Von Schnecken, Rehen, Pferden, einem Geier und einem Hammel

Einige Eindrücke vom Slow Food Market in Zürich. Langsames Nahrungsmittel und als Markenzeichen dr Hüslischnägg. Seit über 30 Jahren in Italien ein fester Begriff und nun versucht man der Kritik entgegenzuwirken, auf Deutsch etwas weniger kritisch.

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Das Markenzeichen ist in meinem Garten ein Begriff. Meist waren an der Ausstellung auch die Zuschauer so gedrängt. Ein voller Erfolg und supergute Sachen genascht und degustiert. Aber fangen wir doch am Morgen an. Ein Messeticket an einem Automaten zu lösen ist mit langsamem Lesen möglich und wer mit dem SBB-Automaten nicht zurechtkommt, findet auf dem anderen Geleis einen ZVB-Automaten. Der grösste Unterschied wird die verschiedene Software sein. Langsam, aber die Schweizerischen Verkehrsbetriebe haben dieses Jahr versprochen, das Problem zu lösen. Vermutlich langsam.

Am Abend geht vor diesem Automaten die Türe nicht auf. Es ist ein Blatt an der Türe mit so viel Text, dass ich vermutlich jetzt noch am Lesen wäre. Der Lokführer: „An jeder Station das mit dem Lautsprecher durchgeben, ist nicht meine Aufgabe. Ich bin angestellt, zum Fahren.“ Ja, die Kunden können einem den ganzen Tag verderben. Den viel grösseren Fisch zieht die SBB-Präsidentin Ribar (Fischer auf serbokroatisch). Den Lift nach unten nehmen, wäre eine Konsequenz.

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Max Frisch Platz, nur der Lift hat nicht viel Platz. Er steht ja auch an einem nicht viel befahrenen Ort – in Oerlikon. Er ist ähnlich gut eingestellt, wie der einfahrende Zug, der die Türen schon lange offen hat und noch einige Meter weiter rollt. Eine ältere Dame will den Lift mit einem grossen Koffer verlassen. Die Rollen schaffen den Übergang nicht. Hilfe ist angesagt. Falls sie im Zürcher Durchmesser-Untergrund aussteigt, hoffe ich, dass sie weiss, wo sie durch rollen muss. Die Anzeigen dort sind gelinde gesagt für nicht tagtägliche Pendler eine Zumutung.  Wer ist schuld? Der Architekt wollte es so aus Design-Gründen. Das ist kein Witz, wer eine Besichtigung mitmacht, erfährt dies vom SBB-Personal. Und Migros und Coop sind schwarz – er will es so. Wieso nicht auch das SBB-Logo in Trauerschwarz. Slow thinking wäre angesagt.

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Zürich die 326 Mio. Stadt. So viele werden vom ÖV transportiert – einige wenige im munzigen Lift. Seite 2 im schon etwas älteren Blick – Stephan Hawking gibt der Erde nur noch 600 Jahre. Ich denke, in Zürich, so wie es da aussieht, findet der Weltuntergang früher stadt – sorry, statt. Ärgern? Sicher nicht, das werde ich vermutlich nicht erleben. Vor fünf Jahren war mit dem Weltuntergang auch nichts. Aber hier hat es einige schöne Sachen, die zu Slow passen … sogar Glencore ist schon einmal erwähnt worden. Zumindest BR Sommaruga wird mit ihrer Forderung in die Geschichte eingehen. Schöner Sonntag, ein echter Aufsteller. Ethik wird leider heute in der Schweiz oft mit Füssen getreten.

