Sunrise – Paradoxe Interventionen – 6. Folge


„Der Kunde ist schuld denn dieser will seine Lieferanten ausnehemen, hintergehen, nur profitieren denn sonst wäre man ja nicht Kunde geworden“ …

… das sind nicht meine Worte. Sie stammen von jemandem, der in Callcentre TelefonbedienerInnen unterrichten könnte. Und der Satz „Das ist eine unpersönliche Organisation, gefangen in der prozessualen Dummheit.“ kommt aus der Feder, sorry der Tastatur von einem der weiss, wie eine Wirtschaftsredaktion von innen aussieht.

… wer die bisherigen Beiträge über das Sunrise-Sundrom … sorry Sunrise-Syndrom lesen will …

Liebe Sunrise, auf ihr untenstehendes E-Mail vom Freitag, muss ich mich wohl entschuldigen. „Der Arbeitsalltag wär so schön, wenn die Kunden nicht wären“, wie mich jemand selbst zitierte. Ja, die Kunden können einem den ganzen Tag verderben, so meine Version. Ich gestehe, ich bin schuldig. Nicht in den Tatsachen, sondern dass ich vier Tage mal ohne grosse Kommunikation gelebt habe. Zwei Handys waren ja eh blockiert. Und da habe ich das E-Mail von Herrn Diethelm nicht gesehen. Sorry, dass ich jetzt nach rund ein einhalb Jahren warten auf Sunrise, einige Tage ungenützt verstreichen lasse. Ich habe einen Energie-Ort der besonderen Art besucht. Dieser ist für mich, als doch eher immer noch analytisch denkender Mensch, höchst erstaunlich und zeigt tolle Erfolge – war bei Emma Kunz.

Zurück zu Sunrise. Betriebswirtschaftlich nennt man die Art die dieses Unternehmen gegen aussen lebt, die paradoxe Intervention. Der Begriff stammt eigentlich aus der Psychiatrie. Alles ins Gegenteil umwandeln. Vielleicht müsste man das Buch „Machs falsch, und du machst es richtig – Die Kunst der paradoxen Lebensführung“ von Christian Ankowitsch lesen. Aber zuerst lesen sie doch das Mail von Sunrise.

Sehr geehrter Herr Marti

Besten Dank für Ihre E-Mail.

Für die unkorrekte Information, dass Sie sich nie bezüglich dem Speedproblem gemeldet haben, entschuldige ich mich bei Ihnen.

Am 27. Dezember 2010 hat sich Herr A. bei Ihnen gemeldet und Ihnen angeboten, den Sunrise click&call ISDN 5000 Business Vertrag vorzeitig und kostenlos zu annullieren. Damit waren Sie jedoch nicht einverstanden, Sie haben verlangt, dass wir Ihnen die beiden Mobilabonnemente lebenslänglich kostenlos anbieten. Herr T. hat Ihnen dann mitgeteilt, dass wir diesem Wunsch nicht entsprechen können, hat Ihnen aber einen Betrag von CHF 500.00 gutgeschrieben und vorgeschlagen, den Sunrise click&call ISDN 5000 Business Vertrag kostenlos zu kündigen, damit Sie zu Cablecom wechseln können, womit Sie erneut nicht einverstanden waren. Am 13. Juli 2011 hat Ihnen Frau D. erneut den Vorschlag unterbreitet, den Sunrise click&call ISDN 5000 Business Vertrag kostenlos zu annullieren und hat Ihnen einen weiteren Betrag von CHF 295.00 gutgeschrieben. Sie waren damit einverstanden und haben sich bei Frau D. dafür bedankt.

Im Sinne einer Aufwandsminderung in dieser Sache haben wir heute in Ihrem Sunrise Konto den gegenwärtigen Ausstand von CHF 210.40 storniert. In der Beilage erhalten Sie den Kontoauszug mit der entsprechenden Gutschriftenanzeige. Die Mahngebühr von CHF 25.00 haben wir ebenfalls storniert.

Somit ist Ihr Sunrise Konto per sofort wieder aktiv. Um mit Ihren Mobilnummern telefonieren zu können, ist es notwendig, dass Sie die Geräte kurz aus- und danach wieder einschalten.

Wir bedanken uns für Ihre diesbezügliche Kenntnisnahme.

Freundliche Grüsse
Sunrise

Der Kunde ist doch ein Schwein, der will die total ungerecht zur Sau machen. Denkste. „Wir bedanken uns für Ihre diesbezügliche Kenntnisnahme.“ Ich bedanke mich auch und stelle Ihnen, Herr D., doch noch einige kleine, aber wichtige Ergänzungen zur diesbezüglichen Kenntnisnahme zur Verfügung.

Am 14. Dezember 2010 (zehn) habe ich an Sunrise geschrieben:

Es ändert sich auch rechtlich nicht viel, wenn Sie Verträge abschliessen, bei denen Sie sagen, dass das Interrnet auf Lebenszeit gratis sei, denn die zugesagten Geschwindigkeiten entsprechen nur 10% (zehn Prozent) und sind bewegender Grund der Vertragsabschlüsse. Gemäss Auskunft der Techniker von Swisscom und von Ihrem Herrn P., mit dem ich ein äusserst angenehmes Telefonat hatte, sei das beste, wenn ich mit dem Internet auf Kabel umsteige, damit die Geschwindigkeiten deutlich gesteigert werden können. Zudem ist die Telefonie technisch auch über das Kabel besser, denn in Schmiedrued habe ich bei der geringen Datenübertragung Rückkoppelungen bei der Internettelefonie.

