und vermutlich nach einiger Zeit keine Lust mehr haben, all ihre Daten am Handy auszuwerten. Dabei gibt es 3D-Drucker für Lehmhäuser. Das ist echte Digitalisierung. Sowas sucht man in Basel vergeblich. Dafür sehen die Verkäufer in ihren schwarzen Roben aus wie Bänker. Mich beschleicht ein ungutes Gefühl. „Bauen macht Freude. Bauen ist Zukunft. Bauen macht Sinn.“ Unsinn, nein bausinn. Die standen schon in der Bahnhofshalle und keiner ging hin. Vom Bauboom bis zu einer Baukrise geht es manchmal schnell. Und wenn vor allem Goldrandlösungen angeboten werden, dann bedeutet das nichts sonderlich Gutes.

Wenn Qualität gefragt ist und angeboten wird, gibt es mehrere, die nicht gross über die SNB klagen und dem Gewerkschaftsbund Chefökonomen Lampart, obwohl für diesen „alles ganz einfach ist“, auch nicht so recht trauen. Prof. Janssen überzeugt mehr – garantiert nicht nur mich. Schade nur, dass wir Schweizer Firmen ins Ausland verkaufen. Perlen vor die Säue werfen! Von Kleinert, via Alu zu Feintool, dann Franke und ab nach Deutschland zu Schaeff und der expandiert in die USA. Das freut einen ehemaligen CFO auf der einen Seite und auf der andern stimmt es mich traurig. Verkauf der Heimat. Nur so ein Beispiel.

Kunststück wenn die SRG meldet „Verschiedene Werte stehen im Minus“. Quatsch. Die Differenz zum Vortag ist minus, der Wert noch lange im Plus. Kein Kunststück wenn die SRF-Börse eine Beschwerde am Hals hat. Nach denen werden ja vermehrt Aktien verkauft … und keiner kauft diese?

Ganz alle Stände, die wir besucht haben, kann ich nicht erwähnen. Ich finde mit klarer Sicht einen Anbieter von Sonnenpanelen für Balkongeländer. Solche sucht mein Begleiter. Es ist der Hersteller seines eigenen  Geländers. Am gleichen Ort ansässig und man kennt den Vater bestens. Visionen aus Holz sieht man auch bei „best Wood Schneider„. Das müsste eigentlich der aus Woodhatten sein.

Zum Schluss noch einen Abstecher nach Sachsen. Bei Thebarman aus Dresden erhalten wir einen Bacchus aus dem Weingut Matyas. Das dürfte mal auf einer kleineren Reise angesteuert werden, wie auch NY-Holsdesign.de. Vielleicht bin ich dann auch sattelfest, was ein Bacchus oder frühe Scheurebe für eine Kreuzung ist. Riesling und Silvaner und Müller-Thurgau, aber nach der Sortenverordnung der EU nicht eine Kreuzung mit Riesling-Silvaner. Mit deutschen Staatsbetrieben mag ich mich nicht mehr herumschlagen. Ich denke lieber an den wunderschönen Sachsen zurück, der auf der Höhe von Dover (GB) wächst.

Das trinkt man im neuen Jahr. Schweizer Weisswein-Spezialitäten wie Cornalin. Einige dieser dort beschriebenen Beiträge wurden auch von Chefbeamten gelesen und umgesetzt. So gesehen die erfolgsten Stories des Finanzbloggers. Nur, die Links führen zum Teil in undurchsichtige Tunnels. Auch der grösste Bloganbieter der Schweiz konnte gegen Geld nicht alles lösen – digitale Probleme sind überall. Es ist eine Zeiterscheinung. Noch nicht überall ist hingegen der Geheimtipp Bierzo aus der Mencia-Traube angekommen. Das  Beaujolais, wo auch Bacchus zu Hause ist, soll ein Revival erleben. Und der Chardonnay, einst niedergemacht, ist wieder top – zumindest wenn reintönig, mineralisch und hoffentlich mit wenig oder lieber gar keinem Eichengeschmack. Hier noch ein Link zum Aromarad – beginnen sie bei den Aromen links oben in der Ecke  für nicht ausgebaute Weine oder aus der Flasche sollte es bei blumig anfangen. Meinen Aromazirkel, denn ich immer griffbereit habe, ist etwas logischer aufgebaut, aber ich finde diesen nicht im Netz. Oder doch. Nur nie aufgeben. Auf Seite 16 ist der Aromazirkel zu finden, so die Google-Suche klappt – oder Die Kunst der Weinherstellung.

F – CH – Ist Intelligenz lernbar?


Jein – bis zu einem kleinen Grad ja und viele werden den IQ mit noch so manchem pisanem Abschluss nicht merklich steigern können. Einige Betrachtungen aus unserem Nachbarland Hollande – sorry, eigentlich meine ich Frankreich.

Zwei Wochen Ferien – ohne Mails, ohne Internet. Zurückversetzt in die Zeit zwischen den beiden letzten Jubeljahren. Echt erholsam und es bleibt mehr Zeit mit der Malerin, der Bäuerin, dem pensionierten Postboten und der Chemielaborantin, dem Lavendelbrenner, der Secondhand- und der Lidl-Verkäuferin und und und … zu diskutieren. Mit den heutigen Minderheiten. Zumindest in Frankreich und mittelfristig auch in der Schweiz. Unstudierte. Und eines ist ihnen gemeinsam. Sie haben nicht Geld im Überfluss zur Verfügung. Das gilt auch für viele Studierte – die Mehrheit heute in Frankreich der Jüngeren.

Das duale Bildungssystem, wie es so hochgestochen im Bundesbern gelobt wird. Wir haben in der Schweiz zumindest noch Stifte – Azubis. Laut Duden ist ein Stift eine kopflose Niete. Vermutlich darf die Bezeichnung des Dudens bleiben, aber Ichden, Duden, Wirden müssen umdenken. Nieten sind heute eher im universitären, als im berufsbildenden Sektor zu finden. Sie haben ein, falls sie doch eine Stelle ergattern konnten, höheres Einkommen. Ob sie mit dem höheren Lohn zurechtkommen, ist eine ganz andere Frage. Für viele wirds in unserer Wegwerf- und Markengemeinschaft eng. Mit Gesellschaft hat dies nicht mehr viel zu tun. Ein Geselle ist einer, der was von der Picke auf gelernt hat. Und das ist heute rar – extrem rar.

Das System der Schweiz ist garantiert besser, als dasjenige von Frankreich. Aber dort hat man mehr Mut. Jeder kann alles. Elektriker, plombier und was sonst noch alles auf der Visitenkarte steht – man ist professionell und kann alles. Ich werde Bernard weiterempfehlen. Für einfache, sogenannte Neubaufälle, dürfte er „brauchbar“ sein. Vermutlich bleibt mir nichts anderes, als DIY. Berbel ist seit zehn Jahren in Rente und René, der Schweizer Elektriker im Departement Gard, vor zwei Jahren verstorben. Danke für die Bohrsäule … aus Taiwan. Den wirklichen Profi gibt es nicht mehr. Lassen wir mal den Sicherheitsgedanken bei der vorwiegenden Stromproduktion in Frankreich, der Kernkraft … links oder rechts, einfach parteineutral liegen.

Machen wir mal einen Test!

Kabelzug

Welcher Kabelzug ist über 15 Jahre und welcher zwei Monate alt? Zugegeben, das ist eine Sugestivfrage – aber tippisch für die heutige Zeit. Chinaware? Ich weiss es nicht. Hab es nicht angeschaut. Gekauft von einem grossen Kunststoffverkäufer in Frankreich. Eben dieses Land hatte früher superresistente Plastikprodukte. Heute zum vielleicht halben Peis. Wenn man aber die Nutzungsdauer einbezieht, ist das Ganze heute 50 mal teurer.

Machen wir einen zweiten Test – GQ statt IQ – Geduldsquotient.

Meinen IQ kenne ich in Zahlen, der GQ ist schwieriger zu interpretieren, denn da gibt es keine zahlenmässigen Höchstwerte. Ich bin extremst geduldig, habe Vertrauen in andere Personen und bin überdurchschnittlich altruistisch und nur ein Drittel geht weniger Risiken ein, als ich. Dieser Punkt ist nicht einfach zu begreiffen, denn hier wird nicht der Spieltrieb von Zahlenlotto und Computerspielen bewertet, sondern das Verhältnis von Kosten zu erwartetem Ertrag im betriebswirtschaftlichen Sinn. Mit den Ergebnissen im IQ und GQ darf ich zufrieden sein.

Geduld ist manchmal nicht einfach. Das vierte Honrussennest in Frankreich, das 5. insgesamt. Und das zum Glück noch vor den Glasfenstern im Wohnbereich. Hornissen, Frelon – manchmal geschützt und sollen von der Giftigkeit harmloser, als eine Biene sein. 1000 Hornissen könnten einen Menschen töten, wenn es solch grosse Nester gäbe! Schön, wenn man nur an Ratten testet. Übrigens, Ratten werden in meinem Buch ausführlich erwähnt, speziell eine Bisam-Ratte, die alles andere, als eine Ratte war.

hornissennest

Meine Erfahrungen mit einer einzigen Hornisse hatte ich selbst erlebt. Noah läuft im Radio – instrumental – da geht der Charakter verloren – aber vermutlich die Ursprungsversion – la vitta e bella. Stift und Dorktorand können nicht mehr zusammen diskutieren – ergänzen sich auf keinen Fall. In Frankreich mehr noch, als heute noch in der Schweiz.

Gefressen haben diese Viehcher meine Fensterladen. Bei uns heissen die in Mundart – wie früher – Fellläden. Glas und Holz gab es nicht – Fell, Rattenfell. Nicht so weich, wie ein Fledermausfell.

Fledermaus im Tagesflug

Kein Trick, echter „Hüftschuss“. Aus dem NEF-Format könnte man eine formatfüllende Fledermaus im Tageslicht rausholen – rechts in der Bildmitte vor der Sonnenstore die Fledermaus – besser, als jeder Fledermausradar. Kein Witz, Batmans sollen virenanfällig sein. In der Bildmitte die Fellläden, die man nicht mal mehr mit Frelon bestreichen kann. Dieses Polytetrafluoroethylene (Kunststoff) wäre mit seiner Dauerhaftigkeit vermutlich auch zu teuer.

Dass der neu gekaufte Fensterladen nicht in die Normfenster passte, passt eigentlich ganz gut in unsere heutige Zeit. Das Holz alleine ist teurer, als die fertig montierte Klappe. Nur, die Standardnorm in Frakreich schwankt zwischen 137 und 138 cm. Stichsäge sei Dank und der alten Armatur, denn die neue ist „verpresst“ und lässt sich nicht kürzen. Und die Dinger kann man nicht mal bei Bricolage kaufen. Der Firmenname passt in die französische Landschaft. Bricolage bedeutet Heimarbeit und Pfusch. Vive la France. Was die „Unstudierten“ über die studierten Logistiker und Marketinger zu erzählen wissen, möchten wir nicht wortwörtlich widdergeben oder wie man diese Wort auch schreiben mag. Wieder und wieder Widerlich.

