Assessment-Center – gut oder schlecht für die Börse?


Die Börse zeigt, dass Konzerne mit der Auswahl des Kaders nicht immer eine glückliche Hand haben. Gibt es Wechsel, heisst dies nicht, dass es in Zukunft besser gehen wird.

Der Personalblogger wird sicher mein Thema noch ausführlicher aufgreifen. Er schreibt ja auch über die Nanotechnologie, zumindest dass diese in Fribourg ausgebaut werden kann und über die Schwarz Arbeit. Über diese sind sich vermutlich alle im HRM einig: die schadet nur. Ja das Personalblog wenn es mit der Zeit gehen möchte, müsste es Human Resource Management Blog heissen – vielleicht liegt das an den HMR. Ein Heilmittel gegen Schwarz Arbeit gibt es nicht und ich denke, volkswirtschaftlich gesehen ist die eher positiv zu bewerten. Administrative Kosten entfallen, beide Seiten fahren finanziell besser. Nur Vätterchen Staat erhält nichts, aber dieser handelt nicht immer kostenbewusst. Der Auftragnehmer ist zudem versicherungsmässig nicht so gut abgesichert, kann aber mit dem eingesparten Geld mit allergrösster Wahrscheinlich eine bessere Performance erzielen. Wie? Das erfahren jeweils meine Kunden – oder die, die es noch werden möchten.

Nicht dass ich Schwarz Arbeit empfehle, aber es gibt meistens zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen. Auch an der Börse ist es dienlich, wenn man einen Titel kaufen will, dass man sich mal in die Haut des Verkäufers zu stellen versucht. Wenn sie in ihrem bisherigen Leben mehrere Jahre auch die Funktion eines Personalchefs erfüllt haben, schauen sie bei einem Aktienkauf zwangsläufig auf die Personalauswahl. Ein Unternehmen ist im Grunde nur den Ertrag aus einer Liquidation wert, falls es nicht über Personal und Produkte verfügt. Und je besser die beiden sind, desto mehr wert ist ein Unternehmen.

Assessment Center werden auch unterschiedlich gewürdigt. Die Managerseminare sind mit Feuer und Flamme dafür. Genau aus diesem Grunde wurden sie auch eingeführt. Aber nicht in den 70-iger Jahren wie diese schreiben, sondern in den Nachkriegsjahren des 1. Weltkrieges um Mitarbeiter für den Geheimdienst in Deutschland aus zu lesen. Ob 80 Jahre später immer nur Leute gesucht werden müssen, die sich durchsetzen können und meist begnadete Redner sind, ist fraglich . Ich hatte gestern das «Vergnügen» zwei Banker an einem Vortrag zu erleben. Der eine schüchtern, musste alles ablesen aber hat sogar dem Techniker zum 78 Geburtstag gratuliert und ihm für seine Arbeit gedankt. Der andere der echte Zu-Vielredner, alles in der Vermögensverwaltung ist für uns kein Problem, ach ja das ist halt einfach so und wir haben ihnen die Produkte, die für sie alles auf einfachste wissenschaftliche Art lösen. Trudi Gerster erzählt ähnlich, aber interessanter und ehrlicher gemeint. Ihre Sympahtie können sie selbst zu ordnen.

Einer hat sicher schon Assessment Seminare hinter sich und gut abgeschnitten. Der andere käme bei Intelligenz-Tests oder herkömmlichen Test besser weg. Der Vielredner, der sicher für die Bank Bomben-Umsätze generiert und allenfalls kurzfrisig den Aktienkurs nach oben bewegen könnte, kennt garantiert mein Finanzblog. Es waren einige ganz spezielle Sachen im Referat erwähnt die man bei mir schon lesen konnte. Ich komme dann später einmal auf das Irrationale beim Martischen 6-Eck darauf zurück.

Wenn sie mehr über die Auswirkungen, Kostenfolgen und die schlechte Treffer-Rate von Assessment Centers lesen wollen, dann kaufen sie sich bild der wissenschaft – «Stress für nix! Zweifel am Assessment-Center.» Der Artikel wird vermutlich im März gratis aufgeschaltet. Der Artikel ist für Deutschland geschrieben, dürfte meiner Ansicht nach aber auch bei vielen Firmen der Schweiz seine Gültigkeit haben. Wer gerne viel liest (378 Seiten), dem kann geholfen werden. «Evaluation der Eignungsdiagnostik bei der Personalauswahl von Unternehmensberatern» von Tobias Plate.

Das Buch wäre etwas für die Festtage, werden da doch eine ganze Menge Leute börsenkotierter Firmen vermutlich freigestellte Zeit geniessen. Übrigens, ein guter Draht in eine Personalabteilung ist meist mehr wert, als einer in die Finanzabteilung. Finanzleute wissen meist, dass sie nichts berichten dürfen, ansonsten sie von der Börse gemahnt werden. Noch etwas Wichtiges. Es spielt selten eine Rolle wer geht. Das hat zwei Betrachtungsseiten. Interessant ist zu wissen, wieso sie gehen. Den Spatzen auf der Dachrinne zuhören kann amüsant sein.

Spatzen

… der Sperling (Spatz) ist überall an zu treffen, wird aber nicht von allen bemerkt …

2 Gedanken zu „Assessment-Center – gut oder schlecht für die Börse?“

  1. Es muss doch nicht alles mit Anglizismen umschrieben werden. Mach mal den Versuch und gehe in ein „normales“ Postbüro. Alles ist in englischer Sprache angeschrieben. Nun beginnst du dich in englischer Sprache zu erkundigen und du wirst lange Gesichter sehen, denn niemand spricht diese Fremdsprache! Das ganze Gehabe ist doch nur ein künstliches Aufplustern einer simplen Angelegenheit. Mehr Schein als Sein! Als Nebeneffekt gewinnen wir damit höchstens eine Verarmung unserer Sprache! Oder hat dies etwas mit Globalisierung zu tun?

  2. … dann übersetz mal Assessment – Veranlagung, Steuerveranlagung, Stuerbetrag, Abschätzung, Einschätzung, Be-Wertung …

    … centre kommt aus dem Deuschen oder Amerikanischen – engl. centre – Mitte, Mittelpunkt, Schwerpunkt …

    … und wie sieht es mit dem Shopping-Center aus, das nicht in der Mitte, sondern irgendwo draussen am Stadtrand ist?

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