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Schöner Sonntag? Von Wärme keine Spur. Das erste Mal Schnee in Mittelland. Einmal wird Langenthal erwähnt, kurz darauf Langnau. Was soll’s, ein Verbindungskollege hat mich auch schon am andern Ort gesucht. Heute 3/4 Stunden Umweg. Handy und GPS gab es damals noch nicht. Slow. Was können wir dagegen machen, gegen die Wärme: Kein Wasser verschwenden, Etiketten lesen und sich Zeit für den Einkauf nehmen. Daneben hat Slow Food hat auch noch wirksamere Vorschläge. Weniger Fleisch und saisonal essen … aber sie können auch mehr tun. Ich hoffe es.

Dann kommt die Haltbarmacherei. Sirupe. Erinnert mich an Konzentrierbar. Und jetzt die erste, die alles slow nimmt …

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… Slow Food, Papierschnitzel an Rahmsauce? Echt vegan. Aber dazwischen muss ich doch einen Zürcher Wasserbüffel probieren. Zumindest der echt geschmackvollste Büffel, den ich aus Zürich je genossen habe. Und dann gleich noch drei Degustationen … sorry, aber die Ausstellung war zu slow, als dass ich am Schluss noch mals zurück kam. Arnold. Bei seinem Vater habe ich rund zehn Tage lang mit Cremschnitten „überlebt“. Das Walliser Nussbrot ist immer noch eine Wucht. Und Humbels Rüebli Schnaps – Gemüseschnaps, da hab ich nur Spargel und Steinpilze auf Lager.

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Fish Wasser – 100% aus Linthmais – erster klarer Whisky lässt grüssen. Echt mehrere Sünden wert.

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Gefunden bei Käsers Schloss. Es könnte sein, dass sie bei mir zuhause Hahnenburger oder Château-Neuf-du-Robinet aus einer seiner ehemaligen Whisky-Flaschen serviert bekommen. Recycling pur. Der Schnaps- und Etikettenkünstler erklärt uns auch was dieses Getränk auf Japanisch und Küsschen auf Chinesisch heisst. Letzteres finde ich nicht, aber …! Elfingen oder Effingen. Spielt nicht eine so grosse Rolle, Nachbardörfer. Sie finden das Schloss garantiert oder am Samstag auf dem Markt in Aarau. Kennengelernt habe ich ihn an der Cigarrenmesse. Nicht mal erwähnt. Der Hybride Kunde genoss dort einen Whisky und hier slow, der zweite Teil ist heute nicht anzutreffen. Oder doch? Ab Donnerstag mit dem Porsche 4WD zu Lidl? Preiselastisch. Heute ist das Gummiband an vielen Ständen eher etwas überzogen.

Welches sind die meist gelisteten Weine in Zürcher Restaurants? Da muss jetzt wirklich keiner studieren – Italienier. Je teurer, desto besser. Einen aus einem aufsteigenden Gebiet probiere ich – Maremma. Der bekannte ist eindeutig besser, aber viel zu teuer. Sorry, Holz ist vielseitig, aber der Trend ist eindeutig weg vom Wein. Nur, bis man das in der Schweizer Finanzkapitale merkt, geht noch eine Weile. Nicht alle. Beste Kenner der Lage finde ich immer in meinem Nachbarkanton. Aber die sind recht dünn gesäht. Meist zählt nur Geld, genau genommen ein hoher Preis und die Etikette. Amüsieren sie sich – ich wäre vermutlich ein leckerer Hipster.

Italien, das zieht. Einer verkauft Pecorino. Sorry, aber der würde besser die autochthone Pecorino verkaufen. Er bietet vermutlich Pecorino Sardo mit der wachsartigen weissen Rinde in Kürbisform. Mindestens zwanzig Leute stehen an. Muss ja wirklich toll sein. Pfui Spinne, Salzlake pur. Da schwelge ich noch heute vom Pecorino, der mir ein italienischer Käsehändler geschenkt hat. Mitversucht haben den aber zwei grosse Käsehändler, der eine spezialisiert auf Parma, der andere auf Mozarello und eben Pecorino. Der vierte im Bunde war begeistert – Käseverkäufer auf der Chefetage. Diese verkaufen heute höhlengereifter Geisskäse aus den Niederlanden. Der ist sogar gut.