Und irgendwie kommt mir jetzt der Hammel in den Sinn. Teuer gekauft, da regional produziert und uneatabel – pfui Spinne, wie vor 15, 20 Jahren in der Schweiz. „Stallware“, nie auf dem offenen Feld. Lamm das stinkt und regionales Schwein, das nicht schmeckt, nur wässrig ist und die Magreg Grasse kommt dafür aus Bulgarien.

Die Zukunft des Handwerks in der Schweiz hat uns schon oft in Angst und Schrecken versetzt. Frankreich ist einiges grösser und im Schnitt ärmer. Da wären einige neue Gedankengänge angebracht …

… „François Hollande vernichtet Frankreich im Alleingang„. Übrigens, Hollande ist sicher nicht schlecht(er) … nur, wer heute nicht über Leichen geht, macht zweiter, geht munter unter. Und gegen den heutigen Beamtenstaat kommt praktisch keiner mehr an.

Und noch was für Weinkenner. Einen Chardonnay für 1.99 EUR gefunden – echt schöner Wein. Wobei man und Frau heute darüber streitet, was schön ist. Ein Weinausbau im Stahltank und ohne malolaktische Gärung ist oft noch verpönt. „Der durch diese Gärung resultierende biologische Säureabbau führt bei der Weinherstellung zu einem harmonischen und ausgewogeneren Geschmacksbild – ein Effekt, der sich qualitätssteigernd auswirkt, …“. Liebhaber von Chablis und Loire staunen, was so alles in Wikipedia steht. Herrliche Säure, eigentlich viel zu schade, den beim Kauf geplanten „Kochwein“ nur in die Pfanne zu geben. Südfrankreich wird länger je mehr zum Weinparadies für kostenbewusste Qualitätsprodukte – für no names.

Im Weinbau ist in Südfrankreich die Politik nicht zu begreiffen. Vermutlich gibt es Subventionen fürs Aussreissen alter Sorten, die nicht so ertragsreich, dafür sehr oft sortentippisch wären. Sortenreinen Ugni blanc suchen sie im Süden praktisch erfolglos. Die EU ist garantiert schuld an diesem Riesenskandal der Sortenbereinigung. Auch dies ist ein indirekter Misserfolg der Gen-Technik. Vermutlich sind sogar autochtone Sorten unter diesen Chardonnay-Ähnlichen, die marketingmässig viel zu klein sind, dass sie wirtschaftlichen Erfolg haben können. Das Resultat sieht dann so aus:

ungepflegtge Rebberge

So verwandeln sich schöne Rebberge innerhalb eines Jahres. Hektarweise sollte man nicht rechnen, nehmen sie Quadratkilometer. Das an der Ardèche. Subventionen vermutlich sei dank, dass im südlicheren Departement ähnlich viele Rebberge „ausgegraben“ werden. Wer nicht weiss, wie Reben in zwei drei Jahren überwuchern, stellt nicht einmal fest, dass er neben Rebbergen vorbeifährt. Zweite Subventionsrunde nach mehreren Jahren? Der Politik und dem studierten Beamtendumm sei Un-Dank! Etwas zum Weinen. Und wer an wirklich grossen Namen hängt, ich hab noch eine handvoll Flaschen aus dem Raritätenkabinett. Die Chinesen, die mit dem fünfzigfach teureren Wertlosplastik würden sich die Hände reiben. Eine Flasche im Tausch zu fünfzig andern? Das ist die heutige Welt.

Und die gestrige? Ab Ende April 2015 werden pro Jahr mehr als eine Million Besucher die nachgebildete Grotte Chauvet besuchen.

Grotte Chauvet Eingang

Der ursprüngliche Eingang der Originalhöhle, die nicht besucht werden kann, befindet sich am rechten Bildrand.

Grotte Chauvet Nashorn

Rund 30 000 Jahre alt – die haben ihr Handwerk noch beherrscht. Vermutlich ohne Studium.

Reben im Wandel – AOP Duché d’Uzès

Seit dem 29. Juni 2012 gibt es die offizielle AOP Duché d’Uzès .

Das ist wirklich ein Grund, wieder einmal etwas über Wein zu schreiben. Meine Kollegen haben mich schon lange dazu gebeten.

AOP Keller Duché d'Uzès

Mein Haus in Südfrankreich wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Rebbergsgebaut. Die Rebbergmauer wurde nicht abgerissen, sie verläuft quer durch meinen Keller. Ein weltweites Unikum? Vermutlich nicht, obschon ich nichts Ähnliches kenne. Und seit drei Wochen fehlen meinem Keller rund 15 km um offizielles AOP Gebiet (Appéllation d’origine protegée – früher AOC) zu sein. Das ist doch Grund genug, etwas über diese Appelation zu schreiben.

Fangen wir doch mit dem Clos la Roque von Saint Ambroix an. Bei ihm trifft sich Gott und die Welt im Cave du Temple. Dieses Gebäude ist für rund EUR 100’000 zu kaufen – Interessenten können sich an mich wenden. Ein äusserst aktraktiver Preis für eine alte Kirche, die in ein wunderschönes Wohngebäude umgewandelt werden kann. „Meinen Wein verkaufe ich weiterhin als Vin des Cevennes. Das gefällt mir besser.“ Er ist ein echter Rebell – verkauft ja auch seinen Cuvée Rebelle, seinen Clinton. Daneben hat er für einige Besucher des Fête du Vin in Anduze einen Chardonnay in der Kühlbox. Bei guten dreissig Grad am Schatten unter den herrlichen Bäumen schon leicht warm. Wie mein wirklich erster Schluck Wein von Simon vor 13 Jahren, ein herrlich schöner Wein. Ich hab ihm damals gesagt, der schmeckt besser alles mancher Chablis. Das hat er nie vergessen. Er schmeckt eher noch besser. Mein Kollege meint, den kannst du für mindestens EUR 40 in der Schweiz verkaufen. Er ist bei ihm wesentlich billiger zu haben.

Philippe Nusswitz und Yves Simon

Drei Rebbauern – Cave coopérative Massillargues-Atuech, Philiipe Nusswitz und Yves Simon. Wie in Frankreich so oft üblich, verstehen sie wesentlich mehr von Wein als dem Internet. Hier etwas zu finden, übersteigt eigentlich unsere Vorstellungen. Die Weine kauft man auf dem Rebgut. Einige von Nusswitz kann man in der Schweiz bei Divo , einem Unternehmen der Fenaco, beziehen. Den 7. und 11. Dezember müsst ihr euch merken, sagt der ehemalige Meister der Sommeliers.

Bei rund 60 Weinen kann ich lange nicht alle degustieren. Den billigsten und den teuersten habe ich (leider) nicht versucht – 3.20 resp.15 Euro (2007). Die Preisspanne sagt schon genug – und der Preis ist hier alles andere als ein Qualitätsmassstab. Zudem gibt es Weine, die nach alter Manier ausgebaut sind und solche, welche nach modernen Methoden eigentlich nur noch für die Nase sind. Kurzlebig und hoffentlich nur eine Zeiterscheinung. Darüber haben wesentlich bessere Weinkenner schon ihre Meinung abgegeben. Viele sehnen sich nach den alten Verfahren zurück. Man muss sie heute suchen. Man findet wesentlich mehr Weine, die von Givaudan stammen könnten. Schade. Einige Weine schmecken wirklich nur nach Eiche. Imperdinant. Sie liegen im Trend.

Der Vertreter der Domaine de Roux erschrickt. Seine Flasche Rosé ist fast leer und ich stelle fest, dass sie Zapfen hat. Es ist wie bei den Finanzprodukten. Die meisten haben keine eigene Meinung mehr und akzepieren, was ihnen angeboten wird. Der Weisse und der Rote riechen herrlich. Einen Besuch auf dem Schloss nehme ich mir vor. Zuvor aber ein Nachtessen bei der Domaine de Berguerolles. Da hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Positiv, wie die Degustation zeigte. In Australien abgeguckt. Traditionell und modern müssen sich nicht ausschliessen … verkauft wird auch hier mit der IPG Cévennes.

Eine der schönsten und interessantesten Weindegustation, die ich je erlebt habe. Die Rebbauern diskutieren und fachsimpeln, vergleichen die Weine. Extrem lehr- und genussreich. Wenn es nicht einen verregneten Spätsommer gibt, dürften viele Trauben geerntet werden. Ich mag mich nicht besinnen, je einen Sommer in Südfrankreich gesehen zu haben, wo die Gegend so extrem grün war, wie heuer. Das Wachstum der Pflanzen ist hier zur Zeit erstaunlich. Bis vor einer Woche relativ feucht und nicht all zu warm. Ausschneiden ist angesagt. Nur der zu üppige Behang.

In der Systematik der Pflanzenwelt sind Reben und Rosen verwandt. Hier noch eine Anmerkung für zukünftige Hobbygärtner. Nicht nur in Südfrankreich sollte man Rosen erst im Frühjahr schneiden. Die verblühten Knöpfe abschneiden. Und schon gar nicht ellenlange Zweige. Das darf man bei Kletterrosen machen und den Ramblern. Da anfällige Rosesorten schneller auf Mehltau reagieren, werden sie als Warnsystem öfters vor Rebzeilen gepflanzt.

grüne Rebberge

Hochsommer 2012 in Südfrankreich – Rebberge bei Goudarques und Saint Gély (Cornillon). Diese liegen wesentlich näher bei Uzès als mancher andere der seine Weine nun unter der AOP Duché d’Uzès verkauft. Hier bleibt man vermutlich beim Côte du Rhône. Manche Weine wird man unter der neuen Appelation kennen lernen, die zusätzlich ans AOP Côteau de Languedoc oder AOP Costière de Nimes grenzen. Im Departement Gard dürfte es jetzt etwas übersichtlicher werden. Ein Gebiet, in dem es noch echte preisliche Trouvaillen gibt.

Dazwischen Diskussionen über die Politik. Man und frau ist unzufrieden. Über Hollande, den Euro und die Banken. Ich spreche vermutlich mit den „falschen“ Leuten. Alle wollten sie das kleinere Übel, Sarkozi. Und das in einem Departement, das zuerst für Le Pen gewählt hat. Oder müsste es La Penne heissen?

Kellerrebe

Und hier noch eine echte Kellerrebe.


