„Hymne an das Postamt 3018 Bern-Bümpliz“

Beamte, das gab es schon vor tausenden von Jahren. Hoch angesehene Staatsdiener. Heute fast schon ein Schimpfwort. So ändern sich die Zeiten.

Pakete, das kenne ich vor allem aus meiner Studienzeit – genau genommen, den Ferien, die ich oft in der Schanzenpost verbracht habe. Wie der Vater, so der Sohne. Gelebt und gearbeitet haben wir mehrmals in Gebäuden von Hans und Gret Reinhard. Nur er hat es bei der PTT, so hiess DiePost damals von der auch die Swisscom hervorkam, viel weiter, höher gebracht. Die Telegraphie für das zweite „T“, die scheint mir endgültig ausgstorben zu sein. Das letzte und einzige Mal habe ich so ein Unding während der Lehrzeit erlebt … und ein ganzes Schiff voll Alkohol in den USA bestellt. Zumindest die Tastatur war einfacher und viel schneller zu bedienen, als das mit den heutigen Kommunikationsgeräten der Fall ist.

Und heute gibt es bei der SBB vermutlich ganze „Beamtenstäbe“, die den Passfotos für den Swisspass nachrennen. Wieso? Weil die nur mit einem Standard arbeiten, dem neusten. Wie kommt das mit G5 raus? Vermutlich wie bei G5, den Schwellenländern. Viele Probleme und plötzlich braucht man eine neue Bezeichnung, weil die alte veraltet ist.

Nun, ich habe in einem Paket herumgestöbert und im Nachlass einen Rahmen mit einem Gedicht gefunden, das an alte Zeiten erinnert.

Hymne an das Postamt 3018 Bern-Bümpliz

Hinter Schaltern stehen Mensch, nicht Beamte kalt und stur. Freilich leben sie den Pflichten und der klaren Vorschrift nur. Und doch – und doch, trotz aller Pflicht, die Heiterkeit aus Augen bricht.

Hinter Schaltern grüssen Menschen, stets besonnen, froh gelaunt, dass man immer – immer wieder, über dieses Wunder staunt. Fürwahr-fürwahr, wer so was sieht, nicht unberührt zur Türe flieht.

Hinter Schaltern wirken Menschen stets mit Ruhe, unverzagt, auch wenn Kundschaft vor den Schaltern mit den Nerven mal versagt. Das ist – das ist sehr menschlich, ja! Beamte stehn als Beispiel da.

Jenen Menschen hinter Schaltern, sag ich laut: auf Wiedersehen! Und ich werde fröidig wieder immer zu den Schaltern gehn.

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Frankenstrasse 1 – Franken! Oder Kelten, Normannen …?

Das Gedicht hat mein Vater in den achtziger Jahren von seinem Bekannten Beat Jäggi erhalten. Ein Schriftsteller, der mal Sekretär der FDP war und auch im Sumpfinstitut arbeitete. Ein schönes Andenken an den Chef der einmal grössten Postfiliale der Schweiz. Der geplante Umbau der Postfilialen, welcher auf Verunsicherung stösst, haben beide nicht mehr erlebt. Vielleicht philosophieren sie jetzt auf Wolke Sieben.

Das Lied von Stefanie Hertel stammt aus den Jahren, in der das Gedicht entstand. Allenfalls weiss die damalige Kreispostdirektion Bern mehr … sie besitzt eine Fotokopie … ohne Original-Signatur.

Ein Gedanke zu „„Hymne an das Postamt 3018 Bern-Bümpliz““

  1. Das Gedicht wurde im März 1988 in einem Brief von Jäggi an die Generaldirektion erwähnt und der Generaldirektor Clivaz verdankte vier Tage später den Brief. Das Gedicht wurde in der postinternen Zeitschrift, der PTT Revue (oder PTT Zeitschrift) abgedruckt und den Beamten von 3018 gratuliert. Den Artikel habe ich in der Ausgabe 4/88 gefunden.

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