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Schafmilchkäserei.ch – der schmeckt wesentlich besser, als der italienische. Pecoretta das Schafkäslein in etwa. Die dunkleren sind noch besser. Schöne Diskussion, kein anderer will in diesen Minuten was von den verschiedenen Käsen probieren. Geniesst Schweizer Ware. Aus Wald kommen sie. Zürich, nicht Appenzell oder Walde, wie die Gemeinde wo ich wohne nach dem Bindestrich heisst. Schreibt es ruhig auf eure Visitenkarte.

Schweiz – AOP und IGP. Dreiunddreissig (33 nur) Produkte, hoch lebe die Schweiz und fünf dürfen das Signet nicht tragen, weil sie keinen Mitgliederbeitrag bezahlen. AOP, kein einziges Fleisch darunter. IOP, nur Fleisch und Kirschtorte. Hier müssen sie schauen, ob das Schweizerkreuz auf dem Signet ist – sonst sind Auslandrohstoffe in der Schweiz verarbeitet. Irgendwo steht protégées. Irgendwie kommen mir die Etikettentrinker in den Sinn. Es gibt heute viel zu viele Label. Gute. Ja. Aber die Übersicht fehlt und jedesmal hat es das Kleingeschriebene dabei. Aops, igips, da wollen sich einige übertreffen. Möglichst noch mit nichtssagenden Punkten oder allenfalls eine Tendenz abschätzend. Weinpunkte vergeben ist Geschmackssache und daran glauben Glückssache … manchmal müsste man auch PR-Sache sagen. Wenn der bekannteste mit 90 Punkten stahlt, dann sind das effektiv 80 oder 16 Punkte – er parkiert von Null bis 49 und fängt erst mit 50 an. Degressiv wäre eine arithmetische Steigerungsmöglichkeit.

Ich will Produkte, die ich wieder kaufen werde, weil sie schmecken … allenfalls noch bezahlbar sind. Zumindest der Sprinz schmeckt wesentlich besser, als der Grano Padano den ich erhalte, als ich nach einem Parmiggano-Reggiano frage. Dreijährigen Emmentaler habe ich schon genossen, sechs Jahre alten Parmesan möchte ich einmal essen. Slow, versteht sich.

In der Landliebe sind Dörrfrüchte abgebildet. Schrumpelig, braun, manchmal glasig. Solche sucht man in Zürich vergebens. Zitronensaft gebleicht, hauchdünn geschnitten, geometrisch geordnete Formen. Entschuldigen sie, aber vieles macht nicht echt zum Essen an. Marroni-Honig will ich trotzdem probieren. Sieht sehr hell aus. Zuckerguss pur – arme Bienen und echt schweinisch teuer. Echt guter und bezahlbarer miel de chataigne ist auch in Südfrankreich nicht mehr ganz einfach zu finden. So. langsam muss ich mit dem slow food aufhören. Irgendwie erinnere ich mich noch an das Murukku – über die Hälfte Rapsöl.

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Traktor – da kommt eine Idee. Sponsoren sind gesucht. Biotta oder Botta – die Dame dort hat sichtlich Freude. So, nun zu echt Flüssigem, Slow Wine, 23 000 Weine. Einige wenige haben wir nicht degustiert! Aber zuerst doch noch eine Nase voll Vinum. Viele Magazine liegen zum Mitnehmen auf. Echt eine Nase voll Vinum nehmen. Das druckfrische Magazin stinkt richtig zum Himmel. Erinnert mich an den ehemaligen Chefradaktor Gernet: „Genau, Schwefel.“ Es ist immer noch kein „richtiges“ PR-Blatt. Es werden auch Weine erwähnt, die nie eine Reklame schalten. Das ist echt toll. Reklame brauchen sie auch. Was ist das für ein komisches Ragusa? Ein Piemonte von Lindt. In etwa nachgeahmt, wie der goldalufoliene Schoggihase. Einiges fällt mir im Zug auf. Johann-Baptista … ich sage Gian-Battista. Tannin, Ricola-Bonbon, Garrique-Kräuter … gemeint sind australische Extraklasse oder alpine Frische aus dem Eichenfass – die höchste Erhebung im Sausal ist 671 Meter über Meer. Keine Ahnung, wie der Wein schmeckt, aber Schmunzeln ist erlaubt.