Aktuell bei libref. – liberal reformiert: „Der letzte Flug“

Aktuell beim befreundeten Personalblog: „In eigener Sache: Aufgabe der Geschäftstätigkeit“

Vor einem Jahr im Finanzblog:
„USD, EUR, CHF oder Credits – welche Währung hat Zukunft?“

Vor 2 Jahren erschienen:
Logistikwirtschaft gewinnt an Fahrt

Vor 3 Jahren erschienen:
Die notwendige schöpferische Pause

Vor 4 Jahren erschienen:
Die Kunst, wie man Änderungen feststellt

Vor 5 Jahren erschienen:
«Dr. Doom rät jetzt zum Ausstieg aus Aktien»

Vor 6 Jahren erschienen:
Innovationen gestern und vorgestern

Vor 7 Jahren erschienen:
Mystery Park(t) – «Die faszinierende Kapitalanlage»?

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Champagner, Lachs und Aspirin – ä gute Rutsch is 2010


Jedes neue Jahr bringt Änderungen … an der Börse oder bei den Preisen. Champagner, Lachs und Aspirin werden garantiert demnächst dazu gehören.

Erstaunlich, dass wir Schweizer noch praktisch nichts vom Überangebot an Champagner bemerkt haben. Aber das ist an und für sich nichts Neues, denn der Handel schützt sich in der Schweiz ganz speziell gegen sinkende Preise. Und nicht zu vergessen, dass wir bei uns seit einigen Jahren Champagner zu einem tollen Preis-Leistungsverhältnis erhalten, die vielen Markennamen in nichts nachstehen. Zudem ist immer interessant, wenn man Zweitweine kennt. Das bekannteste Beispiel dürfte Mercier und Moët-et-Chandon sein. Welcher der feinere ist, habe ich vermutlich schon früher einmal beschrieben.

Der Champagner dürfte in der Schweiz demnächst preislich sinken, auch wenn die Franzosen versuchen, ihre Produktion stark ein zu schränken. Viele sind heute schon auf andere Schaumweine umgestiegen. Übrigens, es gibt auch Prosecco im Glas – der erst noch sehr gut schmeckt Und wenn sie es gerne etwas süss mögen, versuchen sie doch wieder einmal einen Asti spumante.

Vielleicht sind sie bei obigem Artikel der Bernerzeitung über den Einkaufspreis von Lachs gestolpert – CHF 7.50. Das ist kein Witz, das ist so. Der Handel dankt jedem, der Lachs isst und bereit ist, diese Margen (noch) zu bezahlen. Kein Wunder also, wenn der Preis seit einigen Jahren nichts mehr über die Qualität aussagt. „Was sie jetzt über Lachs wissen müssen.“ Guter, echter Wildlachs ist dunkelrot fast braun. Hier noch 26 Minuten Wissenswertes über Champagner – Ton im Hintergrund laufen lassen.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und trinken sie nicht so viel, dass sie Aspirin nehmen müssen. Aber seien sie unbesorgt, wenn ihnen dieses Medikament nicht bekommt, werden sie vermutlich keine Anklage gegen Bayer einreichen. Es hat ja immerhin 90 Jahre gedauert, bis die Öffentlichkeit informiert wird, dass nicht nur das Grippevirus 1918 für den Tod vieler Grippekranker verantwortlich war, sondern eben Aspirin. Seitüber 20 Jahren weiss ich, dass ich die Acetylsalicylsäure (ASS) selbst in kleinen Mengen nicht vertrage. In diesem Zusammenhang erstaunt es mich nicht, dass ich von Mitarbeitern eines Impfstoffherstellers gehört habe, dass sich vom Personal praktisch niemand gegen die Schweinegrippe schützen lässt.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Der Finanzblogger sagt „adieu“ …

Vor zwei Jahren erschienen:
Ausblick – beim Investieren zählt die Vergangenheit nicht!

Vor drei Jahren erschienen:
… und einen guten Rutsch ins 2007!

Vor vier Jahren erschienen:
Wir wünschen ein gutes 2006

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Weinpreissturz oder Kampfansage an Zwischen- und Detailhandel?


Welcher echte Weinkenner schaut schon den Aldi-Prospekt nach Wein durch. Vielleicht sollten sie dies in Zukunft des öftern machen, auch wenn sie die Weine nicht kennen. Oder wissen sie was Bierzo ist?

Bierzo(o) ist kein Tierpark für Bierflaschen, sondern wohl die unbekannteste wie beste Weinbauregion Spaniens. Es reicht wenn Insider die Region kennen, denn sie produziert zu wenig Wein für die grosse Masse. Dabei ist die Gegend seit Jahrhunderten bekannt. Es muss einer der landschaftlich schönsten Abschnitte des Jakobsweg sein.

Ganz speziell sollten wir Hape Kerkeling danken, dass er in seinem Buch über seine Pilgerei „Ich bin dann mal weg“, das weit über eine Million mal verkauft wurde, den dortigen Weinbau eher nebenbei erwähnt: „Wir wissen einen edlen spanischen Tropfen durchaus zu schätzen.“ Vielleicht wusste er ja auch nicht, dass hier in den letzten Jahrzehnten eine Weinbausensation auferlebt. Die Gegend beschrieb er als atemberaubend und befindet sich zwischen der Stelle wo er den roten kleinen Hund Pepe befreit hat und sich dann auf der N6 (vermutlich eher der A6 – der Autovia del Noroeste) im dichten Verkehr weiter gegen Santiago de Compostela quälte.

Das Buch resp. die Hörkasette habe ich im Spitl drei mal geschenkt bekommen. Die FAZ schreibt, warum es gerade dieses Buch ist: „Das Glück, von der Sinnsuche eines Menschen zu lesen, der sich nicht in Sarkasmus flüchtet. Der weiss, dass Fragen ehrlicher sind, als Antworten es je sein können.“ Mit der Sinnsuche habe ich mich dieses Jahr zwangsläufig oft beschäftigt.

Das Leben geniessen, mit einer Flasche Paixar Bierzo DO 2005 zum Beispiel. Im Schweizer Weinfachhandel ist die Flasche des Vorjahres für CHF 117.10 zu haben. Wem dies zu wenig ist, es gibt noch teurere Flaschen im Bierzo. Aber es geht auch billiger. Aldi bietet die Flasche für CHF 29.90 an. Zu einem Viertel des Preises der ein ehemaliger Mister Schweiz verlangt. Die billigste Konkurrenzofferte ist EUR 45. Mehr als das Doppelte. Der Wein ist wirklich eine Wucht. Zumindest die zweite geöffnete Flasche. Die erste hat Korkengeschmack – gekitteter Korkzapfen, Originaleinbrand wohl gemerkt. Das Geld wird im Aldi anstandslos zurück erstattet. Ein Austausch ist nicht möglich. Die Aktion ist ausverkauft.

Ausverkauft! Das ist der Kriegsruf von Aldi Schweiz. Ob TouchScreenComputer, Winterschuhe oder Saxophon, die Masche ist immer die gleiche. Missmanagment! Einige behaupten Lockvogelpolitik. Ich denke nein, denn diese Dinger sind auf dem Weltmarkt eigentlich in unbegrenzter Stückzzahl zu haben. Ganz anders beim Paixar von dem es nur einige wenige Tausend Flaschen gibt. Im Saxophon-Forum ist über Aldi eine interessante Diskussion über weitere Gesichgtspunkte im Gang.

Auf alle Fälle ist das Verhalten der Discounter zur Zeit hoch interessant. Ob Gillette oder Spitzenwein, der Kampf auf viel zu hohe Margen beim Zwischenhändler und Detailisten ist angesagt. Die Zwischenhandel wird schrumpfen oder vermehrt als Tochtergesellschaften des Herstellers auftreten. Freuen werden sich langfristig auch die Konsumenten. Und freuen sie sich, einmal einen Paixar zu geniessen, der aus 100 Prozent Mencia hergestellt wird. Über die Lagerdauer dieser Weinsorte wird gestritten. Ernstopauli sagt „früh trinken“, andere meinen 20 Jahre lagerbar. Mindestens zehn werden es meiner Meinung nach sicher sein. Nur, die Flaschen die meine Partnerin kaufen konnte, werden nie solange halten. Dafür werde ich sicher einmal einige Fotos aus Dragonte im Finanzblog erscheinen lassen.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Europäische Regulierungswut

Vor zwei Jahren erschienen:
CO1 – CO2 – CO3 – C2H6O und der Preis für Fachliteratur

Vor drei Jahren erschienen:
Adventskalender – 9. Tag – Iran

Vor vier Jahren erschienen:
9. Fenster – relatives Metall und relative Früchte

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Jetzt kommt der »Passivtrinkerschutz«


… diesmal nicht zulasten der Genußraucher sondern der Genußtrinker

ein Beitrag von Sackstark

Der Beitrag von Carolus Magnus schön formatiert und mit Bildern im PDF-File (gleiches Fenster) – oder als Word-Dokument damit sich alle Links öffnen lassen.

Fallen wir wieder darauf herein?

Oder haben wir aus dem »Nichtraucherschutz«-Debakel gelernt?

Im Januar dieses Jahres erklärte die World Health Organisation (WHO) eine neue Initiative zur Bekämpfung der mit Alkoholkonsum verbundenen Gefahren. Geplant ist eine zweijährige globale Strategie [Framework on alcohol policy], die Sensibilisierungskampagnen in der Bevölkerung, Richtlinien und Empfehlungen für Nationen sowie die Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz beinhalten. Nur wenige Monate nach dieser Erklärung konnte man in London bereits ein Trinkverbot in öffentlichen Verkehrmitteln ausmachen, Berichte in Magdeburg über ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen lesen, Empfehlungen des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) über ein Verkaufsverbot nach 21 Uhr (Verkauf über die Gasse) in der Tagesschau vernehmen und viele weitere kuriose Meldungen in dieser Richtung aus den instrumentalisierten Medien herauspicken.

Bei näherer Betrachtung der Medienberichte über diese WHO-Initiative fällt auf, daß das Hauptmerkmal dieser Kampagne sich auf alkoholbedingte Schäden und Gefahren von ausschließlich Drittpersonen konzentriert. Es sieht so aus als wolle die WHO versuchen, ein neues Konzept wie «Passivtrinken» auf die Beine stellen. Die ganze Geschichte ist dem Aufbau des Rauchverbotes zu ähnlich – und zu ernst um einfach ignoriert zu werden.
Die Medien selbst hüllen sich über die Details, Ziele oder Gründe dieser WHO-Initiative in lautes Schweigen. Will einer mehr über herausfinden, so muß er sich auf der WHO Webseite umsehen. Das Hauptdokument, welches es zu finden gilt, dasjenige mit der treibenden Kraft hinter dieser Initiative ist der »WHO Expert Committee on Problems Related to Alcohol Consumption – Second Report«, welcher im Oktober 2006 erstmals präsentiert wurde. Aufmerksamen Lesern dieses Reportes verrät er vieles über die dahinterstehende Gesinnung und bereitet uns vor, was wir in den nächsten Monaten und Jahren zu erwarten haben.