Da ich im Grossen und Ganzen mit Sunrise stets zufrieden war, denke ich, dass Sie mir nun einen Vorschlag unterbreiten, wie lange ich mit zwei Handies gratis telefonieren kann, um die Differenzen, die ich während mehr als 2 1/2 Jahren zu viel bezahlt habe, ohne Einschalten von Rechtsanwälten und dergleichen, wett zu schlagen.

Darauf hatte ich am 27.12.2010 tatsächlich mit Herrn A. telefoniert und hatte auch ein echt gutes Gespräch. Gleichentags ein Gespräch mit Herrn T.. Er bietet CHF 500 an und ich bin der Meinung, dass der unrechtmässig verlangte Betrag eher meine Handykosten für ein Leben decken würde. Am 6.1.2011 hat er sich noch einmal telefonisch gemeldet und gesagt, CHF 500 sei sein letztes Wort – er ist ja, wie er sagt, aus der Geschäftsleitung.

Mit dem Betrag war ich nicht einverstanden. Eigentlich verständlich, denn er ist viel zu klein. Und wie viele Tausend Schweizer bezahlen noch heute zuviel an Sunrise? Und dann wollte ich zu Cablecom, gemäss Sunrise. Die scheinen nicht einmal Ihre Konkurrenten zu kennen. Die Cablecom ist es nicht. Auch wenn über diese Firma viel in ähnlicher Art geschrieben wird, ich habe hier wirklich keine Erfahrung. Ich kannte nur den Kabelfernsehpionier dieses Unternehmens, Leo Fischer. Einen seiner Sätze die Leo an uns richtete vergesse ich nie. „Ich werde solange nachfragen, bis ich alles ins Detail begriffen habe und wir Verwaltungsräte alle auf gleichem Niveau in allen Bereichen diskutieren können. Wenn ihr was von mir nicht versteht, dann fragt sofort nach.“ Eine sehr wichtige Weisheit.

Nachgefragt habe ich bei Sunrise, wann ich endlich mit allem (Internet und Festnetz, sowie Mobile) weg kann. Die eine Aldi-SIM-Karte habe ich kurz darfauf gratis erhalten, die dann aber für ungültig erklärt wurde. Ich wollte auch eine schriftliche Stellungnahme. Die kam nie, Dafür werden von Sunrise im Mail Halbwahrheiten so umgedreht, dass der Kunde der Schuldige ist.

Lieber Herr D., im Herbst 2010 habe ich bei Sunrise ordnungsgemäss gekündet und seither wurde x-mal gesagt, dass alles in Ordnung sei und x-mal, dass nichts gekündet sei. Aber es folgen Rechnung auf Rechnung. Ihre letzten Zeilen in Ehren, aber auch sie verfallen der üblichen Sunrise-Masche. Etwas stornieren, aber nicht künden und dafür sorgen, dass ich endlich Sunrise von weg kann. Sie sollen nicht stornieren, sondern mir einen entsprechenden Anteil rückvergüten. Und noch etwas, bevor Frau D. ins gleiche Horn blies, habe ich mir noch einige Daten notiert – und einen Brief an die Geschäftsleitung geschrieben. Bitte machen sie endlich etwas mit Händen und Füssen, nicht dass ich in Bern beim anschauen der C&A-Schaufenster noch die Nachbartüre zur ComCom nehmen muss.

Ich möchte auch keinen Ehrendoktortitel erhalten, nur Gerechtigkeit. Den Doktortitel können sie heute für CHF 49 kaufen, den Prof. h.c. Dr. h.c. für CHF 69 – rund eine Monatsrate für zwei Handy resp. die Internetgebühren von Sunrise. Das ergäbe einen schönen Doktor-Titel. Teddy hat keinen gekauft.

Da kann man ja nur sagen: „Mein Gott Walter„.

3 Gedanken zu „Sunrise – Paradoxe Interventionen – 6. Folge“

  1. Guten Tag Herr D.

    Ihre Zeilen habe ich diesbezüglich zur Kenntnis genommen und im Finanzblog kommentiert. Im Mail haben Sie zudem vergessen zu bemerken, dass ich Herrn Taga gesagt habe, wenn die Sunrise nicht eine einvernehmliche Lösung findet, dass ich an die Oeffentlichkeit gehe. Aber ich werde auch noch über eine einvernehmliche Lösung diskutieren und schreiben. An mir soll es nicht scheitern.

  2. Gerne bestätigen wir erneut, dass Sie die beiden Mobilnummern 079… und 076…. zum Anbieter Ihrer Wahl portieren lassen können. Im Zuge dieser Portierung würden die beiden mit diesen Nummern verknüpften Mobilverträge Sunrise zero automatisch und ohne die Verrechnung einer Bearbeitungsgebühr gekündigt.

    Falls Sie die beiden oben genannten Mobilnummern nicht mehr nutzen möchten, informieren Sie uns bitte unter d…@sunrise.net, damit wir diese per sofort kündigen können. Dabei gilt aber zu beachten, dass diese Nummern dann nicht mehr portiert und weiterhin genutzt werden können.

    Wir bedanken uns für Ihre entsprechende Kenntnisnahme.

  3. lieber Herr D.

    das ist ein absolutes Kabarett mit Sunrise. X mal wurden die Formulare ausgefüllt und seit Monaten warte ich darauf, dass ich die beiden Nummern auf Aldi portieren kann. Wenn Sie genügend lange warten und nichts unternehmen, statt nichtssagende Briefe und Mails zu schreiben, werde ich auf den Termin im März warten müssen. Es nützt nichts, wenn die Sunrise einen Kündigungstermin bestätigt, andere Sunrise-Mitarbeiter solche widerlegen und auch den Sunrise-Aldi-Mitarbeitern im gleichen Hause bestätigen, dass keine Kündigung vorliege.

    Schieben Sie bitte die Schuld nicht auf die Kunden ab, diese Masche zieht bei mir nicht.

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