Ab nach Südfrankreich, wo es echte Garrique gibt. Kräuter und Weine, die nach Kräutern riechen. Herrlich. Der Ch9dP, vollmundig, trifft für viele den Geschmack. Nicht mein Ding. Die Fässer sind vermutlich sogar aus Süssholz gefertigt. Der ist nicht von mir, verteidigt sich Jean-Pierre. Chateaulacroixdespins.fr – sollten sie einen Seitenladefehler erhalten, der Name ist nicht ganz einfach. Der Wein mehrfach. In Mazan oder im Caveau de Gigondas erhältlich. Beides finde ich ohne GPS und Karte. Einfacher geht es via Divo. Nur die Dentelles de Montmirail werden fehlen.

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Unter Geiern kommt mir in den Sinn. Aber das trifft nicht zu. Bei Dominik Benz können sie sich auch beteiligen – Zins gibt es in flüssiger Form und der ist nicht zu verachten. Mit Mikrokrediten sind sie dabei. Als Anlageempfehlung, die ich eigentlich nie abgebe, ist aber sicher der Wein zu rechnen.

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Ein Bild aus einem Weinberg in Rheinhessen. Hirsche? Nein, Rehe auf dem Weingut zum Hirschof. Ich schätze, so auf dem groben West-Deutschland-Kartenausschnitt, dass das in der Nähe von Worms liegen könnte. Luftlinie fünf Kilometer. 100 Punkte. Im Kühlschrank meiner Begleitung wartete ein Secco auf uns. Der zweite. Der erste hatte ich beim Rebschneckle. Und dieser hat auch einen Albet i Noya auf seiner Bestellliste. Bitte beachten sie die URL einmal genau. Himself war bei Delinat an einem Stand. Über Katalonien und die Chancen haben wir uns köstlich unterhalten. Auf Englisch, Katalan verstehe ich nicht. Allenfalls Bruchstücke. Der Reserva Marti wurde zum 3. Geburtstag zu Ehren seines Sohnes Marti (Martin) kreiert. Er ist heute 24 und den Wein habe ich das erste Mal im Winter 1998 gekauft.

Der Hammel und die Pferde begegnen uns am gleichen Stand. Zuerst sprechen wir über den Domaines de la Bolliattaz. Villette Grand Cru. Diesen Wein habe ich als Festwirt vor langer Zeit einmal den Sponsoren des Concours von Herzogenbuchsee ausgeschenkt. Dann kommt Hansruedi, der Vorgänger von Martin (nicht der Katalane) und meint: „Du schenkst den falschen Wein ein.“ Der Luins les Cavallier wäre der richtige. Er hat den Wein gesponsort. Der Grand Crus hat auch ein Pferd auf der Etikette und wird seither immer noch am Concours für Sponsoren und Ehrengäste kredenzt. Noch Fragen? Dann wird es spannend. Ronaldo diskutiert mit. Pferde, da hatte ich eine harte Ausbildung. Kein geringerer als Freddy Knie junior und kurz darauf sind wir bei den Gemälden von Bruder Rolf. Rinaldo gibt mir Recht (Punkt 10), das freut mich. Wein und Sport verbinden. Manchmal auch Politik. Zum Glück wurde keiner von uns Grossrat … bekannte Namen hätten wir ja.