Bier oder Wein nur noch auf Rezept? Ethanol = Methadon?

Es ist von vitaler Wichtigkeit zu erkennen, daß der gesamte Report sich nicht über den Alkoholmißbrauch äußert, sondern einzig über den Alkoholkonsum! Nirgends im Report werden irgendwelche Empfehlungen oder Angaben über das Maß gemacht, wo denn nun die Grenze zwischen Alkoholmißbrauch und gewöhnlichem Alkoholkonsum zu ziehen ist. Analog ging man auch beim Rauchverbot vor: »Es gibt kein sicheres Maß bei Passivrauch« – so hieß der Slogan um das Rauchverbot gegen den gesunden Menschenverstand durchzuzwängen. Es sieht also so aus, daß dieselbe erfolgreiche Strategie auch beim Alkohol angewandt werden soll.

Die WHO-Definition der Schädlichkeit

Laut diesem Report wird Alkohol für mehr als 60 Krankheiten verantwortlich gemacht und Schätzungen gehen davon aus, daß diese für 3.8 Prozent oder einer Viertel Milliarde aller Toten dieser Welt verantwortlich sind.

Vergleich: Fünf bis zehn Prozent aller Neupatienten in Krankenhäusern werden wegen unerwünschter Wirkungen von Medikamenten eingeliefert. “Das ist die größte Krankheit, die wir haben.” Dieser Einschätzung von Professor Ludwig vermochte in dieser Runde niemand zu widersprechen.

24 Prozent der Gesamtausgaben für Medikamente gehen ins Marketing, nur 13 Prozent in die Forschung und Entwicklung eines Medikamentes. Es wird also mehr Geld dafür ausgegeben, ein Medikament an den Mann zu bringen, als es zu verbessern. “Wir bekommen so viel inhaltslosen Müll zugeschickt ohne jegliche Information, das müssen wir alles über die Medikamente bezahlen”, ärgerte sich Ludwig über angebliche Produktinformationen, mit denen Ärzte eingedeckt würden.

Quelle

Der Report enthält keine abschließende Liste aller von Alkohol induzierten Krankheiten an Drittpersonen mit ein, sondern operiert nur mit den Reißerischsten, Schrecklichsten und den am meisten Angst machenden wie etwa embryonale Schäden, Schäden der Gehirnentwicklung bei Kinder und Jugendlichen, Hepatitis – und natürlich wieder mal Krebs. Noch ein Wort zu Herzkrankheiten. Die WHO hat eine lange Geschichte hinter sich, indem sie sich aus Prinzip stur gegen die möglichen positiven Auswirkungen von Alkohol auf das Herz stellen. Der Report erklärt, daß dieser Sachverhalt kontrovers und der Schaden größer als der mögliche Nutzen sei.
Auch enthält diese Krankheitsliste keine Schätzungen, inwiefern und in welchem Maß Alkohol daran beteiligt sein könnte. Es stehen nur wieder so dehnbare böse Sachen wie »wiederholter« oder »chronischer« Alkoholgebrauch »könne zu … führen« oder »kann die Leber zu … exponieren« – Kann-Formeln also, die jeder Jurist oder seriöse Wissenschaftler sofort in der Luft zerreisen würde. Es sind darin auch keine Schätzungen enthalten, wie schlimm diese bösen Sachen denn tatsächlich sind, wie oft diese vorkommen oder welche Altersgruppe davon am meisten betroffen ist. Sicherlich sind aber solche tendenziöse »Studien« bereits in Vorbereitung.
Alkoholkonsum löst, gemäß diesem Report, nicht etwa nur Krankheiten aus, sondern führt auch zu sozialen Schäden. Autounfälle, Gewalt und Kriminalität sind die Offensichtlichsten, aber es sind noch mehr aufgeführt: Obdachlosigkeit, soziale Ausgrenzung, Familienprobleme und sogar »minderwertige Arbeitsleistung«! Es ist allgemein bekannt, daß die WHO extra breite »Definitionen« der Gesundheit gezielt nebulös zu setzen weiß, doch hier zeigt sich das tatsächliche Ausmaß dieser Breite: Sogar »Faulheit am Arbeitsplatz« ist zu einer Krankheit geworden.

Nun denn, man kann es auch positiv sehen, denn wenn Arbeit unter die Kategorie Krankheit eingegliedert wird, kann ein jeder sich jederzeit vom Arzt eine Beförderung verschreiben lassen.
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Der Konsum von Absinth, eine alkoholische Substanz, von frankophonen Schweizern im Jura erfunden und seit 1905 verboten, wurde im Juni 2005 vom Parlament ohne Auflagen wieder zum freien Verkauf freigegeben! Klicken Sie auf das Bild, sollten Sie den Wunsch haben, mehr darüber zu erfahren oder ihn mal zu versuchen. Ich kann ihn nur empfehlen und man sollte alles im Leben mal versucht haben… Man sagt ihm nach, er hätte eine Wirkung ähnlich dem des Cannabis.
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Verkennen von Ursache und Wirkung

Es macht den Anschein, daß fast alle sozialen Erkrankungen auf das Trinken zurückzuführen sind: Familie und andere zwischenmenschliche Beziehungsprobleme, Arbeitsprobleme, Gewalt und andere Kriminalität sowie soziale Ausgrenzung.

Minderwertige Arbeitsleistung kann die Produktivität eines Werkplatzes beeinträchtigen.
Lärmende Gruppen von betrunkenen Jugendlichen können eine Stadt in eine »Geh-Nicht-Hin Gegend« für ältere Leute an einem nächtlichen Wochenende machen.

Soziale und religiöse Rituale, die die Einheimischen zusammenschweißen, könnten durch wiederholte Trunkenheit zerrissen und zerstört werden.

Es gibt zunehmende Hinweise, daß Alkohol bei der Kriminalität eine Rolle spielt; speziell in verschiedenen Formen von Gewalt, auch wenn diese stark von Kultur und Land variieren. Es gibt eine allgemeingültige Beziehung zwischen mehr Alkoholgebrauch und krimineller, häuslicher Gewalt sowie Kinderschändung.

Es gibt auch eine Verbindung zu öffentlicher Unordnung, wobei auch hier die Stärke der Beziehung wiederum von den Kulturen abhängt.

Die Hauptfrage lautet: Sind diese Probleme tatsächlich medizinische Angelegenheiten. Sollten Aussagen über soziale Ausgrenzungen, Kriminalität und öffentliche Unordnung von Ärzten höheres Gewicht beigemessen werden als jedem gewöhnlichen Bürger. Ausgelassene und von der Norm abweichende Menschen als körperlich krank zu betrachten und diese deshalb zur »Behandlung« zum Arzt zu schicken, ist die bevorzugte Praxis vieler undemokratischer Staaten und wie wir es aus dem Dritten Reich oder der früheren Sowjetunion kennen.

Die Verfasser dieses Reportes lassen aber auch gar nichts anbrennen, wenn es um soziale Angelegenheiten geht. In den meisten Fällen ist die Logik derart verquer, daß man sich fragen muß, ob das Wort »Experte« nicht eher als Schimpfwort, denn als intellektuelle Auszeichnung für ein Spezialgebiet betrachtet werden sollte.

Unter Auslassung der Spezialfälle von Osteuropa und Zentralasien kann man allgemein wahrheitsgetreu sagen, daß die Anzahl der Gefahren mit jedem konsumierten Liter Alkohol in armen Ländern höher ist, als in reichen.

In vielen Gesellschaften gibt es einerseits eine starke Relation zwischen Abstinenz und Armut, während andererseits unter den Trinkern eine generelle Tendenz zum gefährlichen Trinken unter den Armen um einiges stärker dominiert als bei reichen Trinkern.

Für einen Niveautrinker oder einem mit bestimmtem Muster ist die Gefahr in ärmeren Gesellschaften höher als in wohlhabenden Ländern.

Ein niedriger sozialökonomischer Status kann ebenfalls zu einem besser sichtbaren Muster führen und in der Folge Trinker zu mehr Stigmatisierung und Ausgrenzung führen.

Arme Leute haben oft weniger Möglichkeiten um feindliche soziale Konsequenzen ihres Trinkens zu verhindern, wobei der Bessergestellte sich für sein Verhalten soziale oder räumliche Pufferzonen kaufen kann.

Man kann diese Aussagen mit andren Schlußfolgerungen des Reportes kombinieren:
Studien aus diversen Ländern zeigen, daß Alkoholkonsum ungleich über die trinkende Bevölkerung verteilt ist. Der meiste Alkohol in einem Land wird von einer relativ kleinen Minderheit von Trinkern konsumiert. Ein typisches Merkmal dieser Studien ist, daß die Hälfte des Alkohols von 10 Prozent der Bevölkerung getrunken wird.

Somit wird ziemlich klar, daß Leute, die nicht sozial ausgegrenzt oder nicht sehr arm sind, kaum je unter den Krankheiten von Alkoholkonsum leiden. Wohlstandsmenschen werden kaum je obdachlos oder verlieren ihre Stelle aufgrund ihres Trinkens. Man könnte also schlußfolgern, daß es eine weitaus effektivere Strategie wäre, die Armut zu bekämpfen, statt erwachsenen Menschen den Alkohol zu verbieten und sie zu bevormunden.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen des WHO-Komitees sind also kaum überraschend und nach dem Nichtraucherschutz auch nicht mehr originell.

Sicherlich wird niemand überrascht sein, daß das Ganze als direkte Einladung zur Alkoholsteuererhöhung für Finanzpolitiker gedacht ist.

Wer die Werbe-Strategien für die Idee des »Passivtabakraucherschutzes« in den vergangenen Jahren verfolgt hat, den wird es kaum vom Hocker reißen zu hören, daß das Komitee die Einbindung der Massenmedien als überaus wichtig erachtet.

Aus dieser Sicht ist es eine Notwendigkeit für die öffentlichen Gesundheitsinteressen zu erkennen, daß die Bedeutung der Massenmedien in der politischen Debatte auf nationaler und lokaler Ebene von größter Wichtigkeit ist. Die Berichterstattung über spezifische Kernfragen in den Massenmedien hat eine installierbare Terminplaner-Funktion, das heißt, sie beeinflußt Politiker und Gesetzgeber, das Problem überhaupt auszumachen und wahrzunehmen und wie wichtig diese das Thema betrachten. Medien-Fürsprache kann ebenfalls dazu benutzt werden, um eine Verschiebung in der öffentlichen Wahrnehmung zu politischen Veränderungen herbeizuführen.

