Nationalrat J.N. Schneider: KMU sind Adler, keine Muscheln


«Wenn i e Muschle wär, so tät i eifach zue – wenn i e Muschle wär, de hätt i myni Rue» sang Polo Hofer 1975 als Rumpelstilz. Erfahren sie heute von einem anderen bekannten Berner, wieso es immer wieder Personen gibt, die den Lebenslauf der Muschel nicht wählen.

Den Link zur Tischmesse übergeben wir doch einfach Patrick – dem neuen Blogger aus Langenthal – herzlich willkommen – hier sein Beitrag bei Vuithier.blogspot.

Es gilt das gesprochene Wort! JC EXPO Langenthal, 22. September 2007

Eröffnung durch Nationalrat Johann N. Schneider-Ammann

Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrte Aussteller
Werte Expo-Besucher
Sehr geehrte Damen und Herren

· Ich freue mich sehr, inmitten von so jungen, motivierten, unternehmerisch denkenden und handelnden Leuten stehen zu dürfen.
· Wenn ich so in die Runde schaue, dann darf ich meinen Glauben an unsere starken KMU und ihre wirtschaftliche Kraft mit gutem Gewissen behalten und kann getrost in die Wirtschaftszukunft der Region blicken.
· Ich gratuliere Ihnen, dass Sie den Mut gehabt haben, etwas Neues in Angriff zu nehmen, und gratuliere Ihnen zu Ihrer JC EXPO.

· Ich weiss, dass Sie enttäuscht sein mögen, weil Sie mit mehr als mit den etwas über 30 Ausstellern gerechnet haben, die sich hier und heute an Ihrer Tischmesse präsentieren.
· Sie wollten doch Ihr Netz vergrössern, die regionalen Grenzen sprengen und zeigen, dass man in Langenthal nicht nur Oberaargauer Luft atmen kann.
· Ich kann Sie trösten: Aller Anfang ist schwer, aber nur den Tüchtigen gehört die Welt!
· Dazu möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen: Einer alten indischen Schöpfungsgeschichte zufolge schuf Gott zunächst eine Muschel und legte sie auf den Meeresboden.
· Dort führte sie kein aufregendes Leben. Den ganzen Tag über tat sich nichts anderes, als ihre Klappe zu öffnen, etwas Meereswasser hindurchfliessen zu lassen und dann wieder die Klappe zu schliessen.
· Tagaus, tagein gab es nichts anderes für sie als Klappe auf, Klappe zu, Klappe auf, Klappe zu,…
· Dann schuf Gott den Adler. Ihm gab er die Freiheit, zu fliegen und die höchsten Gipfel zu erreichen. Es existierte fast keine Grenze für ihn.
· Allerdings zahlte der Adler für diese Freiheit einen recht hohen Preis: Täglich musste er um seine Beute kämpfen.
· Nichts fiel ihm einfach so zu.
· Wenn er Junge hatte, musste er oft tagelang jagen, um genügend Futter heranzuschaffen. Aber diesen Preis bezahlte er gerne.
· Schliesslich schuf Gott den Menschen und führte ihn zuerst zur Muschel und anschliessend zum Adler.
· Dann forderte er ihn auf, sich zu entscheiden welches Leben er führen wolle.
· «Das ist wohl einfach», werden Sie sagen.
· Natürlich sollte sich jeder Mensch für das Leben eines Adlers entscheiden.
· Aber es ist etwas geschehen, mit dem wohl keiner gerechnet hatte.
· Viele Menschen haben sich gegen das Leben der Muschel aber auch gegen das Leben des Adlers entschieden.
· Sie wollten zwar die Vorteile des Adlers für sich haben, aber nicht den Preis dafür zahlen.
· So haben Sie sich ein Tier gesucht, das ihren «Anforderungen» gerecht wird.
· Und sie haben das Tier schliesslich auch gefunden: die Ente.
· Sie werden zugeben: Ente und Adler mögen gewisse Gemeinsamkeiten haben, vergleichbar sind jedoch nicht.
· Sie, werte anwesende Aussteller, haben sich weder für die Muschel noch für die Ente entschieden – sondern eben für den Adler.
· Sie wollen überzeugen und kämpfen, weil sie davon überzeugt sind, dass es das Richtige ist.
· Ich kann Sie darin nur unterstützen. Das ist echtes Unternehmertum.