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Meine Begleitung konzentriert sich aufs Handy und ruft begeistert: „Der Federer hat gewonnen.“ Was meinst du? Na ja, gewonnen hat der andere Federer. Beide heimatberechtigt in Berneck – der eine reformiert, der andere katholisch. Auch über Rotscher oder Rosche, wie er eigentlich heisst, liesse sich viel schreiben.

Das wars. Nein, einen Stand darf ich nicht vergessen. Mit der Dame beim Festiguet alte Erinnerungen ausgetauscht. Müsste doch mal bei Ligerz auch erwähnt werden. Zu finden bei der „eigenen“ Haltestelle der Tessenberg-Bahn. An den Pinot Gris denken. Und in einigen Stunden schaut einer wieder mal vorbei, mit dem man auch über die Erlebnisse am Bielersee sprechen kann. Gespannt, mit was für einem Fahrzeug er diesmal kommt. Einmal war es mit einem Passat Diesel Turbo, der in Deutschland und der Schweiz noch nicht erhältlich war. Einziger Fehler. Im vierten Gang konnte er zu wenig schnell von Null auf 250 beschleunigen. Slow wird für einige ein Fremdwort bleiben. Bei ihm sicher nicht im Bereich essen und trinken.

 

Frankreich Frankreich und unser Kapi-Tal …

… ich kauf mir ein Baguette. Im zweiten Teil über Frankreich kam am Schluss dieses Pariserli und der berühmteste Mundartsänger der Schweiz vor. Da knüpfe ich an.

Frankreich Frankreich von den nackten Füssen den Bläck Fööss gesungen, ist nicht mehr was es 1985 war.

Jeannette, Claudette sind zumindest älter geworden. Wir auch. Fast nackt war in dieser Zeit vor allem die Crew vom Crazy Horse. Topshow. Einmal anschauen reicht. Heute sind die Massstäbe ganz anders. Das war im November 1987. Mit dem Reitverein an die Pferdemesse in Paris. Vor der Show ein wirklich gutes französisches Nachtessen. William Wyss geniesst es nicht so recht. „Was ist mit dir los?“ Vielleicht erhalte ich ein Telefon, dass ich als Nationalrat nachrutschen kann. Damals gab es nur Fixnet – aber es kam. Ich hatte ihm als erster gratuliert. Und da kommt mir etwas zu Calvaro in den Sinn. Da könnt ich zumindest noch die Wikipedia mit einigen Details füttern. Im Crazy waren ich damals mit meiner Frau zu dritt. Die Dritte noch nicht echt sichtbar, aber reitet heute einen Russen vom gleichen Händler. Er war um Potenzen billiger.

Heute rennt jeder Dritte mit dem Handy am Ohr durch Down Town Paris. Telefonkabinen, das gibt es nur noch als Seltenheit. Na ja, eigentlich hat es hier fast mehr Japaner und Chinesen, als Franzosen. Ich nahm mir auch die Zeit, das statistisch zu erheben. Vor allem Einheimische handieren. Französisch essen, wie Boküs, oder wie der sich schreibt, ist mit etlichem Flüssigem verbunden. Nicht Getränk – Geld. Herrlich so ein Sommerabend, wo alle draussen sitzen und futtern. Essen, ist fast ein Schimpfwort. Eigentlich macht es einem nicht so richtig an. Und das Restaurant mit dem Namen einer Innerei, war total ausgebucht. Ah, sah das lecker aus. Ich sehe was!  Schlage einen Kebab vor. Gemixt. Absolute Spitze. Euro 15.50 inkl. Getränk und Fleisch echt toll. Rind und Schaf. Die Engländer am Tisch nebenan, französisches Bistro, bezahlen für einen Teigfladen mit Kätschöp etwas mehr und ich sehe keinen Käse. Pizza nennt sich das. Erinnert mich noch nicht ganz an die Schweiz. Nur, der Teigfladen war für eine Person berechnet, wir genossen zu zweit. Das lernt einem, wir kochen selbst. Hapimag sei Dank.