Die übrigen Maßnahmen werden in Skandinavien seit geraumer Zeit bereits angewandt und werden heute nicht nur als effektiv, sondern auch als zweckmäßig für den Rest von uns angesehen. Die wichtigste vorgeschlagene Maßnahme liegt in der Verkaufsrestriktion wie die Reduktion der Anzahl Verkaufstellen, die noch Alkohol verkaufen dürfen oder zeitliche Restriktionen, wann Alkohol noch verkauft werden darf oder die Limitierung sowohl der Leute, die überhaupt noch Alkohol verkaufen dürfen, als auch jener, die ihn noch kaufen dürfen. Dies beschränkt sich nicht nur auf Minderjährige, sondern auch auf solche die erkennbar betrunken sind. Der Vorschlag ist, daß der Barman oder Wirt jeden erwachsenen Gast nach Hause schicken muß, anstatt ihn weiter zu bedienen wenn er meint, einer hätte zuviel getrunken. Dies wirft einige Fragen auf:

• Wer schädigt denn schon gerne per Gesetz seine eigene Einkommensquelle?
• Mutiert der Wirt zum Kindermädchen und Tugend-Terrorist Erwachsener?
• Wird Denunziation und Blockwartdenken wieder hoffähig?
• Wird mit Verboten von Genußmitteln absichtlich eine gesellschaftliche Segregation gewünscht und herbeigeführt?

Kommen da Erinnerungen wach?

Es sollte spätestens jetzt jedem klar sein, daß genau dieselben Mechanismen wie im Falle von Tabak angewendet werden. Die einzelnen Schritte sind dieselben: Erst bringt man eine Substanz mit gefährlichen, angstauslösenden Krankheiten in Verbindung. Dann negiert man den Grundsatz der Toxikologie, daß »nur die Dosis das Gift bestimmt« und weist ihn kategorisch zurück, um anschließend durch die Massenmedien und Werbe-Kampagnen die Bevölkerung zu erschrecken und zu spalten.

Sollte die Angst- und Schreckensverbreitung nicht genügen, kommt Plan B wie gehabt zur Anwendung: Überzeuge die Menschen, daß die Substanz nicht nur für den Konsumenten schädlich ist, sondern auch für alle andren mit dem Ziel, die Substanzkonsumierenden auszugrenzen und zu stigmatisieren.

Im Falle von Tabak hat dies ausgezeichnet funktioniert. Der Alkohol hingegen ist in der europäischen Kultur, Tradition und Sozialgewohnheiten viel stärker verankert als Tabak. Die Europäer hören seit Jahrhunderten die Predigten von Priestern, Philanthropen und moralinsauren Ärzten – ohne großen Erfolg. Laßt uns hoffen, daß es dem WHO Expertenkomitee nicht gelingt, uns selbst zu entmündigen und zu überzeugen, wir seien nicht fähig mit einer Substanz umzugehen, welche jahrhundertelang unser tägliches Leben bestimmt.

Nach der Lektüre des WHO Reports wird jeder ein glasklares Bild in sich tragen, was auf uns zukommt: Wir werden systematisch dahingehend gehirngewaschen, daß wir letztendlich zu wissen meinen, ein paar Gläser Bier würden uns nicht nur einen »langsamen und schmerzhaften Tod« bereiten, sondern daß auch jeder Alkoholkonsument seinen Job verliert, er zum Kindesschänder mutiert und ein gewalttätiger Krimineller wird. Das Gastronomiepersonal, so es denn noch existiert, wird die schwierige Bürde aber nicht sonderlich noble Aufgabe tragen, uns vor uns selbst zu beschützen und der Staat wird neue Ausreden finden für Steuererhöhungen, Umerziehung Erwachsener, weiteres Eindringen in die persönliche Privatsphäre und die Verweigerung von sozialen Leistungen an Menschen, die dafür als unwürdig betrachtet werden. Früher oder später resultiert daraus eine soziale Rassenhygiene. Kommt dann noch die Verweigerung ärztlicher Leistungen hinzu, darf man offen von passiv-aggressiver Euthanasie reden.

Was also nach dem »Nichtraucherschutz« kommt wissen wir nun; doch was kommt nach dem »Passivtrinkerschutz«? Ich wette, es wird der »Schutz vor Passivessen« sein!
Und irgendwann kommt dann wieder dieselbe Schlagzeile wie 1933:

Bereits am 18. Juni 2008 hat der Schweizer Bundesrat gut geheißen:
Nationales Programm Alkohol (NPA) 2008-2012

Das Spiel wurde angepfiffen! Seid also wachsam, Leute.

»Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!«
(Kurt Tucholsky, 1890-1935)

In Deutschland setzt man weiterhin hilflos und kontraproduktiv auf Ekelbilder – neu nun auch auf Bierdeckeln, später auf Flaschen-Etiketten. Die meisten Jugendlichen werden solche Bilder eher animieren als abschrecken.

Jugendliche trinken zukünftig im Versteckten
Heißersehnte Gesundheitspornos endlich freigegeben
Polizei warnt mit Ekel-Fotos vor dem Komatrinken
Polizei warnt mit Videos vor dem Komasaufen
(von eingebetteten Schreibern des Pharmablättchens FOCUS)

Carolus Magnus

Anmerkung vom Finanzblog: Absinth ist ein allwärtiges Getränk beim Bourbaki-Panorama – vgl. Adventskalender vom 1. Dezember. Die Zuhörer kamen dort in einen spontanen Beitrag über dieses Getränk, das 1905 in Frankreich und 1908 in der Schweiz verboten wurde. Da ich für die Präsentation der Jahresrechnung von libref. den versprochenen Beamer nicht vorfand, habe ich die schnell auf Folie hingekritzelten Zahlen durch einen Vortrag über Absinth ergänzt. Dieses Getränk hatten wir vor dem Mittagessen degustiert. Das bisher einzige mal, dass ich bei der Präsentation eines Jahresabschlusses einen so ausgiebigen Applaus erhielt. Ein Zeichen, dass Zahlen eigentlich eine langweilige Materie darstellen. Der Absinth so als Erinnerung an meine Branchenkunde bei der Lehrabschlussprüfung. Zudem hatte ich schon als Lehrling das Glück eine Finanzbuchhaltung zu übernehmen und dann vier Jahre zu führen. Nicht irgend eine, sondern neben der PTT und der SBB die einzige in der Bundesverwaltung, die selbständig geführt wurde … die der Eidg. Alkoholverwaltung. Danke Carolus, es hat Spass gemacht, deinen Beitrag zu lesen.

Weiter zum Adventskalender

Liebe Leser, wenn sie etwas zu sagen helfen, so können sie ihren eigenen Blogbeitrag im Adventskalender gleichzeitig auf mehreren Blogs erscheinen lassen. Zur aktuellen Liste und bisher erschienene Beiträge.

Zusammenstellung und Koordination: Stephan MartiFinanzblog

Alternativanlagen für den kleinen Mann


Alternativanlagen – was man(n) auch immer damit anbietet – brauchen wesentlich mehr Fachwissen, als Aktien oder gängige Wertpapiere. Das will aber nicht heissen, dass es unter dem „kleinen“ Mann keine Branchenkenner gibt.

Hörbie sei Dank, er hat das Finanzblog während meiner Abwesenheit „gehütet“ und Beiträge geschrieben. Über Kondratieff und seine Zyklen: das heisst für mich, antizyklisch einkaufen, weil dann die Preise kontratief sind. Kondratjew wie er heute geschrieben wird, fasziniert, begeistert viele und manche glauben nicht so recht an seine Theorie. Einige tun es ab als Magie, andere mit statistischem Aufwand nachgeholfener Zufall. Fragen über Fragen und was war vor dem 1. Kondratjew-Zyklus?

Alternative Anlagen kann man kaufen, wenn diese tief sind. Nur eben, es braucht relativ viel Wissen um zu sagen, ob etwas „tief“ ist und ob es ein guter Kauf ist. In vier Tagen Post finde ich rund 10 Angebote über alternative Anlagen. Angefangen mit der Briefmarke, die Aktie des kleinen Mannes! Ich erhalte 25 Prozent VIP-Rabatt – wirklich nur CHF 8675, da müssen sie sofort anrufen, damit sie wirklich auch der stolze Besitzer sind. Zwingen tun sie mich nicht, obschon durch diesen Ort einen Fluss hat, der kurz danach in den Rhein mündet – des Müllers Lust lässt grüssen. Mit diesen Stichworten sollte auch für „Branchenfremde“ schnell auf den Anbieter zurück gegriffen werden können, der im gleichen Schreiben Silber- und Goldmünzen empfiehlt – auf sichere Werte setzen.

Alternative Anlagen ja, aber Sachwissen ist gefragt … und die meisten Leser haben ja einmal Briefmarken gesammelt und diese dann weiter gegeben. Oder Wein getrunken. Das soll auch eine Kapitalanlage sein. Vorgeschlagen von einem Händler der mit Weinen gross geworden ist, der 90 Rappen DAF der Liter gekostet hat. Das war eine Kapitalanlage. Übrigens, Giordano, war es nicht. Den möchte ich aber einmal ansehen. Gross und klein fasziniert. Das Industriegebäude beim Autobahnzubringer in die Alba-Gegend konnte ich nicht fotografieren, mein 16mm-Fisheye hätte nur einen Ausschnitt erfasst!

Die meisten Weinbauern und Weinhändler sind nicht kotiert, verkaufen nur Wein und keine eigenen Aktien. Sie kaufen oft auch keine andern Aktien, sondern ihr Erspartes wird in Land, Reben und Kellertechnik angelegt. Der „kleine Mann“ oder die „grosse Frau“ können aber oft bei solchen Häusern auf eine gute Rendite kommen. Über die Qualität lässt sich ja bekanntlich streiten und meistens, speziell in Italien, steigen gut bepunktete Weine extrem progressiv (überproportional) an. Es gibt immer noch Weine, die nicht billig, aber doch preiswert sind – und sehr gut. Erstaunlicherweise meist zu Preisen wie vor Jahren, gar Jahrzehnten. Es sei denn, man schaue sich die Preise in der Schweiz an oder es stehe allenfalls Barolo auf dem Etikett. Und hier muss ich schnell Hörbie zitieren: „Stephan gurgelt in Oberitalien neuartigen Frostschutz, der jedoch in etikettierten und mit Jahrgang versehenen Flaschen abgefüllt ist, derweil ich sein Blog hüte… prost! Ich hoffe gerne, dass es kein Frostschutz ist, sondern nur edle Tropfen.“ Einen habe ich gekauft – ohne Etikette, Barolo 2004, der 5 minuti. Brandneu abgefüllt und verkostet. Und was wäre eine gute Anlage ohne Fotos.