· Ich werde häufig gefragt, was ich denn am Unternehmertum so faszinierend finde.
· Das sind aus meiner persönlichen Warte heraus schwergewichtig 4 Dinge:
– die Gestaltungsmöglichkeiten
– der Motivationsraum
– der Umgang mit Druck
– die Multikulturalität
· Es macht ausserordentlich Spass, den Freiraum und den Handlungsspielraum zu nutzen, den man als Unternehmer geniesst.
Wo sind die zukunftsträchtigen Märkte, welche Innovationen lassen sich vermarkten, wo befindet sich mein Unternehmen morgen?
Damit dieser unternehmerische Freiraum nicht eingeengt sind, muss es darum gehen, die im Wege stehenden administrativen Hürden niedrig und die gesetzlichen Regelwerke schlank zu halten.
· Der Umgang mit den Menschen, die man motivieren kann, ihre besten Leistungen zu erbringen, erfüllt einen mit Genugtuung.
Und der Mensch muss trotz aller Technisierung und Computerisierung im Mittelpunkt stehen und bleiben.
· Die Belastbarkeit, der Umgang mit Druck können heikel werden. Es muss darum gehen, nur den Eu-Stress, den guten Stress entstehen zu lassen.
Das beste Rezept dafür sind Spass an der Arbeit und die Überzeugung, dass man das Richtige tut.
· In meinem Unternehmen habe ich das Glück, Internationalität leben zu können.
Die stetige Auseinandersetzung mit anderen Denkweisen, anderen Kulturen, anderen Ansichten öffnet den eigenen Horizont und zwingt, die eigenen, vielleicht festgefahrenen Ideen, zu überdenken.

· Nun, liebe ausstellende JC s: Sie haben Ideen, sie wollen sie in die Welt hinaustragen, sie wollen etwas bewegen, sie wollen Wirkung erzielen.
· Damit haben Sie Unternehmertum bewiesen.

· Gerne zitiere ich in diesem Zusammenhang ein Wort von Nicolas Hayek: «Der Unternehmer ist ein Künstler, voller Fantasie, mit Innovationsgeist, offen für alle Ideen, fähig, sich selbst und unsere Gesellschaft in Frage zu stellen … Diese Eigenschaften erlauben ihm, neue Produkte und neue Arbeitsplätze und damit nachhaltige Reichtümer für alle zu schaffen. Ein Unternehmer muss auch die Fantasie und den Mut haben, alle Hindernisse zu überwinden. Die einzigen für mich unüberwindbaren Hindernisse sind Tod und Steuern!»
· Lassen Sie sich nicht entmutigen, fahren Sie weiter, machen Sie heute einen guten Job, damit Sie morgen doppelt so Aussteller haben und übermorgen weitere abweisen müssen, weil der Platz nicht für alle ausreicht.
· In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche und an Erfahrung reiche erste JC EXPO!

Die Rede als pdf (gleiches Fenster)

Nationalrat J.N. Schneider

… Nationalrat Johann Niklaus Schneider …

Tischmesse

… an der Tischmesse der Jungen Wirtschaftskammer

Jüngste JWO

… so jung sind die Teilnehmer in der Regel nicht und mit 40 kommt die Altersguillotine – aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und wenn nicht alle Teilnahmebedingungen richtig kommuniziert wurden, so hat mich der Besuch vom blogmitpep sehr gefreut. Viel Glück im Stall (die wohnen echt in einem Dorf mit Wiesen und so …) und um auf deinen Bloglink zu reagieren …

2 x Schneider

… das ist nicht nur echter Wahlkampf – im Kanton Bern J.N. Schneider zwei mal auf die Nationalratsliste – sondern auch eine Rede, die sich mancher Blogger oder Leser zu Herzen nehmen sollte. Es ist auch nicht Vetternwirtschaft, denn ich kaufe vermutlich nie in der Firma Ammann ein und für die Umgebung und den Garten kann man allenfalls einmal eine Maschine mieten. Und wenn wir schon beim Garten sind, machen wir noch den Link zu den Finanzen, zur Börse … an beiden Orten gibt es Ungeziefer, Insekten, genau genommen Heuschrecken … und die gilt es zu bekämpfen. Aber der Finanzblogleser kennt ja dieses Thema

… und wer noch mehr über Muscheln (Seite 11) erfahren will, Preisgekröntes von Polo Hofer und Kurt Marti

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