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Frankreich ist bunt geworden. Weiss, gelblich und dunkel ist fast nicht zu übersehen. Was soll’s, bei Versailles sehen wir das Tor. Das dürfte demnächst im Januar für vier Tage anders sein. Friedensverhandlungen – Jubiläum. Bitte zählen sie noch ein volles Jahr dazu. 20 Jahre hat der gehalten. Hoffen sie, dass in Zukunft potenziert wird – 400 Jahre Friede in Europa wäre super. Osteuropa, hat es eh nicht geschafft und wir hoffen, dass es in Spanien und Katalonien einigermassen friedlich läuft. Sorry, ich habe ein ungutes Gefühl.  Bin halt vielleicht mal zu nah in dieser Region. 39 Minuten alt ist diese Meldung – kommt Puigdemont allenfalls doch in meinen Wohnkanton.

Frankreich Frankreich, wir begegnen François-Marie Arouet …

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…Voltaire, wir der genannt. Er erzählt von den Gärten von Versailles, die unterhalten sein müssen …

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… 120′ Euro kostet der Traktor, das Schneidewerk alleine 90 000 Euro – Laser und automatische Ausrichtung. Schöner Garten. Viel besser gefällt mir aber einige Tage später le Jardin de Norah – Brulange, das ist Frankreich, Frankreich. Geheimtipp. Trippelschritte gegen hohe Preise. Bei diesem Link kommt mir Tochter Nr. 1 in den Sinn. Vor rund 30 Jahren von unseren Eltern behütet, wir auf Walz in Paris. Lesen und schauen uns an, was wir wollen. App12 ist einfacher.

Sorry, Pause, muss eine Habanos holen. Tabak ist bei uns eh nicht viel teurer. Geniessen anschliessend auch eine bei Cafè Renaud. Die Lampen sind eine Wucht. Wer Vorläufer-Kunstwerke erwerben will, ist bei mir an der richtigen Adresse. Die Gruene Fee aus Solothurn lässt grüssen.

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Herzlichen Gruss an Christian Statttmann … und ich müsste jetzt wieder nach Frankreich Frankreich, da hängen einigen Unikate … und garantiert noch kein Schnee in Sicht. Heute morgen, war es am obersten Strassenübergang, passähnlich, in unser Gemeinde weiss. Eigentlich Zeit, um nach Südfrankreich zurückzukehren.

Aber wir sind noch in Paris. Le Musée du Fumeur. Das schönste und kleinste Museum, das ich je in Paris gesehen habe. „Villiger? Je connais pas!“  Eine Blechbox ist jetzt im Museum und ein Feuerzeug als Tausch bei mir. Da wir die einzigen Besucher sind, hat die Leiterin Zeit, mit uns eine Viertelstunde zu diskutieren.

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Da ist Frankreich Frankreich pur.

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Und Zeit, die etwas andere Zeit von Paris Revue passieren zu lassen …

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… wie hier im Louvre …

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… oder irgend wo in Town Town …

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… und nicht mal Lust, den Hunger zu bekämpfen.

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Lieber mal vom Solarimpuls zu träumen …

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… oder in einer Kirche vor dem Fliegen beten …

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… und zu fliehen, um diese total überfüllte Metropole zu verlassen und über ein Glas Wein zu sinnieren …

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… und zu überlegen, wer all die Champagner Cüpli trinken mag. Und gleich eine Flasche mitnehmen für meinen Copain. Oder heisst es nun Copin? Ausgezeichnet. Und das sogar mehrfach. Und beim freundschaftlichen Geniessen in der Schweiz wird ein Keks gegessen – Sthira – schon mal gehört? Diese weltweit erste Zellnahrung muss mann im Auge behalten. Leicht scharf. „Change your Body.“

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Frankreich Frankreich …

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… der Friedensvertrag, 98 Jahre alt, hat ganze zwanzig Jahre gehalten.