Barolo cinque minuti

… Barolo cinque minuti 2004 – für „Normalsterbliche“ nicht käuflich …

Barolo Presskuchen

… übrigens, es gibt in dieser Gegend bessere Süssigkeiten zu essen, als ein Barolo-Kuchen (Presskuchen) und was aus dem Kuchen getropft ist, wird erst in vier Jahren abgefüllt …

Francesco Borgogno beim Prosten

… zu grossen Weinen darf auch Süsses gegessen werden und bei solchen wird dreimal (links – rechts – links) angestossen. Für moderne Weinfreude mag dies ein Gräuel sein. Aber es gibt sie noch, diese traditionellen Weinbauern, bei denen der „kleine Mann“ herzlich, nach alter italienischer Manier willkommen ist. Francesco Borgogno hat auch mit dem österreichischen Premierminister, mit Helmuth Kohl, einem Nachfolger von Rommel schon angestossen …

Francesco

… Francesco – ein Bild sagt mehr als 1000 Worte …

Weinzubereitung

…. eine Schaufel voll Wein …

Fässer bei Borgogno

… bei Borgogno und …

Fässer bei Burlotto

… einem anderen Familienbetrieb bei Andrea Burlotto von Massaraeinige Weine von ihm dürften sie in der Schweiz vergeblich zu kaufen suchen. Genau das macht es aus, dass der „kleine Mann“ noch alternative Anlagen findet, die eine Rendite bringen und vor allem Freude bereiten …

Fiat Topolino

… vielleicht findet der eine oder andere noch einen Oldtimer zwischen den Stahlfässern und der Abfüllanlage. Auch ein Fiat Topolino kann eine alternative Anlage sein, die unter Umständen die bessere Rendite erzielt, als dies mancher Finanzprospekt in den letzten Tagen auf zu zeigen versucht …

Trüffelhund

… oder setzen sie auf einen Trüffelhund …

Weisser Trüffel

… und lassen sie ihn einige Knollen weisser Trüffel finden. Das glatte Stück ist keine 10 cm lang und kostet ziemlich genau 600 Euro. Falls der Hund fündig wird, gibt es vermutlich eine neue Hütte …

Gaja

… und hier kostet manchmal eine Flasche so viel. Bei Gaja gibt es die neue Linie. Umstritten aber sogar im 1. Klass-Restaurant (wenn erhältlich) zum Preis, wo in der Schweiz meistens nur offener Wein erhältlich ist. Ein Weisswein, absolut eine Wucht. Passt bestens zu einem Rindsfilet nach Piemonteser Art. Es scheint, dass die hochpreisigen Weine langsam das Zeitliche segnen werden. Wie auf den Finanzmärkten wurde auch hier extrem übertrieben. Es ist ein Umdenken angesagt … vielleicht hat Kondratjew doch recht … und die Etikette ist nicht immer das Wichtigste.

Ein Beitrag über «Geld und Finanzen – leicht erklärt» – einer Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn. Er wird auch im Personalblog aufgeschaltet.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Lieber Bundesrat (Sch)-Merz – statt Wein, Raps und Schnaps

Vor zwei Jahren erschienen:
Prosecco in der Dose … einfach irre!

Vor drei Jahren erschienen:
Gen-Tech-Moratorium – so verschieden kann Ökologie sein

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

Das Albedonische Wertpapier XI.08 – 43 Prozent


11.11.11.11. Fasnachtsbeginn … nein die Weine von Reichenbach (Vorort von Bern) werden erst am Abend beim Künstler Mercurius Weisenstein vorgestellt …

… und die Dividende des Albedonischen Wertpapiers gibt es in echt flüssiger Form – weiss oder rot …

albedonisches Wertpapier

… oder gar mit regelmässig wiederkehrenden 43 Prozent …

43 Prozent

… gibt bei einigen vielleicht einen etwas undurchsichtigen Blick. Beim Bild des Künstlers hilft aber, wenn man dieses aus einigen Meter Entfernung ansieht – plötzlich werden die Gesichter deutlich …

Menschen

… und andere etwas nachdenklicher ….

Mercurius Weisenstein

… ob Mercurius Weisenstein über weitere Möglichkeiten des Albedonischen Wertpapiers …

albedonisches Wertpapier

… übrigens, der Wein ist ausgezeichnet – und eine totale Rarität.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
«Dubai-City» will hoch hinauf – Babylon lässt grüssen

Vor zwei Jahren erschienen:
Energie-, Finanz- oder Technik-Krise?

Vor drei Jahren erschienen:
USD und Bretton Woods – frostige Aussichten?

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Kreuzzüge, Ritter, Könige und Präsidenten


Ein Kreuzzug ist keine Eisenbahn und hat auch nichts mit der gegenwärtigen Börsensituation zu tun …

… und trotzdem könnte man stundenlange Vergleiche anstellen. Von meinen Kreuzzügen in Südfrankreich nur einige kleine Ausschnitte. Schön ist hier, dass nicht gleich alles mit endlos vielen Punkten bewertet sein muss und riesigen täglichen Schwankungen unterliegt. Die jährlichen halten sich auch in Grenzen. Es wird wohl niemanden echt erstaunen, dass zwei von den drei ersten Weinen (weltweit) hier in walkind distance liegen. Nur marschiert heute keiner mehr. Mal abgesehen von den modernen Pilgern auf den Jakobswegen zeugen nur noch die alten Platanen-Alleen hin, dass Frankreich einmal ein Fussgängerland war. Das war aber noch zu Napoleons Zeiten und die Bäume lies er pflanzen, damit im Schatten in die Kriege gezogen werden konnte. Und neben den Strassen unendliche Felder mit Reben. Vernachlässigte und Top-Lagen vielfach in nächster Umgebung …

LKW und Herbstnebel

… heute nehmen die Ritter der Strasse die Reben im Rhône-Unterlauf kaum noch wahr … der Wine Spectator schon … ja, welches Gebiet auf der Welt hat wohl am meisten Podestplätze …

Wein-Vollernter

… aber es brauchen nicht immer die teuersten zu sein, die herrlich sind. Auch solche, die nicht von Hand gelesen wurden, können herrlich schmecken. Nur, so zwei drei kleine Einzelheiten sollte man schon wissen. Die meisten „Maschinenweine“ sind eher von kleiner (und meist unreiner) Qualität, aber gerade im Bereich der professionellen Biobauern werden heute Maschinen eingesetzt. Bedingung ist aber, dass das zu lesende Gut vor der mechanischen Ernte von Hand verlesen wird. Die schlechten schneidet man raus, die guten bleiben hängen – okologisch absolut in Ordnung, ökonomisch ein extremer Kostenvorteil. Umdenken …

Reben im Herbst

… und die Kostenstrukturen beobachten und vor allem die Reben. Wie sie gepflegt sind und welches Alter sie haben. Je älter desto besser, grob gesagt. Nächste Woche kaufe ich einige Flaschen Tempranillo von jungen Reben. In Frankreich angebaut, dreissig Minuten Fussmarsch durch die Garigue und einige Flaschen Clinton soll es auch noch am Lager haben …

Pic Saint Loup

… ja Präsidenten wechseln (oder werden es nicht) wie Könige und Ritter in alten Zeiten. Wenn alte Weinstöcke sprechen könnten, würden die verbotenen Sorten zumindest auch nicht ausplaudern, wo sie wachsen. Sicherlich nicht hier oben auf dem Pic Saint-Loup. Dafür sieht man Burgen, Schlösser und Domänen. Auf der anderen Seite hat man eine herrliche Aussicht auf den Hortus, der nicht weiter entfernt zu sein scheint, als der bodenlose Abgrund, der einem hier oben zu Füssen liegt. Wer nicht schwindelfrei ist, soll unten bleiben … und einige dürften in diesen Top-Lagen einen Kater bekommen, der sich aus der Wanderbeschreibung von Werner Eckhard erahnen lässt. Übrigens, eine Seite, die man sich merken muss, toll gemacht und exakt …

Weinfassroboter

… und einen anderen, eher noch unangenehmeren Kater kriegen jene, die der Gegend hier zu viel huldigen. Dieser Weinfass-Roboter scheint einen eigenen Barrique-Geschmack zu haben …

Haribo

… der eher dem von Hans Riegel aus Bonn bekannt als Haribo zuzuschreiben ist. Aus Kostengründen hat man hier die Degustationsmöglichkeiten stark reduziert, was aber vor allem Frau nicht abhält, Kistenweise zu kaufen, derweil es mir ganz andere Sachen in diesem Industriekomplex angetan haben …

Haribo Kältetechnik

… aber dazu mehr, wenn ich einige Sachen nicht mehr nur meinen Kunden vorbehalte …

Sabines Montpéllier

… oder Lakritze süchtigen Begleiterin, nach der in Montpéllier sogar eine Station benannt wurde. An der Messe dann eine Weindegustation, der billigste war bei ca. 40 Euro – die Flasche, nicht der Karton. Da hätte jemand geschwelgt … Santenay, Morey Saint Denis, Echezau … aber das holen wir nach … und am Sylfester gibt es dann vermutlich Champagner – Compte Audin de Dampierre, Cuvées des Ambassadeurs – Pinot Noir und Chardonnay … und der wurde an die französichen Könige und heute noch an den Präsidenten geliefert … dafür bringe ich heute noch meine Vermicelles-Presse mit. Etwas, das man in Frankreich nicht kennt. Und essen werden wir Chataignes und falls wir Glück haben und etwas grössere finden, nennt man diese Marron, welche eher den weiter gezüchteten Marronis im Italienisch sprachigen Raum entsprechen. Mehr dazu vielleicht mal von Mr. Marroni persönlich, der sich sinnigerweise bei anderen Präsidenten im Kommentar verlinkt hat, aber dann wieder direkt aus der Schweiz …

Hospitaliers

… aber zuerst noch so ein Geheimtipp. Gefunden am Fête des Chataignes in Courry – Les Hospitaliers der Domaine Les Peyrières in Saint Maurice de Cazevielle. Über diese Ortschaft gäbe es noch einiges zu schreiben, mehr als in Wikipedia steht, so zum Beispiel, wie dieses Dorf mit einer Wallisser Gemeinde zusammenhängt und was es mit Rittern auf sich hat …

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Auf den Boom der letzten Jahre folgt der Rückgang

Vor zwei Jahren erschienen:
… einige Bilder

Vor drei Jahren erschienen:
«Abzocker wollen sein wie Gott»

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«Bier. Aber auch Wein.»


Angela Kreis-Muzzolin schreibt über Bier und Wein aus Holland. Zufälle gibt es nicht. Ich habe auf den Tag genau vor zwei Jahren über «Bier oder Wein in Deutschland» geschrieben.

«HUP HOLLAND

Bier. Aber auch Wein.

Dass die Niederländer gut Fussball spielen und mindestens ebenso gut Bier trinken können, hat man in den letzten Wochen in Bern gemerkt. Aber sie können noch mehr. Zum Beispiel Wein produzieren. Überraschend guten Wein.

