Käse und Wein


Der 5. «Swiss Cheese Award» fand in Huttwil statt.

Eine Grundregel vorne weg. Käse und Wein passen sehr gut zusammen, wenn man beides geniessen will. Das eine oder andere sollte aber für sich alleine degustiert werden. Jegliches Milchprodukt verfeinert oder anders gesagt, jedes Milchprodukt zerstört Säure. Die französische Küche hat früher viel mit Milch oder noch lieber mit Rahm verfeinert. Sehr oft wird diese Tatsache bei Convenience Food der grossindustriellen Fertigprodukten angewendet. Die Speisen schmecken fein – aber meist ohne Charakter. Beim Feinschmecker ist der Trend heute eher in Richtung mediterrane Küche zu suchen. Grob gesagt, fängt diese in Südfrankreich an. Es ist vielleicht Zufall, aber eben jetzt ruft eine Dame an um empfiehlt mir Omega-3-Kapseln zu kaufen und zu schlucken. Vitamin F hiess diese Fettsäure früher. Die Dame sagt, Kapseln zu essen ist doch besser – ich ziehe die südliche Küche vor. Im Käse sind andere Fettarten zu finden und Käse findet man zur Ergänzung auch ganz herrliche in Italien, Südfrankreich, Spanien oder Portugal. Portugal war mit einem eigenen Stand am Markt in Huttwil vertreten. Mehr als nur konkurrenzfähig zu den meisten Schweizer Käsen.

Südfrankreich hat den Vorteil, dass es in den grossen Supermärkten eine immense Auswahl an hauptsächlich französischem Käse gibt. Eine solche Produktevielfalt gibt es in der Schweiz nicht. Noch nicht, um genau zu sein. Die Franzosen bauen ab und die Käser in der Schweiz aus. Es ist eine Freude zu sehen und vor allem zu geniessen, was da alles angeboten wird. Früher war reglementiert, was der Schweizer Käser machen durfte – hauptsächlich Hartkäse. Hier gehen die Welten auch noch auseinander, beim einen kommt mir Bibendum in den Sinn. Und für den Eingeweihten der Wein von gestern Abend – Terre d’Argence 99. Es gibt schönere 99 im Vallee-du-Rhône …

Das ist wie beim Käse. Es ist ein Naturprodukt, das saubere Arbeit, viel Wissen, Mut zu neuen Ideen und Erfahrung braucht. An der Ausstellung ist schade, dass die prämierten Produkte nicht zur Degustation zur Verfügung stehen. Die Schweiz wird sich in den nächsten Jahren auf dem Käsesektor stark verbessern und verbreitern. Nur was hat das mit dem Finanzblog zu tun.

Von meinen Kollegen wurde ich aufgefordert, regelmässig etwas über Wein (und Zugemüse) zu schreiben – und dann bleiben manchmal halt doch einige Überlegungen zu börsenkotierten Firmen oder wirtschaftlichen Tendenzen hängen. Gute, viel verkaufte Produkte zeichnen eine gute Aktie langfristig aus. Und ob sie Unternehmen dem Trend folgen oder gar voraus sind.

börsenkotiert

… börsenkotiert und voll im Trend – geräuchert und mit Schweizer Kreuz. Übrigens da kommt mir ein Restaurant in der Stadt des Wertpapiermuseums in den Sinn. Diese verkaufen Flaschenwein Montepulciano für etwas über CHF 40.– und einen halben offenen Montepulciano für CHF 20.– weniger. Könnte in der Kalkulation durchaus funktionieren. Ob dieser dann auch wirklich aus Montepulciano komme? Ja. Eher nein, es ist hier die Traubensorte Montepulciano d’Abruzzo. Der Chef: «Den Unterschied habe man nicht gekannt!» Wer es glaubt, der billige Montepulciano d’Abruzzo kostet CHF 3.95 die Flasche – macht rund das 8-fache aus. Es ist ein Kreuz mit einigen Beizen, die muss man meiden, teuer, langsam und eben gegen den Trend …

Portugiesischer Käse

… Portugal ist auch vertreten – das Land mit den verschiedensten Stilrichtungen . Italien hat einen Stand mit Prano Padano. Es ist aber wie auf diesem Blog notiert noch nicht alles gesagt: versuchen sie mal Parmesan oder doch einen alten Sprinz (man lernt nie aus) oder einen drei jährigen Emmentaler. Vor einigen Jahren habe ich dort noch gehört: 3 Jahre, das gibt es nicht, das kann man nicht essen. Man hat dazu gelernt und wieso kauft wohl keiner Sprinz – nur in URL gesucht

Steämpfli Erlach

… beim hasenlauf (Stämpfli Erlach – Padis Bruder für OB’ler – man darf ja fragen) keltert man auch einen Zweigelt

… und wer nicht Lust auf einen Branntwein aus blauen Kartoffeln hat, der konnte bei der Glockengiesserei zusehen …

Kuhglocke

… Kuhglocken muss man in Sand beschriften und das dauert länger, als über sie zu bloggen

Ein Gedanke zu „Käse und Wein“

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