Denkpause.

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Und Szenenwechsel – 17 ehemalige Schiffsschleusen wurden durch einen Lift ersetzt. Schiffshebewerk Arzviller. Linien. Ab und zu muss was Technik drin liegen.

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Schoenenbourg. Östlichster Teil von Frankreich Frankreich. Maginot Linie. Linien. Zweiter Weltkrieg. Stimmt nachdenklich. 13 Schweizer Rüstungsbetriebe wollen Waffen in Bürgerkriegsländer liefern. Wieso? Weil ihre Umsätze schrumpfen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Sorry, die Taste ist absichtlich festgehalten worden.

Entschuldigen Sie bitte, aber da sind einige krank im Kopf. Irgend wo und irgend wann mal habe ich gelernt, dass die Schweiz Schweiz neutral ist. Zumindest war – oder müsste ich „war“ gross schreiben – War. Da sind Einige im Kapital, genau genommen im Kapi-Tal, im Tal angelangt. Dem sagen die heutigen politischen und kapitalistischen Führungsspitzen neutral.

Und stark Ausland abhängig. Von den 13 Firmen sind wie viele Schweizer Unternehmen? Ich finde nicht mal die Namen all dieser Rüstungs- und Zulieferbetrieben heraus. Ein Zulieferer macht Kabel, die Sysa. Pilatus, hier steckt Geld aus ins Ausland verkauften Rüstungsbetrieben (Oerlikon-Bührle) drin, das ist ja mal eher positiv und die Ruag ist auch nicht mehr eine 100%ige Rüstungsfirma. Dann noch drei andere. Mowag gehört der amerikanischen General Dynamics, Rheinmetall Air Defence ist ja wohl klar, dazu gehört auch die Zaugg in Lohn, angesiedelt im nördlichen Nachbarland und Thales im westlichen. Sitz ist in Paris, in la Défence genau und das heisst nichts anderes als Verteidigung.  Zwei Schweizer und ein Schweizer Bundesbetrieb und vier Ausländer, die sich vermutlich kräftig zu Wort melden. Es bleiben noch sechs. Die werden mir vermutlich mit einem Mail gemeldet, von einem, der in zwei der erwähnten gearbeitet hat. Ich könnte ihn auch anrufen und fragen wie es geht. War unter dem Messer. Keine Kriegsverletzung. Übrigens, 80% der Leser sind für ein Ausfuhrverbot, resp. 45% sogar für ein generelles Ausfuhrverbot. Die Umfrage ist etwa gleich aussagekräftig, wie die unterschiedlichen Abstimmungsresultate der Exportverbots-Abstimmungen. Vielleicht hätte eine vierte Abstimmung nun Chancen.

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Ruanda – Bürgerkrieg mit gegen einer Million Toten. Dafür wäre unsere Rüstungsindustrie zu haben. Schauen, wie der Bundesrat das anschaut – Cassis dürfte den Ausschlag geben. Hoffen wir mal, dass er seinem Namen nicht gerecht wird. Blutroter Cassis Saft, Cassis der Militär-Helm oder gar einer räuberischen Helmschnecke oder wird er in Zukunft souverän, nach der eigenen Meinung handeln? Auf dem Friedhof Père Lachaise hat es noch andere solche Mahnmale – hier hat es ein Bild, das vielleicht nicht ganz alle ohne Schaudern ansehen können.

Jetzt 2017, nächstes Jahr 2018 – 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg – 50 Jahre 68. Wissenschaftlich ausgedrückt sind wir im Wellental. Frankreich Frankreich ist vermutlich moderner eingestellt. Wir müssen zusammen rücken, Macron sagt, wir müssen ein gemeinsames Budget haben. Europa, Europa inklusive Schweiz, Schweiz, nicht ganz zusammen, nur näher … das ist friedliche Zukunft.

In einem anderen Tab sing Cohen …

… hallelujah.