Weinbau in Holland? Dort, wo sich Regen, Sonnenschein, Wind und Wetter stündlich ablösen und Deutschland zu den wichtigsten Weinimportländern gehört? Die Antwort ist einfach: Wo der Arm der lebensfreudigen Römer hinreichte, lebt die Weinkultur weiter. So auch im Süden Hollands. In den Provinzen Limburg, mit der Hauptstadt Maastricht, und Gelderland bewirtschaften die gut 40 Weinproduzenten knapp 300 Hektaren, was knapp zwei Prozent der Schweizer Rebfläche entspricht. Frisch-fruchtig mit leichtem Salzgeschmack und angenehm stützender Säure präsentieren sich die vornehmlich weissen Gewächse als ausgezeichnete Sommerweine. Sand-, Fluss- und Meerlehmgrund, aber auch Löss und Mergel sowie mineralreiche Feuersteinböden bieten ideale Wachstumsvoraussetzungen.

Rotwein als Spezialität

Einer, der sich trotz Warnung aus dem Freundeskreis mit Haut und Haar der Rotweinproduktion verschrieben hat, ist Stan Beurskens. Der 31-jährige Präsident des Holländischen Weininstituts führt die Tradition seines Vaters weiter. 1988 begann dieser als holländischer Rotweinpionier mit dem Weinbau, um allen Zweiflern zu beweisen, dass Rotweintrauben auch in Holland gut gedeihen können. Als er 1995 ernsthaft erkrankte, übernahm sein achtzehnjähriger Sohn das eine Hektare grosse Gut. Längst hatte das «Weinvirus» seine Neugierde geweckt. So liess er sich in den besten Ausbildungsstätten Europas und an der Universität von Stellenbosch in Südafrika zum Önologen und Berater ausbilden. Allen Unkenrufen zum Trotz bewirtschaftet er heute auf zwei Gütern mit gesamthaft fünf Hektaren erfolgreich 95 Prozent seiner Fläche mit roten Reben. St.Martinus Wijngaard ist der einzige Weinbaubetrieb Hollands geblieben, der ausschliess-lich rote Traubensorten produziert. Daneben führt Beurskens seit 2003 eine eigene Beratungsfirma, die ihn auch immer wieder ins Ausland führt.

Viele Auszeichnungen

«Wir produzieren fünf verschiedene Rotweine, zwei fruchtige, leichte und drei Cuvées, welche im Holzfass und im Barrique ausgebaut werden», gibt der junge Önologe zu Protokoll. Beurskens ist stolz darauf, mit seinen Weinen schon über zehn internationale Silbermedaillen, drei davon vom OIV, der Organisation Internationale de la Vigne et du Vin, gewonnen zu haben. Seine Vorliebe gilt denn auch komplexen körperreichen Weinen, wenngleich er dem Konsumentenbedürfnis entsprechend auch leichte Weine keltert. «Meine liebsten Weine sind diejenigen, von denen der Weinliebhaber sagt, sie könnten unmöglich aus Holland stammen, Weine eben, die unauslöschlich in Erinnerung bleiben.»

Biologischer Anbau

«Holland nimmt im Bereich der umweltgerechten und biologischen Landwirtschaft weltweit eine führende Stellung ein.» Beurskens lebt die Philosophie des umweltschonenden Anbaus selbst. Auf diese Weise erstklassige, körperreiche und geschmacksintensive Rotweine herzustellen, stellt eine echte Herausforderung für ihn dar. Das eher feuchte, moderate Klima und die vom Staat beschränkte Zulassung von höchstens vier Spritzmitteln hat die holländischen Winzer zu Spezialisten der interspezifischen Sorten heranwachsen lassen. 75 Prozent der Rebfläche sind damit angepflanzt. Die pilz- und frostresistenten Kreuzungen (Piwi-Sorten) zwischen europäischen und ursprünglich amerikanischen Reben reifen zumeist früh und eignen sich deshalb besonders für das raue Klima.

Schon mit über 89 Sorten experimentierte Stan Beurskens auf seinen Betrieben Wijngaard’t Rodt, Wijngaard Villare und Wijndomein St.Martinus. Dazu gehören auch die Neuzüchtungen Cabertin und Pinotin des Schweizer Privatzüchters Valentin Blattner. Der Jurassier hat damit in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts Reben gezüchtet, welche dunkle, tanninreiche und ausgewogene Weine bringen und dem holländischen Klima sehr entgegenkommen. «Mit Pinotin machen wir sehr gute Erfahrungen. Die auf Basis der Pinot-noir-Traube gezüchtete Spezialität bringt viel versprechende Resultate hervor», kommentiert Beurskens seine Versuche. Auch zahlreiche Neuzüchtungen des deutschen staatlichen Weinbauinstituts Freiburg wie die Cabernet Cortis und Monarch (siehe Kasten) eignen sich bestens für die nördlichen Anbaugebiete.

Weinaktien sind Trumpf

Wie bringen die Holländer ihre raren Tropfen auf den Markt? Stan Beurskens Freundin Dunja Meis arbeitet als Marketingspezialistin auf St.Martinus Wijngaard mit, um die jährlich rund 15000 Flaschen erfolgreich zu vertreiben. Gute Erfahrungen macht sie hier mit den Weinaktien, die den Inhaber während fünf Jahren zum Bezug von sechs Weinen nach Wahl berechtigen. «So haben wir die Gewissheit, dass der Wein zu den echten Geniessern kommt.» Auch Mutter Beurskens setzt sich für den Verkauf der Produkte ein. Gute Restaurants aus der Gegend gehören ebenso wie private Weinliebhaber zum Kundenkreis.

Bier bleibt Nationalgetränk

Bern hat bewiesen, dass die Holländer trinkfest, freundlich und zuvorkommend sind. Sie trinken durchschnittlich 77 Liter Bier pro Kopf und Jahr. So dürfte das Nationalgetränk der Holländer stets der Gerstensaft bleiben. Doch der Weinbau im Süden der einstigen Seefahrer- und Handelsnation Holland legt kontinuierlich zu. Zahlreiche Betriebe sind in den letzten Jahren entstanden. So staunen selbst die Holländer Weinfreunde, welch köstliche Weine in ihrem Land hergestellt werden. Wo würde der weltgereiste Beurskens am liebsten Wein produzieren, wenn er die Wahl hätte? «Ich arbeitete auf Weinbetrieben in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien, aber auch in Neuseeland und Südafrika. Für mich liegt die Herausforderung als Weinbauer aber in Holland: Es ist toll, etwas Neues machen zu können.» Doch das Wichtigste für einen Weinbauer, sagt Stan Beurskens, sei es, den eigenen Stil zu finden.

Die Freundschaft zwischen Holland und dem Berner Publikum scheint besiegelt. Für die Bernerinnen und Berner bedeutet dies, demnächst auch Holland zu entdecken. Nebst den unendlichen Flächen, den Windmühlen, malerischen Stadtbildern und kulturellen Schätzen gibt es hier auch viel Neues zu entdecken. Nicht zuletzt auch die Weinproduktion.

Angela Kreis-Muzzulini

Danke Angela für deinen Artikel. Merci auch den Freunden, die am Tag, wo dieser Blogbeitrag gespeichert wurde, in meinem neuen alten Weinkeller helfen. Als Begleiter zum Essen wird es Ochoa geben – zum Sieg der Spanier. Zuvor einen Bio Muskateller-Sekt aus dem Kaiserstuhl – so als Trostpflaster für Deutsche. Und wenn wir noch mögen einen Château Bouscassé. Es ist wie beim Sandwich. Etwas eingeklemmt, aber das Beste ist in der Mitte. Zusätzlich hilfreich beim lernen von Fremdsprachen. Chateau heisst Katzenwasser. Dank Zirkumflex richtig betont «Schloss», wobei diese Bezeichnung in Frankreich vom Palast in Versailles bis zum grösseren renovationsbedürftigen Wohnhaus reicht. So gesehen ist heute Schlosskeller-Arbeit angesagt.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Exotenbörsen machen das Rennen

Vor zwei Jahren erschienen:
30. Juni 2006
Blick Richtung Süd-Ost

Vor drei Jahren erschienen:
Warum Unternehmer ohne Bankkredit ruhiger schlafen

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Der Franken – tendenziel schwächer und geteilter Meinung


Der Franken – vielfältiger könnte dieser Link nicht sein. Meine beliebtesten Franken tendieren beide schwächer.

Der Spiegel und der Schweizer Franken. Ja, wir stossen bei der ersten Meldung auf die EM2008. Die haben wir auch in Franken erlebt. Bezahlt wurde aber nur in EURO und in der Gaststube sass kein Mensch. Alle dreissig waren im Raucherzimmer. Mehr als die Hälfte hat geraucht. Genuss findet auf verwirten politischen Pfaden statt, unterschiedlich je Land. Die Region Franken ist mental zweigeteilt. Nicht nur rauchend. Da gibt es die Deutschen, die im Spiel dann auch gewonnen haben. Hier genau genommen die aus Baden-Würtemberg. Und dann gibt es noch die Bayern, die auch einen Teil von Franken besitzen, aber keine Deutsche sind. Sie sind aus dem Freistaat Bayern. Erstaunlich, wie wenig sich in der Mentalität ändert. Meine deutsche Begleiterin klärt mich auf. Nicht Geschichte, immer noch aktuell.

Mainschleife bei Volkach

Stark geändert hat aber die Weinzubereitung. Die wird modern, dem heutigen Geschmack angepasst. Die Säure ist weg. Spurlos verpufft. Geschmackliche Erholung könnte heute in der Mitte Frankreichs oder Tschechien gesucht werden. In Franken wird wieder auf Massengeschmack gearbeitet. Das Volk ach will Convenient Wein. Aus einer ungenannten Ortschaft, der viel gereiste Leser wird diese erkannt haben, eine kleine Geschichte. «Die Trauben werden ge-müllert und dann im Fass ausgebaut. Das Beste, was ich je getrunken habe.» Das die Meinung des Junior aus Haus «Nummer 1» vor Ort. Ja, süss ist der Wein im Bocksbeutel nicht mehr, aber auch nicht trocken. Eben mundgerecht für den heutigen Geschmack. Den hab ich nicht, den mag ich nicht und wenn man das mit Aktien vergleicht, dann gilt auch hier: «Sie müssen eine eigene Meinung haben.»

Mit 25 Prozent Blutanteil aus Bayern (mütterlicherseits) geniesse ich lieber Baden-Würtemberg. Da bin ich echt ganz heger, der Wein aus dem andern Ende des Bundeslandes schmeckt. Von Jahr zu Jahr auch etwas weniger nach Säure. Die Klimaerwärmung ist nicht alleine schuld, dass viel Zucker und weniger Säure im Traubengut ist. Der Wein wird dem Massengeschmack angepasst. Masse, das sind diejenigen, die Geld zum Wein kaufen, aber nicht durchs Band auch eine eigene Meinung haben.

hopfenkommission

Weite Teile von Franken sind ja eh für Bier geeignet. Die Hopfenkommission in Spalt wäre ein Beitrag für sich. Hier gibt es zwei katholische Kirchen neben einander. Die eine vom Bischof und die andere wurde gespendet. Das gespaltene Spalt hat nichts mit der Spalttablette zu tun, denn diese, aus dem Hause Whithall-Much, kommt aus dem erhabenen Münster . Obschon einige nach zu vielem Genuss von Bier und Wein auf dessen Inhaltsstoff, die Acetylsalicylsäure, angewiesen sind. Schauen wir uns doch lieber normale Häuser an.

Rieghaus

Über Rieghäuser demnächst mehr. Und so was von schräg müssen wirklich nicht alle sein.

Spargel

Es gibt nicht nur Reben und Hofen in Franken, auch Spargel. Über Politisches und Grammatikalisches haben wir uns schon geäussert und auch über die Anlagemöglichkeiten in börsenkotierte Spargel-Anbieter. Aber diese Tipps mit Namen nur für Kunden und solche, die es werden möchten.

Vestas

Wenn ich wieder einmal in Baden-Würtemberg unterwegs bin, dann will ich doch nicht alles geheim halten. Mit solchen Aktien habe ich schon einigen Wind veranstaltet. Aufgenommen von meiner Mitfahrerin

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Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Seminarstimmung …

Vor zwei Jahren erschienen:
Fussball regiert – Fussball regiert?

Vor drei Jahren erschienen:
Sonnenstrom – Weiterbildung an der Intersolar

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«Wie der Vater, so der Sohn»


Séguret ein kleines Dorf auf der linken oder östlichen Seite der Côtes du Rhône im Département du Vaucluse ...

… lassen wir doch wieder einmal Angela Kreis-Muzzulini über Wein berichten. Danke, dass ich deine Artikel wiedergeben darf. Und das Schöne für mich, diesen Weinbaubetrieb habe ich noch nicht gekannt.

Mitten in der malerischen Provence haben sich die Berner Alfred und Nicolas Haeni einen Traum verwirklicht. Vater und Sohn führen in Séguret mit grossem Erfolg ein Weingut.

Wer ihn einmal eingeatmet hat, vergisst den würzig-herben Duft der Provence so schnell nicht wieder. Auch Séguret, das 20 Kilometer nordöstlich von Orange gelegene 900-Seelen-Dorf auf 250 Meter über Meer, ist vom unwiderstehlichen Duft durchdrungen. Das milde Klima mit viel Sonne und Wind und die abgewetterten Kalk- und Tonböden bieten ideale Anbaubedingungen für heimische Gewächse Grenache Noir, Syrah und Mourvèdre. Die roten Traubensorten ergeben tiefdunkle, würzige und überaus gehaltvolle Weine mit starkem Charakter.

Vom Labor in den Rebberg

In Séguret, dieser südfranzösischen Landgemeinde im Departement Vaucluse, packte Alfred Haeni mit seiner Familie im Jahr 1990 die Chance. Die Domaine de Cabasse mit ihrem Hotel- und Restaurantbetrieb und den dazu gehörigen Rebbergen stand zum Verkauf. Hier bot sich die Gelegenheit für den ETH-Agronomen, von der Forschung in der Schweiz wieder zurück in die Praxis zu wechseln. Seinem Sohn Nicolas fiel der Umzug vom zürcherischen Urdorf in das kleine Dorf in Frankreich am Anfangs nicht ganz leicht. Sich mit 16 Jahren einen neuen Freundeskreis in einer fremden Sprachregion aufzubauen, erforderte grosses Anpassungsvermögen. Doch seine Abenteuerlust und die vom Vater auf den Sohn übertragene Leidenschaft für Reben und Wein halfen dem Junior, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

In den folgenden Jahren investierte Alfred Haeni in Haus und Reben. Zudem startete er als einer der ersten in der Gegend erfolgreiche Begrünungsversuche nach den Kriterien der Integrierten Produktion (IP) zur umweltschonenden Weinerzeugung. Nach und nach vergrösserte er das Gut mit Zukäufen weiterer Weinberge, alle in Gebieten mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (AOC).

Sohn Nicolas liess sich derweil zum Winzer und Önologen ausbilden, holte sich wertvolle Erfahrungen in Argentinien und Australien und knüpfte weltweite Beziehungen, um den Verkauf der Weine voranzutreiben.

20 Hektaren Weinland

Heute bewirtschaften Haenis mit drei Vollzeitangestellten insgesamt 20 Hektaren Rebland: 17 Hektaren fallen dabei auf die Weindomänen Séguret und Sablet mit der Ursprungsbezeichnung «Appellation Côtes du Rhône Villages contrôlée», drei Hektaren auf Gigondas AOC, der bereits 1971 zur Cru-Lage erklärten Gemeinde-Appellation Gigondas fallen. Hinzu kommen gut drei Hektaren des 2006 neu bestockten Rebbergs «Malmont» in Séguret.

Hing dem früher in rauen Mengen produzierten «Côtes du Rhône» der Ruf des «Châteauneuf-du-Pape der armen Leute» nach, erfreuen sich Haenis Weine heute bester Reputation. Erstes Gebot in der Domaine de Cabasse ist die kontinuierliche Qualitätssteigerung der Weine. Zum guten Resultat tragen bei: Die «Palissage» der Grenache-Reben, eine bis zu zwei Meter hohe Erziehungsform zur Erreichung einer optimalen Blattfläche sowie strikte Mengenbegrenzung und Kulturführung mit einem Durchschnittsertrag von nur gerade 450 Gramm pro Stock. Eine Selbstverständlichkeit ist auch die aufwändige Ernte von Hand und eine sorgfältige Kelterung der Trauben. Sich voll auf die Gegebenheiten eines Jahrgangs einzulassen und das Beste daraus zu machen, gehört für Jungwinzer Haeni zu einer der grössten Herausforderungen.

Nicolas Haeni, der die Leitung des Gutes 2004 übernommen hat, empfindet das Projekt «Life Priorat Project», welches am neuen Rebberg «Malmont» umgesetzt wird, als besonders spannend. Das Terrassierungssystem, das von der Familie Perez im spanischen Weingebiet Priorat entwickelt wurde, weist genau drei Grad seitliche Neigung auf und ermöglicht dadurch die in der europäischen Landschaftskonvention geforderte schonungsvolle Bewirtschaftung des Agrarlandes zur Eindämmung der Erosionsrisiken. Gleichzeitig soll der Humus, die fruchtbare Erde an der Oberfläche, erhalten bleiben. Ausserdem schafft diese Terrassierungsmethode die Voraussetzung für eine optimale Pflanzungsdichte im Weinberg, was zu höchstmöglicher Traubenqualität führt. Das Resultat des Weins, weiss Nicolas Haeni aus Erfahrung, hängt vor allem von der Qualität des Traubenguts ab.

Taufschein vom Ur-Opa

Die Identifikation von Haenis mit ihren bisher sechs verschiedenen Weinerzeugnissen ist hoch. Unter Beizug von zwei Önologen wird die Traubenproduktion, die Arbeit im Keller und das Abfüllen bis zur Etikettengestaltung auf dem Gut selber gemacht. Dass sich Haenis immer wieder auf ihre Wurzeln besinnen, beweisen die im Jugendstil gestalteten Weinetiketten, welche dem Weinfreund vor dem Verkaufsregal sofort ins Auge springen. Was steckt hinter dieser nostalgischen Gestaltung? Die im Stil des «Art déco floral» gestaltete, mit Blumenkranz und tanzenden Putten verzierte Etikette des Cuvée Garnacho (siehe Bild links) basiert auf dem Taufschein von Urgrossvater Haeni aus dem Jahre 1864. Taufscheine von der Familie und von Freunden aus der Schweiz bilden denn auch die Grundlage für weitere Etiketten.

Auf die Frage, ob eine Rückkehr in die Schweiz für Nicolas und seine Frau Barbara ein Thema sei, kommt die Antwort vom Gutsverwalter ohne Zögern: «Ah non! Ich liebe es, meine Freunde und die Familie in der Schweiz zu besuchen, aber mein Herz gehört der Provence oder besser: meiner Frau Barbara und der Provence, naturellement!»

Angela Kreis-Muzzulini – Schweizer Winzer im Ausland: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die in loser Folge Schweizer Winzer vorstellt, die im Ausland erfolgreich sind. Bereits erschienen: Ingrid und Luca Bein, Südafrika (7.März).

In dieser Gegend hat es ein kleines Weindorf – Cairanne – das noch nicht alle entdeckt haben und dann gäbe es da noch … die etwas anderen Côtes du Rhône.

Vor einem Jahr erschienen: «Das Geld liegt buchstäblich auf der Strasse»

Vor zwei Jahren erschienen: Chart Lehrgang (6) – der Trend

Vor drei Jahren erschienen: Oh Mann – Lady in Black

The Olde Deer, der neue Grossrat und der Barriqueur


Über Hans Hirsch, so nenne ich John Deer und Stag, der männliche Hirsch, habe ich schon geschrieben. Und heute schreiben wir über den Grossrat Hans und seinen «The Olde Deer», meinen Kollegen, der ihn schon probiert hat und den andern, Turan der Grossrat, der ihn am Samstag versuchen will.

Am Samstag wird der erste Whisky vom Hasli-Bier vorgestellt – diese Biermarke sollten sie schon lange kennen. Dies ist keine Aktienempfehlung – jeder muss selber analysieren und entscheiden. Vergnügen ist aber inbegriffen. Der Whisky soll sehr gut sein und das sagt einer, der einige Gemeinsamkeiten mit mir hat. Wein, kennt auch den Gefängnisdirektor – wir sind zum Glück nie seine «Kunden» gewesen – und er ist auch Blogger. Zudem testet er in diesem Beitrag den Barriqueur. Vielleicht müsste man eher Garigueur sagen. Müssen wir mal selbst austesten. Der Chef der Vinothek Vuithier

The olde deer und Eric Vuithier

… und hier sein Vater und die ersten Flaschen von The Olde Deer die ich zu Gesicht bekomme …

Grossrat Hans Baumberger

Grossrat Hans Baumberger, der «jüngste» im Kanton Bern und trotzdem schon ein «alter Hirsch», eben wie sein Whisky. Herzliche Gratulation und viel Spass …

Mehmed Turan

… und wenn es klappt schaut eben Mehmed Turan, Bürgerrat der Stadt Basel und Grossrat von Basel Stadt vorbei. Ich hab ja immer schon gesagt, dass Politik nicht ganz einfach zu begreifen sei.

Vor einem Jahr erschienen: Bioethanol – ist der wirklich biologisch?ich bin schon ein klein bisschen stolz, dass ich ein früher war, als die Sachverständigen! Morgen mehr …

Vor zwei Jahren erschienen: … oder Rohstoffrallye

Vor drei Jahren erschienen: Millau – Bauqualität in der Schweiz und Frankreich

Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER – eigenständig, unabhängig, langfristig